Lettered by Dysperdis - Entdeckt

2.August

Harry lächelte, als er den Brief las, den Tom ihm als letztes geschickt hatte. Es schien, als würde Snapes Wiederbelebungstrank bald fertig werden, weshalb Tom immer aufgeregter wurde. Es war ja nicht so, als würden Dunkle Lords aufgeregt werden, wie Tom heftig beteuerte...

Es klopfte an seiner Zimmertür. Harry beeilte sich, den Brief in seinen Koffer zu schieben bevor er zur Tür eilte. Er erwartete den Orden, der ihn heute abholen wollte und war schon ganz aufgeregt, endlich von den Dursleys weg zu kommen. Die Tür öffnend, begann er zu zögern, als er sah, wer auf der anderen Seite stand.

„Sie!?"

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Severus Snape hatte einen schlechten Tag. Sein Frühstück war kalt, er hatte sich beim Zerkleinern von Alraunenwurzeln selbst geschnitten und er musste wieder mal eine ellenlange Rede des alten Wasserhuhns über sich ergehen lassen. Und das war ja noch nicht mal die Spitze des Eisberges. Der alte Mann hatte entschieden, dass er wohl die beste Person war, um das Potterbalg abzuholen.

Zur Grenze der Schutzzauber des Ligusterweges Nr.4 apparierend, erschauderte Severus. Urgh...Vorstadt. Wie kann irgendjemand an einem Ort wie diesen wohnen?, fragte er sich.

Sich selbst wappnend lief der Zaubertrankmeister zu Nr.4 und klopfte an die Tür. Ein unglaublich fetter Junge öffnete sie und sobald er Severus' schwarze Roben sah, schrie er ins Haus, „Mum! Dad! Es ist einer dieser Freaks!". Schon bald leisteten ihm ein ebenso fetter Mann und eine hagere Frau mit Pferde-Gesicht Gesellschaft. Der fette Mann, dessen Gesicht einen immer ungesünder aussehenden Rotton annahm, war der Erste, der sprach.

„Was wollen Sie?"

Severus grinste ihn höhnisch an. „Ich bin nur hier, um den Potterjungen zu holen. Ich nehme an, er ist hier irgendwo?"

Der dicke Mann sah ihn stirnrunzelnd an.

„Sie sind hier, um den Freak aus unserem Haus zu holen? Gut...Dudley, bring diesen...Gentleman hoch in Harrys Zimmer."

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Harry fühlte, wie die Röte seine Wangen hochstieg als er dem Professor in die Augen schaute – demselben Professor, den er letzten Monat beim Ficken mit dem Dunklen Lord erwischt hatte. Severus zog eine Augenbraue hoch, unsicher was genau den Jungen so erröten ließ.

„Also...sind Sie bereit um zu gehen? Ich habe nicht vor, mehr Zeit als nötig in diesem...Domizil...zu verbringen."

„Nur noch einen Moment." Harry eilte zum losen Dielenbrett und, mit einem Blick zurück zur Tür, hob er es an. Er holte seinen Zauberstab, sein Fotoalbum und seinen Tarnumhang raus. Zurück beim Koffer schmiss er die letzten beiden Gegenstände einfach irgendwie rein. Sein Zauberstab landete sofort in der Hintertasche seiner Hose. Zum Schluss öffnete er noch Hedwigs Käfig und erlaubte der Eule aus dem Fenster zu fliegen.

„Können wir jetzt...?" Als Harry nickte, holte Severus seinen Zauberstab raus und schrumpfte schnell den Koffer und den Käfig, bevor er die Treppen in einem ziemlich eilenden Tempo runterhastete; Harry an seinen Fersen.

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Als sie vor dem Grimmauld Platz 12 standen, grummelte Harry, „Ich hasse Portschlüssel." Der Zaubertränkemeister ignorierte den jungen Gryffindor und stürmte ins Haus.

Sobald Harry das Haus betrat, merkte er, dass es ein Fehler war. Überall wo er hinschaute sah er schon bekannte Dinge, die ihn wieder mal an seinen Paten erinnerten. Es war alles zu viel für ihn. Bevor Harry irgendwas tun konnte, rannten Ron und Hermine zu ihm.

„Harry! Endlich! Wie ist es dir ergangen? Haben die Muggel dich richtig behandelt? Hat der schleimige Kerl irgendwas versucht? Wie..."

„Chrm-chrm"

Der aufgeregte Rothaarige stoppte mit seinem Redefluss, als er hörte wie seine Mutter sich räusperte.

