Disclaimer: Die Welt von Harry Potter gehört J.K. Rowling.

Fehlende Erinnerungen

by RawenclawBabe

Tobias S. Napes saß auf der Terrasse seines Hauses im Norden des australischen Bundesstaates Queensland und genoss die „winterlichen Temperaturen" in diesem subtropischen Klima. Sein Haus war groß und bot jeglichen magischen Komfort. Es war hochmagisch, da er seine Besitztümer vor dem feucht-heißen Klima schützen musste – Bücher und Zaubertrankzutaten vertragen sich nicht sonderlich gut mit hoher Luftfeuchtigkeit. Seine Räume waren deshalb magisch klimatisiert. Severus persönlich schätzte das moderate Klima seiner Wohn- und Arbeitsräume auch sehr. Er lebte seit 20 Jahren hier und der subtropische Winter, war die einzige Jahreszeit die er wirklich angenehm fand – der Sommer war im persönlich zu heiß, aber dazu gab es Kühlungszauber. Manchmal vermisste er immer noch seine kühlen Kerker in Hogwarts.

Es war hier im Winter meistens wärmer als im englischen Sommer – er schauderte bei dem Gedanken daran und trank einen Schluck von seinem allmorgendlichen Kaffee. Er erinnerte sich nicht gerne an sein Leben in England. Er hatte es hinter sich gelassen und ein neues Leben angefangen. Nur die verblasste Tätowierung auf seinem linken Unterarm war eine ständiger Erinnerung an sein früheres Leben. Damals hieß er noch Severus Tobias Snape, war der Meister der Zaubertränke in Hogwarts und der Hauslehrer von Slytherin. Aber das war Vergangenheit, Severus Snape existierte nicht mehr, zumindest versuchte er sich das immer einzureden.

Er wartete auf seine täglichen Eulen, die ihm die Aufträge der verschiedenen Apotheken brachten. Er stellte für sie spezielle Zaubertränke her, welche nur von Meistern gebraut werden durften. Er lieferte Zaubertrankzutaten, die er in dem subtropischen Klima anbaute und sammelte. Er arbeitete dafür eng mit den örtlichen Aborigines zusammen, die die heimische Flora und Fauna seit Jahrtausenden kannten. Die Aborigines waren keine Hexen und Zauberer im eigentlichen Sinne, aber sie waren auch keine Muggel. Sie hatten ihre eigene Form der Magie, die sie in ihrer Isolation auf diesem Kontinent entwickelt hatten.

Severus arbeitete gerne mit den Ureinwohnern zusammen. In den 20 Jahren in denen er hier lebte, hatte er viel über ihre uralte, mündlich überlieferte Kultur gelernt. Ihre Rituale besaßen ihre eigene Magie die sie mit Zaubertränken verstärkten. Ihre Magie war viel ursprünglicher als alles was er aus Europa kannte. Er fing an sich mit ihnen auszutauschen und lernte alles, was sie bereit waren einem Fremden beizubringen. Als er das erste Mal einen Zauberer in Brisbane auf die Kultur der Aborigines angesprochen hatte, erwiderte dieser ihm nur, dass es sich bei ihnen um kulturlose und magielose Wilde handelte, von denen man genauso wenig erwarten konnte wie von Muggeln. Die Zauberer Australiens ignorierten die Ureinwohner, während die Muggel versuchten diese kulturell zu erziehen. Durch diese „Erziehung" durch die Weißen, ging nach und nach das Jahrtausende alte Wissen verloren. Severus versuchte soviel von den Schamanen zu lernen wie möglich, er wollte das Wissen aufschreiben, um es zu bewahren. Er sah außerdem die große Chance das schamanische Wissen der Aborigines für die moderne Magie zu nutzen. Er entwickelte Zaubertränke auf der Basis ihrer Tränke und Tinkturen – er hatte damit herausragenden Erfolg.

Nachdem er jahrzehntelang Lehrer und Spion war, versuchte Severus nun sein Leben zu genießen. Beruflich lebte er seinen Traum – er unterrichtete keine debilen Vollidioten mehr, die nicht wussten, wo bei einem Kessel oben und unten war – er erforschte Zaubertränke und Zaubertrankzutaten, er schrieb Bücher über die Vorzüge von Zaubertränken mit regionalen Zutaten ( Die Zusammenarbeit mit den Aborigines begeistere ihn wirklich). Er war glücklich kein Spion mehr zu sein. Er hatte es immer gehasst der Diener zweier Herren zu sein und immer nur Befehlen zu gehorchen. Er hatte es gehasst ein Kind (auch bekannt als Harry Potter) beschützen zu müssen, welches sich immer sehenden Auges in die Gefahr stürzte.

