Da bin ich wieder und im Gepäck habe ich den zweiten Teil der Geschichte. Zu meiner Trauer muss ich gestehen, dass die Idee des Streiches nicht meiner eigenen Genialität entstammt, sondern der einer Freundin (obwohl die Idee auch schon vorher in verschiedenen englischen Storys genutzt wurde). Lediglich die „Umsetzung"(die ich jetzt gerade nicht benennen kann, wegen Spoilergefahr) habe ich verbrochen. Der rEst der Story ist aber 100ig von mir. Ich konnte der Idee nur nicht wiederstehen.

Gebetat wurde das Kapitel von Leaky Cauldron anno 1985, der ich dafür sehr dankbar bin. Sie hat es (abgesehen von Ven) als Erste geschafft mich zu überzeugen, bestimmte Wörter oder Satzteile umzuändern. Ich bin da normalerweise ziemlich eigen (zickig), aber sie hat wirklich gute Vorschläge gemacht, die ich (trotz gegenteiliger Versuche #g#) nicht in der Lage war, zu ignorieren. #g# Danke, LeakyC!

Vielen Dank auch für die vielen lieben reviews. Ich habe mich sehr gefreut, dass die Story so gut angelaufen ist und hoffe, euch weiterhin unterhalten zu können! #g#

Noch eine special-Antwort für Alichino: Das worauf du wartest, wird in der Geschichte vorkommen, sowohl was H/D angeht, als auch H/S und diesmal wird es keine 18 Kapitel dauern. #fg# Also: don't panic, it's to late anyway!

Geißel von Hogwarts

Kapitel 2 – Wie man einen Tränkemeister in den Wahnsinn treibt

Albus Dumbledore hatte Kopfschmerzen. Das an sich war schon ungewöhnlich, aber noch ungewöhnlicher war die Tatsache, dass die Quelle seiner Kopfschmerzen direkt vor ihm saß und ihn aus rebellischen, schwarzen Augen anfunkelte.

Er liebte Severus wirklich wie einen Sohn, aber was zuviel war, war zuviel.

Eine Phiole wurde mit langen, bleichen Fingern über den Tisch geschoben, ein Kopfschmerzmittel. Die Geste hätte bei jedem anderen versöhnlich gewirkt, aber Snape brachte es fertig, es wie eine Geste der Überlegenheit aussehen zu lassen und gleichzeitig ein Gesicht zu machen, das überdeutlich zeigte, dass er seine Anwesenheit in Dumbledores Büro nicht nur für überflüssig hielt, sondern für pure, schon fast verbrecherische, Zeitverschwendung.

Albus trank den Inhalt der Phiole aus und schlagartig verflogen die Schmerzen und er war wieder in der Lage klar zu denken.

Ich werde ihn umbringen. Nein, halt, neuer Plan. Erst soll er mir noch ein paar Phiolen dieses Kopfschmerzmittels brauen. Darin ist er definitiv der Beste. Dann bringe ich ihn um. Seine Leiche werfe ich in den See, er hat da ja eine Lieblingsstelle. Aber wahrscheinlich wird die Krake ihn wieder rauswerfen, die beiden haben sich ja nie besonders gut verstanden. Na, mir wird schon was einfallen. Auf jeden Fall leg ich schonmal meinen Zauberstab hierhin. Man weiss ja nie...

Snape beobachtete mit heraufgezogener Braue, wie Albus an seinem Zauberstab herumwerkelte und ihn schliesslich mit einem abwesenden kleinen Lächeln neben sich auf den Tisch legte, wo er ein paar Mal gedankenverlorenen über ihn strich.

Möchte wissen, was der Alte jetzt schon wieder in seinem verrückten Hirn zusammenbraut. Nichts Gutes, darauf verwette ich Potters Leben. Hm, so gesehen wäre es gar nicht so übel zu verlieren. Was hat dieses Grinsen zu bedeuten? Wenn ich es nicht besser wüsste...

Schliesslich schien Albus sich wieder daran zu erinnern, dass Snape noch immer vor ihm saß. Er sah ihn an und seufzte innerlich.

Na dann...

„Severus, es ist mir zu Ohren gekommen – schon wieder – dass du im gestrigen Unterricht mit den Fünftklässlern der Gryffindors Punkte abgezogen hast – schon wieder – und die Anzahl der Punkte, die du abziehst, macht mir Sorgen – schon wieder!"

Snape verdrehte die Augen. Ah, die übliche Punkte-Ansprache. Waren wirklich schon vier Wochen vorbei?

„Headmaster", schnarrte er in bester ich-Slytherin-du-nichts-Stimme, „ich kann ja wohl nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wenn ich einen solchen Ausbund an Dummköpfen und Störenfrieden unterrichten muss. Wie oft muß ich Ihnen noch erklären, dass die einzige Methode diesen Versag..., ich meine Gryffind..., ich meine Kindern, Wissen zu vermitteln, darin liegt, sie ein wenig einzuschüchtern, damit sie ihre Aufgaben erledigen?"

