Autor: Moku
E-Mail:Mokurengmx.de
Fandom: Harry Potter
Disclaimer: J.K.R., Bloomsbury Books, Scholastic Books, Raincoast Books, Warner Bros., Inc. und wie sie nicht alle heißen…
'Kiss the Girl' … uh… 'Disney's Little Mermaid'(?)… wird das nicht von irgendeiner Boyband gesungen? Ach Mist, davon gibt es ja auch zwei Versionen.
Kommentar: Hey Leute, ich habe wahrscheinlich eines der romantischsten Kapitel geschrieben, die es je in dieser FF gab. Leider ist es noch nicht an der Reihe, aber freut euch über ein bisschen sap im rechnet übernächsten Kapitel (Interlude III)
Interlude II: Kiss the girl
Point of View: 3rd Person; Draco Malfoy
Als Harry mit diesem Blick auf ihn zukam, wusste er, dass etwas nicht stimmte. Falsch, das bald etwas nicht stimmen würde. Der Gryffindor musste noch nicht einmal den Mund aufmachen und Draco wusste, er würde nicht zustimmen – egal worum es ging.
Das erste Wort – das übrigens sein Name war – sagte ihm sofort, dass Harry nicht aufgeben würde, solange er ihn nicht überredet hatte – egal zu welchem Preis.
„Malfoy, ich brauche deine Hilfe."
Zu sagen, dass der Angesprochene überrascht war, wäre die Untertreibung des Jahres, wahrscheinlich des Jahrhunderts – seit es Leben auf der Erde gab und ja, er schloss die Bakterien mit ein. Draco war überrascht, vielleicht. Verblüfft. Erschüttert. Beeindruckt. Schockiert, und vielleicht eingeschüchtert.
Er wünschte sich, er hätte den Satz aufgenommen.
Doch anstatt über seine Gefühle, sinnierte er doch lieber darüber, was passiert sein konnte, dass der Gryffindor zu ihm kam und einen für ihn doch recht untypischen Satz aussprach.
Der Slytherin dachte an die letzte Zaubertränkestunde zurück, hob dann die Augenbraue. Vielleicht hätte er keinen Nerolinektar in Harrys Zaubertrank mischen sollen, den besagter Gryffindor kurz darauf ausgetrunken hatte. Eigentlich hätte er aber nur Hautausschlag davon bekommen sollen, nichts Ernstes, wie zum Beispiel... Idiotie. Also eine neue Wirkung – Draco müsste das untersuchen...
Oder war er während des Quidditchtrainings auf den Kopf gefallen, nachdem Blaise den Besen des Dunkelhaarigen – mit Absicht – falsch fixiert hatte?
Oder—
„Deine Antwort?", fragte der Dunkelhaarige nervös, rieb sich über den Handrücken.
Erschüttert wie er war, schüttelte er schnell den Kopf, aber entgegen seiner Erwartung, wirkte Harry trotz dieser Antwort erfreut, denn der strahlte über das ganze Gesicht und schien kurz davor ihn zu umarmen und zu küssen.
Dann war er verschwunden, bevor Draco noch irgendetwas sagen konnte.
Hatte er das Richtige, bzw. aus seinem Blickwinkel, das Falsche gesagt?
Der Slytherin zuckte mit den Schultern, setzte seinen Weg fort. Was passiert war, war passiert. Er konnte nur noch hoffen, dass es kein zu großer Gefallen war, den er dem anderen tun würde, sonst müsste er im Nachhinein irgendetwas einfordern.
„Dafür schuldest du mir etwas," presste er heraus, sah den Gryffindor anklagend an.
„Malfoy, du hattest zugestimmt, also führ dich jetzt nicht so auf!"
„Ich sagte bereits, dass es temporärer Wahnsinn war!"
„Das hilft dir auch nicht!"
