Disclaimer: Charmed gehört mir immer noch nicht aber ich arbeite dran ;)

Note 1: June, du bist die Erste die gemerkt hat wie Potter zu ihrem Namen kam

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Teil 1: Veränderungen in die falsche Richtung

Über San Francisco war schon vor vielen Stunden die Nacht hereingebrochen aber im Haus der Familie Halliwell, herrschte wie so oft trotz der dunklen Nacht noch reges Treiben. Potter, das Nesthäkchen der Familie kniete verstört auf dem Fußboden und sammelte die Bücher ein die über den ganzen Boden verstreut lagen. Sie konnte nicht glauben was gerade passiert war. Es war wie ein Alptraum der sich wiederholte. Ihr Cousin Chris blätterte hektisch im Familien Zauberbuch, dem Buch der Schatten und es war ihr fraglich ob er überhaupt etwas sah so hastig wie er die Seiten auf und zuschlug. Als Potter kurz mit ihrer Arbeit inne hielt, wurde ihr schmerzlich bewusst was innerhalb der letzten halben Stunde geschehen war, Wyatt war verschwunden. Doch er war nicht nur einfach verschwunden, schlimmer noch er hatte sie verlassen. Verlassen für die andere Seite, verlassen für die Unterwelt.

Mitten in der Nacht war Potter wach geworden und gemeinsam mit Chris hatte sie festgestellt dass Wyatt nicht da war.

Er stand im Wohnzimmer die Arme nach beiden Seiten ausgestreckt und zerschlug alle Möbel in dem er sie mit Hilfe seiner Augen durch den Raum und gegen die Wand schweben ließ. Einen Augenblick lang verstanden sie nicht was los war, dann erwachte Wyatt aus seiner Erstarrung und sah die beiden jüngeren an. Seine Augen waren schwarz und seine Stimme völlig verändert „Die Zeiten des guten haben ihr Ende gefunden. Ich bin nicht länger euer ach so guter Doppelt gesegneter Wyatt" sagte er ehe sich weg schimmerte, weis der Teufel wohin.

„Lass doch die Sachen liegen!" herrschte Leo seine Nichte an, aber sie dacht nicht daran auf ihn zuhören. Nur weil er mal wieder da war, brauchte er nicht zu glauben ihr Vorschriften machen zu können. Leo wohnte nicht mehr bei ihnen, schon seit Ewigkeiten nicht mehr und der einzige Grund weshalb er heute da war, war Wyatts Wechsel auf die Böse Seite. Teilnahmslos stand Leo in der Ecke und beobachtete wie Chris sich mit dem Buch Abmühte, als ginge ihn das alles gar nichts an. Potter konnte Leo einfach nicht verstehen, alle die ihn von früher kannten beschrieben ihn als den gütigsten Mensch den sie kannten aber sie selbst hatte ihn immer nur als Kaltherzig kennen gelernt. Ihre Erinnerungen reichten vermutlich nicht in die Zeit zurück in der es anderes gewesen war. Selbst jetzt wo Wyatt zu etwas bösem Mutierte, war er nur desinteressiert.

„Ich finde nichts!" meldete sich Chris kläglich zu Wort und wandte seinen Blick zu Potter. In seinem Kopf drehte sich alles. Mit erschrecken stellte er fest das Potter an der Stirn blutete. „Warum sagst du denn nichts?" fragte er sich führsorglich und ging auf sie zu um die Wunde zu untersuchen. Sie war tiefer als er gedacht hatte „Dad würdest du?" Leo nickte und ging zu ihr um die Wunde zu heilen. Ein warmes Gefühl durchströmte Potters Körper und die Wunde schloss sich. Sofort waren die Hämmernden Kopfschmerzen verschwunden.

„Ich muss dann…" sagte Leo unvermittelt und wand sich von seiner Familie ab. Chris wollte widersprechen aber Potter schüttelte nur den Kopf und er brach ab. Er wusste das sie recht hatte auch sein Widerspruch würde Leo nicht davon abhalten zu gehen, warum also die Mühe? Leo beamte sich davon, nicht ohne seinem Sohn einen langen Blick zugeworfen zu haben, doch Chris nahm das kaum wahr.

Kaum war Leo verschwunden, schlug er mit der Faust auf den Esstisch, er war außer sich. „Chris!" kam es erschrocken und gleichzeitig besorgt von Potter. Entschuldigend sah Chris seine kleine Kusine an und ließ sich auf einen Stuhl sinken. „Es tut mir leid! Aber wenn ich Wyatt verliere, dann verliere ich den letzten Teil meiner Familie und meinem Vater scheint das mal wieder am Arsch vorbei zu gehen."

