Ich sag gar nicht erst sorry oder sowas denn dass trifft es nach der langen Zeit wohl nicht mehr ganz. Ich hoffe aber ihr lest noch und dieser lange Teil ist eine kleine Wiedergutmachung! Liebste Grüße eure Anna


„Hast du alles?" erschrocken zuckte Potter zusammen. Seit ein paar Wochen hatte Chris die unangenehme Angewohnheit, wie aus dem Nichts aufzutauchen.

„Kannst du das nicht lassen?"

„Was denn?" fragte Chris unschuldig und fing sich einen strafenden Blich von Potter ein.

Grinsend half er ihr eine ihrer fertig gepackten Kisten weg zu stellen. Es war deutlich zu erkennen dass sie im Umzugsstress war aber es war ebenso deutlich zu erkennen, wie gut gelaunt Chris war. Er lachte und seine Augen leuchteten, der Umzug schien ihn richtig zu beflügeln.

„Also nehme ich an du hast alles." Ein Kissen landete an Chris Kopf.

Chris setzte sich auf Potters Bett und legte sich das Kissen auf den Schoß.

„Du hast nicht zufällig Collaié gesehen?" Potter, die damit begonnen hatte ihre Bücher einzupacken, wendete sich Chris zu, ihre Augenbrauen eng zusammen gezogen.

Eine Weile schaute sie ihn prüfend an, dann sagte sie „Das war eine ziemlich beschissene Einleitung um mich über ihn auszufragen."

„Ich will dich nicht ausfragen, ich will nur wissen warum ihr so einen zickig freundlichen Umgang miteinander pflegt."

Potter zuckte scheinbar gleichgültig mit den Schultern. „Er verachtet mich weil ich eine Halliwell bin."

Chris schüttelte den Kopf. „Jerry sagt er leidet einfach sehr am Tod seiner Eltern. Ich denke nicht dass er dich verachtet, wer könnte dich schon verachten."

Potter warf ihm ein Lächeln zu aber sie war sich sehr wohl bewusst, dass man auch sie verachten konnte. Collaié war verzweifelt und wer verzweifelt ist hasst leichter. Chris sah Potter zu wie sie ihre Sachen einpackte. Er war froh das sie bald wieder ein zuhause haben würde in dem sie sicher war.

Beide waren in Gedanken und so zuckten beide zusammen als es an der Tür Klopfte.

Potter fiel der Bilderrahmen, den sie gerade in Zeitungspapier einwickelte aus der Hand. Reflexartig ließ sie ihn in der Luft erstarren und fischte ihn ärgerlich aus der Luft ehe sie „Herein!" rief.

Im Türrahmen erschien Collaié und suchte mit unsicherem Blick nach Potter.

„Wenn man vom Teufel spricht!" bemerkte Chris trocken.

„Ich, ehm wollte mit dir sprechen." Sagte Collaié zögerlich.

„Am besten lass ich euch alleine." Chris legte das Kissen auf Potter Bett und verließ das Zimmer. Im vorbeigehen klopfte er Collaié auf die Schulter.

Während Collaié den Raum betrat und die Tür hinter sich schloss, strich Potter über das Kissen. Es war noch warm, am liebsten hätte sie Chris aufgehalten. Es war ein starkes Gefühl das sie nicht bestimmen konnte aber sie wollte Chris jetzt nicht gehen lassen. Ihre Gedanken waren noch ganz bei ihrem unguten Gefühl als Collaié zu sprechen begann.

Es war das zweite Mal an diesem Tag, dass Chris erschrocken zusammen zuckte und er beschloss in diesem Moment nicht mehr lautlos hinter seiner Familie oder seinen Freunden aufzutauchen. Jetzt sah er sich dem gegenüber der ihn erschreckt hatte, Zankou.

„Was willst du hier!?" spie Chris verächtlich aus. Wenn er Zankou sah, sah er noch immer Potters Blutüberströmten Körper in dessen Armen und dass machte ihn schrecklich wütend.

„Dein Bruder schickt mich mit einer Nachricht."

„Er hat noch nie viel von der Post gehalten."

Zankou sah Chris tadelnd an. „Du solltest das ernst nehmen was ich dir sage."

Chris schwieg, was Zankou als Erlaubnis zum sprechen sah.

„Ein hochrangiger Dämon widersetzt sich deinem Bruder seit geraumer Zeit, er möchte dich entführen um seinen Rang zu etablieren." Abwartend sah er Chris an aber dieser zeigte kaum eine Reaktion. Wenn man von Kindesbeinen an im Opferraster sämtlicher Dämonen lag, schockte einen so eine Nachricht nur geringfügig.