Draco biss die Zähne zusammen, knurrte leise und betrachtete sich im Spiegel. Noch nie im seinem Leben hatte er so etwas getragen und wenn es nach ihm ginge, hätte er nie im Leben so etwas auch nur des kleinsten Blickes gewürdigt, wäre nicht dieser idiotische Gryffindor aufgetaucht und hätte die falsche Frage gestellt, sodass Malfoy falsch antwortete.
Welcher normale Mensch fragte auch schon: ‚Hättest du etwas dagegen?' anstatt ‚Würdest du das machen?'
Der Blonde drehte sich um, sodass er sich auch von hinten betrachten konnte, schüttelte dann leicht den Kopf. „Ich sehe aus wie ein mittelalterlicher Minnesänger."
Potters – ja, Potter, aufgrund dieser Sache waren sie wieder beim Nachnamen – Gesicht strahlte und er ging einen Schritt zurück. „Genau das, was ich erreichen wollte."
„Potter," knurrte Draco, sah den anderen direkt an. „Was soll diese Farce? Reicht es nicht, wenn ich da einfach rausgehe und singe? Und, für das Ego, warum überhaupt ich?"
Der Gryffindor musterte ihn prüfend, umkreiste ihn dann mit langsamen Schritten. „Warst du es nicht, der mir gesagt hatte, wenn du etwas machen willst, such dir den Besten dafür heraus?"
Draco erinnerte sich an einen Abend, an dem sie im Trophäensaal gehockt und die Schränke gereinigt hatten. Nachsitzen, versteht sich, Draco würde nie freiwillig etwas sauber machen – und obendrauf Zeit mit Potter verbringen, natürlich. Langsam kam ihm ins Gedächnis, dass er nach einer Hauselfe gerufen hatte, die sofort auftauchte und seine Arbeit übernahm.
„Ja, das war ich. Aber ich habe das nicht in diesem Zusammenhang gemeint."
Potter lächelte leicht, zupfte etwas an dem Kostüm, schüttelte plötzlich frustriert den Kopf, fuchtelte wirsch mit seinem Zauberstab und der Slytherin stand nur noch in seinen Boxershorts vor dem anderen. Während den das nicht störte, schien Potter sich abzuwenden und sein rotes Gesicht zu verstecken. Draco ließ sich lediglich auf das Bett des anderen fallen und betrachtete das Zimmer.
„So, der Aufzug hat dir nicht gefallen?", fragte er, hob etwas von Potters Nachttisch auf, drehte es leicht, inspizierte es und legte es mit einem Kräuseln der Nase zurück. „Oder siehst du mich nur gern halbnackt?"
„Malfoy!"
„Ich könnte auch ein Amorkostüm anziehen, wenn dir das besser gefällt." Er drehte sich auf den Bauch, stützte sein Kinn in die offene Handfläche, sah den anderen durch seine langen Wimpern hindurch suggestiv an. Er bemerkte wie Potter ihn kurz aus dem Augenwinkel musterte, seinen Blick dann aber wieder abwandte. Ein diabolisches Grinsen stahl sich auf die Lippen des Blonden, dann streckte er seine Arme aus und räkelte sich auf dem Bett, gab dabei leise, zufriedene Laute von sich.
„Malfoy!", rief der Gryffindor empört aus, während Draco in seinen Bewegungen inne hielt, dann unschuldig mit den Augen blinzelte. „Potter?"
Der Dunkelhaarige holte einmal tief Luft, wandte seinen Blick dann auf die ausgestreckte Figur im Bett. „Was... was würdest du anziehen?"
Er hatte nur auf diesen Satz gewartet. Draco sprang auf, formte ein paar Worte mit den Lippen und plötzlich stand er in einem weißen, enggeschnittenen Anzug und einer weißen engen Hüfthose vor dem Gryffindor, das blonde Haar nach hinten gegelt. Sein Blick richtete sich auf seine Füße, dann deutete er mit seinem Zauberstab auf sie und ein paar weiße Schuhe ersetzten die schweren, schwarzen Stiefel.
Erst dann sah er auf den Gryffindor, der schockiert seine Augen öffnete, sich dann mit einem puderroten Gesicht abwandte.
