Autorisierte Übersetzung!
Teil 4/14
Lettered by Dysperdis
4.Kapitel – Reaktionen
14.September
Damit tat Tom Marvolo Riddle etwas, das er nicht mehr getan hatte, seit er 15 war.
Er weinte.
Harry hielt den älteren Mann, während dieser weinte. Als die Schluchzer langsam wieder verebbten sah Tom hoch zu dem jungen Gryffindor.
„Warum vertraust du mir? Ich habe dir nie einen Grund dazu gegeben. Alles was ich getan habe, war dich zu verletzen."
Harry lächelte, wurde leicht rot und berührte seine Narbe. „Eigentlich hab ich ja geschummelt. Ich kann deine Gefühle fühlen und merke, wenn du mich anlügst. Zuerst bemerkte ich es, weil ich fühlte, wenn du angepisst bist. Aber nach einer Weile konnte ich auch deine etwas tieferen Gefühle spüren. Wenn du also lügst, passen deine Gefühle nicht zu deinen Worten."
Tom schnaubte. „Das passt ja. Ich versuche dich zu töten und erreiche damit, dass du zu einer Art Lügendetektor wirst. Und da verschwindet meine krönende Tat." Er ließ seinen Kopf zurück auf Harrys Schulter fallen. „Weißt du, dass du ziemlich gemütlich bist? Ich denke nicht, dass ich mich in nächster Zeit hier wegbewegen werde. Dir bleibt wohl nichts anderes übrig, als hier zu bleiben."
Harry rollte mit den Augen, holte seinen Zauberstab raus und sprach einen stillen tempus. Als er auf die rauchige Uhranzeige sah, die auftauchte, bemerkte er, dass er noch mehrere Stunden hatte, bevor er vermisst werden würde.
„Das ist ok für mich. Obwohl...solltest du nicht arbeiten?"
„Wer, ich? Nicht wirklich. Heute ist mein freier Tag, ich habe dem alten Mann nur gesagt, dass ich hier etwas rumhängen will, um einen Freund aus Hogwarts zu treffen. Er hat wahrscheinlich schon vergessen, dass ich hier bin. Außerdem...ist er mir...ähm... wohl gesonnen, wenn du weißt, was ich meine."
Harry hob eine Augenbraue. „Ein Unterstützer im Schatten von Hogwarts? Scheint mir ziemlich riskant zu sein."
„Also eigentlich ist er auch mehr ein Unterstützer seines Bruders, der zufällig ein Todesser ist. Beziehungen sind wahrhaftig immer von Nutzen." Harry schnaubte. „Hey...das stimmt! Hast du nie von dem Sprichwort 'Es zählt nicht, was du weißt, sondern wen du kennst' gehört? Zur Hölle, ich habe Jahre nach diesem Satz gelebt, zumindest bis Lucius' Hintern nach Askaban befördert wurde."
„Ja, gut...aber er hat´s verdient. Er ist ein totaler Dreckskerl, außerdem hat er Ginny im 2. Jahr fast gekillt."
„Ich habe nie gesagt, dass er kein Dreckskerl ist. Und ja, er hat's verdient. Aber Draco tut mir leid. Der Junge hatte noch nie eine Chance."
„Mmm-hmm", sagte Harry, ein Gähnen unterdrückend. „Hey Tom, es ist ja nicht so, dass du uninteressant bist oder so, aber ich muss mich bewegen, sonst penn ich noch ein."
„Jaja...nimm mir ruhig mein Kissen weg.", grummelte Tom, sich aufsetzend. Harry stand auf und streckte sich.
Plötzlich stand auch Tom auf. „Hey Harry, willst du was essen?"
Harry sah rüber zu Tom. „Ähm...klar, ich denke schon."
„Großartig. Bleib hier, ich bin gleich zurück."
Tom grinste und stieg die Treppen hoch in den Hauptladen.
