Es ging auf den Abend zu, als Harry mit seinem Beutel aus dem Zimmer trat. Traurig blickte er sich noch ein letztes Mal in seinem Zimmer um, dann schloss er die Tür und ging in den Speisesaal. All seine Freunde warteten dort. Lancelot stand neben Artus, ernst wie eh und je. Artus hatte seine besten Kleider an und den Arm um seine Frau, Genevieve gelegt. Diese trug ein schneeweißes Kleid und hielt ein Buch in ihren Händen. Neben ihr stand Morgana, die wunderschöne Morgana in ihrem dunkelgrünen Kleid an ihrer Seite Emrys in seinen grauen Roben. Als Harry den Raum betreten hatte, stürmten Genevieve und Morgana auf ihn zu. Harry ließ seinen Beutel fallen und schloss die beiden Frauen in seine Arme. Seine beste Freundin, die Königin von Groß-Britannien und seine feste Freundin, Morgana Le Fay, Emrys neue Schülerin.

„Oh Harry!", schluchzten die beiden Frauen und Harry spürte die Tränen an seinen Schultern. Traurig lächelte er. Er würde sie verlassen. Wahrscheinlich für immer.

Die Frauen ließen ihn los und die Männer kamen. Artus und Lancelot schlossen ihn auch in seine Arme.

„Lancelot und ich haben ein Schwert für dich anfertigen lassen. Ich hoffe es wird dir in deiner Zeit und in deinem Krieg nützen", sagte Artus. Lancelot zog ein Schwert unter seinem Umhang hervor. Die Scheide war dunkelgrün und mit goldenen Runen bestickt. Das Heft war silbern, mit einzelnen goldenen Strängen und im Knauf befand sich ein Smaragd. Harry zog das Schwert aus der Scheide und blickte die Schneide an, die im Licht der Fackeln glitzerte. Auf ihr stand geschrieben: Die Liebe kann immer siegen. Zudem befanden sich die Runen für Vertrauen, Liebe, Freundschaft, Kraft, Stärke und Gesundheit auf der Schneide.

„Ich danke euch. Es ist wunderschön."

Genevieve trat jetzt wieder auf ihn zu.

„Ich wollte dir noch einmal für den Unterricht danken und hier ist ein Buch mit all den Geschichten, die du mir und Morgana erzählt hast. Ich habe sie nach und nach aufgeschrieben, da ich ja wusste, dass du gehen würdest. Ich hoffe, dass erinnert dich an uns. Ich habe auch einzelne Geschichten hier vom Hof hinzugefügt, damit du uns nie vergisst."

„Ich danke dir."

Langsam traten auch in Harrys Augen Tränen.

Dann trat Morgana zu ihm.

„Oh Harry!"

„Morgana", flüsterte Harry, schloss seine Freundin in seine Arme und legte sein Gesicht in ihre Haare.

„Auch ich habe etwas für dich", sagte sie, bemüht darum, nicht zu zeigen, wie traurig es war, dass Harry ging, doch immer noch liefen ihre Tränen ihre Wangen hinab.

Sie nahm eine Kette von ihrem Hals ab und legte sie in Harrys Hände.

„Sie soll dich an mich erinnern."

„Ich würde dich doch nie vergessen."

Die Kette bestand aus Silber. An ihr hing ein Medallion, dass Morgana jetzt öffnete. In ihm befanden sich zwei Portraits. Eines von Morgana selbst und eines von Genevieve, Morgana und Harry.

„Ich danke dir, Morgana. Es ist wunderschön."

Harry legte sich die Kette um und zog aus seinem Beutel eine weitere Kette.

„Ich habe auch etwas für dich. Sie soll dir Glück bringen und dich beschützen."

Harry legte Morgana die Kette um, diese blickte auf den Goldenen Anhänger. Es war ein Phönix, so wie Harrys Animagusform.

„Wenn du verletzt bist, lege die Kette auf die Wunde und denke ganz fest an mich. Ich habe Tränen in ihr gespeichert. Sie wird dir lange Zeit helfen können."

„Oh danke Harry!", rief Morgana und fiel Harry wieder um den Hals. Als sie sich gelöst hatte, zog Harry vier Bücher aus seinem Beutel.

„Ihr wisst alle, dass ich die Sachen, die ich bei Merlin gelernt habe, aufgeschrieben habe. Ich habe das sogar in zweifacher Ausführung gemacht, denn ein Satz dieser Bücher soll hier bleiben und für alle offen stehen, die in der Lage sind, Magie anzuwenden. Denn Emrys, auch wenn du ein großartiger Zauberer bist, auch du bist nicht unsterblich und alles was du mir beigebracht hast, hast du nicht in Büchern stehen. Diese Bücher sollen für zukünftige Generation zur Verfügung stehen. Genevieve, ich gebe sie in deine Obhut, denn du wirst dich sehr gut um die Bücher kümmern."

