Autorisierte Übersetzung!
Teil 3/14
Danke für die total lieben Kommis!
Lettered by Dysperdis
3.Kapitel – Geständnisse
1.September
Ginny seufzte, als sie sich in ein leeres Abteil des Hogwarts-Expresses setzte. Seit diesem Tag in der Winkelgasse wich Harry ihr aus. Sie wusste, dass es etwas mit dem zu tun hatte, was Tom am Ende über Harrys Onkel gesagt hatte. Sie war die Unterhaltung in Gedanken etliche Male durchgegangen, konnte aber nicht herausfinden, weshalb Harry sich so von ihr zurückzog.
Jungs!, dachte sie sich, Weshalb zermartere ich mir deshalb auch den Kopf?
Sie sah auf, als Luna und Neville das Abteil betraten.
„Hey Gin. Ist es ok, wenn wir uns zu dir setzen?", fragte Neville.
„Klar, setzt euch. Wie war euer Sommer?" Ginny grinste, dankbar für die Ablenkung.
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Ron und Hermine waren beim Vertrauensschülertreffen, Harry alleine zurücklassend. Harry hatte jedoch nichts dagegen einzuwenden. Er stand seit Wochen unter Spannung und wartete schon darauf, dass Ginny herausfand, was Tom hatte sagen wollen. Er hatte echt keine Lust deswegen von ihr bemitleidet zu werden. Er rollte sich in der Ecke seines Abteils zusammen, um ein bisschen vor sich hinzudösen, als sich die Tür öffnete und er eine vertraute Stimme hörte.
„Hallo Harry!"
Harry setzte sich geschockt auf. „Professor Lupin? Was tun Sie hier?"
Remus Lupin lächelte. „Es scheint, als hätte Albus es dieses Jahr noch schwerer, einen Lehrer für Verteidigung zu finden, also bot er mir den Job noch mal an. Ich bin mir nicht sicher, wie er das gemacht hat, aber irgendwie hat er sogar das Einverständnis des Ministeriums bekommen. Also, wie geht's dir? In letzter Zeit hast du dich ja ziemlich zurückgezogen."
Harry versuchte den Werwolf anzugrinsen, schaffte es aber einfach nicht. „Ich nehme an, dass ich einfach keine Lust auf den Umgang mit Menschen hatte. Wenn ich in meinem Zimmer blieb, riskierte ich es außerdem nicht, in Ron und Hermine zu rennen, während sie knutschen." Er schaffte es, zu grinsen und lehnte sich vor, um verschwörerisch zu flüstern. „Es ist ziemlich erschreckend, sie zu beobachten. Ich frage mich immer noch, wann einer der Beiden ohnmächtig wird, weil die Luft zu knapp wird."
Remus schnaubte. „Ich hatte gehofft, noch ein kleines Nickerchen machen zu können, bevor wir ankommen. Ist doch ok für dich, oder?"
„Jep, ich wollte mich selbst grad hinlegen. Vielleicht gehe ich so Ärger aus dem Weg.", scherzte der junge Gryffindor mit einem schelmischen Grinsen.
„Tu das.", murmelte der Werwolf kurz bevor er wegdöste.
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„Also was ist da zwischen dir und Ginny?", fragte Neville als er in seinem Schrankkoffer nach einem Pyjama kramte.
Harry faulenzte auf seinem Bett, sah nach der Frage jedoch auf. „Warte, was? Woher kommt das?"
„Oh, wir saßen im Zug zusammen und immer wenn dein Name fiel, lief sie rot an und wurde ruhig. Ich denke wirklich, dass sie in dich verknallt ist."
„Quatsch. Wir hatten nur eine kleine Meinungsverschiedenheit. Seitdem reden wir nicht mehr besonders viel miteinander. Du weißt doch, wie das ist." Harry zuckte mit den Schultern und lehnte sich wieder zurück. „Gut, ich denke ich werde dann jetzt mal langsam versuchen zu schlafen. Gute Nacht."
„Nacht, Harry.", kam die Antwort.
