Schön, dass es euch wieder zu mir verschlagen hat! Ich versuche mich diesmal etwas kürzer zu fassen:
Ich liebe euch alle! Danke für die vielen, wundervollen reviews, danke Leaky fürs betan, danke Ven fürs Existieren und danke der Uni für gar nix!
Langsam wird's kritisch. Ich hab nach diesem hier nur noch drei vorgeschriebene Chaps und wie ihr wisst, Null Zeit. Das ist echt n Dilemma. #seufz# Na mal gucken, wird schon irgendwie hinhauen... jetzt aber erstmal viel Spass beim 10. Kapitel!
Geißel von Hogwarts
Kapitel 10 – Von Jägern, die zur Beute wurden
Severus stampfte durch sein Büro. Kinder! Es war zum aus der Haut fahren. Das musste man sich mal vorstellen: Seine eigenen Slytherins wandten sich gegen ihn, fielen ihm hinterrücks... na ja, in den Rücken eben. Undankbare kleine Biester! Man gab ihnen den kleinen Finger und fand sich tot und im Wald verscharrt wieder. Es musste, außer Punktabzügen und Strafarbeiten, noch eine Vergeltung geben, eine, die er benutzen konnte, eine, die grausam war und grausam und GRAUSAM!!!
Die versammelten Slytherin-Siebtklässler beobachteten besorgt, wie der Kopf ihres Hauses sich immer weiter in Rage lief. Es hätte keinen gewundert, wenn Rauch aus seinen Nasenlöchern gestoben wäre. Seine Hände, die er auf dem Rücken verschränkt hatte, öffneten und schlossen sich, als ob er sie in Gedanken jedem Einzelnen von ihnen um den Hals legen und sie würgen wollte.
Draco hatte gleich zu Anfang versucht, die Sache zu erklären, doch Snape hatte ihm einen derart giftigen Blick zugeschossen, dass er, leicht bleich um die Nase, in seinen Stuhl zurückgesunken war. Pansy und Millicent, die eigentlich nicht besonders leicht einzuschüchtern waren, saßen nebeneinander und hielten sich an den Händen. Crabbe und Goyle versuchten möglichst dumpf in die Gegend zu sehen, aber in ihren Augen sah man, dass ihre Gedanken darum kreisten, was Snape plante.
Der Einzige, der nicht dabei war, war Blaise. Und er war es auch gewesen, der die Situation zum Eskalieren gebracht hatte. Nach der Stunde, die die reinste Tortur gewesen war, da sie die ganze Zeit über Einspruch gegen Punkte erhoben hatten und ohne jeglichen Betrug Tränke gebraut hatten (die deswegen nicht halb so gut geworden waren, wie sonst), war Snape ohnehin schon am Kochen gewesen. Doch am Ende der Stunde, als die Gryffindors den Raum verlassen wollten, war Hermione, wie so oft, die Schultasche geplatzt und die Bücher hatten sich über den Boden ergossen.
Statt wie üblich darüber zu lachen, hatten Pansy und Blaise, die am nächsten saßen, ihre Hilfe angeboten und die Bücher aufgesammelt. Blaise hatte einen Reparo-Zauber gesprochen und dann, unter den wachsamen Augen von Snape, hatte er es gewagt, Hermione anzubieten, ihre Tasche für sie zum Gryffindor-Turm zu tragen. Diese hatte einen Blick auf Snape geworfen, der sie angeblitzt hatte, dann den gutaussehenden Jungen angelächelt, ihm die Tasche gegeben und sich in den angebotenen Arm eingehängt. Snape hatte sie auf dem Gang kichern hören und damit war es um den letzten Rest seiner Ruhe geschehen gewesen. Die Schuldigen waren für ihn klar, aber zum Frust ablassen hatte er gerade nur sein eigenes Haus. Die genauso schuld waren, wenn er es sich genau überlegte. Und in Reichweite. Pech für sie.
