Für alle meine Leser.


Epilog

Obwohl Sommerferien waren, wimmelte es in der großen Halle nur so. Das, was eigentlich eine kleine Feier hätte werden sollen, war zu einem rauschenden Fest ausgeartet. Ich nahm an, dass das hauptsächlich daran lag, dass wir das erste Paar seit dreihundertsiebenundzwanzig Jahren waren, das im Schloss heiratete.

Wenn man mich danach fragen sollte, würde ich den Ablauf der ersten Hälfte der Hochzeitsfeier nicht mehr zusammen bekommen. Nur ein paar besondere Momente waren mir klar und deutlich in Erinnerung. Wie Hannah am Arm ihres Vaters durch die Große Halle hetzte – sie hatte es offensichtlich eilig, was unsere Gäste zu einem herzlichen Lachen brachte. Wie Hannahs Augen strahlten, als der Ministeriumszauberer uns schließlich zu Mann und Frau erklärte. Wie meine Granny Rotz und Wasser heulte, als sie mich und Hannah beim Gratulieren gleichzeitig herzte. Wie ich ein wissendes Lächeln mit Minerva tauschte, die hinter meiner Granny stand, als ich der ein Taschentuch reichte. Wie Hermione Cormac McLaggen eine scheuerte, weil er ihr wohl irgendwohin gefasst hatte, wo nur ... jemand anderes hin fassen durfte. Wie Hannah und ich gemeinsam die riesige Torte anschnitten, die die Form eines Mimbulus Mimbeltonia hatte ...


Inzwischen war später Nachmittag. Die Feiernden hatten sich über die gesamten Ländereien verteilt, Sammel- und Begegnungspunkte waren das Häppchenbuffet und die Cocktailbar (wer auch immer Lee Jordan und George Weasley die Oberaufsicht über diesen strategisch heiklen Punkt gegeben hatte – ich würde ihn finden!). In einiger Entfernung zum Hauptportal war eine Tanzfläche aufgestellt worden, wo eine magische Kapelle für flotte Musik sorgte. Hannah und ich hatten schon so viel getanzt, dass meine Frau inzwischen ihre Schuhe hinter irgendeinen Busch gekickt hatte.

„Was soll ich denn leiden, wenn du es hier so bequem hast in deinen alten Latschen?", hatte sie gespielt vorwurfsvoll gesagt und dabei anerkennend über meinen neuen, hellgrauen Festumhang gestrichen. Offenbar hatte Madam Malkin mit der Wahl ein glückliches Händchen gehabt – allerdings hatten weder Hermione noch ich dran gedacht, mir auch noch Schuhe zu kaufen, also trug ich eben ein Paar ältere, die Minerva mir am Morgen noch schnell in schicke Tanzschuhe verwandelt hatte.

Nachdem wir eine Weile händchenhaltend durch die Reihen der Gäste geschlendert waren und mit den Lupins geplaudert hatten, zog Hannah mich wieder auf die Tanzfläche, als die Töne zu einem schnellen Tango erklangen.

Ich grinste, als wir Aufstellung einnahmen. Ein weiterer Muggeltanzkurs speziell zu unserem Lieblingstanz im letzten Monat in London hatte uns zu wahren Könnern gemacht – zumindest behaupteten Hannah und ich das gerne.

„Lass mich nicht los", wisperte Hannah und schenkte mir jenes Lächeln, das nur für mich reserviert war.

„Tanz, mein Schatz", antwortete ich und gab ihr einen Kuss auf die Nasenspitze.

Eigentlich war dieser Tanz unser Hochzeitstanz. Nicht der Walzer, den Pomona uns als den Hochzeitstanz schlechthin beschrieb. Auch nicht der schottische Reigen, den Minerva vorhin angeführt hatte.

Der Tango gehörte uns.

Zumindest, bis ein sinnflutartiger Regenschauer, der aus heiterem Himmel auf uns nieder ging, uns einen Strich durch die Rechnung machte. Hastig zog ich das Cape meines Festumhangs aus und hielt es Hannah und mir über den Kopf, während wir mit den anderen in Richtung Schloss flüchteten.

Doch trotz Regen ging unsere Hochzeitsfeier unbekümmert weiter. Hagrid und Abe saßen rotzevoll in einer Ecke und sangen unanständige Lieder, wobei George und Lee dazu dirigierten.

Luna war in eine tiefsinnige Unterhaltung mit Rolf Scamander vertieft, so sehr, dass sie nicht merkte, dass Teddy Lupin sich einen ihrer exotischen Ohrringe borgte, um ihn zu untersuchen (dieser Junge verbrachte entschieden zu viel Zeit bei George Weasley!).

Minerva, Filius und meine Granny saßen zusammen und redeten über die alten Zeiten...

Es war friedvoll und harmonisch.

Plötzlich zupfte Hannah an meinem Ärmel und deutete auf das Fenster. „Sieh dir das an", meinte sie mit einem wissenden Grinsen.

Draußen im strömenden Regen spielte die magische Kapelle immer noch weiter. Und im Rhythmus eines schnellen Tangos (ich hatte mir besonders viele Tangos gewünscht) wirbelte ein Paar über die Tanzfläche.

„Ich glaube, ich werde meine Wette gewinnen", flüsterte ich meiner Frau zu und küsste sie.

ENDE