(warum lässt mich dieses Ding hier kein "at" machen? na egal)Jacquelie: Thx das ist echt voll lieb
Nina: Keine Angst, solange ich noch Ideen habe und das her noch jemand ließt höre ich ganz bestimmt nicht auf.
Disclaimer: Nix meins (guckt ganz am Anfang bin nun mal faul)!
Chapter 1:
Hey, Little Sister
Mit jeder Minute Näherte sich Booths schwarzer Wagen dem Krankenhaus.
Mit jeder einzelnen Minute wurde Temperance nervöser.
Booth wusste, dass etwas nicht stimmte, konnte jedoch nur raten, was eigentlich passiert war, weil Brennan außer einem genuschelten „Danke", kein Wort gesagt hatte.
Es musste sie, soviel wusste er, sehr viel Überwindung gekostet haben diese Worte auszusprechen, doch er kannte sie und für Booth war es nicht wichtig, warum sie ihn mitten in der Nacht anrief, warum sie nervös auf ihrem Sitz hin und her rutschte.
Ihm reichte es, zumindest für den Moment, zu wissen, dass Bones ihm vertraute.
Ob sie sich nun bedankte oder nicht, war nicht weiter wichtig.
Allein schon überhaupt um Hilfe zu bitten, war so untypisch für Bones.
Temperance selbst, war zwar zum einen froh, das Booth bei ihr war, andererseits jedoch fühlte sie sich schwach.
Fühlte sich, als ob sie einen winzig kleinen Teil ihrer Unabhängigkeit aufgegeben hatte.
Es war vollkommen unlogisch.
Sich sorgen um ein Mädchen zu machen, das sie nicht einmal kannte.
Innerlich zu hoffen, dass es kein Irrtum war, dass Regan wirklich ihre Schwester war.
Das war was sie fühlte: Die verzweifelte Hoffnung wenigstens noch auf irgendeine Art von Familie zu haben.
Doch in Temperance Brennans Welt zählte Gefühl nicht viel, im Gegensatz zu Fakten.
Sie verdrängte es. Verdrängte alles, was ihr zu nahe trat.
Versuchte ihre Gefühle zu analysieren, einen Grund zu finden, warum sie so fühlte, konnte nichts einfach akzeptieren, so wie es war.
Doch dieses Mal schien Tempes normale Taktik des Vermeidens und Davonlaufens nicht so zu funktionieren, wie sie es gern hätte.
Sie versuchte, sich einzureden, dass alles normal sei, das sie nur verwirrt und nervös war, weil es sich um eine extreme Situation unter extremen Bedingungen handelte.
Und sie machte sich Sorgen, weil…ja, weil. Warum eigentlich?
Brennan wusste, obwohl sie sich, wenn auch erfolglos, einredete, dass alles wie sonst auch sei, dass sie machtlos war.
Das sie es nicht kontrollieren konnte und es machte ihr Angst.
Mit jedem weiteren gefahrenen Meter ein kleines Bisschen mehr.
Sie war so in Gedanken versunken, dass sie es kaum wahrnahm, als Booth den Wagen vor dem Haupteingang des Krankenhauses zum Stehen brachte.
Brennan hasste Krankenhäuser, Booth hasste Krankenhäuser, gab es überhaupt irgendeinen Menschen auf dieser Welt, der Krankenhäuser nicht hasste?
Menschen kamen hierher um ihre Angehörigen oder Freunde zu besuchen.
Manche von ihnen standen, als sie kamen, in einem leeren weißen Raum.
Standen da mit der Gewissheit einen Menschen der ihnen die Welt bedeutet hatte nie wieder zu sehen.
In Krankenhäusern starben Menschen. Wieder andere bangten um das Leben ihrer Liebsten.
Doch am Schlimmsten war das Warten, währenddessen man nichts weiter tun konnte, als weiße, sterile Wände anzustarren und sich das Schlimmste auszumalen.
Die Stille raubte Tempe allmählich den letzten Nerv.
Endlose weiße Flure entlang, nichts als Stille und dem monotonen immer gleich klingenden „klack" ihrer Absätze.
Nach dem dritten Flur hatte sie allmählich aufgehört zu zählen, da sie bereits ahnte, dass dies erst der Anfang war.
Booth musste sich bemühen mit ihr Schritt zu halten und fragte sich wie groß ein solcher Betonklotz sein konnte.
Er fühlte sich wie eine Laborratte in einem Labyrinth aus völlig identischen Plastikröhren.
Zudem schien niemand genau zu wissen wo, er glaubte ihr Name war Regan war oder sein sollte.
Die Empfangsdame schickte sie zur Kinderstation, was Booth mehr verwirrte, als er zugeben wollte.
