Es geht weiter!

Disclaimer: Ich besitze keine Rechte an den Büchern und Geschichten J.R.R. Tolkiens oder seinen Charakteren. Ebenso wenig verdiene ich Geld mit dieser Geschichte. Mir geht es alleine um den Spaß am Schreiben. Die Charaktere und Orte die ihr nicht in Tolkiens Werken findet sind meiner Phantasie entsprungen.

Kapitel 2: Unerwarteter Besuch

So schnell sie konnte, rannte sie die Treppen hinunter, die in die Küche führte und übersah dabei einen der Hausschuhe. Mit einem Poltern fiel sie restlichen Stufen hinunter und landete unsanft auf dem Rücken. Fluchend richtete sie sich auf und strich sich ihre roten Haare aus dem Gesicht.

„Elena! Beeil dich! Du bist schon fast 10 Minuten zu spät." hörte sie die Stimme ihrer Freundin aus dem Wohnzimmer schallen.

„Ich weiss Nicki!"

Wie besessen kramte sie ihre Klamotten zusammen, rannte ins Bad, war in 4 Minuten fertig und rauschte, ihre Tasche unter dem Arm, aus der gemeinsamen Wohnung. Gähnend rannte sie die Straße hinunter.

„Oh man! Warum muss es immer so früh Morgen werden? Und warum muss ich gerade heute verschlafen?"

Ja. Warum genau heute? Wo doch gerade heute ihre wichtigste Prüfung anstand. Es war immer das Selbe. Eigentlich war sie sonst immer pünktlich gewesen, doch immer an den wichtigsten Tagen, so wie heute, verschlief sie. Elena war es langsam leid.

„Nicki hatte Recht. Ich sollte meine Nase nicht immer so lange in Bücher stecken."

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Schweißgebadet schreckte Aragorn aus dem Schlaf. Wie ein gehetztes Tier blickte er sich im Zimmer um, bis er es als sein Eigenes erkannte. Erleichtert ließ er sich zurück auf sein Kissen fallen und starrte die marmorne Decke an. Was war das bloß für ein Traum gewesen? Er hatte sich in einem Wald befunden. Dort tobte eine Schlacht in der Elben starben. Elben, die ihm völlig unbekannt waren. Niemand von ihnen konnte der Wut der Orks entkommen. Es war furchtbar gewesen. Schließlich hatte die Szenerie gewechselt und er hatte sich in einem, von Asche überzogenem Land, befunden, wo er in der Ferne eine große schwarze Festung erkennen konnte.

„Mordor!" war Aragorns erster Gedanke gewesen, doch dies hier war nicht das Land des dunklen Herrschers gewesen.

Auch die Festung war nicht die Seine. Nein. Sie sah eher aus wie eine Mischung aus Baradur und einem Teil des zerstörten Osgiliath. Wieder wechselte die Szenerie. Doch diesmal wusste Aragorn, wo er sich befand. Dieses Stück Land hatte er schon einmal betreten. Es war Isengard. Der Turm des Zauberers Saruman stand immer noch ,unberührt von der Zeit, mitten in der verwüsteten Natur. Eine höhnische Lache schallte über das Gebiet, die Aragorn sofort als die Sarumans erkannte. Doch unter das Lachen mischte sich ein markerschütternder Schrei. Als Aragorn hinauf auf die Zinnen Orthancs blickte sah er ein helles Licht, das ihm in den Augen schmerzte. Das Letzte, an das er sich noch erinnern konnte, war ein weiterer Schrei gewesen, als jemand seinen Namen rief.

Erschöpft legte sich Aragorn eine Hand auf die Stirn und wischte sich den Schweiß ab. Nun, da er wach in seinem Bett lag und über diesen Traum nachdachte, kam er ihm immer merkwürdiger vor. Er wusste, dass er die Stimme kannte, die nach ihm gerufen hatte. Doch er kam einfach nicht drauf. Seine Aufmerksamkeit wandte sich der Türe zu, die in diesem Moment langsam geöffnet wurde. Ein kleiner Mann steckte den Kopf herein und Aragorn musste lächeln, als er das bärtige Gesicht seines Freundes Gimli erkannte.

„Aragorn? Was ist mit dir? Ich habe dich schreien gehört."

„Nichts Gimli. Mir geht es gut. Es war nur... ein Traum."

Langsam kam Gimli zu ihm und setzte sich auf einen Stuhl in der Nähe.

„Warum könnt ihr Menschen nicht einfach zugeben, wenn es euch schlecht geht? In diesem Punkt seid ihr manchmal noch störrischer als Elben."

Aragorn musste lachen bei dieser Feststellung. Obwohl er Gimlis Meinung nicht teilen konnte, brachte es ihn innerlich zum schmunzeln.

„Sind die anderen schon eingetroffen?" fragte er.

Gimli schüttelte den Kopf.

„Außer mir ist noch keiner anwesend. Ich nehme an, dass Gandalf mit den Hobbits zusammen anreisen wird. Von unserem spitzohrigen Freund habe ich bisher noch gar nichts gehört. Ach! Ich soll auch noch ausrichten, dass deine Gemahlin wohlbehalten in Bruchtal angekommen ist."

„Danke Gimli."

Aragorn musste unwillkürlich lächeln, als er an seine Frau dachte. Arwen wollte ihren Vater und ihre Brüder besuchen und war somit kurz entschlossen nach Bruchtal aufgebrochen. Gerne hätte Aragorn sie begleitet, jedoch durch die Trauerfeier morgen, war er gezwungen hier in Minas Tirith zu bleiben. Morgen stand Boromirs 3. Todestag an und Aragorn hatte nach seinen restlichen Freunden geschickt und sie nach Minas Tirith gebeten. Zusammen wollten sie dem toten Freund gedenken. Gimli war genau einen Tag danach eingetroffen. Von seinen restlichen Gefährten hatte Aragorn jedoch noch nichts gehört.

„Drei Jahre." murmelte er.

„Ja. Drei Jahre sind vergangen, seid wir aufgebrochen waren um diesen gottverdammten Ring zu zerstören."

„Denkst du auch noch oft an die Abenteuer die wir zusammen durchgestanden haben?"

„Oh ja. Niemals werde ich vergessen, wie ich den Elben im Wettstreit in der Schlacht um die Hornburg geschlagen habe."

Aragorn sah ihn skeptisch an.

„Soweit ich weis, hast du aber im Wetttrinken gegen Legolas verloren, mein Freund."

„Das war nur weil ich zu müde war! Immerhin hatten wir eine große Schlacht hinter uns."

Aragorn schmunzelte bei Gimlis Ausreden und sah aus dem Fenster. Dort wurde es gerade hell. Seufzend setzte der König sich auf und sah seinen Freund an.

„Es wird Morgen. Unsere Freunde können jeden Moment ankommen."

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Draußen vor den Toren Minas Tiriths wurden gerade drei Reiter angehalten, die in feine Umhänge gekleidet waren und Kapuzen über ihre Köpfe gezogen hatten.

„Halt! Wer seid ihr und was ist euer Begehr?" fragte die Wache.

„Mein Name ist Thranduil, König des Düsterwaldes. Ich wünsche König Elessar zu sprechen."

„Was soll ich ihm als euer Anliegen melden, Herr?"

„Ich bin gekommen um etwas über den Verbleib meines Sohnes zu erfahren!"