Disclaimer: Ich besitze keine Rechte an den Büchern und Geschichten J.R.R. Tolkiens oder seinen Charakteren. Ebenso wenig verdiene ich Geld mit dieser Geschichte. Mir geht es alleine um den Spaß am Schreiben. Die Charaktere und Orte die ihr nicht in Tolkiens Werken findet sind meiner Phantasie entsprungen.
Kapitel 8: Das ist eine Falle!
Langsam, sodass er kaum einen Laut verursachte, pirschte sich Aragorn an Isengard heran. Immer noch war dort alles verwildert und zum Teil von dem Dammbruch von damals verwüstet.
„Was ist das denn für eine Sumpflandschaft?" fragte Elena und sah Aragorn dabei fragend an.
„Seid leise! Dies war einst Isengard, der Hauptsitz der Istari."
„Und was sind Istari?"
„Der Orden der Zauberer. Seht ihr den Turm dort? Er wurde einst Orthanc genannt und war das Zuhause des Führers dieses Ordens."
„War? Was ist mit ihm geschehen?"
„Er schloss sich Sauron an um ganz Mittelerde zu vernichten. Zum Glück konnten wir ihn überlisten und seine Pläne zerschlagen."
„Wie lautete sein Name?"
„Saruman. Der weiße Zauberer, doch nun, da er seine Kräfte verloren hat, besitzt er keine Farbe mehr. Gandalf, unser guter Freund, ist nun der weiße Zauberer."
„Macht das was, wenn ich euch nicht ganz folgen konnte?"
Aragorn drehte sich lächelnd zu ihr um.
„Nein. Das macht nichts."
Plötzlich schraken beide auf. Sie hörten, wie ein Horn geblasen wurde. Aragorn erkannte es sofort.
„Das ist ein Orkhorn!" rief er und zog Elena mit hinunter auf den Boden.
Zusammen schauten sie hinüber zu dem großen Turm Isengards und Aragorn dachte sein Herz müsse stehen bleiben. Er sah eine Horde Orks aus dem Turm marschieren. Ihnen folgte ein weißer Reiter auf einem Pferd und hinter ihm schleppten drei weitere Orks den leblosen Körper eines Elben hinter sich her.
„Das ist Saruman! Und das dort Legolas!" zischte Aragorn wutentbrannt.
„Dann habe ich mich nicht geirrt. Es war euer Freund, den ich im Traum gesehen habe."
meinte Elena und schaute hinüber zu Legolas.
Er war so wunderschön, doch sein Körper war übel zugerichtet. Seine Klamotten waren zerfetzt und dreckig. Sein Haar war zum Teil verfilzt und mit Blut befleckt. Überall hatte er üble Wunden und an seinen Handgelenken befanden sich tiefe Schnitte.
„Hat der versucht sich umzubringen oder was?" fragte Elena leise, jedoch so laut, dass Aragorn es mitbekam.
„Wie meint ihr das?"
„Seine Handgelenke. Es sieht so aus, als ob er versucht hat sich die Pulsadern aufzuschneiden."
„Nein. Das war bestimmt nicht Legolas. Es war Saruman, dieser Hexer!"
Aragorn robbte sich vorsichtig zurück und stand dann schließlich auf. Elena sah ihn fragend an.
„Was habt ihr vor?"
„Ihr bleibt hier. Ich werde versuchen Legolas zu befreien."
„Seid ihr wahnsinnig! Die werden euch töten!"
„Vertraut mir Elena. Ich kenne diese Wälder hier. Ich werde Legolas nehmen und mit ihm in den Wald laufen, sobald ich dies tue, folgt ihr uns. Verstanden?"
„Ok."
Gespannt sah sie zu, wie Aragorn sich an die Schar heranpirschte und sie beobachtete. Als die Orks und Saruman an seinem Versteck vorbeigezogen waren, sprang er aus dem Gebüsch, schlug die drei Orks nieder, die den leblosen Legolas hielten und nahm seinen Freund auf die Arme.
Seine Aktion blieb natürlich nicht unentdeckt und Saruman wand sofort sein Pferd.
„Aragorn! Arathorns Sohn! Ihr seid mir genau in die Falle gegangen! Bogenschützen erschießt ihn!"
Plötzlich tauchten aus den Gebüschen weitere Orks mit gespannten Bögen auf. Aragorn sah sich hastig um, erblickte jedoch keine Möglichkeit zur Flucht.
„Ihr Hexer! Ihr wusstet, dass ich HIER HER komme!"
„Ja. Das wusste ich. Ihr seid mir vortrefflich in die Falle gegangen!"
