So, weiter geht's!

Auch wenn es noch soooo wenige Reviews gibt, muss ich ja doch den Cliffhanger auflösen (alle, die lesen, ohne zu reviewen dürfen das durchaus als Aufforderung verstehen ;-) )

Disclaimer: Das Übliche. Klar soweit?

Kapitel 3

„Gut. Ihr amüsiert mich. Holt diesen Abschaum an Bord."

Jack war beinahe zu beleidigt, um nach dem Seil zu greifen, dass ihm zugeworfen wurde. Er ließ allen anderen den Vortritt, entschloß sich dann aber, doch an Bord zu kommen. Das Wasser würde ihn sonst umbringen.

Kaum an Bord eilte Jack mit großen Schritten und wutverzerrter Miene auf den Mannn hin, der mit ihnen gesprochen hatte und den er für den Captain hielt.

„Was fällt Euch eigentlich ein, mein Schiff zu versenken? Was seid Ihr eigentlich? Ein Pirat? So nennt man nämlich die Leute, die die Schiffe von unschuldigen, britischen Staatsbürgern auf den Meeresgrund schicken! Meine schöne Barnacle. Ich verlange eine Entschädigung, klar soweit? Und Schmerzensgeld, jawohl. Ihr hättet uns umbringen können mit diesen Kanonen. Und was hätte der König dann wohl gesagt, wenn ihr britische Staatsbürger umgebrachte hätte?? Er wäre sicher 'not amused' gewesen, da könnt ihr Euch sicher sein. Und außerdem, außerdem steht mir ein neues Schiff zu, da ihr das alte Schiff, das mir völlig legal gehörte, zerstört habt. Da mir also völlig legal immer noch ein Schiff zusteht, weil ich Euch mein altes weder verkauft habe, noch Euch irgendeine andere Befugnis habe zukommen lassen, es zu versenken, schuldet ihr mir völlig legal ein neues. Klar soweit?"

Wütend und atemlos von seiner kleinen Rede starrte Jack den Mann an und stampfte mit dem Fuss auf.

„Jawohl, ein Schiff schuldet Ihr mir, Mr. -"

„Cutler Beckett." Der Mann lächelte kalt und beugte sich über Jack.

„Ihr gefallt mir. Habt Ihr auch einen Namen, junger Pirat?"

„Ich bin kein Pirat, verdammt noch mal!! Seid ihr schwer von Begriff?!"

Beckett schmunzelte. Jack fand, es ähnelte eher einer Grimasse, denn einem Lächeln.

„Und Euer Name?"

Jack hob seine Nase in die Höhe.

„CAPTAIN Jack Sparrow. Klar soweit?"

„Fein, Captain Jack Sparrow. Du und deine-" er warf einen abschätzigen Blick auf Arabella, Fitzwilliam, Jean, Constance, Tumen und Timothy, die alle hinter Jack standen. „Du und deine abgerissene Crew sollt ein Schiff bekommen. Die Wicked Wench. Sie segelt im Frühjahr zur Elfenbeinküste, um Ladung aufzunehmen. Ich habe ohnehin noch nach einem geeigneten Captain gesucht."

Ein süffisantes Lächeln umspielte Beckets Gesicht, doch Jack war von der Aussicht ein richtiges Schiff als Captain zu leiten, zu begeistert, um das noch wahrzunehmen.

Arabella jedoch sah es und fragte sich insgeheim, was dieser Mann vorhatte, der sie so kaltherzig hatte abschießen lassen.

„Von wo fährt diese Wicked Wench denn ab?", meldete sich Fitzwilliam zu Wort, der es nicht ertrug, dass die Aufmerksamkeit dieses elegant gekleideten Mannes allein Jack galt.

Beckett warf ihm einen uninteressierten Blick zu.

„Von London. Wir werden Euch dort absetzen. Ich denke morgen früh sollten wir dort sein."

Nach London! Jack klatschte in die Hände. Wunderbar, da wollten sie doch eh hin. Zwar war er traurig über den Verlust der Barnacle, doch sie sollten doch ein neues, besseres Schiff bekommen! Fitzwilliam schien das ähnlich zu sehen, doch die anderen blickten eher skeptisch drein.

„Was habt ihr denn? Wir kommen nach London, wie wir es gewollt haben. Und wir bekommen ein neues Schiff, wie wir es gewollt haben. Zugegeben, das haben wir erst gewollt, nachdem unser Schiff gesunken ist. Aber hey! Immerhin kriegen wir ein besseres Schiff!"

„Wenn du meinst, Jack." Tumen schauderte. Er mochte diesen Weißen nicht. Und sein Angebot Jack zum Captain eines seiner Schiffe zu machen, erschien ihm höchst suspekt. Doch es blieb ihnen wohl kaum etwas anderes übrig.

Jack grinste nur und verlangte dann nonchalant warme Kleidung und Decken für seine Crew. Was er zum Erstaunen aller auch bekam.

