A/N: So, ihr Lieben, da bin ich auch schon wieder. Es hat doch nicht so lange gedauert, wie ich gedacht habe. Es ist ein recht kurzes Kapitel, nicht unbedingt einfallsreich und ein bisschen chaotisch. Ich brauchte es als Überbrückung. Also, ich hoffe, ihr bleibt mir weiterhin treu und ihr mögt sie noch immer, auch wenn dieses Kapitel wirklich sehr... chaotisch ist. -

Missy: Ich war zum Glück auch noch nicht in einer solchen Situation, aber eine Freundin von mir. Deshalb weiß ich aus eigener Erfahrung, was sie durchgemacht hat und bei IHR ist es nicht gut ausgegangen... Ob es bei Lils und James was wird... Mal sehn...

SNa: Ah, nicht gleich nen Nervenzusammenbruch kriegen. Ich bin ja schon wieder da. Ich kann dir auch nichts im Voraus verraten, weil ich bislang selber noch nicht weiterweiß. Ich handle da ganz spontan, kommt immer drauf an, wie ich gerade gelaunt bin. Natürlich gibt es da eine Grundidee und einen groben Zusammenschnitt, aber davon kann man ja immer abweichen, nicht wahr? Ich bemühe mich, schnell weiterzuschreiben.

Kapitel 4:

Getrennte Wege

„Was meinst du damit?"

Ich blicke ihn an, er lächelt sanft. Sein Finger streicht über meine Wange, zieht feine Linien, die auf meiner Haut brennen wie Feuer.

„Es geht nicht, Lils."

Meine Augen brennen und so sehr ich mich auch bemühe, die Tränen zurückzuhalten, steigen sie nun doch auf und ich erkenne ihn nur noch durch das Prisma nicht abgeperlter Tränen...

„Du machst Schluss?"

Er nickt und sieht mich dabei nicht an. Der Kamin scheint heute unheimlich interessant für ihn zu sein. Und das, obwohl nicht mal ein Feuer brennt.

„James... Ich... Es war..."

Ich versuche, mir die passenden Worte zurecht zu legen, doch in meinem Kopf wirbelt alles wie wild durcheinander. Kleinere Satzfetzen gehen mir durch den Sinn, doch ich bin zu aufgewühlt, um sie noch weiter zu führen. Jetzt sieht er mich an und wieder blitzt Schmerz in seinen Augen auf. Ganz kurz nur sehe ich ihn flackern, bevor wieder eine unheilvolle Leere seinen Platz einnimmt.

„Hör auf zu weinen, Lils", sagt er leise.

Ich schüttle den Kopf und vergrabe mein Gesicht in den Händen. Das Gefühl, das gerade in meinem Magen tobt, kann ich kaum beschreiben. Es fühlt sich ungefähr so an, als würde meine Welt gerade in tausend kleine Stückchen zerbrechen...

„Es war ein Fehler James. EIN Fehler..." Meine Stimme schwankt, als ich das sage und ich weiß, es ist ihm unangenehm, dass ich vor ihm weine.

„Was würdest du tun, hätte Ich diesen Fehler begangen? Was würdest Du an meiner Stelle tun?"

Einen Moment liegt die Versuchung nahe zu sagen, es hätte mir nichts ausgemacht. Doch er weiß genau, dass ich kein Freund des großzügigen Verzeihens bin. Ich wäre ebenso enttäuscht gewesen wie er. Das weiß ich, also sage ich nichts. Er kennt mich lange genug, um sich eine Antwort zusammenzureimen.

„Siehst du", sagt er leise. „Du könntest mir auch nicht mehr vertrauen. Du hättest mir gesagt, du hast es kommen sehen. Es war ein Fehler, sich auf mich einzulassen."

Er lacht kurz und freudlos auf. „Verrückt oder? Jeder dachte, wenn wir scheitern, würde es an mir liegen."

