Disclaimer: Die Welt von Harry Potter gehört J.K. Rowling.

Fehlende Erinnerungen

by RawenclawBabe

Severus war erschüttert. Er ging mit Allison an der Hand in sein Labor. Die 10jährige sah in skeptisch an: „Daddy ist alles in Ordnung mit dir?"

Severus sah sich abwesend im Raum um: „Ja meine Kleine, es ist alles in Ordnung."

Allison hob kritisch eine Augenbraue und fragte: „Bist du dir da ganz sicher? Die eine Frau hat dich mit Professor Snape angesprochen und du hast nicht widersprochen – du heißt doch Tobias Napes, oder?"

Severus zuckte unmerklich zusammen. Dem Kind entging auch gar nichts. Er setzte sich auf einen Hocker und sah seiner Tochter ganz tief in die Augen. Seine Augen funkelten schwarz wie Obsidian und trafen auf den azurblauen Blick Allisons: „ Ich glaube es ist an der Zeit, dass ich dir von meiner Vergangenheit erzähle. Die Frau – Hermine Granger – kenne ich aus einem früheren Leben. Aber ich fange lieber am Anfang an."

Allison sah ihn mit ihren großen Augen fragend an.

„Ich wurde 1960 in Manchester in England geboren meine Mutter war eine Hexe, sie hieß Eileen Prince bis sie einen Muggel namens Tobias Snape heiratete. Die Ehe meiner Eltern war nicht glücklich. Mein Vater hasste die Magie und ließ und das spüren..."

Allison runzelte ihre Stirn und fragte: „Wieso hat Großmutter einen Muggel geheiratet, der Magie hasste?"

„Sie war jung und hat sich in ihn verliebt. Vermutlich wollte sie auch gegen die Reinblut-Ideale ihrer Eltern aufbegehren. Ich war ein einsames Kind, aber meine Mutter brachte mir schon früh viel über Zaubertränke bei. Als ich neun war traf ich in meiner Nachbarschaft ein rothaariges Mädchen, Lily, sie war genauso alt wie ich und war eine muggelgeborene Hexe. Sie war mein einziger richtiger Freund. Mit elf kamen wir beide nach Hogwarts, das ist eine große Magieschule in Schottland. Leider kamen wir in unterschiedliche Häuser, Lily war Gryffindor und ich war Slytherin. Wir blieben trotzdem die besten Freunde – bis ich sie in unserem fünften Jahr sehr beleidigt habe – ich habe mich dafür entschuldigt, aber sie hat mir das nie verziehen."

Allison streichelte ihrem Vater über den Arm: „Das ist sehr traurig, Daddy. Hast du danach neue Freunde gefunden?"

Severus seufzte und sah seiner Tochter tief in die Augen: „Meine anderen Freunde waren leider die Falschen. Sie waren Anhänger eines bösen Zauberers, der sich Lord Voldemort nannte. Sie brachten mich zu ihm und ich wurde einer seiner Anhänger. Ich beging einen großen Fehler, denn dieser Zauberer tötete meine Freundin Lily und ihren Ehemann, so dass ihr Sohn als Waise aufwachsen musste. Ich war zu Dumbledore gegangen, als ich erfuhr, dass Voldemort hinter Lily und ihrer Familie her war und arbeitete seitdem als Spion der Guten bei Voldemort. Gleichzeitig setzte Voldemort mich als Spion bei Dumbledore ein. Ich begann damals als Zaubertranklehrer in Hogwarts zu arbeiten, das ist jetzt etwa 39 Jahre her..."

„Ui, das ist aber eine lange Zeit."

Severus lachte kurz auf und strich Allison eine Haarsträhne aus dem Gesicht: „Da hast du wohl recht Alli. In meinem zehnten Jahr als Lehrer kam Harry Potter nach Hogwarts – er überlebte den Todesfluch des Dunklen Lords. Hermine Granger war eine sehr gute Freundin Potters, genau wie Ronald Weasley. Die Drei haben mir mein Leben als Lehrer schwer gemacht. Potter begab sich mit seinen Freunden ständig in Gefahr und ich habe ihm mehrfach das Leben retten müssen. Der Dunkel Lord war nach dem Angriff auf die Potters verschwunden, während Potters Schulzeit in Hogwarts unternahm er mehrere Versuche zurück in unsere Welt zu kommen..."

„Wo war er denn in der Zwischenzeit?"

Severus schnaubte verächtlich: „Der Todesfluch, mit dem er Potter töten wollte, wurde reflektiert und Voldemort vegetierte danach als eine Art Geist vor sich hin. Als Potter und seine Freunde im vierten Schuljahr waren, erlang er wieder eine körperliche Form. Die Todesser versammelten sich erneut um ihm zu dienen und ich fungierte abermals als Spion für Dumbledore in ihren Reihen. Drei Jahre später gelang es Potter den Dunklen Lord entgültig zu töten. In der Endschlacht von Hogwarts wurde ich von Voldemorts Schlange Nagini schwer verletzt und wäre fast gestorben. Ich überlebte mit der Hilfe von Hermine Granger. Wir verbrachten die nächsten drei Monate zusammen, Danach verließ ich England und zog nach Australien. Heute habe ich Hermine nach 20 Jahren zum ersten Mal wiedergesehen."

