Auch dieses Mal hatte es ihn eine Menge
Zeit der Recherche gekostet, bis er auf die Lösung stieß.
Er
suchte nach seiner Abstammung, seinen Vorfahren. Da er, seitdem er
wusste das er ein Zauberer war, davon ausging, dass sein Vater der
magische Teil seiner Eltern war, machte er sich auf die Suche nach
ihm. Seine Mutter hätte es nicht gewesen sein können, sonst
hätte sie ihn bestimmt nicht weggegeben und war danach
gestorben. Er ging davon aus, dass sein Vater etwas Besonderes war
und schon vor seiner Geburt starb.
In sämtlichen
Verzeichnissen suchte Tom nach ihm. Doch fand er nichts.
Vielleicht
war er auf eine andere Schule gegangen? Wie sollte er das denn jetzt
wieder herausfinden?
Erstmal auf dem einfachen und
freundlichen Weg. Ein Versuch war es wert. Und natürlich stand
das Glück auf Toms Seite.
Nachdem er sämtlichen Schulen,
von denen er wusste, dass es sie gab, einen Brief geschickt hatte, in
dem er höflich anfragte, ob sein Vater jemals auf der Schule
gewesen sei und die Umstände erklärt hatte, warum er diese
Auskunft wollte, erhielt er von sämtlichen Schulen die
bedauernde Absage, dass kein Schüler mit dem Namen Riddle auf
ihrer Schule gewesen sei.
Danach fragte er im Ministerium, doch auch da war nie ein Zauberer namens Riddle verzeichnet worden.
Tom war frustriert. Das konnte doch nicht möglich
sein!
War es tatsächlich der Fall, dass seine verräterische
Mutter, die ihn zurückgelassen hatte, den magischen Teil der
Familie ausmachte?
Was für eine scheußliche
Vorstellung, einfach widerlich.
Nun gut, er suchte auch hier
nach Hinweisen. Denn er wurde nach seinem Großvater benannt,
das heißt dann wohl, dass dieser hier auf der Schule war? Also
wälzte er sämtliche Schülerverzeichnisse durch.
Und
genauso war es.
Marvolo Gaunt!
So heißt er also.
Er
fand auch einen Mann und eine Frau mit demselben Nachnamen, Morfin
und Merope, alle in Slytherin gewesen. Seine Verwandten, oder besser
gesagt sein Großvater, Onkel und seine Mutter?
Er konnte es
nicht mit Bestimmtheit sagen.
Dann kamen die ganzen Stammbäume
dran.
Er war dermaßen in die Suche vertieft, dass selbst
seine so genannten Freunde ihn fragten, was denn los sei.
Er
wimmelte sie nur ab. Ihre Fragen würde er beantworten, wenn er
Zeit hätte.
Und sie fügten sich. Wurde Tom doch
bewundert. Es war ihm nur recht, das würde ihm irgendwann
sicherlich nützlich sein.
Die Lösung des Rätsels fand er wie schon so oft in der Nokturngasse.
Was Tom dort
fand, ließ ihn an seiner Bestimmung nicht mehr zweifeln.
Es
war ein magischer Stammbaum des Salazar Slytherin.
Dieser
Stammbaum war so verzaubert, dass er von selbst die Namen der
Geborenen und Eingeheirateten einfügte. Was natürlich in
hohem Maße aufschlussreich war.
Sein Name, Tom
Marvolo Riddle, stand zuoberst.
Von diesem zweigten zwei
Linien ab. Merope Gaunt und Tom Sebastian Riddle (
Muggel).
Auch hier gingen jeweils zwei Linien ab.
Bei seiner
Mutter waren es Marvolo und Meliflua Gaunt.Das mussten
seine Grosseltern sein.
Bei seinem Vater standen die Namen George
Herman und Elizabeth Nicole Riddle.
Pah, seine
Muggelgrosseltern.
Er las nicht weiter, das wäre absolut
unnötig, er wusste, das er tatsächlich vom großen
Salazar Slytherin abstammte.
Tom hatte es geahnt, seitdem der
Sprechende Hut ihn einen wahren Slytherin genannt hatte.
Gut,
auch das wusste er jetzt.
Jetzt hieß es sie ausfindig
machen. Was überhaupt kein Problem darstellte. Hinter den Namen
der Schüler, auf den Schülerlisten, standen die Wohnorte
und er wusste, dass seine Mutter aus Little Hangeleton kam.
Galt
es nur noch den Wohnort dieser Muggel ausfindig zu machen, die
mussten ausgelöscht werden. Nichts sollte auch nur daran
erinnern, dass es in seinem Blut etwas Unreines gab.
Dieses
Mal stellte es sich als Vorteil heraus, unter Muggeln aufgewachsen zu
sein.
Er war einfach nach London spaziert und hatte die Auskunft
angerufen und wie erstaunlich, diese Muggel wohnten ebenfalls in
Little Hangelton.
Auch gut, dann konnte er alles an einem Tag
erledigen.
Mehr bedurfte es aber seinen „Besuch" zu
planen, vor allem das Wann und Wie, da er ja nicht wusste was ihn
erwartete.
Tom hatte aber keine Zeit, den Besuch schon in den
nächsten Wochen zu machen.