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„Also, wir brauchen dieses Jahr zwei neue Jäger und zwei neue Treiber. Ich nehme an, wenn wir am 7. die Auswahlspiele machen, können wir anfangen zu trainieren am..." Harry hörte nicht mehr hin. Er musste sich diese Rede täglich anhören, seitdem Ron erfahren hatte, dass er der Teamkapitän des Quidditchteams war. Er konnte Rons Worte schon haargenau zitieren.
„Hörst du mir überhaupt zu, Harry?", runzelte der Rotschopf die Stirn. Er hasste es, wenn sein bester Kumpel sich so zurückzog.
Bevor er antworten konnte, kam eine Schar Eulen in die Halle geflogen und lieferte die Tagespost aus.
Harry sah hoch, gerade rechtzeitig um eine bekannte Eule zu sehen, die einen Brief für ihn fallen ließ. Harry zog die Augenbrauen zusammen, als er den Brief auffing, bevor er in seinem Müsli landen konnte. Was zur Hölle soll das bitte werden? Er kann mir doch nicht ausgerechnet HIER einen Brief hinschicken!
„Hey Harry, von wem ist der?" Hermine beugte sich vor, bereit ihm den Brief aus der Hand zu schnappen.
„Niemand bestimmtes.", sagte er, den Brief in seine Tasche stopfend. „Also jetzt in der ersten Stunde Verteidigung?"
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Verteidigung gegen die Dunklen Künste war ungewöhnlich entspannend, auch wenn sie mit den Slytherins Unterricht hatten. Professor Lupin hatte entschieden, dass es höchste Zeit war, dass die Schüler lernten, sich anständig zu duellieren. Da Lupin sich des Desasters mit dem Duellierclub Lockharts bewusst war, erklärte er den Schülern zuerst die Grundkenntnisse des Duellverhaltens bevor er sie praktisch üben ließ.
Als er den Klassenraum verließ, fühlte Harry sich zum ersten Mal seit Wochen wieder etwas besser.
Während er im Grimmauldplatz untergebracht war, hatte er keine Möglichkeit gehabt seine angestaute Energie loszuwerden und das Duellieren gab ihm die Chance etwas Dampf abzulassen. Nach einem kurzen Mittagessen rannte Harry, mit der Ausrede seinen ´Pflege Magischer Geschöpfe Text´ zu holen, hoch zum Gryffindorturm um Rons Gerede über die Auswahlspiele nicht wieder über sich ergehen lassen zu müssen.
Als er in seinem Schlafsaal war, entschied er sich dazu, nachzusehen, warum Tom ihm schrieb.
Lieber Harry,
bist du mir immer noch böse? Es tut mir leid, dass ich mich hab so gehen lassen. Ich wollte nichts im Beisein deiner Freundin...Ginny, oder?...ausplaudern.
Ich weiß, dass du mir wahrscheinlich einen Vortrag über die Risiken, dir zu schreiben halten wirst, aber ich muss mit dir reden. Es ist hier unglaublich langweilig, wenn man niemanden zum Reden hat außer diesen Idioten. Ich denke, dass Jasper rein und raus kommt, ohne große Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, aber wenn du immer noch nervös bist, kann ich auch einen anderen Weg finden, um mit dir in Kontakt zu treten.
Ach ja...meine großen Neuigkeiten! Stell dir vor, ich bin in Hogsmeade! Nächstes Hogsmeade-wochenende musst du herkommen und dir den 'neuen gutaussehenden Kerl im Honigtopf' (nicht meine Worte – ein paar nette Hexen haben ein bisschen zu laut geplaudert) ansehen. Ja, ich bediene jetzt die kleinen Gören, aber zumindest hab ich jetzt etwas zu tun. Niemand hat jemals erwähnt, dass mein ausgesuchter Job (Weltherrschaft) so unglaublich langweilig ist. Ich schwöre dir, dass es weniger von uns geben würde, wenn die Leute wüssten, wie schrecklich dumm es ist.
Grüße,
dein Freund
PS: Teile den letzten Teil des Briefes auch deiner Freundin mit. Ich habe keine Lust darauf, dass sie ausrastet, wenn sie mich im Honigtopf sieht.
