Hi!

Tut mir leid, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe! Keine Sorge, ich habe euch nicht vergessen. Ich war nur für längere Zeit im Ausland. Aber hier ist ja endlich das neue Kapitel. Viel Spaß beim Lesen!


Kapitel 12

Harry stand am folgenden Tag mit der festen Absicht auf, seine Nachforschungen so schnell wie möglich zu beginnen. Er würde Ron und Hermine wecken, wenn er sie brauchte. Und wenn sie nicht wollten, würde er allein losziehen. Er hatte sich alles überlegt. Zuerst musste er herausfinden, was Xeno Lovegood noch von den Heiligtümern und dem Meister des Todes wusste. Zweitens würde er dem Zaubereiministerium einen Besuch abstatten, um nachzuforschen, wer die Dementoren zum Fuchsbau geschickt hatte. Und drittens wollte er versuchen, Horace Slughorn zu finden, der wahrscheinlich untergetaucht war.

Der Plan hatte sich in seinem Geist geformt, als er sich angezogen hatte, doch er war gezwungen, seine Prioritäten zu klären, als er auf seine nackte Brust schaute. Im Spiegel vor ihm konnte er das schwarze Mal sehr deutlich sehen. Es war nicht mehr nur von der Form und Größe eines Fingerabdrucks, es war vom Durchmesser her fast so groß wie ein Schnatz und hatte eine eigentümliche Gestalt angenommen. Es war nicht mehr nur ein Tintenfleck, sondern drei Spiralen, die sich so an ihren Anfangspunkten in der Mitte verbanden, dass sie den Eindruck einer Dreiecksform mit runden Ecken erweckten. Harry hatte das Gefühl, das Bild schon mal gesehen zu haben, doch er konnte sich nicht daran erinnern, wo. Er machte sich viel mehr Sorgen darum, dass es unaufgerufen auf seiner Haut aufgetaucht war, als wäre es mit Magie hingezeichnet worden, wie ein Tattoo oder, wie Hermine mit Sicherheit einwerfen würde, wie das Dunkle Mal eines Todessers.

Harry versuchte, nicht allzu viel über das eigenartige Symbol nachzudenken, während er sich anzog, und entschied sich, an seinem ursprünglichen Plan festzuhalten, nur dass er dem hinzufügte, mit Hermine über das Mal zu sprechen, bevor sie zu den Lovegoods aufbrachen. Seine Priorität war es, die Sicherheit von den Weasleys und Hermines Eltern sicherzustellen, und der einzige Weg war, ihnen so viel wie möglich von den tödlichen Heiligtümern zu erzählen. Danach würde es leichter sein herauszufinden, was Slughorn ausheckte. Der Gedanke, dass mehr hinter der Geschichte steckte als was in dem Buch vom Beedle dem Barden dargelegt war, war gar nicht beruhigend. Als sie das erste Mal mit Xeno Lovegood darüber sprachen, hatte er ihnen gesagt, dass es Menschen gab, die an die Tödlichen Heiligtümer glaubten. Das schien anzudeuten, dass es mehr als ein paar Interessenten daran gab, die heiligen Gegenstände zu besitzen. Harry realisierte allmählich, was genau das implizierte. Ihn durchzuckte flüchtig ein Bild von ihm selbst, der einer Armee von Zauberern gegenüberstand, die alle das Heiligtümer- Symbol an ihren Umhängen trugen und im Chor sangen, während Leichen aus ihren Gräbern stiegen wie in Michael Jackson' Video zu Thriller.

Nachdem er eine lange Zeit in den Spiegel gestarrt hatte, alleingelassen mit seinen Ängsten und Gedanken, verließ er schließlich sein Zimmer und ging in den unteren Stock. Er trug Kleidung, die Sirius gehört haben musste: eine schwarze Hose, eine hüftlange schwarze Jacke und ein graues langärmeliges Shirt mit einem silbernen „D" darauf. Sein Phönixzauberstab steckte in seiner rechten Tasche und der Elderstab in der linken. Als er sich Sirius' alte Klamotten näher angesehen hatte, die jetzt alle sauber und sorgfältig gefaltet in den Schubladen lagen, hatte er festgestellt, dass viele „D"s auf seinen Shirts aufgestickt waren, stets in derselben silbernen Schriftart. Doch seine Kleidung und Erscheinung war das letzte, worüber er sich im Moment Gedanken machte. Er würde frühstücken und dann…

Doch seine Idee, allein und schweigend zu essen, verflog rasch, als er Rons tiefe Stimme in der Küche hörte.