Harry schüttelte nur den Kopf und lief dahin zurück, wo er vorher saß. Tom war schon komisch. Verwirrend. Es war, als würde er versuchen mehr als fünfzig Jahre mörderische Verrücktheit in so wenig Zeit wie möglich wieder gut zu machen. Obwohl er ja schon süß war... Hör auf damit!, ermahnte ihn seine innere Stimme. Tom braucht jetzt einen Freund und keinen Hormongesteuerten Teenager! Harry seufzte und fragte sich, wann sein Bewusstsein angefangen hatte sich wie Hermine anzuhören.
Tom kam die Treppe wieder runter, die Arme voll mit Süßigkeiten. „Einer der Vorteile, in einem Süßigkeitenladen zu arbeiten.", sagte er mit einem Grinsen, „so viel Naschzeug, wie in deinen Bauch passt."
Harry gluckste und griff nach einem Schokofrosch. Es öffnend stopfte er sich den Frosch in den Mund, bevor er sich die Karte ansah. „Hey, es ist das alte Wasserhuhn." Tom sah auf und schnaubte.
„Du weißt, dass er einen Anfall bekommen würde wenn er wüsste,wo du gerade bist, oder?" Harry dachte einen Moment darüber nach und begann zu lachen.
„Dann würde es sich sogar auszahlen, sein Gesicht zu sehen." Tom begann ebenfalls zu lachen.
Die Beiden saßen da, aßen Süßigkeiten und alberten herum, bis Harry gehen musste.
Nachdem Harry durch den Geheimgang wieder zurückgegangen war, setzte Tom sich auf die Kisten und lächelte.
Merlin, dieser Junge ist echt was Besonderes.
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Severus Snape hat in seinen 38 Jahren auf der Erde schon viel gesehen, aber noch niemals so etwas wie das. Der Dunkle Lord... summte! Und während er summte, zierte ein großes, dümmliches Grinsen sein Gesicht! Und das Schockierendste von Allem war, dass der Mann, dessen Name die ganze Zaubererwelt erzittern ließ, der verantwortlich für mehr Chaos und Zerstörung war, als Severus es sich vorstellen konnte, gerade eben gekichert hatte! An dieser Situation war etwas Entscheidendes falsch und der Zaubertrankmeister konnte sich schon denken, was es war.
„My Lord, wie ergeht es Ihnen in Ihrem neuen Körper?"
„Absolut wundervoll. Severus, du bist ein echter Wundererzeuger!" Der Dunkle Lord grinste.
„Und...ich nehme an, alles andere läuft auch gut?"
„Ja, ja. Es könnte nicht besser sein."
„In Ordnung, My Lord. Gibt es da noch etwas, was ich für Sie tun kann, bevor ich ins Schloss zurückkehre?"
„Ja, tatsächlich gäbe es da etwas. Ich habe einen neuen Brief – würdest du so nett sein und ihn abliefern?"
„Natürlich, My Lord."
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Mr.Potter, auf ein Wort, wenn es Sie nicht stört."
Harry, der auf dem Weg zum Mittagessen war, stöhnte. Er war nicht in der Stimmung für eine erneute Predigt von Snape. Also wirklich, der Mann predigte jedes mal wenn er einen Brief ablieferte dasselbe! Er könnte ja zumindest etwas abwechslungsreicher sein.
Harry drehte sich um und folgte seinem Zaubertränkeprofessor, der sich auf den Weg zum nächsten leeren Klassenraum machte.
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Draco Malfoy hatte einen schlechten Tag. Zuerst wurde er gezwungen sich mit Pansy Parkinson abzugeben, die schon, seit sie acht waren, ihre Hochzeit plante. Wenn er schon dazu gezwungen wurde, ein langweiliges Weib zu heiraten, dann sollte es wenigstens ein attraktives langweiliges Weib sein! Danach hatten Crabbe und Goyle versucht, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Das war immer eine Tortour. Und nun, endlich, konnte er vor all diesen Idioten flüchten, indem er sich in einer Ecke eines Klassenraumes versteckte. Wer kommt natürlich genau in diesen Raum rein?!... Sein Hauslehrer mit dem goldenen Jungen von Gryffindor! Zumindest bekomme ich hier ja vielleicht etwas Unterhaltung, dachte er sich.