Nach dem Lesen musste Harry fast in Gelächter ausbrechen. Tom musste tatsächlich total gelangweilt gewesen sein, um es überhaupt in Betracht zu ziehen, nach Hogsmeade zu kommen – und dann auch noch dort einen Job anzunehmen?! Das war irrsinnig. Immer noch wie ein Idiot am Grinsen, griff Harry sich eine Feder und ein Stück Pergament, um eine Antwort zu schreiben.
Lieber Tom
Nein, ich bin dir nicht mehr böse. Ich habe nicht mehr viel mit Ginny geredet...sie versucht immer noch rauszufinden, worüber du geredet hast und ich habe echt keine Lust, ihre Fragen zu beantworten. Ich denke, ein anderer Weg, um zu kommunizieren würde echt besser sein – natürlich nur, wenn die restlichen, die in diesen 'anderen Weg' involviert sind, sich den Umständen bewusst sind. Wenn nicht, dann solltest du sie ja vielleicht aufklären.
Ich werde Ginny von deinem neuen Job vor dem Abendessen erzählen. Ich hoffe doch, dass es unterhaltsamer ist als dein letzter Auftritt – es klingt, als könntest du etwas Abwechslung gut vertragen.
Wir sehen uns dann also am nächsten Hogsmeade-wochenende? Versuche dich bis dahin aus Ärger rauszuhalten. Ich werde dir später schreiben – ich habe jetzt gleich Unterricht.
Grüße,
Harry
Den Brief noch mal überfliegend, entschied Harry, dass er gut klang. Sobald die Tinte trocken war, rollte er das Papier zusammen und eilte zur Eulerei, in der Hoffnung, den Brief abzuschicken und trotzdem noch genug Zeit zu haben, um pünktlich bei Pflege Magischer Geschöpfe zu sein.
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Es dauerte zwei Tage, bis er wieder von Tom hörte. Nach Zaubertränke (Snape war ungewöhnlich zurückhaltend und zog während der gesamten Stunde nicht einen Punkt von Gryffindor ab) wurde Harry vom Tränkemeister gebeten, noch einen Moment da zu bleiben. Auf seinem Sitz bleibend, beobachtete Harry, wie Severus immer aufgeregter werdend auf ihn zuschritt und dann vor ihm stoppte.
„Was für ein Spiel spielen Sie?", fragte der Professor mit Feuer in den Augen.
„Ich bin mir nicht sicher, was Sie meinen, Sir.", kam die Antwort.
„Ich weiß, Sie können nicht so beschränkt sein. Briefe hin und her zu schicken mit...IHM! Was zur Hölle ist in Sie gefahren? Erkennen Sie denn nicht, wie gefährlich das ist? Was hat von Ihnen Besitz ergriffen, dass Sie so eine Sache tun?" Severus war kurz davor, anzufangen zu schreien.
„Sir, ich wollte nicht, dass irgendetwas in dieser Art geschieht! Ich war nur so frustriert!...Wissen Sie, seine Okklumentikschilde haben die Angewohnheit zu brechen, wenn er..." Harry stoppte, immer röter werdend. (A/B:Komm schon Harry, lass es raus evilsmile)
„Wenn er was? Was ist es Potter?"
„Ähm...wenn er...Sie wissen schon...intim ist...", murmelte der Gryffindor, immer röter werdend.
„Wenn er...oh!" Der Zaubertrankmeister wurde noch blasser als sonst, als er realisierte, was Harry gesehen haben musste. „Gut...dann…räusper… ist das...ein… bisschen anders." Er machte eine kurze Pause, atmete ein paar Mal tief ein und aus und schien seine Fassung wiederzugewinnen. „Aber das erklärt noch lange nicht, warum es scheint, als wären Sie mit ihm befreundet."
„Ich bin mir nicht sicher, wie es dazu kam. Es fing damit an, dass wir uns gegenseitig beleidigt haben, wir ließen uns an dem jeweils Anderen aus. Dann sah er einige Dinge, die geschahen und wurde ziemlich beschützerisch. Und jetzt...jetzt weiß ich nicht, was so wirklich los ist." Harry seufzte. „Vertrauen Sie mir, Sie sind nicht der Einzige, der verwirrt ist."