Mit einem Ruck drehte er sich zu seinen Schülern um und bedachte jeden von ihnen mit einem zornigen Blick. Schließlich baute er sich vor Draco auf.
„Erklären Sie Ihr Verhalten", sagte er mit ruhiger Stimme, die jedem klar machte, dass bei einem falschen Wort ein Unverzeihlicher die Folge sein würde. Draco schluckte nervös.
„Sehen Sie, Sir, das ist alles die Schuld der Gryffindors."
Das war schon eher nach Snapes Geschmack.
„Und weiter?"
„Also, da ist dieser Wettbewerb", Snape wedelte mit der Hand, um zu verdeutlichen, dass er den Teil bereits kannte, „blablabla und die Gryffindors haben uns gezwungen, drei Tage lang zu allen freundlich und fair zu sein. Wir müssen das machen, sonst verlieren wir", schloss Draco und sah seinen Lehrer und Paten an. Dessen Gesichtsausdruck lies ihn innehalten.
„Soso, der Wettbewerb schon wieder, was?", murmelte dieser versonnen. Ihm kam eine Idee. Sie war nicht fair und sie war auch nicht so richtig erlaubt, aber andererseits stand nirgendwo geschrieben, dass es nicht erlaubt war. Wieder einmal war er sehr froh, Slytherin zu sein.
„Mr Malfoy, vor der nächsten Aufgabe die sie alle bestimmen, wünsche ich, dass sie sich bei mir melden, verstanden?"
„So, Hermione", schnurrte Blaise, ihren Namen auf geradezu unanständige Weise betonend, „wo wir jetzt schon mal am Gryffindor-Turm sind, wäre ich wirklich daran interessiert, das Ganze auch mal von Nahem zu sehen. Was hältst du davon, wenn du mich mit hinein nimmst, hm? Nur so, zur Erkundung unbekannten Gebietes?"
Er lächelte sie an und Hermione bekam eine Gänsehaut. Was hatten diese Slytherins nur an sich, dass sie jedem noch so harmlosen Wort einen Unterton geben konnten, dass man, wäre man etwas weniger aufmerksam als Hermione, sofort gegen die nächste Wand laufen würde, weil man nicht mehr wusste, wo links und rechts war?
„Ähm, uh, ich, also...", gab Hermione zum Besten und auch ihr innerer Monolog klang nicht anders.
Blaise' Grinsen erweiterte sich um ein, zwei Zentimeter.
„Das war wirklich eine interessante Aneinanderreihung von Worten, meine Liebe", raunte er, während sein Gesicht ihr näher kam und seine strahlenden blauen Augen immer mehr von ihrem Sichtfeld einnahmen. „Sonst noch etwas?"
„Muh?"
„Blaise Zabini!", schrillte eine Stimme an Hermiones Ohr und die blauen Augen verschwanden aus ihrer Sicht. „Finger weg von Hermione, wenn du weißt, was gut für dich ist."
„Ginny", sang Blaise erfreut, während er sich elegant umdrehte und seine volle Aufmerksamkeit dem rothaarigen Mädchen widmete, welches mit kaltem Blick vor ihm stand. „Meine kleine Füchsin, was habe ich doch vermisst und gesucht."
„In Hermiones Gesicht wirst du mich sicherlich nicht antreffen", versetzte Ginny kühl.
„Mag sein, aber es schadet nicht, sicher zu gehen, oder, Liebling?"
„Ich bin nicht dein Liebling, Schlange, und werde es auch nie sein."
„Das ist ihre Version", zwinkerte Blaise in Hermiones Richtung und überwand dann die Distanz zwischen ihm und Ginny in wenigen, schnellen Schritten. „Ginny, Geliebte, wann wirst du endlich einsehen, dass ich der Richtige für dich bin?"
„Tja", Ginny überlegte, „nie?"
„Oh, du brichst mir das Herz", schniefte Blaise, „aber du wirst es schon noch erkennen. Wir sind perfekt füreinander. Intelligent, gut aussehend..."