„Pass einfach auf!" sagte Zankou.

„Um welchen Dämon handelt es sich?"

„Pass einfach auf!" wiederholte Zankou und verschwand.

Hätte er Chris Frage beantwortet, wäre dieser vielleicht nicht abgelenkt gewesen und hätte sie dunkle Gestalt bemerkt, die ihn von hinten ergriff und mit ihm verschwand.

In Potter Zimmer war die Stimmung sehr angespannt. Collaié stand Hände ringend vor einer Potter, die ihm so gar nicht zuhörte.

Von der Stimmung des jeweils anderen merkten sie nichts. Erst ein poltern vor der Tür lenkte ihre Aufmerksamkeit auf dieselbe Sache. Sie sahen sich an und aus beiden Gesichtern sprach Überraschung.

„Was willst du hier?" hörte Potter dumpf durch die Tür. Collaié begann von neuem.

„Also wie ich schon sagte," aber Potter hob ihre Hand und er schwieg. Angestrengt lauschte sie was auf dem Gang vor sich ging, verstand aber nur Wortfetzen.

„Ich gehe besser mal nachsehen." Nuschelte Potter und öffnete genau in dem Moment ihre Tür in dem Chris verschwand, eingehüllt in den Mantel seines Entführers. Collaié der neben Potter stand hatte ebenfalls alles gesehen. Dämonenangriffe waren in seiner Familie nicht Alltäglich gewesen und er wusste wie viel Potter und Chris einander bedeuteten aber er wusste absolut nicht wie sie reagieren würde. Sicherheitshalber stellte er sich seitlich neben sie, bereit sie in einer Umarmung aufzufangen.

Doch Potter rauschte an ihm vorbei in ihr Zimmer zurück, unschlüssig folgte er ihr.

Vor ihrem Schreibtisch kam Potter zu stehen und ohne ein Wort zu sagen riss sie einen der Kartons auf und griff nach einem in rotes Leder eingebundenes Buch.

„Hier halt das."

Während sie in einem anderen Karton zu wühlen begann, las Collaié die Coverprägung. Doch die drei Buchstaben P, P und Z waren nicht sonderlich aufschlussreich.

Ein wenig gegen seinen Willen aber mit großer Neugier schlug er das Buch auf und entdeckte eine Widmung.

Für meine süße, kleine, freche, witzige, hübsche Tochter Potter. Wenn dein Herz sagt du kannst es schaffen dann kannst du es auch wirklich. Wer mit dem Herzen schafft, schafft wirklich. Der Mensch kann mehr bewirken als er glaubt und du mein Engel wirst die Welt um dich herum verändern. Alles Gute zum achten Geburtstag, in liebe Mum."

Als er zu Ende gelesen hatte, wurde Collaié erst bewusst wie persönlich das gelesene gewesen war und er schlug das Buch hastig zu.

Potter hatte ihn gesehen und beförderte mit einer schwungvollen Armbewegung alles was noch auf ihrem Schreibtisch lag gen Boden und bereitet dann den Stadtplan von San Francisco aus.

„PPZ steht für Potters Persönliche Zaubersprüche. Es ist sozusagen mein Buch der Schatten und na ja die Widmung hast du ja gelesen." Sagte sie, dann fing sie an Chris auszupendeln, es dauerte nur wenige Sekunden ehe das Pendel mit einem leichten Klonk auf der Karte landete. „Dahin hast du ihn also verschleppt!" murmelte sie ärgerlich. „Collaié würdest du mich beamen?" Fassungslos starrte Collaié sie an.

„Ich beame nicht mehr, nur in Notfällen."

„Collaié das hier ist ein Notfall!"

„Warum holen wir nicht Verstärkung."

„Weil niemand da ist, ich weis nicht wo Bianca oder dein Bruder gerade stecken und es würde zulange dauern sie zu suchen. Wenn es der Dämon ist von dem ich denke das er es ist, will ich Chris nicht länger als nötig bei ihm lassen. Also?"

resigniert streckte Collaié ihr seine Hand entgegen.

„Laneroad 746!" sagte Potter als sie ihre hineinlegte.

Er nickte ihr zu „Danke!" flüsterte Potter und vielleicht sahen sich die beiden in diesem Moment zum ersten Mal.

Sie landeten vor Laneroad 746, einer nicht kleinen aber auch nicht großen Villa am Stadtrand.

