7.
Schnitzeljagd
Die Gruppe hatte noch ein Paar Stunden mit
Schwimmen und sich gegenseitig Vollspritzen am See verbracht. Sie
hatten viel Spaß gehabt und einfach eine wundervolle Zeit
verbracht. Sogar Draco hatte mitgemacht und viel Spaß gehabt.
Jetzt lagen alle, sehr zu Dracos Erleichterung mit trockenen Sachen und Schuhen, auf den Liegestühlen unter dem Sonnensegel und bereiteten sich auf ihr nächstes Abenteuer vor. Sie hatten noch ein paar Stunden bis zum Abendessen und so hatte Hermine etwas geplant, was sie tun könnten.
„Also, wir machen eine Schnitzeljagd, müssen alles auf dieser Liste finden und werden in zwei Mannschaften, Gryffindors und Slytherins, aufgeteilt. Das ist es doch in etwa?", fragte Harry Hermine, nachdem er die Liste über Dracos Schulter hinweg gelesen hatte.
„Ja, das trifft es", sagte Hermine.
„Hey, auf dieser Liste steht alles für--", sagte Draco, wurde aber schnell von Hermine unterbrochen.
„Halt die Klappe, Draco", schnappte sie.
Draco hatte die Liste gelesen, aber jetzt hob er seinen Kopf, um ungläubig zu Hermine zu starren. „Du meinst, du weißt das?"
„Natürlich weiß ich das", sagte Hermine gereizt. „Was denkst du, was die Belohnung für diese kleine Schnitzeljagd ist?"
„Oh, Merlin", gluckste Draco freudig. „Ich hatte nicht gedacht, dass du es in dir hast, Hermine."
„Ja, nun, dies scheint eine spezielle Gelegenheit zu sein", sagte sie, nun ein klein wenig nervös. „Ich meine, wir sind hier zusammen und es sind unsere letzten Sommerferien, bevor wir verantwortliche Erwachsene sein müssen."
„Aber das?", fragte Draco, während er mit dem Pergament in der Luft herum wedelte.
„Das ist nicht so eine große Sache", schnappte Hermine.
„Das ist es nicht wirklich", gab Draco zu. „Aber dass das von dir kommt..."
„Ich bin nicht immer Miss Überkorrekt und Anständig", erklärte sie hochmütig.
„Ich schätze nicht", gab Draco zu und grinste sie an.
Die anderen folgten dem Gespräch mit wachsender Überraschung. Draco und Hermine waren die ganzen Tage gut miteinander ausgekommen, aber nicht so gut, wie jetzt.
Harry versuchte sich daran zu erinnern, ob er jemals gesehen hatte, wie Draco Hermine so angrinste. Es zeigte eine leichte Freundschaft und er war ziemlich sicher, dass sie irgendwie gerade eine verborgene Linie von allgemeiner zu lebenslänglicher Freundschaft überschritten hatten, unabhängig von Harrys und Dracos Beziehung. Leider hatte Harry noch immer keine Ahnung, worüber die beiden gerade gesprochen hatten.
„Steht auf beiden Listen dasselbe?", fragte Draco Hermine.
Sie zuckte mit den Achseln. „Ja. Es ist nicht wirklich eine Belohnung für nur ein Team. Es würde keinen Spaß machen, wenn nur die Hälfte von uns die Belohnung bekommen würde."
„Wir haben immer noch den Gryffindor/Slytherin Titel auszufechten, in Bezug darauf, welches Haus alle Dinge am schnellsten finden kann", schnarrte Draco.
Hermine nickte. „Den Gryffindor gewinnen wird", erklärte sie mit einem leichten Grinsen.
„Gryffindor wird keine Chance haben", spottete Draco, obwohl er ihr zuzwinkerte.
„Worüber zum Teufel unterhaltet ihr euch?", platze Ron schließlich heraus.
„Das wirst du herausfinden, nachdem wir alles auf unserer Liste gefunden haben", antwortete Hermine mit einer Sing-Sang-Stimme.
„Argh! Ich will nur wissen, worüber ihr redet!", schrie Ron.