Aber Severus Snape dachte nicht gerne über seine Vergangenheit nach. Seit er Harry seine Erinnerungen in der Heulenden Hütte gegeben hatte, hatte er nicht mehr von Lily Evans Potter geträumt. Ja, er hatte sie geliebt, doch in diesem Leben fern von England und fern von Hogwarts gab es nichts mehr was ihn an sie erinnerte und tief in seinem Herzen war er froh darüber. Er hatte Lily jahrelang so sehr geliebt, das es weh tat. Aber sie ging weg und heiratete seine Nemesis den verdammten James Potter, einen Mann den er mehr gehasst hatte als alles andere auf der Welt. All diese Gefühle waren jetzt Geschichte, er dachte nicht mehr darüber nach und es war auch niemand da ihn ständig daran zu erinnern, Dumbledores Tod hatte eindeutig auch positive Seiten, er lebte im hier und jetzt.

Er hatte diesen verdammten Krieg in England überlebt und war ans andere Ende der Welt gezogen um ein neues Leben anzufangen. Ein Leben in Freiheit und Frieden.

Er lebte aber nicht nur in seinem Haus braute Tränke und arbeitete mit den Aborigines zusammen. Er hatte angefangen zu reisen. Wobei diese Reisen meistens einen mehrfachen Zweck erfüllten. Severus Snape war kein Mensch der in den Urlaub fuhr um irgendwo an einem Strand zu grillen bis sein Gehirn Matsch war. Er nutzte seine Reisen um neue Zaubertrankzutaten machen. Er reiste in den tropischen Regenwald, in Australien oder auf Papua –Neu Guinea. Regenwälder waren wegen ihrer riesigen Flora und Fauna ein Traum für jeden Zaubertrankmeister, jedes Mal kam er mit einer Unmenge an Zutaten zu experimentieren zurück.

Auf einer seiner Reisen war er der jungen Hexe Sophie McAllister begegnet. Er lebte seit fünf Jahren in Australien und wollte endlich das Great Barrier Reef sehen (unglaubliches Potential an magischen Unterwasserpflanzen). Er war Anfang 40 und sie Ende 20. Eigentlich war er gar nicht auf der Suche nach einer Frau. Sie wohnte im selben Hotel und sie unternahmen dieselben Ausflüge. Sie reiste mit einer Freundin, die am zweiten Tag aus familiären Gründen wieder abreiste. Sie war allein – er war allein. Sophie und ‚Tobias' kamen ins Gespräch. Sophie war Lehrerin für Zaubertränke in einem magischen Internat in der Nähe von Darwin. Sie verliebten sich ineinander – er konnte sich nicht mehr genau daran erinnern, wie es dazu kam. Sie war eine lebenslustige, fröhliche Frau, die ihn vollkommen in ihren Bann zog.

Severus erinnerte sich nicht gerne an seine Beziehung mit Sophie. Er hatte anscheinend kein Glück mit Frauen. Sophie war seit fünf Jahren tot. Er hatte zehn wunderbare Jahre mit ihr erlebt und dann war sie gestorben.

Warum waren alle schönen Erinnerungen immer an schmerzhafte gebunden? Er konnte sich nicht an seine geliebte Sophie mit ihren liebevollen, azurblauen Augen und ihren weichen, schwarzen Haaren erinnern, ohne wieder an ihren Tod zu denken. Er hatte in seinem Leben drei Frauen geliebt. Lily hatte sich von im abgewandt und letztendlich James Potter geheiratet. Hermine hatte er freigegeben, weil er ein neues Leben anfangen wollte und es für besser hielt, wenn sie nicht an einen verbitterten, alten Mann wie ihn gebunden sei. Sophie hatte in aus seiner emotionalen Isolation befreit. Sie ließ sich nicht wegstoßen – er wollte es bei ihr auch gar nicht. Nachdem er fünf Jahre in Frieden und Freiheit gelebt hatte, war er zum ersten Mal im Stande sich auf eine ernsthafte und langfristige Beziehung einzulassen, weil es ihm gelungen war seinen emotionalen Ballast zu verarbeiten. Aber auch dieses Glück sollte nicht von Dauer sein.

Severus war in vollkommen in Gedanken. „Daddy, die Post ist da," die zehnjährige Allison wedelte mit einem Bündel Briefe vor seiner Nase herum. „Die Eulen sind vor zehn Minuten angekommen."