Victor hatte sich die ganze Zeit im Hintergrund gehalten, er konnte eh wenig zur Lösung des Problems beitragen. Von magischen Dingen hatte er auch nach so vielen Jahren noch recht wenig Ahnung. „Wir sollten uns jetzt erstmal beruhigen. Ich geh in die Küche und mach uns Tee!" Wenn nichts half Tee half immer, hätte eins von Victors Mantras sein können. Potter wartete auf den Tag an dem er es als T-Shirt herausbrachte.

„Wir müssen das Buch der Schatten noch einmal durchsuchen." Schlug Potter vor als ihr Großvater in der Küche verschwunden war. „Es steht nichts drin was uns hilft!" gab Chris resigniert zurück. Viele Jahre hatte er sich vor diesem Augenblick gefürchtet. Wyatts hang zum bösen war immer mal wieder zum Vorschein gekommen auch wenn er nie sagen wollte warum. Immer wenn es ihm schlecht ging war er schwer unter Kontrolle zuhalten und nur der Unterstützung seiner Familie war es zu verdanken, das er nicht schon früher mutiert war. Doch mit dem Tod seiner Mutter war alles nur noch schlimmer geworden. Mehr als einmal hatte Chris geglaubt seinen Bruder an die böse Seite verloren zu haben aber immer hatte es einen Weg gegeben. Doch diesmal? Er hatte so endgültig geklungen ganz so als hätte er mit allem Abgeschlossen. Ihm war klar dass es nur eine Flucht vor sich selbst war aber was nützte dass Wyatt? Er musste es selbst begreifen. „Ich hab es dreimal durch geblättert. Die Dämonen sind nicht Stark genug um Wyatt auf die dunkle Seite zu ziehen. Noch nicht…" Die Dämonen waren viel zu geschwächt, bis zu ihrem Tod hatten die Halliwell Schwestern weiter gegen die Dunkelheit gekämpft und auch nicht aufgegeben als Piper starb.

„Aber Wyatt würde nicht von sich aus böse werden! Chris, er ist einer von uns erinnere dich an heute Nacht. Etwas muss etwas passiert sein!" Wie Recht Potter hatte konnten die beiden jetzt nicht begreifen aber Chris wusste natürlich genau was sie meinte. In der Nacht hatten sie sich ewige Treue geschworen, die Nacht zu Potters siebzehntem Geburtstag war die Perfekte Zeit für das Ritual gewesen, schließlich war Potter auf dem Dachboden zur Welt gekommen.

Chris nickte langsam und wollte nach dem Buch greifen als ein Heißer Schock durch seinen Körper lief. „Das Buch ist weg!" rief er und sprang von seinem Stuhl auf. Tatsächlich war das Buch der Schatten verschwunden, stattdessen lag eine krakelige Notiz auf dem Tisch, „Es ist vorbei gebt auf! Wehrt euch nicht gegen was ich mich schon lange nicht mehr wehre! Wyatt" Chris und Potter sahen sich an. Vorsichtig zog sie den Zettel aus Chris Hand, ihren Blick an seine verletzten Augen geheftet. Sie konzentrierte sich, schloss die Augen und tatsächlich strömten Bilder durch ihren Kopf. Wie immer nach einer Vision fiel es ihr schwer sich in der Wirklichkeit zu Recht zu finden. Chris sah sie erwartungsvoll an. „ Ist er verletzt?" „Nicht er!" Flüsterte Potter leise. Chris ergriff ihre Hand „Wo?" fragte er heißer. „Carlec Road!" Als Victor die Küche mit drei dampfenden Teetassen verließ, sah er nur noch kleine blaue Lichter. Er war es nicht anders gewöhnt aber seine Gesundheit war viel besser geworden seit er so viel Tee trank.

Wyatts Opfer war bereits tot als Chris mit Potter eintraf. In seinem eigenen Blut lag der Mann in der kalten Seitenstraße. Vermutlich war er einfach nur ein Kneipenbesucher auf dem Weg nachhause gewesen und nun hatte Wyatt dieses Leben so grausam beendet. Alleine die Vorstellung trieb Potter die Galle nach oben. „Alles in Ordnung?" fragte Chris besorgt. Doch er erhielt keine Antwort, würgend beugte sich Potter vorn über und übergab sich auf die Straße. Chris hielt ihre Haare zusammen und flüsterte „Alles Gute zum Geburtstag Prinzessin." Es war keine Ironie, es war pure Verzweiflung.

