Lettered by Dysperdis
Teil 5/14
5. Kapitel – Halloween
Harry war in seinem Leben noch nie glücklicher. Er hatte die letzte halbe Stunde damit verbracht, mit Tom rumzuknutschen und jetzt fühlte er sich wie auf Wolke sieben. Er lief hoch zu seinem Schlafsaal, ein großes, doofes Grinsen zierte sein Gesicht. Nichts konnte ihm heute noch die Laune verderben.
So dachte er zumindest.
„Hey Harry!", durchbrach Hermines Stimme seine gute Laune. Er verdrehte die Augen. Was wollte sie denn jetzt schon wieder?
„Wir haben überall nach dir gesucht! Wohin bist du verschwunden?"
Harry sah sie nur an.
„Gut, du musst es mir ja nicht jetzt direkt sagen. Ich mache mir mehr Sorgen um dein Verhältnis zu Ron." Harry schnaubte.
„Ich möchte jetzt ganz bestimmt nicht über Ron reden, Mine." Hermine wurde langsam wütend.
„Aber er braucht zur Zeit wirklich jemanden an seiner Seite, besonders wenn er mit...ihnen zu tun hat."
„Ihnen?"
„Du weißt schon...Dean und Seamus."
Harry sah Hermine verwirrt an. „Was ist mit ihnen?"
„Sie sind schwul, Harry!"
„Und?"
„Das ist doch einfach nur... ihhh! Erzähl mir nicht, dass es dich nicht auch anekelt!"
„Hermine, ehrlich gesagt interessiert es mich nicht die Bohne, wer mit wem schläft, solange beide volljährig sind und es auch wollen. Also wirklich...ich denke nicht, dass uns das alles etwas angeht."
„Also bist du auf deren Seite? Das ist ja großartig Harry, ich hoffe du bist stolz auf dich!" Damit marschierte Hermine davon.
Harry verdrehte die Augen. „Alles nur noch hoffnungslose Vollidioten." (A/B: muhahaha, wie recht du hast , Harry )
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In den Gemeinschaftsraum kletternd, bemerkte Harry Seamus und Dean, die alleine in einer Ecke saßen. Er nickte ihnen zu und ging zu Ginny, die an ihren Hausaufgaben saß. „Hey Gin. Wie geht's?"
Ginny seufzte. „Einfach wundervoll. Bist du schon Hermine über den Weg gelaufen?"
„Oh ja. Sie hat mir einen Vortrag gehalten, die Schwulen nicht zu unterstützen oder so. Ich glaube, dass sie angepisst ist, weil ich ihr gesagt habe, dass es mich einen Scheiß interessiert." Ginny kicherte.
„Da wir gerade schon dabei sind...wir müssen reden.", Harry grinste, seine smaragdgrünen Augen glänzten unheilvoll.
„In Ordnung. Geh voran."
Harry führte das Mädchen hoch in den Schlafsaal und ignorierte Seamus' Blick. „Ich denke, wir machen den falschen Eindruck, Gin.", wisperte er verschwörerisch.
„Eindeutig." Ginny sah zurück zu Seamus, nickte mit dem Kopf Richtung Harry und winkte. Harry schnaubte.
„Komm schon, du Unheilbringer."
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Neville Longbottom fühlte sich schrecklich. Er erinnerte sich nicht mehr daran, wann er sich das letzte Mal so krank gefühlt hatte. Er entschied, dass es besser wäre, wenn er nicht in die Nähe von Menschen kam, legte sich also in sein Bett und schloss die Vorhänge. Er wurde ein paar Stunden später von zwei Stimmen wieder wach. Immer noch im Dämmerzustand versuchte Neville herauszufinden, wer da noch im Raum war.
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„Ok, Gin, was ich dir jetzt erzähle, darf diesen Raum nicht verlassen. Verstanden?" Harry setzte sich auf sein Bett.
„Ich hab's verstanden Harry. Tausend panische Hippogreife würden nichts aus mir raus kriegen."
„Ähm, ok. Also...am Ende des letzten Schuljahres erzählte Dumbledore mir von der Prophezeiung."
„Warte,... er kannte sie die ganze Zeit und kam nicht auf die Idee, dir davon zu erzählen? Zur Hölle nochmal, er hat dich die ganze Zeit über an der Nase herumgeführt?"
„Ja. Aber das ist nicht der Punkt. Du musst erst mal die Prophezeiung hören, bevor das Alles einen Sinn für dich ergibt." Harry holte tief Luft und zitierte die Prophezeiung.