„Das ist egal, Ron", sagte Harry, in dem Versuch, Ron zu beruhigen. „Wir werden alles nur schnell finden müssen und dann werden sie es uns erzählen."
„Möchtest du es nicht wissen?", fragte Ron.
„Sicher will ich das", zuckte Harry mit den Achseln. „Aber ich vertraue beiden, dass es nichts Schlimmes ist und deshalb werde ich abwarten bis sie bereit sind, es uns zu erzählen. In der Zwischenzeit möchte ich Spaß haben und meine Zeit nicht mit Schmollen verbringen."
„Fein", sagte Ron missmutig.
Harry schüttelte seinen Kopf. Ron würde wahrscheinlich die komplette Zeit schmollend und nörgelnd verbringen. Alle anderen schienen bereit zu sein loszugehen, besonders jetzt wo ihre Neugierde durch das Gespräch von Hermine und Draco geweckt worden war.
„Okay", sagte Hermine. „Eine Mannschaft wird in diese Richtung gehen", sagte sie. „Und die andere kann auf der anderen Seite suchen. Und damit niemand denkt, dass ich unfair wäre, Draco, kannst du die Richtung aussuchen, in die du mit deinem Team gehst."
Draco zuckte mit den Achseln, um damit zu zeigen, dass es wirklich nicht von Bedeutung sein würde, aber er deutete mit seinem Kopf zur linken Seite des Lagers. „Ich denke, dass wir in diese Richtung gehen werden."
„Dann lasst uns gehen!", gab Hermine bekannt. Fast alle gingen sofort zu ihren Suchgebieten, aber Draco und Harry machten noch eine kurze Pause, um sich zu küssen.
„Komm schon, Harry", zickte Ron. „Es ist nicht so, als ob du ihn nie wieder sehen wirst, oder sowas."
Harry wollte Draco einen letzten Kuss geben, aber Draco umschlang seine Taille und weigerte sich, ihn gehen zu lassen.
„Draco, lass mich los", sagte Harry lachend.
„Nein, das muss ich nicht", sagte Draco mit einem Schmollmund. „Du musst nicht auf ihn hören."
„Es ist gegen unsere Spielregeln, wenn ich mit dir gehe", sagte Harry, noch immer deutlich amüsiert.
„Bitte", sagte Draco gereizt, doch seine Lippen zuckten leicht. Er genoss manchmal viel zu sehr, Ron zu ärgern, dachte Harry amüsiert.
Draco würde Harry nicht gehen lassen, bis er einige tiefergehende Küsse bekommen hätte. Als er Harry endlich losließ, waren sie beide eher dazu bereit, zu ihrem Zelt zurückzugehen, als mit der Schnitzeljagd zu beginnen.
„Draco, du schuldest mir etwas", sagte Harry ein kleine wenig gereizt, während er versuchte, seinen Körper wieder zu beruhigen.
Draco grinste. „Ja, ich denke, ich habe Ron ein wenig zu sehr aufgezogen", gab er kläglich zu.
„Ron aufgezogen, das ich nicht lache. Vor ein paar Minuten hast du aufgehört ihn aufzuziehen und das stattdessen bei mir gemacht", meckerte Harry.
„Ich verspreche, dass ich es später wieder gut machen werde", wisperte Draco gegen Harrys Lippen.
„Das tust du besser", wisperte Harry zurück, bevor er Draco von sich schob. Er lachte, als Draco ihn anfunkelte. „Das geschieht dir Recht, weil du mich geärgert hast. Jetzt verschwinde endlich, damit wir fertig werden und hier her zurückkommen können."
„Fein" schnappte Draco, wirbelte herum und stolzierte davon.
Harry schüttelte amüsiert seinen Kopf und wartete noch für ein paar Momente. Draco warf ihm über seine Schulter ein Grinsen zu und Harry drehte sich schließlich herum, um seine Gryffindor-Freunde einzuholen.
„Also, was steht nochmal auf der Liste?", fragte Harry, als sie eingeholt hatte. Ron reichte Harry die Liste, damit er darauf schauen konnte.