Chris erschien lautlos, mit Potter in den Armen, in ihrem Zimmer. Vorsichtig legte er das schlafende Mädchen in ihr Bett und deckte sie zu. Liebevoll strich er über die Bettdecke und setzte sich an ihr Bett. Potter war völlig erschöpft. Wie viel konnte man ertragen bevor man zusammenbrach? Und wie oft hatte er sich diese Frage gestellt? Zu oft, soviel war sicher. Aber sicher war auch das sie es immer wieder aus ihren Krisen geschafft hatten und das würden sie auch diesmal.

Es beruhigte ihn zu beobachten wie sie schlief. Kaum zu glauben dass sie schon siebzehn ist, dachte Chris. Das bedeutete dass seine Mutter nun schon seit fast sieben Jahren nicht mehr lebte. Sie fehlte ihm so unglaublich. Piper war die beste Mum die man sich hatte vorstellen können und er würde vieles dafür geben sie noch einmal in die Arme schließen zu können. Aber bisher hatte ihr Geist noch nicht die Erlaubnis erhalten sie auf der Erde zu besuchen. Und die Vorstellung dass man es Prue erst über zehn Jahre nach ihrem Tod gestatte ließ Chris schwarz in die Zukunft blicken. Langsam fielen auch ihm die Augen zu aber er wehrte sich mit aller Kraft. Er wollte auf seinen Vater warten, er würde einen Weg finden Wyatt zu retten das war die letzte Chance, jetzt da er einen Unschuldigen getötet hatte.

Immer noch beobachtete er wie sich Potters Brust hob und senkte. Sie war wirklich ein besonderer Mensch für ihn. Chris konnte sich noch gut an den Tag erinnern an dem sie auf die Welt gekommen war. Wyatt war sechs und er selbst etwa drei Jahre alt, schon seit Monaten warteten sie gespannt darauf dass ihre kleine Kusine endlich auf die Welt kam. Chris erzählte jedem der es hören oder auch nicht hören wollte, das er Stolz wie Oskar sei nicht mehr der jüngste zu sein. Dann war es endlich soweit, ein Sommertag und schon der Tag war heiß gewesen aber die Nacht in der Potter geboren wurde war noch viel heißer.

Ein Dämon hatte zu einem denkbar unpassenden Zeitpunkt Angegriffen und als Phoebe auf dem Dachboden das Buch der Schatten durchsucht hatte, waren die Wehen losgegangen. Es war zu spät gewesen um sie nach unten zu bringen, weshalb seine Mutter beschlossen hatte ihre kleine Nichte eben auf dem Dachboden auf die Welt zuholen. Piper bat Wyatt mit Chris im Kinderzimmer zu spielen, während Paige nebenan versuchte Jason zu beruhigen. Pheobe und Jason waren nach langem hin und her wieder zusammen gekommen und es beunruhigte ihn noch viele Jahre das sie eine Hexe war. Erst als Potter bereits in der Schule war schien er sich langsam daran zugewöhnen. Sie mussten gar nicht lange warten bis Potter das Licht der Welt oder besser das Licht der Dachbodenbeleuchtung erblickte. Als Chris sie das erste Mal sah war er hin und weg, einfach begeistert. Alle erzählen ihm immer wieder dass er sie nicht loslassen wollte und immer und immer wieder ihr Fingerchen gezählt habe. Von diesem Tag an waren sie das Unschlagbare Halliwell Trio das die ganze Prescott Street in Atem hielt.

„Chris wach auf!" es war Leo der sich neben Chris Stuhl gebeamt hatte. „Ich hab nicht geschlafen!" gab Chris mürrig zurück. „Für mich sah das sehr schlafend aus!" „Ich hatte die Augen zu!" „Was man Landläufig als schlafen bezeichnet!" Frustriert warf Chris die Hände in die Luft „Meine Güte ist das denn jetzt so wichtig?" Leo schüttelte den Kopf. „Ich bin nur gekommen um dir zu sagen dass ich nichts herausgefunden habe. Tut mir leid!" „Tut es dir nicht, es war ja nichts anderes zu erwarten." „Werd nicht frech junger Mann!" „Wie auch immer!" „Wir sehen uns!" Leo nickte seinem Sohn zu und verschwand. „An diesen Satz glaub ich nicht mehr seit ich sieben war! Und das war noch bevor ich eingesehen habe das es den Weihnachtsmann nicht gibt!" rief Chris ihm wütend hinter her. An eine Umarmung mit seinem Vater hatte er keine Erinnerung, schon immer war Wyatt sein Lieblingskind gewesen und selbst ihn ließ er häufig im Stich. Müde legte Chris seinen Kopf auf Potters Bettdecke und Tränen kullerten über seine Wangen. Sie wurde wach und legte Stumm ihren Arm um ihn, zu oft hatten sie schon so daliegen müssen.

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Note 2: Bis zum nächsten Teil