„Der Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, naht heran
Jenen geboren, die ihm drei Mal die Stirn geboten haben
Geboren, wenn der siebte Monat stirbt
Und der Dunkle Lord wird ihn als sich Ebenbürtigen kennzeichnen
Aber er wird eine Macht besitzen, die der Dunkle Lord nicht kennt
Und der Eine muss von der Hand des Anderen sterben
Denn keiner kann leben, während der Andere überlebt
Der Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, wird geboren werden, wenn der siebte Monat stirbt..."
„Also jedenfalls ist mir bei Gesprächen aufgefallen, dass Tom - der die Prophezeiung immer noch nicht kennt- den Dunklen Lord als eine andere, separate Person betrachtet. Und mindestens seit er im vierten Jahr wiederkam, fühlt es sich an, als würde ein Teil von ihm fehlen - nämlich der machthungrige Geisteskranke. Und ich frage mich, ob Dumbledores Interpretation der Prophezeiung genauso wasserfest ist, wie er vorgibt, dass sie es ist. Ich meine, der Anfang ist klar, aber das Ende...
Ginny, was ist, wenn der Dunkle Lord nur ein Teil von Toms Persönlichkeit ist? Ich glaube, dass ich im Sommer den Teil eines Programmes gesehen habe, das um etwas wie 'Multipe Persönlichkeitsstörungen' ging oder so. Vielleicht ist es so etwas in der Art... und der Dunkle Lord ist nur eine Persönlichkeit. Ich denke, dass das schon irgendwie einen Sinn ergeben würde. Während der Dunkle Lord da ist, könnte ich nicht wirklich leben, genauso wie Tom dann nicht wirklich leben könnte. Aber vielleicht bin ich auch grad total auf dem falschen Dampfer. Weißt du...einfach nur versuchen, unsere Freundschaft zu rechtfertigen..."
„Harry, hör mir zu. Was sagt dir dein Gefühl?" Harry zog die Stirn kraus.
„Er ist nicht mehr Voldemort. Ich kann es fühlen." Harry rieb unbewusst seine Narbe. Ich kann seine Gefühle durch unsere Verbindung fühlen. Ich weiß, wenn er lügt und er hat mich zum größten Teil auch noch nicht angelogen."
„Für den größten Teil?" Ginny hob eine Augenbraue und schnaubte, als Harry rot wurde.
„Yeah..also...ich hab mich vorhin rausgeschlichen und wir haben dann etwas geredet. Ich hab ihn gefragt, was er gerade denk. Er ist aber ein schlechter Lügner...nur so nebenbei erwähnt." Harry grinste, lies sich dann aber zurückplumpsen.
Ginny schnaubte. „Och komm schon. Das kann noch nicht alles gewesen sein. Was ist dann passiert?"
„Ähm...also wir haben geredet und dannhabichihngeküsst.", murmelte Harry.
„Wie war das?"
„Ich hab ihn geküsst." Es war nur gewispert und Harrys Gesicht wurde tomatenrot.
„Endlich. Ihr habt euch aber echt Zeit gelassen." Harry wollte gerade antworten, als jemand nieste.
Harry sah sich panisch um. Er stoppte als er sah, dass die Vorhänge von Nevilles Bett geschlossen waren.
„Nev? Bist du das?" Nevilles Gesicht erschien zwischen den Vorhängen, Harry zerstrubbelt, Nase rot und Augen fiebrig.
„Warum müsst ihr unbedingt so laut reden? Ich bin krank." Damit zog der Junge seinen Kopf wieder zurück durch die Vorhänge und nieste nochmal.
„Nev? Was genau hast du gehört?", fragte Ginny.
„Nicht viel. Dumbledore hat einen Fehler gemacht, Du-weiß-schon-wer ist nicht mehr Du-weiß-schon-wer, und Harry ist schwul."
Harry schmollte. „Also erstens: ich bin nicht schwul. Ich mag auch Mädchen, wisst ihr. Und zweitens: Nev, du musst das alles für dich behalten. Niemand darf davon etwas erfahren, verstanden?"
„Ja, sicher. Wahrscheinlich eine Halluzination von der ganzen Medizin. Seit ihr jetzt leise, oder was?"
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Harry und Ginny waren in der Bibliothek und machten ihre Hausaufgaben. Na ja, zumindest Ginny machte ihre Hausaufgaben. Harry hatte sich einen riesenlangen Text über mentale Krankheiten aus der Sicht eines Zauberers geholt.