Er sieht nach draußen, ich auf meine Knie. Dieses Schweigen ist mir unangenehm, doch ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe gedacht, er würde mich so sehr lieben, dass er mir diesen Fehler verzeihen kann. Und jetzt wird mir plötzlich bewusst, dass er mich noch viel mehr liebt und er mir gerade deswegen nicht verzeihen kann...

„Es tut mir so leid...", flüstere ich.

Er sieht mich an und lächelt. „Ich weiß, Lils. Ich weiß."

oOoOoOoOo

Zitternd und schweißnass komme ich aus dem Badezimmer. Ich kann meine Atmung nicht mehr kontrollieren, mein Brustkorb hebt und senkt sich unregelmäßig und mit einem beunruhigenden Rasseln.

Abbie sieht mich erschrocken an, als ich mich auf meinem Bett zusammenrolle. Ich weiß was sie denkt und ich weiß, was sie sagen will, doch es interessiert mich nicht. Ich ziehe die Decke über meinen Kopf, ein Zeichen, dass ich meine Ruhe will und im Moment keinen Nerv auf Diskussionen habe.

„Lils", sagt sie leise. Ich reagiere nicht, doch im nächsten Moment sitzt sie neben mir und streicht beruhigend über meinen Rücken. Sanft zieht sie an der Decke. Ich versuche, meine Tränen zu verbergen, doch sie hat mich natürlich längst durchschaut.

„Komm hoch", sagt sie immer noch leise aber sehr bestimmt. Mühsam setze ich mich auf. Alles schmerzt und tut weh. Sie streicht mir über die Wange und lächelt aufmunternd.

„Was willst du jetzt tun? Dich hier verbarrikadieren?"

Ich weiß es selber nicht. Im Moment scheint das der beste Weg zu sein. Keine neugierigen Gesichter, keine Fragen, kein gehässiges Gemurmel. Ich kann mir gut vorstellen, dass mittlerweile das ganze Schloss bescheid weiß und die ganzen Mädchen, die sich ohnehin schon über mich ausgelassen haben, weil ich mir James ´geangelt´habe, wie sie es so schön ausdrücken, werden nicht viel Rücksicht auf mich nehmen.

Abbie scheint meine Gedanken zu lesen, denn sie lächelt breit und zieht mir die Decke weg.

„Du hast zwei Möglichkeiten", sagt sie, als ich mich halbwegs beruhigt habe und ich sie aufmerksam ansehe. „Entweder du versteckst dich hier oben..." Sie beendet den Satz nicht, lässt ihre Worte wirken, bis ich genervt seufze.

„Oder?"

„Oder du stellst dich der Situation und kämpfst um ihn!"

Für einen Moment glaube ich allen Ernstes, dass sie den Verstand verloren hat. Sie funkelt mich an und wirkt in diesem Moment fast so abenteuerlustig wie James.

„Abbie, er wird mir nie wieder vertrauen können."

„Naja, bei dem, was du dir geleistet hast, ist das auch kein Wunder." Sie sagt das so ehrlich und direkt wie immer. Ich weiß nicht, was ich in dieser Situation erwartet habe. Das sie sich zusammen nimmt und mir die grausige Wahrheit nicht gleich an den Kopf wirft? Wohl kaum. Abbie ist nun einmal Abbie.

„Wieso soll ich dann um ihn kämpfen, wenn ich doch weiß, dass er mich nicht zurücknehmen wird?", gebe ich resigniert zurück.

„Weil er dich liebt."

„Tja, jetzt bestimmt nicht mehr."

„Unsinn. Liebe kann man nicht einfach abstellen, Lils. Er leidet genauso sehr wie du. Black hat es mir erzählt."

„Was?" Jetzt bin ich wirklich überrascht. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass Black sich um die Gefühle anderer Menschen kümmert.

„Naja, vielleicht hat er es nicht SO gesagt. Aber ich kann zwischen den Zeilen lesen, weißt du?"

