Disclaimer: Ich besitze keine Rechte an den Büchern und Geschichten J.R.R. Tolkiens oder seinen Charakteren. Ebenso wenig verdiene ich Geld mit dieser Geschichte. Mir geht es alleine um den Spaß am Schreiben. Die Charaktere und Orte die ihr nicht in Tolkiens Werken findet sind meiner Phantasie entsprungen.

Kapitel 3: Seltsame Ereignisse

Die schweren Steintüren wurden hastig aufgestoßen und eine Wache stürmte herein und kniete vor Aragorn nieder. Dieser sah von seinem Gespräch mit Faramir auf und den Mann überrascht an.

„Mein König." begann dieser. „Draußen warten drei Elben, die euch zu sprechen wünschen. Einer von ihnen sagte, er sei der König des Düsterwaldes."

Aragorns Gesicht verfinsterte sich. Was hatte Thranduil hier so fern seiner Heimat zu suchen?

„Dann werde ich ihn empfangen. Bitte führt ihn und seine Begleiter herein."

Die Wache tat wie ihm geheißen und wandte sich um und stapfte aus dem Saal. Faramir beugte sich zu seinem König.

„Verzeiht mir mein Unwissen, aber wer kann dieser König sein, dass ihr Seinetwegen ein solch nachdenkliches Gesicht aufgelegt habt?"

„Er ist der Vater meines Freundes Legolas."

„Ihr meint den Elbenprinzen, der an unserer Seite gegen Saurons Armeen antrat?"

„Ja Faramir. Bitte bleibt noch etwas an meiner Seite. Irgendetwas stimmt hier nicht. König Thranduil verlässt nur sehr selten den Düsterwald."

Faramir nickte verständlich und wandte seinen Blick ebenfalls den Türen zu. Mit gemischten Gefühlen erwartete Aragorn seinen Gast. Als sich dann die schweren Türen erneut öffneten und drei Elben in den prächtigen Saal schritten, war Aragorn sehr mulmig in der Magengegend. Er kannte König Thranduil gut und wusste, dass er nicht gerade der geduldigste Elb in Mittelerde war.

Soweit Aragorn sich erinnern konnte, hatte Thranduil auch noch nie gelächelt. Schon gar nicht in seiner Gegenwart. Und so war es nun auch. Während die anderen Elben ein leichtes Lächeln auflegten und sich ehrfürchtig verbeugten, senkte Thranduil nur einmal kurz den Kopf und sah den König mit einem ernsten und zornigen Blick an.

„Nun Thranduil, hoher König des Düsterwaldes. Es freut mich euch meinen Gast nennen zu dürfen. Doch welche Absichten hat euer Besuch?" fragte Aragorn höflich.

„Ich möchte wissen, wo mein Sohn ist." sagte Thranduil mit einer steinernen Miene, die Faramir erschaudern ließ. Solch strenge Gesichtszüge war er von Elben überhaupt nicht gewöhnt, da er nur das sanfte Lächeln Legolas' kannte.

„Das soll der Vater des Elbenprinzen sein? Das ist fast unmöglich." dachte er bei sich.

„Wie darf ich eure Frage verstehen Thranduil?" fragte Aragorn, dem Faramirs Staunen nicht entgangen war.

„Ihr hattet meinen Sohn eine Nachricht zukommen lassen, die besagt, dass ihr ihn zu euch ruft, wegen des 3. Todestages dieses Boromirs. Ich möchte wissen, wo mein Sohn nun ist."

„Es betrübt mich euch mitteilen zu müssen, dass er noch nicht eingetroffen ist."

„Lügner!"

Diese Worte verließen Thranduils Mund so schnell, dass niemand sie im erstem Moment erfassen konnte. Die beiden anderen Elben sahen ihren König mit großen Augen an, während Faramir eine Hand an den Griff seines Schwertes legte.

„Wie könnt ihr es wagen!" rief er und wollte gerade das Schwert aus der Scheide ziehen, als Aragorn ihn zurückhielt.

„Warum nennt ihr mich einen Lügner?" fragte er ernst an den Elbenkönig gewandt.

„Weil mein Sohn hier sein muss! Ich erhielt eine Botschaft, dass eine Gruppe toter Elben auf dem Weg nach Minas Tirith gefunden worden ist. Dies waren Elben meines Waldes! Sie hatten meinen Sohn begleitet, aber er war nicht unter den Toten. Man sagte mir, dass er sich hier bei euch in Minas Tirith aufhalten würde. Ich möchte ihn sprechen sofort!"

„Es tut mir Leid euch enttäuschen zu müssen Thranduil. Euer Sohn ist nicht hier!"

Die letzten Worte sprach Aragorn lauter, als er es beabsichtigt hatte. König Thranduils Gesicht verfinsterte sich.

„Also bestätigt sich mein Verdacht. Ihr habt die Elben getötet und versteckt meinen Sohn vor mir, um ihn als Geisel zu halten. Ich konnte meinen Sohn schon nie verstehen, sich mit Menschen abzugeben."