Er reichte die vier Bücher an die Königin weiter, die sie fest in ihre Arme schloss. Dann zog Harry einige Gemälde aus seinem Beutel. Sie zeigten die Gruppe in den unterschiedlichsten Situationen, aber Harry war nur auf einem der Bilder zu sehen. Auf diesem war die ganze Gruppe abgebildet und er hielt Morgana in seinen Armen. Die anderen Bilder zeigten Genevieve und Artus zusammen, wie sie Arm in Arm auf dem Balkon vor ihrem Schlafzimmer standen und über den Schlosshof blickten. Ein weiteres zeigte Artus und Lancelot beim Schwertkampf, ein drittes Morgana und Emrys bei einer ihrer Lehrstunden, ein weiteres stellet Genevieve und Morgana dar, wie sie beisammen saßen und tratschten und das letzte zeigte Artus, Emrys und Lancelot, wie sie beisammen standen und diskutierten.

„Wie konntest du all diese Bilder zeichnen?", fragte Artus. „Du warst nicht bei allen Situationen anwesend."

„Eigentlich schon, nur hat mich nie einer bemerkt. Ich habe noch eine andere Animagusform, neben dem Phönix. Einen Merlin und niemand denkt, dass ein Merlin alle ausspioniert, oder?"

„Du warst dieser wunderschöne Vogel? Ich habe dich oft gesehen."

Artus nahm die Bilder entgegen und lächelte Harry an.

„Harry? Es wird Zeit", sagte Emrys und trat ein Stück von den anderen Weg um das Portal in die Zukunft zu öffnen.

Noch einmal schloss Harry seine Freunde in die Arme und nun liefen auch ihm die Tränen über die Wangen. Als letztes umarmte er Morgana und küsste sie ein letztes Mal. Es war ein Verzweifelter Kuss, denn er bedeutete Abschied. Wohl einen Abschied für immer. Harry trat auf das Portal zu, blickte ein letztes Mal zurück und dann verschwand er in einem Wirbel aus Farben.

Als er wieder etwas sah, stand er in seinem Haus in Paris. Traurig blickte er an die Stelle zurück an der das Portal immer mehr verblasste.

„Ich liebe dich Morgana!", rief er durch das Portal, doch eine Antwort konnte er nicht mehr hören, denn das Portal schloss sich in diesem Moment.

Langsam trockneten die Tränen und Harry stellte seinen Beutel ab. In diesem Moment ploppte es und ein Hauself stand vor Harry.

„Lord Ravenclaw ist wieder hier!", rief die kleine Elfe.

„Harry reicht vollkommen, aber ja. Ich bin wieder da. Würdest du mir ein Bad einlassen und etwas Kleines zu Essen kochen?", fragte Harry.

Die Elfe nickte, schnappte sich Harrys Beutel und verschwand wieder. Harry ging durch sein Haus nach oben in eines der Badezimmer, entledigte sich dort seiner Kleidung und sank dann in das warme Wasser.

Er war zurück, zurück in seiner Zeit.

Die nächsten Tage verbrachte Harry erstmal im Haus, doch er brauchte unbedingt neue Kleidung. Also verließ er schließlich sein Haus um in Paris shoppen zu gehen.

Shoppen in Paris war selbst für einen jungen Mann ein Abenteuer. Glücklicherweise war er ein Erzmagier und konnte sich so mit einem einfachen Zauber belegen, damit er auch verstand was denn die Verkäufer von ihm wollten. Als er den Zaubererteil der Stadt betrat war er schon voll beladen mit Taschen in denen sich alles mögliche an Kleidung befand von Jeans und T-Shirt bis Anzug und Krawatte hatte er sich alles besorgt, er hatte auch einige neue Schuhe erstanden. Auf einer der Toiletten hatte er sich dann umgezogen und trug nun ein grünes Hemd und eine schwarze Hose. Damit betrat er das französische Äquivalent zur Winkelgasse.

Sie war groß und breit. Alte Häuser aus der Renaissance säumten den Straßenrand. Menschen waren auf der Straße unterwegs, lachten und schwatzten fröhlich. Harry trat in eines der Kleidungsgeschäfte und blickte sich um. Ja hier fand er das Richtige. Eine Verkäuferin trat zu ihm und blickte ihn an.

