Disclaimer: Ich besitze keine Rechte an den Büchern und Geschichten J.R.R. Tolkiens oder seinen Charakteren. Ebenso wenig verdiene ich Geld mit dieser Geschichte. Mir geht es alleine um den Spaß am Schreiben. Die Charaktere und Orte die ihr nicht in Tolkiens Werken findet sind meiner Phantasie entsprungen.

Kapitel 15: Die Maske

Elena schreckte aus dem Schlaf. Schweiß tropfte von ihrem Gesicht und ihr Herz klopfte heftig. Seit drei Tagen hatte sie immer den selben Alptraum. Ein Elb mit einer Maske auf seinem Gesicht, wurde von Orks gehetzt wie ein Tier bis er schließlich in einen Fluss sprang, um sich vor der Meute dieser blutrünstigen Bestien zu retten. An der Stelle tauchte immer Legolas auf. Er streckte ihr seine Hand entgegen. Sie wollte sie greifen, aber sie erreichte ihn nicht. Plötzlich tauchte hinter Legolas eine Gestalt auf, die ihm ein Messer in die Brust stieß. Seit der Elbenprinz Minas Tirith verlassen hatte, hatte sie diese Alpträume immer öfter. Jetzt reichte es ihr. Schnell zog sie sich an und lief in die Bibliothek der Feste. Dort angekommen durchsuchte sie alle Regale auf der Suche nach einem Atlas oder wenigstens einer Karte von Mittelerde. Sie war so in ihre Suche vertieft, dass sie nicht bemerkte, wie eine weitere Person die Bibliothek betrat. Erst als die Türe knarrend aufging, drehte sie sich erschrocken um. Vor ihr stand Pippin.

„Was macht ihr da?" fragte er verschlafen.

„Ich... ich wollte mir nur die Bücher einmal ansehen. Sie faszinieren mich so." stotterte Elena.

Wenn sie dem Hobbit die Wahrheit sagen würde, würde er sie bestimmt auslachen. Doch Pippin sah sie nur mit hochgezogener Augenbraue an.

„Verzeiht, aber ich glaube euch nicht. Ihr könnt mir ruhig die Wahrheit sagen."

Elena biss sich nervös auf die Lippen.

„Ok Pippin, aber versprecht mir, dass ihr den anderen nichts verraten werdet. Ja?"

„Einverstanden, also wo liegt euer Problem?"

„Ich suche eine Karte oder etwas Ähnliches von Mittelerde."

„Warum habt ihr das nicht gleich gesagt? Ich weiß, wo welche sind."

„Wirklich?"

„Ja. Hier drüben sind sie. Gandalf hat immer sehr viel darüber gebrütet."

Zusammen zogen sie die Karten aus dem Stapel und begutachteten sie. Elena wusste die Landschaft noch ganz genau zu deuten und kaum hatte sie einen Blick auf die Karte geworfen, hatte sie den Ort schon gefunden.

„Dort." sagte sie und tippte mit ihrem Finger auf die Karte. „Dort war es. Die Zeichnungen sehen genau aus, wie die Landschaften die ich gesehen habe."

„Entschuldigt, aber das ist der Fluss, der von Isengart aus in den Fangornwald führt."

„Ja und? Ich bin mir ziemlich sicher, dass es dort war."

„Im Fangorn sind die Bäume keine Bäume. Es sind Ents. Baumhirten die laufen und sprechen können."

„Von mir aus. Ich muss aber dahin."

„Aber warum?"

„Weil jemand dort Hilfe braucht. Und sei es auch nur um den Willen, dass ich falsch lag und wieder ruhig schlafen kann."

„Ich werde euch begleiten."

„Nein Pippin. Das nicht. Das muss ich allein schaffen, aber ihr könnt mir ein Pferd besorgen."

„Wie wollt ihr alleine da draußen überleben? Es gibt einzelne Orkhorden, die durch die Lande streifen, die Ents werden euch nicht trauen und noch vieles mehr."

„Vielen Dank für eure Vorsicht Pippin, aber ich werde mich schon zurecht finden. Bitte macht ein Pferd bereit für mich. Es ist mir ernst."

Mit diesen Worten verschwand Elena und ließ Pippin allein zurück.

Ein paar Minuten später, hatte sich Elena umgezogen und rannte hinunter zu Pippin, der bereits mit einem Pferd auf sie wartete. Doch der Halbling erschrak, als er Elena sah. Sie hatte sich ihre Haare kurz geschnitten, war in die Kleider eines Waldläufers geschlüpft und hatte ein schwarzes Tuch vorm Gesicht, dass ihren Mund und Nase verdeckte. Dass Einzige was man noch erkennen konnte, waren ihre Augen.

„Was habt ihr getan Elena? Ihr seht aus wie... ."

„Ein Mann. Ja. Und das war auch meine Absicht."

„Aber warum? Was soll das alles? Bitte erklärt es mir."

„Wenn ich zurückkomme. Es könnte aber dauern. Ich werde noch einen kleinen Abstecher, zur Hochzeitsfeier unseres Elbenprinzen machen."

Elena stieg auf das Pferd und blickte dem total verwirrten Pippin in die Augen. Sie lächelte.

„Macht euch keine Sorgen. Ich schaffe das schon. Und denkt an euer Versprechen. Ich bitte euch."

Gerade, als Elena losreiten wollte, kam Maewagor aus der Feste gestürmt.

„Tinu! Sie ist weg."

Als er den Reiter erblickte, erschrak er. Genau in dem Moment trieb Elena ihr Pferd an und ritt davon. Maewagor eilte ihr nach und kam neben Pippin zum Stehen. Böse funkelte er den Halbling an.

„Das war Tinu, nicht wahr? Pippin! Wie konntet ihr das zulassen?"

