Disclaimer: Ich besitze keine Rechte an den Büchern und Geschichten J.R.R. Tolkiens oder seinen Charakteren. Ebenso wenig verdiene ich Geld mit dieser Geschichte. Mir geht es alleine um den Spaß am Schreiben. Die Charaktere und Orte die ihr nicht in Tolkiens Werken findet sind meiner Phantasie entsprungen.
Kapitel 9: Der Herr von BruchtalLegolas Gesundheitszustand verschlechterte sich in den nächsten Tagen. Er bekam hohes Fieber und litt unter Schüttelfrost. Aragorn, Elena und Gimli waren verzweifelt. Ständig beobachteten sie Gandalf, wie er versuchte Legolas zu heilen, doch jedes Mal ohne Erfolg. Dabei mussten sie doch so schnell wie möglich nach Minas Tirith, um einen Krieg zu verhindern. Jedoch kamen sie durch den kranken Legolas nur langsam voran.
Schon zum fünften Mal war die Nacht hereingebrochen und sie mussten rasten. Aragorn hatte Legolas immer vor sich auf sein Pferd gesetzt und versucht seinen schwachen Freund zu sichern. Gandalf hatte Gimli vor sich auf Schattenfell genommen und Elena hatte sich hinter ihn gesetzt. Schattenfell hatte also eine ganze Menge zu tragen. Elena tat das arme Tier leid und umsorgte es somit jeden Tag liebevoll. Während Gandalf Aragorn half Legolas von seinem Pferd zu lassen, versorgte sie Schattenfell. Gimli war damit beschäftigt sich seinen schmerzenden Po zu reiben.
„Oh man! Wie ich diese Viecher hasse!" fluchte er und warf Schattenfell und Brego einen wütenden Blick zu.
Elena kicherte.
„Ach kommt schon Gimli. Die armen Pferde können doch auch nichts dafür."
„Oh doch. Der Elb hat mich auch schon mal auf so einen Gaul verfrachtet und dafür bin ich ihm heute noch böse."
Elena lächelte und streichelte Schattenfell beruhigend die Nüstern.
„Gaul? Du bist kein Gaul oder?" fragte sie an das Pferd gewandt, worauf hin das den Kopf schüttelte.
Elena lächelte und wand sich wieder dem Zwerg zu.
„Gimli? Darf ich euch etwas fragen?"
„Natürlich."
„Würdet ihr mir ein bisschen über euer Volk erzählen? Ich habe noch nie zuvor Zwerge gesehen."
Gimlis Augen weiteten sich vor Freude und sofort begann er stolz zu erzählen. Währendessen beugte sich Gandalf besorgt über Legolas. Aragorn stand nervös daneben und lief auf und ab.
„Aragorn. Bitte beruhige dich." bat Gandalf und sofort hielt Aragorn inne.
„Entschuldige Gandalf."
Gandalf nickte verständlich und wand sich wieder Legolas zu. Kalter Schweiß stand auf seiner Stirn, anscheinend litt er unter Fieberträumen, denn er wälzte sich von einer Seite auf die andere. Vorsichtig öffnete Gandalf den kleinen Beutel an seinem Gürtel und entnahm daraus die Blätter einer Pflanze. Er legte Legolas seine rechte Hand an den Hinterkopf, um seinen Kopf stützen zu können und führte mit der Linken die Blätter zu seinem Mund.
„Legolas. Das könnte jetzt etwas bitter schmecken. Aber bitte. Kau es."
Vorsichtig schob er Legolas eines der Blätter in den Mund und beobachtete wie Legolas brav versuchte das Kraut zu essen. Er verzog ein wenig das Gesicht. Anscheinend schmeckte es nicht sehr gut. Doch er nahm alle drei Blätter zu sich und ließ sich zurück auf die Decke sinken.
Gandalf lächelte und wandte sich an Aragorn.
„Das wird ihm vorerst helfen."
Aragorn nickte dankend und Gandalf sah ihn gütig an. Plötzlich ertönte ein markerschütternder Schrei und alle sahen zum Himmel hinauf. Über ihnen versammelten sich fünf schwarze Schatten.
„Nazgul!" rief Gimli und zückte seine Axt.
„Oh nein! Sie suchen Legolas!" rief Gandalf und sprang sofort auf.
„So lange ich lebe, werden sie ihn nie wieder quälen können!" rief Aragorn und zog Anduril aus der Scheide.
Gandalf sah hastig zu seinem Pferd Schattenfell, neben dem auch noch Elena stand und ängstlich in den Himmel starrte. Aragorn folgte dem Blick seines Freundes und wusste sofort, was er im Sinn hatte.
„Nein Gandalf! Das können wir nicht verantworten! Wer weiß, wo die anderen Vier sind?"
„Wenn wir Legolas' Leben retten wollen, dann müssen wir es riskieren. Wir müssen sein Leben in ihre Hände legen. Wir haben keine andere Wahl Aragorn!"
Sofort rannte er zu dem Mädchen.
