Die letzten Tage im Fuchsbau vergingen wie im Fluge. Leider viel zu schnell hieß es Abschied nehmen von den Freunden und Verbündeten. Harry, Ron und Hermine wurden zusammen mit Ginny und Luna, von zahlreichen Ordensmitgliedern begleitet, zum Bahnhof King's Cross gebracht. Am Bahnhof angekommen wurden sie unter zahlreichen Tränen von Mrs. Weasley und den Anderen verabschiedet. Allen standen die Sorgen um die Kinder ins Gesicht geschrieben. Der erste Pfiff ertönte und sie mussten sich beeilen in den Zug einzusteigen. Keiner hatte auf die Zeit geachtet. Viel zu ungewiss war die Zukunft, die ihnen allen bevorstand.

Die Fünf suchten sich ein Abteil ganz am Ende des Zuges, verstauten ihr Gepäck, unter einigem Aufstöhnen, in der Gepäckablage über ihnen und verabschiedeten sich noch einmal aus dem Fenster heraus winkend von den Anderen. Der letzte Pfiff ertönte und der Zug setzte sich langsam in Bewegung. Mrs. Weasley hatte in der Zwischenzeit ein Tuch unter ihrem Umhang hervorgeholt und winkte ihnen damit zum Abschied zu. Ihr war deutlich anzusehen, wie schwer ihr der Abschied diesmal viel.

Auch im Abteil machte sich eine etwas gedrückte Stimmung breit. Alle hofften, dass sie beim nächsten Besuch zur Hause immer noch alle wohl behalten vorhanden. Leise klopfte es an der Abteiltür und alle blickten auf. Dort stand Neville und grinste sie an.

„Hey ist bei euch im Abteil noch ein Platz frei?"

„Klar, komm rein", ermunterte ihn Ginny.

„Danke".

Nachdem Ron und Harry ihm beim Verstauen seines Gepäckes geholfen hatten, machten es sich alle wieder bequem.

„Ach, alles Gute noch nachträglich zum Geburtstag Harry. Wie waren denn die Ferien?"

„Oh danke Neville. Die Ferien waren ganz gut".

„Die meiste Zeit haben wir bei Ron und Ginny im Fuchsbau verbracht", antwortete Hermine etwas ausführlicher. „Während wir da waren, gab es etliche Treffen des Ordens im Haus. Leider durften wir den Treffen nicht beiwohnen und konnten so leider auch nicht sehr viel Neues erfahren. Auch die Langziehohren von Fred und George halfen uns da nicht weiter, da Mrs. Weasley meistens einen Zauber über die Tür legte, so dass sie nicht funktionierten und immer wieder abprallten. Wir wissen nur, dass Voldemort weiter Anhänger um sich scharrt und natürlich die täglichen Angriffe auf die Muggel. Das scheint ja gar nicht mehr aufhören zu wollen". Kurze Zeit lang war es still im ganzen Abteil. Dann meldete sich Neville wieder zu Wort.

„Naja zumindest habt ihr ein bisschen was mitbekommen. Ich musste mir die ganze Zeit von meiner Oma anhören, wie schlecht doch das Ministerium mit dieser Situation umgeht und wie unfähig doch alle sind. Sie kann, wie ich übrigens auch, einfach nicht verstehen, wie man sich einfach so still verhalten kann, wo doch jeden Tag immer wieder Menschen einfach so verschwinden oder Tod aufgefunden werden. Das ist doch nicht normal. Eigentlich müssten sie doch überall auf die Gefahren aufmerksam machen".

„Genau das Gleiche können wir auch nur immer wieder sagen. Es ist unbegreiflich. Ich meine, irgendetwas müssen sie doch mal unternehmen. Man kann doch nicht nur dasitzen und so tun, als ob der dunkelste Zauberer aller Zeiten einfach nicht existiert" ereiferte sich Ron. „Er scharrt jeden Tag neue Anhänger um sich, seine Armee wird immer größer und stärker und das Ministerium dreht Däumchen anstatt sich selber um Verbündete zu kümmern".

