6. Kapitel
Am Nachmittag war es endlich soweit. Hermine, Harry und Ron waren schon verdammt neugierig und gespannt, wie Prof. Black heute in Verteidigung gegen die dunklen Künste sein würde. Sie versuchten ihre Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Schließlich war der Prof. gerade einmal 5-6 Jahre älter als sie selbst. Was konnte er also an Erfahrung vorweisen?
Andererseits hatte er den Posten mit Sicherheit auch nicht ohne weiteres bekommen. Schließlich konnte auch Dumbeldore trotz seines fortgeschrittenen Alters zur Not noch immer unterrichten, wenn sich kein geeigneter Lehrer finden ließe. So dachte zumindest Hermine. Ob er seine Fähigkeiten wohl schon in einem Kampf beweisen musste? Wie sonst wird er wohl zu seiner Narbe gekommen sein? In ihrem Magen machte sich ein angenehmes Kribbeln breit, wenn sie nur schon an ihren Prof. dachte. Trotz der Narbe fand sie ihn insgeheim sehr gutaussehend und auch irgendwie niedlich. Wenn das Ginny oder Parvati hören würden. Sie konnte sich schon lebhaft den geschockten Gesichtsausdruck der Beiden vorstellen und die Frage, seit wann sie sich denn für Jungs interessierte und nicht mehr nur für Bücher. Und dann würden die Beiden gar nicht mehr aufhören sie mit Fragen zu bombardieren. Sie hatte schon bei Viktor Krum Glück gehabt, dass sie nicht mit Fragen gelöchert wurde, wie ein Schweizer Käse. Wenn sie an die Sache mit Krum zurück dachte, musste sie doch ein bisschen schmunzeln. Wie Ron damals halb ausgetickt war, weil er dachte, sie hätte was mit dem bulgarischen Idol. Im Nachhinein war es zum Schreien komisch. Doch damals war sie richtig wütend auf ihn gewesen. Er hatte es doch fast geschafft, ihr den kompletten Abend zu versauen. Und warum das Ganze? Nur weil er zu spät erkannt hatte, dass sie ja auch ein Mädchen war, was er hätte fragen können, anstatt sie als „Notdate" für sich gewinnen zu wollen. Bis auf ein paar kleine Aussetzer war er mittlerweile Gott sei Dank erwachsener geworden.
„Hey Mine, wo bist du eigentlich grad mit deinen Gedanken? Wir versuchen schon seit Minuten dich anzusprechen, aber du reagierst kein bisschen darauf. Was los mit dir?"
„Nichts Ron, was sollte schon sein?" fragte sie etwas verdutzt.
„Weil du die ganze Zeit vor dich hingrinst, obwohl es dafür keinen Anlass gibt".
„Ach seit wann braucht man denn einen triftigen Grund um zu grinsen?" erwiderte sie etwas bissig.
„Weil das sonst einfach dämlich aussieht". Wie war das mit den kleinen Aussetzern zwischen durch? Das schien gerade wieder einer dieser Momente zu sein.
„Willst du mir etwas Bestimmtes sagen, Ronald?"
„Ron, ich glaube es ist besser, wenn du jetzt die Klappe hältst?"
„Wieso das denn Harry?"
„Sag mal kriegst du noch was mit? Da muss man doch schon wirklich blind sein. Vielleicht solltest du Mine einfach in Ruhe lassen. Wenn es etwas gibt, was sie mit uns teilen möchte, dann wird sie das schon sagen. Und wenn sie mal eben grinsen will, dann lass sie einfach".
Wenn Harry doch nur immer so gut darin wäre, die Gefühle von Mädchen zu verstehen und deuten, aber das war leider einer der wenigen Momente.
„Kannst du mir bitteschön mal erklären, was ich nu schon wieder gesagt habe, dass Hermine gleich wieder auf 180 springt?"
„Ich springe überhaupt nicht auf 180", empörte sich Hermine. „Ich kann es dir nur noch einmal sagen, lass mich grinsen, wenn mir danach ist und hinterfrag nicht ständig alles. Ich bin dir keine Rechenschaft schuldig. Wenn es dich was angeht, dann sag ich dir das. Und ansonsten lass mir doch einfach meinen Spaß".