„Was ist mit dir, George? Wusstest du das mit Dad?"

„Wir dachten lange, es wären Mum, Fred und ich", sagte George so gelassen, als spräche er vom Wetter. „Dad war sehr beschützerisch um sie. Wir hätten es aufschnappen müssen. Es muss schrecklich gewesen sein für ihn bei der Arbeit, aber er hat immer wieder Überstunden eingelegt, deshalb der zunehmende Stress. Sie befragten ihn, befragten Mum, befragten alle auf Bills Hochzeit. Und sie durchsuchten natürlich das Haus, mehrmals innerhalb des einen Jahres. Tut mir leid, dass du den Aufstieg der Weasleys zum Ruhm verpasst hast, Ron. Wir waren ein sehr begehrter Haufen. Jetzt ist alles vorbei, außer den Dementoren und Slughorn und Potter- hassender Eulenpost…"

„Wir wurden genauestens von Ministeriumsbeamten beobachtet", übertönte Percys Georges Stimme. „Aber sie haben es nie gewagt, uns zu verhaften oder ähnliches, weil sie glaubten, dass ihr irgendwann doch Kontakt mit uns aufnehmen würdet, was ihr nicht getan habt, wie ich voller Stolz sagen muss."

„Naja, wir waren ziemlich nah dran…", warf Ron fast unhörbar ein.

„Aber was zählt, ist, dass ihr es nicht getan habt, und ich bin auch wirklich stolz auf euch… George, wirst du wohl damit aufhören?"

Das Licht in der Küche ging immer wieder an und aus, was Hermine scheinbar allmählich auf die Nerven ging.

„Fantastisch! Das ist echt genial, wenn ihr mich fragt. Der gute alte Dumbledore, Gott segne ihn. Ich wünschte, ich könnte herausfinden, wie das funktioniert. „Deluminator" ist ein sehr gewinnender Name. Wir könnten ihn neben unseren Immerwährenden Sonnenlichtbirnen verkaufen… Harry! Guten Morgen!"

Sobald er Harry gesehen hatte, nahm Ron George den Gegenstand aus der Hand und stopfte ihn hastig in seinen Chudley- Cannons- Rucksack, einen schuldbewussten Ausdruck im Gesicht.

„Was ist los?", fragte Harry, als sich alle Gesichter ihm zuwandten.

George, Percy, Ginny, Ron und Hermine saßen dicht beieinander am Esstisch und kauten an trockenem Brot.

„Harry, du solltest mit Kreacher sprechen. Er weigert sich, uns Frühstück zu servieren. Ich glaube, er wartet auf deinen Befehl. Und er will uns nicht in die Vorratskammer lassen. Ich bin wirklich am Verhungern, weißt du", sagte Hermine schnell.

Harry rief Kreacher auf der Stelle herbei und bat ihn, Frühstück zu bringen. Zu aller Begeisterung war der Tisch bald beladen mit frischem Kaffee, Brot, Orangensaft, Erdbeermarmelade und zehn verschiedenen Sorten von Käse.

„Also noch mal, was ist hier los?", wiederholte Harry, während er Anstalten machte, sich gegenüber von Ginny niederzulassen.

Sie sah zu ihm auf und schaute dann auf ihren Teller, lächelnd.

„Gehst du jetzt nach Durmstrang?", sagte sie, während sie ein Kichern unterdrückte.

Die anderen Weasleys blickten ihn an, als hätte er gerade einen guten Witz erzählt. Die vielen „D"s auf Sirius' Kleidung schienen doch eine Bedeutung zu haben.

„Tja, wisst ihr, ich dachte, ich könnte zu höheren Studien in ein fremdes Land gehen", sagte Harry. Er sah auf sein Shirt hinunter und bemühte sich, keine Miene zu verziehen.

Sie starrten ihn an, als hätte er gerade verkündet, dass er zu den Dursleys zurückkehren würde.

„Das war ein Witz. Ich versuche, die Stimmung aufzuheitern. Das sind Sirius' Sachen."

George schien der einzige zu sein, den Harrys kleiner Versuch an einem scherzhaften Kommentar zu entzücken schien. Er klopfte Harry fröhlich auf den Rücken, während er sich setzte.