„Versuch dich zu beruhigen Ron. Vielleicht baut ja das Ministerium seine ganz eigene Armee auf, ohne das es jemand erfahren soll".

„Ich hab da wenig Glauben dran Luna. Es sieht eher so aus, als ob sie nicht wüssten, was sie tun soll. Die Einzigen, die versuchen Leute auf unsere Seite zu ziehen, sind die Mitglieder des Ordens. Nur leider ist das ziemlich schwierig. Die Leute haben Angst davor, sich öffentlich gegen Voldemort zu stellen. Sie befürchten, dass er sie oder ihre Angehörigen findet. Was leider auch nicht ganz unbegründet ist. Aber wenn der Orden etwas mehr Unterstützung vom Ministerium bekommen würde, wäre die Arbeit wahrscheinlich nicht ganz so schwierig. Mehr Menschen würden den Mut finden, sich der Guten Seite anzuschließen. Dumbledore, dessen Ruf das Ministerium ganz schön angekratzt hat, kann auch keine neuen Leute aus dem Hut zaubern. Wie sollen die Leute ihm bedingungslos vertrauen, wo er vom Ministerium damals öffentlich als senil hingestellt wurde, als er verbreitete, dass Voldemort wieder da sei".

„Du hast Recht Hermine. Aber lasst uns bitte mal das Thema wechseln. Ich glaube, wir alle haben in letzter Zeit genug über dieses Thema diskutiert" wendete Ginny ein.

„Wie war eigentlich deine Geburtstagsparty Harry?" wollte Neville wissen.

„Die war super gewesen. Fred und George haben ein riesiges Feuerwerk gezündet. Ich weiß immer noch nicht, wie sie das angestellt haben, aber die Feuerwerkskörper zeichneten zahlreiche schöne und alte Erinnerungen von Hogwarts an den Nachthimmel. So etwas Spektakuläres habe ich noch nie gesehen. Vor allem bei Snape's Anblick, in den Sachen deiner Großmutter, konnte sich keiner mehr auf dem Stuhl halten. Alleine die Mühe, die sie sich damit gemacht haben. Aber irgendeine Riesenüberraschung war von den Beiden auch zu erwarten. Ich hätte nur nicht gedacht, dass sie so schön sein würde. Lupin und Tonks waren auch da, genauso wie Mad Eye, Hagrid und Shacklebolt. Für einen Abend konnte sie alle die düsteren Zeiten hinter sich lassen. Ich glaube so entspannt, wie an diesem Abend, habe ich sie schon lange nicht mehr gesehen".

„Wow, da kann man wirklich glatt neidisch werden. Da wäre ich wirklich gerne mit dabei gewesen, aber meine Oma wollte mich leider nicht aus den Augen lassen". Neville schaute etwas deprimiert zu Boden, als er daran dachte, wie viel Spaß die Anderen wohl an diesem Abend gehabt hatten.

„Nicht traurig sein Neville", versuchte ihn Ginny etwas aufzumuntern. „Das wird bestimmt nicht das letzte Fest gewesen sein. Und wenn Voldemort erst einmal besiegt ist, dann wird es noch viel größere Feste, als bei uns zu Hause, geben. Und ganz ehrlich, wer weiß denn schon, was Dumbledore sich für dieses Schuljahr ausgedacht hat. Du weißt ja, dass er gerade in dieser Zeit die Häuser näher zusammen bringen will. Wer kann schon erahnen, wie er sich das genau vorstellt. Dabei schadet es bestimmt auch nicht, wenn die Moral der Schüler etwas angehoben wird".

Dankbar lächelte Neville sie bei diesem Worten an. An seinem Gesicht konnte man ablesen, dass es ihm schon wieder etwas besser ging.

Ihre Unterhaltung wurde jäh von dem Süßigkeitenwagen unterbrochen, der an ihrem Abteil vorbei kam und an dem sich alle gut bedienten. Keiner wollte die Unterhaltung weiterführen, so dass sich Schweigen im Abteil breit machte.

