Irgendjemand rüttelte an meiner Schulter. Ich öffnete verschlafen die Augen und erblickte Ians Gesicht nur wenige Zentimeter vor meinem.
„Komm!",flüsterte er und half mir auf die Beine. „Michael und Shaw schlafen. Wir müssen dich hier rausbringen!"
„Und was ist mit dir?"
„Mach dir um mich keine Sorgen!"
„Mach ich aber. Ich meine, hast du dir mal im Spiegel angeschaut, was Shaw vorhin mit dir angerichtet hat?"
„Ja, das habe ich. Aber wenn ich die gleichen Schmerzen noch einmal in Kauf nehmen muss, um dich hier rauszubekommen, dann werde ich das tun!"
„Oh...Ian..."
Wir küssten uns.
„Und jetzt sei leise."
Er nahm meine Hand und führte mich in das Nebenzimmer. Shaw und Michael lagen auf einer alten und zerrissenen Couch und schnarchten. Auf Shaws Schoss lag seine Knarre.
Ian zog mich an meiner Hand die Wand entlang und durch die Tür in den Flur.
Er öffnete die Eigangstür.
„Geh!",flüsterte er eindringlich und schob mich durch die Tür.
„Ich-ich kann nicht ohne dich gehen, Ian!"
„Du musst!"
„Nein, bitte! Warum kannst du denn nicht mitkommen?"
„Wenn Michael und Shaw merken, dass du verschwunden bist, werden sie schon sehr wütend sein, aber wenn sie sehen, dass ich mit dir gegangen bin, dann würden sie eine unerbittliche Jagd nach uns starten und erst aufhören, wenn wir tot sind..."
„Ok...", sagte ich traurig und blickte zu Boden. Ich war den Tränen nahe.
Ian berührte sanft mein Kinn. Ich blickte auf. Seine Augen zeugten ebenfalls von Trauer.
Er küsste mich leidenschaftlich.
„Jetzt geh!"
Widerwillig ließ ich ich seine Hand los.
„Ich liebe dich!",hauchte ich.
„Und ich liebe dich!"
Dann rannte ich los, ohne mich noch einmal umzudrehen.