„Hey Gin, sieh dir das an. 1940 gab es eine Gruppe, die die Gründe einer multiplen Persönlichkeitsstörung untersucht haben. Die Untersuchungen wurden abgebrochen, weil das Ministerium den Hinweis erhielt, dass sie falsche Persönlichkeiten implantieren würden. Mal sehen...Johann Westhover und Artemus Zephyrwilde..." Harry erstarrte. Auf der aufgeschlagenen Seite vor ihm lächelten ihn vier Gesichter an, zwei von ihnen sehr bekannt. Die Überschrift darunter sagte aus: „J.Westhover und A. Zephyrwilde mit Albus Dumbledore und einer namentlich unbekannten Testperson. Aufzeichnungen, die die Themen dieser Experimente betreffen, sind unglücklicherweise verloren gegangen." Die Testperson war niemand anderes als Tom Riddle.
Harry markierte sich schnell die Seite im Buch und lies es in seine Tasche gleiten. Er würde darüber später unbedingt mit Tom reden müssen.
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Ron und Hermine fuhren, sehr zum Ärger der anderen im Gryffindorturm, mit ihrer Kampagne gegen Dean und Seamus fort. Nach einiger Zeit wurde es so schlimm, dass jeder mit etwas Gemeinschaftssinn den Raum verließ, sobald einer der Beiden eintrat. Harry und Ginny verbrachten ihre gesamte Freizeit mit Neville, Luna, Dean, Seamus und einen paar anderen Gryffindors, die dem 'Terroristen-Duo' aus dem Weg gehen wollten.
„Hey Nev, was für Auswirkungen hat die Säure im Boden auf die Alraunenwurzeln?", fragte Ginny, die an einem Zaubertränkeaufsatz arbeitete.
Harry blendete die Gespräche um ihn herum aus. Er suchte nun schon seit Wochen nach Informationen zu den Persönlichkeitsuntersuchungen und jede neue Information machte ihm ein bisschen mehr Angst. Ein Buch sagte aus, dass die Männer einen Weg gefunden hatten, eine verdorbene Form von Legilimentik zu benutzen, um eine Person dazu zu zwingen, multiple Persönlichkeiten zu entwickeln. Es war nicht identisch zu der aktuellen mentalen Form, aber es war nah dran. In manchen Fällen wurde die erschaffene Persönlichkeit dominant und jede Persönlichkeit würde jede beliebige Eigenschaft enthalten, die die Erschaffer wollten. Wie zum Beispiel einen zwanghaften Hass auf Muggel und Muggelgeborene. Was jedoch das schlimmste daran war, war, dass Albus zur Hölle mit ihm, Dumbledore Hogwartsschüler als Testpersonen zur Verfügung stellte! Harry fühlte sich krank. Wenn er richtig vermutete, dann lies Dumbledore Tom nicht nur in einen größenwahnsinnigen Irren umwandeln sondern unterstützte es sogar noch aktiv.
„...richtig, Harry?" Harry sah auf, alle starrten ihn an.
„Ähm, was? Entschuldigung, ich hab nicht zugehört." Seamus grinste.
„Ach, mach dir keine Sorgen darum. Wir haben uns nur darüber unterhalten, was für ein scheiß Pärchen du und die Rothaarige abgebt.." Die ganze Gruppe lachte und erntete dafür einen bösen Blick von Madame Pince.
Ginny verdrehte die Augen. „Das würde alles viel besser klappen, wenn Harry nicht schwul wäre." Harry versuchte Ginny mit seinem Blick zu töten, während Dean und Seamus schnaubten.
„Wie oft soll ich dir noch sagen, dass ich nicht schwul bin?" Sie rollte mit den Augen. „Nein, ernsthaft. Die Neigung einer Person ist nicht nur der entscheidende Faktor für mich. Nicht, dass es irgendwen was angeht, oder so."
Eine unangenehme Stille legte sich über sie. Nach ein paar Momenten wandte sich Dean an seinem Freund.
„Gut Seam, es sieht so aus, als würdest du mir eine Galleone schulden."
„Wartet, ihr Zwei habt über meine sexuelle Neigung gewettet?"
„Ja...es ist nicht so, als würde es etwas anderes geben, das man hier tun kann, oder?"
Harry verdrehte nur die Augen und stand auf. „Also so schwer es mir auch fällt, euch aus euren Scherzen zu reißen, aber ich werd mich verdrücken."
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Harry lief raus zum Besenschuppen, mit der Absicht sich seinen Feuerblitz zu schnappen, raus aufs Feld zu gehen und zu fliegen. Er konnte seinen Freunden einfach nicht glauben. Verdammte Arschlöcher, jeder einzelne von ihnen. Unglücklicherweise konzentrierte er sich so stark auf den Vorfall in der Bücherei, dass er direkt in Malfoy reinlief, der, wie es schien, ebenso zum Besenschuppen gehen wollte.
