A/N: Einen wunderschönen Mittag wünsche ich allen, wie versprochen habe ich mich mit der Aktualisierung der Kapitel beeilt. Wie es unter der Woche sein wird weiß ich nicht, ich werde mein Bestes geben doch die Schule nimmt eben ihre Zeit in Anspruch. Doch egal, es ist Sonntag und ich hoffe ihr findet an diesem Kapitel gefallen. Da es der Beginn der Geschichte ist verlangt bitte noch keine großen Explosionen. :p

Disclaimer: Sämtliche Figuren der Harry Potter - Welt sind nicht mein Eigentum. Ich gestalte lediglich meine Geschichte mit ihnen.


Chapter 2: Falling

Noch am nächsten Morgen schwirrten mir die Gedanken des gestrigen Tages im Kopf herum. Ich hatte eine unruhige Nacht hinter mir, großen Dank an mein Gehirn, welches es nicht für nötig gehalten hatte endlich abzuschalten.

Mit meinen Füßen stieß ich die herrlich warme Decke von mir und stützte mich mit meinen Ellbogen von meinem Bett ab. Die anderen Zimmergenossinnen schienen bereits eine Fliege gemacht zu haben, denn als ich mich in dem leeren Raum auffand, waren die Betten der anderen gemacht und ihre Schulbücher waren auch nicht zu sehen. Mit einem genervten Aufstöhnen ließ ich mich zurück in die kuschlige Wärme fallen. Mein Kopf pochte sobald ich mich in irgendeiner Form anstrengte, diesem Tag war schlechte Laune vorprogrammiert.

Okay Florence, du wirst jetzt aufstehen und dich in den Unterricht begeben. Immerhin willst du dein letztes Jahr vor den ZAGs nicht mit negativem Auffallen beginnen. Dieser Gedanke brachte mich wirklich dazu, meine Beine über die Kante des Bettes zu strecken und mit meinen nackten Füßen den Teppichboden zu berühren. Unmotiviert wie selten erhob ich mich und hatte mich sofort an einem Gegenstand anzuhalten, bevor ich erneut umgekippt wäre.

In meinem Magen machte sich Übelkeit breit, ich konnte nur hoffen, dass sich das im Laufe des Tages bessern würde. Während ich meine müden Gliedmaßen streckte, bewegte ich mich torkelnd auf meinen Kleiderschrank zu. Aus diesem suchte ich mir meine Schuluniform und zog diese auch sogleich an. Als ich dann schließlich auch meine Badezimmergeschichten hinter mich gebracht hatte, schnappte ich mir eilig meine Bücher und bewegte mich mit schnellen Schritten durch das Schloss in das Klassenzimmer, welches die Slytherins gerade zusammen mit den Gryffindors besetzten.

Ich blieb abrupt stehen. Wir hatten gerade Unterricht mit den Gryffindors, das hatte ich vollkommen vergessen! Mein Magen drehte sich bei diesem Gedanken um, eigentlich würde ich sagen, dass ich Hunger hatte. Immerhin hatte ich das Frühstück verpasst. Doch wusste ich genau was der Grund war. Und dieser Grund war ein Junge mit auffällig fuchsfarbenen Haar.

Nachdem ich einmal tief eingeatmet hatte um das aufkommende Schwindelgefühl zu unterdrücken, zwang ich mich meine zitternden Hände zu beruhigen und das Klassenzimmer zu betreten. Die neugierigen Köpfe meiner Mitschüler drehten sich in meine Richtung, doch ich beachtete sie nicht, sondern suchte mit meinem Blick nach einem freien Platz. Ich fand sogar zwei, einer war neben einem Mädchen von Slytherin frei, der andere Platz war nirgendwo anders als vor Fred und Georges. Die beiden winkten mich mit ihrem identischen, einladenden Lächeln zu sich.