Wildblumen
Kiefernzapfen
Beeren
Grashalme
Kleeblätter
Moos
Samen oder
Samenschoten
Glatter/glänzender Stein
Sand
Farn
Y-Förmiger Zweig
Kiefernadeln
Eicheln
oder andere Nüsse
Stein mit vielen Farben
Pilze von
einem Baum
Würmer
Feder
Marienkäfer
Vogelnest
Stachelschweinstacheln
Tollkirsche
Asseln
Raupen
Erstklassige Wurzeln
Nesseln
Knotengras
„Wir müssen all diese Dinge finden?", fragte Ron.
„Ja", sagte Hermine, während ihre Augen über das Gebiet streiften, anstatt ihn anzusehen.
„Das klingt nicht so schwer", sagte Harry.
„Dann schau danach", sagte Hermine. „Wenn wir uns ein wenig aufteilen, können wir schneller ein großes Gebiet absuchen."
„Wo sind Fred und George?" fragte Harry, der sich umsah und sie nirgends entdecken konnte.
„Die klettern auf Bäumen", sagte Ron augenrollend.
„Warum?" Harry sprach das Wort langsam aus, um damit klar zu machen, dass er es wirklich merkwürdig fand, was die Zwillinge da taten.
„Sie haben gesagt, dass das sie beste Art wäre, nach dem Vogelnest zu suchen, aber ich denke, dass sie einfach nur Spaß dabei haben, sich wie Affen zu benehmen", sagte Ron.
„Sie sollten auch den Baumpilz finden, aber andererseits denke ich nicht, dass sie eine große Hilfe sein werden", sagte Hermine, die über das Verhalten der Zwillinge ebenfalls nur die Augen rollen konnte. „Harry, warum suchst du nicht die kleinen Tiere, die wir brauchen?"
„Kleine Tiere?", fragte Harry skeptisch.
„Wir brauchen einen Marienkäfer, Raupen, Asseln und Würmer", zählte sie auf. „Es ist besser, wenn du danach suchst, als wenn Ron das tut. Ich möchte nicht, dass ihm Spinnen in den Weg kommen", schaffte sie es, mit einem ernsten Gesicht zu sagen.
Harry begann zu lachen und Ron begann sofort, sich ängstlich umzuschauen. Hermine konnte ihr Lachen nicht länger zurückhalten, als sie Ron beobachtete. „Du musst eines Tages wirklich über diese Angst hinwegkommen", sagte Hermine.
„Das kommt von dem Mädchen, das nie Aragog und seine Familie treffen musste", murmelte Ron.
„Komm schon, Ron", sagte sie noch immer kichernd. „Ich denke, dass wir den Rest dieser Liste ziemlich leicht finden können, abgesehen von den Stachelschweinstacheln."
Harry fing an Steine umzudrehen, um nach den Asseln zu suchen, während er hörte, wie Ron Hermine immer wieder anflehte, ihr zu sagen, wofür sie die Dinge brauchten. Er schüttelte seinen Kopf, als er einige Käfer in den Behälter tat, den Hermine ihm gegeben hatte, bevor sie gegangen war.
Es war leicht die anderen Dinge zu finden, die er suchen sollte, und Harry musste lachen, als er auch einige Spinnen fand. Sobald er alles gefunden hatte, ging er ein wenig tiefer in den Wald, um nach den Stachelschweinstacheln zu suchen. Er musste Hermine zustimmen, dass das nicht so einfach zu finden sein würde.
Er war ziemlich sicher, dass Hermine einen Zaubertrank machen wollte, da Draco diese Auflistung zu kennen schien. Das musste der Grund sein, warum Stachelschweinstacheln auf der Liste zu finden waren. Alles andere war ziemlich leicht gewesen.
„Argh!" Trotzdem er schrie und vor seinen plötzlichen Angreifern zurückstolperte, zog Harry seinen Zauberstab und sprach ein paar Schockzauber.
Harry sah mit aufgerissenen Augen zu als Fred und George zu Boden gingen.
„Harry? Harry! Bist du okay? Wo bist du?"
„Ich bin hier und es geht mir gut", schrie Harry zurück und begann zu lachen.
