Morgen!

Liebe Schüler: Wie war das Abi?

Liebe Azubis: Wie war die Abschlussprüfung?

Liebe Studenten: Kommt es euch nicht auch vor, als ob das Semester schon seit 4 Monaten läuft?

Jah, mein Leben ist wie eine Bobrennbahn: Rechts ne Mauer, links ne Mauer und immer bergab. Nein, so schlimm ist es nun auch nicht, aber stressig, echt stressig. Naja, aber das braucht euch ja nun nicht zu belasten (obwohl... geteiltes Leid ist halbes Leid... wenn ich es also mit jedem von euch teile, hab ich nur noch einen winzigen Bruchteil übrig... hm...).

Ja, ein neuer Teil wurde endlich von mir ins Leben gerufen. Nachdem ich in der letzten Woche so zahlreiche crucio-gespickte emails bekommen habe, konnte ich euch einfach nicht mehr ignorieren (glaubt mir – ich habs versucht #g#).

Disclaimer: Seh ich blond, reich und britisch aus? Nein? Na dann gehörts wohl auch nicht mir... #seufz#

Anmerkung: Wer von euch keine Adresse für die beim letzten Mal erwähnte Internetseite bekommen hat, der hat mir auch keine email-Addi geschickt. Ein paar waren so frei. Und noch was: Da ich mich immer einloggen muss, um eure email-Adressen hier auf ffnet rauszubekommen, wäre es nett, wenn ihr sie einfach in eure Mail reinschreiben würdet. Spart mir Zeit.

Credits: Leaky – danke! Best beta evva! Und ja, ich weiss, ich hätte es dir früher sagen sollen, aber ich war halt zu schüchtern. Ich kann mit Zurückweisung nicht umgehen! #fg# Und keine Angst... Happy End... was ist das? #tehee#

Reviews:

Minnie: Japp, fängt mit play an. )

Mrs Galadriel: Sorry, aber die Geschichte gibt's nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr im Netz. Wir (Ven und ich) haben sie vorerst abgebrochen, da ich auf der Seite, auf der ich sie hochgeladen hatte, nicht mehr veröffentliche. Zuviel Stress mit minderjährigen Lesern. Aber falls es weitergeht, wird ich dich informieren.

Whizzy82: Siehe bitte oben, bei Mrs Galadriel. Ich update dort nicht mehr und hab dort auch nichts mehr zu schaffen.

Lara-Lynx: Ja, ich hab schon gemerkt, dass hier einige Harry/Draco oder Hermione/Serverus-OTP-fans die Geschichte verfolgen, obwohl es auch andere pairings gibt. Das freut mich natürlich. Ich hoffe, die Geschichte gefällt dir auch weiterhin.

Zizou: Jah, die Chancen stehen gut. #g#

Wintersoul: #sich geehrt fühlt#

Malina und Thea P.: Jaja, die Prioritäten. Eine Last sind sie. #g# Schön, dass der sogenannte Unterhaltungswert der Geschichte dich (euch) so unerwartet erfreut hat. Da kann ich nur hoffen, dass es vielleicht so weitergeht. #g#

Zoomzoom-pig: Hauen? Mich? #rrrrrr# Versprich nichts, was du nicht halten kannst! #fg# Ich warte auf den Tequila.

Anyanka3: Oh, das hört sich nach einem neuen fan an. #freu# Aber bemitleide Lupin nicht zu sehr, denn... ohoh...fast hätt ich mich verplappert...

Yuy: Einen Fanclub? Für mich? Was heisst hier nicht ernst nehmen? Das nehme ich sehr ernst! Na dann mal los – amüsiert mich! Das war die Erlaubnis! Und jetzt hopp! Fanclub gründen. Ihr dürft gern jederzeit vor meinem Haus zelten, da hab ich gar kein Problem mit. #g# Wie war das Abi?

Vengari: #sich auf den Boden wirft und winselt# Verzeih mir!

An alle:

Ich danke euch für eure lieben, squeee-igen, unterstützenden, hinreissenden reviews!