„Kanntet ihr euch gut? Wusstest du, dass sie einen Sohn hat?" Allison legte ihren Kopf schief und sah ihren Vater mit großen Augen an.

Severus schüttelte seinen Kopf: „Hermine war lange Zeit nur eine normale Schülerin für mich. Wir sind uns in den drei Monaten nach dem Krieg sehr nahe gekommen. Nein, Jeremy war eine Überraschung."

Als er über Jeremy sprach, sah Severus sehr nachdenklich aus. Allison sah ihren Vater neugierig an. Hermine und Jeremy berührten etwas in ihrem Vater. Ob es etwas mit dem Pergament im Wohnzimmer zu tun hatte? Sie wollte es herausfinden. Hermine schien eine Frau zu sein, die ihren Vater interessierte. Sie wollte wieder eine richtige Familie haben, seit dem Tod ihrer Mutter, hatte sich Daddy zu sehr zurückgezogen. Er mochte Hermine, sie könnte Mum zwar nie ganz ersetzen, aber es wäre doch schön wieder eine Frau im Haus zu haben. Allison umarmte ihn und sagte: „Danke, dass du mir die Wahrheit über deine Vergangenheit erzählt hast. Ich gehe in mein Zimmer, ich muss noch meine Englisch-Hausaufgabe machen. Ich sehe dich beim Essen Daddy."

Severus nickte und Allison verließ schnell das Labor. Sie ging aber nicht direkt in ihr Zimmer, sie nahm den Umweg durch das Wohnzimmer. Sie sah das Pergament auf dem Couchtisch liegen. Sie sah sich um und sah, dass niemand in der Nähe war. Sie nahm den Zauberstab ihrer Mutter, den sie vor zwei Jahren aus einer Kiste mit den Sachen ihrer Mutter gemopst hatte, und tippte damit das Pergament an: „Copiarius." Neben dem Original entstand eine magische Kopie des Pergaments. Sie nahm diese, faltete sie, steckte sie schnell in ihre Hosentasche und ging damit in ihr Zimmer. Niemandem würde auffallen, dass sie eine Kopie des Pergaments hatte und dessen Inhalt kannte. Sie übte seit zwei Jahren heimlich mit dem alten Zauberstab ihrer Mutter, weil ihr Vater sich geweigert hatte, ihr einen eigenen zu kaufen. Vermutlich ahnte er jedoch längst, dass sie den Zauberstab verwendete, sagte jedoch nichts dazu.

Allison schloss ihre Zimmertür hinter sich und nahm ein Buch aus dem Regal. Sie setzte sich auf ihr Bett und öffnete es. Sie nahm das Pergament, entfaltete es und legte es in das Buch. Sie sah es sich an. Es war ein Stammbaum. Ganz unten sah sie den Namen Jeremy Granger, darüber standen die Namen Hermine Granger und Severus Snape. Allisons Augen wurden ganz groß. Ihr Vater hatte ihr erst vorhin erzählt, dass er in Wirklichkeit Severus Snape hieß, aber vor 20 Jahren seit altes Leben und seinen alten Namen hinter sich gelassen hatte. Jeremy Granger war ihr Bruder. Halbbruder – immerhin hatte er eine andere Mutter. Daddy und Hermine hatten eine Beziehung gehabt, so wie später Mum und Dad.

Allison dachte so für sich: ‚Wenn die beiden wieder zusammenkämen, könnten wir eine richtige Familie sein. Was kann ich tun, damit die Beiden wieder ein Paar werden? Vielleicht sollte ich ihnen mit einem Liebestrank auf die Sprünge helfen. Mhm, ich sollte ein paar Zaubertrankbücher durchsehen, wenn Daddy mit unseren Gästen unterwegs ist. Er wird mit ihnen bestimmt zu den Aborigines gehen, um ihnen die Pflanzen für die Spezialtränke zu zeigen und das wird vermutlich den ganzen Tag dauern. Ich muss einen passenden Trank finden, ihn brauen und lasse die Hauselfen Schokoladen- Muffins backen. Wenn ich den Liebestrank in die Muffins fülle, schmecken sie ihn nicht..."

Während Allison so in Gedanken war, klopfte es plötzlich an ihrer Zimmertür. Sie schloss schnell das Buch mit dem Pergament darin und sagte: „Herein."

Ihr Vater öffnete die Tür: „Allison es ist Zeit für das Abendessen. Dann kannst du auch unsere Gäste kennen lernen, du hast sie bisher nur ganz kurz gesehen."

Allison nickte: „Ich komme gleich Daddy."