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Snape legte schnell ein paar Zauber auf die Tür, bevor er sich zu Harry drehte und explodierte.
„Potter, was genau läuft da zwischen Ihnen beiden?", brüllte Snape, während er näher schritt. „Zuerst muss ich Briefe hin und her liefern wie eine verdammte Brieftaube und dann gehe ich ins Riddle Haus um Bericht zu erstatten und finde einen summenden Dunklen Lord vor. Summend, Potter! Der Dunkle Lord summt nicht und genauso wenig läuft er mit einem großen dummen Grinsen im Gesicht durch das Anwesen. Er ist so seit dem letzten Hogsmeade-Ausflug letzten Samstag. Ich weiß, dass Sie nicht im Schloss waren, aber was genau ist passiert?!"
„Nichts! Ich meine, wir saßen nur rum, haben ein bisschen geredet, er hat rumgeschnauzt, dann drehte er etwas über und wir saßen wieder da rum und haben geredet. Das ist alles!"
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Draco Malfoy fiel fast vornüber, als er die Bedeutungen des Gesprächs verstand. Potter und der Dunkle Lord – reden? Verbringen Zeit zusammen? Er war so in seine Gedanken vertieft, dass er nicht die gefährliche Menge an Druck bemerkte, die er auf das Bücherregal ausübte.
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CRASH
„Was zur Hölle?", schrie Harry.
„Wer ist da?" Severus rannte zum umgestürzten Bücherregal. Zwischen all den verteilten Büchern und Splittern saß ein eingeschüchterter Draco Malfoy.
„Was zur Hölle tun Sie hier? Verdammter Idiot!", schrie Severus den zusammengekauerten Blonden an. „Rumschleichen und lauschen, was sind Sie? Ein Kind? Sie können froh sein, dass ich es bin, der Sie erwischt hat!" Tief einatmend redete er weiter, jedoch viel leiser. „Es wäre besser für Sie, wenn Sie das eben gehörte schnellstens wieder vergessen, junger Malfoy. Wenn etwas davon an die Öffentlichkeit gerät, kann ich nicht mehr für Ihre Sicherheit garantieren. Und nun gehen Sie mir aus den Augen!"
Das musste man Draco nicht zweimal sagen. Auf die Füße kommend machte er sich auf den Weg durch die Tür und das in Rekordzeit.
„Sind Sie sich sicher, dass er es für sich behalten wird?", fragte Harry beunruhigt.
„Er ist ein Slytherin, Potter. Er wird es für sich behalten, wenn auch nur wegen seines Selbsterhaltungstriebes. Er weiß, was ihn ansonsten erwartet."
„Also Tom rennt wirklich grinsend durch die Gegend?"
Severus rollte mit den Augen. „Ja, Potter. Er wandert rum mit einem großen, blöden Grinsen, das wie Ihres aussieht. Hier, er wollte, dass ich Ihnen das gebe."
Harry nahm den Brief entgegen. „Danke sehr, Sir! Wenn das alles ist, werde ich mich wieder auf den Weg machen?"
„Ja, Ja Potter. Verschwinden Sie."
Severus schüttelte den Kopf als er den Gryffindor beim Weggehen beobachtete, den Kopf in den Wolken. Er war tatsächlich umgeben von totalen Idioten.
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„Hey Ginny!", rief Harry ihr zu, als er in den Gemeinschaftsraum trat. Die Rothaarige drehte sich zu ihrem Freund und lächelte.
„Hey, was ist los?" Sie sah Harry von oben bis unten an und bemerkte das Grinsen, das sein Gesicht zierte.
„Oh, nicht viel. Kann ich kurz mit dir allein reden?"
„Ja, klar. Lass mich nur eben meine Sachen packen. Eulerei?"
„Klingt gut, ich treff' dich da." Harry hüpfte praktisch schon aus dem Gemeinschaftsraum und brachte somit Ginny zum Grinsen. Oh ja...er muss definitiv teilen.
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„Also, raus damit. Was bringt dich so zum rumhüpfen?" Ginny grinste ihren Ersatzbruder an. Sie hatte ihn schon lange nicht mehr so glücklich gesehen – genauer gesagt nicht mehr seit Sirius gestorben ist.