Mit katzenhafter Eleganz kam er auf den anderen zu, sobald er dies bemerkte. „Gefällt es dir nicht," fragte er, umfasste die Schultern des anderen und beugte sich zu seinem Ohr vor. „Oder gefalle ich dir zu sehr?"
Potter kreuzte die Arme vor der Brust, wandte sich aus dem Griff des anderen, musterte ihn dann. „Was hast du vor, mit diesem Outfit?"
„Lass das meine Sorge sein," meinte Draco grinsend. „Kümmere du dich um deinen kleinen Sidekick, ich werde mir Granger zur Brust nehmen, das heißt, natürlich nicht wörtlich. Wir wollen dich doch nicht eifersüchtig machen."
Bevor Potter Zeit hatte Protest einzulegen, mehr wegen des Eifersuchtskommentars als der anderen Bemerkungen, verließ der Blonde fröhlich das Zimmer und wanderte unbekümmert die Treppe herunter. Im Gemeinschaftsraum der Gryffindor angekommen, sah er sich um, ignorierte dabei das Gemurmel, das seinetwegen ausbrach.
„Wo ist Granger?", fragte er, wandte sein Lächeln auf ein Mädchen, das sich mit ihrem Schulbuch Luft zufächerte. „In der Bibliothek!"
„Warum frage ich überhaupt?", fragte er sich selbst und verließ den Gemeinschaftsraum, machte sich auf den Weg zur Bibliothek. Kaum hatte er diese betreten, fand er auch schon das brünette Mädchen an einem der hinteren Tische sitzen. Das hieß, er sah hauptsächlich die hochgestapelten Bücher und vermutete, dass das gesuchte Mädchen dahinter zu finden war.
Er sollte auch nicht enttäuscht werden. Nicht unbedingt leise ließ er sich auf einen Stuhl, der dem Mädchen gegenüber stand, fallen, beugte sich dann vor. Er wartete geduldig darauf, dass die Gryffindor ihren Kopf hob, ihm einen fragenden Blick zuwerfend.
„Ich mache es kurz und schmerzlos, Granger." Ohne viele Worte richtete er seinen Zauberstab auf das überraschte Mädchen, sagte dann laut und deutlich die Worte ‚Ad Silentium Compellere'(1). Granger versuchte dem Spruch auszuweichen, aber sie war zu langsam. Es vergingen ein paar Sekunden bis sie aufsprang, ihren Mund bewegte, jedoch keinen Ton herausbekam.
„Jetzt, hör mir zu Granger," begann der blonde Junge grinsend, zog jedes Wort absichtlich in die Länge. „Ich vermute, dass du diesen Zauberspruch kennst," – sie sah ihn mit einem Blick an, der eindeutig sagte, dass sie genau wusste, was das für ein Spruch war und sollte er ihn nicht bald aufheben, sie ihn nicht nur wieder ohrfeigen, sondern auch ins nächste Weihnachten hexen würde – „und bestimmt weißt du auch, wie man diesen Spruch wieder aufhebt. Demnach biete ich dir zwei Möglichkeiten an: Entweder du folgst mir oder du fällst hier auf deine Knie und küsst meine Schuhe." Er konnte förmlich ihre Wut spüren, genauso wie ihren Blutdurst, das hieß, sie war auf sein Blut aus, nicht auf irgendwelches. Doch er ignorierte das, erhob sich und verließ die Bibliothek. Er hörte Schritte und wusste, das Granger ihm folgte.
Nach ein paar Minuten kamen sie an eine Tür. Draco öffnete sie und sie betraten einen alten Klassenraum, der scheinbar schon länger nicht mehr benutzt wurde. Er rümpfte die Nase, machte dann eine wegwerfende Handbewegung und der Staub verschwand. Granger sah ihn aus überraschten Augen an, aber er richtete seine Aufmerksamkeit auf die Ausstattung des Raums. Mithilfe seines Zauberstabes entfernte er den Lehrertisch, sodass ein ununterbrochener Gang von einem Ende zum anderen Ende des Raumes entstand.
