Das zweite Kapitel hat ein bisschen gedauert, weil ich gerade auf Urlaub war.
Disclaimer: Ich habe Harry Potter nicht erfunden und verdiene mit dieser Geschichte kein Geld.
„Ich hab's gewusst," flüsterte er.
„Was," fragte Hermione, während sie ihre Handfläche massierte, die ihr von der Ohrfeige noch weh tat. Dort wo sie ihn geschlagen hatte zeigten sich nun hochrote Streifen.
„Ich wusste, dass sie so reagieren würden, wenn ich ihnen meine wahren Gefühle offenbaren würde."
„Sie küssen mich und erwarten, dass ich sie zurückküsse, nachdem Sie mich zwei Jahre lang wie Abschaum behandelt haben. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll? WAS HABEN SIE SICH NUR DABEI GEDACHT?"
„Ich dachte immer, sie würden nie in an jemandem wie mir Interesse zeigen. Darum habe ich zum Selbstschutz begonnen, sie so schlecht zu behandeln. Und wie man sieht habe ich Recht behalten. Sie haben kein Interesse an mir. Ich habe mich selbst belogen und mir eingeredet, dass ich sie hasse. Bis ich Sie beobachtet habe, wie sie sich meine Bücher angesehen haben. Da habe ich mich plötzlich wieder daran erinnert, dass ich eigentlich in sie verliebt bin."
Hermione war sprachlos und sah ihn lange an, „Ich weiß nicht, was ich sagen soll."
„Da gibt es nichts zu sagen. Ich habe Gefühle für sie und sie können mich nicht ausstehen … verständlicherweise. Ich verspreche ihnen, dass ich ab jetzt netter zu ihnen sein werde. Es tut mir leid. Ich hole ihnen ihren Tee," sagte er leise und verschwand in der kleinen Küche. Hermione war fassungslos.
„Bitte nehmen Sie Platz und fühlen Sie sich wie zu Hause," sagte er als er ihr, einige Minuten später, die Teetasse reichte.
„Ich ziehe mich in mein Schlafzimmer zurück."
Hermione hob Ihre Augenbraue: „Machen sie sich nicht lächerlich. Lesen sie doch ihr Buch weiter. Ich werde sie nicht stören. Aber ich müsste sie darum bitten, mir ein Buch zu leihen."
„Tun sie sich keinen Zwang an, aber seien sie bitte vorsichtig, die Bücher da oben sind ziemlich dunkel. Sie sind mit einigen Schutzzaubern belegt, aber ich halte sie für durchaus fähig, diese zu durchbrechen," sagte er und zeigte zu einigen Regalen weiter oben.
„Haben sie mir gerade ein Kompliment gemacht?"
Als Antwort schnaubte er nur und nahm in dem stärker abgenutzten Lehnsessel Platz. Dann nahm er sein Buch zur Hand und vertiefte sich wieder in seine Lektüre.
Nachdem sie sich ein Buch ausgesucht hatte, setzte sie sich in den anderen Lehnsessel und begann ebenfalls zu lesen. Nach einigen Minuten warf sie ihm einen verstohlenen Blick zu. Er saß da, die Beine übereinandergeschlagen, die Lesebrille auf der Nase in sein Buch versunken. Severus Snape war in sie verliebt, wer hätte das gedacht.
„Ich habe nicht gewusst, dass sie eine Brille tragen," sagte sie.
„Ja, ich bin alt. Danke, dass sie mich daran erinnern."
„Das hatte ich eigentlich nicht gemeint. Aber wenn sie so reagieren, wirken sie auf mich eher verrückt als alt. Ich wollte eigentlich nur sagen: Die Brille steht ihnen gut," antwortete sie genervt.
„Oh, danke," murmelte er und eine leichte Röte überzog sein Gesicht. Beide vertieften sich wieder in ihr Buch. Das Feuer knisterte und Severus' alte Standuhr schlug sieben Uhr.
Einige Minuten später sah Hermione erneut auf. „Ich kann mich nicht konzentrieren. Ich habe den Absatz jetzt fünfmal gelesen und ich habe keine Ahnung worum es geht. Sie sind wirklich in mich verliebt?"
Severus nahm seine Brille ab und bedeckte kurz seine Augen mit seiner Hand, schaute sie an und nickte langsam.
„Aber warum?"
„Warum nicht?"
„Beantworten sie meine Frage nicht mit einer Gegenfrage. Das mag ich nicht."
„Miss Granger, wer wäre nicht in sie verliebt? Sie sind intelligent, mutig, eine hervorragende Lehrerin und Wissenschaftlerin. Sie sind nett, liebevoll und hübsch."
„WAS? Sie sagen mir das jetzt und haben sich benommen wie … wie…"
„ … ein Vollidiot," beendete er ihren Satz.
„Schlimmer. Sie waren ein richtiges Arschloch."
„Ich nehme an, das habe ich verdient. Und nachdem sie praktisch nie Schimpfwörter verwenden, wiegt es doppelt so schwer.
„Sie kennen mich gut," sagte sie trocken. „Warum haben sie nie versucht sich mit mir anzufreunden?"
„Glauben sie es ist so einfach für mich? Für mich den Ex-Todesser, den die halbe Nation immer noch hasst, weil er den Helden des Jahrhunderts ermordet hat. Ich dachte nicht, dass sie mit mir befreundet sein wollen. Niemand möchte mich zum Freund haben."
Hermione legte vorsichtig ihre Hand auf seine. Severus sah auf ihre Hand, sah ihr ins Gesicht und dann wieder zurück auf ihre Hand, aber sagte nichts.