„Oh, nicht viel. Scheinbar läuft Tom seit Samstag wie ein Idiot summend und grinsend durch die Gegend...ach ja, und Draco Malfoy hat eine Heidenangst vor mir. Das war heute echt ein guter Tag."
„Warte...noch mal." Ginny runzelte die Stirn. „Wie war das mit Malfoy?"
„Oh, er belauschte ein Gespräch zwischen Snape und mir und kippte ein Bücherregal um, als er hörte, dass ich Zeit mit Tom verbringe. Und jetzt hat er Angst vor mir, weil er denkt, dass ich Tom auf ihn ansetze, wenn er mich schief anguckt." Ginny fing an zu lachen und konnte sich nicht mehr beruhigen.
„Und was ist mit Tom?"
„Das weiß ich nicht wirklich. Er hat mir einen Brief geschickt. Ich werde es dir sagen, wenn ich ihn gelesen habe." Ginny sah rüber zu Harry. Hmm...vielleicht tun sie sich ja gegenseitig gut. Ich frage mich... Harry bemerkte den Blick, mit dem sie ihn ansah.
„Ok Ginny, was ist los?"
„Was ist was?" Ginny lächelte unschuldig. Harry, der dieses unschuldige Lächeln schon zur Genüge kannte, kaufte ihr den Trick nicht ab.
„Was auch immer du planst...plan mich nicht mit ein." Ginny schmollte, während Harry nur lachte und seinen Arm um ihre Schulter legte. „Komm schon, Gin. Es ist ein wunderschöner Tag. Ich bin mir sicher, dass du bessere Dinge zu tun hast, als mein Leben zu planen."
Ginny lächelte nur.
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„Hey Potter, wir müssen reden." Harry sah sich nach der Quelle der Stimme um und als er sie endlich gefunden hatte, nickte er.
„Kann ich dir helfen, Malfoy?" Harry stand auf und erntete dafür geschockte Blicke von Ron und Hermine. Das Trio war in der Bücherei und arbeitete an einem Kräuterkunde-Aufsatz. Rons geschockter Gesichtsausdruck verwandelte sich schnell in einen finsteren Blick.
„Verschwinde Malfoy, wir sind hier beschäftigt."
„Oh, das ist aber nicht nett. Ich möchte nur kurz Potter sprechen. Alleine." Rons Gesicht begann sich rot zu verfärben und er wollte gerade wieder eine böse Bemerkung machen, als Harry dazwischen fuhr.
„Gut, mach aber schnell. Ich hab ja nicht den ganzen Tag Zeit." Ron und Hermine konnten nur gaffen. „Macht euch keine Sorgen, ich bin gleich wieder zurück." Harry rollte mit den Augen, als er Draco in eine verlassene Ecke der Bibliothek folgte.
Schnell einen Privatsphäre-Zauber gesprochen und Draco drehte sich zu dem Gryffindor. „Ich will einen Waffenstillstand. Keine Kämpfe mehr, keine Tricks, keine gegenseitigen Hänseleien, nur einen Waffenstillstand. Wir können aufhören uns zu bekriegen und ich kann sogar aufhören, deine Freunde zu beleidigen.", stammelte Draco nervös.
Harry schnaubte. „Und das hat nichts mit einer gewissen Unterhaltung zu tun, die du gestern belauscht hast? Sag mir, würdest du immer noch einen Waffenstillstand zwischen uns wollen, wenn du das gestern nicht gehört hättest?"
Draco errötete. „Sieh mal...es tut mir leid, dass ich gelauscht habe. Ich schwöre, dass es nicht mit Absicht war. Ich habe nur versucht, einigen Idioten aus dem Weg zu gehen." Er blickte rüber zu Crabbe und Goyle, die nicht allzu weit entfernt standen. „Ich, ich habe nicht geplant es jemals jemandem zu sagen. Denk einfach mal drüber nach, ok?"
„Wir werden sehen.", kam Harrys Antwort, als er zurück zu seinen Freunden lief.