Allgemeines: Nach den letzten reviews möchte ich folgendes bekanntgeben:

Nein, ich säubere nicht eure Monitore, Tastaturen etc.

Tut mir leid, wenn euch eure Familien, Mitbewohner oder Nachbarn nach dem Lesen der Story für verrückt halten. Aber ich stelle keine Kaution für euch. Wovon auch? #g#

Ziemlich viele snarry-Liebhaber hier, eh? Ja, kann schon sein, dass ich irgendwann, wenn ich mal Zeit hab, ein alternatives Chap 15 schreibe. Eines mit einer überflüssig langen und unheimlich versauten Sexszene. Wie wärs mit einem spanking für Harry? #fg#

Nu is aber gut. Auf zum Kapitel:

Geißel von Hogwarts

Kapitel 16 – Trick me once...

Denken Sie, ich wüsste nicht, was Sie mit Hermione gemacht haben? Dass Sie Ihre Rolle als Lehrer missbraucht haben? Sie hat uns alles erzählt. Sie sind ein Witz, Snape und waren nie etwas Anderes für Hermione. Denken Sie wirklich, sie hätte sich in Sie verliebt? Sie begehrt? Es war alles geplant. Und wir haben über Sie gelacht!"

xxx

Der Arbeitsraum glich einem Katastrophengebiet. Er war nicht mehr länger ein Raum, der einen verrückten Wissenschaftler zum Lachen brachte; nein, eher würde sein jetziger Anblick jedem noch so Verrückten die Tränen in die Augen treiben. Der Ausspruch „kein Stein mehr auf dem anderen" war nur deshalb nicht zutreffend, weil die Mauern noch standen. Aber alles andere lag zerbrochen, zerfetzt und zerstampft herum. Inmitten des Chaos stand Severus, die Haare leicht zersträubt, die Augen wild und die Atmung schnell und zornig.

So, sie hatte ihn also zum Narren gemacht, ja? Sich über ihn amüsiert? Ihn der Lächerlichkeit preisgegeben?

Ein Mundwinkel kräuselte sich in ein kaltes Lächeln. Das Goldene Trio hatte sich nach dem Krieg gegen Voldemort also dazu entschlossen, jetzt gegen ihn vorzugehen, ja? Er schnaubte. Dieses Spiel konnten zwei Seiten spielen. Und im Gegensatz zu den Gryffindors kannte er die Regeln. Nämlich, dass es keine gab. Sein Rücken straffte sich und er fuhr mit einer Hand glättend durch die Haare. Ein berechnender Gesichtsausdruck ersetze die zornige Hitze.

Oh ja, Miss Granger und Mr Potter würden sich noch umsehen! Sie hatten ja nicht die geringste Ahnung, mit wem sie sich da eingelassen hatten!

Er accio'te seinen Stuhl wieder aufrecht und setzte sich. Die Ellenbogen auf die Knie gestützt, verschränkte er die Hände vor sich und legte die Daumen an sein Kinn.

Und begann zu planen...

Denn Rache servierte man am besten eiskalt...

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Als Harry durch das Portraitloch in den Gryffindorgemeinschaftsraum kam, sah er sich um. Hermione saß mit Ginny auf der Couch am Feuer. Sie wisperten und giggelten ab und zu. Sag es ihr, verlangte sein Gewissen und er war schon fast auf dem Weg zu ihr, als ein anderer Gedanke in seinen Kopf schlich.

Es ist besser so.

Harry hatte immer gewollt, dass seine Freunde ein Teil seiner Zukunft waren. Sie waren seine Familie, die Menschen, die er liebte und die er immer um sich haben wollte. Snape war kein Teil dieser Zukunft.

Er stoppte mitten im Schritt und beobachtete die beiden Mädchen. Braunes Haar vereinte sich im Feuerschein mit glänzend rotem, als sie sich zueinander beugten und Harry fand sich selbst lächeln.

Ja, es war besser so. Der Bastard hätte ihr irgendwann das Herz gebrochen. Er hatte ihr das erspart. Es war besser so.

