Es tut mir leid, dass ihr so lange auf das neue Kapitel warten musstet. Meine Sehnenscheidenentzündung ist zum Glück jetzt fast weg, aber ich hatte vor Weihnachten noch viel in der Uni zu tun und außerdem liegt mein Großvater, der fast sowas wie ein Ersatzvater für mich ist, im Sterben. Leider hatten einige von euch nichts besseres zu tun, als mich zu beschimpfen, warum ich denn nicht endlich weiterschreiben würde. Ich habe zwar gesagt, ihr könntet mir ruhig drohen, wenn ich nicht weiterschreibe, aber damit meinte ich natürlich nicht, dass ich mich gerne beleidigen lasse. Wegen denen hätte ich mich jetzt nicht trotz Weihnachtsstress so beeilt, noch ein neues Kapitel hochzuladen, aber ihr anderen könnt ja nichts dafür und ich wollte euch damit noch eine kleine Weihnachtsfreude machen!

Ach ja, ich habe meine WÜ abgegeben! °hustsechsseitenhust°

In diesem Sinne: Jauchzet, frohlocket!


Mission: Deckung aufgeflogen?

„Severus", flüstere ich, um ihn auf mich aufmerksam zu machen, ohne dass Lavender etwas merkt.

„Hm?" murmelt er. Anscheinend ist er immer noch in der seligen nach-dem-fantastischen-Sex-Phase und hat keine Ahnung von irgendwelchen schnüffelnden Idioten, die sich die Nasen am Fenster plattdrücken.

„Lavender..."

„Ich will diesen Namen jetzt nicht hören", antwortet Sirius. Dann küsst er meinen Bauch und fügt hinzu, „ich würde viel lieber die letzte Stunde nochmal wiederholen..."

„Sie steht am Fenster!" zische ich.

Snape blickt auf, und mit einem schnellen Blick in seine Richtung sehe ich, dass er seine Möglichkeiten abwägt.

„Verdammt", kommentiert Sirius. „Lösch ihr Gedächtnis, Snape."

„Seltsamerweise, Black, habe ich meinen Zauberstab gerade nicht zur Hand."

Ich mache mir ein wenig Sorgen über den Mangel an Unruhe, die diese missliche Lage den beiden zu bereiten scheint. Lavender hat gerade...alles gesehen!

„Könnte mal jemand was unternehmen!" verlange ich. „Sie ist immer noch da! Sie wird gleich losrennen und alles Harry und Ron und Ginny erzählen, und euch beiden scheint das völlig egal zu sein! Um Merlins Willen, Sirius, willst du, dass Harry weiß, was du mit mir gemacht hast?"

„Hermione..." fängt Snape an, aber ich falle ihm ins Wort.

„Und du! Was glaubst du, wird Molly sagen, wenn Ron ihr das erzählt?! Ganz zu schweigen davon, was Dumbledore sagen wird..."

„Hermione..." wiederholt Snape, aber ich habe keine Zeit mir seine Argumentation anzuhören – wir müssen irgendwas tun, bevor Lavender aus ihrer Kröte-im-Winter-Starre aufwacht und zu Harry und Ron läuft um alles auszuplappern.

„Gib mir meinen Zauberstab!"

„Miss Granger!" bellt Snape plötzlich und vor Schreck vergesse ich für einen Moment mein Panik. „Wenn Sie einen Moment still sind, werden Sie merken, dass Sie, trotz Blacks und meiner brillianten Performance, immer noch ein Hirn im Schädel haben."

Sirius lacht mich praktisch aus. „Halt den Mund!" fauche ich ihn an.

„Mione, überleg doch mal. Was glaubst du, wird passieren, wenn Lavender tatsächlich zurück geht und es ihnen erzählt?"

„Oh." Wie dumm von dir, Herms, wirklich dumm.

„Genau. Harry und Ron würden sie eher einliefern lassen, als dass sie ihr glauben."