Harry schaute in Gedanken versunken aus dem Fenster. Er dachte darüber nach, was ihnen dieses Schuljahr alles bevorstehen würde. Was hatte sich Dumbeldore wohl an Überraschungen für die Schüler ausgedacht? Hatten die Geschehnisse irgendeine Auswirkung auf den Alltag von Hogwarts? Was würde ihnen dieses Jahr wohl beigebracht werden? Wie sollten sie sich auf den Kampf gegen Voldemort vorbereiten? War es in Hogwarts nach wie vor immer noch so sicher? Fragen über Fragen strömten durch seinen Kopf. Passend zu dem gedrücktem Schweigen im Abteil regnete es draußen unaufhörlich in Strömen. Luna war in ihrem Quibbler vertieft, während Ron, Ginny und Neville anfingen eine Runde Exploding Snape zu spielen. Hermine las in einem ihrer zahlreichen Bücher für das letzte Schuljahr. So verging langsam die Zeit bis Ron und Hermine zu ihrer Kontrollrunde aufbrechen mussten. Sie verabschiedeten sich von den Anderen und gingen langsam den Gang herunter.

„Gleich im Anschluss an unseren Rundgang müssen wir uns im Abteil der Vertrauensschüler einfinden. Professor Astoria gibt uns Einweisungen für das neue Schuljahr und ich glaube, dass sie auch die Schulsprecher bestimmen wird. ".

„Was meinst du Hermine, werden Parkinson und Malfoy wieder die Vertrauensschüler von Slytherin sein? Ich hoffe und glaube, dass du wohl eine der Schulsprecher werden wirst. Keiner in der Schule ist so intelligent und obendrein auch noch freundlich zu den Schülern. Würde mich wundern, wenn Dumbeldore das nicht anerkennt"

„Danke Ron. Das ist wahnsinnig nett von dir. Insgeheim wäre ich sehr gerne Schulsprecherin. Was Malfoy und Parkinson betrifft, ich würde mir wünschen, dass sie es nicht wären. In den vergangenen zwei Jahren haben sie den anderen Schülern das Leben nicht gerade leicht gemacht. Sie sollen die Schüler ja nur bestrafen, wenn sie sich nicht an die Regeln halten. Aber die Beiden haben jeden zur Ordnung gebracht, der sie auch nur schief angeschaut hat. Sie haben ihr Amt einfach nur missbraucht. Allerdings kann ich mir auch nicht vorstellen, wer an ihre Stelle treten sollte", antwortete Hermine etwas deprimiert.

„Hm… also Crabbe oder Goyle mit Sicherheit nicht". Daraufhin mussten beide losprusten. „Nein jetzt mal im ernst. Vielleicht Zabini?"

„Ich weiß zwar nicht, wie du gerade auf ihn kommst, aber eine Überlegung wäre er schon wert. Er macht nicht so einen überheblichen Eindruck wie Malfoy und ist vergleichsweise schon nett zu den Schülern. Ich glaube auch kaum, dass er sein Amt ausnutzen würde um Anderen das Leben schwer zu machen. Alte Runen belegt er auch und da hat er bis jetzt einen ziemlich ruhigen und intelligenten Eindruck gemacht. Warum ihn Dumbledore nicht zum Vertrauensschüler ernannt hat, ist schon ein wenig seltsam. Naja wie auch immer. Ich glaube nicht, dass wir das Glück haben werden, auf Malfoy und Parkinson verzichten zu können".

„Nein, definitiv nicht. Ich seh Malfoy schon im Abteil sitzen".

Kaum hatten sie das Abteil der Vertrauensschüler komplett erreicht, konnte Hermine auch schon das weißblonde Haar von Malfoy sehen. Gott wie sie diesen Typen hasste. Alleine wie er dort schon wieder angeberisch saß und sich für Gott weiß was Besseres hielt. Allerdings konnte sie Parkinson nirgends entdecken. Komisch, sie konnte doch sonst nie von Malfoy weichen. Ganz bei der Sache schien der aber auch nicht zu sein, irgendwie blasser als sonst. Ihr Eindruck verstärkte sich noch, als sie und Ron das Abteil betraten. Innerlich hatte sich Hermine schon eine Erwiderung auf die Zunge gelegt, egal was da wieder von Seiten Malfoys kommen würde. Doch zu ihrer großen Überraschung hatte er nichts zu sagen. Nicht einmal aufschauen wollte er. Zusammen mit Ron steuerte sie zielstrebig auf die Vertrauensschüler von Ravenclaw zu und setze sich gespannt nieder.

