Der vierte Monat

Kapitel 15: Zwischenfälle

Coruscant, Nähe Manari Gebirge

„Was ist los?", fragte Corran alarmiert, als der Jedi-Ritter und Pilot Bocca Rej neben ihm plötzlich leise fluchte.

„Ich bin mir nicht ganz sicher", erwiderte dieser und betätigte einige Schaltflächen, „aber ich glaube, wir werden verfolgt."

Die beiden flogen in einem Schiff, das den Naboo-Shuttles des Neuen Jedi Ordens ähnelte, über die Ausläufer des Manari-Gebirges hinweg in Richtung Raumhafen, um einige verletzte Jedi-Ritter abzuholen. Ein zweites Schiff folgte ihnen in geringem Abstand.

In den Lautsprechern knackte es.

„Rej, habt ihr auch diese Kampfflieger hinter uns bemerkt?"

„Ja. Aber in der Macht kann ich nichts fühlen, es müssen Droiden sein", erwiderte Rej besorgt.

„Ich habe ein ganz mieses Gefühl bei der Sache", grummelte Corran und beschleunigte etwas. „Die sind bestimmt nicht auf einem Vergnügungsflug."

„Lasst uns zusehen, dass wir hier wegkommen."

„Keine Einwände hier, Bocca."

„Sie sind immer noch hinter uns", murmelte Bocca einige Minuten später. „Corran..."

„Schneller geht es nicht", gab der Angesprochene zurück und zog das Schiff in eine steile Kurve, nahm einen Kurs, der sie etwas tiefer ins Gebirge führte.

„... und sie fliegen nicht nur zufällig in die gleiche Richtung wie wir", fügte er hinzu, als er sah, dass die Kampfflieger ihnen folgten und weiter aufholten. „Rej, sag den anderen, dass wir uns trennen. Sie sollen zum Raumhafen fliegen, wir schauen, dass wir die Droiden abgeschüttelt bekommen. Sie sollen aufpassen, dass die Mehrheit weiterhin uns folgt."

Bocca zögerte kurz, ehe ihm einfiel, dass Corran nicht nur viel älter war, sondern auch einen höheren Rang bekleidete, und gab die Nachricht weiter.

Mit einem grimmigen Grinsen versetzte Corran sich gedanklich zurück in die Zeit, als er noch im Rogue Geschwader geflogen war, und riss das Schiff so plötzlich herum, dass Bocca erschrocken aufkeuchte.

„Steck alle verfügbare Energie in den Antrieb und in die hinteren Schilde", presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, vollendete die Wendung und manövrierte das Gefährt in halsbrecherischem Tempo mitten durch die Verfolger. Das andere Schiff nutzte die kurzweilige Orientierungslosigkeit der Droiden, tauchte unter einen Felsvorsprung und suchte sich einen Weg zum Raumhafen.

Corran dagegen vollführte ein sorgfältig kalkuliertes Manöver nach dem anderen zwischen scharfkantigen Felsen und engen Schluchten. Das Gefährt kreischte und knirschte unter Belastungen, für die es nicht gebaut worden war, befolgte aber jeden Befehl augenblicklich, sehr zu der Zufriedenheit des Corellianers.

„Sie schießen", berichtete Bocca irgendwann alarmiert und leitete die letzten Energiereserven zum Heck des Schiffes. Dennoch erbebte das Gefährt unter dem schweren Beschuss. Corran fluchte und visierte eine besonders enge Schlucht an. Seine Hoffnungen erfüllten sich; die Droiden reagierten einen Sekundenbruchteil zu spät, so dass die Hälfte ihrer Flieger in einem Feuerball verschwand, dessen Echo viel zu laut von den hohen Felswänden hallte.

„Schilde sind runter auf dreißig Prozent... noch zwei direkte Treffer und wir sind geliefert!"

„Was du nicht sagst..."

Bocca fiel beinahe aus seinem Sitz, als der nächste Schuss sein Ziel fand.

„Corran, ich will ja nichts sagen, aber das sieht übel für uns aus..."

Er bekam keine Antwort. Der Corellianer änderte erneut abrupt den Kurs, flog hinaus aus dem Gewirr der Schluchten in eine weitläufige Senke. „Keine Sorge, ich weiß, was ich tue."

Rej schaltete die Kommanlage ein und schickte einen Notruf sowie ihre aktuellen Koordinaten heraus. Auf Corrans Blick hin zuckte er mit den Schultern. „Ich vertraue den Anzeigen mehr als deiner Überzeugung von deinen Flugkünsten."

