Titel: Summertime Kids

Autor: Vorabiza

Übersetzung: Nerventod

Beta: Ituep

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2. Unterwegs

Sie erreichten ihren Bestimmungsort, hielten einander fest und lachten laut.

„Oh, Merlin!", keuchte Draco. „Harry, ich kann nicht glauben, dass du ihm das gerade gesagt hast."

„Vertrau mir, er hat es verdient", sagte Harry, umarmte ihn von der Seite und grinste.

„Kann ich es wagen zu fragen, was du Severus getan hast?", fragte Remus amüsiert.

Harry und Draco schauten sich um. Sie waren zum Vorderhof der Weasleys appariert, wo sie sich alle treffen wollten. Es war für niemanden eine Überraschung, dass Harry und Draco die Letzten waren, die ankamen.

Neben Remus standen noch andere auf dem Hof und sahen bei ihrer Ankunft zu - Tonks, Ron, Hermine, Fred und George, Misses Weasley und auf der anderen Seite Blaise, Pansy, Vince und Greg.

Harry öffnete seinen Mund und schloss ihn dann wieder. Er hatte noch nicht einmal Draco erklärt, was passiert war.

„Nein, du darfst nicht fragen, was Harry getan hat, weil ich es selbst noch nicht einmal genau weiß", sagte Draco hochmütig, jedoch mit einem schelmischen Grinsen. „Aber ich werde deine Nachricht sicher an den Kühlschrank heften, damit Harry sie sehen kann."

Harry und Draco brachen noch einmal in lautes Gelächter aus, sehr zu jedermanns Verwirrung und Unterhaltung.

„Harry", ermahnte ihn Hermine leicht. „Du hast Draco wieder Muggel-Ausdrücke beigebracht."

„Schuldig", stimmte Harry sogleich mit einem Grinsen zu.

„Also, ist alles bereit?", fragte Draco unschuldig.

Blaise schnaubte. „Ich bin sicher, dass du sehr wohl weißt, dass wir alle nur auf dich gewartet haben."

„Harry war auch zu spät", protestierte Draco. „Nicht nur ich war zu spät."

Blaise schaute zu Harry. „Harry, warst du vor einer halben Stunde fertig?" Harry dachte, dass er einem Rechtsanwalt oder Richter ähnlich war, der seine Fragen stellte.

Er antwortete entsprechend. „Ja, Sir. Ich war vor dreißig Minuten bereit, die Taschen waren gepackt."

Draco drehte sich zu ihm. „Hey! Wir sollten zusammenhalten!", sagte er ungläubig.

Die Zwillinge nahmen sofort diese improvisierte Verhandlung auf.

Fred zog Draco ein wenig beiseite. „Draco, du kannst solche Sachen nicht hier herum schreien, wenn du den Fall nicht verderben willst", wisperte er so laut, dass alle es hören konnten.

George hatte Harry beiseite gezogen. „Harry, du weißt, dass solche Ausbrüche das Gericht nicht beeinflussen werden, aber die Jury wird sich daran wahrscheinlich irgendwie erinnern." George redete ebenso laut, wie sein Zwilling.

„Emmm, wer von uns steht denn hier vor Gericht?", fragte Harry.

Draco meckerte, während Fred ihn zurückhielt.

Blaise antwortete. „Sie sind beide angeklagt, wegen zu spät Kommens" Er wandte sich den Mitgliedern der Jury zu. „Sie werden gebeten zu entscheiden, ob es die Schuld der Angeklagten war, dass sie zu spät gekommen sind, oder nicht. Ist das klar?"

Ron, Hermine, Tonks, Remus, Misses Weasley, Pansy, Vince und Greg nickten alle, die meisten von ihnen mit einem breiten Grinsen auf ihrem Gesicht.

„Sie können fortfahren, Gentlemen", sagte Blaise herrisch an Fred und George gewandt.

Fred trat vor. „Ich rufe zuerst Harry Potter", erklärte er mit geblähter Brust.

Harry grinste und setzte sich auf den Baumstumpf, auf den Fred zeigte.

„Nun, Sie sagen, dass Sie dreißig Minuten vor Ihrer Ankunft bereit waren zu gehen?", fragte Fred und rieb nachdenklich über sein Kinn.

„Ja, Sir", antwortete Harry. „Ich war..."

„Nein, nein. Eine Ja- oder Nein-Antwort wird genügen", sagte Fred aufgeblasen.

Harry blieb ruhig.

„Haben sie in dieser Zeit irgendetwas getan, dass verhindert hat, dass sie pünktlich ankamen?", fragte Fred.

„Emmm, nun..."