„Hey Potter, wieder mal draußen spazieren?", knurrte Malfoy von seiner Position unter Harry. Der provisorische Waffenstillstand zwischen den Beiden bewahrte sie tatsächlich davor, sich zu streiten, aber trotzdem waren sie immer noch nicht netter zueinander oder so was in der Art.
„Ach, halt die Klappe, Malfoy. Ich hab heute dafür echt keine Geduld." Harry kam wieder auf seine Füße und glättete seine Roben.
„Wieder einmal in das glückliche Paar gelaufen?" Jeder wusste bereits, dass zwischen Ron, Hermine und Harry ein Keil getrieben wurde, da es schon zwei mal vorkam, dass sie sich richtig laut angeschrien hatten und es sogar schon mal zu einer kurzen Balgerei kam, aber trotzdem war sich niemand sicher, was wirklich da los war.
Harry schnaubte. „Wenns nur das wäre. Ich musste da unbedingt raus, bevor ich noch Dean oder Seamus geschlagen hätte. Oh...und Ginny natürlich auch. Einfach nur ein Haufen von Idioten."
Draco lachte, als auch er auf die Füße kam und seinen Weg zum Besenschuppen fortsetzte. „Das mit der Wette rausgefunden?"
„Ja, ich...warte, du weißt davon? Wie groß ist denn die ganze Sache?"
„Ich hasse es, es dir mitteilen zu müssen, Potter, aber halb Hogwarts verfolgt gespannt dein Sexleben."
„Verdammte Scheiße! Ich weiß, dass es hier echt langweilig werden kann, aber so was?!" Es gab eine kurze Pause, während Harry versuchte, das eben gehörte zu verdauen.
„Also, welche Wette war es?"
„Es gibt mehr als eine?"
„Zur Hölle, ja. Da gibt es die Hauptwette, die darüber spekuliert, ob du schwul, hetero oder bisexuell bist. Dann gibt es noch kleinere Wetten, wie zum Beispiel in wen du verknallt bist. Das ist tatsächlich ein recht komplexes System. Ich glaube, ein Haufen Ravenclaws hat sich das ausgedacht." Harry starrte Draco geschockt an.
„Verdammt...Gibt es irgendjemanden im ganzen Schloss, der nicht an meinem Sexleben interessiert ist?"
„Ich weiß ni- Snape?"
„Nein, ich bin mir sicher, er denkt, dass ich den Dunklen Lord ficke oder so was in der Art."
Draco lachte, erstarrte dann jedoch. „Tust du aber nicht, oder?"
Harry konnte nun auch nichts mehr als zu lachen. „Nein, ich ficke niemanden. Ich denke, dass viel Geld darauf gesetzt wurde, dass ich Ginny ficke?"
„Nein...die Wieselette hat auf 'schwul' gesetzt, aber auf keinen, in den du verknallt bist."
Harry verdrehte die Augen. „Ich schwöre, dass ich nicht mehr sagen kann, wie oft ich ihr gesagt habe, dass ich nicht schwul bin. Ich denke, das tut sie nur, um mich anzupissen." Harry griff sich im Schuppen seinen Besen, kletterte auf ihn drauf und flog in langsamer Geschwindigkeit zum Feld. Draco war direkt hinter ihm.
„Also, nicht um das Thema zu wechseln oder so, aber was ist los mit dem glücklichen Pärchen und dir?"
Harry schnaubte. „Oh, Ron bekam einen Anfall, als er von Dean und Seamus erfuhr. Und Hermine hielt mir eine netten Vortrag darüber, wie wir zusammenhalten können, um 'den Schwuchteln' aus dem Weg zu gehen oder so. Das ist alles ziemlich erbärmlich. Ich bin überrascht, dass es noch keiner aus der Schule weiß. Vielleicht weiß es ja die Schaden-kontolle des alten Wasserhuhns."
„Was? Dumbledore? Er hat noch nicht eingegriffen, um die Harmonie wieder zurück zum goldenen Trio zu bringen?"
„Ne. Weißt du, ich hab ihn aber auch schon seit der Häusereinteilung nicht mehr gesehen, das ist echt merkwürdig." Die zwei Schüler drehten, in der gleichen langsamen Geschwindigkeit, Kreise über dem Quidditchfeld.
„Also heißt das, dass ich immer noch nett zum Pärchen sein muss?" Draco sah zu Harry.