„Schauen Sie nicht so schockiert. Ich hätte mich gerne mit ihnen angefreundet. Na ja, sie sind zwar ein Mistkerl, aber sie sind auch ein Held und ein großartiger Mann und ich glaube nicht, dass sie irgendetwas falsch gemacht haben. Vielleicht war es nicht ihr geschicktester Schachzug, dass sie Todesser wurden.
Severus sagte schmunzelnd: „Wahrscheinlich nicht."
„Aber ansonsten haben sie nichts falsch gemacht."
„Ich wünschte, ich könnte das auch von mir selber behaupten. Ich habe viele Dinge falsch gemacht."
„Sie sind besser, als sie denken."
„Ich kann nicht glauben, dass sie mir das sagen, nachdem wie ich sie die letzten zwei Jahre behandelt habe. Es macht den Anschein, als wären sie immer noch an einer Freundschaft mit mir interessiert … Sind sie es," fragte er ein bisschen schüchtern.
„Severus Snape du Idiot. Ich wäre liebend gerne mit dir befreundet."
Severus' Gesicht erhellte sich und er sah auf einmal zehn Jahre jünger aus.
„Danke. Das ist sehr nett von dir Hermione. Möchtest Du gerne zu Abend essen? Ich könnte eine Suppe und Sandwiches bestellen," sagte er.
Hermione lächelte ihn an. „Das wäre nett Severus. Mir ist immer noch ein bisschen kalt. Eine Suppe wäre fein."
Zehn Minuten später saßen sie gemeinsam an dem kleinen Tisch in der winzigen Küche und aßen.
„Erzähl' mir was mit deinen Eltern passiert ist."
Sie schüttelte den Kopf.
„Nicht heute Abend Severus. Ich möchte nicht darüber nachdenken."
„Entschuldige bitte."
„Kein Problem, es ist jetzt fünf Jahre her, ich lerne langsam damit umzugehen."
„Erzähl' mir von deiner Forschung bezüglich des Trankes um die Folgen des Cruciatus abzumildern."
„Ich dachte du fändest meine Arbeit, schlecht recherchiert und wie hast du es genannt … ah ich kann mich wieder erinnern … bar jeglicher brauchbarer Ergebnisse."
Severus zuckte zusammen, als er seine eigenen Wort hörte.
„Es tut mir leid … Ich weiß nicht was ich sagen soll. Ich denke ich war neidisch."
„Worauf?"
„Deine Arbeit. Wenn ich ehrlich bin, finde ich es phantastisch wie entschlossen du bei deiner Forschung bist."
„Na ja, du brauchst es gar nicht so phantastisch finden, so gut bin ich auch wieder nicht. Im Moment habe ich mich festgefahren und ich bin mir nicht sicher in welcher Richtung ich weiterforschen soll."
„Ich bin mir sicher du wirst erfolgreich sein. Du bist eine der besten Tränkemeisterinnen die ich kenne."
„Ich kann nicht glauben, was ich da höre," murmelte Hermione und aß das letzte Stück ihres Sandwiches.
„Zugegeben, ich war neidisch. Du bist die beste Tränekmeisterin in England die es gibt, mich vielleicht ausgenommen und das nur weil du nicht so viel Erfahrung hast wie ich. Und was mich am Meisten ärgert, seit du unterrichtest sind die Noten in Zaubertränke eindeutig besser geworden und nicht weil du nicht so streng bist, sondern weil du eindeutig die bessere Lehrerin bist."
„Darf ich etwas sagen ohne dass du gleich böse wirst," fragte sie.
Er nickte.
„Du liebst Zaubertränke viel zu sehr, um ein guter Lehrer zu sein. Du fühlst dich persönlich angegriffen, wenn jemand Zaubertränke nicht so ernst nimmt wie du."
„So habe ich es noch gar nicht gesehen. Ich denke du könntest Recht haben."
„Was ich so gehört habe, bist du ein viel besserer Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste."
„Wirklich? Ich muss zugeben, Verteidigung zu unterrichten macht mir mehr Spaß als Zaubertränke. Aber Tränke zu brauen fehlt mir sehr."
„Du solltest mich im Labor besuchen. Ich würde mich freuen vom Besten der Besten zu lernen."
„Du machst mich ganz verlegen."
Ihre Unterhaltung wurde unterbrochen durch das leise ‚Plopp' eines Hauselfen.
„Carly ist gekommen um Professor Granger zu informieren, dass es den Hauselfen gelungen ist, die Wohnung von Professor Granger früher zu reparieren als angenommen. Professor Granger kann in ihre Wohnung zurückkehren, wann immer sie dazu bereit ist."
„Danke Carly," sagte Hermione.
Der Elf verbeugte sich tief und verschwand mit einem schwachen ‚Plopp'.
„Das heißt. du hast den Abend wieder für dich allein, Severus."
„Du musst noch nicht gehen. Bitte bleib noch ein bisschen."
„Ich muss gehen. Es war ein bisschen viel heute Abend und ich fühle mich ausgelaugt. Aber ich würde mich freuen, bald einmal ein Fachgespräch von Tränkemeister zu Tränkemeisterin zu führen."
„Hermione darf ich dich etwas fragen und ich weiß, ich überschreite vielleicht eine Grenze, aber würdest du mit mir auf ein Rendezvous gehen?"
Hermione starrte ihn an.
„Ich kann nicht Severus. Du hast mich zu sehr verletzt. Wie kann ich mit dir auf ein Date gehen, wenn ich vor drei Stunden noch angenommen habe, dass du mich hasst? Es tut mir leid, Severus, ich kann nicht."
„Ich verstehe," antwortete er mit hängenden Schultern.
„Gute Nacht!"
„Gute Nacht, Hermione."
AN: Ich würde mich sehr über Eure Reviews freuen!
