Tom
sprach ihn an: „ Ich hab ein Opfer für dich. Sie ist etwas
besonderes, denn sie wird noch benötigt. Ich muss dir sagen,
dass du dich leider nicht an ihr gütlich tun kannst. Ihr
wertloser Körper muss erhalten bleiben. Das heißt für
dich, du darfst sie nur mit deinem Blick töten.
Aber du hast
Glück, du musst noch nicht einmal nach ihr suchen. Sie ist hier,
dort drüben, sie dritte Kabine auf der rechten Seite. Viel
Vergnügen."
Kaum hatte Tom geendet, öffnete sich eben diese Kabinentür. Ein Mädchen kam zum Vorschein. Sie hatte struppiges, braunes und glanzloses Haar, ihr Gesicht war übersäht mit Pickeln und als um diesen Effekt der Hässlichkeit noch zu verstärken, trug sie eine Hornbrille, die ihre Augen übermäßig groß erschienen ließen.
„Das hier ist ein Mädchenklo, du bist keines, du hast hier nichts zu suchen." keifte sie.
Jetzt
blickte sie von Tom zu dem Basilisken, als ob sie die Schlange eben
erst bemerkt hätte.
Ihre Augen weiteten sich vor
Angst.
Während der Basilisk Myrte mit seinem Blick gefangen hielt und ihr den Tod schenkte, hob Tom seine rechte Handfläche auf Brusthöhe und dachte intensiv an die Formel.
Animus abiungere……
Es schien zu funktionieren!!
Das fühlte sich an, als wäre er gerade splitterfasernackt und mitten im Winter vor die Tür gestürmt.
Er deutete jetzt in Richtung des Buches.
Ein
schwarzer, wabernder Streifen ging von seinem rechten Zeigefinger auf
das Buch über.
Im Augenwinkel bemerkte er wie der Körper
Myrtes zu Boden fiel, es kümmerte ihn nicht.
Tom war viel zu
eingenommen von dem Schauspiel, welches sich ihm bot.
Der Streifen
nahm ab. Das Buch sah jetzt aus wie in dicken schwarzen Rauch
gehüllt. Dieser Rauch verfärbte sich plötzlich rot und
verschwand.
Der Kalender sah genauso unscheinbar aus wie
vorher.
Er riss den Blick vom Buch und wandte sich der
rieseigen Schlange zu, die ihn erwartungsvoll ansah.
„Ich danke
dir, du hast deine Aufgabe sehr gut erfüllt. Ich habe noch einen
letzten Befehl.
Lege dich schlafen, schlafe bis du wieder geweckt
wirst. Tust du es nicht, wird es dein Ende und unser Schaden
sein."
Der Basilisk neigte seinen Kopf, wie um zu zeigen, das er
verstanden hatte und glitt in den Geheimgang, Richtung Kammer
davon.
Auch Tom machte sich aus dem Staub. Myrte ließ er liegen. Sie würde sicherlich bald gefunden werden, nicht steif wie die anderen, sondern schlaff, kalt und mit blauen Lippen.
Er
ging so schnell er konnte in sein Zimmer und warf sich aufs Bett.
Ihm
war schlecht, er hatte unglaubliche Schmerzen in der Brust und in
seinem Kopf drehte sich alles. Das mussten die Nachwirkungen der
Seelenteilung sein.
Etwa eine Stunde später ging es ihm wieder besser und er machte sich auf den Weg zur großen Marmortreppe, denn er hatte seine Mitschüler munkeln hören, dass eine Tote gefunden wurde.
Tom lief Dumbledore fast in die
Arme.
„Tom was machen sie hier? Sie sollten sich zu diesen
schlimmen Zeiten, nicht alleine hier alleine herumtreiben.
„Ich
wollte nur sehen, ob es wirklich wahr ist, was man sich erzählt"
antwortete er und versuchte eine unschuldig besorgte und verängstigte
Miene aufzusetzen, als die Leiche des Mädchens gerade an ihm
vorbeigetragen wurde.
Dumbledore richtete erneut das Wort an
Tom und sah ihn dabei prüfend an.
„Sie sollten sich jetzt
lieber wieder in ihren Gemeinschaftsraum begeben. Hier ist es für
jedermann zu gefährlich."
„Ja Sir. Gute Nacht Sir."
Tom
hatte keine ruhige Nacht, was man annehmen könnte, nach dem was
er geschafft hatte.
Er war verbittert darüber, dass er den
Basilisken nun nicht mehr freilassen könnte und er wollte nicht,
dass die Schule geschlossen würde.
Er schrieb einen Brief an den Schulleiter.
Sehr geehrter Professor Dippet, Herr
Schulleiter,
hiermit bitte ich um die Erlaubnis, auch in den
Sommerferien in Hogwarts bleiben zu dürfen.
Wie sie wissen,
bin ich sehr mit meinen Studien beschäftigt, die mir eine
gesicherte und erfolgreiche Zukunft bringen werden, nach der Schule.
Ich bin der Meinung es wäre eine Verschwendung der Zeit, wenn
ich mich nach London begeben würde.
Hochachtungsvoll
Tom
Marvolo Riddle
Etwa eine Woche später wurde er dann zum Schulleiter gerufen und dieses Gespräch war dermaßen enttäuschend verlaufen, das er am liebsten diesem alten Mann den Hals umgedreht hätte. Als er endlich wieder vor dem Wasserspeier stand, dachte er nach.
Er musste etwas unternehmen,
sofort.
Tom erfasste einen neuen Plan. Er lief in Richtung der
Kerker, denn er wusste, dass dieser Hornochse hier bald auftauchen
würde und dann wäre es eine gute Gelegenheit, ihn bloß
zu stellen.
Er hatte Recht behalten. Nachdem er eine gute Weile
gewartet hatte, tauchte der andere auf.
Tom hatte ihn zur Rede
gestellt, ihm gesagt, das sein Biest getötet werden müsse,
dass er bestimmt nicht gewollt hatte, was hier passiert wäre.
Doch
der andere stürzte sich auf ihn und die Acromantula verschwand.
Aber Tom war auch das gleichgültig, er hatte dem
Ministerium und der Schule einen Schuldigen und eine plausible
Erklärung geliefert.
Dadurch war Hagrid verbannt. Sein
Zauberstab wurde zerbrochen, doch Dumbledore hatte sich tatsächlich
für ihn eingesetzt und dieser Kerl durfte als Wildhüter an
der Schule bleiben.
Aber auch das war egal, Tom spürte
immer die Genugtuung, wenn er diesen Halbriesen sehnsuchtsvoll auf
die Schule stieren sah. An soviel Dummheit konnte man nur selbst
Schuld sein.
Niemand kam auf die Idee, dass der arme aber
brilliante Tom etwas damit zu tun haben könnte. So konnte Tom
weiter an seinen neuen Plänen feilen und seine Gruppe der
Bewunderer vergrößern und um sich scharen, sie hörten
sich fasziniert seine Ausführungen an und machten alles was er
sagte, hielten alles richtig was er für richtig
hielt.
Voldemort streckte sich in seinem Sessel, füllte sein Weinglas nach und dachte weiter an die Vergangenheit und seinen zweiten Horcrux, der taktisch schon besser war.