Ein paar Minuten mussten sich die Schüler gedulden, bevor die Abteiltür ein weiteres Mal aufgeschoben wurde und Professor Astoria in ihrem langen blauen Umhang eintrat.

„Meine lieben Schüler. Ein neues Schuljahr hat begonnen und ich freue mich Sie alle gesund und munter wiederzusehen. Wie sie sicher schon bemerkt haben, ist Miss Parkinson nicht anwesend. Ihr Amt wird durch Professor Dumbledore in den nächsten Tagen neu besetzt werden, da Miss Parkinson nicht die Absicht besitzt, dieses Schuljahr noch einmal zurück zu kehren".

„Wieso kommt sie denn nicht wieder? Ist ihr etwas zugestoßen?", fragte Cho, Vertrauensschülerin von Ravenclaw.

„Nein ihr geht es bestens. Ihre Eltern fanden es nur sehr viel sinnvoller, wenn sie die Schule verlässt und stattdessen zu Hause Privatunterricht erhält. Mehr müssen Sie zu diesem Zeitpunkt nicht wissen. Wie Ihnen sicherlich allen bekannt ist, werden aus dem 7. Jahrgang der Schulsprecher und die Schulsprecherin gewählt. Direktor Dumbledore hat dafür Mr. Malfoy und Miss Granger bestimmt, die dieses Amt mit Würde vertreten werden. Auf Sie warten zahlreiche neue Aufgaben, die Sie nur zusammen erfüllen können. Sie werden weiterhin die Privilegien haben sich in den Räumlichkeiten der Vertrauensschüler aufzuhalten und auch ihre Patrouillen bleiben weiterhin bestehen. Genaueres werden Sie aber noch während des Schuljahres erfahren. Mehr habe ich Ihnen im Moment auch nicht weiter mitzuteilen. Wir sehen uns auf Hogwarts wieder. Ich wünsche Ihnen noch eine angenehme Zugfahrt".

Und damit verließ Professor Astoria das Abteil. Lautes Gemurmel brach im Abteil aus. Erste Spekulationen über Pansy Parkinson wurden angestellt. Ist sie zu den Todessern übergewandert? Wurde sie in den inneren Kreis aufgenommen? Oder meinten Ihre Eltern wirklich, dass sie zu Hause besser unterrichtet werden könnte.

Vom letzteren war Hermine nicht sehr überzeugt. Es war doch klar, dass es nirgendwo bessere Lernmöglichkeiten als in Hogwarts gab. Hauslehrer konnten bei weitem nicht mit den Möglichkeiten der hiesigen Lehrerschaft mithalten. Das konnte also nicht der Grund für ihr Verschwinden sein. Da musste definitiv noch etwas anderes dahinter stecken. Nur was, das war die entscheidende Frage. Es war doch eher wahrscheinlich, dass sie sich den Todessern angeschlossen hatte. Schon komisch, dass Malfoy immer noch hier war. Seine Familie gehörte seit Jahren zu den engsten Verbündeten von Voldemort und er schien dieses Schuljahr ganz normal am Unterricht teilzunehmen. Oh Gott und mit ihm sollte sie das Amt der Schulsprecher übernehmen. Was hatte sich Dumbeldore dabei bloß gedacht? Sie freute sich natürlich über das Vertrauen, was Dumbeldore ihr entgegenbrachte und insgeheim hatte sie sich auch gewünscht, beinahe sogar schon erwartet, zur Schulsprecherin ernannt zu werden. Das zeugte von sehr großem Vertrauen. Aber wie konnte er das bloß diesem schleimigen Slytherin entgegen bringen. Da wurde doch der Hund in der Pfanne verrückt. Es gab so viele Möglichkeiten, die hundert Mal besser gewesen wären, als dieses Frettchen. Irgendwie musste sie sich wohl mit diesem Gedanken arrangieren. Es bringt ja doch nichts sich darüber aufzuregen. Sie konnte nur hoffen, dass irgendwas Produktives bei dieser Zusammenarbeit herauskam. Schlimmer, als das sie die ganze Arbeit alleine machen musste, konnte es ja nicht werden. Und da sie sowieso eigentlich alles lieber alleine machte, was auch nur irgendwie mit der Schule zusammen hing. Sie würde es diesem eingebildeten Slytherin schon zeigen.

