Vergeben ist göttlich, Irren ist menschlich Teil 2

Harry erwachte früh und schweißgebadet. Er setzte sich auf die Bettkante, schnappte sich die Brille und warf dem Wecker einen kurzen Blick zu.

-6.30 Uhr-

Er blickte zur anderen Seite des Bettes. Es war noch immer gemacht. Niemand hatte sich hineingelegt. Kein Finger hatte die Bettseite berührt. Keine Hermine. Nirgendwo im Haus. Kein Kaffeeduft drang in seine Nase. Keine morgendliche Musik war zu hören. Sie war also die ganze Nacht nicht nach Hause gekommen.

Seine Gedanken rasten. Normalerweise wäre er wahrscheinlich sofort aufgesprungen um sie vor Sorge zu suchen. Doch im Moment hatte er weniger das Gefühl besorgt um sie zu sein als wütend. Was war, wenn sie bei ihm war? Und was war, wenn nicht? Was war, wenn ihr was passiert ist? Und was, wenn nicht? Er wusste nicht was er machen sollte. Harry hatte das Gefühl sein Kopf würde explodieren. Wenn sie bis um 10.00 Uhr nicht zu Hause sein sollte, dann wollte er was unternehmen. Vielleicht hatte sie auch einen über den Durst getrunken und waren in der Nähe vom Fuchsbau. Aber hatte Hermine sich auch noch unter Kontrolle, wenn sie betrunken war? Harry streifte den Gedanken von sich ab. Er durfte nicht so schlecht über Hermine reden. Über seine Hermine um genau zu sein.

Er stand vom Bett auf, wusch und zog sich an und fing an das gestrige veranstaltete Chaos zu beseitigen. Irgendwie musste er sich ja ablenken. Seitdem er mit Hermine zusammen gezogen war, hatte auch ihn die Leidenschaft an der Musik gepackt. Das erste Morgendliche Ritual war die Musik an zu machen. Schön laut auf Dark Metall. Hermine sagte immer, sie brauche diese Musik um richtig wach zu werden. Hermine, die wirkt, wie die Unschuld vom Lande hört Dark Metall. Erst glaubte Harry ihr dies nicht. Erst die bittere Realität nach der ersten gemeinsamen Nacht, ließ ihn diese Geschichte glauben. Mittlerweile gab er sich auch dieser Musikrichtung hin.

-8.03 Uhr –

Mit dem gröbsten war Harry nun fertig. Es wäre alles schneller und leichter gegangen mit Zauberei. Immerhin war er alt genug um Zauberei in der Öffentlichkeit zu benutzen, aber was hätte ihm das gebracht? Nur weitere fiese Gedanken an Hermine und Ron. Jetzt erwartete ihn nur noch der Abwasch und die Wohnung musste auch noch Bekanntschaft mit dem Staubsauger machen. Doch er gönnte sich eine Pause. Er setzte sich in die Küche, begutachtete noch einmal den Abwasch, nahm sich eine Tasse Kaffe und setzte sich an den Küchentisch. Gerade als er einen Schluck trank, hörte er, wie die Haustür aufgemacht wurde. Stimmen drangen an sein Ohr.

„Danke für den Abend, und die Nacht." Er hörte Hermine´s Lachen.

„Jederzeit wieder." Entgegnete ihr Ron.

„Grüß Harry von mir. Und bis nachher?"

„Ja mach ich. Wir treffen uns dann um 15.00 Uhr im Park."

„Ok. Bis später. Und ruh dich aus. Nach der Nacht hast du es nötig. Du siehst nicht mehr frisch um die Augen aus."

„Danke Ron, sehr freundlich." Hermine verpasste ihm einen Stoß in die Seite.

„Nach so einer wilden Nacht, kannst du nicht erwarten, dass das Make-up noch so sitzt wie am Anfang." Hermine und Ron lachten.

Hermine verabschiedete sich noch von Ron, gab ihm dabei einen Kuss auf die Wange und schloss die Tür. Sie hatte Harry nicht in der Küche sitzen sehen und ging gleich weiter ins Schlafzimmer. Harry folgte ihr.

„Und wie war deine Nacht?"

„Oh Harry, du hast mich vielleicht erschrocken, von wo bist du denn gekommen?"

Hermine lief Rot an und wirkte ertappt.

„Ich saß in der Küche und habe auf dich gewartet."

„Oh Harry, das hättest du nicht machen sollen. Du hast doch gewusst, das es spät werden kann, wenn Ron und ich unterwegs sind."

„Spät ja, aber nicht die ganze Nacht und den halben Vormittag." Harry hatte sich an den Türrahmen gelehnt und starrte Hermine in die Augen.

„Ich muss duschen, wir sprechen da später drüber."

Hermine schlang sich an Harry vorbei ins Badezimmer und verschloss die Tür.

Ihre Handtasche lag auf dem Bett. Eigentlich wollte er diese nicht durchsuchen. Doch er konnte nicht anders. Er hörte das Wasser aus der Dusche laufen. Jetzt war die Gelegenheit. Er schüttete die Tasche über dem Bett aus. Sein Blick fiel auf eine kleine Schatulle, die er vorher noch nie gesehen hatte. Er öffnete sie und was er sah, ließ ihn den Atem stocken. Kondome. Er schluckte heftig. Er und Hermine hatten nie welche benutzt. Wenn es passieren sollte, dann bitte. So war ihr Motto. In wilder Hektik sammelte er alles wieder in die Tasche, schnappte sich seine Jacke und verschwand aus der Wohnung. Die Tür knallte zu. Hermine drehte das Wasser aus und lauschte in die Wohnung hinein.

„Harry?"

Keine Antwort.

„Harry, ist alles in Ordnung bei dir?"

Wieder keine Antwort.

Hermine kletterte aus der Dusche, legte sich ein Handtuch um den Körper und suchte in der Wohnung nach Harry. Nirgends zu finden. Ihr Blick fiel ins Schlafzimmer auf das Bett. In ihrer Handtasche war alles wild hineingestopft worden.

Oh mein Gott.

Hermine zog sich rasch an und machte sich auf den Weg Harry zu suchen.

So das war´ s. Viel Spaß damit. Ich freue mich wie immer über nette Kommentare und positive Kritik. ;)