„Also technisch gesehen schon, aber weißt du...du könntest immer mal wieder erwähnen, warum du so unbeliebt bist, wenn jemand sie verteidigt oder jemand eine große Fresse hat..." Draco kicherte.
„Wie hinterlistig von dir...bist du dir sicher, dass du eigentlich kein Slytherin sein solltest?"
„Also eigentlich hat der Hut ja gesagt, dass es mir in Slytherin gut gehen würde, aber ich lernte kurz zuvor dieses schreckliche Monster kennen, das dort einsortiert wurde..." Er grinste, während Draco nur mit den Augen rollte.
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Nach dieser Unterhaltung mit Draco, bemerkten die Gryffindors, dass es immer weniger Probleme mit Ron und Hermine gab. Vielleicht lag es ja daran, dass, immer, wenn die beiden den Gemeinschaftsraum verließen, sie in eine Toilette eingesperrt wurden. Als er danach gefragt wurde, sagte Draco, dass es der Vorschlag eines Ravenclaws gewesen war, so in der Art von 'austeilender Gerechtigkeit' oder so etwas in der Art. Harry dachte sich nur, dass es ein sehr guter Weg war, sie zum Schweigen zu bringen.
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Die Gruppe in der Bibliothek entschloss sich schon bald darauf, Draco, Crabbe, Goyle, Pansy Parkinson und Blaise Zabini mit einzubeziehen, natürlich erst, nachdem sie versprochen hatten, dass sie 'nicht mehr mit dem Dunklen Lord zu tun hatten, als Potter hier.' Niemand anderes verstand, warum Ginny und Neville das so lustig fanden.
Blaise verbrachte die meiste Zeit damit, mit Ginny zu plaudern, die dafür jedoch immer rot wurde, wenn dessen Name genannt wurde.
Neville fragte Luna endlich nach einem Date, nachdem Harry seine mimbus mimbletonia alsPfand genommen hatte und ihm diese erst wieder geben wollte, nachdem er Luna gefragt hatte.
Draco versuchte immer noch Pansy von ihrer Planung einer Hochzeit in Venedig abzubringen.
Neville hatte nicht länger Angst vor Draco, aber er erschrak immer noch, wenn der Blonde mit kalten Blicken um sich warf. Ginny boxte die beiden Jungs nach so einem Vorfall dann immer. Draco, weil er so ein Scheißkerl war und Neville, weil er mehr Selbstvertrauen brauchte.
Harry für seinen Teil, schlich sich in der Woche mindestens einmal raus, um Tom zu sehen. Sie knutschten im Keller vom Honigtopf, redeten über ihr Leben, das Universum und alles andere. Als Harry Tom das Buch, das er über die Multiple Persönlichkeitsuntersuchung zeigte, bekam der Ältere fast einen Anfall. Westhover und Zephyrwilde hatten viele Wochen damit verbracht, ihm die Lehre der Reinblut-Überlegenheit zu erklären. Und jetzt rauszufinden, dass Dumbledore das auch noch aktiv gefördert hatte...
Tom hielt die meisten seiner Todesser mit unwichtigen Aufgaben beschäftigt, was hieß, dass sie Angst verbreiten sollten, jedoch ohne jemanden ernsthaft zu verletzten oder zu töten. Einige Auserwähle sollten so viele Informationen zu Multiplen Persönlichkeitsexperimenten sammeln, wie sie konnten. Immerhin könnten dort draußen noch andere sein, die geteilte Persönlichkeiten haben, entweder vom ursprünglichen Experiment oder von Leuten, die das Experiment nachgeahmt haben. Nach einiger Zeit wurden zwei weitere Menschen entdeckt, die als Testobjekte für das Experiment dienten, beide waren jedoch schon verstorben.
Snape war immer noch so unausstehlich wie früher, er funkelte Harry bei jeder sich bietenden Möglichkeit an und zögerte sogar, ihm Punkte abzuziehen. Es hatte vielleicht etwas mit den Gefühlen des Dunklen Lords für Harry Potter zu tun. Dumbledore war immer noch unauffindbar, obwohl Fawkes ohne Pause unterwegs war und Nachrichten hin und her trug.
Und so wurde alles für Halloween vorbereitet.
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Tom hatte entschieden, dass es an Halloween einen Vorfall geben musste, um alle bei Laune zu halten, außerdem wurde so niemand allzu misstrauisch. Na ja...nebenbei war es ja auch schon so etwas wie eine Tradition.