Warum aber, hörte es sich dann an, als würde er versuchen, sich selbst davon zu überzeugen?

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Der Donnerstag dämmerte heran und die Sonne hievte sich genauso widerwillig in die Höhe, wie ein Student um elf Uhr morgens. Schüler wie Lehrer wälzten sich träge in ihren Betten und hier oder da ließen vereinzelte, unglückliche Wesen gemurmelte Traumgeständnisse entweichen, wegen derer sie sich schon wenige Stunden später im Bestfall schämen und im schlimmsten Fall durch aufmerksame Mitbewohner gedemütigt fühlen würden.

Krummbein maunzte gelangweilt, während er Mrs Norris vor der Statue der einäugigen Hexe ein Bein stellte und selbst die Portraits an den Wänden konnten der Verheißung der langsam aufgehenden Sonne nichts abgewinnen.

Insgesamt konnte man guten Gewissens behaupten, dass Hogwarts dalag, wie ein Faultier auf Valium.

Unterbrochen wurde die allgemeine Harmonie lediglich durch eine übergroße Fledermaus, die auf der Suche nach Kaffee durch das Schloss marodierte. Professor Severus Snape, seines Zeichens übernächtigt, stinksauer und auf kleiner Flamme brodelnd, überzog die Hauselfen bereits mit Flüchen noch ehe er in Hörweite war. Nachdem er die hilflosen kleinen Wesen gehörig terrorisiert hatte und selbst Dobby den Tränen nahe war, zog er triumphierend mit seiner Kriegsbeute – eine Kanne schwarzen Kaffees – davon, um sich ein neues Opfer zu suchen.

Da leider noch kein Schüler wach war und auch Albus wohlweislich ein neues Passwort für sein Büro ausgewählt hatte, blieb ihm nichts weiter übrig, als seine Laune an einem Stück Pergament auszulassen, welches er mit „Überraschungstest Siebtklässler" betitelte. Während er gerade ein fröhliches „Das wird euch lehren nicht aufzupassen, ihr kleinen..." von sich gab, fiel sein Augenmerk auf den Brief, der ihm gestern Nacht per Eule zugestellt worden war. Da das unglückliche Tier das Pech gehabt hatte, nach dem Zwischenfall mit Potter bei ihm aufzuschlagen, ging er davon aus, dass es ein paar Wochen dauern würde, bis es seinen frechen Schnabel wieder irgendwo blicken lassen würde. Solange, schätze er, würde es dauern, bis ihr die Schanzfedern wieder nachgewachsen waren, die sein stupefy dahingerafft hatte.

Er öffnete den Brief und ließ ihn fast im selben Moment angewidert sinken. Lupin. Die einzig übriggebliebene Nemesis, die ihn noch immer aus den Tagen des Traumas, das seine Jugend gewesen war, verfolgte. Der letzte Marauder. Sein Rivale um den Posten des Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Er konnte Dumbledores Worte noch immer in seinen Ohren ringen hören.

Kriegsheld, bla bla bla, Tausende Unterschriften für seine Wiedereinstellung, bla bla bla... Orden des Merlin erster Klasse bla bla bla...

Snape hätte wissen müssen, dass es eine Verschwörung war!

Der Brief war Snapes Meinung nach genauso belanglos wie uninformativ und hätte als Anzünder für einem Kamin einen wesentlich nützlicheren Lebenszweck erfüllt. Lupin faselte darüber, welche Veränderungen ihm durch das neue Rezept seines Trankes aufgefallen waren – nichts, was Snape nicht erwartet hätte – dass ihm nach seiner Rückverwandlung ziemlich schlecht gewesen war – etwas, das Snape nicht zu ändern gedachte – und dass der Trank trotz der Verbesserungen noch immer furchtbar schlecht schmeckte. Der Tränkemeister grinste. Ja, es hatte ihn zwar Zeit und Mühe gekostet, den Geschmack ekelhaft bleiben zu lassen, aber es hatte sich offenbar gelohnt.