Die Nachtschwester dort, schickte sie zu einer Station, dessen Namen Booth schon wieder vergessen hatte.
Bones hatte ihn bereits abgehängt und schien ihre Wut, ihre Angst, oder was auch immer es war, nun an ihm auszulassen: „Komm schon, Booth", maulte Brennan über ihre Schulter hinweg „Du wolltest mitkommen, also beweg dich gefälligst!"
Dass es bereits weit nach Mitternacht war und die meisten, wenn nicht alle Patienten bereits schliefen, schien sie dabei nicht zu interessieren.
Temperance ging es einzig und allein darum so schnell wie möglich die richtige Station, das richtige Zimmer und Regan zu finden.
Zimmer 316, Station HN3. 316, HN3.
Wie eine Endlosschleife geisterten diese Worte durch ihre Gedanken.
Brennan wollte, dass es aufhörte, um wieder klar denken zu können.
Nicht in der Lage zu sein, die Situation zu analysieren, wie sie es immer tat, machte Temperance nahezu verrückt.
316, HN3. Endlich hatten sie die richtige Station gefunden, Booth, der noch immer mühe hatte mit Bones Schritt zu halten, hastete ihr hinterher.
Die Zahlen wurden größer. 305, 306, 307.
Brennans Hände begannen zu zittern.
Obwohl sie nicht verstand, warum sie sich Sorgen um ein, sachlich betrachtet, unbekanntes Mädchen machte, dass nur ganz nebenbei vielleicht ihre Schwester war, war Tempe nervös.
Was würde sie erwarten? Sie wusste es nicht.
Wie würde Regan reagieren? Sie wusste es nicht.
Brennan hasste es. Sie hasste diese Unwissenheit und es beunruhigte sie.
Warum hatte sie mit noch keinem Arzt gesprochen?
Warum ließ sie alles so nah an sich heran kommen?
Fragen über fragen, die sie sich normalerweise durch eine einfache Analyse der Situation selbst beantwortet hätte, aber logische Gedanken waren das Letzte, was momentan in Tempes Kopf herrschten.
„Miss!", rief die Nachtschwester; Brennan überhörte es. „Miss, die Besuchszeit ist lange vorbei." Sie reagierte nicht, sondern lief weiter, sah die Zimmernummern immer größer werden. 310, 311, 312. Plötzlich stellte sich die rundliche Krankenschwester direkt in Brennans Weg, die um ein Haar fast mit ihr zusammengestoßen wäre, hätte Booth sie nicht am Arm zurückgehalten.
„Was soll das?", keifte sie wütend, noch während sie sich zu ihm umdrehte.
„Bones, beruhig dich, okay? Komm wieder runter."
„Ich weiß nicht was das bedeutet.", antwortete Bones nun leiser aber auch deutlich ruhiger; zum Glück. „Schon gut", sagte Booth, froh nicht mehr in ihrem Mordstempo, durch das ganze Krankenhaus, mehr oder weniger rennen zu müssen „Beruhig dich einfach."
„Das möchte ich ihnen auch raten.", mischte sich nun die korpulente Frau vor ihnen ein.
Sie war sichtlich verärgert und Booth hatte insgeheim Angst ihr ohnehin schon hoch roter Kopf könne zuerst anschwellen um dann mit einem lauten Knall zu platzen.
„Es tut uns wirklich leid, wenn wir sie stören, aber es handelt sich um einen Notfall.", sagte Brennan so schnell, das man Mühe hatte sie zu verstehen.
„Ich verstehe, dass Sie aufgebracht sind, aber die Besuchszeit endet um 22:00. Ich muss sie bitten zu gehen."
Booth sah die Tränen in ihren Augen und hasste sich schon im Voraus für das, was er gleich täte:
Mit ernster Miene zog er seine Marke aus der Innentasche seiner Jacke.
Er würde einen Haufen Ärger bekommen, ganz zu schweigen von dem meterlangen Bericht, den er für diese Aktion würde schreiben müssen. Doch er konnte nicht anders. Er konnte es nicht ertragen, Bones, seine Bones, weinen zu sehen.
Zu wissen, das etwas nicht stimmte war eine Sache, zu wissen etwas dagegen tun tu können war eine andere. Er musste sich eindeutig abgewöhnen so über seine Partnerin zu denken.
Ihre Beziehung war rein freundschaftlich. Sie waren Freunde und Partner, sie arbeiteten zusammen. Das war alles und damit basta.
„Booth…", flüsterte Bones vorwurfsvoll, schon den riesigen Papierhaufen auf seinem Schreibtisch liegen sehend.
Doch sie wusste, dass er sich nicht von seiner, wenn auch recht dummen, Idee abringen ließe.