Harry war schließlich derjenige mit der erhellenden Idee. Am Samstag vor Halloween gab es ein Spiel- Hufflepuff vs Ravenclaw-, was die perfekte Möglichkeit für Harry bot, Ginny, Draco und Neville durch den Geheimgang in den Keller vom Honigtopf zu schmuggeln. Dort konnten die vier dann mit Tom zusammen den Vorfall an Halloween planen. Sicherstellend, dass jeder seine Aufgabe kannte, schickte Harry die anderen vier Schüler zurück zum Schloss. Er gab die Karte der Rumtreiber Ginny (mit der Anweisung jeden, der der Statue zu nah kam, von dort wegzulocken) und den Umhang behielt er für sich. Ginny und Neville kicherten und verwirrten somit Draco, der nichts anderes wusste (bezogen auf sein Gespräch mit Harry auf dem Quidditchfeld) als dass Harry und der Dunkle Lord nicht miteinander fickten. Er ließ sich schließlich doch noch von den beiden Gryffindors wegschleifen, nachdem diese ihm versprachen alles aufzuklären.
„Tom,", Harry sah hoch in die Augen seines Freundes, „habe ich dir jemals gesagt, wie toll du bist?"
„Also noch nicht in den letzten zwanzig Minuten, warum?"
„Oh, nur so. Ich dachte nur, dass du das wissen solltest." Harry lächelte über den verwirrten Blick des Älteren, bevor er ihn erneut in einen Kuss zog.
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Endlich war es Halloween. Die Gruppe war der Meinung, dass es am Einfachsten war, sich während des Festes zurückzuziehen.
Ungefähr fünfzehn Minuten nachdem das Fest begann, rannten Draco und Blaise (der sich immer noch nicht sicher war, was eigentlich los war, außer dass ein großer Streich geplant war) in die Große Halle und riefen nach Madame Pomfrey. Diese wurde zu einer geschockten Ginny geführt, die in der Eingangshalle lag. Als die Rothaarige mit einem Enervarte wieder zu Bewusstsein kam, fragte sie diese, was passiert war. Da sie eine wunderbare Schauspielerin war (all die Jahre mit Fred und George zusammenzuleben hatte ihr nun endlich auch was gebracht), erzählte sie eine glaubhafte kurze Geschichte - „Wir liefen zur Großen Halle, als ich etwas sah. Ich blieb stehen, hörte ein Gemurmel und sah dann, wie zuerst Neville und dann Harry zusammensackten. Ich wollte losrennen, aber etwas haute mich um. Ist Harry ok? Was ist mit Neville? Wo sind sie?"
Ihre gespielte Panik ließ niemanden an ihrer Erzählung zweifeln - Harry und Neville waren verschwunden! Möglicherweise entführt! Natürlich wusste niemand außer Draco und Ginny, dass die beiden eigentlich im Keller vom Honigtopf saßen und sich Schokofrosche reinzogen. In wenigen Stunden würden sie rauskommen (natürlich unter dem Tarnumhang), Tom sie betäuben und eine Nachricht an Harrys Robe befestigen, die aussagte, wie unsicher die Schule doch ist.
Während der Rest der Lehrer die Hogwartsgründe absuchten und Madam Pomfrey die Krankenstation vorbereitete - immerhin war es nach allem ein Wunder, wenn Harry nicht im Krankenflügel landen sollte - willigte Severus ein, die Schüler, die involviert waren, zu befragen und zu sehen ob diese nicht noch ein paar andere wichtige Informationen für sie hätten.
Die drei Schüler in einen Raum führend, welcher schnell zugeschlossen und gesichert war, ging Severus in die Mitte. Draco und Ginny, die im Beisein von den Lehrern und anderen Schülern ihr Bestes getan hatten, um nicht in Lachern auszubrechen, brachen nun jedoch in heilloses Gelächter aus. Blaise, der immer noch im Dunkeln tappte, fand die ganze Sache nicht so lustig.
Nach einigen Momenten, in denen sich die beiden wieder beruhigen konnten, fragte Severus sie in einem ruhigen und flachen Ton: „In Ordnung, Mister Malfoy. Wessen Idee war das?"
Draco grinste. „Es war Harrys Idee. Er brauchte eine Entschuldigung, um sich heute rauszuschleichen und einen Freund zu besuchen. Neville stimmte zu und sie weihten uns ein. Blaise wurde nur mit einbezogen wegen Ginny und er wusste auch nichts, außer dass ein Streich geplant war.
Der Zaubertränkemeister sah rüber zum schwarzen Jungen. „Ist das wahr, Mister Zabini?" Blaise schluckte.