„Seht ihr? Ich habe euch doch gesagt, dass er keine schlechte Laune haben würde. Sie dachten, du würdest austicken, wenn du siehst, dass wir alle hier warten statt auf unseren Zimmern zu hocken wie brave kleine Kinder."

Harry versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, wie frustriert er war. Er hatte schon halb damit gerechnet, dass er seinen Plan würde bekannt machen müssen, bevor sie zu einem neuen Ziel aufbrechen konnten. Die entschlossene Miene von Ginny bewies, dass er richtig gelegen hatte.

„Harry weiß, dass wir keine Kinder mehr sind", sagte Ginny in einem resoluten Tonfall. Sie hob den Blick von ihrem Teller und starrte ihn an. „Und er wird sich anhören müssen, was wir zu sagen haben."

„Harry, wir schwören, dass wir ihnen nichts verraten haben…", begann Hermine.

Doch Harry konnte nur Ginny anstarren. Da war etwas so Reifes in ihrem gesamten Auftreten. Sie trug eine lange waldgrüne Robe mit schwarzem Samt an den Ärmeln und einem schwarzen Ledergürtel. Sie wirkte mehr selbstbewusst als arrogant. Außer ihrem roten Haar hätte sie nur durch ihre Haltung als Sirius' Schwester durchgehen können.

„Wir wissen von den Heiligtümern des Todes."

Harry war fassungslos. Ginny hatte gesprochen, als verstünde sie die Konsequenzen, doch für Harry bedeutete es nur, dass sie in wahrscheinlich größerer Gefahr schwebten, als er gedacht hatte.

„Wir wissen nicht alles", korrigierte Percy, worauf Ginny die Stirn runzelte. „Wir wissen, dass du einen legendären Zauberstab besitzt, der der Stab des Schicksals oder der Elderstab sein mag oder auch nicht. Wir wissen natürlich, dass du einen Tarnumhang hast, das ist kein Geheimnis. Aber wir wissen nichts von einem Stein. Deshalb vermuten wir, dass Dumbledore ihn dir in seinem Testament gegeben hat. Wir haben Rons Deluminator gesehen und was er bewirkt, aber wir wissen nicht, was aus dem Schnatz geworden wird. Also haben wir daraus geschlossen, dass der Stein der Auferstehung darin gewesen sein muss."

Harry sah, wie George sich bei der Erwähnung des Steins auf seinem Stuhl wand. Hermine musste die momentane Unbehaglichkeit ebenfalls bemerkt haben, denn sie legte nervös eine Hand an die Brust, um nach dem herzförmigen Medaillon und dem Stein darin zu tasten.

„Ich sehe, dass ihr euch schon einige Gedanken gemacht habt", sagte Harry. Er verschränkte die Arme vor der Brust.

„Nicht wirklich", erwiderte Ginny grinsend. „Hermines Buch vom Beedle, dem Barden, hat so einiges verraten. Wir haben die ganze Zeit gewusst, was du vorhattest."

„Du hättest Ginny mitnehmen sollen, Kumpel", sagte George. Er lächelte seine Schwester liebevoll an. „Sie weiß vielleicht Sachen. Oh, Merlins Bart, das ist es, oder?"

Georges Miene nahm einen überraschten Ausdruck an, während er von Harry zu Ron und zu Hermine starrte. Ron und Hermine waren so blass und sprachlos, dass es ziemlich sinnlos schien, die Tatsachen zu leugnen. Ihre Mienen verrieten alles.

„Das ist, wohinter Slughorn her ist. Es sind die Heiligtümer, richtig?", sagte Ginny düster. „Er hat nichts gefunden während der einen Minute Zeitverzögerung durch die Vampirasche. Deshalb hat er die Dementoren geschickt."

„Du ziehst voreilige Schlüsse, Ginevra", tadelte Percy. „Wir wissen noch nicht, dass Professor Slughorn…"

„Komm schon, Perce", warf George ein. „Er hat uns sein Motiv sogar mitgeteilt, als er uns von seiner toten Freundin erzählt hat. Der Mann glaubt, dass die Heiligtümer ihm eine zweite Chance geben würden."

Vielleicht", sagte Percy unüberzeugt. „Aber wir werden es nicht mit Sicherheit wissen, bis wir sehen, was Harry hat. Es könnten genauso gut alles ein Märchen sein."