Beide wussten, das Snapes Versprecher keine gewesen waren.

„Severus, alle anderen Lehrer..."

„... vermitteln Wissen ohne 100 Punkte in einer Stunde abzuziehen, jaja, blabla. Aber Sie kennen meinen Standpunkt. Zaubertränke sind eine komplizierte und gefährliche Wissenschaft. Ein Fehler und wir haben einen Krater von hier bis zu den Slytheringewölben. In meinem Unterricht müssen die Schüler doppelt so vorsichtig und bei der Sache sein, wie in anderen Fächern, wo sie nur mit ihren Zauberstäben wedeln oder Teetassen balancieren."

Beide kannten die Argumentation des anderen auswendig. Sie hatten dieses Gespräch in den letzten 19 Jahren an die eintausend Mal geführt.

Snape war sich sicher, dass Albus als Nächstes seine Zitronenbonbons hervorholen würde und sie ihm anböte. Er würde ablehnen, wie immer, und dann würde Albus ihm einen warnenden Blick und einen guten Rat über Umgang mit Schülern geben. Er würde das alles ignorieren, Albus würde das wissen, und dann könnte er endlich wieder hinunter in die Kerker und vielleicht auf dem Weg noch ein paar hilflose Kinder erschrecken.

Doch diesmal wurde er enttäuscht.

„Nun Severus, da wir das alles schon ein paar Mal durchhaben", Untertreibung des Jahrhunderts, fügte er still hinzu, „sehe ich mich gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen."

Eine leicht sadistische Ader, deren Existenz Albus immer bestritt, machte sich bemerkbar.

Snape hob lediglich eine Augenbraue, auch wenn sein Innerstes sich zusammenzog. Albus' Maßnahmen bedeuteten Ärger – immer!

„Spuck es schon aus, alter Mann."

Das unvermeidliche Zwinkern kehrte in die Augen des Headmasters zurück.

„Da du so versessen darauf bist, bei jeder Gelegenheit Punkte abzuziehen, auch wenn es, wenn ich mal die Schüler zitieren darf, unfair ist, halte ich es für eine gute Sache, wenn du die gesamte nächste Woche keine Punkte abziehst. Lass mich das nochmal ganz deutlich betonen, Severus. Du ziehst nächste Woche keine Punkte ab, nicht einen einzigen, nicht einmal, wenn dein Klassenraum in Flammen steht und die Schüler über deinen brennenden Trankzutaten Würstchen grillen. Keine Punkte, keine Strafarbeiten. Ist das klar? Severus?"

„Kristallklar, Headmaster!"Die Worte waren zustimmend, doch der Ton besagte, dass diese Tat nicht ungesühnt bleiben würde.

Dumbledore rieb sich vergnügt die Hände.

„Sehr schön, sehr schön. Immer dran denken: Geben ist besser als Nehmen! Zitronenbonbon?"


„Ich werde an diesem Unternehmen nicht teilnehmen", zischelte Hermione ihren Freunden zu, als sie sich am nächsten Tag auf dem Weg zum Tränkeunterricht befanden. „Ich für meinen Teil hätte gern eine gute Ausbildung und einen interessanten Job, und dazu ist es nunmal nötig einen Schulabschluss zu haben. Snape wird uns umbringen oder rauswerfen. Ich weiss nicht, was davon ich schlimmer finden würde. Ihr solltet dringend darüber nachdenken, ob ihr das wirklich machen wollt. Es ist doch schliesslich nur ein alberner Wettstreit mit den Slytherins. Seit wann interessieren uns die?"

„Hermione", seufzte Ron, „versteh es doch endlich. Wir können einfach nicht gegen die Schlangen verlieren. Wir stehen wir denn dann da? Den Hauspokal haben wir jetzt sechsmal hintereinander bekommen, das ist nichts Besonderes mehr, aber wenn sie uns hier plattmachen, dann stehen wir bis an unser Lebensende so richtig bescheuert da. Von Slytherins ausgestochen. Willst du das wirklich erleben müssen?"

Harry sagte nichts, aber sein Kinn war leicht nach vorn geschoben, was soviel bedeutete wie: Ich höre dich, aber ich werde alles was du sagst ignorieren, weil ich mich bereits entschlossen habe zu tun, was ich tun will und nichts was du sagst, kann daran etwas ändern. Bäh!

Hermione sah ein, dass sie mit logischen Argumenten bei den Jungs nicht weiterkommen würde. Das musste irgendwas mit Testosteron und männlichem Stolz zu tun haben. So ergab sie sich dem Unvermeidlichen. Komischerweise legte sich indem Moment als sie den Raum betrat, Ruhe über sie und sie wurde von einem Frieden erfüllt, wie ihn nur jemand verspüren konnte, der wusste das er sterben würde und sich damit abgefunden hatte.