„Was kann ich für sie tun?"

„Ich hätte gern zwei komplette Sätze der Kampfausrüstung aus Drachenleder. Dazu drei paar Stiefel, zwei paar Lederhosen und drei von den Hemden in dunkelblau, grün und schwarz."

„Gerne. Wenn sie mir folgen würden."

Harry folgte der Verkäuferin, die mit einem Maßband auf ihn zukam und seine Maße nahm. Eine halbe Stunde später hatte er dann alles was er wollte und konnte den Laden wieder verlassen. Der nächste Laden verkaufte dagegen nur edle Roben, doch auch dort ließ Harry sich komplett ausstatten. Fertig mit den Nerven und wohl auch mit den Einkäufen ließ er sich in einem Café nieder und beobachtete die Menschen um ihn herum. Sein Kaffee war gerade angekommen, als eine Eule vor ihm landete.

„Von Hermine? Na da schauen wir mal, was sie will."

Harry öffnete den Brief und blickte aus Hermines geschwungene Handschrift.

Lieber Harry!

Ich hoffe dir geht es gut. Ich habe von Ron erfahren, dass du nicht mehr bei den Dursleys bist. Ich soll dich fragen, wo du bist, doch dass mache ich nicht. So lange es dir gut geht, ist es mir egal ob du dich in der Nocturngasse rum treibst. Alles was ich wissen möchte ist, ob es dir gut geht. Ich vermisse dich. Ich bin zurzeit mit meinen Eltern in Frankreich, morgen fahren wir nach Paris und besuchen den Eiffelturm und so weiter. Irgendetwas fehlt in diesem Urlaub und ich denke nicht, dass es Ron ist. Du fehlst mir. Ich hoffe du hast Sirius Tod gut verkraftet, denn er hätte nicht gewollt, dass du einfach aufgibst. Er ist so gestorben wie er es wollte: im Kampf für das an das er glaubt und für diejenigen die er liebt. Behalte ihn so in Erinnerung. Er wäre dir ein guter Vaterersatz geworden, doch es sollte wohl einfach nicht sein. Genieße die Ferien und melde dich bitte bei mir. Ich vermisse meinen besten Freund schrecklich.

In Liebe

Deine Hermine

„Sie ist morgen in Paris, na dann wollen wir sie mal überraschen", flüsterte Harry und blickte lächelnd auf den Brief. Sie hielt noch zu ihm und vertraute ihm.

Am nächsten Morgen stand er schon früh auf und stellte mit einem einfachen Ortungszauber fest, wo Hermine sich gerade befand. Drei Stunden später stand er vor dem Eiffelturm und wartete auf seine beste Freundin. Versteckt im Schatten blickte er sich um, bis er schließlich ihren braunen Lockenkopf entdeckte. Langsam trat er ihr in den Weg, blieb jedoch einige Meter vor ihr stehen. Seine beste Freundin blickte sich um und dann fiel ihr Blick auf ihn und ihre Augen weiteten sich leicht, als sie die Blitznarbe auf seiner Stirn erkannte.

„Harry?", flüsterte sie leise.

„Hallo Hermine. Du hast gesagt ich würde in deinem Urlaub noch fehlen also dachte ich, ich komm einfach mal vorbei."

Harry lächelte und dann fing Hermine an zu strahlen und flog förmlich die letzten Meter auf ihn zu und fiel ihm um den Hals.

„Ich hab dich so vermisst!", rief sie.

„Ich dich auch, Mine. Ich dich auch."

Als Hermine auf ihn zugestürzt war, hatte sie ihn so sehr an Morgana erinnert. Auch sie hatte ihn immer so begrüßt, wenn einer von einer langen Reise zurückgekehrt war. Doch von seiner Reise wusste Hermine noch nichts.

„Wo warst du denn Harry? Wo warst du bloß? Ich hab mir solche Sorgen gemacht!"

„Hier."

„Wie hier?"

„Na hier, in Paris. Ich habe hier ein Haus."

„Du wohnst hier? Das ist ja… Moment – du hast hier ein Haus? Wie kommt das denn?"

„Ich hab mein Erbe angenommen und dabei kam raus, dass ich mütterlicherseits aus dem französischen Adel stamme, genauer gesagt stamme ich von Ravenclaw ab."

„Ravenclaw?"

„Ja, die Hogwartsgründerin."

„Aber da muss doch noch mehr passiert sein! Du hast dich so sehr verändert!"

„Das erzähle ich dir wohl eher bei mir zu Hause, ja?"