Severus sah seine kleine Tochter an, sie hatte die strahlenden blauen Augen und das fröhliche Gemüt ihrer Mutter – auch wenn sie sich kaum an diese erinnern konnte. Sie ging im Nachbarort auf eine Muggel- Grundschule um lesen, schreiben und rechnen zu lernen, bevor sie mit elf auf eine Zauberschule gehen konnte. Sophie war muggelgeboren gewesen und Severus wollte, dass seine Tochter die Kultur ihrer Großeltern kannte. Sie sollte die Muggel verstehen, weil er nicht wollte, dass sie dieselben Fehler machen würde wie er. Er nahm Allison auch immer mit wenn er die Aborigines besuchte, damit seine Tochter lernte, dass es die unterschiedlichsten menschlichen Kulturen gab. Er war ein anderer Mensch geworden. Er war nicht mehr der junge Mann, der von Hass und negativen Gefühlen geleitet, der sich auf der Suche nach Macht dem bösen Lord Voldemort angeschlossen hatte. Er hatte aus seinen Fehlern gelernt.

„Danke Alli, ich war einfach zu sehr in Gedanken. Hast du den Eulen ein Leckerli gegeben?"

Allison nickte eifrig: „Ja Daddy. Kriege ich eine eigene Eule, Daddy?"

Severus hob eine Augenbraue und sah seine Tochter fragend an: „Du brauchst doch jetzt noch keine eigene Eule. Wir haben ausgemacht, dass du eine Eule kriegst, wenn du auf ein Zauberinternat kommst, damit du mir regelmäßig schreiben kannst."

Allison presste ihre Lippen zusammen und sah ihn beleidigt an. Sie war stur und wollte eine eigene Eule. Sie setzte sich schmollend auf einen Stuhl und verschränkte ihre Arme vor der Brust. Severus begann währenddessen seine Post zu lesen.

„Alli, schmollen bringt dich auch nicht weiter," sagte er, als er über den Rand eines der Briefe schaute. „Du kennst mich, ich bin mindestens genauso stur wie du. Wenn du möchtest, kannst du mir nachher im Labor helfen."

Weil Allison immer noch nicht reagierte, ging Severus weiter seine Post durch. Es waren die üblichen Bestellungen – Zaubertränke – Trankzutaten – nichts besonderes. Er öffnete einen weiteren Brief. Er kam aus der Apotheke ‚Gift und Gegengift – Alles was das Herz begehrt' und es war keine der üblichen Bestellungen. Anscheinend wollte mal wieder jemand einen seiner Kurse zur Magie und zu den Tränken der Aborigines besuchen. Ein – bis zweimal pro Jahr kam eine Gruppe Zaubertrankmeister um sich bei ihm weiterzubilden.

„Alli, wir kriegen bald Besuch, ich habe wieder eine Anfrage für einen meiner Kurse," Severus sah seine Tochter über den Brief hinweg an.

„Cool, Daddy. Wo kommen sie her. Japan? Wir haben in der Grundschule über Japan geredet, weil wir uns für unsere Fremdsprache entscheiden müssen. Nächste Woche ist China dran. Daddy, darf ich Japanisch belegen solange ich noch auf die Muggelschule gehe? Also sag schon wo kommen sie her?" Alli war von ihrem Stuhl aufgesprungen und versuchte nun ihrem Vater über die Schulter zu sehen.

Severus fing an die zweite Seite des Briefes zu lesen und erstarrte. Hermine Granger. Zwanzig Jahre waren seit ihrer kurzen Affäre vergangen, aber als Severus ihren Namen las, fühlte er sich sofort nach England und in sein altes Leben zurück versetzt. Er hätte nicht gedacht, sie nach ihrer kurzen Affäre wiederzusehen. Er hatte ihr Gedächtnis an ihre Beziehung und daran, dass er noch am Leben war, gelöscht. Er beachtete auch die anderen Namen, die auf dem Pergament standen überhaupt nicht. In seinem Kopf fingen an die Gedanken zu kreisen:

Verdammt,' dachte Severus, ‚kann sie irgendwie herausgefunden haben, dass es sich bei Tobias S. Napes um Severus Snape handelt? Kann sie mein Oblivate irgendwie überwunden haben und sich daran erinnern, dass ich noch lebe und wir eine kurze Affäre hatten? Verdammt, wie kann mich dieser Name nach 20 Jahren so aus der Fassung bringen?...Wie lebt sie wohl jetzt? Ist sie verheiratet? Sie heißt immer noch Granger. Was hat sie in den letzten 20 Jahren gemacht?....'