Hermine wartete bis Harry sich hinsetzte, bevor sie die erwartete Frage stellte: „Also, was wollte er?"
„Einen Waffenstillstand." Ron schnaubte und Hermine sah verwirrt aus.
„Der Kerl will also wirklich einen Waffenstillstand?! Das ist der größte Haufen Scheiße, den ich jemals gehört habe." Hermines Ellbogen in seinen Rippen ignorierend, fuhr er fort. „Hast du ihm gesagt, wo er sich das hinstecken kann?"
„Eigentlich nicht, nein. Ich denke, er meint es ernst. Ich lasse ihn ein bisschen zappeln, bevor ich ihm die Antwort gebe, aber ich denke es ist eine gute Idee. Zumindest ist es eine Person weniger, gegen die ich kämpfen muss."
„Was? Du weißt doch, dass er wahrscheinlich zu V-Voldemort gehört. Das ist wahrscheinlich eine Art Trick...um dich einzulullen, dann zu entführen und dann zum Teufel persönlich zu bringen!"
„Oder vielleicht hat er ja einfach keine Lust mehr zu kämpfen. Immerhin streiten wir schon seit wir 11 sind über die gleichen dummen Sachen...es ist Zeit Erwachsen zu werden."
„Wie auch immer, Kumpel. Erwarte nur nicht von mir, dass ich ihn mag oder so was." Ron seufzte und wandte sich wieder seinem Aufsatz zu.
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Harry und Ginny erwarteten Malfoy beim Mittagessen.
„Hey Malfoy, wir müssen reden." Malfoy guckte Ginny komisch an, folgte den beiden jedoch aus der Halle in einen verlassenen Klassenraum. Harry holte die Karte der Rumtreiber raus und ging sicher, dass der Raum leer war, dabei ignorierte er Malfoys fragende Blicke. Erst als er das getan hatte, entspannte er sich etwas.
„Also was tut sie hier?" Draco war verblüfft. Es gab keine Möglichkeit, dass ein Weasley in diese Sache verstrickt war, oder?
„Du wirst es ja sehen. In Ordnung Malfoy. Was genau willst du eigentlich?"
Draco sah Ginny an und Harry nickte. „Sie weiß schon alles."
Tief einatmend begann der Blonde. „Ich will einen Waffenstillstand. Kein Streit. Keine Rangeleien. Keine bösen Namen. Und," er stoppte einen Moment, „falls es doch zu einem Kampf kommen sollte, dann wird niemand hineingezogen. Und wenn wir uns wieder beruhigt haben, dann ist der Streit vorbei."
„Anders gesagt, willst du keinen Dunklen Lord im Nacken sitzen haben, falls wir uns Streiten." Draco nickte.
„Und für wen gilt dieser Waffenstillstand?"
„Für dich und deine Freunde, Granger und Weasley, und ich nehme an, Ginny hier auch." Harry nickte. „Und auf deiner Seite?"
„Für mich natürlich und für Crabbe und Goyle. Der Rest der Slytherins würde keinen Waffenstillstand einhalten, aber ich bin so etwas wie ein Vorbild und sie werden sich benehmen. Also, ist das ein Deal?", fragte Draco und streckte seine Hand aus.
„Ja, ich denke schon." Harry nahm Dracos Hand an und schüttelte sie.
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Hermine runzelte die Stirn. „Also Harry, als du dich dazu entschlossen hast mit Malfoy einen Waffenstillstand festzulegen, bei was hast du da genau zugestimmt?"
Harry zählte von seinen Fingern ab. „Kein Streit. Keine Rangeleien. Keine bösen Namen. Und falls es doch mal zu einem Streit kommen sollte, dann klären wir das sofort und ziehen niemanden mit in die Sache rein."
Hermine nickte. „Ich denke, damit können wir alle leben." Harry lächelte. Er war sich nicht sicher gewesen, wie seine Freunde die Neuigkeiten aufnehmen würden. In letzter Zeit war er ihnen nicht mehr so nah, wie sie es eigentlich waren und er konnte nicht mehr erkennen, was sie gerade dachten.