„Harry, mein Lieber, es ist schön dich zu sehen. Willst du etwas essen?"

Harry schickte der Vorsteherin des Weasley-Clans einen dankbaren Blick. „Ja, bitte."

„In Ordnung. Ron, zeig Harry sein Zimmer. Hermine, würdest du mir den Gefallen tun und mir in der Küche helfen? Harry, warum gehst du nicht los und machst dich etwas frisch?"

Seufzend schnappte Ron sich Harrys Arm, nicht bemerkend, wie der Dunkelhaarige zusammenzuckte. „Komm schon, wir haben dieses Mal alle unsere eigenen Räume."

Die Treppen hochlaufend bemerkte Harry, dass Ron ungewöhnlich ruhig war. Die Stille brechend, wandte sich Harry an seinen Freund. „Also, was habt ihr so gemacht?"

Ron blieb erst mal für einen Moment still und sah dann zu Harry. „Also...da ist eine Sache, die ich dir sagen muss, aber ich sollte wahrscheinlich warten bis Hermine auch dabei ist..."

„Was? Hast du sie endlich um ein Date gebeten?" Rons Rotton im Gesicht gab Harry die Bestätigung seiner Worte. „Das wurde ja auch mal Zeit! Wie ist es gelaufen?"

„Sie hat ja gesagt.", kam die gemurmelte Antwort.

„Also ich werde mich eben umziehen und auspacken. Wir sehen uns in ein paar Minuten."

Nachdem Ron gegangen war, zog Harry den Zauberstab und vergrößerte seinen Koffer.

Er warf sein viel zu großes T-Shirt in die Ecke, nachdem er es sich ausgezogen hatte. Als er in seinem Schrankkoffer rumwühlte um ein neues zu finden, hörte er, wie die Tür geöffnet wurde.

„Oh scheiße, 'tschuldigung!", kam es von der verlegenen Ginny Weasley. Ihre Verlegenheit wurde bald durch Sorge ersetzt, als sie die Quetschungen bemerkte, die Harry versuchte zu verdecken. „Was ist mit dir passiert?", forderte sie zu wissen.

„Es ist nichts! Mir geht es gut, nur eine kleine Wunde, das ist alles.", log Harry.

„Bullshit, Harry. Dein ganzer Rücken ist gelb. Wer hat dir das angetan?"

„Es ist in Ordnung! Es geht dich auch gar nichts an.", schnappte er, „Ich kann auf mich selbst aufpassen."

„Ok, fein!" Ginny stürmte aus dem Raum, die Tür hinter sich zuschlagend.

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Als sie erst mal aus dem Raum war, stoppte Ginny. Es muss doch einen Weg geben, um Harry zu helfen, grübelte sie, ich frage mich...ja! Das sollte klappen!

Das Mädchen änderte plötzlich die Richtung und eilte in ihr Zimmer um einen Brief an den Führer des Lichts, Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore, zu schreiben.

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Zur selben Zeit...

Riddle-Haus, Little Hangelton

„Mein Lord, der Potterjunge wurde zum Hauptquartier des Phönixordens gebracht. Ich wurde außerdem informiert, dass sie planen in zwei Tagen in die Winkelgasse zu gehen um ihre Schulsachen zu holen."

„Exzellent, Severus. Wann wird der Zaubertrank fertig werden?"

„Er wird morgen früh fertig sein. Ich nehme an, Sie wollen ihn direkt zu sich nehmen?" (A/B: die beiden waren zusammen in der Kiste und sprechen sich mit „Sie" an? Muahahaha)

„Da hast du Recht. Nun, wegen Potter...hast du irgendwelche Merkwürdigkeiten in seinem Verhalten bemerkt?"

„Tatsächlich ja. Als ich ihn abholen war, hat er nicht aufgehört immer röter zu werden. Sie wissen nicht zufällig, warum das so ist, oder mein Lord?"

Voldemort lachte nur.

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Lieber Professor Dumbledore,

Ich muss mit Ihnen so schnell wie möglich sprechen. Es geht um Harry. Ich mache mir Sorgen um ihn. Als er hier ankam, bemerkte ich eine bemerkenswerte Anzahl von verblassenden Quetschungen und anderen Verletzungen, die seinen Körper bedecken. Ich mache mir Sorgen um seine Sicherheit. Danke für Ihre Zeit.

