Kapitel 25
Harry stieg mühselig die Treppe hoch. Ein Teil von ihm wollte an Viktor Krums Seite zurück und sich wieder in den Kampf stürzen, auch wenn er wusste, dass er in seiner momentanen körperlichen Verfassung eher eine Last für Krum darstellen würde. Der andere Teil von ihm, unverhältnismäßig zu seinem Verlangen zu kämpfen, war sein Wunsch, Ginnys Kidnapper zu verfolgen. Doch seine Vernunft sagte ihm, dass sie inzwischen weit außer Reichweite sein dürfte.
Während er Stufe um Stufe in dem dunklen engen Korridor emporstieg, ließ er die Geschehnisse in seinem Kopf Revue passieren: der schwarze Rauch, der ihn und Ginny auf die erste Plattform zurückgebracht hatte; Ginny, die ihn entwaffnete; Ginny mit dem Elderstab in der Hand; das rote Licht, das sie in den Rücken traf; der Triskelion, der über Ginnys bewusstloser Gestalt stand und an ihrer Weasley- Brosche herumfummelte; Ginny gefesselt in magischen Seilen; Krums Gesicht, das unter seiner Kapuze zum Vorschein kam; dann Ginny, die außer Sichtweite flog. Wie hatte er das zulassen können?
„Harry, bist du das?", ertönte eine Stimme durch die Finsternis.
Es dauerte ein paar Sekunden, bis er realisierte, wer gesprochen hatte.
„Hermine!"
Sie stand nur ein paar Schritte vor ihn, halbverborgen in der Dunkelheit, den Zauberstab gezückt.
„Warte! Was für ein Tier war Snapes Patronus?"
„Eine Hirschkuh, wie bei meiner Mutter", erwiderte er hastig, ohne in seinem Aufstieg innezuhalten.
„Ich musste sichergehen, dass du es bist", entschuldigte Hermine sich, während sie ihm durch den Eingang des Geheimgangs half.
Als Harry sich umblickte, sah er erfreut, dass die Große Halle völlig verlassen war außer ihm, Hermine und Ron, der neben den vier goldenen Statuen stand, den Rucksack fest unter dem linken Arm geklemmt und den Zauberstab in der rechten Hand. Auf Rons Nase prangte ein roter, geschwollener Bluterguss.
„Alles in Ordnung, Kumpel?", fragte Ron mechanisch.
Hermine wartete nicht auf Harrys Antwort.
„Viktor sagte, dass wir uns in der Großen Halle versammeln und nicht auf ihn warten sollen. Wo ist Ginny?"
Harry konnte seine Emotionen nicht mehr zurückhalten.
„Sie haben sie entführt. Wir müssen… wir müssen zurückgehen!"
Es herrschte einen Augenblick Stille, während derer Ron noch blasser wurde, wenn es denn möglich war, doch weder er noch Hermine rührten sich vom Fleck.
„Kommt schon! Wir müssen ihnen nach! Sie könnten noch in der Stadt sein", rief Harry herrisch in dem Versuch, nicht hysterisch zu klingen.
Hermine und Ron wechselten einen Blick.
„Was ist in euch beide gefahren?", blaffte er sie an.
„Naja, sie werden sie schon nicht umbringen, oder?", sagte Ron vernünftig. „Ich meine, sie brauchen sie als Geisel, oder nicht?"
„Was? Ich soll sie alleinlassen? Das kann ich nicht… ich werde nicht zulassen, dass sie als Geisel gehalten wird, Ron. Das kommt einfach nicht in Frage."
Doch Ron blieb, Harrys Meinung nach, ungewöhnlich besonnen.
„Es wäre sehr viel schlimmer, wenn sie dich auch noch erwischen, Kumpel", sagte er. „Ich denke, sie erwarten, dass du ihnen folgst."
„Ron hat Recht, Harry. Hör dir doch selbst zu, was du sagst. Sie wird inzwischen weit fort von hier sein. Du würdest dich nur wieder in ihre Fänge begeben. Wir müssen das durchdenken. Wir sollten uns wieder sammeln, wie Viktor gesagt hat, und dann können wir uns einen Plan einfallen lassen."
„Nein!", brüllte Harry und seine Stimme echote auf dem polierten Boden.
Er war wütend. Wie konnten seine beiden besten Freunde nur nicht verstehen, wie wichtig das war? Ginny war Rons Schwester. Vor einigen Jahren war Ron Harry in die Kammer des Schreckens, einem fürchterlichen Ort, gefolgt, um sie zu retten. Diese Situation erschien Harry nicht anders.