„Ja, Sir."
„In Ordnung, dann dürfen Sie gehen, Mister Zabini."
Blaise sprang auf die Füße und rannte zur Tür.
Als der Junge aus dem Raum war, atmete Severus tief ein. Das würde keine lustige Nacht werden.
„Ok. Was genau wisst ihr über Mr. Potters gegenwärtige Umstände?"
Es war Ginny, die zuerst antwortete. „Meinen Sie mit 'gegenwärtig' nur diese Nacht oder die Zeit seitdem er Briefe schreibt?"
„Damit meine ich die Zeit seit dem Sommer."
„Oh, also in diesem Fall...Harry schrieb einen Brief an den Dunklen Lord nachdem er eine ziemlich störende Vision hatte -" Bei diesen Worten nahm Severus Hautfarbe einen leichten Rotstich an. „- Und sie schrieben sich danach täglich Briefe bis Harry ins Hauptquartier gebracht wurde. Ich hab's rausgefunden, als wir in der Winkelgasse waren und ich Harry heimlich gefolgt bin. Ich hab Tom dann aus meinem ersten Jahr wieder erkannt. Sie haben nicht mehr miteinander gesprochen bis wir hier hin kamen, aber dann haben sie sich wieder Briefe geschrieben, Harry hat einen Weg gefunden sich rauszuschleichen, um Tom zu sehen - welchen er mir aber nicht gezeigt hat, also kann ich ihn Ihnen leider nicht zeigen, 'tschuldigung - und jetzt gerade in diesem Moment sind sie wohl am Knutschen."
Snape erbleichte, das wollte er nun eigentlich nicht so unbedingt wissen, auch wenn es einiges erklärte. Das junge Mädchen fuhr fort. „Neville belauschte uns vor ein paar Wochen, als wir nicht bemerkt hatten, dass er mit im Raum war. Er war krank und hatte den Tag im Bett verbracht...und na ja...seine Vorhänge vom Bett waren dann halt auch verschlossen. Er sagte, dass er das nicht alles überdenken konnte mit der ganzen Medizin, mit der er vollgepumpt war, aber als es ihm dann besser ging, hat er nochmal darüber nachgedacht und ist zu dem Entschluss gekommen, dass Harry wohl weiß, was er tut. Na ja, wie Draco es rausgefunden hat, wissen Sie ja schon soweit ich weiß."
Severus war geschockt. Er hatte weder erwartet, dass das Mädchen so...entgegenkommend war, noch dass sie oder Longbottom die ganze Sache so ruhig aufnahmen. „Und was ist mit eurem...Streich?"
Dieses Mal antwortete Draco. „Oh, Potter und Longbottom sitzen rum und essen Süßigkeiten bis Mitternacht. Dann werden sie ungefähr bis in die Mitte von Hogwarts gehen, Tom wird sie betäuben und eine Nachricht über den 'Mangel an Sicherheit' den wir hier haben an einer der Roben befestigen. Sie können ja vielleicht alle abhalten bis Mitternacht in Hogsmeade zu suchen."
Severus seufzte. War er es, oder wurden seine Schüler mit den Jahren immer idiotischer? Er war überrascht, dass der verdammte Werwolf seine Pfoten nicht mit im Spiel hatte.
„In Ordnung. Raus hier. Ich bin mir sicher, dass Sie beide informiert werden, wenn Potter und Logbottom wieder auftauchen.", schnarrte der Zaubertränkemeister seine Schüler an, die ihn darauf jedoch nur anlächelten. Verdammte Gryffindors...haben einfach zu viel Einfluss auf meine Slytherins!
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Natürlich brachte das Wiederauftauchen von Harry und Neville eine neue Welle an Gerüchten mit sich, genauso wie es die neu-angekündigten Sicherheitsmaßnahmen taten, die, soweit jeder es sagen konnte, keinen Einfluss auf die Geheimgänge hatten. Dumbledore war immer noch unauffindbar und so entstanden immer mehr Spekulationen. Es begann damit, dass Voldemort ihn angeblich gefangen hielt und irgendwo in einem Kerker einsperrte (Harry hatte sich an seinem Müsli verschluckt, als Ginny ihm das Gerücht am Morgen beim Frühstück erzählt hatte) und ging sogar soweit, dass die Hufflepuffs spekulierten, dass Dumbledore sich an einem Zitronendrop verschluckt hatte und daran gestorben sei.