Ron sah neugierig auf. „Was passiert wenn er seinen Teil der Abmachung bricht?"
Harry grinste. „Vertraue mir Ron, das wird er nicht tun."
Ron schüttelte nur den Kopf und widmete sich wieder seinem Teller. „Ihr seid doch alle ein Haufen Idioten."
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Harry lächelte als er den Brief, den Snape ihm etwas früher am Tag gegeben hatte, noch einmal las. Tom langweilte sich wieder einmal und konnte es kaum erwarten, dass Harry ihn besuchen kam. Dabei erwähnte er auch noch nebenbei, dass Harry, mit seinem Wissen über Hogwarts, nicht bis zum nächsten Hogsmeade-Wochenende warten musste, bis er Tom besuchen konnte. Harry schnaubte bei der Seltsamkeit der Situation. Er war in einer der sichersten Schulen auf der Welt, wo er abgeschirmt wurde um vor einem Dunklen Lord sicher zu sein. Jedoch brach er sozusagen aus, um sich genau mit diesem zu treffen, weil der sich langweilte. Ohne dass die Schule davon wusste, natürlich. Er war immer noch am Grübeln, als er Geschrei aus dem Gemeinschaftsraum hörte. Er stopfte den Brief in seinen Koffer und rannte runter, um zu sehen was da los war.
Er war geschockt als er sah, dass Ron mit einem wutverzerrten Gesicht Seamus und Dean anschrie.
„Ihr verdammten Perverslinge! Was zur Hölle stimmt mit euch denn nicht? Oh mein Gott, ich lebe in einem Raum mit verdammten Schwuchteln! Ich werde auf keinen Fall mehr mit euch Kranken in einem Raum schlafen! Unnatürliche Freaks!" Ron drehte sich um und stürmte aus dem Portraitloch, wahrscheinlich um Professor McGonagall zu finden. Hermine, die ziemlich blass war, folgte ihm kurz darauf.
Harry wandte sich geschockt an Ginny. „Was ist passiert?"
Ginny erbleichte. „Seamus und Dean haben nur verkündet, dass sie miteinander ausgehen und Ron...also er nahm es nicht so gut auf. Scheiße, warum hab gerade ich so einen Vollidioten als Bruder?"
Harry drehte sich zu Seamus und Dean, die sich immer noch zusammenkauerten. „Seid ihr zwei ok?" Dean nickte, aber er war immer noch am Zittern. Seamus war weiß wie die Wand.
„Ich hätte nie gedacht, dass Ron so...so..." Dean konnte den Satz einfach nicht zu Ende bringen.
„Ron ist ein Scheißkerl." Aufsehend runzelte er die Stirn als er bemerkte, dass ihn alle im Gemeinschaftsraum anstarrten. „In Ordnung. Die Show ist vorbei." Ein Raunen ging durch die Menge und schon bald ging jeder wieder seinen gewohnten Beschäftigungen nach. Harry seufzte. Zumindest starrte ihn keiner mehr an. „Ihr seid euch sicher, dass alles ok ist?"
Die zwei Jungs nickten, nun ein bisschen Selbstbewusster. „In Ordnung. Wenn Ron zurückkommt, dann können Ginny und ich uns um ihn kümmern. Macht euch keine Sorgen, er ist zwar ein Arsch aber ich hoffe trotzdem, dass wir ihm ein bisschen Vernunft einprügeln können...wortwörtlich, wenn es sein muss." Seamus lächelte wegen des Witzes und ging, seinen Freund an der Hand, die Treppen hoch zum Schlafsaal.
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„Verdammte Scheiße Ron! Was ist dein Problem?" Harry blitze den größeren Rothaarigen an. Ron blieb mehrere Stunden draußen, bevor er sich zurück in ihren Turm geschlichen hatte. Hermine hatte sich weise dazu entschlossen, sich aus dem Streit rauszuhalten.
„Mein Problem? Wir haben uns einen Raum mit verdammten Schwuchteln geteilt! Das ist total widerwärtig! Ich meine, was wäre passiert, wenn sie versuch hätten, einen von uns anzufassen?"