„Harry, wenn du dich ihnen Hals über Kopf hinterher stürzt, gerätst du in Lebensgefahr oder noch schlimmer. Du musst dich beruhigen und…"
„Und was?", warf er abrupt ein. „Mit euch mitkommen? Tun, was Viktor sagt? Ihr vertraut mir nicht mehr, ist es das? Ihr denkt, ich werde von den Heiligtümern des Todes beeinflusst."
Er war so wütend auf sie, dass die Worte schneller aus seinem Mund purzelten, als er denken konnte.
„Nein, Harry, das haben wir doch schon durch. Du weißt, dass wir das nicht denken", platzte Hermine hervor. Sie klang ein wenig verärgert.
Ron, der sich neben Hermine gestellt hatte, legte auf eine fast väterliche Art eine Hand auf Harrys Schulter.
„Du wirst nicht beeinflusst, Kumpel. Du bist erschöpft und du brauchst definitiv eine Pause und du bist aus irgendeinem Grund in meine Schwester verliebt, aber du verwandelst dich nicht zu einem bösen Menschen oder so. Du bist ein bisschen verrückt, aber das war schon immer so, weshalb ich mir keine Sorgen darum mache. Also, können wir jetzt endlich hier raus?"
Für einen flüchtigen Moment verspürte Harry den Drang, Rons Hand abzuschütteln und so schnell wie möglich zum Ausgang zu rennen, doch dann, als er seine Freunde so nahe beieinander stehen sah, kam ihm Rons Verzweiflung und Zorn in den Sinn, als Hermine entführt worden war. Ron wusste wirklich, was Harry gerade durchstand.
Ein gegenseitiges Verständnis verband sie für einen Augenblick und Harry murmelte ein leises „Ja, gehen wir". Er glaubte, Hermine seufzen und etwas vor sich hin murmeln zu hören, während er sich der bevorstehenden Aufgabe zuwandte.
Sie standen noch immer am einen Ende der Großen Halle. Es war sehr ruhig abgesehen von ihren Stimmen. Das Licht war dämmrig und die Schatten standen still. Es war so ruhig, dass es schwer zu glauben war, dass ein Kampf im Duellier- Stadium stattfand.
„Was meinst du?", sagte Ron und folgte Harrys Blick zum einzigen sichtbaren Ausgang. „Wir könnten türmen."
„Viktor hat nicht zufällig eine Hintertür erwähnt, oder?", raunte Harry Hermine zu.
Sie schüttelte den Kopf.
„Der Umhang?", fragte Ron.
„Das würde ihnen verraten, wo er ist", erwiderte Hermine hastig.
„Dann lasst uns durch die Vordertür gehen, aber haltet eure Zauberstäbe griffbereit."
Sie folgten Harrys Führung und strebten in schnellem Tempo zum Eingang. Sie hatten noch nicht einmal den halben Weg zurückgelegt, als Harry einen Schatten am anderen Ende der Halle bemerkte, der vorhin noch nicht dagewesen war. Ron und Hermine schienen es ebenfalls zu sehen, denn sie verlangsamten die Schritte und blieben neben Harry stehen.
„Was ist das?"
Doch für Harry war die Antwort offensichtlich.
„Ginny!"
Er begann zu rennen, noch während er ihren Namen aussprach. Er konnte seine Füße auf dem Marmorboden widerhallen hören, wie sie es auch in der Kammer des Schreckens getan hatten. Als er näherkam, kam Ginnys bewusstlose Gestalt deutlicher in Sicht. Die Worte in Harrys Kopf waren, zum zweiten Mal in seinem Leben, „Bitte, sei nicht tot."
Und dann wurde er von einem Fluch getroffen und stürzte hart auf den Rücken. Bevor er wusste, wie ihm geschah, schaute der Triskelion mit einem verächtlichen Lächeln auf ihn hinunter.
„Tut mir leid, aber sie ist nicht hier, Potter."
Er richtete seinen Zauberstab in die Richtung, wo Ginnys Körper lag, wedelte kurz mit ihm und das Bild verblasste, als wäre es nur ein Phantombild von ihr gewesen, ein Hologramm. Harry fühlte sich, als hätte ihn der Blitz getroffen. Wie hatte er so dumm sein können?
„Nein, ihr beide bleibt, wo ihr seid", rief der Triskelion Ron und Hermine zu. Sein Zauberstab war direkt zwischen Harrys Augen gerichtet. „Wenn ihr etwas Dummes versucht, werde ich ihm noch eine Narbe auf der Stirn verpassen."
„Wo ist sie?", platzte Harry heraus.