Potter prüfte ob auch niemand ihr Auftauchen bemerkt hatte. Collaié gab ihr einen ärgerlichen Blick „Ich beame zwar nicht oft aber ich überprüfe ob die Stelle frei ist also keine Angst." Dann wendete er sich der Villa zu.

„Sag mal wohnen eigentlich alle Dämonen in so einer Villa?"

„Nicht alle, aber er!" antwortete Potter

„Du weist also wer das ist?"

„Barbas!" Collaié, der nicht zu wissen schien wer Barbas war, sah wieder zur Villa um seine Unwissenheit nicht zu zeigen. Potter hatte es dennoch bemerkt.

„Barbas ist der Intimfeind unserer Familie. Seine Macht ist es die Ängste seiner Opfer zu spüren und mit ihnen zu spielen." Collaié sah Potter an, er war eindeutig blasser als zuvor, doch dann sagte er etwas womit er Potter und nicht zuletzt sich selbst überraschte, „Holen wir Chris da raus!"

Von außen hatte die Villa ausgesehen wie jede andere auch. Blumen blühten im Vorgarten und die Fenster waren sauber.

Drinnen erwies sich das alles als Illusion. Die Diele war von einer so dicken Staubschicht überzogen das Fußabdrücke wie im Schnee zu erkennen blieben.

„Wo glaubst du hat er ihn versteckt?" flüsterte Collaié, bemüht keinen Staub aufzuwirbeln. „Sicher im Keller." Der Staub dämpfte ihre Schritte als sie die Treppe zum Keller hinunter schlichen. Auf den letzten beiden Stufen geriet Potter ins Wanken und hielt sich an Collaié fest. „Was ist?" „Ich hab schon so lange keine Dämonen mehr gespürt, aber Barbas muss ganz nah sein." Vorsichtig gingen sie weiter. „Jetzt ist er weg!" flüsterte Potter „Wahrscheinlich eine Falle."

Tatsächlich war in dem dunklen Kellerraum kein Barbas zusehen. Was man im schummrigen Licht erkennen konnte erinnerte an das Verließ einer Burg und ähnlich wie bei einer solchen, gab es noch zwei kleinere Kellerräume. „Wenn das eine Falle ist, warum laufen wir dann direkt hinein?" Potter antwortet nicht. Sie konnte Barbas immer noch nicht spüren, er war nicht hier also hatten sie Zeit Chris zu suchen. Das diese Zeit gering war, war ihr klar, deshalb hielt sie sich nicht damit auf Collaiés Frage zu beantworten.

„Chris muss hier irgendwo sein und je eher wir ihn finden, desto eher kommen wir hier weg!" Collaié nickte zustimmend und begann zu suchen. „Potter! Potter ich hab ihn." Chris lag auf den kalten Steinboden, sein Gesicht war schweißnass. „Chris? Chris wach auf!" Potter ging neben ihm in die Knie und fühlte seinen Puls.

„Sie haben ihn betäubt." Sein Puls ging langsam aber regelmäßig.

„Wir sollten hier weg!" flüsterte Collaié und griff nach ihrem Arm.

„Oh, oh!" zischte Potter „Barbas kommt zurück." Collaié legte sein Hand auf Chris Brust zuckte dann aber zurück.

„Was ist?"

„Ich kann nicht!"

„Was zum Teufel!" schrie Potter doch dann sah sie was mit Collaié los war.

Barbas stand Hinter ihm und wenn Potter danach ging was sie fühlte, nutzte dieser Collaiés Angst gnadenlos aus. Potter richtete sich auf.

„Wird wohl nie langweilig mit den Ängsten anderer zu spielen?" Barbas grinste sein Pferdegleiches Grinsen. „Nicht bei so hervorragenden Modellen wie ihm hier. Willst du wissen was seine größte Angst ist." Potter schüttelte den Kopf obwohl ihr bewusst war, wie sinnlos es war.

„Er hat Angst vor Nähe, nichts womit man etwas anfangen könnte aber seine zweite Angst eignet sich bestens."

„Ich will es nicht hören!"

„Schade denn es ist wunderbar, wirklich! Dein neuer Freund hat Angst nie wieder glücklich zu werde, er hat Angst das sein verkorkstes Leben so verkorkst weiter geht wie bisher. Wusstest du das er versucht hat sich umzubringen?"

Nein das hatte Potter nicht gewusste und Barbas hatte nicht das Recht gehabt es ihr zu sagen. Er hatte nicht das Recht Collaié so zu benutzen. Sein Blick war völlig leer, sein Körper war gefangen in der Illusion die Barbas für ihn schuf.