Ron blickte sie etwas verständnislos an.
„Das erkläre ich dir später Ron".
„Danke Harry".
„Wir sollten langsam mal losgehen, bevor wir noch zu spät zu Verteidigung gegen die dunklen Künste kommen. Wir wollen doch nicht gleich einen schlechten Eindruck bei Prof. Black hinterlassen".
„Los geht's" sprachen Harry und Ron im Chor. Die Stimmung hatte sich schlagartig wieder gebessert, als sie auf ihr Lieblingsfach zu sprechen kamen.
„Es ist wirklich Schade, dass wir dieses Fach immer mit den Slytherins haben müssen. Irgendwie trübt das jedes Mal so ein bisschen meine Freude".
„Ach ignorier die Deppen doch einfach Ron. Als ob sie uns in dem Fach irgendwie was könnten."
„Recht hast du Harry", stimmte ihm Hermine zu.
„Ich versteh nur nicht, warum wir dieses geile Fach immer mit den Slytherins haben müssen. Gibt doch schließlich auch noch zwei andere Häuser hier".
„Ich denke Ron, das dient einfach nur der Einheit und dem Zusammenhalt der Häuser untereinander. Slytherin und Gryffindor können sich von allen Häusern am wenigsten ab. Und dank der verqueren Logik von Dumbledore ist das wohl der einfachste Weg die beiden Häuser wieder zusammen zu führen. Ich für meinen Teil halte diese Idee ja für absolut schwachsinnig, da man in den letzten Jahren schon gesehen hat, dass das überhaupt nichts bringt".
„Und passend dazu kommen jetzt auch noch der Schulsprecher und die Schulsprecherin aus eben diesen zwei Häusern", ergänzte Harry.
„Und ausgerechnet auch noch die zwei Schüler, die am wenigsten miteinander können. Klingt für mich nach einem schwachsinnig genialen Plan", murrte Ron. „Man kannst du einem Leid tun, ausgerechnet mit diesem Frettchen musst du den Rest des Schuljahres zusammen leben".
„Wenn das Frettchen weiterhin so ruhig ist, wie jetzt, dann geht's. Wenn der Vollidiot wieder aus ihm raus kommt, dann wird es kritisch. Aber da ich Malfoy schon immer in seine Schranken weisen konnte, wird er eher derjenige sein, der den ganzen Schaden aus dieser Angelegenheit davon tragen wird".
„Sag mal Mine, kommt es mir nur so vor, oder bist du dieses Schuljahr wirklich angriffslustiger, als die letzten".
Hm….irgendwie hatte Harry ja Recht. Sie war wirklich viel leichter aus der Ruhe zu bringen und war wegen jedem bisschen gereizt und raunzte jeden an. Woher kam das nur? Erklären konnte sie es nicht wirklich. Vielleicht war sie auch einfach sauer, weil sie sich das Amt einfach mit Malfoy teilen musste und schon genau wusste, dass sie die meisten Zeit eh nur streiten und sich auf die Nerven gehen würden. Warum auch ausgerechnet dieser Kotzbrocken. Ganz ruhig Hermine, lass dir von dem nicht schon wieder die Laune verderben. Du hast gleich Verteidigung gegen die dunklen Künste, mit einem Lehrer, der obendrein auch noch verdammt gut aussieht.
„Ach Quatsch Harry", erwiderte sie mit einem strahlenden Lächeln.
„Deine Launen sind aber manchmal auch komisch".
Als die drei das Klassenzimmer erreicht hatten, stellten sie fest, dass sie bis jetzt die Einzigen waren, die eingetroffen waren. Ganz gemütlich suchten sie sich ihre Plätze in der ersten Reihe. Weit und breit war noch nichts von ihrem Professor zu sehen.