Ron und Hermine kamen stolpernd zu ihm gelaufen und hielten plötzlich an, als sie Fred und George sahen, die ohnmächtig auf dem Boden lagen.
„Äh, Harry, was hast du mit ihnen gemacht?", fragte Hermine.
„Ich persönlich denke, dass sie so gut aussehen", sagte Ron beiläufig.
„Ich habe sie irgendwie geschockt", gab Harry zu.
„Warum?", fragte Hermine. Wie Harry zuvor schaffte sie es, dieses eine Wort so lang zu ziehen, dass sie damit klar machte, dass er sehr sonderbar war.
„Hey!", protestierte Harry. „Ich habe es nicht absichtlich getan. Ich bin hier nur rumgelaufen und hab auf den Boden geschaut, um zu versuchen, diese dummen Stachelschweinstacheln zu finden und auf einmal bin ich angegriffen worden. Ich hab automatisch die Schockzauber abgeschossen."
Ron schaute auf. „Ich wette, dass sie dich kommen gehört haben und nur auf diesem Ast dort gewartet haben, damit sie herunterspringen konnten, als du unter ihnen hindurch gegangen bist."
„Dann geschieht es ihnen Recht, dass sie geschockt wurden", ärgerte sich Hermine mir verschränkten Armen.
„Denkt ihr, dass wir sie wieder aufwecken sollen, oder sollen wir sie einfach hier lassen, bis wir alles gefunden haben?", fragte Ron, während er Fred mit einem Fuß anschubste.
„Wir können sie nicht einfach hier lassen", protestierte Hermine.
„Warum nicht?", fragte Harry. „Zumindest werden wir so wissen, wo sie sind und sie können uns nicht mehr auflauern, um uns zu erschrecken."
Hermine überlegte. „Nun, vielleicht können wir sie hier ein paar Minuten liegen lassen, während wir dieses Gebiet absuchen."
Ron stieß einen triumphierenden Schrei aus. „Sie haben wenigstens das Vogelnest und den Baumpilz", sagte er, als er den Behälter fand, den Hermine ihnen gegeben hatte und der zu Boden gefallen war, als Harry sie betäubt hatte. „Sie haben auch die Feder und einige Stachelschweinstacheln."
„Verlass dich darauf, dass Fred und George die Dinge finden, die ein wenig gefährlich sind", murmelte Hermine.
„Wo sind denn Stachelschweinstacheln gefährlich?", fragte Ron völlig unwissend.
„Stachelschweine verwenden ihre Stacheln zur Verteidigung", sagte Hermine. „Sie sind scharf und gefährlich. Ich wäre nicht überrascht, wenn sie auf eines getroffen sind und sich dazu entschlossen haben, mit ihm darum zu kämpfen."
Harry und Ron lachten, als sie sich vorstellten, wie Fred und George versuchen, mit einem Stachelschwein zu ringen und es um seine Stacheln zu bringen.
„Denkst du wirklich, dass sie das gemacht haben?", fragte Ron.
„Oh, natürlich nicht", ärgerte sich Hermine. „Sie hatten wahrscheinlich Glück und haben welche gefunden."
„Du bist so leichtgläubig, Ron", keuchte Harry lachend.
Ron wurde verlegend und ging hinüber, um George gegen den Fuß zu treten. „Dumme Brüder", murmelte er.
„Oh! Dort gibt es Knotengras!", rief Hermine fröhlich aus. „Das ist das letzte, was wir noch gebraucht haben, da die Zwillinge ja bereits die Stachelschweinstacheln und die Feder gefunden haben." Sie ging schnell hinüber, um einiges zu sammeln, und Harry und Ron sahen auf die Zwillinge hinab.
„Ich nehme an, dass bedeutet, dass wir sie jetzt wieder aufwecken müssen", sagte Ron gereizt, noch immer ärgerlich darüber, dass er so leichtgläubig war, Hermine zu glauben. „Die Slytherins haben wahrscheinlich inzwischen bereits gewonnen."