Ich nicke. Natürlich. Abbie und zwischen den Zeilen lesen. Alles klar.

„Also?", meint sie schließlich und sieht mich fragend an. „Was wirst du tun?"

Ich zucke mit den Schultern. Ich weiß es wirklich nicht. Natürlich will ich James nicht aufgeben. Ich liebe James, ich liebe ihn sehr. Doch hat er mir nicht heute morgen erst zu verstehen gegeben, dass das mit uns einfach keinen Zweck hat. Er kann mir nicht mehr vertrauen...

„Vertrauen kann man wieder aufbauen", sagt Abbie. Manchmal denke ich wirklich, dass sie meine Gedanken lesen kann. Sie weiß immer ganz genau, was ich gerade denke... Manchmal ist das direkt gruselig.

„Es wird lange dauern", fährt sie fort. „Und es wird nicht leicht. Meinst du, du liebst ihn genug, um das durchzustehen?"

„Ja", sage ich prompt ohne überhaupt darüber nachzudenken. James ist das wert. Das ist er wirklich...

„Gut... Dann sollten wir den Plan besprechen."

oOoOoOoOo

„Hast du alles?", fragt Cloe und trippelt ungeduldig mit dem Fuß auf. Ihre Bücher hat sie unter die Arme geklemmt, die Pergamentrollen hat sie mir zugeschmissen.

Beverly und Abbie grinsen sich an. Schlecht gelaunt werfe ich ein Kissen nach ihnen und streife mir seufzend die Schuhe über. Ich weiß selber nicht, warum ich mir das antue. Cloe gehört eher zu den schlechten Schülern, die irgendwann beim Lernen einfach die Beherrschung verlieren und mittendrin abbrechen.

Eigentlich mag ich solche Menschen nicht, doch Cloe tut mir irgendwie leid. Sie ist ein liebes Mädchen auf das man sich verlassen kann, wenn es drauf ankommt. Also kann sie sich heute auch auf mich verlassen.

Ich weiß, dass ich eigentlich nur mitgehe, um nicht an James zu denken. Mit Cloe an meiner Seite wird es schwer werden, überhaupt an irgendetwas zu denken.

„Ok, wir können", sage ich also, werfe den anderen beiden einen gequälten Blick zu und verschwinde schließlich mit Cloe Richtung Gemeinschaftsraum.

Natürlich passte es nur zu diesem völlig verkorksten Tag, dass ausgerechnet die vier Marauder dort saßen, obwohl die Sonne draußen in ihrem satten Gelb vor sich hin strahlte.

Nur Black sieht träge auf, als er die Tür zum Mädchenschlafsaal klappern hört und wirft uns ein kurzes Lächeln zu. Dann stupst er sanft James an, der nicht zu bemerken scheint, dass überhaupt irgendetwas um ihn herum passiert. Er sieht überrascht zu Black auf, während dieser zu mir deutet und nun überrascht in meine Richtung starrt.

Seine Haltung ändert sich fast unmerklich. Seine Schultern spannen sich an und ich merke, dass er Mühe hat, meinem Blick standzuhalten.

´Der Plan´, schießt es mir durch den Kopf, ´denk an den Plan!´

Also setze ich das fröhlichste Lächeln auf, zu dem ich im Moment imstande bin und rufe ihnen ein glückliches „Na ihr, auch am lernen" zu.

Danach hätte ich mich am liebsten selbst geohrfeigt. Klar das bei einer Streberin wie mir nur ein solcher Satz kommen kann. Doch ich habe mich an den Plan gehalten. Ich hoffe nur, dass der auch aufgeht und ich James so wirklich zurückgewinnen kann.


Das wars... Sehr kurz und nichtssagend, ich weiß... Aber ihr könnt mir ja immer konstruktive Kritik dalassen. Ich freu mich über alles. Also ihr lieben: Der kleine Lila Knopf, da unten links in der Ecke... Nicht vergessen, gell? Bis zum nächsten Mal!