Er nickte zufrieden, positionierte einen Stuhl an die hintere Wand und ordnete Granger an, diesen zu besetzen. Widerwillig folgte sie seinem Befehl, setzte sich mit soviel Eleganz wie es für sie möglich war auf den alten, klappernden Stuhl, beobachtete ihn mit einem giftigen Blick. Gerade als sie ihren Mund öffnen wollte, erklang eine ihr bekannte, männliche Stimme von der Tür.
„Harry, ich versteh einfach nicht, was ich hier soll," erklärte das Wiesel, stieß mit einer Hand unerwartet die Tür mit voller Wucht auf, sodass Draco noch gerade zur Seite gehen konnte, damit er nicht von der schweren Holztür getroffen wurde – von denen hatte er mittlerweile genug. Der Rothaarige sah sich im Raum um, entdeckte dann Granger, die ihn überrascht ansah, dann ihre Lippen bewegte.
„Was? Ich kann dich nicht verstehen," meinte Weasley, ging auf sie zu. Dann knallte Draco plötzlich die Tür hinter ihm zu und er drehte sich erschrocken um, während Granger den Kopf schüttelte. Ein teuflisches Lächeln zierte seine Lippen und bildete einen krassen Kontrast zu seinem engelhaften Aussehen.
„Harry?", wimmerte der Rotschopf, sah sich hilfesuchend nach dem anderen Gryffindor um. Draco währenddessen, positionierte einen Stuhl in einem Abstand von ein paar Meter gegenüber des brünetten Mädchens, lehnte sich elegant dagegen und musterte den panischen Sidekick, bis er dessen Aufmerksamkeit bekam.
„Weasley," sagte er in einem fast erfreuten Ton.
Die Augen des anderen weiteten sich verängstigt.
Das Grinsen des Blonden weitete sich ebenfalls. „Nun, Weasley, um es simpel für dich darzulegen, deine kryptomere Kameradin dort," seine Hand deutete lässig zu dem brünetten Mädchen, das endlich bemerkte, dass sie sich nicht von der Stelle bewegen konnte, „steckt in einer prekären Situation – sozusagen."
Das Nagetier warf einen kurzen Blick auf Granger, dann streckte er seinen Rücken durch und musterte den Blonden mit etwas, das Hass sehr nahe kam. Draco schien nicht besonders ängstlich, schlenderte nur gemütlich um den Stuhl. „Setz dich," forderte er den anderen auf, doch der warf nur einen skeptischen Blick auf den Stuhl, als würde er befürchten, das wackelige Ding würde unter seinem Gewicht zusammenbrechen. Ehrlich gesagt, Draco würde es nicht wundern, bei dieser Statur. Die des Stuhls, verstand sich.
Der Slytherin fackelte nicht lange, als er bemerkte, dass der andere sich wirklich nicht auf den Stuhl setzen würde und zog seinen Zauberstab hervor. Mit einer erprobten Bewegung schwenkte er seine Hand und binnen weniger Sekunden war Weasley nicht nur erstarrt, sondern saß auch schweigend auf dem Stuhl.
Kaum dass der Rothaarige saß, setzte eine ruhige Musik ein, wurde von ein paar Männerstimmen verstärk. „Now you listen," forderte Draco, sah die beiden mit einem entzückenden Lächeln an. „I'm gonna tell you something." Schwungvoll stellte er sich hinter den Gryffindor, stützte sich auf der Stuhllehne ab und beugte sich über die Schulter des verängstigten Jungen. „There you see her," sang er mit einer leichten Kinnbewegung in Grangers Richtung. „Sitting there across the way. She don't got a lot to say," unbewusst schlich sich ein Lächeln auf die Lippen des Blonden, kannte er die Gryffindor wenigstens gut genug, um zu wissen, dass sie immer irgendetwas zu sagen hatte. „But there's something about her." Die Augen des brünetten Mädchens weiteten sich und ihre Lippen bewegten sich – wahrscheinlich um Injurien auszusprechen. Dracos Stimme hob sich lediglich erfreut. „And you don't know why, but you're dying to try, you wanna," er senkte seine Stimme zu einem angenehmen Bariton, flüsterte in das Ohr des Jungen, so dass das Mädchen ihn nicht hörte, „kiss the girl!"