„Wahrscheinlich" stimmte Harry zu. „Es sei denn, dass sich Vince und Greg in Strolche verwandelt haben, die versuchen, Bäume hinauf zu klettern und ihre Mannschaftskameraden zu erschrecken."
„Nicht wirklich wahrscheinlich", sagte Ron. „Nein, wir sind diejenigen, die Fred und George am Hals haben."
„Oh, komm schon, sie haben die ganze Sache hier sicher interessanter gemacht", sagte Harry.
Ron grinste plötzlich und sah sich nach Harry um. „Ja, es ist ziemlich komisch, sie so ohnmächtig zu sehen."
Harry und Ron sahen einfach zu, wie Hermine zurückkam und Fred und George wieder aufweckte.
Die Zwillinge setzten sich langsam auf, stöhnten und griffen sich an ihre Hinterköpfe.
„Du solltest uns eigentlich nicht schocken", schimpfte Fred.
„Das sollte doch nur lustig sein", stimmte George zu.
„Es war ziemlich komisch zu sehen, wie ihr beide ohnmächtig dagelegen habt", entgegnete Ron und lachte über seine Brüder.
„So sollte der Spaß nicht enden", nörgelte Fred.
„Überhaupt nicht" sagte George.
Sie schauten sich an. „Du weißt, dass es unsere eigene Schuld ist", fing Fred an.
„Zu versuchen, den Retter der Zaubererwelt anzugreifen", beendete George.
„Nicht unsere klügste Idee", stimmte Fred zu.
„Nein, das war es nicht", schnappte Hermine. „Ihr solltet es besser wissen, als zu versuchen, Harry anzugreifen."
„Seine Reflexe sind viel schneller als eure", sagte Ron fröhlich.
Harry streckte seine Hände aus, um ihnen so anzubieten, sie nach oben zu ziehen. Fred und George erhoben sich vom Boden, zuckten aber ein wenig zusammen, als sie das taten.
„Oh, lasst mich das sehen", schnappte Hermine. Die Zwillinge hielten gehorsam still, während Hermine sich ihre Hinterköpfe besah.
„Hey! Das tut weh!", schrie George auf, als Hermine in seinen Hinterkopf piekte.
„Ja, nun, ihr habt beide eine schreckliche Beule davon bekommen, euch die Köpfe anzuschlagen, als ihr hingefallen seid, aber ihr werdet es überleben", sagte Hermine.
„Severus hat mir und Draco eine Menge Heiltränke mitgegeben", sagte Harry, der Mitleid mit ihnen hatte. Hermine sah so aus, als hatte sie es genossen, auf die empfindlichen Stellen ihrer Hinterköpfe zu pieken. „Wir haben Heiltränke und auch einen Trank gegen die Schmerzen."
Die Gruppe fing langsam an, zurück zum Lager zu gehen. Harry und Ron kicherten, wenn Fred und George wimmerten. Hermine murmelte den ganzen Weg etwas über idiotische Jungs, dumme Streiche und für nichts gut zu sein.
„Wir haben gewonnen!", schrie Blaise triumphierend, sobald die Gryffindors auftauchten. „Die Slytherins haben alles gefunden und waren als erstes wieder hier!"
„Ich habe es dir gesagt", murmelte Ron Harry dunkel zu. Harry lachte nur und sah zu, wie Hermine Fred und George mit entschlossenem Blick zum Wohnmobil scheuchte, während die Zwillinge die ganze Zeit wimmerten.
Ron ging zu einem der Liegestühle und legte sich hinein, während Harry sich neben Draco kuschelte.
„Glückwunsch", sagte Harry und gab Draco einen Kuss.
„Danke", sagte Draco, sah aber verwirrt aus. Alle Slytherins schauten neugierig, von Rons Schmollen zu Harrys Fröhlichkeit und zum Wohnmobil, wo sie zusahen, wie Hermine Fred und George hineinschubste.
„Was ist denn bei euch los gewesen?", fragte Draco.
„Meine Brüder sind los gewesen", murmelte Ron gereizt.
Harry lachte und erklärte alles, was passiert war.
„Sie habe versucht, dir wehzutun?", fragte Draco gefährlich.