Elena stand panisch auf und blickte sich um. Irgendwie musste sie Aragorn doch helfen. Da erblickte sie viele Steine auf dem Boden und nahm sie auf.
„Bitte, bitte lasst mich treffen!" dachte sie und warf den ersten Stein in Richtung des weißen Zauberers.
Dieser traf den Zauberer genau am Hinterkopf und ließ ihn unsanft zu Boden purzeln. Die Bogenschützen senkten für einen Moment die Pfeile. Diesen Moment nutzte Aragorn, mit Legolas in seinen Armen, zu fliehen. Auch Elena rannte los in den Wald hinein. Saruman stand fluchend auf und sah dem Mädchen nach.
„Dafür wird sie bezahlen."
Ein Ork trat näher an Saruman.
„Die Würmer sind entkommen Gebieter. Was sind eure Befehle? Sollen wir sie verfolgen?"
Saruman lächelte nur hinterhältig.
„Nein! Die beiden sind mir direkt in die Falle gegangen. Die werden sich noch wundern, wie schnell aus Freund Feind werden kann und den schnellen Bewegungen eines Elben, kann selbst Aragorn nicht ausweichen. Es wird mir ein Vergnügen sein zu sehen, wie Aragorns einst bester Freund ihn ermorden wird."
Ein höhnisches Lachen durchschnitt die Stille und ließ einen Siegeszug Sarumans ertönen.
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Währenddessen rannten Aragorn und Elena durch den Wald zu ihrem alten Lagerplatz. Dort angekommen ließ Aragorn den bewusstlosen Legolas sanft auf seine Decke nieder und begutachtete ihn. Er sah wirklich furchtbar aus.
„Diese Bestien!" fluchte er und fasste dem Elben an die Stirn.
„Ein Glück. Er hat kein Fieber."
Dann sah er Elena an, die etwas verlegen daneben stand.
„Ich danke euch Elena. Ihr habt uns das Leben gerettet. Ich hätte eigentlich wissen müssen, dass es eine Falle war. Verzeiht mir."
„Was soll ich euch verzeihen Aragorn? Ihr handeltet zum Wohle eures Freundes."
Aragorn lächelte gütig und nickte dankend. Elenas Blick fiel auf Legolas.
„Kann ich irgendetwas für ihn tun?"
„Nein. Wahrscheinlich nicht. Ich werde seine Wunden verbinden, anschließend braucht er Ruhe. Wer weiss, was er durchgestanden hat."
Bei diesen Worten strich Aragorn seinem Freund beruhigend durchs Haar.
„Erst der nächste Morgen wird zeigen, wie es ihm geht."
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„Gandalf! Gandalf!"
„Was ist Gimli?"
„Dein... dein Mantel, deine Haare. Sie scheinen zu ergrauen."
Gandalf sah an sich herunter und wusste sofort was Gimli meinte. Sein Gewand wurde langsam immer grauer und das schöne Weiß verschwand.
„Oh nein! Er hat es tatsächlich getan!"
„Was ist denn Gandalf?"
„Saruman hat Legolas' Blut benutzt, um seine Macht wiederzugewinnen!"
„Das Blut des Spitzohrs! Warum!"
„Er braucht das Blut eines Elbenprinzen mit einem reinen Herzen, um wieder zu Kräften zu kommen. Somit kann er sich seine Macht wiederbeschaffen."
„Wenn er dem Jungen auch nur ein Haar gekrümmt hat, wird er meine Axt zu spüren bekommen!"
„Dann bereite sich vor Gimli. Wir werden Aragorn bald eingeholt haben."
Nach 2 Stunden erreichten sie schließlich den Fangorn Wald. Gimli schluckte, als er die riesigen Bäume sah.
„Gandalf? Müssen wir da wirklich hinein?"
„Ja Gimli. Ich spüre, dass Aragorn sich dort befindet. Doch auch eine andere Person kann ich spüren. Ein Mädchen."
„Ein Mädchen! Der sollte sich was schämen! Immerhin ist er doch mit einer Elbe verheiratet!"
„Nein Gimli. Sie ist nicht Aragorns Geliebte. Ihr Herz scheint für jemand anderen zu schlagen."
„Du sprichst in Rätseln alter Freund."
„Dann lass uns die Rätsel lösen. Eile Schattenfell! Bring uns zum König!"
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Einige Meter entfernt hatte Aragorn sich ein wenig zur Ruhe gelegt. Er hatte seit vier Tagen nicht mehr geschlafen, darum hatte Elena ihm angeboten über Legolas zu wachen. Dankend hatte er den Vorschlag angenommen und sich auf seine Decke gelegt. Schon nach ein paar Minuten war er fest eingeschlafen. Elena lächelte ihn an. Was war das bloß für eine Woche?