Draco spürte wie der verkorkste Romeo versuchte sich aus der Starre zu lösen, aber kläglich scheiterte. „Yes, you want her, look at her you know you do," sang er mit einem provokativen Lächeln, drehte sich um den Rothaarigen, sodass er direkt vor ihm stand und den Blick auf das Mädchen versperrte. „Possible she wants you, too, but there's one way to ask her." Draco warf einen kurzen Blick nach hinten um die Reaktion des Mädchens zu überprüfen. Sie saß bewegungslos auf ihrem Stuhl – nein, diesmal hatte es nichts mit seinem Zauber zu tun – und sah sie überrascht an – oder, zumindest versuchte sie es, wenn die Röte in ihrem Gesicht sie nicht etwas – nach Draco – lächerlich wirken ließ. „And don't take a word, not a single word, go on and," erneut senkte sich die Stimme, nahm den suggestiven Ton an, "kiss the girl."
Das Gesicht des Jungen schien seinen Haaren Konkurrenz machen zu wollen, sobald Draco aus seinem Blickfeld verschwand und er das ebenso errötende Mädchen sehen konnte. Die Melodie wurde etwas schneller und erfreuter und ein „Sha-la-la-la-la-la" gesungen von obskuren Objekten – Dracos Geistern – leitete den Refrain ein.
„My, oh, my, look like a boy too shy, ain't gonna kiss the girl," tadelte Draco, legte eine Hand an das Kinn und schüttelte melancholisch den Kopf.
„Sha-la-la-la-la-la."
„Ain't that sad, and ain't it shame, too bad. You gonna miss the girl." Der Blonde stellte sich vor den Gryffindor, zuckte mit den Schultern und warf einen Blick zurück. Als ließe er den beiden Zeit zum Überlegen, wurde der Refrain instrumental wiederholt, mit vereinzelten gesummten Einwürfen des Blonden, während er um die beiden herumschlich, die sich leicht beschämt zur Seite wandten und versuchten, nicht in das Gesicht des anderen zu sehen.
„She don't wanna be alone," rief Draco plötzlich aus, erhaschte somit die Aufmerksamkeit der anderen beiden, die dadurch nicht bemerkten, dass ihre Stühle sich immer näher kamen. Plötzlich standen sie sich direkt gegenüber und der Bann wurde aufgehoben, sodass sie sich hätten frei bewegen können, aber sie blieben weiterhin ruhig sitzen.
„Now's your moment, floating into the room," – er verzog leicht das Gesicht, weil er keine bessere Umschreibung für diese Textstelle hatte, aber die anderen schienen das nicht zu bemerken. Er beugte sich wieder zu den Jungen runter, flüsterte dann leise in sein Ohr: „Boy, you better do it soon. No time will be better." Dann setzte sich ein teuflisches Grinsen auf die Lippen des Blonden und die Gryffindor warfen ihm wage Blicke zu. Die nächsten Zeilen, die an Drohung und Erpressung erinnerten folgten. „She don't say a word and she won't say a word until you kiss the girl." Einfach ausgedrückt bedeutete der Satz: Entweder du küsst sie oder sie wird auf ewig schweigen.(2) Sobald die Hausfeinde das begriffen, sahen sie das grinsende Engelsimitat schockiert an, doch das wandte sich schon wieder ab.
„Sha-la-la-la-la-la."