Nicht lange nach ihnen, kamen auch die anderen Schüler und suchten sich ihre Plätze. Hermine ließ ihren Blick über die Reihen der Syltherins gleiten und entdeckte Malfoy neben Zabini. Der Dunkelhäutige versuchte vergebens Malfoy in ein Gespräch zu verwickeln. Die Beiden waren ein Unterschied wie Tag und Nacht oder Sommer und Winter. Zabini, der braungebrannte dunkelhaarige Mädchenschwarm und daneben eine sehr blasse und platinblonde Kopie. Hermine fragte sich immer, wie die Beiden eigentlich miteinander auskamen, wo sie das genaue Gegenteil des Gegenübers waren.
Das Klingeln der Schulglocken riss sie wieder aus ihren Gedanken.
Nachdem Professor Black auch 5min nach dem Klingelzeichen noch nicht die Klasse betreten hatte, machte sich langsam spürbar Unruhe breit. Die ersten Schüler fingen an miteinander zu flüstern. Keiner von ihnen bemerkte den Schatten, der langsam an der Wand entlang kroch.
„Ich wünsche Ihnen allen einen guten Morgen. Willkommen zur ersten Unterrichtsstunde".
Schlagartig verstummte jede noch so kleine Unterhaltung. Alle Schüler blickten sich verwirrt im Raum um. Woher kam die Stimme des Professors? Aber nicht einmal Hermine, wusste wo sich ihr Professor aufhielt.
Auf einmal vernahm Hermine ein unterdrücktes Kichern und blickte verwirrt zu Harry. Der konnte sich ein breites Grinsen nicht mehr verkneifen.
„Guten Morgen Professor". Alle Schüler im Raum drehten sich sofort zu Harry.
„Ah Mr. Potter, wie es mir scheint, sind sie der Einzige, der weiß, wo ich mich zurzeit aufhalte. Wollen sie ihren Mitstudenten nicht ein wenig unter die Arme greifen und verraten, wo ich mich zurzeit befinde?"
„Sicher doch Sir. Sie stehen an der gegenüberliegenden Wand, zwischen dem Bücherregal und dem Kerzenhalter an der Wand".
Jeder Schüler ruckte seinen Kopf sofort zu der entsprechenden Stelle, auf die Harry zeigt. Doch noch immer konnte keiner erkennen, wo der Professor sein sollte. Auch Hermine konnte es sich nicht erklären, wie Harry so schnell sehen konnte, in welcher Ecke des Raumes sich Professor Black befand.
„Verdammt Harry, wie hast du das gemacht?" flüsterte sie ihm zu.
„Hervorragend Mr. Potter. 10 Punkte für Gryffindor. Kann mir jemand erklären, wie ich mich so gut tarnen konnte?"
Sofort ragte Harry's Arm in die Luft. Viele seiner Mitschüler wussten, dass ihm in Verteidigung gegen die dunklen Künste nicht viele das Wasser reichen konnte, wenn überhaupt jemand. Aber dennoch hatten sie erwartet, dass Hermine diejenige war, die sich schneller melden würde. Doch von ihr war nicht die geringste Bewegung ausgegangen. So als wüsste sie das erste Mal etwas nicht.
„Nun Mr. Potter, wie habe ich das angestellt?" fragte der Lehrer ruhig, der mittlerweile für alle sichtbar geworden war.
,,Ich würde sagen als Basis für ihren Zauber diente ein Desillusionierungszauber. Des Weiteren haben sie diesen mit einem Schattenzauber kombiniert, sodass man denken könnte, dass sie lediglich ein Schatten sind, der sich aber beliebig an jedes Objekt anpassen kann. Die Kombination dieser beiden Zauber ist höchst effizient, da der Gegner nicht auf die Idee kommen würde, sie hinter einem Schatten zu vermuten. Zumal ja ihr Schatten jede erdenkliche Form annehmen kann".
Hermine starrte Harry mit offenem Mund an. Auch als sie ihren Blick kurz über die Anderen schweifen lies, bemerkte sie, dass diese nicht weniger erstaunt drein blickten.
