Disclaimer: Die Welt von Harry Potter gehört J.K. Rowling.

A/N: Ich weiß, dass der unsensible Ron ein Klischee ist – Ich habe es im ersten Kapitel damit wohl etwas übertrieben, aber ich mag Ron einfach nicht.

A/N: Diese Geschichte verträgt sich nicht mit dem Epilog von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (ansonsten folgt sie weitgehend DH)

Fehlende Erinnerungen

by RawenclawBabe

Als letzte Zutat fügte Jeremy sein eigenes Blut in den Kessel. Er nahm einen silbernen Dolch und schnitt damit seine linke Handfläche ein, er hielt seine Hand über den Kessel und sprach eine kurze Zauberformel, bevor er vorsichtig umrührte. Er nahm den Kessel vom Feuer und tauchte einen Federkiel in den fertigen Zaubertrank. Gemeinsam mit Samantha sprach er die magischen Worte um diesen zu verzaubern: „.... demonstrate veritas familiae meae...". Er schwang seinen Zauberstab und der Federkiel schwebte über ein Pergament.

Jeremy starrte gebannt auf das Pergament. Der Federkiel raste darüber. Nach und nach entstand ein magischer Stammbaum Jeremys Vorfahren jeweils mit Daten und Orten. Er sah zuerst einen eigenen Namen ganz unten erscheinen, links darüber erschien der Name seiner Mutter ihr Geburtsdatum, der Geburtsort und ihr aktueller Wohnort – seine Muggel-Großeltern erschienen nicht. Der Stammbaum zeigte nur magische Familienmitglieder.

Auf der linken Seite des Pergaments erschien ein Name – Severus Tobias Snape geboren am 9. Januar 1960 in Manchester/England, wohnhaft in Queensland/Australien. Aus irgendeinem Grund stand nur der Name des Bundesstaates, aber keine genauere Ortsangabe unter dem Namen.

Jeremy beachtete die Namen, die oberhalb seines Vaters erschienen gar nicht mehr. Er schnappte nach Luft sein Vater war der berühmte Spion und Zaubertranklehrer Severus Snape. Der Severus Snape, den Onkel Harry und seine Mutter Hermine in der Heulenden Hütte sterben sahen, hatte es irgendwie geschafft ihn zu zeugen.

Jeremy schüttelte seinen Kopf, er konnte keinen klaren Gedanken fassen. Er spürte nur, wie Samantha ihn in den Arm nahm und sagte: „Es wird alles gut... ich bin bei dir... Vielleicht hätten wir doch auf deine Mutter warten sollen."

Samantha nahm ihren Zauberstab und schloss erst einmal die Wunde an Jeremys linker Hand, vor lauter Spannung auf das Ergebnis war ihm gar nicht aufgefallen, dass er noch blutete.

„Ich muss mit meiner Mutter sprechen," sagte Jeremy mit zitternder Stimme, „sie wird auch wissen wollen, was das Ergebnis war."

„Du hast ihr gar nicht erzählt, dass es sich bei diesem Trank um Blutmagie handelt, oder?" Samantha hob ihre Augenbraue und sah ihren Freund skeptisch an.

„Wo denkst du hin? Das Rezept habe ich in einem Buch über die Dunklen Künste in der Verbotenen Abteilung gefunden und du kennst Mum und ihren besten Freund, den Auror Harry Potter. Die beiden würden nicht wollen, dass ich Schwarze Magie einsetze – egal wie gut die Gründe und meine Vorsätze sind."

Samantha sah ihn mit ihren großen blauen Augen an: „Es war die einzige Methode, die wir einsetzen konnten, alle normalen Zaubertränke, die die Vaterschaft testen brauchen das Blut von Vater und Kind. Sie hätten sicher nichts dagegen gehabt."

Jeremy hob eine Augenbraue und meinte nur: „Es ist trotzdem besser, wenn meine Mutter denkt, dass ich nach langer Suche einen Weg ohne Schwarze Magie gefunden habe. Wenn sie die Dunklen Künste nicht so sehr ablehnen würde, hätte sie diesen Trank schon direkt nach meiner Geburt gebraut – also ist es besser, wenn sie die Details nicht kennt."

„In Ordnung, dann lass uns unsere Reise nach Australien planen. Wollen wir fliegen oder einen Portschlüssel nehmen? Wo wollen wir übernachten, wir sollten uns im Internet über Hotels und Jugendherbergen informieren."

„Ich bin für einen Portschlüssel, fliegen dauert mir zu lange. Immerhin wohnen meine Großeltern immer noch in Australien – Mum hat ihnen zwar ihre Erinnerungen zurück gegeben, aber sie wollten trotzdem nicht nach England zurück kommen. Ich schicke ihnen eine Email, um ihnen Bescheid zu geben."

„Gut, dann können wir bei deinen Großeltern wohnen und uns ein Hotel sparen. Willst du deiner Mutter auch gleich eine Eule schicken, um zu fragen, wann sie Zeit hat?"

„Mum kommt doch eh in zwei Sunden heim, da macht es keinen Sinn sie jetzt noch bei der Arbeit zu stören."