Es gab nur eine Möglichkeit, sie musste den Kontakt zwischen den beiden unterbrechen. Die Frage war nur wie? Plötzlich machte es Klick, warum war ihr das nicht früher eingefallen? Hatte Kyle ihr den gar nichts beigebracht? Es war so simpel dass sie nicht darauf gekommen war. Sie musste Barbas Kräfte nutzen.

Normalerweise mussten die Kräfte gegen sie eingesetzt werden, doch vielleicht ging es auch anders sie hatte es schließlich noch nie ausprobiert. Sie wand all ihre Konzentration auf und dann, schneller als sie erwartet hatte, war sie in der Lage die Kräfte zu beherrschen. Barbas Kräfte waren so böse dass sie sich trotz besseren Wissens kaum dazu bringen konnte sie zu gebrauchen. Kurz bevor sie sich dazu hingab schrie sie, „Collaié du musst verschwinden." Dann war ihr Körper erfüllt von der Bösen Macht. So schnell sie konnte lenkte sie die Kraft von Collaié auf Barbas, in der verzweifelten Hoffnung Collaié würde sich mit Chris aus dem Staub machen. Für Minuten sah sie nichts, so sehr musste sie sich konzentrieren, doch je länger Potter es schaffte sie zu kontrollieren, desto mehr ihres eignen Geistes kehrte zurück. Blinzelnd sah sie sich um. Barbas stand regungslos da, genauso wie zuvor Collaié, dieser wiederum war mit Chris verschwunden. Eine Woge der Erleichterung strömte durch ihren Körper. Chris und Collaié waren in Sicherheit.

Potter fragte sich wie lange Barbas wohl brauchen würde um sich zu begreifen dass sie seine Kräfte nur solange gegen ihn selbst benutzen konnte, wie er sie selbst benutze.

Sie musste im richtigen Moment loslassen und rennen. Aber wann war der Richtige Zeitpunkt und würde sie überhaupt so schnell rennen können um rechtzeitig zu entkommen? Je länger sie darüber nachdachte umso klarer wurde ihr dass sie sich in eine Falle manövriert hatte. Wenigstens waren Collaié und Chris in Sicherheit. Gerade als das dachte, sah sie neben sich schwarze Punkte umher flattern, die sich zu der imposanten Gestalt ihres Cousins Wyatt zusammensetzten.

„Wyatt? Was willst du denn hier?"

„Blöde Frage, dich retten natürlich!"

„Letztes Mal wolltest du mich noch töten." Wyatt ging auf Barbas zu, drehte sich wieder zu Potter und sagte, „Jeder hat mal einen schlechten Tag."

Dann wand er sich wieder Barbas zu und betrachtete ihn eingehend.

„Wirklich clever seine eigene Kraft gegen ihn zu nutzen. Mann sollte denken er wüsste wie man sich dagegen wehrt." Potter seufzte, ihr Interesse sich mit Barbas Wehrfähigkeit auseinander zusetzten war verständlicherweise gering.

„Sei so nett und beeil dich!" zischte sie.

„Wenn ich „jetzt" sage lässt du los und verschwindest. Er wird wütend sein!"

Potter nickte Wyatt zu und war bereit zu renne.

„Jetzt!" hallte es durch den Raum und Potter gab die Kräfte frei. Es war unglaublich erleichternd wieder mit sich alleine zu sein. Ohne sich umzudrehen rannte sie los, die Staubigen Treppen nach oben bis sie in zwei starke Arme lief.

„Collaié?"

„Hi!" sagte er müde und lächelte, neben ihm lag Chris. Fragend sah Potter beide an.

„Weiter ging es nicht, tut mir leid! Aber ihm geht es soweit ganz gut."

„Gut!" war alles was Potter sagen konnte. Collaié sah tatsächlich geschwächt aus.

„Geht es dir gut?"

„Erstaunlicherweise geht es jetzt wieder, ja ich denke ich könnte uns jetzt nachhause beamen." Potter nickte zustimmend, doch als sie ihre Hand in sein legen wollte hörte sie plötzlich laute Kampfgeräusche und dann einen markerschütternden Schrei, der durch das ganze Haus hallte.

„Wyatt!" schrie Potter schockiert und zog ihre Hand zurück.