„Oh, gib es auf, Draco", schnappte Ron. „Harry hat es ihnen schon heimgezahlt."
„Außerdem haben sie nur versucht mich zu erschrecken, nicht mir wehzutun", fügte Harry hinzu.
„Trotzdem", sagte Draco.
„Lass es einfach gut sein, Engel", sagte Harry beruhigend. „Sie haben für uns Gryffindors verloren und ich bin sicher, dass Hermine ihnen das bereits vorhält. Du kannst dich einfach darüber freuen, dass ihr Slytherins viel besser seid."
„Sicher, ermutige ihn noch, dass er besser ist als wir", murmelte Ron.
„Nun, wir sind besser als ihr", sagte Blaise fröhlich.
Die Gruppe verfiel in eine fröhliche Neckerei, die Verdienste ihres jeweiligen Hauses zu preisen. Es ging weiter, als Hermine, Fred und George sich ihnen anschlossen. Harry wurde abwechselnd angeschrien und gelobt, wenn positive Bemerkungen über Slytherin machte, genauso wie über Gryffindor. Es machte alles in allem Spaß und schließlich richtete sich das Gespräch auf den Zweck von Hermines Liste.
„Nun, die Hälfte der Dinge auf der Liste sind wirklich Zutaten für einen Zaubertrank", gab Hermine zu.
„Welchen Zaubertrank?", fragte Ron mit einer Fratze.
„Was auch immer es für einer ist, Draco schien sich darüber sehr zu freuen", sagte Blaise.
Tatsächlich hörte Draco mit einem Grinsen auf seinem Gesicht zu und wartete einfach darauf, dass Hermine bekanntgab, um was für einen Trank es sich handelte.
„Es ist irgendwie ein Erholungstrank", sagte Hermine.
„Was ist ein Erholungstrank?", fragte Ron.
Fred und George hörten mit neuem Interesse zu. „Das bedeutet, dass er etwas zum Spaß haben ist", sagte George.
„Also was ist es für ein Trank?", fragte Fred eifrig.
„Veritas Temulenta", gab Hermine schließlich zu.
„Was zum Teufel ist das?", fragte Ron.
„Es ist ein Wahrheitstrank", sagte Hermine.
Alle starrten mehr oder weniger überrascht zu Hermine. Nicht wegen des Trankes selbst, sondern eher wegen der Tatsache, dass Hermine derjenige war, die die Idee hatte, ihn zu brauen. Alle verstanden jetzt Dracos Reaktion darauf.
„Die Wirkung des Trankes ist ähnlich der von mildem Alkoholgenuss mit ein wenig Wahrheitserweiterer, aber er dauert nicht so lange an", erklärte Hermine. „Die Wirkung wird einfach nur verstärkt, wenn man etwas Alkohol dazu trinkt."
„Warum hast du nicht einfach ein wenig Alkohol mitgebracht?", fragte Blaise etwas enttäuscht.
„Wie sollte ich denn an echten Alkohol kommen?", schnappte Hermine.
Ron wirbelte zu seinen Brüdern herum. „Ihr zwei seid alt genug und hättet uns etwas besorgen können", sagte Ron. „Wie kommt es, dass ihr zwei keinen mitgebracht habt?"
Sie zuckten mit den Achseln. „Wir haben einfach nicht daran gedacht."
„Warum habt ihr nicht daran gedacht?", fragte Draco. „Es hätte die Dinge hier interessanter machen können."
„Nun, da wir keinen haben, dachte ich, dass das etwas Spaß machen könnte", warf Hermine in den wachsenden Streit ein. „Die Wirkung dauert nicht so lange, aber der Alkohol hat auch nicht den Wahrheitserweiterer. Ich dachte, dass wir ihn für ein Spiel Wahrheit oder Pflicht verwenden können."
Die Gruppe war über die Idee erfreut und es wurde entschieden, dass die Mädchen ihn nach dem Abendessen brauen würden.
„Draco", sagte Harry leise.
„Hmmm", antwortete Draco träge.
„Kann ich mit dir in unserem Zelt sprechen?", fragte Harry.