„Gerne!"

Mr und Mrs Granger traten in diesem Moment zu den beiden Jugendlichen und blickten ihre Tochter fragend an.

„Sie müssen Hermines Eltern sein. Ich bin Harry Potter. Ein Schulfreund von ihrer Tochter."

„Mr Potter! Hermine hat viel von Ihnen erzählt."

„Ich hoffe doch nur gutes! Aber nennen Sie mich doch Harry. Ich werde oft genug mit Mr angesprochen."

„Gerne – Harry. Wenn du uns Daniel und Amelie nennst."

„Aber gerne doch! Hermine, ich hätte da eine Idee. Wie wäre es, wenn ihr zum Mittagessen zu mir nach Hause kommt? Meine Elfen werden erfreut sein, euch etwas zu kochen. Bei mir kommen sie viel zu selten dazu."

„Wenn es dir nichts ausmacht."

„Sonst hätte ich es nicht angeboten, Mine. Ich würde dir gern alles erzählen und ich denke, du hast auch schon viel erlebt und ich würde auch gern deine Eltern besser kennen lernen."

„Wenn es dir wirklich nichts ausmacht, würden wir dein Angebot gerne annehmen", warf jetzt Daniel ein. Er mochte diesen jungen Mann jetzt schon, wie er da stand in Hemd und Stoffhose und Hermine behandelte wie eine zerbrechliche Blume. Harry wirkte wie einer dieser mittelalterlichen Adligen.

Zusammen mit Harry gingen die Granger durch Paris. Harry hatte einiges über Paris gelesen und konnte so viel über die Stadt erzählen, mehr sogar als Hermine, die ihn bewundernd ansah. Schließlich wurde es Zeit für das Mittagessen und Harry führte sie zu seinem Haus. Obwohl… Villa passte besser.

„Willkommen im Stadthaus der Familie Ravenclaw." Mit diesen Worten öffnete er die Haustür und geleitete Hermine über die Schwelle. Als alle vier im Haus waren ploppte es und ein Hauself erschien.

„Lord Ravenclaw! Ihr seid zurück und ihr habt Besuch mitgebracht! Soll Twinky das Essen im Speisesaal richten?"

„Ja bitte Twinky. In der Zwischenzeit führe ich meine Gäste durch das Haus."

Twinky verschwand und Harry bedeutete der Familie Granger ihm zu folgen.

„Lord Ravenclaw? Da hast du mir aber was verschwiegen, Harry."

„Nun ja, mein kompletter Titel wäre Lord Harry James Potter Black Gryffindor Ravenclaw Duke of Godrc`s Hollow und Hogwarts und letzter Merlin von Groß-Britannien", erwiderte Harry schüchtern.

„Duke? Merlin? Wie – wie kann das alles sein?", fragte Hermine fassungslos.

„Nun ja, die Familie Potter lebt seit Generationen in Godrc`s Hollow. Dieses wurde gegründet von Godric Gryffindor. Irgendwann wurden aus den Gryffindors die Potters aber der Titel des Duke ging nicht verloren. Und der Merlin… das erkläre ich später, ja?"

„In Ordnung. Aber ich erwarte eine ausführliche Erklärung!"

„Natürlich! Ich kenn dich ja, Hermine."

Die Führung durch das Stadthaus der Familie Ravenclaw ging weiter. Nach den unzähligen Schlafzimmern und den vielen Salons traten die vier zu der Bibliothek.

„Diesen Raum habe ich mir für den Schluss aufgehoben, denn ich glaube der gefällt Hermine am besten. Kurz zur Information: Die Bibliothek hier ist genauso groß wie die Hogwartsbibliothek. Zu fast jedem Thema sind hier Bücher zu finden, außer zu Wahrsagen. Die Bibliothek aktualisiert sich selbst, das heißt, du findest hier Bücher aus der Zeit um Merlin aber auch Bücher von heute. Nur Hermine – es gibt gleich Essen, aber du kannst später so viel Zeit hier verbringen wie du willst."

Mit diesen Worten öffnete er die Tür und lächelte als er Hermines Blick sah. Mit großen Augen stand sie in der Tür und blickte sich staunend um. Regalreihe an Regalreihe mit Büchern standen in dem gut vier Meter hohen Raum.

„Ich weiß nicht, ob wir sie hier wieder raus bekommen", sagte Daniel lächelnd als er seiner Tochter nachblickte.

„Wir bekommen sie schon wieder raus", erwiderte Harry. In diesem Moment tauchte Twinky neben ihm auf.

„Lord Ravenclaw? Das Essen ist gerichtet."