„Mir ist schlecht!"
„Oh, Ginny, du bist so kalt, so abweisend, so grausam. Darauf steh ich. Komm schon, überleg dir, ob du nicht auch was für mich empfindest."
„Okay, hab drüber nachgedacht. Mir ist immer noch schlecht."
Blaise strahlte, als ob sie ihm gerade in die Arme gesunken wäre und verbeugte sich leicht vor den beiden.
„Slytherin", erinnerte er Ginny dann und verschwand im Gang.
„Was meinte er damit?", fragte Hermione und Ginny drehte sich zu ihr.
„Das heißt, dass er nicht aufgeben wird. Steht wohl irgendwo in diesem Slytherin-Kodex. Regel Nummer 23 oder so, gleich nach Regel 22: Niemand soll dir wichtiger sein als du selbst."
„Die haben einen Kodex?"
Kaum waren sie durch das Portraitloch gekommen, ließ sich Ginny in einen der Sessel vor dem Kamin fallen und seufzte aus tiefstem Herzen.
„Alles klar?", fragte Hermione besorgt. Sie nahm an, dass Blaise Ginny einfach zu sehr geärgert hatte. Stattdessen grinste das Mädchen über das ganze Gesicht.
„Ist er nicht absolut heiß?"
„Zabini?", versetzte Hermione erstaunt. „Ich dachte, du hasst ihn?"
„Was? Wie kommst du darauf? Wegen eben? Nein!", lachte die Rothaarige. „Das Spiel spielen wir schon seit letztem Jahr."
„Okay, das versteh ich nicht."
„Ganz einfach." Ginny zwinkerte. „Blaise, unser kleiner Frauenheld, hat sich in den Kopf gesetzt, mich ins Bett zu kriegen. Nicht, dass ich an und für sich etwas dagegen hätte. Aber für ihn wäre ich nur eine weitere Kerbe auf seinem Bettpfosten gewesen und das ist es nicht, was ich plane."
„Sondern?"
„Blaise mag es noch nicht wissen, aber seine Tage als notorischer Schwerenöter sind gezählt. Ich habe den Entschluss gefasst, dass er mir gehört und zwar komplett, wenn du verstehst."
„Du und Blaise?" Hermione war noch immer etwas verwirrt. „Und was bringt dann diese Ich-hasse-dich-verschwinde-Nummer?"
„Hermione", seufzte Ginny, „arme, unschuldige Hermione."
An diesem Punkt schnaubte die Braunhaarige mit einem Wenn-du-wüsstest-Blick, den sich Ginny für spätere Befragungen in einem Teil ihres Gedächtnisses speicherte.
„Es ist doch ganz klar. Ich schicke ihn regelmäßig in die Wüste. Er fühlt sich in seinem männlichen Stolz verletzt und versteht nicht, wie ausgerechnet ihm, dem Hengst von Hogwarts, so etwas passieren kann. Er betrachtete es nicht mehr nur als seine Aufgabe, sondern geradezu als seine Pflicht, mich zu kriegen, schafft es aber nicht. Er beginnt also, ständig an mich zu denken. Er sieht mich mit anderen und kleine, fiese Zweifel beginnen an ihm zu nagen. Was haben die anderen, was er nicht hat? Sieht er vielleicht doch nicht so großartig aus, wie er denkt? Er probiert seinen Charme an anderen Frauen aus und sie rennen ihm hinterher, wie sonst auch immer. Also ist nichts mit ihm anders, sondern ich bin anders. Das ist der wichtige Punkt. Er beginnt zu realisieren, dass ich anders bin. Und wenn es soweit ist, dann, BAM, hab ich ihn."
„Ginny?"
„Ja?"
„Du bist durchgeknallt!"
„Danke! Aber sieh es mal so: Um einen Slytherin um den Verstand zu bringen, musst du denken, wie ein Slytherin."