„Elena. Steige sofort auf Schattenfell!"
„Was?"
„Steig auf Schattenfell! Los beeil dich! Aragorn und Gimli. Legt Legolas seinen Umhang um!"
Dann wandte er sich wieder an Elena, diese saß inzwischen schon auf Schattenfell.
„Elena. Hör mir gut zu. Wir werden versuchen die Nazgul aufzuhalten. Du wirst Legolas nehmen und ihn in Sicherheit bringen."
„Was! Wie soll ich das anstellen? Ich kann zwar reiten, aber ich kenne mich hier doch gar nicht aus."
„Vertrau mir mein Kind. Reite nach Norden. Steht's nach Norden. Verstanden?"
„Ok. Aber was ist mit euch?"
„Wir werden nachkommen."
„Wirklich?"
„Wirklich."
Aragorn und Gandalf setzten den beinah bewusstlosen Legolas vor Elena auf Schattenfell und sahen Elena traurig an.
„Viel Glück euch beiden." meinte Gimli.
„Seid vorsichtig. Ich... ich möchte euch wiedersehen." sagte Elena und eine kleine Träne rann über ihre Wange.
Aragorn lächelte gütig.
„Noro lim, Schattenfell, noro lim!" rief Gandalf und sofort sprintete Schattenfell los.
Elena musste aufpassen, dass sie nicht vom Pferd fiel, geschweige denn Legolas. Immer drohte er herunterzufallen, bis es Elena reichte. Vorsichtig griff sie mit einem Arm um die Taille des Elben, wobei sie dabei puderrot wurde, und mit der anderen verkrallte sie sich in Schattenfells Mähne. Plötzlich ertönte wieder dieses unnormale Geschrei hinter ihr und panisch blickte sie sich um. Hinter ihr preschten vier schwarze Pferde mit vier schwarzen Reitern aus den Büschen.
„Lauf! Schattenfell! Lauf!" rief sie dem Pferd zu, dass sein Tempo soweit es möglich war beschleunigte.
Jedoch kam einer der Reiter gefährlich nahe. Er wollte gerade seine Hand nach Elena und Legolas ausstrecken, als Elena blitzschnell Legolas' Dolch griff und ihn in die Hand des Nazgul rammte. Dieser schrie auf vor Schmerzen und drosselte das Tempo. Sofort hatte Elena ihren Arm wieder um Legolas gelegt, um ihn zu sichern. Dieser öffnete gerade langsam die Augen. Er nahm alles nur verschwommen wahr und bemerkte die Bewegungen Schattenfells nur wie in Trance.
„Elena?" fragte er schwach und drohte erneut in eine Ohnmacht zu fallen.
„Ja Legolas. Sie sind hinter uns her."
Plötzlich bäumte sich Schattenfell auf und warf seine Reiter ab. Elena sah erschrocken auf und entdeckte den Pfeil in Schattenfells rechtem Hinterlauf. Er hinkte zum bewusstlosen Legolas und stellte sich schützend vor ihn. Elena griff sofort nach Legolas' Dolch und hielt ihn den Reitern entgegen. Diese stiegen von ihren Pferden und kamen auf sie zu.
„Gib uns den Elb, Menschenweib!" fauchte einer von ihnen.
„Nein! Niemals! Vorher müsst ihr mich töten!"
Gerade als die vier Nazguls sich in Bewegung setzten, flogen plötzlich Pfeile aus den Baumkronen und trafen sie hart in ihre Rüstungen. Schreiend ergriffen sie die Flucht. Elena war total erschöpft und sackte zu Boden. Verschwommen nahm sie drei Gestalten wahr. Zwei davon glichen sich bis aufs Haar. Diese rannten zu Legolas und Schattenfell, um sich um sie zu kümmern. Der Andere, der viel älter war, als die anderen beiden, kam zu Elena geeilt und stützte sie.
„Milady. Euch wird nichts mehr geschehen. Ihr seid in Sicherheit. Mein Name ist Elrond, Herr Imladris'."
„Legolas." hauchte Elena.
Ihr einziger Gedanke, galt ihrem schwer kranken Elbenfreund. Elrond lächelte.
„Meine Söhne kümmern sich um ihn."
Elena lächelte leicht und sackte dann in Elronds Armen zusammen.
„Milady! Bleibt bei mir! Hört ihr mich?"
Doch Elena nahm schon lange nichts mehr wahr. Die Anstrengungen und der Kampf gegen die Ringgeister hatten sehr an ihren Kräften gezehrt. Elladan und Elrohir kamen zu ihrem Vater geeilt.
„Vater? Legolas geht es sehr schlecht. Wir sollten so schnell es geht nach Imladris zurückkehren."
„Ja. Holt noch eure Schwester. Dann reiten wir zurück."
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So! Vielen Dank für eure Reviews! Hat diesmal mit dem Kapitel leider etwas gedauert. Mir ging's ziemlich schlecht die letzten Tage. Ich hoffe ihr verzeiht es mir!
Bis nächstes Mal
Chibi Anitschka