„Beam Chris nachhause und sorg dafür das Kyle ihn heilt!" Ehe etwas zu erwidern war, war Potter die Treppe nach unten gerannt. Wyatt lag auf den kalten Steinboden umgeben von einer Lache aus Blut, dass sicher sein eigenes war. Barbas hatte sein überhebliches Grinsen aufgesetzt.

„Na noch hier?"

„Bastard!"

„Er hätte es besser wissen müssen. Ich bin nun mal sein WUNDER PUNKT!" selbstgefällig breitete er die Arme aus und schrie die letzten beide Worte zufrieden in sein Kellergewölbe. „Du bist lächerlich!"

„So bin ich das!"

„Ja!" versetzte Potter kalt.

„Mach mich nicht wütend." Säuselte Barbas ungerührt allerdings unterschätze er wie wütend Potter war.

Es war sehr viel leichter beim zweiten Mal. Sie hielt ihn diesmal nicht nur fest, sie nutze seine Kräfte obwohl er selbst sie nicht benutzte. „Deine Kräfte sind an deine Gefühle gebunden." Wie oft hatte sie das schon gehört aber noch nie hatte es für sie so gestimmt wie jetzt. Ihre Wut machte unmögliches Möglich. Sie sah Barbas Angst und seine Angst war so simpel, so simpel dass Potter hätte lachen mögen.

„Du hast Angst dass jemand dahinter kommt dass man dich mit deiner Angst töten kann." Perplex starrte Barbas sie an.

„Nein das ist nicht wahr, nein." Stotterte er.

„Ich denke schon." Barbas schrie und tobte und explodierte schließlich zu viel Rauch.

Potter kümmerte sich nicht darum das sie gerade einen der Mächtigsten Dämonen endgültig vernichtet hatte, ihre ganze Sorge und Aufmerksamkeit, galt Wyatt.

„Du hast ihn vernichtet." Obwohl seine Stimme nur ein Hauchen war konnte sie hören wie stolz er war. Barbas hatte ihn knapp unterhalb des Herzen getroffen.

„Wyatt du musst durchhalten!"

„Was willst du tun kleines?" Potter spürte wie ihr Tränen in die Augen stiegen.

„Potter bist du okay?" Es war Collaié, an ihn hatte sie gar nicht mehr gedacht.

„Collaié bitte…" begann sie zu weinen. Wyatt hatte das Bewusstsein verloren. „Collaié bitte du musst Wyatt heilen, sonst stirbt er."

„Ich kann nicht!"

„Er war hier um mich zu retten, er ist meine Familie bitte! Er ist nicht nur böse!"

Collaié schloss die Augen, öffnete sie wieder und schloss sie erneut. Er kniff die Augen fest zusammen als er sich zu Wyatt beugte. Das Orange Licht heilte seine Wunde und Wyatt öffnete die Augen.

„Danke!" sagt er zu Collaié und richtete sich mit Potters Hilfe auf.

„Ich ehm, warte oben." Sagte Collaié unsicher.

„Er mag mich wohl nicht." Potter zog Wyatt in eine kräftige Umarmung.

„Sterbe bitte nie wieder fast in meinen Armen." Flüsterte sie in sein Ohr.

„Soll ich dich Heim bringen."

„Geh und ruh dich aus, auf mich wartet Collaié."

„Geht es ihm gut?"

„Dank dir ja!"

„Ich hab es nur für dich getan." Potter nickte aber sie wusste auch dass es nicht ganz stimmte.

„Soll ich dich nachhause bringen? Chris wartet sich schon auf dich!"

Statt einer Antwort schob sie ihre Hand in seine und schloss erschöpft die Augen.

Am Abend setzte Potter ihre Umzugsarbeiten fort. Diesmal war sie nicht überrascht als Chris das Zimmer betrat und sich wie am Vormittag auf ihr Bett setzte. Er war blass aber gesund.

„Na Superhexe?"

„Ich war nicht alleine."

„Wenn du nicht gewesen wärst, wäre alles schief gegangen."

„Geht es dir gut?" fragte Potter um das Thema zu wechseln.

Chris nickte, im Grund war die ganze Aktion eine groß angelegte Falle für Wyatt gewesen, die auch fast zugeschnappt hätte. Chris war betäubt worden, dass Collaié und Potter von der Entführung etwas mitbekommen war nicht geplant gewesen.

„Für Barbas ist es jedenfalls nach hinten losgegangen." Jetzt nickte Potter, sie setzte sich neben Chris und legte ihren kopf auf seinen Schoß.

„Ich hatte ganz schön Angst um euch." Chris legte seine Hand in ihre.