Der ältere Jedi brummte etwas Unverständliches, ein Brummen, das erneut zu einem lauten Fluchen wurde, als das Schiff trotz seiner waghalsigen Manöver erneut getroffen wurde.

„Unsere Schilde sind hiermit offiziell Geschichte."

„Ich hoffe, das gilt nicht bald auch für uns. Schnall dich an."

„Wer nicht? – Das brauchst du mir nicht zweimal zu sagen."

Corran schaffte es noch, das Ende der Senke zu erreichen, bevor sie erneut getroffen wurden.

„Die Hälfte unserer Repulsoren sind offline... Corran, wir müssen runter. Wir schaffen es nicht mehr auf die Höhe, die wir brauchen, um über diese Felswand zu kommen. Und wenn der nächste Schuss sitzt, sind wir bald nicht viel mehr als ein hübsches Feuerwerk."

„Na, das wollen wir doch mal lieber lassen." Der Corellianer brachte das Gefährt so schnell wie möglich hinab auf Bodennähe, stellte fest, dass Antrieb und Steuerung immer langsamer reagierten und die Repulsoren sich ohne sein Zutun einer nach dem anderen abschalteten. „Das könnte etwas holprig werden. Halt dich fest."

Die Landung war ungleich heftiger als die der Naboo II im Hangar des Jedi-Tempels vor einer ganzen Ewigkeit, wie es ihm schien. Corran war sich sicher, dass von ihrem Schiff nichts mehr übrig bleiben würde, das noch wiederverwertbar wäre.

„Bocca?", fragte er in die Sekunde der Stille nach der Landung hinein, ehe Zischen, Kreischen, Knirschen und das Geräusch der sich nähernden Droiden das Schweigen durchbrachen.

Der Jedi-Ritter stöhnte und brachte ein schwaches ‚Hier' zustande. Es kam von irgendwo dort, wo zuvor die Frontscheibe gewesen war.

Corran stemmte sich aus seinem Sitz, nachdem er vorsichtig gecheckt hatte, ob er noch komplett war. Außer zwei angeknacksten Rippen, jeder Menge Prellungen und einigen Schnitten im Gesicht konnte er an sich keine Verletzungen feststellen.

Um seinen Begleiter stand es nicht ganz so gut. Rej war samt der Sicherheitsgurte aus seinem Sitz geschleudert worden; wie er es geschafft hatte, zwischen den Überresten der Scheibe und dem Fels eingeklemmt zu werden, war Corran ein Rätsel. Er brach vorsichtig die größten Scherben heraus und griff dann nach seinem Lichtschwert.

„Halt still."

Bocca nickte und biss die Zähne zusammen.

Mit einem vertrauten Zischen entzündete sich die silbrige Klinge; sehr sorgsam setzte Corran einige wenige Schnitte, die genügten, um den Jedi-Ritter zu befreien. Er hatte einige üble Quetschungen und ein paar Platzwunden, schaffte es aber, sich auf den Beinen zu halten, wenn auch etwas wackelig.

„Komm, wir müssen hier raus", drängte Corran. Irgendwo im hinteren Teil des Schiffs explodierte etwas, als die Droiden erneut das Feuer eröffneten.

Die beiden hasteten, so schnell ihre Verletzungen es ermöglichten, hinaus aus dem fast völlig zerstörten Wrack und suchten unter einem Felsvorsprung Schutz vor dem Feuer der Kampfflieger.

„Und was jetzt?", murmelte Bocca angespannt und unterdrückte ein Husten.

„Ihre Blaster sind nicht sehr stark", überlegte Corran, der beobachtet hatte, dass die Waffen der Droiden zwar jede Menge Staub aufwirbelten und dunkle Spuren hinterließen, aber nicht mehr als ein paar Millimeter tief ins Gestein einschnitten. „Hier dürften wir vorläufig sicher sein. Aber komm noch ein Stück hierher; diese Schiffe haben die unangenehme Angewohnheit, zu explodieren, wenn der Antrieb getroffen wird." Er zog Bocca, einer vagen Ahnung folgend, noch ein Stück vom Wrack ihres Gefährts weg, das just in diesem Moment erneut beschossen wurde.

Als die Explosion verklungen war und zwei der Droidenflieger mit sich genommen hatte, hoben die beiden vorsichtig den Kopf.

