Disclaimer: Ich besitze keine Rechte an den Büchern und Geschichten J.R.R. Tolkiens oder seinen Charakteren. Ebenso wenig verdiene ich Geld mit dieser Geschichte. Mir geht es alleine um den Spaß am Schreiben. Die Charaktere und Orte die ihr nicht in Tolkiens Werken findet sind meiner Phantasie entsprungen.
Kapitel 12: Wieder vereint
Vier Tage dauerte nun ihre Reise schon. Obwohl Elena schon langsam die Müdigkeit überkam, zeigte sie den anderen gegenüber kein Zeichen ihrer Schwäche. Es wäre ihr auch viel zu peinlich gewesen. Legolas jedoch konnte sie nicht täuschen. Ihm fiel es schon während des ganzen Rittes auf, dass sie immer wieder auf ihrem Pferd kurz einnickte. Auch wenn er es sich nicht eingestehe wollte, er machte sich Sorgen um Elena. Plötzlich hielt er sein Pferd an und blickte sich misstrauisch um. Die anderen bemerkten seine Reaktion und hielten sofort inne.
„Legolas? Was hast du gesehen?" fragte Aragorn ernst.
„Gesehen habe ich nichts, aber gehört. Irgendetwas folgt uns."
„Weißt du, wer oder was es ist?" fragte Gimli.
„Nein. Das vermag ich nicht zu sagen."
„Dann sollten wir hier nicht verweilen." meinte Aragorn, während es sich aufmerksam umsah.
Seine Gefährten stimmten ihm zu. Während des weiteren Rittes geschah nichts mehr, jedoch war der kleinen Gruppe nicht wohl. Jeder spürte auf seine Weise, dass hier irgendetwas nicht stimmte. Mit einem Mal war es Arod, der sich plötzlich aufbäumte und Legolas beinah abwarf.
„Ruhig! Ruhig!" rief der Elb und versuchte sein Pferd zu beruhigen.
Aragorn wendete sofort sein Pferd und blickte nervös in die umliegenden Bäume und Sträucher. Auch Gimli, der vor Gandalf auf Schattenfell saß, ließ seine Blicke rastlos durch das dichte Unterholz schweifen. Wälder waren ihm schon immer suspekt gewesen. Als gerade Gandalf seinen Blick umwand, passierte es. Aus allen Ecken und Winkeln surrten plötzlich schwarze Pfeile auf sie zu. Alle reagierten blitzschnell und trieben ihre Pferde an.
„Ein Hinterhalt! Reitet! Schnell!" rief Aragorn seinen Gefährten zu und preschte sein Pferd voran.
Gimli kniff die Augen zu vor Schmerz. Er hüpfte bei den schnellen Bewegungen von Schattenfell auf und ab wie ein Gummiball.
„Das zahle ich diesen stinkenden Orks irgendwann heim." murmelte er leise und versuchte sich einigermaßen festzuhalten.
„Ich glaube, dazu wirst du bald Gelegenheit haben mein Freund." meinte Gandalf und kaum hatte er es ausgesprochen, sprinteten hinter der kleinen Gruppe eine Horde Orks aus dem Dickicht und verfolgten sie, die Waffen hoch erhoben.
Hinter der Gruppe von Nahkämpfer preschten plötzlich die Ork Bogenschützen voran und spannten ihre tödlichen Waffen. Ein Pfeil surrte dich an Aragorns Kopf vorbei und bohrte sich in den nächsten Baum. Doch Elena hatte nicht so viel Glück. Einer der Pfeile streifte sie an der Schulter und ließ ihr einen Schmerzensschrei entlocken. Sofort wand sich Legolas um.
„Elena!"
„Mir ist nichts passiert. Schnell! Reitet weiter!"
Legolas nickte. In dieser schwierigen Situation musste er ihr diese Lüge einfach abnehmen, obwohl er wusste, dass es nicht so war, wie Elena sagte. Im Jagdgalopp erreichten sie die Grenze des Waldes und auch die zum Teil eher kargen Felsenebenen Rohans. Doch ans Anhalten war noch lange nicht zu denken. Immer weiter preschten sie ihre Pferde voran, bis sie merkten, dass die Orks sie nicht mehr verfolgten. Erschöpft drosselten sie das Tempo.
„Beim Barte meiner Vorfahren! Das war verdammt knapp!" sagte Gimli und rieb sich den schmerzenden Po.
Legolas wand sofort sein Pferd, als sie ihr Tempo zurücknahmen und ritt zu Elena. Diese hielt mit einer Hand ihre Zügel fest, mit der anderen versuchte sie ihre blutende Wunde vor den anderen zu verbergen. Mit besorgten Gesichtsausdruck begutachtete Legolas Elenas Arm.
„Ihr seit verletzt."
„Nein. Das ist nur ein Kratzer." meinte Elena lächelnd, doch bei dem durchdringenden Blick des Elben, verstummte sie sofort.
Sie hatte das Gefühl, als ob Legolas durch sie hindurch sehen konnte, direkt in ihre Seele und dort die Wahrheit fand. Dieser Blick verunsicherte sie. Legolas stieg von seinem Pferd und hob sie von dem ihrem. Am liebsten hätte sie ihm eine geklebt, sie einfach so anzufassen, jedoch tat sie es nicht. Sie wusste auch nicht warum. Irgendetwas hielt sie zurück. Legolas setzte sie auf den Boden und nahm ihr die Hand von der Schulter. Eingehend fixierte er die Wunde, was dazu führte, dass Elena total rot anlief. Konnte der Kerl nicht mal aufhören sie anzustarren?
Schließlich nahm Legolas seinen Umhang und riss ein Stück davon ab und band es um die Wunde.
„Es tut mir leid. Mehr kann ich im Moment nicht für euch tun." sagte er leicht beschämt.
„Aber nein! Ich danke euch, dass war... sehr nett."
Legolas sah auf und erblickte die Charmesröte in Elenas Gesicht.
„Oh man. Jetzt schaut der mich schon wieder an. Warum kann ich einfach nicht meine Klappe halten? Wenigstens einmal im Leben." dachte sie sich und stand auf.
Schnell schwang sie sich auf ihr Pferd, soweit das mit der Schulter möglich war und ritt zu Gandalf und den anderen. Legolas folgte ihr auf Arod.
Vier Tage vergingen, bis Aragorn plötzlich auf einer kleinen Anhöhe anhielt und stolz in das dahinterliegende Land blickte. Die anderen ritten neben ihn und Elena fielen beinah die Augen aus dem Kopf.
„Eine weisse Stadt!" rief sie.
„Ja. Minas Tirith. Die weisse Stadt." sagte Aragorn.
Verlegen sah Elena zu Aragorn.
„Und dort regiert ihr?"
„Ja. Das tue ich. Doch seht doch."
Er deutete in Richtung der Stadt, wo man einen Reiter erkennen konnte, der sich ihnen schnell näherte. Legolas begann zu lächeln.
„Wer kommt da?" fragte Gimli.
„Maewagor. Er hat also überlebt." sagte Legolas und trieb sein Pferd voran.
„Wer? Weiß einer von euch, wer das sein soll?"
Fragend sah Gimli in die Runde und erblickte Elenas glückliches Gesicht, als auch sie ihr Pferd vorantrieb. Aragorn versuchte Gimli und Gandalf die Geschichte zu erzählen, während Legolas und Elena Maewagor entgegenritten und dieser sie aufs Herzlichste begrüßte.
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Vielen Dank an meine Reviewer. Ich hoffe euch gefällt das neue Chapi. Ich werd mich mit dem Nächsten auch beeilen.