Allen standen die Münder offen. Faramir zog nun entgültig sein Schwert und hielt es dem Elbenkönig drohend entgegen.

„Wie könnt ihr es nur wagen unseren König dermaßen zu beleidigen! Habt ihr Beweise für eure haltlosen Anschuldigungen? Bestimmt nicht ihr ...!"

„Faramir!"

Die strenge Stimme seines Königs schnitt Faramir das nächste Wort ab, dass bestimmt ein übles Schimpfwort gewesen wäre.

„Aber mein König."

Aragorn brachte ihn mit einer weiteren Geste zum Schweigen. Zornig, doch auch besorgt sah er den Elbenkönig an, dessen Miene nun überheblich und provozierend wirkte.

„Ich kann euch versichern Thranduil, dass ich weder etwas mit dem Überfall auf die Elben, noch mit dem Verschwinden Legolas' zu tun habe. Weder ich, noch irgendjemand meines Volkes. Ich möchte euch bitten zu gehen."

Ohne ein weiteres Wort wandte Thranduil sich ab und schritt mit den beiden Elben hinaus und warf hart die Tür ins Schloss. Aragorn ließ sich erleichtert auf seinen Thron sinken. Faramir sah ihn besorgt an, denn das Gesicht des Königs war bleich, wie die Wände des Saales.

„Mein König?"

„Ruf deine Männer zusammen Faramir. Wir müssen Legolas finden."

„Sehr wohl mein Herr."

Faramir verneigte sich noch einmal kurz vor dem König und verließ dann den Saal. Aragorn indes war tief in Gedanken versunken. Er sah die schrecklichsten Bilder vor seinen Augen, bis er sich wieder fing und eilenden Schrittes den Thronsaal verließ.

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Hastig rannte Elena über die Straße ohne abzuwarten, dass die Ampel auf grün schaltete. Das sie dabei fast 2 Autos überfuhren, war ihr im Moment total egal. Sie musste eilig zum College. Man wie sie das hasste diese Hetzerei! Auf einmal blieb sie stehen. Was war das? Ihr war so schwindelig beinah auch schon ziemlich übel. Hastig rannte sie zu einer Bank und stützte sich darauf.

„Man! Warum denn gerade jetzt?" fluchte sie und setzte sich darauf.

Kaum hatte sie sich gesetzt, da traf sie etwas am Kopf und sie kippte bewusstlos zur Seite. Ohnmächtig blieb sie auf der Bank liegen und rührte sich nicht.

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Alles um ihn herum war schwarz. Er hatte das Gefühl sich in tiefster Dunkelheit zu befinden. Was war bloß passiert? Er konnte sich nur noch an Fetzen erinnern. Ein Kampf. Seine Gefährten starben in einem furchtbaren Gemetzel und er selber, er war hinterrücks niedergeschlagen worden. Stöhnend richtete er sich auf und fühlte die Ketten, die ihn anscheinend an eine Mauer fesselten. Hätte er nicht diese verdammte Augenbinde umgehabt, hätte er sich wenigstens umsehen können. Erst jetzt spürte er die Schmerzen ,die die Wunden des Kampfes ihm zufügten.

Sie ließen sich ertagen, jedoch war ihm seine Situation mehr als unangenehm. Was sollte er tun? Versuchen sich zu befreien? Das würde nichts bringen. Er wusste ja noch nicht einmal, wo er war und ziellos durch das Lager des Feindes zu laufen wäre nicht gerade klug. Plötzlich wurde er aus seinen Gedanken gerissen, als seine feinen Elbenohren Schritte vernahmen, die sich anscheinend auf ihn zu bewegten. Im nächsten Moment wurde die Tür zu seinem Verließ aufgestoßen und er vernahm höhnisches Gelächter.

„Wer seid ihr? Gebt euch zu erkennen!" rief Legolas.

„Ihr seid ganz schön mutig in eurer Situation noch Forderungen zu stellen."

Die Stimme klang hinterlistig und sehr tief. Der Mann musste eine Rüstung tragen, denn Legolas hörte deutlich das Rasseln seines Kettenhemdes. Wieder vernahm er Schritte, doch diese waren schneller, zu schnell. Legolas konnte nicht reagieren, als der Mann ihn am Haarschopf ruckartig nach hinten zog, was nicht ganz schmerzlos war. Außer einem kurzen, tiefen Atemzug vernahm man jedoch nichts von Legolas.

„Tapfer, tapfer kleiner Elbenprinz."

„Was wollt ihr?" röchelte Legolas.

Der Mann zog seinen Kopf soweit nach hinten, dass er kaum noch Luft bekam, geschweige denn reden konnte.

„Ich? Gar nichts. Mein Meister hat Interesse an dir."

„Euer Meister?"

„Ja. I Fain Ithron!"1

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1. I Fain Ithron! – der weiße Zauberer!

An melethil: Danke für deinen Review und für den Tipp! Hoffe du liest meine Geschichte weiter!