++++++++++++++++++

Am nächsten Morgen stand die ganze Crew der Barnacle, mittlerweile in dem Wetter besser angepassten Kleidern an Deck des Handelschiffes und betrachtete die Houses of Parliament, die immer näher zu kommen schienen. Das Schiff näherte ich einer Anlegestelle der Docks, die der EITC vorbehalten war und die Jack in Folge dessen noch nich betreten hatte. Das einzige Schiff, auf dem er gesegelt war, das weder Piratenschiff noch Fischerboot gewesen war, hatte der Royal Navy angehört und er konnte sich kaum daran erinnern. Er war damals erst 7 gewesen.

Im Hafen schwirrten schon Matrosen herum, die die einzelnen Schiffe entluden, viele hatten deftige Shantys auf den Lippen, einige sangen jedoch trotz ihrer rauhen Stimmen Weihnachtslieder.

Jack zitterte ein wenig. Es war wirklich eisig kalt in London. Er war diese Temperaturen nicht mehr gewöhnt, nachdem er 4 Jahre nicht mehr hier gewesen war. Einzelne Flocken wirbelten vor ihm durch die Luft. Er konnte sehen, dass die niedrigen Dächer der Stadt mit Schnee bedeckt waren, doch der Boden an den Docks war von den vielen Seemännern schon zu braunem Matsch zertreten worden.

Fitzwilliam stand neben ihm und schwärmte von dieser Stadt, aus der sein Vater niemals hätte wegziehen sollen.

Jack fand sie hässlich und grau. Das Einzige, was er an ihr vermisste, waren die Menschen, die hier wohnten. Menschen, die ihn vermutlich vergessen hatten. Oder, was noch schlimmer war, die dachten, er hätte sie vergessen.

Arabella, Tumen, Jean und Timothy staunten nur über die Größe und Erhabenheit dieser Großstadt. Keiner von ihnen hatte London je betreten, kaum einer unter ihnen war überhaupt je in Europa gewesen. Selbst Constance maunzte beeindruckt.

Plötzlich spürte Jack einen heißen Atem auf seiner Wange. Erschrocken drehte er sich um. Hinter ihm stand Beckett und blickte hochmütig auf ihn herab.

„Ihr geht jetzt am besten von Bord. Kommt im Frühjahr an diese Anlegestelle, ich werde euch das Schiff dann übergeben. Geht nun."

„Aber, aber..."

Jack war entsetzt.

„Wir haben doch gar kein Geld.Wir brauchen ein paar Shilling für Unterkunft und-"

„Ich bin nicht dafür zuständig, Euch zu versorgen. Bis zum Frühjahr müsst ihr euch um euch selbst kümmern. Wir haben heute den 22.Dezember. Seit am 28.Februar wieder hier."

Jack schnappte nach Luft. Das konnte er doch nicht ernst meinen. Sie würden ja im kalten Londoner Winter erfrieren!

Anscheinend meinte es dieser Beckett tatsächlich ernst, denn er winkte nun seinem Sekretär, sie von Bord zu befördern, was dieser so eifrig erledigte, dass Jack auf seinem Allerwertesten im Schneematsch der Docks landete.

„UNFREUNDLICHE LANDRATTE!"

Arabella half ihm hoch und bedeutete ihm zu schweigen. Sie spürte, dass man weder diesen Beckett noch seinen Diener Mercer irgendwie reizen sollte.

Als ob Jack jemals auf Arabella gehört hätte.

„Du-du Affengesicht! Pelegosto! Kannibale! BAKA! Phag tji korr!!"

Arabella zog Jack kurzerhand am Kragen hinter sich her. Solange er in fremden Sprachen fluchte, sollte es ihr egal sein.

Sobald sie aus der Hafengegen herauswaren, blieb sie stehen.

„Und was jetzt?" Hilfesuchend blickte sie Jack und Fitzwilliam an, die die Einzigen waren, die sich in London (hoffentlich) auskannten.

Fitzwilliam zuckte mit den Schultern.

„Keine Ahnung. Zu unserem Haus können wir jedenfalls nicht gehen. Es gehört zwar noch meiner Familie, aber falls ich da mit einem... Haufen wie euch auftauche, kriegt mein Vater Wind davon, soviel ist klar."

Jack schnaubte. „Dann werden wir vermutlich erfrieren und elendiglich krepieren. Klar soweit?"

Jean schaute ihn erschrocken an.

„Mais, capitaine, du hast gesagt, du hast Freunde hier..."

„Falsch!" Mit erhobenem Zeigefinger schritt Jack auf Jean zu. „Hört ihr mir eigentlich nie zu? Wahrscheinlich nicht. Ich sollte nur noch mit dem Mast sprechen. Ich sagte, ich hatte Freunde, nicht ich habe welche."

„Aber," mischte sich jetzt auch Timothy ein „du wolltest doch an Weihnachten hier sein. Warum, wenn nicht, um deine Freunde zu sehen?"