Bei ihrer ganzen Grübelei bemerkte Hermine nicht, dass alle anderen Vertrauensschüler das Abteil schon längst verlassen hatten. Nur Ron stand noch neben ihr und versuchte irgendwie ihre Aufmerksamkeit zu ergattern. Schließlich packte er sie etwas doller am Arm, so dass sie endlich wieder zu sich kam.

„Erde an Hermine, Erde an Hermine. Wo bist du nur mit deinen Gedanken? Alle Anderen sind schon lange weg. Wir müssen auch langsam mal wieder zu den Anderen zurück. Die wollen bestimmt auch noch wissen, was Professor Astoria von uns wollte".

„Tut mir leid Ron. Ich war wohl ganz schön tief in Gedanken versunken". Beide machten sich auf den Rückweg zu ihrem Abteil.

„Das kannst du aber laut sagen Hermine. Ich habe bestimmt 10 Minuten versucht dich anzusprechen, aber nichts hat geholfen. Langsam wusste ich mir nicht mehr anders zu helfen".

„Das wollte ich wirklich nicht".

„Schon gut. Über was hast du eigentlich so intensiv gegrübelt? Findest du nicht auch, dass Dumbledore nicht mehr ganz bei Trost war, als er Malfoy zum Schulsprecher ernannt hat?"

„Ich versteh es auch nicht Ron. Das war eine Sache, worüber ich nachdachte. Malfoy ist weder besonders zuverlässig, noch sonst irgendwie geeignet um in einen solchen Posten erhoben zu werden. Die ganze Arbeit wird, nach seinem Willen, bestimmt an mir hängen bleiben, aber das kann er sich abschminken. Ich könnte platzen vor Wut. Ich hab mich so sehr gefreut, dieses Amt zu bekommen und dann stellt er mir ausgerechnet Malfoy zur Seite. Ich versteh es einfach nicht. Was um Himmels Willen habe ich verbrochen um mit ihm zusammen arbeiten zu müssen? Das ist so unfair!"

„Noch dazu wo sein Vater ein bekannter Todesser ist. Wie kann er so jemanden auch nur in die engere Auswahl nehmen? Ich könnte wetten, er ist selber schon zu einen von denen geworden. Immer so schön stolz auf sein Blut und die reine Herkunft, immer andere Leute schikanieren… Oh wie ich ihn hasse. Und du musst auch noch mit ihm zusammen arbeiten. Du tust mir so unendlich Leid Hermine. Wenn er dir irgendwie zu Nahe kommen sollte oder dich in irgendeiner Weise auch nur schräg von der Seite anmacht, dann sagst du das mir sofort und ich werde ihn eigenhändig umbringen".

„Ron! Das ist wirklich sehr lieb und nett von dir, aber ich komme ganz gut alleine klar, falls er irgendwas planen oder anstellen sollte. Du erinnerst dich doch bestimmt noch an das dritte Schuljahr, oder? Seitdem sind doch seine Beleidigungen etwas abgeflaut, sobald man ihm zu nahe kommt. Außerdem hab ich eher das Gefühl, dass ihn das alles in keinster Weise interessiert".

„Wie kommst du denn darauf?"

„Hast du irgendeine Reaktion seinerseits auf die Nachricht festgestellt?"

„Was genau meinst du Mine?"

„Hast du das wirklich nicht mitbekommen Ron?"

„Was mitbekommen?"