„Keine Sorge, Potter. Ich werde sie für dich warmhalten. Ich werde dir einen Deal anbieten, also lausche mir aufmerksam. Du hast fünf Stunden, innerhalb derer du vor dem Torbogen des Todes auftauchen wirst. Ich bin sicher, du weißt, wo er sich befindet. Dort wirst du durch den Bogen hindurchtreten und tun, was von dir verlangt wird. Du wirst die Rückkehr von Grindelwald und Lord Voldemort aushandeln. Miss Weasleys Leben wird verschont, wenn und nur wenn du diese Vereinbarung durchbringst. Wenn du ein Feigling bist und nicht auftauchst, wird sie sterben. Wenn du versuchst, uns zu hintergehen, wird sie sterben. Wenn du durch das Tor trittst und nicht zurückkehrst, wird sie sterben. Habe ich mich klar ausgedrückt?"
„Expelliarmus!"
Der Zauber stammte von Hermine. Er traf den Triskelionen unvorbereitet in die rechte Hand. Unglücklicherweise ließ er seinen Zauberstab nicht los. Doch Harry sah sofort die Veränderung in seinen Augen. Hermine wagemutiger Schritt hatte den starken Mann sehr wütend gemacht.
„Dummes Gör! Eure schwachen Zauber funktionieren bei mir nicht. Wisst ihr denn nicht, mit wem ihr es hier zu tun habt?"
Dann drehte er seinen gesamten Körper in die Richtung von Hermine und Ron und Harry sah seinem Gesicht an, wie sehr er sie foltern wollte. Harry zog seinen Zauberstab hervor und brüllte den ersten Fluch, der ihm in den Sinn kam: „Curcio!" Während er den Unverzeihlichen Fluch aussprach, dachte er nur daran, wie sehr er seine Freunde beschützen wollte.
Der Fluch traf den großen Triskelionen in die linke Seite, was ihn ein gutes Stück auf dem Marmorboden fortschleuderte. Er ächzte leise vor Schmerz, doch es reichte gerade mal aus, den Triskelionen für eine Sekunde atemlos zu machen. Hermine und Ron schickten sofort Flüche in seine Richtung, doch er wehrte sie mit einem Flicken seines Zauberstabs ab.
Und dann, gerade als Harry sich wieder aufrappelte, führte der Triskelion einen weiteren Fluch aus, der ihn direkt in die Brust traf. Obwohl kein Wort gesprochen wurde, wusste Harry auf Anhieb, welcher Fluch es war, da er das Brennen des Folterfluchs am ganzen Körper spürte.
Doch als der Fluch ihn mit solcher Gewalt traf, überkam ihn zur gleichen Zeit die Erkenntnis, dass er mit dieser Art von Schmerz umgehen konnte. Er hatte ihn schon zuvor erlebt. Er war nicht echt, dieser Schmerz, den er in jedem seiner Muskeln spürte. Ginny zu verlieren, einen seiner Freunde zu verlieren… das war echter Schmerz.
Doch Magie war eine Illusion, ein Streich, der seinem Gehirn gespielt wurde. Wenn er seine Gedanken fokussieren könnte, ihn gegen jeglichen Angriff abschirmen, sollte er dieser Art von Flüchen widerstehen können. Und warum sollte es nicht so sein? Schließlich war er in der Lage gewesen, Lord Voldemorts Eindringen in seinen Geist zu verhindern.
Während er das dachte, fiel er mit dem linken Knie zu Boden, aber er spürte nicht die Qualen, die ihn befallen hatten, als Voldemort den gleichen Zauber auf ihn gelegt hatte. Er fühlte Schmerz, ja, doch nicht annähernd so intensiv. Und das verlieh ihm einen Schub von Energie und Selbstsicherheit. Er stand ohne viel Mühe auf und als er aufsah, bemerkte er, dass sein Gegner merklich erschüttert war.
„Was ist los? Haben Sie Angst, gegen mich zu kämpfen? Haben Sie Angst, dass ich den Elderstab haben könnte? Ich habe zwei Mal gegen Lord Voldemort gekämpft. Ich kann es mit Ihnen aufnehmen."
Harry hörte Hermine mehrmals „Harry, nein!" rufen, doch es war ihm gleichgültig: Er war bereit zu kämpfen, genau wie er darauf gefasst gewesen war zu sterben. Er wollte es jetzt beenden. Er konnte nicht fünf Stunden warten und riskieren, Ginny zu verlieren.
„Also gut, Potter, wenn du in der hohen Liga spielen möchtest…"
Der Triskelion hob seinen Zauberstab hoch über den Kopf und nahm eine Duellier- Position ein, die Harry bei Todessern während der Schlacht von Hogwarts gesehen hatte.