Aufrichtigst,

Ginevra Weasley

Ginny schickte dem Brief noch einen letzten Blick, bevor sie ihn ans Bein von Pig, Rons Eule, band. „Bring das zu Professor Dumbledore, ok? Warte bitte auf eine Antwort."

Die kleine Eule zwitscherte und flog los.

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Harry seufzte und warf sich aufs Bett. Seitdem Ginny gestern seine blauen Flecken gesehen hatte, beobachtete sie ihn.

Sie beobachtete ihn während er aß.

Sie beobachtete ihn während er las.

Sie beobachtete ihn während er mit Ron Schach spielte.

Sie war so aufdringlich, dass sogar Ron, der sonst eigentlich die meisten Aspekte der menschlichen Interaktion nicht bemerkte, den Kommentar machte, dass Ginny wohl immer noch in Harry verknallt war. Es half nicht, dass Snape ihm merkwürdige Blicke zuwarf oder dass Ron und Hermine sich dumme Entschuldigungen ausdachten, um sich wegzuschleichen und zu knutschen. Ernsthaft...es war zum verrückt werden. Als er sich sein Kissen schnappte (es war einfacher als den Kopf zu bewegen) hörte er ein Knittern. Neugierig öffnete er den Kissenbezug und holte einen Brief heraus.

Lieber Harry

Ich bin´s. Ich habe Severus gesagt, er solle diesen Brief irgendwo hinpacken, wo nur du ihn entdecken kannst. Wenn du ihn jetzt also liest, muss es ja geklappt haben.

Nun, da ich mein eigenes gutes Aussehen wieder habe, habe ich mich gefragt, ob du dich nicht auf ein Butterbier oder so mit mir treffen würdest. Ich weiß, dass du morgen in die Winkelgasse gehst und wenn du Interesse hast, triff mich im Tropfenden Kessel. Ich werde in der Ecke gegenüber dem Eingang zur Winkelgasse sein. Wenn du dich nicht wegschleichen kannst, dann mach dir keine Sorgen.

Grüße

dein Freund

Dein Freund. Ist es wahr? Denke ich von ihm wirklich als einen Freund? Nicht der Dunkle Lord, nicht irgendein Typ?, fragte sich Harry. Ja, ich denke, das tue ich.

Sich viel besser fühlend, zog Harry sich aus und schlüpfte in seinen Pyjama. Es schien, als hätte er nach allem, was passiert ist, immer noch etwas, worauf er sich freuen konnte.

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Zur selben Zeit...

Ginny öffnete den Brief, den Dumbledore endlich zurückgeschickt hatte.

Liebe Ginny

Ich weiß, dass du dir vielleicht Sorgen um den jungen Harry machst, aber sei versichert, dass er bei seiner Muggelfamilie völlig sicher ist.

Grüße,

Albus Dumbledore

Bullshit, dachte sich Ginny, absoluter verfickter Bullshit. Gut, wenn er sich nicht um Harry kümmert, dann tu ich das.

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Die Winkelgasse war genauso voll wie immer. Harry, der kein Geld bei sich hatte, machte sich, begleitet von Ron, Hermine und Ginny, auf den Weg nach Gringotts. Als er den Schalter erreichte und seinen Schlüssel zeigte, hörte er, wie jemand seinen Namen rief.

„Mr.Potter! Wir versuchen schon seit Monaten Sie zu erreichen! Wir haben ein paar Formulare, die Sie ausfüllen müssen. Keine Sorge, es dauert nur einen Moment und danach können Sie direkt in Ihr Verließ."

„Ok, ich seh´ euch dann gleich?" Er richtete sich an seine drei Begleiter.

„Ja, wir warten hier auf dich."

Der Kobold führte Harry in ein vornehmes Büro. Nachdem die Tür geschlossen war und sie sich setzten, begann der Kobold zu sprechen.

„Also sind Sie der berühmte Harry Potter? Gut, ich bin Geirshank. Ich bin mir nicht sicher, ob Sie davon wissen, dass Sie der Haupterbe von Sirius Black, Ihrem Paten, sind?

Harry nickte.

„Gut, somit haben Sie nun Zugang zu den Black-Familienverließen. Sie müssen nur diese Formulare unterschreiben und dann werde ich Ihnen den Schlüssel geben. Würden Sie gerne die Verließe besuchen während Sie da unten sind?" Er lächelte, nachdem Harry nickte.

