Wortanzahl: 493 Wörter

Kapitel 13

Liebste Janet,

du glaubst gar nicht, wie sehr ich dich vermisse. Es vergeht kein einziger Tag, an dem ich nicht an dich denke und mir wünsche, dass ich jetzt bei dir wäre.

Ich weiß, dass hört sich an als wenn es aus einem Kitschroman entsprungen wäre, aber es ist wahr.
Die Tage ziehen sich dahin und manchmal denke ich, dass die Uhren hier rückwärts anstatt vorwärts laufen.
Gott, ich hasse es so lange von dir getrennt zu sein!
Und wenn ich dann auf den Kalender starre und feststelle, dass schon wieder nur ein Tag vergangen ist und es noch weitere 7 Wochen sind, die ich ohne dich verbringen muss, dann zweifle ich meine Entscheidung an, hierher gegangen zu sein.
Doch nun ist Schluss ... ich will wissen, wie es dir geht und was die Prüfungen machen.
Hast du schon Prüfungsvorbereitung oder bist du schon dabei, die ersten zu schreiben?

Ich hoffe doch mal nicht, denn das würde heißen, dass ich so was Wichtiges vergessen habe.
Aber weißt du, was ich am meisten vermisse?
Es ist dein Lächeln.
Hier ist es so trist und grau und kein bisschen Heiterkeit ist hier zu sehen.
Wenn mir das bewusst wird, dann vermisse ich dich am meisten.
Dein Lächeln, dass mich aufheitert ... das mir klar macht, dass ich nicht alleine bin und das auch ICH mal Fehler machen kann.
Ich würde dir ja erzählen, wie hier der Alltag abläuft, aber ich glaube nicht, dass du dies wissen willst.
Ich weiß, ich weiß ...
Du unterstützt mich in allem was ich tue und doch ändert es nicht deine Überzeugungen.
Doch dafür danke ich dir!
Du glaubst gar nicht, wie dankbar ich dafür bin, dass du nicht versuchst mich zu ändern sondern mich so akzeptierst wie ich bin.

Und was ich noch sehr vermisse, ist dein Essen.
Ich weiß, du wirst jetzt darüber lachen und dir denken `So schlimm kann das Essen doch gar nicht sein´ … aber da irrst du dich.
Es ist nicht schlimm ... es ist grauenhaft.
Noch schlimmer als mein Gekochtes und das ist schon ein Fall für sich, wie du ja selbst erfahren durftest.

Aber du sollst gar nicht glauben wie oft ich gerufen werde um die Fahrzeuge oder unsere Versorgungsgeräte wieder in Stand zu setzten.
Keine Ahnung haben die hier.
Sonst bin ich immer nur eine Frau, die Soldat spielt aber plötzlich ... wenn die Kaffeemaschine mal wieder spinnt und wir alle verdursten werden, dann stehen sie bei mir auf der Matte und flehen mich um Hilfe an.

Ah, ich muss wieder los.
Die Pflicht ruft.
Obwohl ich dir lieber noch mehr geschrieben hätte.
Doch beim nächsten Brief werde ich mir viel mehr Mühe geben und mir auch mehr Zeit nehmen.
Ich hoffe du verzeihst mir dieses eine Mal.

Ich wünsche dir eine Gute Nacht und wenn du heute zu den Sternen aufsiehst ... denke immer daran ... ich sehe zu denselben auf.

In ewiger Liebe
Sam

Ende Kapitel 13