Ich brauchte gar nicht lange zu überlegen und ging eilig zu dem freien Platz neben dem Mädchen, am anderen Ende des Klassenzimmers. Die überraschten und enttäuschten Gesichter der beiden Weasley-Zwillinge hatte ich ausgeblendet. Vor allem der irritierte Gesichtsausdruck von Fred war mir nicht entgangen. Ach was, das bildete ich mir doch bloß ein! „Sie sind ungewohnt spät, Miss Cray.", meldete sich unsere Lehrerin von ihrem Pult aus und sah mich mit teilweise strengen, aber auch besorgtem Blick an. „Ich weiß. Kommt nicht mehr vor.", als ich diese Worte murmelte, wandte ich meinen Blick nicht von meinem aufgeschlagenen Buch ab. Ich spürte die Blicke der anderen in meinem Rücken, erst als dieses Gefühl der Beobachtung nachließ, konnte ich mich allmählich entspannen.

Ich hatte mich gerade auf meine Arbeit konzentriert, als ein kleiner, zusammengeknüllter Zettel auf meinem Pult erschien. Überrascht blickte ich von meinem beschriebenen Papier auf und suchte über all die gesenkten Köpfen hinweg die Person, welche mich von meinem eigentlichen Vorhaben ablenken wollte.

Mein Blick blieb an niemand anderen als Fred hängen, welcher mir vorsichtig zulächelte und mit seinem Zeigefinger auf das Stück Papier in meiner Hand deutete. Ich spürte, wie mir die Wärme die Wangen hoch stieg und ich drehte mich eilig wieder nach vorne. Dennoch neugierig betrachtete ich den Zettel in meinen Händen, welcher keine zwei Sekunden später auch schon geöffnet war.

In Freds typisch unleserlicher Handschrift las ich die Worte, „Alles in Ordnung?" Ein kleines Lächeln bildete sich auf meinen Lippen, doch ich unterdrückte meine große Freude sofort wieder in ihrem Keim. Es war bloß eine kleine Nachricht wie Fred sie mir seit Jahren im Unterricht schrieb, kein Grund nun übertrieben darauf zu reagieren.

Ich schrieb mit möglichst ruhiger Hand die vier gelogenen Buchstaben unter seine Nachricht und ließ den Zettel zurück zu ihm kommen. Nachdem ich einmal tief ein- und ausgeatmet hatte um die Anspannung in mir aufzulösen, wollte ich mich wieder meiner eigentlichen Aufgabe widmen. Doch gerade als ich meine Feder wieder in die Hand genommen hatte, erhielt ich erneut einen Papierball. Als ich diesen öffnete, waren in Großbuchstaben die Worte „Ich glaube dir nicht." zu lesen.

Genervt verdrehte ich die Augen, dann eben nicht! Doch ich schrieb ihm nicht mehr zurück sondern ließ das kleine Stück Papier im Mantel meiner Schuluniform verschwinden. Anschließend versuchte ich mich wieder vollkommen auf den Unterricht zu konzentrieren. Doch Freds Sorge um mich hatte mich vollkommen aus dem Konzept gebracht, wofür ich diesem Weasley später noch den Kopf umdrehen würde. Doch ich konnte das Gefühl der Freude in meinem Inneren nicht ignorieren, welches sich über seine Aufmerksamkeit so sehr freute.

Nachdem der Unterricht zu Ende war, packte ich schnell meine Sachen zusammen und verließ als Erste den Raum. Ich wollte weder Vio noch sonst eine Person um mich herum haben. Das Schwindelgefühl in meinem Kopf nahm zu und ich hatte mich an einer Wand des Ganges abzustützen. Meinen Kopf gegen den kühlen Stein lehnend, um meinen rasenden Gedanken Parole zu bieten, bemerkte ich nicht, dass plötzlich jemand neben mir stand.

„Was ist los mit dir, Flo?", die besorgte Stimme von Fred drang an meine Ohren. Einerseits beruhigte sie mich wie nichts anderes, doch andererseits kratzte sie mich mit meiner Verwirrung nur noch mehr auf.