Jeremy nahm das Pergament und die Beiden verließen den Keller, um einen Tee zu trinken.

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Es war früher Abend als Hermine nach Hause kam. Auf ihrem Schreibtisch fand sie Jeremys Stammbaum. Sie hob das Pergament auf und begann zu lesen. Plötzlich ließ sie es fallen, als hätte sie sich die Hand daran verbrannt.

Severus Snape war der Vater ihres Sohnes. Wie war das möglich? Sie war dabei als er Harry seine Erinnerungen gab, bevor er starb. Aber dem Stammbaum zufolge war er am Leben. Hermine schüttelte ihren Kopf und fing an zu lachen. Severus Snape lebte in dem Bundesstaat, in dem ihre Eltern seit 21 Jahren lebten. Sie und Jeremy hatten Ann und George Granger jeden Sommer dort für einen Monat besucht und anscheinend war es mal wieder Zeit für diesen Besuch dort.

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Zwei Tage später war es soweit, Hermine; Jeremy und Samantha machten sich auf zum Zauberministerium. Sie nahmen den Aufzug und erreichten das Büro für Internationale Portschlüssel. Von dort aus wurden sie in das entsprechende Büro in Brisbane transportiert.

Wie jede größere Stadt Australiens hatte Brisbane ein eigenes magisches Stadtviertel mit einer eigenen Verwaltung. Im Gegensatz zu den australischen Muggeln hatten sich die Zauberer nicht auf eine gemeinsame Hauptstadt einigen können und die magischen Gemeinschaften der einzelnen Bundesstaaten waren politisch voneinander unabhängig.

Hermine und Jeremy machten sich sofort auf zur Zaubererregistratur des Bundesstaates Queensland und suchten nach Einträgen über Severus Tobias Snape. Sie hatten allerdings wenig Glück dabei. Wieso sollte er auch unter seinem Namen hier leben? Sie verbrachten mehrere Stunden damit die Register durchzugehen. Sie würden wohl jeden Zaubertrankmeister, im Alter zwischen 50 und 60 überprüfen müssen, um zu sehen, ob es sich um Severus Snape handeln könnte.

Währenddessen war Samantha in einer Buchhandlung. Sie fand dort einen interessanten Reiseführer „Magisches Queensland – Orte voller Magie für den reisenden Zauberer und die reisende Hexe". Sie kaufte das Buch, wenn die anderen beiden in der Registratur kein Glück hatten, war es gut zu wissen, welch Orte für Zauberer interessant waren.

Samantha setzte sich mit dem Buch in ein nahegelegenes Café und wartete auf Jeremy und Hermine. Während sie ihren Kaffee trank, las sie in dem Reiseführer. Besonders spannend waren die Kapitel über die magischen Pflanzen Australiens. Diese konnten für ganz spezielle Zaubertränke verwendet werden. Sie fand darunter auch einen weiteren Literaturhinweis, ein gewisser Tobias S. Napes, der im Norden Queenslands eine kleine Apotheke führte, erforschte die australische Pflanzenwelt und die magischen Tränke der Aborigines seit fast 20 Jahren und bot Interessenten, mit entsprechenden Zaubertrankkenntnissen, Kurse zu diesen Themen an.

Jeremy und Hermine waren total erschöpft und desillusioniert als sie sich mit Samantha im Café trafen. Diese war so in ihr Buch versenkt, dass sie die Beiden zuerst gar nicht wahrnahm.

Jeremy sah seine Freundin an und schüttelte den Kopf: „Wenn sie ein Buch hat, existiert die Welt um sie herum nicht. HALLO Samantha." Er berührte sie sanft am Oberarm um sie auf sich aufmerksam zu machen. Samantha sah erschrocken von ihrem Buch auf und Jeremy an.

Jeremy und Hermine setzten sich zu Samantha an den Tisch und bestellten sich ebenfalls einen Kaffee und Kuchen dazu.

„Ich habe nicht gemerkt, dass ihr schon hier seit. Habt ihr etwas über deinen Vater herausgefunden?"

Jeremy schüttelte den Kopf: „Es lebt niemand mit dem Namen Severus Snape in Queensland, vermutlich hat er irgendeinen Decknamen. Wir müssen uns etwas anderes überlegen, um ihn zu finden."

Hermine nahm ein Pergament und sagte: „Sammeln wir erst einmal Anhaltspunkte was wir über ihn wissen. 1. Er ist Zaubertrankmeister;2. Er ist Ende 50; 3. Er lebt seit 20 Jahren in Australien; 4. Er kennt sich mit den Dunklen Künsten aus ..."