„Also zuerst einmal sind es immer noch Dean und Seamus. Dieselben Typen mit denen wir jetzt schon wie viele Jahre zusammenleben? Zweitens, bist du nicht in der Lage 'nein' zu sagen, oder was? Gibt es einen Grund dafür, dass, wenn ein Typ dich anmacht, du ihm nicht sagen kannst, dass du nicht interessiert bist?" Harry war stinkwütend auf seinen Kumpel.
„Das ist nicht das Thema"! Das sind Perverslinge! Und warum verteidigst du sie?" Ron grinste den Dunkelhaarigen spöttisch an.
„Bist du etwa auch eine verdammte Schwuchtel?"
Harry staunte. „Weißt du was, Ron? Du bist unglaublich. Ich wollte dich damit nicht belästigen." Harry stürmte die Treppen hoch in den Gemeinschaftsraum.
Ron drehte sich zu seiner Schwester. „Und du! Ich dachte, du stehst auf Dean! Warum verteidigst du die ganze Sache auch noch?"
Ginny rollte mit den Augen. „Weil ich gerne sehe, dass meine Freunde glücklich sind. Wie es aussieht, gehen deine Freunde dir wohl am Arsch vorbei. Das Einzige, was dich noch interessiert, ist mit deiner Freundin rumzumachen!"
„Nur weil ich denke, dass zwei Typen-", begann Ron, aber Ginny unterbrach ihn.
„Es geht ja nicht nur darum, du Trottel. Wie steht es mit deinen anderen Freunden? Was ist mit Harry? Erinnerst du dich noch an ihn? Das ist der Junge, den du deinen besten Freund nennst, aber nicht mal mehr mit ihm redest. Der Junge, der letzten Sommer blau und schwarz wieder zurück in den Grimmauldplatz kam, aber du hast es ja nicht mal-" Ginny schloss ihren Mund. Scheiße! Harry wird wegen diesem Versprecher ausflippen.
„Warte, was? Was meinst du mit 'blau und schwarz'? Ich habe nichts bemerkt!" Ron sah sie verwirrt an.
„Genau das ist der Punkt.", kam Ginnys kühle Antwort, als sie sich auf den Weg zu ihrem Schlafsaal machte.
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„Hey Harry, warte mal!", kam der Ruf als Harry zum Frühstück in die Große Halle lief. Als er zurücksah, sah er einen auf sich zu rennenden Ron.
„Was willst du? Mich noch etwas mehr anschreien?"
„Harry, es tut mit leid-"
„Nein, Ron. Ich bin es nicht, bei dem du dich entschuldigen musst." Harry blitze den größeren Jungen an.
Hermine kam auf Harry zu und legte ihre Hand auf seine Schulter. „Harry, wir müssen wirklich reden. Du gehst immer mehr auf Distanz, vor allem seit diesem Sommer. Es tut uns leid, dass wir dir ausgewichen sind und dich ignoriert haben, aber jetzt sind wir ja da. Und jetzt sag mir, was ist diesen Sommer passiert?"
„Was meinst du damit, 'was passiert ist'?" Harry wandte sich an das Mädchen.
„Gut, also wir haben uns mit Ginny gestritten und sie sagte irgendwas von blauen Flecken-" Harry unterbrach sie.
„Das geht euch nichts an. Und jetzt tut mir einen Gefallen und verschwindet." Harry setzte zum Gehen an.
„Harry, wir machen uns Sorgen um dich. Was ist mit dir passiert?"
„Nichts, dass nicht auch jeden anderen Sommer passiert ist." Harry beendete das Gespräch und lief in die entgegengesetzte Richtung der Halle. Nun hatte er auch keinen Hunger mehr.
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Hey Tom,
Ich muss eine Weile hier raus. Treffen wir uns in 20 Minuten im Keller?
Harry
Harry ging sicher, dass die Notiz trocken war, bevor er sie an Hedwigs Bein festband. „Bring dies bitte zu Tom, in Ordnung, mein Mädchen?" Die Eule knabberte bejahend an seinem Finger und flog los.