Vor drei Tagen hatte sie noch Prüfungsängste ausgestanden und nun saß sie neben einem schwer verletzten Elben und einem schlafenden König. Kämpfte gegen Zauberer und Orks und war schon innerlich darauf gespannt, was es für Wesen noch in dieser Welt zusehen gab. Ihr Blick fiel auf Legolas. Dieser schien ruhig und friedlich zu schlafen.
„Wunderschön."
Ein anderes Wort fand sie für den Elben nicht. Vorsichtig strich sie ihm durch das blonde Haar und fragte sie sich, wie schön es aussehen würde, wenn es erst mal wieder gepflegt wurde. Es war doch jetzt schon so schön und weich. Zugern wollte Elena seine Augen sehen, doch das würde sie noch früh genug. Als sie ihm durch die Haare strich, glitten ihre Finger über das blattförmige Ohr des Elben. Sofort zog sie ihre Hand zurück und wurde puderrot.
„Was machst du eigentlich hier? Ich glaube nicht, dass dieser Elb sich gerne von dir befummeln lässt." wies sie sich in Gedanken zurecht und schaute wieder zu Aragorn, der wie ein Stein am schlafen war.
„Er hat es sich verdient." dachte sie und lächelte.
Da sie Legolas ihren Rücken zuwand, bemerkte sie nicht, wie er plötzlich die Augen öffnete, seinen Dolch zog und ihn schließlich Elena an die Kehle hielt. Diese hielt erschrocken die Luft an und wagte nicht zu atmen.
„Legolas? Was tut ihr? Ich bin ein Freund von Aragorn."
„Aragorn muss sterben. Der Meister will es so."
„Was?"
Sofort hielt Legolas ihr seine Hand auf den Mund, damit sie nicht schrie, doch es war zu spät. Aragorn hatte die Situation mitbekommen und sah nun entsetzt auf.
„Legolas! Was machst du? Lass sofort Elena los!"
Als ob sein Freund ihm gehorchen würde, ließ Legolas von Elena ab und sprintete auf Aragorn zu. Dieser wollte nach seinem Schwert greifen, doch Legolas war zu schnell für ihn. Mit einem dumpfen Aufprall fiel Aragorn mit dem Rücken zu Boden und versuchte sich gegen Legolas zu wehren, der über ihm kniete und versuchte ihm den Dolch in die Kehle zu rammen.
„Legolas! Was ist los mit dir?" keuchte Aragorn.
Elena saß da wie vom Blitz getroffen. Was konnte sie bloß tun? Der Elb schien völlig am Rad zu drehen. Hastig stand sie auf, rannte auf Legolas zu und packte ihm am Arm, in der Hoffnung seinen Dolch somit von Aragorns Kehle fernzuhalten.
„Hilfe! Hört uns den keiner! Hilfe!" schrie sie und versuchte Legolas mit aller Kraft zurück zuhalten.
Plötzlich preschte ein weißes Pferd durch die Bäume und hielt vor den Dreien. Zwei Männer sprangen von seinem Rücken und liefen auf Legolas zu. Der ältere Mann sprach irgendwelche unverständlichen Worte, woraufhin Legolas schreiend zurücktaumelte und sich den Kopf hielt. Der kleinere Mann half Aragorn mein Aufstehen und untersuchte schnell seinen Hals. Jedoch kein einziger Kratzer. Nun sahen er, Aragorn und Elena dem Alten zu, wie er immer weiter auf Legolas zuging und seine Hand ihm entgegen streckte.
„Lasto beth nîn, tolo dan na ngalad."1 murmelte er.
„Legolas! Lass nicht Saruman die Oberhand gewinnen!" rief der kleine Mann mit dem langen Bart.
„Gimli hat Recht Legolas. Wehr dich! Lass Saruman nicht gewinnen!" rief nun auch Aragorn seinem Freund entgegen.
„Bado ego!"2 schrie Legolas und hielt sich den Kopf. „Bado ego!"
„Schau mich an Legolas!" rief der Alte und vorsichtig sah der Elb auf.
„Saruman! Lass unseren Freund gehen! Du hast von ihm, was du wolltest. Lass ihn gehen!"
Plötzlich ertönte eine Stimme wie aus dem Nichts.
„Dummer Narr! Glaubst du wirklich, dass ich ihn freigebe?"
„Ja Saruman! Denn ich befehle es dir! Kehre zurück zu den Schatten!"
„Nein! Ich werde ihn nicht freigeben! Legolas Thranduillion! Töte sie! Ich befehle es dir!"