Er warf einen Blick auf den Kessel, der einen Tisch weiter stand und die nächste Dosis Wolfsbanntrank enthielt. Es wäre doch wirklich gemein, jetzt noch etwas Pixiestaub hinzuzufügen, oder?

Snape stand grinsend auf und schlenderte zu dem Kessel.

Er freute sich wirklich auf die nächste Unterhaltung mit Lupin nach dem kommenden Vollmond.

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Hermione erwachte aus einem herrlichen Traum, der weniger mit Wiesen und Sonnenschein zu tun hatte, als mehr mit Kerkern und Tischen. Sie streckte sich ausgiebig, bis das schmerzhafte Knabbern an ihren Zehen ihr mitteilte, dass es Zeit war, Krummbein zu füttern. Joyce schnarchte geräuschvoll von ihrem Platz an der Wand. Seit sie sich Hermione offiziell vorgestellt hatte, war ihre Zurückhaltung, ihre Anwesenheit bekannt zu machen, rapide geschwunden.

Hermione stellte Krummbein sein Frühstück hin, welches er sich ohne Umschweife einverleibte, um anschließend mit großen Augen auf die Tatsache hinzuweisen, dass er seit Jahren nichts zu fressen bekommen hatte und am Verhungern war. Da sie ihn ignorierte, machte er sich schnaubend auf den Weg in die Küche, um dort den Elfen etwas abzuschnorren oder gegebenenfalls auch mit knurrenden Drohungen zu erkämpfen. Er wusste es zwar nicht, aber die Hauselfen waren durch Snapes früheres Erscheinen heute nicht in der Lage, blitzenden Augen und gebleckten Zähnen zu widerstehen.

Der Busch, der sich Hermiones Haar schimpfte, bewegte sich inzwischen in Richtung des Badezimmers, wo es nach der Dusche den üblichen morgendlichen Kampf gab: Mädchen vs. widerspenstiges Gestrüpp. Die Chancen standen wie immer 50 : 50. An diesem Morgen gewann Hermione. Nach dem sie den Mopp in Unterwerfung geprügelt und ihre Uniform angezogen hatte, machte sie sich mit der widerlichen guten Laune, die Menschen zu eigen ist, die in den ersten Anfängen des Verliebtseins schweben, auf den Weg zum Schlafraum der Jungen, wo sie ohne Umschweife gegen die Tür zu hämmern begann, bis blutunterlaufene Augen vor ihr auftauchten.

„Was'n los?", quengelte Seamus, gähnte ausgiebig, so dass auch ein Blinder seine Mandeln sehen konnte und schlief fast im Stehen wieder ein.

„Aber Seamus", säuselte Hermione im Tonfall von zuckersüßem Sadismus. „Die NEWT's in Zaubertränke beginnen in zehn Minuten. Sag bloß, dass hast du vergessen?"

Das geräuschvolle „Klonk" das ihr antwortete und in Abwandlung viermal wiederholt wurde, sagte ihr, dass es nicht nur den Iren umgehauen hatte, sondern auch all seine Zimmergenossen aus den Betten gefallen waren. Die Tür fiel vor ihrer Nase ins Schloss und hektisches Gekreische, Fußgetrampel und Wimmern verrieten ihr, dass keiner der fünf Jungen den Verstand hatte, auch nur eine Minute innezuhalten und zu erkennen, dass sie gerade verarscht wurden.

Exakt 4,5 Minuten später flog die Tür auf und fünf halbbekleidete junge Männer stürmten an ihr vorbei in Richtung Treppe.

„Äh... Harry?", versuchte Hermione es.

„Kann nicht reden, muss lernen", war die verzweifelte Antwort. Das Headgirl schüttelte den Kopf. Na schön, sie würde später dafür büßen müssen, aber im Moment war es einfach zu witzig.

