„Ach, Fenja-Spätzchen, nicht weinen", versuchte Rokko das Mädchen zu beruhigen. „Ich weiß, das war ein anstrengender Tag. Die weite Fahrt von Hamburg hierher, der Möbeltransport. Du müsstest hundemüde sein. Wieso schläfst du nicht, Schätzchen? Bennett schläft auch schon. Der lag kaum auf dem Rücken, da hat er auch schon geschnarcht…" Eine kurze Pause entstand, in der nichts zu hören war. „Hohohoho, ich bin Puh, der Bär. Ich bin hier, um dir eine Geschichte zu erzählen." Ein fröhliches Kinderlachen war zu hören. „Ich kann dir auch etwas vorsingen… Willst du lieber, dass ich singe? Pass auf: One for the money, one for the show… Ja, das ist von Elvis, dem King. Ein echter Klassiker. Und tanzen kann man dazu auch – ungefähr so." Versonnen betrachtete Lisa das Babyphon. Rokkos Tanz hätte sie nur allzu gerne gesehen.

„Da bin ich wieder. War nicht leicht, sie dazu zu bewegen, einzuschlafen", seufzte Rokko, als er sich ins Bett fallen ließ. „Du hast für sie getanzt?", fragte Lisa verschmitzt grinsend. „Ja." – „Das hätte ich ja zu gerne gesehen…" – „Das kannst du haben." Rokko sprang auf und begann zu tanzen. „Und weil du volljährig bist, kriegst du auch die nicht-jugendfreie Version", erklärte er, als er sein Becken kreisen zu lassen. Lisa wurde augenblicklich rot. „Ach du meine Güte", kicherte sie verlegen. „Ich geb's ja zu: Vor 20 Jahren war ich irgendwie gelenkiger." – „Da warst du ja auch noch mitten im Wachstum. Da ist es normal, dass du da gelenkiger warst." – „Uh, irgendwie hatte ich mir einer anzüglichen Replique gerechnet." Rokko ließ sich neben Lisa auf die Matratze fallen. „Wie geht's dir jetzt eigentlich? Ich meine, die Beerdigung, die Wohnungsauflösung?", wurde Lisa ernst. „Es geht", gestand Rokko. „Dass Fenja und Bennett da sind, macht es leichter. Sie geben mir irgendwie halt, weißt du? Sie sind klein und hilflos und deshalb reiße ich mich so gut es geht zusammen."