„Mir geht es gut.", murmelte ich und traute mich endlich von meinen Schuhspitzen aufzusehen, in das haselnussbraune Augenpaar von Fred. „Gut? Du bist blasser als ein Geist und deine Augenringe verraten eine lange Nacht.", misstrauisch beäugte er mich von Oben bis Unten. Ich fühlte mich so unglaublich nackt vor ihm. Er wusste alles über mich, ich musste es ihm nicht einmal sagen.

Mein Herz machte einen schmerzhaften Sprung in meiner Brust. Besaßen seine Augen schon immer diese wunderschöne Farbe? Wieso war mir das zuvor nie aufgefallen?

Nein, Stopp! Ich durfte mich diesen Gedanken nicht hingeben. Doch ich schien langsam zu verstehen, weshalb ich mich Fred gegenüber in letzter Zeit so eigenartig benahm. Ich hatte noch nie eine richtige Beziehung, durch meine Bindungsangst hatte ich diese bereits nach wenigen Tagen beendet und es war nie zu Nähe oder mehr als einem Kuss gekommen. Und nun war ich in meinem vorletzten Schuljahr, meine Hormone machten sich einfach bemerkbar. Fred war immerhin mein bester Freund, ich hatte ihn ständig um mich herum. Daher hatten sie sich einfach auf ihn fixiert. Das musste es sein!

„Außerdem warst du gestern im Zug schon irgendwie komisch. Stimmt vielleicht zu Hause etwas nicht?", sein stechender Blick lag noch immer unbefriedigt von meiner Antwort auf mir. Ich verdrehte zur Antwort meine Augen, wenn ich Probleme hätte wäre er wohl nach Vio der Nächste, der es erfahren würde. Idiot. „Glaubst du wirklich, ich würde dir meine Probleme nicht anvertrauen?", ein gewisser vorwurfsvoller Ton lag in meiner Stimme.

„Ist es…Ist es vielleicht ein Junge um den es hier geht?", die Art wie er diese Frage stellte. Sie gefiel mir nicht. Sie gefiel mir absolut nicht. Und obwohl ich ihm versichern konnte, dass ich keinerlei männliche Bekanntschaften in meinen Ferien gemacht hatte, fühlte ich mich irgendwie ertappt.

„Klar. In meinem Zimmer verstecken sich ja auch ganz viele Jungs die mich kennenlernen wollen.", mit einem schlechten Witz und einem aufgesetzten Lächeln versuchte ich die Situation herab zuspielen und stattdessen den Ernst aus Freds Stimmung zu nehmen. So hatte ich ihn eigentlich nie gesehen.

Er schien sich mit dieser Antwort zufrieden zu geben, denn sein schelmisches Lächeln zwar sofort wieder zu sehen. Mir fiel die Nähe seiner Lippen erst jetzt auf, als ich diese, zu einem Grinsen verzogen, vor mir sah. Hatte Fred eigentlich vorhin bereits zu nah gestanden? Der vermischte Geruch seines Parfums und seines Körpergeruchs stieg mir in die Nase und benebelte meine Sinne. Ich spürte, wie sich in meinem Inneren eine Wärme aufbaute, welche nach mehr schrie.

Eilig trat ich einen Schritt zurück, Fred verwirrten Gesichtsausdruck auf meine plötzliche Reaktion ignorierend. „Wenn du mich dann entschuldigst, ich muss in den Unterricht. Und an deiner Stelle würde ich nichts anderes tun.", mit diesen Worten wollte ich mich umdrehen und mich von ihm entfernen, doch ich spürte plötzlich, wie lange Finger mein Handgelenk umschlossen und mich herumdrehten. Überrascht blickt ich erneut einem immer noch grinsenden Fred entgegen.