In Ordnung. Unterschreiben Sie hier, hier, und hier. Wir brauchen außerdem noch einen Tropfen Blut von Ihnen für den Beglaubigungsnachweis. Keine Angst, es kann nirgends woanders benutzt werden – also los, stechen Sie sich nur in den Finger und lassen einen Tropfen Blut hier drauf tröpfeln...so, fertig. Dann lassen Sie uns jetzt zu Ihren Verließen fahren und danach können Sie dann wieder Ihrer Wege gehen. Haben Sie noch irgendwelche Fragen?"

„Ja, ich habe tatsächlich eine...ich frage mich, wie Sie versucht haben, mich zu kontaktieren?"

„Da Sie ja noch minderjährig waren, haben wir versucht Sie durch ihren magischen Vormund zu kontaktieren, also durch Albus Dumbledore. Ich nehme an, dass er keine der Informationen zu Ihnen weitergeleitet hat, oder? Für den Fall erlauben uns die Formulare, die Sie unterschrieben haben, Informationen direkt an Sie zu eulen. Ich nehme an, dass Sie nicht wollen, dass Dumbledore über diesen kleinen Fakt bescheid wissen soll, oder?"

„Nein, bestimmt nicht. Danke sehr."

„Oh, kein Problem. Wir schätzen Vertraulichkeit. Nun, dann wünsche ich Ihnen noch einen angenehmen Tag. Griphook, bring diesen jungen Mann runter in seine Verließe 687 und 711."

Sich Griphook zuwendend, fragte Harry den eher schweigsamen Kobold, „Ist er immer so gesprächig?"

Griphook seufzte. „Leider."

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Nachdem sie bei Gringotts waren, gingen die Vier zuerst einmal nach Flourish & Blotts, um ihre Schulbücher zu holen. Harry, der es irgendwie geschafft hatte, ein O in Zaubertränke zu bekommen, hatte sieben Fächer: Verteidigung gegen die dunklen Künste, Zauberkunst, Verwandlung, Zaubertränke, Kräuterkunde, Pflege magischer Geschöpfe und Astronomie. Ron hatte sechs Fächer gewählt, da er nur ein A in Zaubertränke bekommen hatte. Die schon immer etwas übereifrige Hermine hatte alle Fächer wie Harry, außer Astronomie; dafür hatte sie jedoch noch Arithmanthik, Fortgeschrittene Runen und Muggelkunde.

Nachdem sie in der Apotheke waren, wandte sich Harry an Ron und Hermine, die sich schon die ganze Zeit verliebte Blicke zuwarfen.

„Warum geht ihr beide nicht nach Fortescue's oder so? Ich denke, wir werden auch ohne euch auskommen, oder Ginny?"

Ginny verstand sofort. „Ja, Harry hat Recht. Ich hab es satt euch die ganze Zeit beim Flirten zuzusehen."

„Ginny!", rief Hermine empört, „Das ist nicht sehr nett."

„Ist doch wahr. Ich meine...wer will schon seinen Bruder sehen, der jemandem schöne Augen macht?"

Hermine drehte sich zu ihrem Freund. „Ron?"

„Ja, wir treffen uns dann später wieder bei Fred und George, ok?"

„Super, und jetzt geht!" Ginny schob die Beiden schon fast zum Eisladen.

„Gott, die beiden machen mich krank.", murmelte Ginny. „Ich meine, ich weiß, dass sie sich lieben und so, aber...ach egal..."

Harry hob nur eine Augenbraue, während Ginny errötete.

„Ich bin es nur leid, sie immer wieder beim Knutschen zu erwischen, wenn ich durchs Haus laufe. Egal...willst du irgendwas machen, oder so?"

„Also eigentlich wollte ich jetzt ein Butterbier trinken gehen oder so was in der Art. Ich hab in Gringotts ein paar interessante Infos bekommen und hatte noch keine Zeit darüber nachzudenken..." Zum Ende hin wurde Harry immer leiser, schaute Ginny dann aber entschuldigend an.

„Oh, das ist schon in Ordnung. Ich werde dann schon mal zu Gred und Forge gehen. Hast du nicht Lust, mich noch ein Stück zu begleiten?"

„Es wäre mir ein Vergnügen."

5 Minuten später, als Harry von Weasleys Zauberhafte Zauberscherze Richtung Tropfender Kessel lief, summte er zufrieden. Er war so fixiert auf das Treffen, dass er das Mädchen, das ihm in einiger Distanz folgte, nicht bemerkte.