,,Sehr gut Mr. Potter. Ich bin beeindruckt. Das gibt weitere 10 Punkte für Gryffindor. Nun diese Kombination von Zaubern ist nur eine der vielen vielen Möglichkeiten um sich vor den dunklen Künsten zu schützen. Bei simplen Todessern, die nicht einmal einen Sessel von einem Sofa unterscheiden können, funktioniert er tadellos, aber ich bezweifle, dass er gegen Voldemort", viele Schüler zuckten bei der Nennung des Namens zusammen, ,, sehr viel ausrichten kann. Es gibt kaum einen Zauber, der ihm wohl nicht geläufig ist, wohingegen wir kaum erahnen können, welcher Zauber er wohl mächtig ist.
Aus diesem Grund ist es auch außerordentlich schwierig einzuschätzen, welche der aber vielen Zauber, die es gibt, für sie dieses Jahr die Entscheidenden sind. Ich muss nicht noch extra erwähnen, dass das Schuljahr eigentlich viel zu kurz ist, um sie bestens auf das vorzubereiten, was uns wohl alle erwarten wird. Selbst wenn wir jeden Tag des gesamten Schuljahres zur Verfügung hätten und sie kein weiteres Fach nebenher belegen müssten, könnte ich ihnen nur einen Bruchteil von dem zeigen, was für sie nützlich und hilfreich sein wird.
Bleibt also die Überlegung, was ich ihnen dieses Schuljahr alles beibringen sollte. Ich denke über die Unverzeilichen Flüche wurden sie im vergangenen Jahr bei Professor Snape und davor von Mad Eye Moody genügend aufgeklärt, so dass ich auf diese nicht noch einmal eingehen werde. Es gibt genügend weitere schwerwiegende Flüche, von denen teilweise noch nicht einmal das Ministerium eine Ahnung hat. Daher werde ich ihnen in diesem Jahr die dunklen Künste aus Bulgarien, Rumänien und ähnlich bekannten Ländern der schwarzen Magie beibringen. Sie werden nicht nur lernen, sich gegen diese Zauber zu schützen, sondern auch sie anzuwenden. Nichts überrascht einen Todesser mehr, als wenn er mit seinen eigenen Flüchen bekämpft wird. Denn viele von ihnen kennen zum Glück den jeweiligen Gegenzauber nicht". Ein Raunen ging durch das Klassenzimmer.
„Sie sehen also meine Herrschaften wir haben mehr als genug zu tun in diesem Semester. Somit halte ich mich nicht länger mit der Vortragspredigt auf, sondern lassen sie uns anfangen. Da die meisten von ihnen vorhin den Eindruck erweckten, dass sie den Desillusionierungszauber nicht kannten, werden wir direkt damit anfangen. Sobald sie diesen gemeistert haben, kombinieren sie ihn mit dem Schattenzauber. Ich erwarte von ihnen, da dieser Zauber insgesamt nicht besonders schwer ist, dass ihn jeder am Ende der Stunde beherrscht. Wer es dennoch nicht schaffen sollte, findet sich heute noch um 17Uhr bei mir zum Nachsitzen ein. Das sollte für sie Motivation genug sein. Lesen sie sich bitte die Einleitung an der Tafel durch und beginnen sie danach mit dem Üben".
Sofort übernahmen die Schüler die Anweisungen von der Tafel. Keiner traute sich auch nur zu flüstern, dafür war jeder auch zu sehr in seine Arbeit vertieft.
Die ganze Stunde über übten sie die Tarnung. Allen standen schon die Schweißperlen auf der Stirn. Keiner wollte sich gleich nach der ersten Stunde ein Nachsitzen einhandeln. Zu peinlich wäre es ihnen gewesen der vielleicht Einzige zu sein. Deswegen achteten die meisten Schüler auch auf die Anderen, um zu sehen wie weit sie schon waren. Harry hatte keinerlei Schwierigkeiten mit diesem Zauber. Zwar hatte er Beide zuvor noch nie angewendet, aber es war einfach sein Fach. Hier konnte er zeigen, was wirklich in ihm steckte. Nichts ging im leichter von der Hand, nichts machte ihm mehr Spaß und begeisterte ihn, als Zauber gegen die Todesser und zu seiner Verteidigung zu lernen. Schnell merkte er aber auch, dass vor allem Ron seine guten Schwierigkeiten mit dem Zauber hatte.