Hermione zog eine Braue hoch.
Das war in der Tat ein interessanter Punkt.
Draco schlurfte durch die Gänge. Normalerweise würde er sich um diese Zeit in seinem Gemeinschaftsraum befinden, doch das verhasste Rosa setzte sich den Bemühungen, es endlich verschwinden zu lassen, hartnäckig zur Wehr. Die Aufgabe von damals war gelöst, doch alle Slytherins hatten noch immer unter den Nachwirkungen zu leiden.
Potters Schuld, dachte er grimmig, alles Potters Schuld. Er sollte dafür bestraft werden, jah, bestraft.... Seine Gedanken wurden eindeutig zweideutig.
„Malfoy", summte eine vergnügte Stimme.
Wenn man vom Teufel spricht...
„WAS...", zischte Draco, bevor er sich an den Wettbewerb erinnerte und hinzufügte, „... kann ich denn für dich tun, Potter?"
„Uh, ist das ein Freifahrtsschein?"
„Ein was?"
Harry bemühte sich nicht damit, Draco den Muggel-Ausdruck zu erklären, sondern tapste stattdessen näher an den, sich zunehmend unwohler fühlenden, Slytherin heran.
„Weißt du, Malfoy, ich hab mich gefragt, wie du wohl in deinem Nachthemd aussiehst."
„WAS?"
Harry grinste. Gryffindor 1, Slytherin 0.
„Ich meine die spitzenbesetzten Nachthemden, die ihr tragen musstet. Ich habe mich gefragt, wie du darin aussahst. Was hast du denn gedacht? Wirklich, Malfoy, hol deine Gedanken aus der Gosse!"
Ich bring ihn um, ich bring ihn um, ich bring ihn um, sieh dir nur diesen Körper an, nein, nein, ich bring ihn um! Aber vorher vielleicht ein schneller... Nein, krieg dich ein. Runter, Junge! Und denk an den Wettbewerb. Nett sein. Mann, brauch ich heute Alkohol!
„Tut mir so was von Leid, dass ich dir diese Aussicht vorenthalten muss. Aber da die Aufgabe vorbei ist, haben wir uns die Zeit damit vertrieben, die Hemden zu verbrennen. Außerdem wärst du wohl ohnehin nicht in unseren Raum gekommen."
„Und wenn ich ganz nett gefragt hätte?"
Dann würdest du jetzt nicht stehen können.
„Dann auch nicht."
„Und wenn ich jetzt ganz nett frage?"
Er geht zu weit, ich kann das nicht mehr...
„Dann hätte ich wohl keine andere Wahl."
„Du klingst gar nicht erfreut?"
Draco knirschte mit den Zähnen. „Entschuldige! Ich meinte: Ich würde mich außerordentlich freuen, dir unseren Gemeinschaftsraum zeigen zu dürfen."
„Schön. Da der Unterricht ohnehin vorbei ist und ich gerade nichts vorhabe, werde ich deiner Bitte nachgeben."
Dafür krieg ich dich, Potter, das schwör ich dir.
Verschiedene Schüler schauten nicht schlecht aus der Wäsche, als Harry Potter neben Draco Malfoy in die Kerker lief und dort geradewegs in Slytheringebiet.
Öhm, ja. Viel Spass, Harry.
Für diejenigen, die jetzt befürchten/hoffen, dass ich den Ginny/Blaise-Plot ausbaue: Das wird nur so am Rande mitlaufen, aber ich kann Blaise einfach nicht widerstehen. Ich hab ihn in meiner letzten Story einfach zu sehr ins Herz geschlossen. Es wird noch massenhaft Pairings geben, aber die Mainpairings bleiben HP/DM und HG/SS.
Nächstes Mal: Kapitel 11 – Ein Löwe in der Schlangengrube
Smut is coming! #fg#
Vielen Dank fürs Lesen und wir sehen uns in einer Woche.
Viv