Als er das sagte, zog Harry den Elderstab aus seiner Tasche und legte ihn auf den Tisch. Der Effekt war dramatisch. Sogar Percy vergaß, was er sagen wollte, um staunend den Gegenstand zu betrachten.

„Er war Dumbledores Zauberstab", sagte Harry. „Soweit es alle anderen außerhalb dieses Zimmers betrifft, ist das alles, was dahinter steckt."

Er fühlte sich unendlich erleichtert, ihnen den Stab zu zeigen. Es war, als hätte sich eine schwere Last von seinen Schultern gehoben. Doch zur selben Zeit war es alarmierend zu sehen, wie leicht sie zu dem Schluss gekommen waren, dass er im Besitz der legendären Objekte war.

„Und die anderen Heiligtümer?", fragte George.

Ron und Hermine starrten Harry an und warteten auf seine Aufforderung, sie hervorzuholen. Er nickte ihnen zu und Ron schwang seinen orangefarbenen Rucksack auf den Tisch, während Hermine die goldene Kette unter ihrer Kleidung hervorzog. Einen Augenblick lang zögerte Hermine mit ihren Händen an ihrem Hals. Schließlich ließ sie sie sinken, ohne die Kette abzunehmen.

„Natürlich", sagte Percy ehrfürchtig. „Drei Gegenstände, drei Hüter. Man muss wieder mal Dumbledores Genialität bewundern. Er wusste, was er da tat."

„Das ist nicht, was du uns gesagt hast. Du hast gesagt, dass es der Schutz deiner Mutter war, der dich gerettet hat."

Georges Stimme war kalt, doch Harry konnte es ihm nicht verübeln.

„Was ich euch gesagt habe, ist wahr, George", sagte Harry ungerührt. „Der Schutz meiner Mutter hat mich vor Voldemorts Tötungsfluch gerettet. Bei der gesamten Sache mit dem „Meister des Todes" in der Geschichte der Drei Brüder geht es nicht wirklich darum, den Tod zu besiegen, sondern darum, ihn zu akzeptieren."

„Das weiß ich", murmelte George vor sich hin. „Denkst du, das weiß ich nicht? Ich bin mit diesen Geschichten aufgewachsen."

Harry versuchte, ruhig zu bleiben, obwohl er Georges Erwiderungen alarmierend fand. In jedem Fall machte es Hermine nervös. Sie rückte immer näher zu Ron, Zentimeter um Zentimeter.

„Dumbledore hat uns einfach Werkzeuge gegeben, von denen er wusste, dass sie uns helfen könnten, Voldemort zu besiegen", sagte Harry.

„Die Heiligtümer sind mehr als nur Werkzeuge, Harry", gab George zurück.

„Tja, dann schätze ich, weißt du nicht alles", blaffte Ron zurück, bevor Harry antworten konnte.

„Was soll das heißen?", fragte Ginny heftig.

Sie saß auf der Kante ihres Stuhls und funkelte Ron an.

„Es heißt genau das, was ich gesagt habe."

„Hört auf!", rief Hermine. „Das reicht, ihr alle! Dumbledore hat uns aus einem bestimmten Zweck zu den Heiligtümern geführt. Jetzt da alles vorbei ist, stecken wir mit diesem Problem fest. Hat es nicht schon genug Anschläge gegeben? Wir müssen sie zerstören."

George und Percy sahen bestürzt aus.

„Bist du verrückt? Weißt du, was für gute Dinge man mit dem Stab tun könnte oder mit dem Stein? Man könnte Fred zurückholen!"

Es folgte eine Stille, in der alle George anstarrten. Ginny nahm seine Hand. Harry musste abermals bewundern, wie sanft und bestimmt sie mit ihrem Verhalten sein konnte.

„Fred würde nicht zurückkommen wollen", sagte sie sachte und streichelte Georges Hand.

Er sah sie mit flehendem Blick an und schaute sich dann um, als wachte er aus einem schrecklichen Traum auf.

„Ich weiß. Es tut mir leid. Ich weiß nicht, warum ich das gesagt habe. Tut mir leid, Harry."

George drehte sich schnell um und verließ den Tisch. Er gab vor, etwas auf der Anrichte zu suchen. Harry steckte den Elderstab zurück in seine Tasche und biss von seinem Toast ab. Als George schließlich zum Tisch zurückkehrte, schienen sie alle endlich bereit für Handlungen.