„Na endlich. Sie landen."

„Das findest du gut? Mir wäre es lieber, wenn sie verschwinden würden."

„Wenn sie am Boden sind, haben wir wenigstens ansatzweise eine Chance, Bocca. Hast du dein Lichtschwert noch? Gut. Komm, wir müssen hier weg, bevor sie uns einkesseln können."

Geduckt eilten die beiden an der Felswand entlang weiter bis zu einem Punkt, von dem aus sie sich gut verteidigen können würden. Obwohl dies, wie Corran grimmig zugeben musste, hauptsächlich für Bocca galt; die kleinen Felsvorsprünge, die Platz für hohe, weite Sprünge boten, nützten ihm herzlich wenig – er musste wohl oder übel mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben.

„Was meinst du, wie lange die Verstärkung noch brauchen wird?", fragte Corran mit einem Anflug von Besorgnis.

Rej antwortete nicht sofort, sondern fing weiterhin Blasterschüsse mit seiner blassblauen Klinge ab, ehe er von dem Felsvorsprung, auf dem er stand, hinabsprang. „So, wie ich sie kenne, werden sie im allerletzten Moment eintreffen."

„Das ist nicht gut, Bocca... pass auf!"

Ein Schuss kam durch Rejs Defensive und traf ihn an der Schulter. Der Jedi-Ritter schwankte leicht, stürzte zwar nicht, wurde aber augenblicklich zurückgedrängt. Corran sprintete fluchend zu ihm hinüber, um ihm zusätzliche Deckung zu geben.

„Jetzt wäre der allerletzte Moment gekommen!", rief er, als die beiden sich von Droiden umstellt wiederfanden, die den Kreis immer enger zogen. Corran tat sein Bestes, schaffte es aber nicht, sämtliche Schüsse abzufangen, und Boccas verletzter Arm wurde von Sekunde zu Sekunde nutzloser.

/Corran?/

„Luke!", wisperte der Corellianer überrascht, darauf bedacht, seine Konzentration auf den Kampf nicht wanken zu lassen. Lukes Stimme erklang schwach, aber verständlich in seinem Kopf.

/Hilfe ist unterwegs, Corran, haltet nur noch ein wenig durch./

/Das sagt sich leicht, Meister./

Luke sandte ihm tatsächlich das geistige Äquivalent eines amüsierten Schmunzelns.

/Ihr seid vielseitig talentiert, Corran, und in den unmöglichsten Situationen zu überleben ist eines dieser Talente. Besinnt Euch auf Eure Fähigkeiten./ Mit diesen Worten beendete er das telepathische Gespräch.

Rej sackte gegen die Wand in ihrem Rücken. Er war besorgniserregend blass und die Blutung seiner Wunde hatte noch immer nicht vollkommen gestoppt. Seine Aufmerksamkeit schwand zusehends.

„Was zur... Besinnt Euch auf Eure Fähigkei... oh.", murmelte der Corellianer mit einem Seitenblick auf den Ritter, dessen erschrockenes Keuchen ignorierend, als er plötzlich sein Lichtschwert senkte und scheinbar schutzlos dort stand. Corran sammelte seine Konzentration und die Macht um sich herum, bereitete sich mental auf das vor, was folgen würde, und hoffte, dass es genügte.

Als die Droiden erneut feuerten, fing keine silberne Klinge ihr Feuer ab. Stattdessen trafen ihre Schüsse Corran mit voller Wucht.

Der Corellianer schloss die Augen und biss die Zähne zusammen. Der Schmerz war beinahe unerträglich, aber er konnte sich nicht damit aufhalten. Er konzentrierte sich darauf, die Blasterschüsse aufzunehmen, ihre tödliche Energie in eine andere Art der Kraft umzuwandeln.

Rej riss erstaunt die Augen auf, als der ältere Jedi die Energie, die er gesammelt hatte, mit einem Schlag entlud; die Droiden wurden mehrere Dutzend Meter weit durch die Luft geschleudert und beim Aufprall auf den Boden in ihre Einzelteile zerlegt.

Corran schnappte nach Luft und fiel auf die Knie. Ihm war jede Farbe aus dem Gesicht gewichen.

Bocca schleppte sich zu dem Meister hinüber, der zusammengekrümmt am Boden saß, und legte ihm vorsichtig eine Hand auf die Schulter.

„Bist du in Ordnung?"

„Was glaubst du?", kam eine gequälte Antwort.