„Also haben Sie sich dazu entschlossen, dass es das Beste ist, wenn Sie dem verdammten Dunklen Lord vertrauen? Sind Sie verrückt geworden?"
„Ich vertraue ihm so viel, wie ich jedem anderen auch vertraue. Zumindest weiß ich bei ihm, wer er ist und was er tut. Soweit ich das beurteilen kann, führt er mich nicht mit einem Haufen Scheiße in die Irre, wie es andere Zauberer, die ich kenne, getan haben." Harry stand auf. „Professor, ich weiß, dass es total dumm erscheint, außerdem noch unvorsichtig und total idiotisch. Wenn Sie mich jetzt bitte entschuldigen würden, ich habe besseres zu tun, als mir von Ihnen Sachen anzuhören, die ich schon längst kenne. Sir." Damit stürmte Harry aus dem Raum. Blöder schleimiger Kerl. Denk tatsächlich, dass ich total verblödet bin.
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Beim Abendessen saß Harry nur da und stocherte in seinem Essen rum. Er war immer noch angepisst, weil Snape ihn wie einen Idioten behandelte. Ich kann auf mich selbst aufpassen! Das habe ich jetzt immerhin schon 16 Jahre getan. Harry schnaubte, als er seine Kartoffel aufspießte.
„Hey Harry. Was ist los? Ist alles ok?", fragte Hermine und beugte sich rüber zu ihrem Freund.
„Alles ok. Ich bin nur müde. Ich denke, ich werd jetzt schon mal in den Turm gehen." Harry stand auf, um zu gehen.
„In Ordnung. Wenn du über irgendetwas reden willst...ich werde auch bald oben sein.", sagte Hermine, während sie auf ihrer Unterlippe kaute.
„Mir geht's gut Hermine. Ich bin es nur nicht mehr gewöhnt, mit den Slytherins klarzukommen…das ist alles. Ich seh´ euch beim Frühstück." Er grinste sie an und verließ die Große Halle.
Er war auf dem halben Weg zum Turm, als er hinter sich eine Stimme hörte.
„Mr.Potter, auf ein Wort, wenn Sie können?"
Harry drehte sich um, um seinen Zaubertrankprofessor zu sehen, ein höhnisches Lächeln auf den Lippen. Die Augen verdrehend, folgte er seinem Professor zum nächsten, leeren Klassenraum, welchen der Professor zuerst mit einem Zauberspruch abschloss und dann schützte.
„Ich soll Ihnen das hier geben. Ich hoffe für Sie, dass Sie wissen, wo das hinführt.", spöttelte Snape, konnte aber trotzdem nicht den Kummer in seinen Augen verstecken.
„Ich bin mir sicher, dass es mir gut gehen wird, Sir. Apropos, Sie wissen nicht zufällig das Datum des ersten Hogsmeade-wochenendes, oder?", fragte Harry, seine Stimme so neutral haltend, wie er konnte.
Severus hob seine Augenbrauen. „Ich glaube das war der 14. Ich nehme an, dass ich nicht wissen will, weshalb Sie fragen?"
„Ich denke nicht, Sir. Aber ich bin mir sicher, dass Sie das bald herausfinden werden. Also wenn alles geklärt ist...?"
„Sie können gehen, Potter. Ich bin es leid, Sie zu sehen.", knurrte der Zaubertrankmeister. Verdammte Gryffindors mit mehr Mut als Gehirn. Idioten, jeder Einzelne von ihnen.
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„Was?!", kreischte Ron durch den Gemeinschaftsraum.
„Ich sagte, dass ich dieses Jahr kein Quidditch spielen werde. Lebenslanges Spielverbot, erinnerst du dich? Ich werd dir mit dem Training helfen, wenn du willst, aber ich werde nicht mitspielen.", erwiderte Harry standhaft. Er war das Ganze mit Ron schon dutzende Male durchgegangen und jedes Mal wurde er von dem Rothaarigen aufgeregt abgewürgt. Nun schien es, als würde Ron endlich verstehen.