„Ja oder nein", schnappte Fred.

„Emmm, nun, ja, aber..."

„Also", unterbrach ihn Fred. „Sie haben sich mit anderen Dingen beschäftigt, was bedeutet, dass Sie nicht wirklich bereit waren zu gehen."

„Aber ich war bereit, und es ist nicht meine Schuld, dass Severus mich aufgehalten hat oder dass..." Harry sagte plötzlich nichts mehr.

Fred neigte sich interessiert nach vorne. „Ah, es scheint, dass Sie noch etwas anderes zu erzählen haben, Mister Potter."

Harry schickte Draco einen panischen Blick, aber Draco grinste ihn nun süffisant an.

„Erzählen Sie bitte der Jury, mit welchen anderen Dingen Sie beschäftigt waren, die Sie davon abgehalten haben, rechtzeitig anzukommen?", fragte Fred glatt.

„Äh... Ich berufe mich auf den Fünften!", rief Harry plötzlich.

Die meisten schauten ihn ausdruckslos an, aber Hermine trat vor, um dem Richter etwas ins Ohr zu flüstern.

„Mister Potter", sagte Blaise in einem herrschenden Ton. „Sie können Sich nicht auf den Fünften Zusatzartikel berufen, wenn Sie nicht vor einem amerikanischen Gericht sind."

Harry schoss Hermine einen grimmigen Blick zu, den sie ignorierte.

„Oh, Richter?" Alle drehten sich um, um zu Misses Weasley zu schauen. „Ich bin nicht sicher, dass die Jury genau wissen muss, mit welchen Dingen er beschäftigt war."

Blaise sah enttäuscht aus, nickte aber. „Nun gut." Er winkte mit seiner Hand zu Fred, das er weitermachen konnte.

„Also, mit wem, außer diesem Severus, waren sie noch zusammen?", fragte Fred.

Harry seufzte. „Ich war mit Draco zusammen."

„Hmmm, gut, ich denke, dass ich meinen Mandanten schaden würde, wenn ich weiter fragten würde", konnte man Fred murmeln hören.

„Nun, ist dieser Severus hier, um sich für die dreißig Minuten vor Ihrer Ankunft zu verbürgen?", fragte Fred mit einem böswilligen Ton.

„Nein. Aber er hat mich wirklich aufgehalten! Draco auch!", sagte Harry.

„Ah, aber dieser Severus ist nicht hier, um das zu bestätigen", sagte Fred, den Teil über Draco ignorierend. „So eine Schande."

Fred trat zurück und zeigte seinem Bruder an, dass es nun an ihm war, Fragen zu stellen.

George trat vor, um mit seinem Klienten zu sprechen. „Also, habe sie die Aktivitäten mit Draco angestiftet, oder war er es?"

„Emmm, ich nehme an, dass ich es irgendwie war", gab Harry zu.

Bei dem betroffenen Blick auf Georges Gesicht beeilte sich Harry, fortzufahren. „Aber ich hatte nur vor, ihm einen leichten Kuss zu geben, bevor wir los wollten, aber dann hat er weiter gemacht und ich habe gesagt, dass wir gehen müssten. Nun, und dann ist Severus zurückgekommen und hat uns wieder aufgehalten und er hatte bereits mit mir gesprochen, während ich auf Draco gewartet habe, damit er endlich seine Tasche fertig gepackt hat und so hat er es nicht gut aufgenommen, uns zu finden... nun, uns wieder zu finden und so habe ich etwas gesagt, was einem Witz zwischen mir und Draco ähnlich war, aber Severus hat das nicht so gut aufgenommen und so sind wir schließlich dort verschwunden... und hier sind wir", beendete Harry schwach.

„Und du bist unter dem Druck zusammengebrochen", spottete Draco. „Und dann auch noch vor Deinem eigenen Verteidiger. Jetzt hast Du uns beide reingeritten und ich hatte noch nicht einmal die Chance, mich zu verteidigen."

Alle lachten über Harrys Eingeständnis. Harry schenkte Draco ein schüchternes Grinsen und zuckte mit den Achseln.

Draco seufzte und schüttelte seinen Kopf. „Was soll ich nur mit Dir machen? Ich glaube, dass wir einfach zusammenhalten müssen", sagte er, als er seine Arme um Harry schlang.

Harry gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Ah, Danke, Engel, dass du sogar in diesen schlimmen Zeiten zu mir hältst", sagte er dramatisch.

„Oh, Merlin!", sagte Ron Augen rollend. „Ihr zwei seid einfach zu viel."

„Danke", sagten Harry und Draco zusammen und grinsten Ron an.