„Ich kenne niemanden, der mehr als zwei Blasterschüsse auf einmal absorbieren kann", murmelte Rej, hin- und hergerissen zwischen Bewunderung und Mitleid.

„Es ist auch nicht zu empfehlen", brachte Corran hervor. Er klang, als müsste er mit aller Gewalt einen Brechreiz unterdrücken und gleichzeitig gegen die Bewusstlosigkeit ankämpfen.

Vorsichtig drückte Bocca ihn zu Boden.

„Leg dich hin. Ich höre unsere Schiffe kommen."

°°°

Coruscant, Jedi Tempel, Krankenstation

Luke bahnte sich seinen Weg zwischen diversen Padawanen und Droiden hindurch, eilte eine Treppe hinauf und blieb einen Augenblick lang erschrocken stehen. Er hatte gehört, dass bei dem Gefecht im Orbit Coruscants viele Ritter verletzt worden waren, aber niemand hatte ihn auf das Ausmaß der von dieser Raumschlacht verletzten Jedi vorbereitet. Nach all den langen Jahren des Kampfes konnte ihn nicht mehr viel überraschen oder schockieren, doch der Anblick von fast fünfzig schwer verletzten Gefährten auf einmal traf ihn tief.

Dennoch fasste er sich sofort wieder, ging rasch, aber ruhig durch die Menge, an medizinischen Droiden, Assistenten und provisorischen Betten vorbei, bis er Fié Aent bei einem besonders schwer verletzten Jedi fand.

Dieser blickte nicht auf, fühlte aber die Präsenz Lukes hinter sich. „Meister Whitesun, Meister Horn meinte, Ihr hättet Erfahrung als Heiler... wir brauchen jemanden, der die Schwerverletzten stabil hält, bis wir uns um sie kümmern können", wies er knapp an und fuhr anschließend mit der Behandlung fort. Er wartete nicht einmal mehr auf eine Antwort.

Luke ließ sich wenige Minuten später vorsichtig auf der Bettkante einer jungen Falleen nieder und zuckte unwillkürlich zusammen in Anbetracht der schweren Bauchwunde, die Blastergeschosse ihr zugefügt haben mussten. Die äußeren Blutungen hatten gestoppt, aber die Verletzung war eindeutig lebensgefährlich. Sie war kaum bei Bewusstsein, stöhnte leise vor Schmerz und warf sich auf der schmalen Liege hin und her, drohte damit, die Wunde erneut aufzureißen.

„Ruhig, ruhig." Luke legte ihr rasch eine Hand auf die Stirn, die andere auf die Schulter, und sandte beruhigende Gefühle durch die Macht. „Jhameire, lass mich dir helfen", bat er und berührte ihren Geist sacht mit seinem eigenen, klopfte vorsichtig an mentale Türen. Sie zögerte kurz, gewährte ihm dann jedoch Eintritt.

Luke brauchte alles, was ihm an Selbstbeherrschung zur Verfügung stand, um angesichts des Schmerzes und der Angst, die ihm entgegenschlug, nicht zurückzuweichen. Er griff nach der Macht und wagte sich weiter vor, darauf bedacht, Jhameire den Schmerz zu nehmen, während er sie sacht instruierte. Nach mehreren Versuchen und mit Lukes Hilfe schaffte sie es, sich in eine tiefe Heilungstrance zu versetzen, in der ihr Zustand stabil bleiben würde.

Die Falleen war, wie sich herausstellen sollte, einer der unkomplizierten Fälle. Die folgenden drei Ritter, um die Luke sich kümmerte, hatten nicht mehr die Kraft, sich selbst in die Trance zu versetzen, so dass er nachhelfen und ihre Lebenszeichen in der Macht stetig überwachen musste.

Als Aent Stunden später endlich die Zeit fand, sich um die letzten Ritter zu kümmern, die Luke überwachte, schliefen sie alle friedlich auf ihren Betten, lagen so ruhig da, dass man sie für tot hätte halten können, wäre nicht das regelmäßige Heben und Senken ihrer Brustkörbe sichtbar gewesen.

Fié hielt einen Moment lang inne und musterte Luke Whitesun, der ruhig und mit geschlossenen Augen auf einem Stuhl zwischen zwei Betten saß, die Hände im Schoß, einen fast seligen Ausdruck auf dem Gesicht, der seine Anstrengung verbarg, und der die Trancen von fünf Rittern aufrecht erhielt. Er trat auf ihn zu und berührte ihn sacht an der Schulter.