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Die Karte der Marauder noch ein letztes Mal überprüfend, tippte Harry den Buckel der einäugigen Hexe an und wisperte „Dissendium." In den Geheimgang kletternd, bahnte er sich seinen Weg durch den Tunnel zum Keller vom Honigtopf. An seinem Ziel angekommen, machte er es sich, wie beim letzten Mal schon, auf den Kisten gemütlich.
Er saß schon gut und gerne 10 Minuten im Dunkeln, bevor jemand die Treppe zum Keller runterkam.
„Tom?", fragte er leise.
:Shh, Harry:, kam die Antwort in Parsel:da ist ein Auror oben. Der Metamorphmagus, wie war noch mal ihr Name? Wenn sie dich hier findet...: Tom beendete den Satz nicht.
:Oh scheiße. Das tut mir leid. Ich musste nur aus diesem verdammten Schloss raus, bevor ich noch jemanden erwürgt hätte.:
Tom schnaubte leise und setzte sich neben den jungen Mann. :Ist es wieder mal Malfoy?:
:Ne, wir haben einen Waffenstillstand geschlossen. Natürlich erst, nachdem er eine Unterhaltung zwischen Snape und mir mitbekommen hat. Jetzt scheißt er sich fast jedes Mal in die Hose, wenn ich ihn angucke. Das ist echt witzig.: Tom gluckste bei der Vorstellung. :Eigentlich ist es Ron. Der Kerl, der seit 5 Jahren behauptet, mein bester Freund zu sein.: Harry beschrieb schnell, was in den letzten zwei Tagen vorgefallen war und endete mit Ginnys Ausrutscher und Hermines Neugierde.
:...und jetzt hab ich echt keine Lust, mich mit einem von ihnen rumzuschlagen. Außerdem brauchte ich ja noch eine Entschuldigung, um mich wegzuschleichen und mit dir zu reden. Du bist eine viel bessere Gesellschaft als die Meisten von denen.:
:Nur besser als die Meisten?:, fragte Tom.
:Gut Tom. Du bist der Beste. Wie auch immer, du bist nur viel besser als die Meisten von denen.: Harry streckte dem Älteren die Zunge aus, der als Reaktion nur Harrys Haar zerstrubbelte.
:Hey! Ich hab sie endlich richtig zum Liegen gebracht, du Angeber.: Harry schmollte. Tom gluckste und legte einen Arm um die Schulter des Gryffindors. Harry unterdrückte einen Seufzer. Er mochte es wirklich, wenn Tom ihn berührte. Wenn er das jetzt wenigstens öfters und an intimeren Stellen machen würde...
:Harry?: Tom holte Harry aus seinen Gedanken. :Bist du ok?:
:Ja, hab nur nachgedacht.: Harry sah hoch zu Tom.
:Mach es dir nicht schwerer als es schon ist.: Tom grinste den Gryffindor an.
:Heidiho...wie witzig du doch bist.:, grummelte Harry.
:Ach, komm schon. Das war doch lustig.: Harry rollte mit den Augen, aber über seine Lippen legte sich so etwas wie ein Lächeln.
:Das sollte es zumindest sein.:
Tom lehnte sich zurück an die Kisten und versuchte nicht daran zu denken, wie süß doch der Junge war, der sich an ihn lehnte. Zur Hölle noch mal, ich bin alt genug um sein Großvater zu sein! Ich sollte keine Gefühle für ihn haben!
:Ein Knut für deine Gedanken.:, unterbrach Harry ihn. Tom war still, begann dann aber doch noch zu sprechen. :Ich habe mich nur gefragt, ob der Auror immer noch da ist.:
:Natürlich hast du das.: Harry berührte seine Narbe. :Lügner.: Er lehnte sich noch weiter vor. Tom schluckte schwer. Nein, ich sollte das nicht tun, ich sollte standhaft bleiben, ich sollte - ach, zur Hölle., dachte er, als er Harrys Lippen auf den seinen fühlte.
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Soooo, das wars dann wieder von meiner Seite….
Hoffe, ihr lasst mir wieder ein Kommi da….ansonsten sehen wir uns nächsten Montag
Bye Moni