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Tom langweilte sich. Er saß schon seit einer Stunde am gleichen Tisch. Er weigerte sich, sich zu bewegen, da er Angst hatte, Harrys mögliches Erscheinen zu verpassen. Vor ihm auf dem Tisch standen schon vier leere Butterbierflaschen, als Harry endlich auftauchte. Er lächelte und nickte, als er den Blick des Jüngeren auffing. Harry setzte sich grinsend hin und schaute auf die leeren Flaschen vor ihm.

„Was? Ich warte schon zwei Stunden hier. Ich glaube, der Barkeeper ist ein bisschen misstrauisch geworden. Oh...und da du ja jetzt da bist, bin ich gleich wieder zurück." Er nickte zu den Flaschen und ging Richtung WC.

Harry kicherte. Er musste sich eingestehen, dass Tom ziemlich gut aussah. Er sah ein paar Jahre älter aus, als in seinem Tagebuch. Seine Haare, die er offen trug, hingen ihm bis zu den Schultern. Er trug eine schlichte, aber stylishe schwarze Robe. Der größte Unterschied jedoch war sein Lächeln. Er sah nicht mehr angespannt und gefährlich aus, wie früher. Nein, dieses Mal sah er richtig glücklich aus.

Sich zurücklehnend, bemerkte er, dass er den ganzen Pub aus dieser Ecke beobachten konnte. Die Bar sah ziemlich leer aus, mit nur einer Hexe in einer anderen Ecke und einem Trio von Zauberern, die ein Butterbier tranken und sich über mehrere Papiere beugten. Er beobachtete, wie eine andere Person aus der Winkelgasse eintrat; eine kleine Hexe verhüllt in einem Umhang. Während er sie beobachtete, löste sich eine rote Locke aus der Kapuze und Harry fühlte, wie sich sein Magen zusammenzog.

Ginny. Die einzige Person, die Tom wiedererkennen würde. Scheiße.

Er versuchte gerade sich einen Weg auszudenken, um sie wieder rauszulocken, als Tom wieder kam.

„Scheiße, Tom, du musst dich verstecken.", zischte Harry.

„Warte, warum? Was ist los?"

„Ginny Weasley ist mir gefolgt. Sie ist gerade aufgetaucht. Tom, sie weiß, wie du aussiehst, und...oh scheiße, sie hat uns gesehen."

Tatsächlich fiel Ginnys Kapuze zurück und ihr Gesicht war ungewöhnlich blass. Ohne nachzudenken sprang Harry hoch, schnappte sich Ginny und zog sie raus nach Muggellondon.

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„Was zur Hölle tut er hier?!", zischte sie dem Dunkelhaarigen zu.

„Ähm...das ist eine lange Geschichte. Du musst mir versprechen, niemandem etwas davon zu sagen oder eine Szene zu machen oder so."

„Wie bitte? Da ist ein abgefuckter Dunkler Lord drin und du sagst, ich soll keine Szene machen?"

„Guck Ginny, es ist kompliziert. Wenn ich dir verspreche, dir drinnen alles zu erklären, kannst du dann wenigstens noch mal darüber nachdenken, ob du ausflippst oder nicht?"

Ginny war einen Moment still. „Vertraust du ihm?"

„So viel, wie ich jedem anderen auch vertraue, Ginny. Sieh mal...ich hasse es, das zu sagen, aber wenn es sein muss, dann Obliviate ich dich."

„Gut, aber ich hoffe für dich, dass es dafür eine vernünftige Erklärung gibt."

Vor Erleichterung seufzend, führte Harry Ginny zurück in den Pub.

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Ginny setzte sich hin und drehte sich zu Tom. „Also, warum sind du und Harry plötzlich so dicke zusammen?"

„Es ist eine lange Geschichte. Letzten Monat schickte Harry mir einen Brief. Es schien, als würde meine Okklumentik schwächeln während ich...beschäftigt war."

„Anders gesagt, war er damit beschäftigt jemanden zu ficken und zwar Sn..." Harry fing an zu sprechen, bevor Tom ihm seine Hand auf den Mund legte.

„Auf jeden Fall schickte Harry mir einen Brief, um mich zu fragen, ob ich ein bisschen vorsichtiger sein könnte. Ich antwortete mit einem Brief, in dem ich ihn wegen seinem Mangel an Sex verspottete. Irgendwie kam es dann dazu, dass wir anfingen über ein paar andere Themen zu reden."

Harry schnaubte.