Erneut klopfte es an der Tür und Collaié steckte seinen Kopf hinein. „Ich glaube ich hab ein Deja Vu." Lachte Chris. Er drückte Potter einen Kuss auf die Stirn ehe er sich zu Bianca beamte.

„Hörst du mir jetzt zu?" Potter nickte und klopfte auf den Platz wo Chris gesessen hatte. Collaié setzte sich und betrachtete erst einmal eine Weile seine Hände.

„Als ich Heute morgen gekommen bin wollte ich mich eigentlich nur entschuldigen. Wegen meines Ausbruchs letztens in der Schule. Aber jetzt…" er schwieg einen Augenblick. „ich bin ein schwieriger Mensch. Ich vertraue anderen nur sehr schwer, sage meine Meinung ohne nachzudenken und ich bin launig. Als sich noch nicht wusste wer du bist mochte ich dich aber dann hab ich erfahren wer du bist und hab alles verbockt. Auch so einen Eigenschaft von mir. Jedenfalls hatte ich Unrecht. Ihr habt mich aufgenommen obwohl ich ein Idiot bin, besonders du. Dafür wollte ich mich bedanken."

„Du musst dich nicht bedanken, ich hab dich heute zum ersten Mal richtig kennen gelernt. Du hast mir und zwei der wichtigsten Menschen in meinem Leben das Leben gerettet und dafür danke ich dir." Collaié wurde ein bisschen rot und sah wieder hinab auf seine Hände.

„Barbas hat gesagt dass du versucht hast dich umzubringen."

„Es war nach dem Tod meines Vaters. Ich hab meinem Bruder das Leben ganz schön schwer gemacht. Er hat ein Jahr mit dem College pausiert um sich um mich zu kümmern. Dads Tod war einfach zu viel für mich. Mums Tod war schon schwer aber niemanden mehr zu haben…"

Unbewusst legte Potter eine Hand auf Collaiés Knie.

„Als meine Mutter gestorben ist glaubte ich auch nie mehr glücklich zu werden. Das Leben liegt wie in einem grauen Schleier, man will eine Zukunft, man will Licht aber man hat Angst dass es nie wieder normal werden wird. Und wenn dann doch etwas Normales passiert, wenn man lacht oder sich freut fühlt es sich falsch an. Warum soll man lachen wenn man seine Mutter verloren hat? Es ist wie ein Tunnel den man durchqueren muss und erst am Ende versteht man das Lachen nicht falsch sondern richtig ist und dass das Licht nicht kommt solange man sich davor fürchtet das es nie mehr kommt."

Collaié nickte, er hatte Tränen in den Augen.

„Wie hast du es geschafft aus dem Tunnel raus zu kommen?"

„Mit erinnern. Anfangs habe ich immer geweint wenn ich an meine Mutter dachte. Irgendwann wurde mir klar, eine Erinnerung ist nur soviel wert wie man bereit ist um sie zu weinen."

„Ich wollte am liebsten vergessen."

„Ich denke nicht dass deine Vergangenheit verdient hat vergessen zu werden. Nur wer seine Vergangenheit kennt, kann auch seine Zukunft begreifen."

„Weinst du immer noch wenn du dich erinnerst?"

„Natürlich das gehört dazu, Tränen reinigen schließlich. Immer wenn im Fernsehen der Film kommt den ich mit Mum und Tante Paige an deren Todestag gesehen habe muss ich weinen und dabei ist es eine Komödie." Sie lachte leise.

Collaié zuckte. „Ich glaube ich weis gar nicht mehr wie man sich erinnert."

„Wenn du willst zeige ich es dir." Collaié nickte. Potter stand auf und zog ein geblümtes Fotoalbum aus einer fertig gepackten Kiste. Sie setzte sich wieder neben Collaié.

„Da", sie zeigte auf das erst Bild. „war ich vier und mein Großvater war mit mir im Freizeitpark. Die Tasche hab ich geliebt." Collaié betrachtete das Bild.

Ein vor Stolz strahlender Victor und an seiner Seite eine glücklich vergnügte Potter. Seltsamerweise konnte er sich plötzlich auch wieder an solche Szenen erinnern, er musste bei dem Gedanken an eine von ihnen lachen.

Eine Erinnerung ist nur soviel wert wie man bereit ist um sie zu weinen, aber auch wegen ihr zu lachen.


Gewidmet einem der wichtigsten Menschen in meinem Leben Rosa Buchert 1929 - 2007 (ich werde dich niemals vergessen!)