„Aber wir brauchen dich! Mal ganz ehrlich...ohne dich sind wir doch verloren!"
„Nein, seid ihr nicht. Ginny ist ein echt guter Sucher. Und ich hab ja schon gesagt, dass ich dir beim Training helfe und so. Es wird schon werden – das heißt nur, dass ihr dieses Jahr etwas mehr um den Pokal kämpfen müsst." Damit widmete Harry sich wieder seinem Tränketext, in dem er über aussehensverändernde Tränke las.
„Während der bekannteste aussehensverändernde Zaubertrank, der Vielsafttrank, einer Person erlaubt das Äußere eines anderen Individuums anzunehmen, gibt es noch andere Tränke, wie den ´abeo-vulto-Trank´, die einem erlaubt, das Äußere einer völlig neuen Person anzunehmen. Dies geschieht durch die Veränderung der Gesichtszüge, wie die Augenfarbe oder die Kopfform, aber auch durch Änderung der Haarfarbe und -länge..."
Harry sah hoch, gerade rechtzeitig, um noch zu sehen, wie ein angepisster Ron hoch in ihren Schlafsaal stürmte und den Rest der Gryffindors geschockt im Gemeinschaftsraum zurückließ.
Ginny, die am Kamin saß, drehte sich zu Harry. „Also ich nehme an, wir müssen dieses Jahr unsere Hintern hochkriegen und ordentlich trainieren." Sie grinste und stand auf.
„Hey Harry. Hast du vielleicht 'ne Minute? Ich muss mal mit dir reden."
„Ja, ich denke schon. Wir haben noch etwas Zeit bis zur Ausgangssperre. Sollen wir raus gehen?"
„Sicher, hört sich gut an." Die Zwei gingen Richtung Portraitloch und ignorierten die rüden Geräusche, die von bestimmten männlichen Klassenkameraden kamen.
Als sie draußen waren, wandte sich Ginny an Harry.
„Also, warum bist du mir aus dem Weg gegangen? Du hast seit August kaum zwei Worte mit mir gesprochen und dann auch nur, um mir zu sagen, dass dein Freund in Hogsmeade arbeitet. Was ist los?"
„Sieh mal...der letzte Sommer war...kompliziert. Eine Menge Zeug ist passiert und ich möchte über das Meiste davon wirklich nicht reden. Ich hab echt keine Lust Fragen darüber zu beantworten und ich bin mir sicher, dass du geplant hast, welche zu stellen." Harry ließ sich gegen die Wand plumpsen. „Ich habe nicht versucht dir weh zu tun oder so, Gin...du bist meine Freundin. Ich bin nur frustriert wegen dem ganzen Zeug, das passiert. Ich nehme an, zu versuchen mich zu isolieren ist nicht die beste Idee gewesen, oder?" Harry lächelte. „Also, wie behandelt das Leben meine kleine Ersatzschwester so?"
„Kleine Schwester? Ist das alles, was ich für dich bin?", fragte Ginny gespielt empört. Harry nickte verschwörerisch. Ginny piekte ihm in die Seite und lehnte sich dann neben ihn an die Wand.
„Deine kleine Schwester hat sich gelangweilt. Hermine war das einzige Mädchen, das nicht total abgedreht war und jetzt ist sie mit Ronniekins zusammen und ich kriege nicht mal mehr zwei Wörter aus ihr heraus. Also steckte ich bei dieser abgedrehten Gruppe fest ... es war wirklich total schrecklich." Ginny seufzte und rutschte die Wand runter, sodass sie nun saß und ihre Knie umarmte. Nach einem Moment rutsche auch Harry runter, um neben ihr zu sitzen. „Natürlich gibt's dann da noch die Kerle. Also ehrlich, hast du jemals versucht etwas Verstand in sie hineinzuprügeln? Vielleicht solltest du Dean und Seamus mal sagen, dass sie aufhören sollen so zu tun, als würden sie nichts miteinander haben und Luna und Neville zusammen im Raum der Wünsche einsperren, bis einer den anderen fragt, ob sie nicht mal miteinander ausgehen sollen. Es ist einfach alles total irritierend. Und die Kerle in meinem Jahr...die möchte ich jetzt am Liebsten gar nicht erst erwähnen. Ich meine...sie sind alle dick und total grob! Es ist so, dass du der einzige Typ in Gryffindor bist, der es vom Aussehen und Charakter her wert wäre – es ist zu schade, dass du schwul bist."
