2. Kapitel

Als Hermine aufwachte, war es schon später Vormittag. Sie drehte sich genüsslich im Bett und streckte ihre müden Glieder, als sie bemerkte das etwas schweres auf ihrem Bettende liegen musste. Sie hob leicht den Kopf und sah ein Haufen Geschenke dort liegen und mit einem Schlag fiel ihr wieder ein, das es ja Weihnachten war. Langsam setzte sie sich hin und begann mit dem Auspacken. Als sie das dann endlich nach einer guten halben Stunde beendet hatte, stand sie auf und verschwand im Badezimmer. Behende und immer noch leicht müde schlüpfte Hermine vorsichtig in die Dusche und stellte erstmal kaltes Wasser an um nun endlich wach zu werden.

Einige Zeit und kalte Duschen später, war sie fertig angezogen und verschwand in Richtung große Halle zum Frühstück. Ihr Magen hatte bereits mehrmals geknurrt und sie darauf aufmerksam gemacht, das sie seit gestern Mittag nichts mehr gegessen hatte. Am Abend hatte sie das großartige Büfett schlichtweg verweigert. Ihr war schon übel genug von dem Getue gewesen, da wollte sie nicht noch etwas Essbares runterwürgen um das hervorwürgen, gerade zu provozieren. Mit gemächlichen Schritt und einen Lächeln auf dem Gesicht ging sie die Korridore entlang.

Übersprang die Trickstufen, die sie immer noch im Schlaf kannte, unterhielt sich kurz mit einige Portaits, die ihr in Kurzfassung berichteten, was alles in den letzten Jahren in denen sie nicht Anwesend war, passiert ist. Hermine nickte geduldig und versuchte sich wirklich darauf zu konzentrieren, doch so recht wollte es ihr nicht gelingen. So entschied sie mit einer knappen Ausrede zu flüchten.
Als sie dann endlich in die große Halle kam, sah sie, das Harry ihr schon mit einen viel zu breiten Lächeln für ihren Geschmack entgegen kam und sie umarmte.

„Danke für dein Geschenk" sagte er strahlend.
„Gern geschehen" meinte sie und erwiderte die Umarmung nur halbherzig.
Auch sie bedankte sich bei ihm für sein Geschenk, Harry strahlte noch mehr, was Hermine innerlich die Augen rollen ließ. Manchmal waren Männer auch nur dämlich, schoss es ihr durch den Kopf, bevor sie sich von Harry loseiste und zum großen Tisch den der Direktor heraufbeschworen hatte, setzte.

Da wirklich ausschließend alle Schüler in den Ferien zu Hause waren, hielt er es für eine kluge Idee, einen großen runden Tisch zu benutzen, hatte er gemeint als er den verwirrten Blick Hermine sah.
„Danke für das Fotoalbum, Ron" sagte Hermine und lächelte.
„Kein Problem" sagte er selbstsicher und grinste zu ihr hinüber.
Ein Schnauben auf seine Reaktion hörte Hermine links von ihr. Langsam drehte sie ihren Kopf und erst jetzt sah sie, wer neben sie saß. Es war der werte Professorer aus den Kerkern, bekannt unter den Namen überdemensionale Fledermaus, bissiger, dunkler Typ aus den Kerkern oder einfach nur Professor Snape, Giftmischer in Hogwarts!

Hermine zog nur eine Augenbraue hoch, und schenkte sich dann Kaffee ein. Die Tasse in der Hand und zum Mund führend, hielt sie kurz inne und zog tief den Geruch ein. Einfach wunderbar, dachte sie mit einen Lächeln im Gesicht.
„Sie leben ja noch?" sagte die schnarrende Stimme links von ihr leise.
„Was Sie nicht sagen!" gab sie unbeirrt zurück.
„Hatte sie nicht vor, gestern Abend zu erfrieren? Was hat sie umgestimmt?" fragte er gespielt interessiert und lehnte sich genüsslich in seinem Stuhl zurück.

„Dies und das!"sagte Hermine trocken, ließ sich nicht stören und trank wieder einen Schluck Kaffee, den sie genüsslich auf der Zunge behielt um seinen vollen Geschmack auszukosten.
„Willst du nichts Essen?" fragte Harry und musterte sie.
„Nein, danke" antwortete sie mechanisch, ihr Sitznachbar hatte ihr den Appetit verdorben.
„Warum? Du hast schon wieder abgenommen in den drei Wochen, wo wir uns nicht gesehen haben" sagte Harry besorgt.
„Ich habe morgens kaum Hunger, Harry. In der Uni komme ich selten zum Frühstücken!" sagte Hermine erklärend, Harry nickte, jedoch lagen seine Augen beunruhigt auf ihre Gestalt.