„Lasst uns endlich von hier fort kommen", sagte Ron.

Misses Weasley war die einzige, die nicht gehen würde, aber sie das ganze Essen für sie eingepackt und Remus und Tonks geholfen alles andere für die Gruppen von Jugendlichen zusammenzupacken.

Es würden zwei Erwachsene auf dieser Reise sein, Remus und Tonks, zusammen mit zehn Teenagern, fünf Gryffindors und fünf Slytherins. Technisch gesehen waren Fred und George Ex-Gryffindors und waren ursprünglich nicht eingeladen worden. Sie hatten sich selbst eingeladen und gesagt, dass es bestimmt lustig werden würde und dass sie gebraucht würden, um die Zahl der Gryffindors und Slytherins auszugleichen. Sie hatten Dracos Proteste ignoriert, dass Remus und Tonks auch Gryffindors waren.

Theoretisch machten sie diese Reise auf Muggel-Art. Theoretisch. Als diejenigen, die die Reise geplant hatten, hatten Draco und Harry schließlich einige Kompromisse gemacht. Finanziell konnten Harry und Draco so ziemlich alles kaufen, dass sie wollten. Mit etwas Hilfe von Remus waren sie losgegangen und das größte und netteste Wohnmobil, das sie finden und auf das sie sich einigen konnten, gekauft.

Remus und Arthur hatten eine ganze Zeit gebraucht, damit das Wohnzimmer groß genug war für alle. Tatsächlich war viel im Inneren vergrößert worden und das war wirklich ziemlich gut.

Remus hatte das Fahren dieses Monstrums geübt und Tonks würde vorne mit ihm fahren. Das überließ den ganzen hinteren Bereich für die zehn Teenager, um sich zurück zu lehnen und stilgerecht zu reisen. Einer der Vorteile war, dass das Wohnmobil ihnen erlaubte, die ganze Reise zusammen in einem Fahrzeug zu machen.

Der Problem, mit dem Draco kämpfte war, dass das Bett für Remus und Tonks sein würde, sobald sie an ihrem Campingplatz waren. Es sollte Dracos und Harrys Bett sein. Sie hatten dafür gezahlt, aber Harry wollte wie ein echter Camper in einem Zelt schlafen. Sie würden wahrscheinlich wieder auf das Problem zu sprechen kommen, wenn es Abend werden würde und alle wussten das.

Auf jeden Fall würde es Spaß machen, auf diese Art zu reisen und viel mehr ein Erlebnis sein, als einfach zu ihrem Bestimmungsort zu apparieren. Abgesehen davon hatte sogar Harry zugestimmt, dass es nett sein würde, ein richtiges Badezimmer zur Verfügung zu haben, selbst wenn die zwölf es sich teilen müssten.

Jetzt war das endlich Zeit für sie, loszufahren.

„Oh, wartet!", brüllte Harry der Gruppe zu, die auf das Wohnmobil zuging. Harry griff mit seiner Hand unter sein Hemd und zog alle Ketten heraus, die als ihre Notfallportschlüssel dienten. Er streifte sie über seinen Kopf und fing an, sie an seine Freunde auszugeben. Sie waren bereits gewarnt worden, dass das Tragen diesen Ketten die Bedingung von Severus war, dieser Reise zuzustimmen.

Sobald sie auf dem beabsichtigten Eigentümer waren, würden die Ketten kürzer werden, so dass man sie nicht verlieren konnten. Wenn man betrachtete, das sie vorhatten Dinge wie Schwimmen zu machen, war das eine notwendige Vorsichtsmaßnahme. Nur Severus würde im Stande sein, sie wieder abzunehmen, obwohl sie auch so verzaubert waren, nach einer Woche wieder abzugehen, wenn Severus aus irgendeinem Grund nicht im Stande war, sie ihnen abzunehmen. Sie alle wussten, dass sich Severus weniger darum sorgte, ob sie sie wieder abnehmen konnten oder nicht und so hatte Harry auf der Extrabestimmung beharrt. Nur ein weiterer Kompromiss, der gemacht worden war.

Misses Weasley machte ihre Runde und umarmte und ermahnte alle Schüler – sehr zur Verwirrung der Slytherins – und dann gingen sie alle ins Wohnmobil und endlich ging es los.

„Und wie lange werden wir brauchen, bis wir da sind?", fragte Ron.

„Es wird Stunden dauern", antwortete Hermine augenrollend, die diese Frage in den letzten Tagen schon mehrmals beantwortet hatte. „Wir werden nicht vor Nachmittag zu unserem Campingplatz kommen."