Kaum hatten sie sich alle an ihre Plätze gesetzt, flog auch schon die Tür auf und Snape betrat, offensichtlich in miesester Laune, den Raum. Das Kichern der Slytherin wurde durch das grimmige Gesicht des Tränkemeisters nur noch verstärkt, während die Gryffindors einander unsichere Blicke zuwarfen.

„Instruktionen an der Tafel. Beginnt!", schnappte der Professor und warf mit kalten Blicken um sich.

Snape machte seine Runden, wobei er es fertigbrachte, selbst eine Klasse voll von fast fertig ausgebildeten Hexen und Zauberern in Gehorsam zu starren. Weit davon entfernt, nach sieben Jahren an kalte Blicke, geheimnisvoll wehende Roben und sein patentiertes sarkastisches Lächeln gewöhnt zu sein, kauerten sich die Schüler tiefer in ihre Sitze. Das brachte Snape natürlich nur dazu, sich zu neuen Höhen der Grausamkeit aufzuschwingen.

Nach einer Weile des Schweigens und mehreren hämischen Blicken seitens der Slytherins, war der gefürchtete Moment gekommen. Aufmunterndes Nicken von seinen Freunden, ausser Hermione, begleiteten Harry, als er von seinem Stuhl aufstand. Augenblicklich verstummte das Kichern der Slytherins und alle sahen gebannt zu ihm.

Snape war die, selbst für seinen Unterricht ungewöhnliche, Stille aufgefallen und mit zusammengezogenen Brauen sah er zu dem Jungen-der-lebte-um-ein-Dorn-in-seiner-Seite-zu-sein.

„Mr Potter, ich kann mich nicht entsinnen Sie aufgefordert zu haben, sich von Ihrem Stuhl zu erheben. Setzen Sie sich, sofort!"

Doch Harry setzte sich nicht. Er starrte zu Boden und begann dann langsam zu singen.

Komm her und lausche meiner Stimme,

ich habe dir was zu erklär'n

hörst du das Herz in meiner Brust?

Pass auf ich habe dich gern!

„Was war das, Mr Potter?"

Verhaltenes Lachen ertönte von seiten der Slytherins und Snape, der aufgestanden und ein paar Schritte nach vor gegangen war, starrte auf Harry, wie eine Schlange, die versuchte ein Kaninchen zu hypnotisieren. Nur das dieses Kaninchen sich nicht hypnotisieren liess, sondern statt dessen weitersang.

Weiss nicht genau wann es passierte,

ein unbeschreiblicher Moment

ich sah dich an und in mir rührte

sich ein Gefühl das brennt.

Das Lachen war nun stärker, doch Snape war nicht im Geringsten amüsiert.

„Mr Potter, das sind 30 Punkte Abzug für Gryffindor und jetzt SETZEN SIE SICH! Ich weiss nicht, was dieser Unfug soll, doch ich kann Ihnen versichern, dass das ein Nachspiel haben wird"

Mit einem Mal stimmten alle anderen Gryffindors ein.

Sieh du Schöner was ich habe,

willst du diesen Ring von mir?

Streif ihn über und dann sage,

ja, fortan gehöre ich dir.

Snape erstarrte. Er hatte nicht die geringste Ahnung, was das hier sollte, aber offensichtlich konnte er es nicht stoppen. Er liess seine Roben dramatisch aufwirbeln und setzte sich wieder hinter seinen Schreibtisch. Sein Blick glitt über die Gesichter der Gryffindors, die komplett in Richtung des Bodens gewandt waren und unglaublich schuldbewusst wirkten. Dann sah er hinüber zu den Slytherins, welche voller Schadenfreude das Geschehen verfolgten.

Harry begann mit dem nächsten Teil seines Solos.

Hielt mich fortan in deiner Nähe,

war stets bei dir wenn Unheil droht,

verscheuchte Schatten und Probleme,

hielt Wacht bis ins Morgenrot.

Na, das war ja wohl eher unwahrscheinlich, dachte Snape. Oh ja, Harry war oft in seiner Nähe gewesen, wenn Unheil nahe war, aber meistens WAR er das Unheil und Probleme hatte er wohl bisher nie verscheucht. Naja, bis auf das mit Voldemort, aber Snape war im Moment wirklich nicht in der Stimmung, das gelten zu lassen.