Harry zischte aufgebracht. „Ich bin nicht schwul! Verdammt, warum sagen die Leute das alle nur?" (A/B: nu ja Harry, das hier ist eine slash-ff… òO lol)
Ginny dachte einen Moment nach. „Gut, es könnte ja etwas damit zu tun haben, dass du deinen Freund im Tropfenden Kessel erst mal genauer unter die Lupe genommen hast. Oder die Tatsache, dass ich ein ziemlich interessantes Buch unter deiner Matratze gefunden habe." Das Mädchen grinste teuflisch und duckte sich unter Harrys ausgestreckten Händen weg.
„Was zur Hölle suchst du unter meiner Matratze?", schrie Harry, nochmals nach seiner rothaarigen Freundin greifend.
„Mir war langweilig. Wenn du denkst, dass das schlimm ist, dann solltest du erst mal sehen, was Ron unter seiner hat!" Ginny quiekte, als Harry sie zu packen bekam und sie gnadenlos durchkitzelte.
„Oh Gott. Ich habe Angst zu fragen. Bitte erzähl's mir nicht. Ich bin mir sicher, dass ich das gar nicht wissen will." Harry stoppte schwer atmend. Er hatte es vermisst, einfach mal rumzualbern und Ginny erinnerte ihn daran, was er in den letzten Monaten alles verpasst hatte.
„Hey, Elend muss man teilen und seitdem ich fürs Leben gezeichnet bin, solltest du es auch sein.", keuchte Ginny. „Er hat Fotos von Hermine. Aufgenommen im Grimmauldplatz. In verschiedenen Positionen."
Harry stand einfach nur wie eingefroren da, einen geschockten Ausdruck auf dem Gesicht. „Oh, in Ordnung. Seitdem wir unsere Ängste teilen, willst du doch bestimmt auch wissen, was mich dazu brachte den ersten Brief zu schreiben, oder?" Er lehnte sich vor, um dem jüngeren Mädchen etwas ins Ohr zu flüstern.
Der Ausdruck auf Ginnys Gesicht war unbezahlbar. (A/B: muahahaha….)
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Es war das erste Hogsmeade-wochenende und Harry war nicht nur etwas aufgeregt. Er wollte es nicht zugeben, aber die Aussicht Tom wieder zu sehen war erheiternd. Keine sorgfältig verschlüsselten Briefe, keine Blicke von Snape und keine Angst mehr von dem alten Wasserhuhn entdeckt und somit auch gestoppt zu werden – nur für Harrys Bestes natürlich.
Ja, Harry war mehr als begeistert, zumindest bis er versuchte zu gehen.
„Es tut mir leid, Mr.Potter, aber Ihr Formular ist nicht länger gültig." Professor McGonagall sah zu Harry, die Lippen fest aufeinander gepresst.
„Was? Aber Sirius hat doch unterschrieben-"
„Das ist das Problem. Unglücklicherweise ist das Formular legal nicht länger gültig. Es tut mir leid, Mr.Potter, wirklich, aber ich kann Sie nicht gehen lassen. Vielleicht finden wir für das nächste Hogsmeade-wochenende eine andere Möglichkeit."
Ginny schnappte sich Harrys Arm. „Verdammt Harry, das tut mir leid. Willst du, dass ich ihm eine Nachricht bringe, oder...?"
Harry wandte sich an Ginny und zog sie zur Seite. „Geh zum Honigtopf und sag ihm, er soll in den Keller gehen. Ich werde sobald ich kann, da sein." Ginny nickte mit großen Augen.
„Sei vorsichtig, Harry."
„Werde ich, Gin. Mach dir keine Sorgen um mich. Geh jetzt und hab Spaß. Bei mir ist alles ok." Harry grinste seine Ersatzschwester an.