"Don't be scared," reizte der Blonde den Gryffindork, der sich scheinbar vehement sträubte auch nur einen Finger zu bewegen um dem Mädchen näher zu kommen. „Go on and move your head. Go on and kiss the girl," forderte er mit ein bisschen mehr Nachdruck, aber der Rothaarige war wie erstarrt. Das hieß, plötzlich änderte sich sein Gesichtsausdruck und er strahlte etwas Selbstsicheres aus, als hätte er sich entschieden. Draco grinste siegessicher, doch während des zweiten „Sha-la-la-la-la-la" schien die Entschlusskraft zu sinken und der Rotschopf stockte leicht. „Don't stop now. Don't try to hide it now. You wanna kiss the girl."
Draco
stellte sich erneut hinter den Jungen, sodass er aus dem Blickfeld
des Jungen war und er sich auf das Mädchen konzentrieren konnte,
das unsicher und angespannt auf dem Stuhl saß, den Blick
manchmal abwandte, dann aber wieder auf den Rothaarigen
richtete.
"Sha-la-la-la-la-la."
"Float
along. Listen to the song. You wanna kiss the girl,"
sang er fast hypnotisierend, setzte eine etwas tiefere Stimme zur
Beruhigung des Gryffindor ein, sang so leise, so dass der Rothaarige
die Melodie mehr im Hinterkopf vernahm.
"Sha-la-la-la-la-la."
"Let the Music play. Do what the music say," drängte er als er entschied, dass der Junge eindeutig viel zu lange brauchte um Granger zu küssen. „You gotta kiss the girl. You gotta...," wiederholte er eindringlich, versuchte seine Stimme einfühlsamer zu klingen zu lassen. „You gotta… You gotta kiss the —" Überraschender Weise streckte Granger plötzlich ihre Arme aus, zog Weasley zu sich runter und presste ihren Mund impulsiv auf die Lippen des Jungen. Leicht verwundert endete der Blonde den Satz mit „boy," beobachtete leicht amüsiert das wahrscheinlich neuentstanden Paar. Er wusste zwar schon immer, dass Granger dominanter war als Weasley, aber er hatte zumindest gedacht, dass der Gryffindor seinen Mann stand und nicht die Initiative eines Mädchens abwartete.
Sobald er bemerkte, dass die... Zweisamkeit der beiden Gryffindor intimer wurde und die Grenze des für ihn Ertragbarenerreicht hatte, schlich er unauffällig, aber mit einem zufriedenen Grinsen aus dem Raum. Im Gang wartete Potter – vielleicht konnte er ihn wieder Harry nennen – und sah ihn lächelnd an.
„Der Beste, eh?", fragte Draco, stellte sich neben den Dunkelhaarigen und lehnte sich gegen die Wand.
„Sicher, aber Malfoy?"
„Hm?"
„Musstest du ihr die Stimme rauben?"
Der Blonde wandte sich teuflisch grinsend dem Gryffindor zu, schüttelte dann langsam den Kopf. „Natürlich nicht, aber es hat mehr Spaß gemacht. Außerdem konnte sie mich somit nicht mit ihren Besserwisserkommentaren nerven."
„Malfoy," warnte Harry, sah ihn schockiert an, doch der Blonde lachte nur leise, schüttelte den gesenkten Kopf. Plötzlich spürte er eine Hand an seiner Wange und er sah überrascht auf, blickte in das Gesicht des Dunkelhaarigen. Dieses nahm einen leichten Rotton an, musterte ihn aber weiterhin.
„Du solltest öfter lächeln, Malfoy. Damit siehst du attraktiver aus,"meinte Harry, ließ das Gesicht wieder los und wandte sich fluchtartig ab.
Draco sah ihm nur verwirrt nach, schob den rasenden Herzschlag und die leicht zitternden Hände auf Nachwirkungen des Adrenalinschubs durch das Singen.
Natürlich konnte es nur das Singen sein.
Mit Sicherheit.
Next:
Ohne Dich
(1) Erschien einmal in ‚Veritaserum'; ist ein Spruch, der die Stimme raubt. Übersetzt heißt es in etwa ‚Jemanden zum Schweigen bringen'.
(2) Ich weiß, nicht unbedingt eine Straftat, aber schulterzuckt