Und dann geschahen mehrere Dinge: Krums löwenförmiger Patronus rannte in die Große Halle, dicht gefolgt von seinem Besitzer; ein Donnergrollen ertönte und einige Steinfragmente fielen auf den Marmorboden; und dann war da ein blauer Lichtblitz, als die beeindruckende Silhouette eines Mannes auf halbem Weg zwischen Harry und seinem Gegner auftauchte.
Es war ein kräftig gebauter Mann in einem langen schwarz- roten Umhang, der mit Silber und Fell besetzt war. Harry konnte ihn nur von hinten sehen. Sein Kopf war völlig kahl und sein Zauberstab war der längste, den Harry jemals gesehen hatte. Er war fast wie ein kleines Schwert.
„Petr Konstantin", knurrte der Triskelion. Er nahm eine weitere Duellier- Position vor dem Neuankömmling ein.
„Also ist es so weit gekommen, ja? Nun gut, möge das Duell beginnen", sagte der kahle Mann. Er schleuderte seinen schweren Umhang beiseite und fügte mit donnernder Stimme hinzu: „Mr. Krum!"
Der bulgarische Sucher, der nun auf Harrys Höhe war, antwortete sofort. „Ja, Schulleiter."
„Sie werden Mr. Potter, Miss Granger und Mr. Weasley vom Schulgelände wegbringen, ja?"
„Ja, Sir", erwiderte Krum.
Er nahm Harry am Arm und winkte Hermine und Ron zu sich. Es waren inzwischen so viele Steinbrocken und Staub von der Decke gefallen, dass der Marmorboden kaum noch zu sehen war. Hermine hielt einen Schildzauber über ihren und Rons Kopf, während sie zu Harry und Krum kamen. Es war schwer, weit nach oben zu sehen, da es kaum Licht gab, doch Harry war sicher, etwas Tierisches dort oben ausmachen zu können.
Der Triskelion Karl jedoch schien nicht interessiert an der Veränderung, die sich in der Großen Halle ereignet hatte. Seine Aufmerksamkeit war auf die Gestalt gerichtet, die der Schulleiter von Durmstrang war.
„Wie lang ich auf diesen Moment gewartet habe, Konstantin! Ich habe nie verstanden, warum der Vorstand der Direktoren Sie als Schulleiter erwählt hat. Es hätte mich treffen sollen. Jetzt werde ich allen zeigen, wie wertlos Sie sind. Ihre Schoßtiere beeindrucken mich nicht im Geringsten. Ich kenne eine Art von Magie, die jenseits Ihres Horizonts liegt."
Inmitten dem Krachen der fallenden Felsen, hörte Harry entfernt ein lautes Knurren, gefolgt von Quietschen und Brüllen. Hermines Augen waren aufwärts gerichtet und sie zitterte. Harry folgte ihrem Blick und sah, dass die Wasserspeier, die an den Wänden geruht hatten, zum Leben erwacht waren und nun bedrohlich über ihren Köpfen kreisten.
„Habt keine Angst vor ihnen", raunte Krum. „Sie beschützen die Schule und sie gehorchen dem Schulleiter."
„Ich habe keine Angst", murmelte Ron zittrig.
„Jetzt wäre es eine gute Zeit, um zu tun, was nötig ist, Mr. Krum!", drängte der Schulleiter.
Genau in diesem Augenblick schickte der Triskelion einen blitzenden Zauber in die Richtung von Viktor Krum und den anderen, doch der Durmstrang- Schulleiter war schnell und verwandelte den mächtigen Fluch in einen Strom von Schneeflocken, dem ein Schwall von kalter Winterluft folgte, welchen Harry auf seinem Gesicht spürte.
„Ich habe schon immer gewusst, dass der einzige Weg, Ihre Klauen hervorzukitzeln, durch Ihre Schützlinge ist, Konstantin. Sie sind so erpicht darauf, die Jüngeren zu beschützen, sogar die dreckige Schlammblut- Brut. Aber nach dem heutigen Abend wird Durmstrang wieder zu dem, das es einst gewesen ist."
Der Triskelion umkreiste den Schulleiter wie ein Tier, das eine Beute erspäht hatte, doch der Schulleiter schien gleichgültig gegenüber den stichelnden Bemerkungen.
„Jetzt wäre eine gute Zeit, Mr. Krum!", wiederholte er donnernd.