Sie machte es sich kurze Zeit später am Gryffindortisch in der Großen Halle bequem und freute sich, endlich mal nicht um jeden Bissen mit einem Rudel hungriger Kerle kämpfen zu müssen, als sich ihre Nackenhaare sträubten. Das wäre an und für sich niemandem aufgefallen, da ihre Haare ohnehin meist aussahen, als hätte sie einen elektrischen Schlag bekommen, doch der Zopf verhinderte diesen Eindruck heute. Sie hob den Kopf und ihr Blick kreuzte sich mit Snapes Blick, der ihr durch und durch ging. Ein Schauer lief ihr den Rücken hinunter, was nicht unwesentlich auch damit zu tun hatte, das Dumbledore und McGonagall ein Brötchen teilten, aber hauptsächlich war es Snapes Blick. Er war heiß, er war zornig, er war stinkwütend.

Hermione presste die Beine zusammen. Rrrrrr, ein wütender Tränkemeister war ein wirklich erregender Tränkemeister.

Sie schlug sich mental mit einem Lineal auf die Finger. Böse Hermione. Böse, böse Hermione.

Sie hatte ja keine Ahnung.

Jede weitere geistige Beschäftigung mit Snapes eindeutigen Stärken wurde ihr jedoch verwehrt, als die männlichen Gryffindors der siebten Klasse mit Raubtierblick die Halle betraten. Ob die Blicke ihr oder dem Frühstück galten, da war sie sich noch nicht ganz sicher. Das erste Brötchen hatte noch nicht ganz den Weg in seinen Magen gemacht, als Ron knurrte: „Dueischt assass Konscheennsen habwit?"

Sie zog eine Braue hoch. „Wie bitte?"

Er schluckte und griff nach dem nächsten Brötchen. „Du weißt, dass das Konsequenzen haben wird?"

„Ja, das war echt fies", fügte Harry mit leidender Miene hinzu. „Du hättest mich fast umgebracht! Versuchst du jetzt, in Voldemorts Fußstapfen zu treten?"

„Wir werden uns rächen", zischelte Dean. „Fürchte dich!"

Sie rollte die Augen. „Ich bebe in meinen Designerschuhen. Seht ihr mich zittern?"

„Du hast doch die gleichen Schuhe wie wir alle, oder nicht?", piepste Lavender nervös, durch diese wichtige Thema aus ihrer morgendlichen Lethargie geschüttelt.

„Ja schon", erwiderte Hermione arrogant, „aber an mir sehen sie gut aus." Das brachte Lavender zum Schweigen. Das braunhaarige Mädchen wandte sich wieder zu Harry und den anderen Jungen um. „Und was euch angeht: Wärt ihr etwas intelligenter als ein durchschnittlicher Hinkepank, dann hättet ihr gleich geschnallt, dass ich bloß Spaß mache – den Blick kannst du dir stecken, Ronald! – und eure Rachepläne könnt ihr vergessen, denn die echten NEWT's kommen bald und wen werdet ihr dann wieder um Hilfe anflehen?"

Betretenes Schweigen machte sich breit.

Dann lächelte Seamus breit: „Noch ein Brötchen, geliebte Intelligenzbestie und Retterin meiner Noten?"

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Draco, der den Vorfällen am Gryffindortisch bestimmt mehr Aufmerksamkeit gewidmet hätte, wenn er (denn) da gewesen wäre, betrat in Glanz und Glorie die Große Halle. Niemand beachtete ihn. - Er hasste die ganze Welt! Er ließ sich mürrisch neben einem ekelhaft gut gelaunten Blaise Zabini auf die Bank fallen.

„Morgääään!", dröhnte dieser lauthals, so dass Millicent, der der Kater ins Gesicht geschrieben stand, sich fast auf den Tisch übergab.

„Du kannst mich an meinem wohlgeformten Hintern lecken", erwiderte Draco hoheitsvoll schlechtgelaunt.

„So viel Geld hast du nicht", gab Blaise zurück. „Außerdem angle ich nicht auf deiner Seite des Ufers. Hör endlich auf dich nach mir zu verzehren, Draco! Es tut dir nicht gut. Geh raus, lebe! Du musst über mich hinwegkommen. Ich weiß, dass es schwer ist. Ich könnte ohne mich auch nicht leben. Aber deine Sehnsucht wird unerfüllt bleiben, also versuch es. Versuch es! Das Leben muss weitergehen, egal wie grau und trostlos es dir auch vorkommen mag und..."

