Nachdem ich die letzte Akte zu geklappt hatte lehnte ich mich zurück und schloss die Augen. Sofort musste ich wieder an die Zeit in Paris denken. Ich sehnte mich nach der Zeit die wir zusammen verbracht hatten. Wie gerne würde ich es ihm einfach ins Gesicht sagen das ich ihn noch liebte, doch davon hielt mich meine Angst ab. Dass er mich zurückwies und meine Gefühle nicht erwiderte.
Ich erschrack leicht, als ich eine Hand auf meiner Schulter spürte. Ich sah auf und blickte direkt in Jethros eisblauen Augen.
„Ich wollte dich nicht erschrecken." sagte er beinahe entschuldigend.
„Ähh nein... hast du nicht...ich war nur grade in Gedanken." stammelte ich ziemlich überrascht. „Ja, das hab ich gemerkt" schmunzelte der Agent. „Woran hast du gedacht?"
Damit traf er mich relativ unerwartet. „Ähm ... an eine Konferenz heute..."
Konferenz? Was war das bitte für eine höchst bekloppte Ausrede?
Genau dieser Blick traf mich auch just in diesem Moment. „Du hast an Paris gedacht, stimmts?" Ertappt. Ich entschloss, besser zu schweigen und wich seinem Augenkontakt aus.
„Ich nehme das mal als 'Ja'"
Auf Jethro's Gesicht zeichnete sich dieses sonderbare Lächeln ab, das er jedes Mal aufsetzte wenn es um Paris ging. Doch bis heute konnte ich nicht wirklich deuten, was er damit meinte.
Ein paar Augenblicke lang lag ein beinahe romantisches Stille im Raum.
Ich wollte gerade zu einem Satz ansetzen, als ein Handyklingeln die Ruhe unterbrach.
„Das ist deins" sagte ich, um überhaupt etwas gesagt zu haben. Er nickte und ging ran.
Am liebsten hätte ich mir selbst eine Kopfnuss gegeben, um mich aus den Erinnerungen zu holen, aber das hätte er doch sehr komisch gefunden. Das Telefonat war wie immer bei Gibbs sehr schnell beendet. Ich sah ihn neugierig an. „Deine Freundin?"
„Böse Fangfrage, Jennifer" grinste er und sah mich frech an. „Nein, das war die Zentrale, eine Leiche wurde gefunden. Ich ruf Ziva und DiNozzo an."
Er griff zum Telefonhörer und wählte eine Nummer.
„Warte!"
Ich biss die Zähne zusammen, hätte ich doch nichts gesagt. Nein, die Idee war zu krank, er würde mich auslachen. Doch jetzt war es zu spät, ich spürte schon das fragende Augenpaar auf mir. „Naja, es ist doch eh nur das übliche ... Fotos, Skizze, Leute befragen und so?"
Jethro nickte, verstand aber offenbar nicht worauf ich hinaus wollte.
„Naja ... ich könnte doch mitfahren, wie das geht hab ich nicht vergessen. Dein Team braucht seinen Schlaf um den Fall dann morgen lösen zu können!"
Er sah mich einige Augenblicke skeptisch an, nickte dann aber.
„Sofern dir nicht schlecht wird, wenn du eine Leiche siehst."
„Idiot" murmelte ich und versuchte beleidigt zu gucken, was aber nicht so ganz gelang, da ich dabei grinste. Natürlich dachten wir beide an das selbe, und zwar an meine erste Autopsie bei Ducky.
„Sei nicht so frech, sonst muss du zu Hause bleiben"
Na warte! Ich sah meinen leeren Kaffebecher einen Moment an und war versucht ihm diesen hinterher zu werfen, erinnerte mich aber an meine gute Erziehung und ließ es.
„Hol deine Sachen, Bambina."
Genug! Der Pappbecher flog durch den Raum und traf sein Ziel. Außer ihm war ja eh keiner mehr da, der mich für verrückt erklären könnte.
„Ich geb dir gleich Bambina" drohte ich noch lachend, lief aber dann nach oben um mir Marke und Waffe zu holen.
„Wir treffen uns am Wagen" hörte ich noch.