Ihr noch einmal zunickend, machte er sich auf dem Weg zum Gryffindorturm, wo er sich seinen Umhang und die Karte der Rumtreiber schnappte. Einen kurzen Blick auf die Karte werfend, machte er sich auf den Weg zur einäugigen Hexe.
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Tom lief im Keller hin und her. Wo ist er? Wurde er geschnappt? Er wollte gerade wieder nach oben gehen und Ginny fragen, ob sie sich sicher war, dass Harry kommen wollte, als er in der Dunkelheit ein Geräusch hörte.
„Harry? Bist du das?", fragte er versuchsweise.
„Nein Tom. Es ist ein anderer Sechstklässler, der sich dazu entschieden hat, den Geheimweg zum Honigtopf zu nehmen." Harry schüttelte den Kopf, bevor er realisierte, dass er immer noch unter dem Unsichtbarkeitsumhang war, welchen er nun auszog und in seine Tasche steckte.
„Denkst du, du könntest uns hier etwas Licht machen, Tom?"
„Ja, klar, tut mir leid." Tom grinste schüchtern. In seinem Kopf konnte er eine Stimme schreien hören. Was ist los mit dir? Bei Salazar! Du bist verdammt noch mal ein Dunkler Lord! Du sollst nicht jedes Mal schwach werden, wenn du ein hübsches Gesicht vor dir hast! Den Kopf schüttelnd, drehte er sich zu dem jüngeren Mann und grinste. „Das Symbol für das Licht und das Gute, was zudem noch sehr clever und niedlich ist, schleicht sich aus der Schule? Tze, tze. Ich glaube, da hat jemand einen sehr schlechten Einfluss auf dich."
Sich auf eine Kiste setzend, grinste Harry zurück. „ Jep, und du kannst nicht einmal die Verantwortung dafür übernehmen. Ich kenne diesen bestimmten Geheimweg von den Herren Moony, Wurmschwanz, Schnuffel und Krone."
„Wurmschwanz, wie in 'die verdammte Ratte'?", fragte Tom, sich neben den jungen Mann setzend.
„Unglücklicherweise."
Die beiden Männer wurden ruhig; unsicher, was sie als nächste sagen könnten.
Harry brach die Stille zuerst.
„Also, ich frage mich, und du musst auch nicht antworten, wenn du nicht willst, aber was genau war das zwischen dir und Snape?"
Tom wurde rot. „Die Wahrheit? Das Ergebnis von zu viel Feuerwhisky. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass wir beide rumsaßen und meckerten, dass wir so lange nicht mehr flachgelegt wurden. Dann stellten wir klar, dass wir beide Singles, scharf und schwul waren...also warum nicht?"
Harry schnaubte. „Und du nervst mich wegen meinem Sexleben...verdammter Angeber."
„Hey...vielleicht bin ich ein Angeber, aber trotzdem wurde ich schon öfters flachgelegt als du. Außerdem bin ich jetzt beleidigt.", kam es von Tom, der so tat, als wäre er verletzt.
„Ja, ja...jeder wird öfter flachgelegt als der arme Harry. Streu ruhig Salz in die Wunde."
„Warum gehst du denn nicht mit diesem Ginny-Mädchen aus? Ihr scheint euch nahe zu stehen."
„Das ist das Problem. Sie ist wie meine kleine Schwester. Sie würde hocherfreut sein, wenn sie jemanden für mich finden würde...sie hat schon jeden anderen in meinem Schlafsaal verkuppelt."
„Tom kicherte. „Und mit wem, denkst du, will sie dich verkuppeln?"
Harry rollte mit den Augen. „Nur Gott weiß das. Ich habe Angst, zu fragen. Ich liebe sie, wirklich, aber ich werde ihr nicht noch eine Ausrede geben, um sich in mein Liebesleben einzumischen. Weißt du...sie hat sich dafür entschieden, unter meiner Matratze nachzugucken, was für eine Art Porno ich so lese. Natürlich hat sie dabei dein Geburtstagsgeschenk für mich gefunden – welches ich nebenbei wirklich klasse finde, also versteh mich nicht falsch – und nun versucht sie einen netten Typen für mich zu finden. Ich denke aber nicht, dass das eine gute Idee ist, vor allem nicht in Hogwarts. Ich habe echt keine Lust darauf, mich bald auf der Titelseite des Tagespropheten zu sehen, weil die falschen Leute etwas rausgefunden haben."