„Vielleicht hat diese Situation ja doch noch eine gute Seite", antworte ich bei dem Gedanken daran, dass sie irgendwohin weggesperrt wird, wo ihr Gequieke den Ohren der Zaubererschaft keinen Schaden mehr zufügen kann. Ich schenke ihr einen selbstzufriedenen Blick, dann bette ich meinen Kopf wieder auf das Kissen, und sie verschwindet vom Fenster.

ooooo

„Hermione?"

„Hm?"

„Äh...Zeit zum Aufstehen."

Wer zur Hölle weckt mich um diese unchristliche Zeit? Ich dachte, ich hätte Ferien...

„Hm."

„Hermione, es ist fast Mittag..." Ron. Zumindest glaube ich, dass es Ron ist. Schläfrig öffne ich meine Augen einen Spalt und tatsächlich, dort steht er und sieht leicht verwirrt aus.

Mittag. Merlin! Der halbe Tag ist schon rum!

„Verdammt, Ron, warum hast du mich nicht eher geweckt?" frage ich unwirsch und setze mich im Bett auf.

„Es sind Ferien. Hermione, kann ich dich was fragen?"

Ich sehe in Rons Gesicht und er sieht sehr, sehr verlegen aus, während er unsicher von einem Fuß auf den anderen tritt.

„Ähm...klar."

„Warum schläfst du in Remus' und Sirius' Bett?"

Ah. Gute Frage. Die Wahrheit? Eher nicht. Andererseits...

„Weil ich letzte Nacht hier eingeschlafen bin, nachdem ich mit Sirius und Snape gevögelt habe, und Zeit und keine Energie mehr hatte, um in mein Zimmer zurückzugehen."

Oh mein Gott, dieser Blick ist unbezahlbar! Rons Gesichtszüge sind völlig entgleist und er sabbert praktisch schon.

„Sirius? Snape? Gleichzeitig?"

„Die beiden sind ziemlich gegensätzlich", antworte ich, doch unwillkürlich spielt ein Lächeln um meinen Mundwinkel und auf einmal schubst Ron mich spielerisch an.

„Sehr witzig! Beinahe hätte ich dir geglaubt! Also dann, auf geht's!" Ron geht zur Tür, dann bleibt er stehen und sieht mich über die Schulter an. „Hast du gehört, was Lavender gesagt hat?" fragt er sehr leise.

„Ein bisschen", erwidere ich und setzte mich vorsichtig auf, so dass er nicht sieht, dass ich unter der Bettdecke völlig nackt bin.

„Was?"

„Nur, dass sie spekuliert hat, ich hätte ähh...Beziehungen mit ein paar verschiedenen Leuten", antworte ich. Meine Angeberei ist etwas gemindert, jetzt, wo Ron denkt, ich hätte Witze gemacht – und irgendwie bin ich erleichtert. Da diese Unterhaltung anscheinend noch länger dauert, greife ich nach meinem Zauberstab und ziehe mich an. Ron scheint gar nicht zu bemerken, dass ich q

weder einen Verwandlungszauber benutzt habe noch einen, um irgendwelche Klamotten zu entfernen, die ich getragen hätte – zum Glück.

"Ja. Sie denkt, sie hätte dich, Sirius und Snape letzte Nacht gesehen, wie ihr...es getan habt. Ich meine, das ist einfach dämlich."

"Wieso dämlich?" frage ich verletzt. Was? Bin ich zu sehr ein Bücherwurm, um Sex zu haben? Bin ich zu hässlich, zu schlicht, zu langweilig?

"Nun ja..." Ron macht eine kleine Pause, bevor er fortfährt. "Nun, erstens, das ist Snape! Schleimiger Idiot erster Güte! Er ist ein Mistkerl, das hast du selbst gesagt...und dann ist da Sirius. Ich bin nicht ganz sicher, aber ich glaube, er und Lupin sind...naja...mehr als nur Freunde, wenn du verstehst, was ich meine."

Alle verstehen, was du meinst, Ron. Aber du hast dich bis hierhin gut gerettet...

"Und, naja, sie sind nicht wirklich dein Typ, oder? Keiner von ihnen. Sirius ist viel zu...abenteuerlustig, dachte ich. Und Snape ist...naja er ist der Typ von niemandem, oder? Dieser große, mürrische Mistkerl mit einem Ego von hier bis in die Ewigkeit! Ich habe keine Ahnung, warum ihn irgendjemand..."