Hermine viel es zwar auch nicht leicht, aber bei ihr war abzusehen, dass sie bis zum Ende der Stunde den Zauber geschafft hatte. Bei Ron sah das allerdings ganz anders aus. Er schaffte noch nicht einmal ganz den Desillusionierungszauber. Er versuchte ihm hier und da ein paar Tipps zu geben und nach 10 Minuten hatte Ron es endlich geschafft.
Jetzt konnte er die letzte Zeit noch dafür aufbringen auch den Schattenzauber zu lernen. Mit diesem hatte Ron Gott sei Dank weitaus weniger Schwierigkeiten. Auch ohne die Hilfe von Harry schaffte er es den Zauber zu lernen. Man sah Ron deutlich an, dass er stolz darauf war, den letzten Teil auch ohne Harry geschafft zu haben.
„So meine Herrschaften der Moment der Wahrheit ist gekommen. Dann wollen wir doch mal sehen, wer von ihnen den Zauber beherrscht. Sie drei hier vorne möchte ich bitten den Anfang zu machen."
Hermine, Ron und Harry traten nach vorne. Als erstes war Hermine an der Reihe. Ihr gelang der Zauber ganz gut, wenn auch nicht so perfekt wie beim Professor. Ron war in etwa gleich gut wie sie. Dann kam Harry an die Reihe. Alle starrten ihn gespannt an. Von ihm erwartete man mehr, da er ja schon die Zauber erkannt hatte. Und tatsächlich. Ihm gelang es den Zauber so perfekt wie der Professor hinzukriegen. Alle Gryffindors zeigten sich sehr erstaunt und applaudierten Harry. Die Slytherins hatten nicht mehr als ein paar abfällige Blicke für diese Leistung übrig.
„Sehr schön Mr. Potter. Weitere 5 Punkte für Gryffindor. So stellen sie sich bitte alle in zweier Reihen auf und dann wollen wir mal sehen, wie gut die Andern das hinkriegen".
Einer nach dem Anderen versuchte sich an dem Zauber und die meisten von ihnen brachten auch ein gutes Ergebnis zu Tage.
Schließlich war Draco Malfoy als Letzter an der Reihe. Langsam und mit wenig Motivation bewegte er sich nach vorne und versuchte den Zauber durchzuführen. Es wollte ihm jedoch nicht recht gelingen. Schon bei dem Desillusionierungszauber versagte er auf ganzer Linie. Er wurde zwar etwas durchsichtig, sodass man die Wand hinter ihm erkennen konnte, aber das war es dann auch schon. So sehr er sich auch bemühte, es wollte ihm nicht gelingen. Man sah in den Gesichtern der anderen Slytherins deutlich die Peinlichkeit, dass ausgerechnet einer von ihnen den Zauber nicht schaffte und zum Nachsitzen verdonnert wurde. Aber das es ausgerechnet Draco Malfoy, ihr bisheriger Anführer und Sprecher sein sollte, war dann doch zuviel des Guten. Mehr als peinlich berührt starrten sie zu Boden. Die meisten Gryffindors konnten ein Lachen nur mühsam zurückhalten. Zu gerne sahen sie, wie sich Malfoy bis auf die Knochen blamierte. Aber endlich widerfuhr der Welt einmal Gerechtigkeit und es traf ihn.
Malfoy selbst sah nur stumm zu Boden und blickte nicht einmal auf, als ihn Professor Black ansprach.
„Nun Mr. Malfoy. Da sie den Zauber offenbar ganz und gar nicht bewerkstelligen können, treffen wir uns heute gegen 17Uhr in meinem Büro im 4. Stock. Ich rate ihnen bis dahin dringend noch etwas zu üben. In ihrem letzten Jahr sollten sie doch zumindest im Stande sein den Desillusionierungszauber zu beherrschen". An die Andern gewandt.
„Für heute ist der Unterricht beendet. Lesen sie sich zum nächsten Mal bitte das zweite Kapitel durch".
„Wow, die Stunde war der absolute Hammer. Unser neuer Prof. hat echt was auf dem Kasten. Das hat wirklich Spaß gemacht, endlich wurden wir mal wieder in diesem Fach gefordert" begeisterte sich Ron.