Dann verschwand die Elfe wieder.

Harry grinse Amelie und Daniel an und ging dann zu Hermine. Die hatte sich gerade über ein Buch gebeugt und las irgendetwas.

„Mine", flüsterte Harry leise in Hermines Ohr, als er sich über sie beugte, „du wolltest doch unbedingt wissen, was das mit dem Merlin auf sich hat oder? Das erfährst du nur, wenn du das Buch über Animagusverwandlung jetzt zurück legst."

Hermine stand wie erstarrt da. So wie Harry stand konnte sie sich nicht bewegen und sie hatte absolut nicht bemerkt wie er gekommen war. Zitternd klappte sie das Buch zu. In dem Moment richtete Harry sich wieder auf und trat einen Schritt zurück. Hermine atmete tief ein und richtete sich selbst auf. Zusammen traten sie zu Hermines Eltern und dann zum Speisesaal. Dort standen bereits vier Gedecke auf der langen Tafel und kaum das sich die vier gesetzt hatten ploppten vier Hauselfen neben ihnen und stellten das Essen auf den Tisch. Harry erhob sein Weinglas und prostete seinen Gästen zu, dann begannen sie schweigend zu essen. Während dem Hauptgang fing dann Harry an zu sprechen.

„Ihr müsst versprechen, dass alles, was ich euch jetzt erzähle unter uns bleibt. Es wäre nicht so gut, wenn Dumbledore das alles erfährt. So wo fange ich an…

Es war kurz nach Beginn der Ferien, als ich einen Brief erhielt. Einen Brief von Sirius, meinem Paten. In ihm erzählte er mir, dass er mir alles der Familie Black vererbte und ich so schnell wie möglich zu Gringotts gehen sollte. Das tat ich auch und bekam dort mein komplettes Erbe ausgehändigt. Dazu gehörten auch ein Brief und ein Siegelring von Emrys, dem Merlin von Groß-Britannien, von vor tausend Jahren. Hier in diesem Haus begann ich dann die Siegelringe überzustreifen. Die Schmerzen wurden immer stärker, bis der letzte Ring kam: Merlins. Ich zog ihn über und fiel in Ohnmacht. Ich erwachte und lag auf einer Wiese. Merlin trat zu mir und erklärte mir, dass er mich ausbilden wollte. Sieben Monate verbrachte ich auf der Lichtung im Wald, bis Merlin nach Camelot gerufen wurde. Ich begleitete ihn dorthin und lernte dort Genevieve kennen. Die Frau von König Artus. Ich wurde ihr Lehrer. Dann war da noch Lancelot, erster Ritter der Tafelrunde. Er unterrichtete mich im Schwertkampf. Auch Artus lernte ich kennen. Einen wunderbaren König. Immer fair und gerecht. Und Wochen später kam noch Morgana nach Camelot. Sie wurde Merlins neuer Lehrling. Wir verbrachten viel Zeit zusammen. Genevieve, Morgana und ich wurden die besten Freunde, waren wir doch die einzigen in unserem Alter am Hof. Doch Genevieve hatte auch andere Verpflichtungen und so verbrachten Morgana und ich viel Zeit allein. So wurde aus Freundschaft Liebe. Es waren die schönsten zwei Monate in der Vergangenheit. Doch dann musste ich zurück. Morgana schenkte mir ein Medallion. Hier."

Harry zog das Medallion unter seinem Hemd hervor und reichte die Kette an Hermine weiter.

Hermine öffnete das Medallion und blickte auf die beiden Bilder.

„Sie – sie sieht aus wie ich! Aber das kann doch nicht sein, oder?"

„Wenn du ihre Erbin bist schon. Ich sehe Merlin auch ähnlich, na ja zumindest den Bildern nach die ich gesehen habe."

„Ich kann es noch gar nicht glauben", meint Hermine und reicht Hermine das Medallion zurück.

Harry atmete tief durch und streckte dann seine Hand aus. Wie aus dem Nichts erschien sein Merlinstab in seiner Hand. Die Grangers blickten ihn groß an.

„Das – das ist doch nicht etwas ein Merlinstab oder?", fragte jetzt Hermine.

„Doch natürlich ist es ein Merlinstab. Mein Merlinstab um genau zu sein."

Hermine schüttelte den Kopf. Das war alles einfach … das konnte doch nicht wahr sein, oder?

Harry blickte in Hermines ungläubiges Gesicht. Jetzt musste er Stück für Stück beweisen, dass er der neue Merlin war. Er war wirklich wieder zu Hause.