"Er ist gar nicht so schlecht, Ron." Scheiße. Doppelmist mit einer Spur 'oh, verdammt'.

Ron sieht mich prüfend an. "Hermione..."

"Hm?" frage ich und finde auf einmal einen Fussel auf dem Bettlaken, mit dem ich herumspiele. Fussel, sehr, sehr interessant. Vielleicht verschwindet er dadurch...

"Bist du in Snape verknallt?" fragt er ungläubig. Okay, vielleicht hätte ich es statt dessen mit einem Verschwindezauber versuchen sollen.

"Das habe ich nicht gesagt. Ich meinte nur, er ist nicht so schlecht wie du ihn darstellst, Ron."

"Du bist in ihn verknallt!" verkündet Ron grinsend. "Herms, das ist einfach ekelhaft, sogar für dich!"

Ich sehe eine Bewegung in der Tür und sehe auf. Severus steht da und sieht ebenso amüsiert wie ärgerlich aus.

"Ron, ich glaube, das hat nichts mit dir zu tun..." beginne ich, denn ich will dieses Gespräch beenden, bevor Severus noch mehr hört.

"Was zum Teufel findest du an dem?"

Mein Blick huscht wieder zu Snape, und anscheinend erwartet er die Antwort genauso gespannt wie Ron. Verdammt!

"Ich weiß nicht, warum ich mich vor dir rechtfertigen muss, aber da ich weiß, dass du mich nicht in Ruhe lässt, bevor ich es dir sage, also gut", antworte ich kurz. Dann sage ich in einem schnellen Atemzug, "Er ist intelligent, er ist witzig, er ist ein Gentleman, charmant und gutaussehend." Ich hebe die Augen und zwinge mich, nicht in Severus' Richtung zu sehen. "Jetzt lass mich alleine!"

"Reden wir hier über denselben Snape? Den Mistkerl, der uns die letzten sieben Jahre unterrichtet hat? Deine Beschreibung passt nämlich eher auf den Helden eines Groschenromans. 'Er ist groß, dunkel und gutaussehend'? Verdammt, Herms!" entgegnet Ron und klingt, als wäre er hin- und hergerissen zwischen der Sorge um meine geistige Gesundheit und um seine eigene.

"Ja, und ich bin nur die langweilige alte, klinisch saubere, bücherversessene Eiskönigin Hermione, die den ganzen Tag Eine Geschichte von Hogwarts runterbetet", fauche ich zurück.

Ich bin jetzt furchtbar wütend, und um ganz ehrlich zu sein, ich weiß nicht warum. Es ist doch egal, ob er Snape beleidigt! Er hat Recht, wir haben ihn die letzten sieben Jahre beleidigt – ich glaube nicht, dass es ihn auch nur im geringsten tangiert, es nochmal zu hören. Also warum bin ich so wütend? Ich denke...und da gebe ich mehr preis als ich eigentlich möchte...dass Ron im Grunde mich beleidigt. Schließlich habe ich mich entschieden, zu tun was ich tue und mit wem ich es tue, und obwohl mir seine Meinung über Snape egal sein müsste, ist sie das nicht, weil sie seine Gedanken über mich zeigt. Plötzlich bin ich den Tränen nahe. Verdammt, Herms, reiß dich zusammen!

"Du hast das gehört?" sagt Ron und denkt angestrengt nach.

"Lavender behält ihre Gedanken ja nicht gerade für sich", antworte ich wütend.

"Naja, nein...das tut sie nicht. Ich wollte dich verteidigen!" Ron scheint jetzt ein bisschen sauer auf mich zu sein, aber er hat einen wichtigen Aspekt dieser belauschten Unterhaltung vergessen.

"Ja, und du hast bei dem Eine Geschichte von Hogwarts-Kommentar genauso gelacht wie alle anderen." Jetzt stehen schon Tränen in meinen Augen, bereit überzulaufen.

"Naja, es war irgendwie lustig..."