Doch etwas stimmte offensichtlich nicht mit Viktor, denn er bewegte sich nicht und sagte kein Wort. Harry fragte sich, ob Krum das gleiche durch den Kopf ging wie ihm: Was, wenn der Triskelion starb? Welche Befehle hatte Karl den anderen Triskelionen bezüglich Ginny erteilt, falls er nicht zurückkehrte? Sollten sie sich ihrer entledigen? Gab es einen stellvertretenden Kommandeur, der die Leitung übernehmen und über ihr Schicksal entscheiden würde?
All diese Fragen führten nur zu einem Schluss: Der Triskelion Karl durfte nicht getötet werden. Harry musste sicherstellen, dass dem Schulleiter die Situation bewusst war, und da es Krum plötzlich die Sprache verschlagen hatte…
„Sie können ihn nicht töten, Sir", brüllte er. Er schob Krum zur Seite und trat einen Schritt vor. „Sie haben sie in der Hand, die anderen Triskelionen. Sie haben eine Geisel. Es ist… Ginny Weasley."
Er musste sich auf die Zunge beißen, da er fast „meine Freundin" gesagt hatte. Und das hätte ihren Wert in den Augen des Triskelionen nur noch erhöht.
„Ja, ja, dessen bin ich mir bewusst, Mr. Potter. Wir sind auf der gleichen Seite, ja?"
Harry war nicht sicher, was er darauf antworten sollte.
„Er begreift es", sagte Ron mit gedämpfter Stimme. „Das hat sich also erledigt. Warum bewegen wir uns nicht?"
Harry schaute zur Seite und sah, wie sich Viktor Krums Gesicht in fast schmerzvoller Weise verzog. Er starrte zur Vordertür der Großen Halle und gleichzeitig zu seinem Schulleiter und er schien zu schwanken zwischen beidem.
„Schulleiter, ich kann helfen. Lassen Sie mich an Ihrer Seite kämpfen."
Sie konnten das Gesicht des Schulleiters nicht sehen, da er ihnen den Rücken zukehrte, doch er sagte etwas auf Bulgarisch, das eine große Wirkung auf Krum verübte. Es bewirkte außerdem, dass der Triskelion Karl verächtlich schnaubte.
„Gehen wir", sagte Krum schließlich mit knirschenden Zähnen.
„Ja, geht!", brüllte der Triskelion, als die vier auf die Vordertür zurannten. „Das ist kein Ort für Kinder mehr. Es wird eine Schlacht beginnen, wie Durmstrang sie noch nie gesehen hat!"
Sie waren beinahe an der Tür, als Hermine ein hohes Kreischen ausstieß. Etwas hatte den Schildzauber über ihren Köpfen getroffen, aber es war kein Stein: Es war ein gewaltiger fliegender Wasserspeier. Er landete mit einem Brüllen vor ihnen. Er sah aus wie eine Kreuzung aus Löwe und Bulle, nur aus glattem Ton statt Fell. Kleine Staubwolken stieben aus seinen Nüstern.
„Lass uns durch!", befahl Krum. „Expecto Patronum!"
Krums beeindruckender löwenförmiger Patronus schoss aus seinem Zauberstab, silbrig und leuchtend. Der Wasserspeier und der silberne Löwe knurrten einander an, während Krum Harry, Ron und Hermine hastig durch die Tür schob.
Harry hatte fast vergessen, was jenseits der Großen Halle lag, und war leicht überrascht von dem engen Raum des Fahrstuhls. Viktor Krum kam als letzter hinein und als die Tür sich schloss, folgte Harry dem Blick des Bulgaren zu dem Kampf, der nun in der Großen Halle von Durmstrang tobte.
„Du hättest es ihm nur schwer gemacht", sagte Hermine sachte zu Viktor.
Sie hatte genau ausgesprochen, was Harry dachte. Er hatte den Kampf zwischen Dumbledore und Voldemort im Zaubereiministerium erlebt und er hatte das Gefühl gehabt, dass Duelle auf einem solch hohen Level nur zwischen zwei Ausnahmezauberern stattfinden konnten. Sein eigener Wunsch, es mit dem Triskelionen aufzunehmen, war blanke Torheit. Er hatte noch eine Menge zu lernen, bevor er sich an einem solchen Kampf beteiligen konnte. Nur mit dem Elderstab hätte er…
In diesem Augenblick traf ihn die Erkenntnis.
Der Schmerz in seiner Brust war fort.
Der Elderstab war fort.
Ginny war fort.
AN: Hallo, liebe Leser! Ich würde mich sehr freuen, wenn ich im Endspurt auf das Finale hin noch ein paar mehr Reviews bekommen würde. Also bitte, bitte... :D