„Daddy, bist du okay?" Die Frage seiner Tochter, riss ihn aus seinen Gedanken. Alli stand neben seinem Stuhl, hatte ihre Hand auf seine Schulter gelegt und sah ihn besorgt an.

„Ja, Kleines. Ich habe nur darüber nachgedacht, wann ich die Kursteilnehmer am besten hier einlade." Severus hatte sich wieder gefasst. Er war schon immer gut darin gewesen seine Gefühle zu verbergen und er wollte keinesfalls, dass seine Tochter seine Nervosität wahrnahm. Es musste Zufall sein, dass Hermine Granger einen Kurs bei ihm belegte. Erst jetzt kam er auf die Idee sich die anderen Namen auf dem Pergament anzusehen – Jeremy Granger, Zaubertrankmeister. Hermine hatte ihm nie von ihren jüngeren Bruder erzählt. Er musste zwischen 22 und 25 sein, immerhin hatte er einen Meistergrad. Severus selbst war mit 21 Zaubertrankmeister geworden und war damit der jüngste Zaubertrankmeister Großbritannien gewesen. Den dritten Namen, Samantha Miller, beachtete Severus nicht weiter, vermutlich eine Freundin der Geschwister Granger.

Severus ging ins Haus. Im Flur sah er sich im Spiegel an. Er sah anders aus als vor 20 Jahren, er trug sein Haar kürzer und es war mittlerweile von ein paar grauen Strähnen durchzogen. Weil er sich oft im Freien aufhielt, war er nicht mehr so blass wie in seiner Zeit in Hogwarts. Für einen Mann in den späten Fünfzigern war er eine ganz attraktive Erscheinung, er war immer noch schlank und sein Körper war immer noch leicht muskulös. Er war in den letzten 20 Jahren weniger gealtert, als in den 18 Jahren zuvor in denen er dem Dunklen Lord ausspionierte und als Lehrer in Hogwarts arbeitete. Das ruhige Leben hatte ihm auf jeden Fall gut getan. Er zuckte mit seinen Achseln und ging in sein Büro, um das Einladungsschreiben und den Portschlüssel für die Kursteilnehmer vorzubereiten.

Sollte er versuchen sein Äußeres zu verändern bevor Hermine Granger eintraf? Er hatte sich in den letzten 20 Jahren kaum verändert. Er sah jetzt gesünder und zufriedener aus. Er hatte kaum Stress und war mit seinem Leben weitestgehend zufrieden und wenn er ehrlich mit sich war, wusste er, dass er in seinem Leben nach Lily und dem Schlammblut-Vorfall nie gehofft hatte so glücklich zu sein.

Nachdem er den Brief an die Kursteilnehmer fertig hatte, versiegelte er ihn. Er ging nach draußen in seine Voliere. Er rief seine Lieblingseule Sophia und befestigte den Brief und den verpackten Portschlüssel an ihrem Bein. Die Eule flog nach Brisbane zu den Grangers.

Severus rief seine Hauselfe Mipsy und ließ sie drei Gästezimmer vorbereiten. Er selbst rief seine Tochter und ging mit ihr in sein Labor, um dort ein paar Tränke zu brauen. Allison hatte Talent für Zaubertränke. Während Severus seine Aufträge erledigte, braute sie ein paar einfache Tränke.

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Hermine, Jeremy und Samantha saßen im Haus der Grangers in Brisbane beim Mittagessen, als eine Eule mit ihrem Schnabel ans Fenster klopfte. Samantha stand auf und öffnete das Fenster. Die Eule flog herein und ließ sich mitten auf dem Küchentisch nieder. Sie legte ihren Kopf schief und sah die drei Menschen im Raum an, unschlüssig für wen der Brief bestimmt war (war bei drei Adressaten auf einem Brief ja auch nicht einfach für das arme Tier). Jeremy gab der Eule ein Stückchen von seinem Steak. Sie streckte ihm ihr Bein entgegen und er befreite sie von dem Brief und dem Päckchen mit dem Portschlüssel. Die Eule gab einen Laut von sich, breitete ihre Flügel aus und flog wieder fort.

Jeremy öffnete den Brief und las. Als er fertig war, reichte er ihn weiter an seine Mutter und sagte: „Am Montag können wir per Portschlüssel zu Napes' Haus im Norden Queenslands reisen, der Kurs dauert eine Woche. Er hat auch eine Liste von Dingen mitgeschickt, die wir dabei haben sollten. Der Portschlüssel ist in dem Päckchen."