"Was war lustig? Die Vorstellung, dass mich ein Mann attraktiv finden könnte, oder die Tatsache, dass ich nicht einen Moment mit Lernen aufhören kann, um es zu genießen? Ich bin viel mehr als ein sprechendes Buch!" erwidere ich, klettere ärgerlich aus dem Bett und starre ihn böse an. "Vielmehr scheine ich mich an eine Zeit zu erinnern, wo du total in mich verliebt warst!"

"Darum geht es also? Dass ich mit Lavender zusammen bin und du eifersüchtig bist?" antwortet Ron leicht überheblich.

Ich schnaube. "Trottel, falls du es vergessen hast, ich war diejenige, die Schluss gemacht hat, und ich habe es keine Sekunde bereut."

"War mir nur recht", faucht Ron zurück. "Ich habe mir dein endloses Geschwätz über alles Mögliche angehört, und was hat mir das gebracht? Ab und zu einen Kuss und..."

"Ron, ich würde an deiner Stelle jetzt den Mund halten", antworte ich. "Halt den Mund, bevor ich mich gezwungen sehe, dich tödlich zu blamieren."

"...und einen Griff unter dein T-Shirt."

"Und wer war derjenige, der sich nicht lange genug zurückhalten konnte, um weiterzugehen? Gott, Ron, es war peinlich. Immer, wenn ich in deine Nähe gekommen bin, hast du...naja..." Ich mache eine Geste in Richtung seiner Lendengegend und füge hinzu, "Deine Mutter tut mir leid, weil sie so viel waschen musste."

Ron durchbohrt mich mit seinen Blicken, sein Gesicht und seinen Ohren so rot wie sein Haar. "Lavender hat Recht. Du bist eine Eiskönigin. Bleib für den Rest deines Lebens Jungfrau, das ist mir doch egal! Ich weiß nicht, was ich je an dir gefunden habe!"

Als er mir den Rücken zudreht, rollt eine Träne über meine Wange. Okay, gut, ich weiß, dass ich an Ron nicht mehr interessiert bin – ich habe meine Lektion gelernt. Aber zu hören, was genau er von mir denkt...

"Sir!" quiekt Ron plötzlich und seine Stimme erklimmt eine höhere Tonlage.

Snape. Ganz vergessen, dass er da war. Ups.

"Weasley, ich glaube, ich habe für einen Tag genug von Ihren beschränkten Gedanken gehört, und wenn Sie auch nur einen Funken Intelligenz besitzen, etwas, wovon Sie in den letzten zehn Minuten keinerlei Anflug gezeigt haben, dann entfernen Sie sich für den Rest des Tages aus meinem Blickfeld oder tragen die Konsequenzen", sagt Snape so gefährlich leise, dass ich ihn kaum verstehe. Das ist mal ein Tonfall, den ich nicht gegen mich gerichtet haben möchte.

"Sie sind nicht mehr mein Lehrer", sagt Ron in einer dämlichen draufgängerischen Anwandlung.

"Nein", sagt Snape mit einem drohenden Grinsen. "Das bin ich nicht."

Ron braucht einen Moment, um diese Aussage zu verarbeiten, dann verzerrt ein Ausdruck von Entsetzen sein Gesicht, als er versteht, dass Snape demnach auch nicht mehr durch Schulregeln gebunden ist. Er hetzt an Snape vorbei und außer Sichtweite. Vielleicht hat er ja doch was im Kopf, aber andererseits, selbst die dümmsten Tiere laufen vor ihren Feinden davon.

"Miss Granger?" fragt Snape mit gleichbleibender kalter Stimme, aber ich sehe einen Schimmer von Besorgnis in seinem Gesicht.

"Mir geht's gut", antworte ich, wende ihm den Rücken zu und beschäftige mich damit, das Bett zu machen. "Alles in Ordnung."

Snape ist so still, dass ich glaube, er ist weggegangen, doch dann sagt er leise, "Das bist du allerdings."

Mit einem leisen Klicken schließt sich die Tür und ich drehe mich fragend um, doch der Raum ist leer.


Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr! Hab euch lieb! °knuddel°

...Review...?