„Zehn Galleonen für den, der ihm das Maul stopft", murmelte Draco und Pansy, nie jemand, der einen leichten Job ablehnte, steckte Blaise mit der einen Hand ein ganzes Brötchen in den Mund und hielt die andere in Dracos Richtung auf. Draco zahlte. Blaise kaute. Dann grinste er Pansy an.

„Ich liebe es, wenn schöne Frauen mich füttern", schnurrte er und ließ eine Hand unter dem Tisch verschwinden.

„Oh bitte!", stöhnte Millicent. „Ich versuche hier zu essen!"

Blaise, der ein radikaler Verfechter von Gleichberechtigung war, ließ auch die zweite Hand unter dem Tisch verschwinden. Millicent hatte plötzlich keine Einwände mehr. Dermaßen abgelenkt hatte er keine Chance, die Tomate abzufangen, die auf einmal aus dem Nichts kam und gleich darauf mit seiner Hautfarbe kontrastierte.

Am Gryffindortisch wischte sich Ginny die Hände ab. Der Schwerenöter hatte es nicht anders verdient.

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Kaum, dass die Klasse sich an diesem Nachmittag in den Kerkern eingefunden hatte und jeder an seinem Platz im Zaubertränkeraum saß, flog auch schon die Tür zum angrenzenden Büro auf und Snape kam mit wehenden Roben und mürrischem Gesichtsausdruck hereingestürmt. Sein Auftritt, wohl einstudiert und über die Jahre perfektioniert, hatte wie immer den erwünschten Erfolg, als sich Stille wie ein Leichentuch über die Schüler breitete. Einzig Hermione beobachtete ihren Professor mit glänzenden Augen. Sie mache ich nichts daraus, dass er sie nicht beachtete, denn es war ihr ja klar, dass er sie nicht vor der ganzen Klasse in seine Arme zerren konnte. Schade eigentlich...

Die Instruktionen zierten bald darauf die Tafel und die Siebtklässler holten sich ihre Zutaten aus der Vorratskammer. Hermione schlenderte absichtlich ein wenig langsam an Snapes Tisch vorbei und warf ihm ein kleines Lächeln zu, doch seine Reaktion ließ ihr Lächeln schnell erstarren.

„Hören Sie auf zu trödeln, Granger", grollte Snape kalt und Hermione, mit erschrocken aufgerissenen Augen, beeilte sich ihre Sachen zu holen. Als sie sich an ihrem Tisch niederließ, sah sie ihren Liebhaber mit verwirrtem Blick an. Er hatte sie bei ihrem Nachnamen genannt, mit einem Ton, der ihr Schauer den Rücken hinabjagte und nicht die der guten Sorte. Das war keine verspielte Neckerei. Was war bloß mit ihm los?

Die Stunde verging quälend langsam. Snape befand sich noch immer in der Phase, in der er keine Punkte abziehen durfte, aber seine Zunge war scharf genug, auch den abgebrühtesten unter ihnen fertigzumachen. Neville war keine Herausforderung, sein Kessel explodierte bereits nach 5 Minuten, doch dass Dean seinen Trank hochjagte, kurz danach gefolgt von Lavender und schließlich einem grimmig dreinblickenden Draco, war ein Rekord. Harrys zusammengemischtes Zeug, was auch immer es sein mochte, hinterließ nur aus dem Grund keine Spuren an der Decke, weil er nicht dazu kam, es zu erhitzen. Snape hielt ihn die ganze Stunden verbal auf Trab und Harry sah bald so aus, als ob er bereit wäre, einen Mord zu begehen.