Dann ging ihm ein Licht auf. Natürlich, der Streiche-Wettstreit. Sie waren im siebten Jahr und das hier waren Slytherins beziehungsweise Gryffindors. Der Wettstreit war die letzten Jahre ausgefallen, entweder wegen irgendwelcher Vorfälle, an denen meistens Potter schuld war oder nie bis in seinen Unterricht gekommen, weil die Schüler zuviel vor ihm Angst hatten. Das Jahr in dem die Weasley-Zwillinge ihren Abschluss gemacht hatten, hatten die Slytherins vorgezogen, den Wettstreit nicht einzufordern. Irgendwo verständlich, die hätten nicht die geringste Chance gehabt, das musste selbst Snape zugeben. Aber er entsann sich aus den Jahren vorher an den Konkurrenzkampf.

So ging es über viele Jahre.

In mir der Sturm schon schmerzhaft tobt.

Schliess dich im Traum in meine Arme,

während ich dir Treue gelobt.

War dieses Lied auch irgendwann mal zuende? Snapes Blick fiel auf Draco Malfoy, der sein Grinsen nur schlecht verbergen konnte und ihm war alles klar. Der Einfall kam natürlich von ihm. Was hatte er auch anderes erwarten können? Aber auch, wenn er jetzt verstand, so würde er doch grösstes Vergnügen daraus ziehen, Potter nach allen Regeln der Kunst zu bestrafen.

Sein Gespräch mit Dumbledore fiel ihm wieder ein und er rieb sich mental die Hände. Seine ich-darf-keine-Punkte-abziehen-Phase begann erst nächste Woche. Ein kleines, gemeines Grinsen schlich sich auf sein Gesicht. Er fühlte sich, als ob Weihnachten dieses Jahr nach vorn verlegt worden wäre.

Der Refrain wurde wieder von allen Gryffindors gemeinsam gesungen, ausser von Ms Granger, wie er überrascht feststellte. Die kleine Alleswisserin saß mit einem schmollenden Gesichtsausdruck an ihrem Platz. Nun, das war interessant.

Sieh du Schöner was ich habe

Willst du diesen Ring von mir?

Streif ihn über und dann sage,

ja, fortan gehöre ich dir!

Stille kehrte ein und wurde noch in der gleichen Sekunde von dem Signal des Stundenendes unterbrochen. Erleichterung machte sich bei den Gryffindors breit und sie alle versuchten in Windeseile aus dem Raum zu entkommen, doch zumindest für Harry kam jede Hilfe zu spät.

„Mr Potter..."

Harry erstarrte mitten in der Fluchtbewegung. Snapes Tonfall klang übel, aber Harry dachte einen Unterton finsteren Vergnügens herauszuhören.

„Sorry, Mann", murmelte Ron, als er verschwand.

„Ich hab dir gesagt, es ist eine dumme Idee", flüsterte Hermione, sah ihn mitleidig an und ging, während sie sich auf die Unterlippe biss.

Schliesslich war er mit Snape allein.

„Nach dieser mehr als ungewöhnlichen Erklärung Ihrerseits, wäre es doch wirklich unhöflich, wenn ich Ihnen nicht entsprechend erwidern würde. Da Sie offensichtlich so gern Zeit in meiner Nähe verbringen, denke ich, ein Monat Nachsitzen, ab heute Abend 8 Uhr, mit mir müsste Ihren Wünschen entgegenkommen, meinen Sie nicht?"

Harry lief, wenn möglich, noch röter an als er ohnehin schon war, stotterte ein „Ja, Sir", heraus und verschwand.

Snape gestattete sich ein weiteres Grinsen voller Bosheit und machte sich daran die nächste Stunde vorzubereiten. Wenn er ehrlich war, dann war ihm nach dem entsetzen Ausdruck auf Potters Gesicht gerade, nach einem Glas Brandy und einem kleinen Luftsprung zumute.

Er stellte fest dass es wahr war. Geben war tatsächlich besser, denn Nehmen.

Harry betrat den Gemeinschaftsraum und hielt einen Fingern hoch.

„Eine Woche?", fragte Dean.

Harry zog einen Flunsch.

„Einen Monat?", fragte Hermione und er nickte, worauf sie sofort versetzte: „Siehst du? Ich habe dich gewarnt, aber du wolltest ja nicht hören! Das hast du jetzt..."

„Mioneeeee!"

„Schon gut... Und jetzt?"

„Jetzt? Was denkst du wohl? Wir haben unseren Teil erfüllt, also heisst es jetzt Rache. Und ich weiss auch schon ganz genau, wie wir Malfoy und seine Bande drankriegen. Passt auf..."


Das Lied „Willst du" ist ohne freundliche Genehmigung von „Schandmaul" entliehen.

Zur Beruhigung einiger Leute, die meine update-„Eigenheiten"kennen: Ich schreibe im Augenblick am 8. Kapitel, somit sind die updates der nächsten Wochen gesichert!

Nächstes Mal: Kapitel 3 - Rache
Vielen Dank fürs Lesen, wir sehen uns in einer Woche.

viv