„Meister Whitesun."

Luke schlug die Augen auf und blickte Fié direkt an.

„Meister Whitesun, wir können diese hier jetzt übernehmen."

Der Angesprochene nickte und lächelte leicht. „Sie sind stabil, im Moment jedenfalls", meinte er leise und erhob sich, ließ seinen Blick kurz schweifen...

„Vielen Dank für Eure Hilfe."

... ehe er ihn wieder auf Fié fixierte. „Immer." Er berührte Jhameire kurz an der Schulter, schickte ein letztes Mal die Macht aus, ehe er das provisorische Krankenlager verließ.

°°°

Coruscant, Jedi Tempel, Horn Apartment

Luke schlenderte mit einer Mischung aus leichter Besorgnis und großer Erleichterung durch die Wohnbereiche des Tempels, bis er Corrans Apartment erreichte. Er tastete kurz in der Macht und stellte fest, dass der Corellianer noch wach und bei hinreichendem Bewusstsein war, um die Probe zu bemerken.

/Kommt herein./

Er folgte der Aufforderung und trat durch das dunkle Wohnzimmer hinein in den Schlafbereich, wo Corran bei schwachem Licht im Bett saß und seinen Bericht über die heutigen Ereignisse schrieb.

„Guten Abend", meinte Luke leise. „Wie geht es Euch?"

Der Jüngere warf das Datenpad vor sich auf die Bettdecke und seufzte. „So, wie es mir immer geht, wenn ich zu viel Energie auf einmal absorbiert habe", entgegnete er, immer noch blass und eindeutig mitgenommen.

„Es hat Euch und Ritter Rej das Leben gerettet", wandte Luke sacht ein und ließ sich auf der Bettkante nieder.

„Ja", gab Corran zu und sah ihn schief an. „Danke. Manchmal brauche ich einen Tritt, um mich daran zu erinnern, dass es andere Dinge gibt als Lichtschwerter und Blaster."

Luke schmunzelte. „Gern geschehen. Und ja, vielleicht braucht Ihr das, aber es ist gut so. Ein solcher Einsatz der Macht sollte nur im Notfall erfolgen", schloss er, plötzlich sehr ernst.

„Warum sagt Ihr das?"

Luke antwortete nicht sofort. „Ich mache mir Sorgen", gab er schließlich zu, „was geschehen könnte, wenn Palpatine erfährt, wer wir sind und wie wir hierher gelangt sind. Aus diesem Grund hoffe ich, dass wir nicht allzu oft ausladenden Gebrauch von der Macht machen müssen. Ich weiß, dass Palpatine sehr genau auf Veränderungen in der Macht achtet, auch, um den Rat weiterhin täuschen zu können, und er könnte auf uns aufmerksam werden, wenn wir nachlässig werden in dieser Beziehung."

„Verstehe", murmelte Corran. „Aber warum sollte er ausgerechnet auf uns aufmerksam werden?"

„Das ist nicht leicht zu erklären", kam eine leise Antwort. „Mit jedem Atemzug, Corran, verändern wir ein winziges Stück Geschichte, zu wenig, um etwas zu bewirken, aber wir tun es dennoch. Und dies ruft Veränderungen im Sand der Zeit hervor, die man auch in der Macht spüren kann, wenn man entweder weiß, wonach man Ausschau halten muss, oder wenn man einfach nur machtsensitiv genug ist."

„Wie Ihr und Palpatine. Yoda vielleicht auch?"

„Höchstwahrscheinlich, ja."

Corran ließ sich auf sein Kissen fallen und rutschte auf den Laken herum, bis er eine bequeme Position gefunden hatte. Er starrte schweigend an die Decke und biss sich auf die Unterlippe.

„Was würde geschehen, wenn Palpatine von unserer Existenz erführe?"

Luke hatte bereits lange über diese Frage meditiert. „Obwohl er weiß, dass mit der Macht nichts unmöglich ist, scheint er unseres Wissens nach nie daran gedacht zu haben, eine Zeitreise in Betracht zu ziehen. Wenn er von uns erfährt, wird sich dies ändern – er wird es für seine Zwecke nutzen."

Der Corellianer verzog das Gesicht. „Nicht gut."

Wird fortgesetzt...


Kapitel 16: Ins eigene Fleisch

Als ob man irgendetwas vor Corran verheimlichen könnte.