Da war was Wahres dran, das wusste Jack. Aber jetzt hatte er seine Meinung eben geändert.

„Nicht deswegen. Außerdem wolltet ihr doch unbedingt hierher, nicht ich. Ich habe damit rein gar nichts zu tun."

„Also erfrieren wir, weil Jack zu stur ist, seine Freunde aufzusuchen.", meinte Tumen trocken.

„NEIN. Ich sagte doch, das hat mit mir nichts zu tun. Wer immer hier mit mir befreundet war, hat mit Sicherheit Besseres zu tun, als einen Haufen Teenager über den Winter zu füttern. Das würden sie nicht tun, erst recht nicht für mich."

„Warum nicht?", fragte Arabella ruhig und sah ihn so forschend an, dass Jack den Blick abwenden musste. „Was hast du getan, dass du dich schämst, zu ihnen zu gehen?"

Jack wurde rot. „Ich hab nichts getan.", sagte er leise. „Sie denken es nur. Aufgrund einer Reihe von Umständen, die rein gar nichts mit meiner Person zu tun haben."

Und ein einziges Mal war Jack überzeugt davon, dass dieser Satz keine Ausrede, sondern die reine Wahrheit war.

Betreten schwiegen die Freunde. Diesmal hatten sie sich wirklich in eine Sackgasse manövriert.

„Hört mal, vielleicht gehen wir besser erst mal in die Innenstadt. Hier können wir nichts besprechen, oder?" Fitzwilliam beäugte misstrauisch einen Matrosen, der beinahe über sie hinübersteigen musste, um in eine ohnehin übervolle Hafenkneipe zu gelangen.

„Hier gefällt's mir nicht."

„Mir auch nicht. Viel zu kalt.", grummelte Jack, entschied aber, dass Fitzy Recht hatte und führte seine Crew durch kleine Gassen und Lanes zum verschneiten Hyde Park. Der Park war in der Nähe einer Gegend, die er gut kannte und dennoch weit genug davon entfernt, als das Bill oder Jenny ihn hier finden würden.

Jack seufzte. Was für eine Schnapsidee hierherzukommen!

„Und jetzt?"

„Jetzt kannst du dich auf eine Bank setzen und warten, bis du erfrierst. Wenn dir das zu langsam geht, kannst du es auch verkürzen und auf der Serpentine Schlittschuhlaufen gehen, Fitzy. Dann brichst du nämlich ein."

Jack sprach aus Erfahrung.

„Gibt es denn keine Möglichkeit eine Unterkunft für wenig Geld zu kriegen?", fragte Bella verzweifelt.

Jack lachte humorlos. „Tausende. Das Problem ist nur: Wir haben noch nicht mal wenig Geld."

Besorgt sah die ehemalige Crew der Barnacle ihren Captain an. Er würde doch nicht aufgeben? Das war doch nicht Jack Sparrows Art. Oder?

Das Schneetreiben hatte sich inzwischen verdichtet. Ein eisiger Wind blies durch London und obwohl die 6 Freunde samt Schwester-Katze von den Bäumen des Parks einigermaßen geschützt waren, schauderten sie. Ohne Dach über dem Kopf hatten sie kaum Chancen, nicht zu erfrieren.

Jean spürte, dass ihm Tränen in die Augen stiegen. Tapfer versuchte er sie zu unterdrücken, doch Tumen bemerkte es und legte seinem Freund tröstend die Hand auf die Schulter.

„Können wir nicht in ein Armenhaus oder ein Waisenhaus gehen? Die nehmen uns bestimmt eine Nacht lang auf!"

Da musste Jack vehement protestieren.

„Nur über meine Leiche. Da liefere ich mich lieber Davy Jones höchstpersönlich aus, als dass ich wieder in so eine Hölle auf Erden gehe!"

Erstaunt über diesen Ausbruch sah Arabella ihn an. „Dem entnehme ich mal, dass du in einem Waisenhaus warst. Wieso?"

„Jedenfalls nicht, weil ich so eine furchtbar besorgte, liebevolle Familie hatte. Klar soweit?"

„Also nicht ins Armenhaus," stellte Fitzwilliam trocken fest. „Eine Bleibe für die Nacht brauchen wir trotzdem."

„Ach was." Jack schüttelte sich den Schnee von den Haaren. „Dann sollten wir jetzt wohl versuchen, Geld zu verdienen. Fühlt sich irgendjemand zum Taschendieb berufen? Nein? Dachte ich mir... Aber Weihnachtslieder könnt ihr doch, oder?"

Was Jack da wohl wieder im Kopf hat? Weihnachtslieder?! Wenn ihr es rausfinden wollte, gibt es nur eine Möglichkeit: Eifrig reviewen!

Worterklärungen: Baka (jap.): Idiot. (Jack hat es auf einem Piratenschiff aufgeschnappt)

Phag tji korr (romanisch): Der Teufel soll dich holen!