Doch am schlimmsten traf es Hermione. Zwar war sowohl der Klasse, als auch Snape zu seinem Bedauern klar, dass sie noch so durcheinander sein konnte, aber trotzdem niemals eine Aufgabe nicht lösen würde, doch der beständige Schauer aus kleinen Spitzen und Grausamkeiten, die er konstant auf sie hernieder hageln ließ, hatte sie bald soweit, dass ihre Hände und Knie zitterten und ihr Gesicht vor Demütigung tiefrot war.

Hermione verstand die Welt nicht mehr. Noch gestern hatte es so ausgesehen, als ob sie beide etwas teilten; etwas, das über die körperliche Befriedigung hinausging und jetzt war er derselbe alte Bastard, der er immer gewesen war. Was war passiert? Sie hatte nichts gesagt oder getan, was eine derartige Wandlung hätte hervorrufen können.

Als die Stunde vorbei war, waren es nicht nur Dean und Seamus, die draußen dankbar auf die Knie sanken.

Hermione hielt sich absichtlich mit dem Aufräumen und Einpacken zurück. Als alle anderen außer ihr und Snape den Raum verlassen hatten, ging sie auf den Tränkemeister zu. Bei jedem Schritt zwang sie sich zur Ruhe. Als sie seinen Tisch erreicht hatte, wollte sie gerade zur Rede ansetzen, als er, ohne den Kopf zu heben, einen Strich durch ihre Rechnung machte.

„Noch immer hier, Granger? Meine Güte, ich scheine in Ihnen eine gewisse Vorliebe für Erniedrigung gefunden zu haben, nicht wahr?"

Er hob den Kopf und seine kalten, schwarzen Augen schnitten durch Hermione. Sie starrte ihn ungläubig an, doch er war bei weitem noch nicht fertig.

„Was wollen Sie denn noch, hm? Eine weitere Runde Sex auf dem Tisch?"

Er fegte mit einem Arm die Pergamentrollen, die vor ihm lagen, zur Seite und sah sie höhnisch an.

„Von mir aus gern, Ms Granger. Es ist eine entspannende Art, Stress zu reduzieren. Na los, zieren Sie sich nicht so. Ziehen Sie sich aus. Worauf warten Sie?"

Hermiones Kehle wurde eng.

„Warum tust du das, Severus?", flüsterte sie mit erstickter Stimme. „Was ist los mit dir?"

„Was soll mit mir sein, Ms Granger?" Sein Lachen war eisig. „Ist es nicht das, was Sie wollen?" Seine Augen blitzten und seine Stimme wurde leise und grausam. „Na los, entscheide dich. Zieh dich aus oder verschwinde."

Seine Worte schienen nur langsam zu Hermione durchzusickern, doch als ihr die volle Bedeutung klar wurde, trat sie einen Schritt zurück.

„Du Bastard! Wie kannst du es wagen?"

„Was ich wage und was nicht, ist meine Sache. Darf ich daraus schließen, dass du nicht interessiert bist?"

Hermione warf ihm einen Blick voller Abscheu zu, dann drehte sie sich um und ging zur Tür.

„Eine Sache noch, Granger."

Sie blieb stehen, drehte sich jedoch nicht um.

„Für Sie bin ich „Professor Snape". Die kleine Episode neulich bedeutet nicht, dass Sie mich mit meinem Vornamen ansprechen dürfen."

Die Tür fiel krachend ins Schloss.

Zurück blieb Severus mit einem unheilverkündenden Lächeln auf den Lippen. Auch wenn sie es nicht wusste, aber das war gerade erst der Anfang gewesen.

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Das nächste Kapitel ist in Arbeit. Wir werden endlich zu unserem kleines Hogsmeade-Abend mit Harry und Draco kommen und dazu, wie Hermione auf die...nun ja... Umstellung... ihrer Beziehung zu Snape reagiert.

Bis dann!

viv

PS: Es ist nicht zufällig eine unter euch, die das Buch Studete Linguae Latinae besitzt, es nicht mehr braucht und gegen sexuelle Gefälligkeiten... äh, ich meine einen angemessenen Gegenwert an eine arme und verzweifelte Studentin abgeben würde? Wenn ja, bitte melde dich! #schnief#