„Was ich wissen will ist, warum es acht Jungen und nur zwei Mädchen gibt?", fragte Pansy gereizt.

„Weil wir spezieller sind?", fragte Blaise fröhlich.

Pansy und Hermine schnaubten beide unelegant, was ihrer Sache nicht gerade half.

„Ich denke, dass es deshalb ist, weil Draco und Harry Jungs sind und sie mehr Freunde haben als Freundinnen", sagte Greg.

„Und sie sind diejenigen, die diese Reise geplant haben", fügte Vince hinzu.

Harry schaute sie ganz stolz an, dass sie gesprochen hatten. Er hatte mit den ruhigen Slytherins jetzt seit fast einem Jahr daran gearbeitet.

Draco fing Harrys Blick und wisperte in sein Ohr. „Du hast meine Freunde versaut, sie sollen nicht sprechen, nur folgen", sagte er, in amüsierten Ton.

Harry grinste ihn nur an, ehe er seine Aufmerksamkeit zurück zu der Gruppe richtete.

„Nein, das kann es nicht sein", spottete Fred.

„Zu leicht", stimmte George zu.

Alle schauten neugierig zu Fred und George und warteten darauf, was als nächstes kommen würde.

„Nun, es kann nicht sein, weil man acht von uns braucht, um sich mit nur zwei ihres Wertes zu vergleichen", murmelte Fred.

„Nein, und es kann sicher auch nicht sein, weil wir ihren Verstand brauchen, um herauszufinden, wie man in der Wildnis überlebt", sagte George stirnrunzelnd.

„Sicher nicht, selbst wenn die beiden die einzigen sind, die alles über dieses Wildnis-Zeug gelesen haben, das sie im Laufe der letzten beiden Wochen finden konnten", stimmte Fred zu.

„Jungen brauchen nicht zu lesen, um zu wissen, wie man überlebt", sagte George. „Nein, das kann es auch nicht sein."

Sie verfielen eine Minute in Schweigen, beide mit einem identischen Stirnrunzeln auf ihren Gesichtern.

„Ich weiß! Ich weiß!", rief Fred plötzlich und sprang aufgeregt auf.

„Oh, dann sag es", sagte George eifrig.

„Hermine und Pansy sind nur die einzigen zwei Mädchen, die dumm genug sind, mit uns Jungs mitzukommen", gab Fred bekannt, stolz darauf, die richtige Antwort zu präsentieren.

Alle Jungen fingen an zu kichern.

Hermine und Pansy tauschten einen flüchtigen Blick aus. „Du weißt, Hermine, das das traurige daran ist, dass ich denke, dass sie wirklich recht haben könnten", sagte Pansy kläglich.

Hermine seufzte schwer und nickte in Übereinstimmung. „Ich weiß, was du meinst."

Die Gruppe verbrachte die nächsten beiden Stunden damit zu reden und zu lachen, um sich auf den laufenden zu halten, was bisher im Sommer passiert war. Als es Zeit für die Mittagspause war, meldete Draco Harry freiwillig zum kochen und Hermine erklärte sich bereit zu helfen.

„Es war so nett von Draco, dich freiwillig zu melden", sagte Hermine sarkastisch.

„Draco ist in Zaubertränken ausgezeichnet, aber kann überhaupt nicht kochen. Ich kann kochen, versage aber vollkommen in Zaubertränke. Erkennst Du die Ironie", sagte Harry mit einem Achselzucken, als er begann, die Zutaten für eine einfache Suppe und Butterbrote herauszuholen.

„Ihr zwei gleicht euch aus", antwortete Hermine sofort.

Harry schaute sie neugierig an. Er hatte eine Antwort bekommen, aber nicht die Antwort die er erwartet hatte. „Das vermute ich."

„Oh, komm schon Harry", spottete Hermine. „Du weißt, dass das wahr ist. Ich hätte es vor einem Jahr nie geglaubt, aber ihr zwei seid für einander geschaffen."

„Die Dinge sind gut für uns gelaufen", gab Harry mit einem sanften Lächeln zu, schaute kurz zu dem Sitzbereich und erkannte, dass Draco ihn beobachtete.

Hermine folgte seinem Blick und rollte mit ihren Augen. „Seid ihr zwei überhaupt noch einmal von einander getrennt?"

Harry drehte sich zu ihr und grinste sie an. „Nein, nicht wirklich."

„Nun, ich bin einfach nur froh, dich endlich glücklich zu sehen", sagte sie mit einem Lächeln zu ihren Freund.

„Danke", sagte Harry noch immer grinsend. „Hilf mir jetzt mit dem Mittagessen."