Hermine las den Brief und nickte: „Noch vier Tage und wir werden wissen woran wir sind. Wir sollten aber davon ausgehen, dass er Zauber verwendet um sein Aussehen zu verändern, er kennt meinen Namen und wird nicht wollen, dass ich ihn erkenne, immerhin gehöre ich ja zu den Menschen, die glauben er sei tot. Zumindest denkt er, ich wisse nicht, dass er noch lebt."

Jeremy sah seine Mutter an: „Was hat er wohl gedacht, als er meinen Namen gelesen hat. Ich habe ja angegeben, dass ich Zaubertrankmeister bin, also denkt er bestimmt, ich sei schon über 20. Er vermutet bestimmt nicht, dass ich mit 19 der jüngste Zaubertrankmeister der letzten 200 Jahre bin."

Hermine zuckte mit ihren Achseln: „Keine Ahnung, was er über dich denkt. Wir werden es wohl herausfinden. Wir sollten uns einen Plan zurechtlegen, wie wir ihn am besten zur Rede stellen und ihn dazu bringen mir meine Erinnerungen zurückzugeben."

Samantha legte ihren Kopf zurück und dachte konzentriert nach, bevor sie sagt: „Es gibt einen Zauber, er heißt ‚Call of Blood', wenn Jeremy ihn auf sich zaubert, lockt er damit alle seine Blutsverwandten, die in der näheren Umgebung sind zu sich. Wenn sie ihn dann kurz berühren, wissen sie in welcher Verwandtschaftsbeziehung sie zu ihm stehen. Es ist fast unmöglich der Macht dieses Zaubers zu widerstehen. Der Zauber ist uralt und wurde meist dazu verwendet um Angehörige dazu zu zwingen, auf der eigenen Seite zu kämpfen. Es ist so eine Art Imperius-Fluch für Verwandte. Es ist schwieriger sich diesem Zauber zu widersetzen als dem Imperius, weil das gemeinsame Blut eine sehr starke Verbindung zwischen dem Zauberwirker und seinem Opfer bedeutet. Aber Jeremy hat ja nicht vor seine Verwandten zu Geistessklaven zu machen."

Hermine runzelte ihre Stirn und sah Samantha skeptisch an: „Das klingt aber nach ziemlich mächtiger schwarzer Magie, ich weiß nicht, ob wir wirklich einen solchen Zauber verwenden sollten. Allerdings wäre es vermutlich der leichteste Weg Snape dazu zu bringen, mir meine Erinnerungen wiederzugeben. Mir wäre es aber lieber, wenn wir einen Weg finden würden, ohne die Dunklen Künste zu verwenden."

Jeremy nickte: „Wir haben noch drei Tage Zeit zu recherchieren. Wenn wir nichts passendes finden, kann ich immer noch den Zauber ‚Call of Blood' verwenden. Aber vielleicht sollten wir ihm einfach offen und ehrlich die Wahrheit sagen. Ich habe extra das magische Pergament mit meinem Stammbaum mitgenommen. Ich bin eigentlich nicht besonders scharf darauf zu schauen, ob mein Vater oder ich der bessere Slytherin ist. Das könnte nämlich in einem Blutbad enden. Vor allem, wenn alles stimmt was du und Onkel Harry aus eurer Schulzeit über ihn erzählt habt. Wir dürfen aber keinesfalls mit der Tür ins Haus fallen, wir müssen geschickt vorgehen um ihn zu überzeugen – Slytherin- Taktik."

Samantha nickte und Hermine sah Jeremy skeptisch an.

„Mum, du hast doch selbst erzählt, dass er sich früher immer über die vorschnellen Reaktionen von euch Gryffindors lustig gemacht hat. Er darf nicht sofort wissen, dass wir mit einem Hintergedanken kommen. Wir sollten erst einmal sein Vertrauen gewinnen, wenn er den Zauber von dir genommen hat, können wir uns immer noch überlegen, ob und wie wir ihm die Geschichte heimzahlen wollen." In Jeremys Gesicht zeigte sich ein sardonisches Lächeln, das Hermine schaudern ließ. Er war wirklich der Sohn von Severus Snape und er war eindeutig ein Slytherin.

Nach dem Mittagessen fingen die drei sofort mit der Suche nach möglichen Zaubern an, weil sie nicht wussten, wie Severus auf Hermine und Jeremy reagieren würde.

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A/N: Kleine Frage an meine Leser: Wünscht ihr euch, dass Hermine und Severus am Ende wieder zusammen kommen und sie ihm verzeihen kann?

Ich persönlich bin mir nämlich nicht sicher, wie ich sich die Beziehung entwickeln soll, wenn sie sich nach 20 Jahren wieder sehen.