Verteidigung gegen die Dunklen Künste war genauso spannend, wie im dritten Jahr. Es gab eine raue Auseinandersetzung mit Hermine und Ron, die jedoch nach einiger Zeit geschlichtet werden konnte, indem Professor Lupin keinen der Beiden mit einem der anderen Schüler zusammensetzte. So wurde verhindert, dass ein Schüler im Krankenflügel landete.
Zur Zeit diskutierten sie die Abgrenzung zwischen dunklen und hellen Sprüchen und Lupin erklärte die Rolle der Absicht eines Fluches oder Zaubers. Harry fand diese Stunden besonders aufschlussreich, da sie über die Willkür des Ministeriums sprachen, mit der es Sprüche als 'dunkel' klassifizierte.
Eines Tages, nicht lange nach Halloween, fragte Lupin Harry und Neville, ob sie kurz in der Klasse zurückzubleiben könnten. Nachdem der Raum leer war, sprach der VgdDK-Leher ein paar simple, jedoch starke Sicherheitsbanne.
„In Ordnung, wir müssen darüber reden, was an Halloween passiert ist. Ich weiß, dass es nicht so geschehen ist, wie Miss Weasley es sagte -" Er hob die Hand, als Harry und Neville gleichzeitig beginnen wollten, dagegen zu protestieren. „- und ich weiß, dass ihr nicht in der Gesellschaft von Todessern wart. Falls ihr es gewesen sein solltet, hätten wir euch nur noch in Stücken zurückbekommen. Also, euch daran erinnernd, dass ich einen guten Streich genauso genieße wie ihr, was ist passiert?"
Harry wurde rot und murmelte eine Entschuldigung, während Neville sofort mit der Wahrheit hinausplatzte. „Wir brauchten etwas zu tun und Harry wollte außerdem seinen Freund wieder sehen -" Lupin sah zu Harry, der immer röter wurde und sich wünschte, jetzt ganz weit weg zu sein. „- und Ginny und Draco dachten, dass das bestimmt spaßig werden würde, also haben wir das alles inszeniert." Neville wurde still, warf Harry jedoch einen entschuldigenden Blick zu.
„Und könnte dieser Freund zufällig die neue Aushilfe im Honigtopf sein?" Harry nickte und schluckte schwer. „Dachte ich es mir doch. Neville hatte immer noch einen Schokofrosch in der Tasche als wir zwei euch gefunden haben." Harry starrte den anderen Jungen an, der nun selbst leicht rötlich um die Nase herum wurde.
Plötzlich begann Lupin zu lachen. „Ok Harry. Offiziell, immerhin bin ich ein Lehrer, muss ich dir den Rat geben, das nicht noch einmal zu wiederholen. Inoffiziell dagegen...lass es mich nur vorher wissen, damit ich mir nicht wieder die ganze Nacht Sorgen machen muss, ok?"
Harry ließ einen Seufzer entkommen. Es schien noch mal so, als wären sie gerade eben davon gekommen.
„Ich hab da aber noch eine Sache, die ich dich fragen wollte. Was ist mit Ron und Hermine passiert? Ich habe natürlich die Gerüchte gehört, aber hier in Hogwarts gibt es immer Gerüchte und denen sollte man bekanntlich ja nicht so leicht Glauben schenken."
„Also in diesem Fall jedoch stimmen die Gerüchte. Sie haben Dean und Seamus angegriffen und jeden, der sich für die beiden Jungs stark machte, also haben wir alle angefangen, ihnen aus dem Weg zu gehen. Als dann die Neuigkeiten auf die anderen Häuser übersprangen, fühlten sich einige von Ron und Hermines Verhalten angegriffen und begannen sich zu rächen."
„Und das ist, warum ich die beiden heute morgen schon wieder aus einem Klo rausholen musste?", fragte Lupin amüsiert.
„Manche der Ravenclaws nannten es 'Ausführende Gerechtigkeit' oder so. Alles was ich weiß ist, dass es sie immerhin für ein paar Stunden zum Schweigen bringt." Harry lächelte sanft.
„Das merke ich. Harry, wir müssen wirklich mal wieder öfters miteinander reden, aber ich bin mir sicher, dass ihr jetzt erst mal zum Mittagessen gehen solltet." Der Werwolf lächelte seinen Schülern nach, als sie den Raum verließen. Er stand auf, schnappte sich seinen Umhang und verließ nun ebenfalls das Klassenzimmer. Das Mittagessen musste noch eine Weile warten, immerhin gab es eine Ladenaushilfe zu Befragen.
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Schon wieder vorbei….hehe….freu mich echt über Lob, Kritik und ähnlichem…..
Bye Moni