„Wovon redet ihr überhaupt? Elena ist doch in ihrem Zimmer. Das war ein Fremder, der mich um etwas Wasser bat."

„Mitten in der Nacht? Haltet mich nicht zum Narren Peregrin Tuk."

Der Lärm hatte den Rest der Gefährten auch aufgeschreckt. Aragorn kam aus der Feste geeilt, dicht gefolgt von Gimli und Gandalf.

„Was geht hier vor?"

„Tinu. Sie ist fort."

„Was! Alleine?" fragte Gimli empört. „Sie kann sich doch nicht einmal verteidigen."

Aragorn trat neben den Hobbit.

„Was ist hier geschehen Pippin?"

Der Halbling senkte den Kopf.

„Wenn ich das nur wüsste Aragorn."

---

Elena ritt wie der Wind immer gen Fangornwald. Es tat ihr ja leid, dass Pippin wegen ihr jetzt wahrscheinlich Ärger bekam, aber im Moment ging es um etwas anderes. Viel Wichtigeres. Schon nach drei Tagen hatte sie den Wald erreicht. Sie saß ab und staunte über die großen, majestätischen Bäume, die sich gen Himmel ragten.

„Dann auf hinein."

Jedoch ihr Pferd scheute sich und ließ sich keinen Zentimeter vom Fleck bewegen. Elena seufzte.

„Gut. Aber dann warte hier bitte." sagte sie zu ihrem Schimmel und betrat kurz darauf den dunklen Wald.

Vorsichtig und vor allem langsam kämpfte sie sich durch das Unterholz. Alles sah hier gleich aus, wie sollte sie diesen Fluss nur finden? Plötzlich traf sie ein Gedankenblitz. Es fühlte sich an, als würde jemand seine Gedanken in ihren Kopf schicken. Sie sah durch die Augen eines anderen. Ein Flussufer und vor ihr lauter alte Bäume und in weiter Ferne ein abgestorbener Baum, der keine Äste mehr hatte. Zu allem Überfluss vernahm sie auch noch eine Stimme in ihrem Kopf.

„Bitte helft mir. Irgendjemand."

Der Blick wand sich um und erkannte in der Ferne Orks, die auf die Person zukamen. Dann war alles vorbei und Elena taumelte zurück, um sich an einem Baum abzustützen.

„Man. Was war denn das?" fragte sie sich in Gedanken.

Doch sie hatte keine Zeit mehr sich darüber weiter den Kopf zu zerbrechen. Jemand brauchte Hilfe und das so schnell wie möglich. Also rannte sie los. Sie hatte zwar keine Ahnung wohin, aber sie rannte einfach los. Der Wald war riesig, dass wusste sie, aber irgendwie musste sie doch diesen Fluss erreichen. Plötzlich durchdrang ein Schrei den Wald und Elena schreckte auf. Der Schrei war aus Richtung Norden gekommen. So schnell sie konnte folgte sie dem Schrei und war nach einigen Minuten an dem Fluss angekommen. Aber hier war niemand. Sie sah durch die Bäume auf der anderen Seite des Flusses und bemerkte eine wütende Orkschar, die den Fluss beinahe erreicht hatte. Erst jetzt nahm sie die Fußspuren im Schlamm unter ihr wahr. Eine kleine Blutspur führte in den Wald hinein. Schnell rannte sie los immer der Spur nach. Der Wald schien endlos zu sein, doch schließlich hatte sie ihn gefunden. Sie hielt inne um sich hinter einem Baum zu verstecken und schaute auf die kleine Lichtung. Dort stand eine schmale, ausgemergelte Gestalt dich sich schleppend vorwärts bewegte. Er hatte langes blondes Haar, dass ihm bis zu den Ellebogen ging und trug nur eine zerfetzte weisse Robe, die vom Schlamm schon braun geworden war an manchen Stellen. Sofort fielen Elena die spitzen Ohren auf und die silbernglänzende Maske, die sein Gesicht bedeckte. In seinem rechten Arm steckte ein orkischer Pfeil, dazu kam noch, dass er durchnässt war, bis auf die Knochen. Elena erkannte ihn sofort. Dass war der Elb aus ihrem Traum. Sofort lief sie auf ihn zu, doch als sie ihn erreichte brach er zusammen. Elena kniete sich neben ihn und strich ihm besorgt einige Strähnen aus seinem Gesicht. Als nächstes zog sie sich ihr Tuch vom Gesicht und legte es neben sich. In diesem Moment öffnete der Elb die Augen. Er wollte etwas sagen, doch Elena legte ihm, die Finger auf die Lippen.

„Ruhig. Orks sind hier in der Nähe. Ich werde euch helfen, aber ich werde zuerst den Pfeil entfernen. Ok?"

Schwach nickte der Elb. Im nächsten Moment verspürte er einen heftigen Schmerz in seinem rechten Arm, aber auch sofort helfende Hände die zärtlich ein Tuch um die Wunde banden.

„Mehr kann ich nicht für euch tun. Meint ihr, ihr könnt noch laufen?"

„Vielleicht."

„Gut. Dann kommt. Ich helfe euch."

Indem Elena den Elben stützte, konnte dieser schwankend aufstehen und einige Schritte laufen. Sein Blick fiel auf das Mädchen. Sie kam ihm so vertraut vor, so bekannt, aber er hatte sie doch noch nie im Leben gesehen.

„Euer... Name." sagte er.

„Ich bin Elena. Wir müssen uns beeilen, die Orks werden bestimmt bald hier sein."

---

Endlich! Nachdem die ganzen Prüfungen jetzt rum sind, habe ich wieder mehr Zeit zum schreiben. Ich hoffe, dass Chapi gefällt euch.