Auch wenn Sie ihm am liebsten sofort um den Hals gefallen wäre, beschloss Tempe ruhig zu bleiben und einfach mitzuspielen. Partner und Freunde, nicht mehr.
Was war schon dabei?
„Special Agent Seeley Booth, FBI. Das ist meine Partnerin Dr. Temperance Brennan. Ich muss sie bitten uns durchzulassen."
Den restlichen Weg rannte Temperance, sie musste es wissen, musste sie sehen.
Booth folgte ihr langsam, um ihr wenigstens einen Moment Privatsphäre zu geben.
Bones verschwand in einem Zimmer fast am Ende des langen weißen Korridors und erstarrte augenblicklich.
Sie konnte nicht glauben, was sie sah. Alle Zweifel, dass Regan ihre Schwester war, waren augenblicklich weggeblasen.
Dieselben braunen, manchmal rötlich schimmernden, Haare. Dieselben Gesichtszüge, dieselben Ohren, die Nase, einfach alles an ihr.
Vor Tempe, lag eine deutlich jüngere, schlafende und wie Bren vermutete auch etwas kleinere Ausgabe von sich selbst.
Wahrscheinlich verbargen sich hinter Regans geschlossenen Augenlidern genau ihre Augen.
Tempes blaue Augen. Doch sie hoffte innständig nicht diesen traurigen Ausdruck in ihnen zu finden, den sie selbst schon seit dem verschwinden ihrer Eltern mit sich herumtrug.
Aus diesen traurigen blauen Augen, die im Moment jedoch gar nicht so traurig schienen, rannen Tränen über Tränen Tempes Wangen hinunter.
In den letzten drei stunden hatte sie mehr geweint, als in den letzten zehn Jahren zusammen, doch sie lächelte, auch wenn sie noch nicht wirklich realisiert hatte, was gerade jetzt in diesem Moment in ihr vorging, geschweige denn versucht hatte ihre jetzigen Gefühle zu analysieren.
Booth stand stocksteif im Türrahmen und bewegte sich nicht.
Er war geschockt, so geschockt, dass er sich selbst daran erinnern musste zu atmen.
Bones ging einen Schritt auf das Bett zu, zog sich einen Stuhl heran und setzte sich.
Booth wollte gerade an den Türrahmen klopfen, weil er wusste, dass Bones ihm in den Hintern träte, wüsste sie, dass er schon einige Minuten einfach dagestanden hatte.
Doch er hielt inne, als sie vorsichtig und auf eine Weise, wie normalerweise nur Mütter es taten, die Hand des Mädchens ergriff.
Booth hatte gedacht sie zu kennen, zu wissen woran er war, doch dieser Glaube verflüchtigte sich in nur wenigen Sekunden, als sie leise und kaum hörbar flüsterte:
„Hey, kleine Schwester…"
Mehr hatte er nicht verstanden, oder wollte es nicht verstehen.
Sie waren Partner. Partner reden über solche Dinge. Und wenn es Partner nicht taten, so taten es Freunde jedoch ganz gewiss.
Booth wandte sich gekränkt ab. Sicherlich hatte Bones ihre Gründe, aber die interessierten Booth gerade herzlich wenig.
Er glaubte sie zu kennen, glaubte, dass sie ihm vertraute, doch nun fühlte er sich, als stehe er wieder ganz am Anfang: Vor unendlich hohen Mauern mit einem viel zu kleinen Vorschlaghammer um sie einzureißen.
Was Booth nicht wusste, war, dass Brennans einstige Festung, die sie jahrelang zu ihrem Schutz aufgebaut hatte, mühsam Stein auf Stein, allein durch ihn zu einer Mauer wurde.
Das er es war, der die Mauer Stein für Stein einriss. Und das heute Nacht diese mauer fast vollständig in sich zusammengefallen war.
Temperance Brennans Mauern stürzten ein und sie konnte rein gar nichts dagegen tun.
Es war einfach passiert, in dem Moment, als sie Regan zum ersten Mal gesehen hatte.
Sie fühlte sich verwundbar und hasste es, doch gleichzeitig war ihr, als ob ihr Herz, sie unglaublich Last, die sie mit sich herumschleppte, leichter geworden wäre.
Sie fühlte sich frei, hatte das Gefühl nicht mehr allein zu sein.
Und doch wusste sie, dass ihr leben nie wieder so wäre, wie es einmal war.
Tempe schaute lächelnd auf Regan hinunter und drückte ihre Hand ein kleinen wenig fester.
Sie lächelte und musste zugeben, dass ihr diese Veränderung eigentlich ganz gut gefiel.
Sorry, dass es etwas länger gedauert hat aber ich hab gerade etwas Stress mit schule und so… plz R&R