„Wie sieht der Plan aus?", wollte Ron wissen. Er schnippte Krümel von seinem Rucksack und stellte ihn wieder auf den Boden.

„Ihr wollt sie wirklich zerstören?", verlangte Percy. Er wirkte leicht niedergeschlagen. „Ich kann natürlich völlig verstehen, warum, aber es scheint ein wenig… grausam. Es gibt viele Orte, an denen man sie sicher verstecken kann…"

„Naja, wir dachten auch, der Stein wäre im Dunklen Wald in Sicherheit", begann Ron zu erklären.

Harry berichtete ihnen von Firenzes Bitte, dem Anschlag im Dunklen Wald durch die halbmenschliche Kreatur und dem Pfeil, der ihn fast getötet hätte.

„Es hätte Slughorn im Wald sein können", sagte Ginny nachdenklich.

„Nun, wir könnten darüber Klarheit bekommen, sobald wir wissen, wer die Dementoren auf unser Haus gehetzt hat", sagte Percy, bevor seine Schwester weitere Vermutungen aussprechen konnte. „Ich schreibe einen Brief an Kingsley Shacklebolt. Wenn uns jemand sagen kann, wer die Dementoren ohne Befugnis verwendet, dann er. Er weiß alles, das jetzt im Zaubereiministerium vor sich geht."

Harry war beeindruckt von Percys Bereitwilligkeit sich zu beteiligen.

„Seht mich nicht so an", sagte Percy ungeduldig. Er starrte die Gesichter am Tisch an. „Was, denkt ihr, habe ich letztes Jahr im Ministerium getrieben? Kaffee gekocht? Ich habe als Spion für Kingsley gearbeitet. Nicht einmal Mum und Dad wussten davon."

„Oh, Percy!", rief Hermine und schlug sich die Hände vor den Mund. Sie wirkte den Tränen nahe.

„Unser Bruder ist ein Weasley durch und durch", kommentierte George. „Wir hatten unsere Zweifel, aber da haben wir es."

„Und was ist jetzt mit den Heiligtümern?", fragte Ginny an Harry gewandt.

„Wir wissen nicht, wie wir sie zerstören können", gab er zu. „Wir werden jemanden besuchen müssen, der es wissen könnte: Xeno Lovegood."

„Natürlich!", sagte Ginny. „Und Luna wird sich freuen, uns zu sehen."

Ron und Hermine drehten sich zu Harry, als könnten sie seine Gedanken lesen. Doch er hatte sich schon einige Gedanken um die Idee gemacht.

„Ich denke, Ginny sollte mit uns kommen", sagte er zu seinen beiden Freunden. „Sie kann Dementoren verjagen, falls wir wieder angegriffen werden. Mein Patronus hat etwas Merkwürdiges getan…"

„Es war nicht dein regulärer Patronus, Harry. Es war anders. Du – oder der Stab – hast etwas in den Himmel geschossen. Da war ein Symbol."

Harry war verblüfft. Er konnte sich an den Lichtblitz erinnern, doch er hatte tatsächlich nicht sehen können, ob er einen Schild heraufbeschworen hatte.

„Was für ein Symbol?", wollte er wissen. Er konnte seine Furcht nicht verbergen.

Als einzige Erwiderung zog Hermine ihren Zauberstab hervor und malte das Zeichen in die Luft. Es waren drei Spiralen, die an ihren Anfangspunkten verbunden waren und das Dreieck formten, das Harry nur allzu gut kannte.

„Das hab ich irgendwo schon mal gesehen", sagte Ron nachdenklich.

„Natürlich hast du es", lachte George. „Das ist das Markenzeichen der Weird Sisters!"

Harry wünschte sich innerlich, George würde keine Witze darüber reißen.

„Nein, ehrlich", wiederholte George mit demselben scherzhaften Tonfall. „Du hebst das Fansein auf eine neue Ebene, Harry. Stell dir nur vor, wenn der Tagesprophet von deinem neuen Patronus erfährt..."

Harry rieb sich die Brust, als wäre er schmutzig, befleckt. War das alles? War es nicht mehr als jemandes Vorstellung von einem Scherz?

„Harry?", sagte Hermine sachte. „Es ist nicht nur dein Patronus, oder?"

Er schüttelte den Kopf.

„Dann denke ich, solltest du uns dein Mal zeigen."