„Ach komm schon Flo. Du willst bestimmt nicht in den langweiligen Unterricht. Wie wäre es stattdessen mit etwas spaßigem?", er hatte etwas verlockendes in seiner Stimme. Wohl seine Taktik um Leuten seinen Willen schmackhaft zu machen, als würden sie es genauso wollen. Darauf würde ich nicht reinfallen.

„Doch Fred, ich möchte in den langweiligen Unterricht. Wenn du mich entschuldigst, meine Noten sind mir über die Ferien nicht unwichtiger geworden.", ich wollte meinen Weg fortsetzen, doch der Rotschopf hielt mein Handgelenk noch immer fest umschlossen. „Ach komm schon!", er versuchte es nochmals, diesmal setzte er seinen berüchtigten Hundeblick auf, welcher auch meine Beine vor aufkommender Schwäche zittern ließ. Doch ich raffte mich auf und entriss ihm meine Hand.

„Nein!", ich hörte, wie mein lauter gewordener Tonfall mit seiner ungewollten Härte und Kälte von den Wänden des leeren Ganges hallte. Mit irritiertem Gesichtsausdruck tat Fred einige Schritte von mir weg. Seine Verwirrung verwandelte sich selbst in Härte, dennoch konnte ich hören wie verletzt war, als er sprach, „Von mir aus. Dann gesell dich mal schön zu deinen Freunden!" Mit diesen Worten drehte er sich um und ließ mich mit meiner eigenen Verwirrung zurück.

Was sollte das denn nun bedeuten? Ich kannte Fred zwar und wusste, dass hinter seiner Freundlichkeit ein wahrer Hitzkopf steckte. Dennoch hatte ich ihn nie grundlos so eingeschnappt gesehen. Sonst nahm er meinen Ton stets als erträglich an und ignorierte ihn einfach, er hatte noch nie zuvor verletzt reagiert. Hatte ich die Spannweite überschritten?

Ich hatte meine Verfassung beinahe vergessen, als ich plötzlich wieder das einsetzende Pochen in meinem Kopf verspürte. Ich ging in dieselbe Richtung, in welche Fred zuvor erst wütend verschwunden war. Ich dachte nicht daran, dass er hinter der nächsten Ecke auf mich warten würde, also nahm ich den kürzesten Weg in die Richtung meines Unterrichts. Immer wieder musste ich eine kurze Pause einlegen und mich an einer der Steinwände abstützen, ehe ich erneut genug Energie gesammelt hatte, um weiterzugehen.

Kleine Lichtpunkte begannen vor meinen Augen zu tanzen und das Pochen in meinem Kopf hatte sich in ein durchgehendes Dröhnen verstärkt. Meine Gedanken kreisten noch immer um das Gespräch mit Fred vorhin, doch immer mehr schwarze Löcher bildeten sich in diesem Geschehnis, bis ich letztendlich einen kompletten Filmriss hatte.

Meine Gliedmaßen zitterten, als ich versuchte, mich aufrecht zu halten. Mit meinem Rücken lehnte ich mich gegen den kalten Stein einer Mauer und schloss meine Augen, versuchte den Schmerz unter Kontrolle zu bekommen. Ich dachte, ich hätte genug Kraft um mich weiterzubewegen und stieß mich von der Wand ab, als vor meinen Augen völlige Dunkelheit eintrat.

Meine Beine gaben unter mir nach, doch den Aufprall auf den Boden bekam ich nicht mehr mit. Das Letzte was ich hörte war der Schrei einer bekannten Stimme. Dann zog die Finsternis mich in ihren Bann. Und ich gab nach.

„Flo!"


A/N: Ich hoffe ich habe niemanden mit diesem Kapitel enttäuscht. Wie zuvor angekündigt, findet man eine große Portion an Fred vor. : )
Bitte schreibt mir und sagt mir was er von dieser Geschichte haltet, Anregungen und Wünsche baue ich gerne mit ein!