„Was? Das Erfrieren scheint nicht funktioniert zu haben? Jetzt versuchen Sie es mit verhungern?" fragte Snape skeptisch und sah sie von der Seite her an.
„Ein Versuch ist es alle male wert" sagte daraufhin Hermine, trank ihren Kaffee aus und ignorierte das fröhliche Glitzern in Dumbledores Augen, der die Unterhaltung zwischen ihr und Snape mitbekommen hatte. Doch auch Snape Augen musterte Hermine von oben bis unten, ihm war es gestern Abend schon aufgefallen, das sie ungewöhnlich schlank war, doch dort hatte er es auf das fehlende Licht geschoben. Nun wo er sie am Tage sah, musste er feststellen, das sie im Gegensatz zu früher, noch dünner geworden war, nicht das sie dick gewesen wäre, doch sie hatte damals mehr auf den Rippen gehabt.

Irgendwas schein mit ihr nicht zu stimmen, dachte er und sah ihr nachdenklich hinterher,wie sie mit Ginny Potter aus der Halle verschwand. Als er ein Rüspern, das unweigerlich nur Dumbledore gehören konnte, bemerkte. Riss er schnell seinen Kopf herum, fikzierte sein Gegenüber, erschoss in förmlich mit Blicken.
„Was?" knurrte Severus leicht gereizt, der Ausdruck der in den stahlblauen Augen lag, gefiel im weiß Gott nicht.
„Bemerkenswerte Frau, nicht war" bemerkte Albus wie nebenbei und nippte nun an seine Tasse Tee. Seine Augen funkelten auf eine komische Art und Weise, die Severus Angst machte.

„Wenn du meinst" sagte er nur und stand mit einem besonderem Ruck vom Tisch auf.
Dieser Ruck war so stark, das der Stuhl auf dem er gesessen hatte, mit einem lauten Scheppern auf dem Boden fiel.
Genervt rollte Severus mit den Augen, hob den Stuhl auf, stellte ihn an seinen Platz zurück und rauschte ohne mit der Wimper zu zucken aus der großen Halle. Harry der dieses Schauspiel beobachtete hatte, verfolgte Snape mit zusammengekniffenen Augen. Irgendwas stimmt nicht mit ihm, dachte Harry. Er würde ihn im Augen behalten müssen, schwor er sich, nickte Dumbledore und McGonagall zu und verschwand ebenfalls aus der Halle.

Auch Ron und Luna folgte Harry, der bemerkt hatte das sie hinter ihm waren und wartete.
„Komisch nicht war?" fragte Ron und sah Harry an.
„Das kannst du laut sagen, Kumpel" meinte dieser und schritt nun auf die Länderein.
„Da sind sie" sagte Luna überflüssiger Weise und zeigte auf zwei Gestalten, die grade vom Quidditchfeld zurückkamen und sich angeregt unterhielten.
Alle Drei schritten auf Hermine und Ginny zu, die nun, da sie bemerkten, das sie beobachtet worden, rasch das Thema wechselten.

„Na alles geklärt?" fragte Harry skeptisch, obwohl er spürte das eine unmerkliche Spannung zwischen den beiden Frauen herrschte.
„Jep" sagte Hermine munter.
„Mehr oder weniger" antwortete Ginny, die Hermine einen undefinierbaren Blick zu warf.
„Na dann ist ja gut" kam es von Ron.
Er hatte sich nicht wirklich geändert in all den Jahren, seine Gefühlswelt war immer noch so groß wie die eines Teelöffel.

Hermine schüttelte den Kopf und schlug den anderen vor eine Runde um den See zu spazieren. Alle Bejahte und schon schritten sie, mit dicken Mänteln, die sie kurzerhand herbeigezaubert hatten voran. Der Wind hatte nachgelassen, doch die Kälte war geblieben.
„Es ist komisch" sagte nun Harry.
„Was?" fragte Ginny.
„Das noch kein Schnee liegt" meinte Hermine.
„Genau" antwortete Ron und sah skeptisch in den Himmel hinauf.
„Sowas hab ich noch nie erlebt" meldete sich Ginny wieder zu Wort.
„Seltsam" sagte nun Luna mit einem verklärten Blick, den sie ebenfalls in den Himmel gerichtet hatte.