„Du bist doch wirklich ein hoffnungsloser Fall. Zum Ersten, als wir in das Abteil gekommen sind, hat Malfoy nicht einmal registriert, dass wir herein gekommen sind, und das ist schon merkwürdig. Das er uns aber noch nicht einmal beleidigt, wo er doch sonst jede Gelegenheit nutzt, ist mehr als merkwürdig. Zum Zweiten, erinnerst du dich, dass er irgendeine Reaktion gezeigt hat, als uns erzählt wurde, dass Pansy nicht mehr zur Schule kommt, sondern lieber Privatunterricht oder was auch immer hat?"

„Aber meinst du nicht, dass das Letztere auch daher kommen könnte, dass er genau weiß, warum diese Parkinson nicht mehr zur Schule kommt? Warum sollte er großartig überrascht sein?".

„Ich glaube da nicht so recht dran. Selbst dann hätte er irgendeine Reaktion gezeigt und sei es nur sein selbstgefälliges Lächeln zur Schau zu stellen. Irgendwas ist da faul. Die auffälligste Rektion war ja wohl die, als er erfahren hat, dass er Schulsprecher wird und zwar mit mir zusammen".

„Das verstehe ich nicht ganz Mine. Er hat doch überhaupt nicht reagiert".

Sie blickte genervt und ungeduldig zur Decke.

„Sag mal Ron, merkst du was? Das ist es doch gerade! Er hat keine verdammte Reaktion gezeigt. Er hätte ausrasten müssen. Für ihn müsste es das Schlimmste auf Erden sein mit mir zusammen arbeiten zu müssen. Er hätte mir verhasste Blicke zuwerfen müssen. Er hätte alles tun müssen, um dieses Amt wieder aberlegt zu bekommen. Er hätte sich mit Händen und Füßen dagegen wehren müssen. Seit wann arbeitet denn bitteschön ein reiches Reinblut mit einem armseligen Schlammblut zusammen? Das ist doch nicht normal".

„Jetzt wo du es sagst, fällt es in der Tat auf. Meinst du, er plant etwas? War er deswegen so ruhig?"

„Ich weiß es nicht, aber vorzustellen wäre es".

„Wie gesagt, wenn er dir irgendetwas antun sollte, ich schwöre bei Merlins Bart, das wird er nicht überleben".

„Ron jetzt übertreib es nicht. Erstes kann ich, wie ich dir schon sagte, sehr gut auf mich alleine aufpassen. Und zweitens, begib dich ja noch auf Malfoys Niveau herunter. Das hast du nun so gar nicht nötig."

Endlich waren sie am letzten Abteil angekommen. Ron konnte es nicht erwarten ihnen von den mehr oder weniger großartigen Neuigkeiten zu berichten.

„Hermine wurde zur Schulsprecherin ernannt. Ist das nicht toll?" strahlte Ron über das ganze Gesicht.

„Hey, Glückwunsch Hermine", schallte es von allen Seiten auf sie ein.

„Danke" mit hochrotem Kopf, aber einem Lächeln auf dem Gesicht, setzte sich Hermine auf ihren Platz und studierte ihr Buch weiter. So richtig nach erzählen, war ihr im Moment nicht zur Mute, also versuchte sie sich mit dem Buch abzulenken.

Währenddessen schilderte Ron, was weiterhin im Vertrauensschülerabteil geschah. Alle waren sich darin überein, dass etwas ganz und gar nicht mit Malfoy stimmte. Er führte etwas im Schilde und es würde nur eine Frage der Zeit sein, bis sie ihm auf die Schliche kamen. Sie konnten nicht zulassen, dass Hermine auch nur ein Haar gekrümmt werden sollte, wenn sie schon mit diesem Frettchen zusammen arbeiten musste. Keiner konnte sich vorstellen, wie diese Zusammenarbeit überhaupt klappen sollte, ohne das sich Beide gegenseitig verhexten. Es war nur zu wünschen, dass sich die Zeit der Zusammenarbeit in Grenzen hielt. Doch noch konnte keiner ahnen, was Dumbledore alles für dieses Jahr geplant hatte.