Er musste sich etwas der Schule widmen, der Truppe die er um sich scharte und außerdem musste er sich sowieso etwas bedeckt halten, damit dieser alte Zausel Dumbledore ihm nicht auf die Nerven ging.
Auch hielt er
Vorträge, vor seiner Gruppe. Es ging immer nur um
Reinblütigkeit, Macht, Blutsverräter, Muggelgeborene und
Frauen.
„ Wichtig ist immer, dass man vorsichtig arbeitet. Die
die infiltriert werden, sollen keinen Verdacht schöpfen. Das
kann man zum Beispiel mit regelmäßigen Geldspenden für
wohltätige Zwecke erreichen.
Es ist auch ratsam, im
Zaubereiministerium zu arbeiten. Dort erfährt man viel.
Da
wir Reinblüter schon im Voraus Respekt und Ansehen genießen,
macht es uns das leichter. Schließlich ist unser Blut nicht
verschmutzt, wir haben Geld und natürlich ist der Großteil
von uns intelligent.
Wir können auch Legilimentik anwenden,
allerdings erfordert es Übung und Erfahrung sie so anwenden zu
können, dass es der Betreffende nicht merkt."
Lestrange
warf eine Frage ein.
„ Was ist mit den Blutsverrätern und
Schlammblütern die sich uns anschließen wollen?"
„
Du Idiot, Nichts. Lass sie stehen, solchen Dreck brauchen wir nicht.
Klar?"
Alle nickten und Tom fuhr fort, während die anderen
aufmerksam zuhörten.
„ Alles was nicht reinblütig ist,
ist Abschaum. Sie könnten Verräter sein und zudem sind sie
viel zu weich. Sie besitzen nicht die nötige Härte und
lassen sich zu einfach von den Guten einschleimen. Was nützt uns
so was? Nichts.
Was ich und wir brauchen ist absolute Treue und
Loyalität, die nur unter Reinblütern zu finden ist."
Wieder
kam eine Frage.
„Was ist mit den Frauen? Die sind doch auch
weich?"
„ Das sind sie in der Tat, doch wenn sie richtig
erzogen worden sind ist das kein Problem. Außerdem sind Frauen
nützlich. Sie sind zu unserer Zierde da, sie sollen unsere
Wünsche befriedigen. Wir können mit ihnen machen was wir
wollen. Aber ich warne euch. Seid nicht zu hart, jedenfalls nicht
dauernd, sonst gebären sie keine Kinder und somit keine
Erben."
Tom hob die Runde auf und schickte alle zu Bett, morgen würde wieder ein anstrengender Schultag anstehen.
So
zogen sich die Tage und Wochen dahin, bestehend aus Schule,
Hausaufgaben und Lernen
( Ja auch lernen, Tom wollte keine
absoluten Dummköpfe um sich haben).
Hin und wieder fanden
auch Anschläge auf die anderen Häuser statt, denen immer
schlimme Verletzungen folgten.
Manchen wurden alle Knochen aus
Armen und Beinen gehext, anderen wuchsen fürchterliche Furunkel
und andere eklige Sachen.
Und immer wieder geschah es, dass
während Pflege magischer Geschöpfe Schüler aus den
Häusern Griffindor, Ravenclaw und Hufflepuff von wild gewordenen
Geschöpfen angegriffen wurden.
Auf diese Art und Weise wurde
ein Gryffindor von einem verrückt gewordenen Hippogreif so
schwer verletzt, dass er ins St. Mungos musste und erst zum nächsten
Schuljahr zurückkam.
Auch ein Hufflepuff war angegriffen
worden. Von einem Thestral, sodass er drei Monate bei Mme. Pomfrey
lag, die mit Aufbieten ihres ganzen Könnens die fehlenden Stücke
aus Haut, Gewebe, Sehnen, Muskeln und Gefäßen, an den
Armen und Beinen des Schülers wieder herstellte.
Die
Zeit plätscherte vor sich hin und Tom brauchte dringend mal
wieder etwas Abwechslung.
Er war jetzt im siebten Schuljahr und
das Gefasel der Lehrer, über die Abschlussprüfungen, gingen
ihm gehörig gegen den Strich.
Tom hatte sich überlegt in
den Osterferien, seinen besonderen Besuch zu machen.
So meldete er
sich also für eine Fahrkarte nach Kings Cross, den Rest der
Ferien würde er bei den Lestrange verbringen.
Die
Lestrange lebten in einer Villa, die schon seit Jahrhunderten in
Besitz deren Familie war.
Sie war prunkvoll eingerichtet, mit
dunklen schweren Möbeln und man fand überall Gold, Silber
und Grün.
Er verhielt sich wie immer höflich und
zuvorkommend, sodass die Eltern von Rodolphus schwer begeistert von
ihm waren. Schade, dass sie keine Tochter hatten, die sie mit ihm
verheiraten könnten.
Tom bekam ein Zimmer zugewiesen, welches
einen wuchtigen Schrank und ein ebenso wuchtiges Himmelbett enthielt.
Beides aufwändig mit Weinranken und kleinen, fetten Engeln
verziert. Scheußlich. Zudem befand sich noch ein riesiger
Mahagonischreibtisch darin.
Er hatte sich überlegt am
nächsten Abend nach Little Hangleton zu apparieren und zuerst
die Gaunts besuchen.
Was er auch tat.