Hermine sah von ihrem Pergament auf, seufzte und fing an auf ihrem Federkiel herumzukauen: „Wir brauchen etwas, was uns wirklich weiter bringt"

Samantha sah Hermine an: „Habt ihr geschaut, ob es ein Verzeichnis aller Zaubertrankmeister in Queensland gibt? Ich habe hier in dem Reiseführer etwas interessantes entdeckt: der Zaubertrankmeister Tobias S. Napes erforscht seit 20 Jahren die einheimischen Pflanzen und die Zaubertränke der Ureinwohner – er bietet auch Kurse darüber für Zaubertrankkundige an. Napes ist ein Anagramm von Snape und Tobias ist sein zweiter Vorname. Wir könnten einen Kurs bei ihm belegen und schauen, ob es sich bei ihm um Severus Snape handelt. Was haltet ihr davon, wollen wir es auf einen Versuch ankommen lassen?"

Jeremy und Hermine starrten Samantha mit offenen Mündern an. Jeremy nahm Samantha ihren Reiseführer aus der Hand und begann zu lesen. Er nickte: „ Am besten gehen wir in die nächste Apotheke um einen Kurs dort zu buchen – in diesem Buch steht keine genaue Adresse, es sind nur die Apotheken angegeben, die mit Napes zusammenarbeiten. Der Mann lebt ganz offensichtlich sehr zurückgezogen."

Hermine schüttelte den Kopf: „Irgendwie absurd, er bietet Kurse an, versucht aber gleichzeitig unerreichbar zu sein. Das ist doch lächerlich. Glaubt ihr wirklich Snape ist so blöd seinen zweiten Vornamen und ein dämliches Anagramm zu verwenden? Aber da auf ihn zumindest zwei Anhaltspunkte zutreffen, sollten wir es auf einen Versuch ankommen lassen."

Jeremy warf daraufhin ein„Immerhin bin ich Zaubertrankmeister, es ist vollkommen legitim mich weiterbilden zu wollen. Selbst wenn es sich bei dem Mann nicht um Snape handelt, werde ich auf jeden Fall von dem Kurs profitieren."

Nachdem die drei bezahlt hatten, gingen sie in die nächste Vertragsapotheke von Tobias S. Napes. Die Apotheke hieß ‚Gift und Gegengift – Alles was das Herz begehrt'. Ein alter Zauberer begrüßte sie freundlich, als sie den Laden voller Zaubertrankzutaten betraten: „Seien Sie willkommen in meinem kleinen Laden, ich führe Zaubertränke, Zubehör und Trankzutaten, wie kann ich Ihnen weiterhelfen."

Jeremy räusperte sich: „Ich bin Zaubertrankmeister und habe in einem Reiseführer gelesen, dass sie die Kurse bei Meister Tobias S. Napes vermitteln. Ich komme aus England und möchte mehr über die Trankmagie Australiens erfahren."

Der alte Zauberer starrte Jeremy entsetzt an, schluckte und sprach als er sich wieder gefasst hatte: „Meister Napes ist genialer Zaubertrankmeister, er braut perfekte Tränke auf Bestellung und ja, er bietet auch Kurse an. Ich persönlich würde mir keinen seiner Kurse zumuten. Er ist streng. Er duldet keinen Fehler. Er verabscheut Ungenauigkeiten. Wenn Sie einen seiner Kurse besuchen, verderben Sie sich damit nur die Ferien. Ich persönlich kann Ihnen nur davon abraten."

„Ich möchte bitte drei Personen für einen dieser Kurse anmelden," erwiderte Jeremy gelassen.

Der alte Zauberer zuckte mit seinen Achseln: „Ich habe Sie gewarnt. Bitte füllen Sie jeweils diesen Anmeldebogen aus. Für die Details wird Ihnen dann eine Eule geschickt."

Jeremy, Hermine und Samantha füllten die Anmeldebogen aus und verabschiedeten sich von dem Apotheker, der nur mit dem Kopf schüttelte, als sie seinen Laden wieder verließen.

Vor der Tür fing Hermine an zu lachen. „Was ist los," fragte Jeremy sie.

Unter Gelächter brachte Hermine hervor: "Als der alte Zauberer diesen Napes beschrieben hat, dachte ich wirklich, er redet von Snape. Wir scheinen auf der richtigen Spur zu sein. Aber jetzt lasst uns zu meinen Eltern apparieren – es ist bald Zeit fürs Abendessen."

Die drei apparierten in das Haus von Hermines Eltern, wo diese sie freundlich begrüßten. Sie besprachen ihre Pläne für ihren Aufenthalt und stießen mit einem Glas Wein auf den Erfolg ihrer Mission an.

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A/N: Ich habe die Bücher auf Englisch gelesen und dort ist immer von „apparate" die Rede, ich habe jetzt apparieren verwendet, weiß aber nicht, ob es das Wort ist, welches in der deutschen Fassung verwendet wird. (Das gleiche Problem habe ich mit den OWLs und den NEWTs)

A/N: Ich denke die englische Fassung dieser Geschichte setze ich nicht fort. Es ist zu anstrengend drei Geschichten parallel zu schreiben und mir reicht momentan einmal HG/SS, die Kombination ist zwar gut, aber es gibt auch andere Varianten die ihren Charme haben. Auf die Weise schreibe ich eine Geschichte auf Englisch und eine auf Deutsch.

Im nächsten Kapitel treffen sie auf Tobias S. Napes ;-)