„Nein! Ich will nicht! Lasst mich in Frieden!" rief Legolas, wobei es Aragorn fast das Herz zerriss seinen Freund so zu sehen.
„Du kannst dich mir nicht entziehen! Töte sie endlich!"
„NEIN!"
Plötzlich brach Legolas zusammen, wie eine Marionette, der man die Fäden durchgeschnitten hätte. Aragorn, Gandalf, Gimli und Elena, die jedoch etwas Abstand hielt, rannten sofort zu ihm. Aragorn fing seinen Freund auf und blickte ihn entsetzt an. Langsam öffnete Legolas die Augen und sah seinen menschlichen Freund an. Freude spiegelte sich in ihnen.
„Aragorn. Was hab ich getan?"
„Nichts Legolas. Nichts ist geschehen."
Legolas sah zu den anderen und erkannte die Gesichter von Gandalf und Gimli. Erleichtert lächelte er.
„Gandalf. Gimli. Ihr seid auch hier?"
„Ja Legolas. Du hast es geschafft. Du hast Saruman von dir schütteln können." sagte Gandalf mit seinem typischen Lächeln auf dem Gesicht.
„Man Junge. Du hast vielleicht ein Glück. Beinah habe ich schon gedacht, dass du uns doch wirklich töten wolltest."
Für diese Antwort fing er sich von Aragorn und Gandalf vorwurfsvolle Blicke ein und wechselte daraufhin schnell das Thema.
„Nur damit du das zu schätzen weißt. Ich habe mich deinetwegen auf den Gaul von Gandalf gesetzt. Freiwillig."
Legolas sah ihn überrascht an.
„Du? Freiwillig auf einem Pferd?"
Gandalf nickte bestätigend und stand schließlich auf. Langsam setzte er sich auf eine Baumwurzel und schnaufte tief. Der Kampf gegen Saruman hatte ihm mehr Kräfte abverlangt, als er es überhaupt gedacht hatte. Vorsichtig kam Elena auf ihn zu und stellte ihren Rucksack vor sich auf den Boden. Dann kramte sie ihre Wasserflasche heraus und sah Gandalf schüchtern an.
„Hier. Ihr müsst bestimmt Durst haben."
Gandalf sah das Mädchen lächelnd an und nahm sich die Flasche.
„Vielen Dank mein Kind."
Diese Szenerie zog Legolas' Aufmerksamkeit auf Elena. Erstaunt blickte er das junge Mädchen an, als hätte er noch nie eine menschliche Frau gesehen.
„Wer ist sie?" fragte er an Aragorn gewand.
„Das Mädchen dort bei Gandalf? Ihr Name ist Elena. Sie ist nicht aus unserer Welt, soweit ich erfahren konnte."
„Elena. Ein wunderschöner Name." flüsterte Legolas, Aragorn jedoch hatte es genau gehört, wobei Gimli anscheinend auf seinen Ohren saß.
Überrascht schaute Aragorn seinen Freund an und schmunzelte. Dann half er ihm sich auf seine Decke zu legen und schon kurze Zeit später, war Legolas eingeschlafen. Auch Gandalf, Gimli und Aragorn begaben sich zur Ruhe. Elena jedoch stand bei Schattenfell und begutachtete das wundervolle Tier.
„Wie schön du bist. Ein wundervolles Tier." sagte sie und streckte Schattenfell ihre Hand entgegen.
Schattenfell wich erst einen kleinen Schritt zurück und schnüffelte dann vorsichtig an ihrer Hand. Dann ließ er sie gewähren und ließ sich von ihr sanft über den Kopf streicheln. Gandalf beobachtete alles aus der Ferne und war sehr überrascht. Normalerweise ließ Schattenfell sich von niemand Fremden anfassen.
Dieses Mädchen schien wirklich etwas Besonderes zu sein.
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1. Lasto beth nîn, tolo dan na ngalad - Hör meine Stimme, komm zurück ins Licht
2. Bado ego! – Geht weg!
An Melethil: Hallo! Danke für die Mails, die du mir geschickt hast. Werde fleißig weiterschreiben!
An anu: So! Das Chapter is ein wenig länger, als das Vorige. Hoffe es gefällt dir! Wenn du willst, kannste ja auch beim nächsten Review deine Mail Adresse angeben. Dann kann ich dir auch wie den beiden anderen E- Mails schreiben. Aber nur wende willst!
An Morenka: Vielen Dank für deinen Review! Find ich schön, dass du meine Geschichte so magst. Hoffe auch du bist mit dem neuen Kapitel zufrieden!