„Ach ja...ich habe deine geliebte Fangemeinde vergessen. Also, wenn du dir über die ganzen Idioten auf der Welt keine Gedanken machen müsstest, mit wem würdest du dann zusammen sein wollen?"
„Ehrlich gesagt, habe ich keine Idee. Ich hab das Thema bis jetzt eher vermieden und das aus guten Gründen. Es sollte jemand sein, der ehrlich zu mir ist. Jemand, der nicht 'den verdammten Jungen-der-lebt' sieht. Jemand, der mich nicht drängt etwas zu tun, auch wenn die Mehrheit der Bevölkerung will, dass ich es tue. Na ja...so in der Art sollte die Person dann schon sein." Harry seufzte und lehnte sich an den Stapel an Kisten hinter ihn. „Jetzt weißt du, was ich will...wie sieht's mit dir aus?"
Tom sah rüber zu Harry und dann auf seine Füße. „Das ist schwierig. Zur Zeit würde ich sagen, jemand der mich dazu bringt, für ihn zu kämpfen. Jemand, der nicht mit mir schläft, weil er sich davon etwas mehr Macht verspricht. Jemand, der sich um mich sorgt und nicht Angst davor hat, was ich vielleicht tun könnte. Unglücklicherweise habe ich das ja selbst schon so ziemlich verbockt. Manchmal ist es verdammt deprimierend. Ich schwöre dir, es ist, als wäre ich Jahre durch Nebel gelaufen. Wenn ich jetzt zurückschaue, will ich nur noch wieder zurück und mir selbst in den Hintern treten. Ich fühle mich, als ob alles, was passiert ist, seitdem ich ungefähr 15 war oder so, jemand anderem passiert ist. Und dieser Teil von mir – der Teil, der die ganze Macht wollte, der die Welt regieren wollte, der dich verletzen wollte – fing an zu sterben, seitdem ich meinen Körper wieder habe. Ich will nur Tom Riddle sein, verdammt! Nicht irgendein verfickter Dunkler Lord, nur ein normaler Kerl." Tom seufzte.
„Tut mir leid, ich wollte dir gegenüber nicht so laut werden, aber ich bin einfach total frustriert. Ich weiß echt nicht, was ich tun soll. Ich muss immer noch als der Dunkle Lord auftreten, ansonsten würden diese Idioten wie Bellatrix zügellos rumrennen. Erinnerst du dich, wie du in einem Brief geschrieben hast, dass es einen Gott gibt und der dich gerne beim Leiden beobachtet? Genauso habe ich mich im vergangenen Jahr gefühlt."
Der ältere Mann lehnte sich zurück an die Kisten und schloss die Augen. Verdammt, ich wollte das Alles gar nicht sagen. Jetzt habe ich ihn wahrscheinlich abgeschreckt. Ich würde es ihm nicht übel nehmen, wenn er plötzlich gehen müsste. Immerhin möchte ja niemand etwas mit so jemandem wie mir zu tun haben. Selbst wenn er mir glauben würde, was er wahrscheinlich eh nicht tun wird...
Er stoppte seinen innerlichen Monolog, als er eine Hand auf seinem Arm fühlte. Er sah, dass Harry sich so gedreht hatte, dass er ihm jetzt genau ins Gesicht sehen konnte. Bebende grüne Augen trafen auf blasse Blaue. Harry legte seinen freien Arm um Tom und umarmte ihn fest.
„Es ist ok, Tom. Ich bin für dich da, egal wann du mich brauchst."
Damit tat Tom Marvolo Riddle etwas, das er nicht mehr getan hatte, seit er 15 war.
Er weinte.
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Sooo… schon wieder vorbei….
Hoffe, es hat euch wieder gefallen und ihr lasst ein kleins Kommi da….
Bis Montag!...
LG
Bye
Moni