„Das war schon nicht schlecht, wie er da einfach als Schatten an der Wand auf uns gewartet hat. Niemand wäre doch auf die Idee gekommen, dass sich Professor Black schon längst im Klassenzimmer befindet".
„Sag mal Harry, wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen, wo sich der Professor befindet?" wollte Hermine wissen.
„Also wenn ich ehrlich sein sollte, dann fand ich das gar nicht mal so schwierig. Ich hatte mir schon fast gedacht, dass er schon die ganze Zeit im Raum war und uns beobachtet hatte. Und als dann seine Stimme ertönte, war es eigentlich nicht schwierig die Richtung zu ermitteln, aus der sie kam. Danach musste ich nur auf irgendeine kleine winzige Bewegung warten. Und dann war da halt so ein seltsamer Schatten, der sich beim Sprechen mitbewegte und da war es mir auch schon klar. Den Desillusionierungszauber hab ich schon oft genug gesehen und da er sich nicht einfach nur an die Umgebung angepasst hat, sondern sich ständig irgendwo ein Schatten mitbewegt hatte, da bin ich auf die Idee gekommen, dass er zwei Tarnzaubersprüche kombiniert hat. Mehr steckt auch gar nicht dahinter".
„Ich finde es trotzdem beeindruckend, wie schnell du auf diese ungewöhnliche Kombination gekommen bist. Nichts gegen dich Harry, aber es ist doch schon etwas erstaunlich, wenn du vor Hermine die Antwort auf ein Rätsel hast".
„Kein Problem Ron. Aber das Fach liegt mir auch einfach und daher fällt es mir wahrscheinlich leichter auf bestimmte Dinge zu kommen".
„Tja nicht umsonst warst du der Anführer der DA. Du hast von uns allen das schnellste Auffassungsvermögen was die Verteidigung gegen die dunklen Künste angeht. Ich finde das könntest du während des Unterrichts ruhig mehr zeigen".
„Mag sein Hermine, aber ich stehe nun mal nicht gerne im Mittelpunkt, auch nicht in meinem Lieblingsfach".
„Aber daran solltest du dich gewöhnen Harry. In diesem Fach kann dir keiner etwas vormachen. Du musst den Zauber nicht mal eine Stunde üben und kriegst ihn so gut wie der Professor hin. Da ist es nur natürlich, dass alle dich anstarren bzw. zu dir aufblicken".
„Ja Hermine, aber ich stelle mich nicht absichtlich in den Vordergrund, nur weil ich scheinbar der Beste bin".
„Nun einer hätte dir ja heute fast die Show gestohlen", grinste ihn Ron an.
„Das war wohl das blamabelste was ihm in seinem ganzen Leben passiert sein dürfte". Ron begann sich augenblicklich zu schütteln vor lachen.
„Ron, da hast du absolut recht. Aber ich muss dir auch zustimmen, dass es mit Malfoy endlich mal den Richtigen erwischt hat. Wobei ich nicht verstehe, warum er den Zauber nicht hinbekommen hat. Er war bisher eigentlich immer sehr gut in der Schule. Das passt doch überhaupt nicht zu ihm" meinte Hermine stirnrunzelnd.
„Vor allem passt es nicht, dass er sein ganzes Haus der Lächerlichkeit preis gibt. Langsam glaub ich auch, dass da was im Busch ist. Nicht nur, dass er die meiste Zeit alleine ist, er ist auf einmal auch total unkonzentriert und kriegt die Zauber nicht hin, die weitaus schlechtere Schüler als er schaffen".
„Ist doch egal Harry. Nach all den Jahren kriegt er endlich mal das zurückgezahlt, was er den andern immer angetan hat. Also mir ist es jedenfalls egal, warum im Moment alles schief läuft bei Malfoy. Mehr hab ich auch zu dem Thema nicht mehr zu sagen".
Harry und Hermine verdrehten nur die Augen, beschlossen aber nicht näher auf das Thema einzugehen.
Was Hermine aber noch nicht wissen konnte, war die Tatsache, dass sie sich in nächster Zeit noch mehr mit Malfoy auseinander zu setzen hatte als ihr lieb war.