„Aber macht euch keine Sorgen" sagte sie nach einer Weile, „die bunten Schneequitten werden bald ihre Arbeit tun".
„Die was?" fragte Harry nach.
„Schneequitten. Sind kleine kuschelige Kerlchen, die auf den Wolken sitzen und entscheiden, welches Wetter wir kriegen. Im Moment sind sie jedoch im Streik" sagte sie und richtete ihren Blick wieder gerade aus.
Hermine verdrehte die Augen, musste sich jedoch ein Lachen verkneifen. Ginny biss sich auf die Finger, die sie zum Wärmen bepustete, doch Harry Gesicht war Gold wert.

„Ich werde sie nie verstehen" meinte er leise zu den beiden, lächelte Ron zu, der sich grade umgedreht hatte, um zu sehen wo sie blieben und legte dann einen Arm um Ginny Schulter.
Über eine Stunde liefen sie in der Kälte rum, bis Harry für alle entschied rein zu gehen um zu mittag zu essen. Er machte sich Sorgen um Hermine, an den Gesprächen hatte sie sich kaum beteiligt und gegessen hatte sie auch noch nichts, also würde es höchste Zeit werden.
Als sie in die Halle kamen, waren alle anderen schon anwesend. Für Hermine war wieder der Platz neben Snape frei, sie ergab sich in ihrem Schicksal und setzt sich neben ihn.

Als sie sich etwas von dem köstlich ausehenden Lammkotlett auf den Teller getan hatte, neben Kartoffel und Soße, hörte sie neben sich ein Schnauben der besonderen Art.
„Doch nichts mehr mit Hungerstreik, Granger?" fragte Snape spöttisch.
„Ich arbeite noch dran" gab sie zurück und begann zu essen.
Auf die weiteren Stichelein beim Essen ging sie nicht ein, in Gedanken hatte sie ihn schon längst verhext und gequält. Vollidiot dachte sie, schlang ihr Essen herunter und wollte aus der Halle verschwinden, jedoch passierte nun etwas entscheidenes.

Hermines linkes Bein hatte sich auf seltsame Art und Weise in der überaus langen und fledermausähnlichen Robe ihres Sitznachbarn verheddert. Da sie eindeutig mit zu viel Schwung aufstand, drehte sie eine beeindruckende Pirouette um sich selbst, versuchte dabei sich irgendwie am Tisch verzuhalten, riss ihren Teller auf dem sich noch Soße befand runter und bespitze sich und einen mürrisch aussehende Snape mit dieser braunen Flüssigkeit, bevor sie ein „Shit" hervorwürgte, saß sie an einen dunklen, nun recht wütend aussehenden, zur Mordlust motierten Tränkemeister, festgeklammert. Ihre Hände hatten sich in seinem Umhang gekrallte und ihr Gesicht war seinem verdammt nahe gekommen.

Sie spürte seinen warmen Atem in ihrem bleichen Gesicht und seine Augen hatten eine interessante schwarze Färbung, in der sie drohte zu versinken. Da ihre Hände auf seiner Brust lagen und sie selber durch diese doch sportliche Anstrengung schwer atmete, konnte sie sich den schnelleren Herzschlag des Professors nicht erklären.
Langsam senkte sie ihre Blick auf ihre Hände, sie spürte nun das ungleichmäßigere Atmen seinerseits und als sie sich bewusst wurde, wo sie war und auf wem sie saß, schossen ihren Augen geschockt hoch, fingen seinen Blick auf, der Überraschung, Wut, aber auch genießerisch zu gleich wirkte.

Hermine spürte nun die Hitze in ihre bleichen Wangen kriechen und schloss für einen Moment ihre braunen Augen. Verdammt war das peinlich, dachte sie.
„Granger, hätten Sie die Güte, Ihren Körper von meinem Schoß zu erheben?" fauchte er nun doch gefährlich leise.
Verdammt, verdammt, verdammt, verdammt...schoss es ihm unablässig durch den Kopf.
Den Anwesenden war vollkommen bewusst, das dies keine Frage oder Bitte war, sondern ein knallharter Befehl. Hermine stand nun so schnell auf, als hätte sie sich verbrannt, ignorierte das Kichern und Schmunzeln der Anderen und rauschte nun sicher, das ihr Fuss und sie somit ausser Lebensgefahr waren, aus der Halle und stürmte wie eine Bessene die Marmortreppe zu ihren Gemächern hinauf.
----------------------------------------

Ich hoffe ich hab alle Rechtschreibfehler gefunden und ihr seit trotz alle dem damit zufrieden, wenn nicht...lasst es mich wissen...wird mich freuen...liebe Grüße, Becki ;-)