„War da etwas, das du noch hinzufügen wolltest, Harry?"

„Nee, alles ok."

„Bist du dir sicher?"

„Jep."

„"Absolut sicher?"

"Mmm-hmm."

„Na dann. Wir haben über unsere Vergangenheit gesprochen, über offizielle Meinungen, die Zwänge die mich in den Wahnsinn trieben, über einen Größenwahnsinnigen Kerl und meine nachträgliche Rückkehr zur geistigen Gesundheit. Dann noch über Dumbledore, die Dummheit der Todesser und alles andere, was es wert war, darüber zu sprechen. Ich habe mich sogar bei ihm entschuldigt – obwohl man noch nie gehört hat, dass ich das sage. Schließlich wurden wir Freunde. Dann sah ich ein paar Dinge, die passierten..."

„Sind das dieselben Dinge, die auf Harrys Körper diese blauen Flecken hinterlassen haben?"

„Du hast sie gesehen? Ja, das waren diese Dinge. Seitdem Harry versucht einen ungesprochenen, zauberstablosen Avada Kedavra auf mich abzuschicken, werde ich jetzt wohl besser das Thema ändern. Jedenfalls schaffte ich es, Harry eine letzte geheime Nachricht zukommen zu lassen, in der ich fragte, ob er mich heute hier treffen will, wenn er von euch allen weg kommen würde. Ich nehme an, dass seine Versuche euch loszuwerden ziemlich auffällig waren?"

„Eigentlich nicht, aber ich habe geplant ein Auge auf ihn zu haben, also folgte ich ihm."

„Wisst ihr, es ist immer schön rumzusitzen und anderen Leuten dabei zuzuhören, wie sie über dich sprechen, oder findet ihr nicht?", warf Harry ein.

„Ich musste ihr doch alles erklären oder nicht?"

Harry schmollte.

Tom rollte seine Augen. „Tu das nicht...du Gör. Gut...also, wie war dein Tag?"

„ Ich hab ein paar interessante Informationen in Gringotts bekommen. Es scheint so, als hätte Sirius mich zu seinem Haupterben gemacht. Der Kobold...Geirshank?...meinte, dass sie schon eine Weile versucht haben, mich zu kontaktieren, aber Dumbledore hat sich nicht die Mühe gemacht, mich darüber zu informieren. Manchmal ist es so frustrierend mit dem Mann klar zu kommen."

Dazu nickte Ginny. „Ich weiß, was du meinst. Sei mir nicht böse Harry, aber ich habe Dumbledore einen Brief geschickt, nachdem ich reingeplatzt bin und die ganzen blauen Flecken gesehen hab...? Und...ähm...er hat einen Brief zurückgeschickt, der aussagt, dass es nichts gäbe, worüber ich mir Sorgen machen bräuchte, weil er ein Auge auf dich geworfen hat. Ich weiß, ich weiß...ich hätte mich da nicht einmischen sollen, aber ich habe mir Sorgen gemacht, und dass da etwas nicht in Ordnung ist, war ja klar. Und weil er nichts dagegen unternommen hat..."

Harry unterbrach ihr Gestotter.

„Ginny, es ist ok. Ich fände es besser, wenn du es nicht hinter meinem Rücken getan hättest, aber ich weiß ja, warum du es getan hast – es sah wohl wirklich ziemlich schlimm aus. Und kurz gesagt, verwundert mich Dumbledores Reaktion auch überhaupt nicht. Zur Hölle! Mein erster Hogwartsbrief war an den 'Schrank unter der Treppe' adressiert – er weiß also offensichtlich, dass die Dursleys mich wie Scheiße behandeln."

Da wurde er von Tom unterbrochen. „Dich wie Scheiße behandeln? Das ist ja noch milde ausgedrückt. Ich bin immer noch dabei zu planen, wie ich ihn töten kann – diese abgef Wanne voll Schweinefett, die du deinen Onkel nennst, diesen abstoßenden, widerwärtigen Verge..." Er schloss direkt seinen Mund, als er Harrys Blick sah.

„Weißt du, ich glaube es wird Zeit, dass wir uns mit deiner Mum und deinem Dad treffen, Gin. Wir werden später weiterreden, Tom." Damit stand Harry auf und lief schnell zum Eingang der Gasse. Mit dem Zauberstab an die richtigen Ziegel klopfend, lief er direkt zu Fred und George, eine verwirrte Ginny hinter ihm.

Freue mich über Kommis…

LG
Bye Moni