Kapitel 2: Als (noch) unbrauchbarer Fund

Hogwarts war für Rose wie ein zweites zu Hause geworden, und sie wusste, dass es ihren Freunden genauso ging. Glücklich und hungrig von der Reise betraten die Schüler die große Halle. Die verzauberte Decke über ihnen war wolkenbehangen, doch ab und zu leuchtete ein Stern durch das Grau.

Als alle ihre Plätze gefunden hatten öffnete sich die Türe an der Seite der großen Halle und eine Reihe eingeschüchterter Erstklässler stolperte hindurch.

McGonnagal trat vor und platzierte den sprechenden Hut auf dem Schemel in der Mitte vor den Haustischen, zückte eine lange Liste und begann die Namen zu verlesen.

„Mirabell Alback" Ein blondes, stämmiges Mädchen löste sich von der Reihe und stülpte sich entschlossen den Hut über den Kopf.

„HUFFLEPUFF!"

Jeremy Bigel wurde Gryffindor, ebenso wie Mary Johnson, während Maxim Bogart nach Slytherin kam, und dann...

„Ana Dursley!"

Man merkte ihr die Nervosität an, obwohl sie mit festen Schritten, und ihre Augen auf den Hut gerichtet, vortrat. Sie setzte ihn auf. Nach einigem Zögern rief der Hut laut:

„RAVENCLAW!"

Luna winkte ihr vom Lehrertisch aus fröhlich zu und Ana setzte sich an ihren Haustisch neben Sara, die ihr einen Platz frei machte. „Sie ist unsere Hauslehrerin!", teilte Sara Ana mit und deutete auf Luna, „Und meine Mutter", fügte sie hinzu.

Lily und Hugo kamen, wie nicht anders zu erwarten, nach Gryffindor.

Nachdem alle Neuankömmlinge Häusern zugeteilt worden waren, erhob sich Dean und sprach:

„Liebe Schüler und Schülerinnen von Hogwarts! Schön, dass ihr alle wieder da seid, und herzlich Willkommen an alle Neuen! Zuerst möchte ich auf einige wichtige Punkte der Hausordnung hinweisen:

Der Verbotene Wald ist, wie sein Name schon sagt, verboten und darf von keinem Schüler betreten werden, es sei denn er ist in Begleitung eines Lehrers!

Mr Filch hat die Liste mit verbotenen Gegenständen um die neuen Produkte von Lee's und George's erweitert "

Empörtes Murmeln unterbrach ihn.

„und Myrthle hat mich darum gebeten, euch mitzuteilen, dass die Schüler sich dieses Jahr mit taktlosen Bemerkungen ihr gegenüber zurückhalten, und keine Dinge mehr nach ihr werfen sollten.

Ich möchte außerdem ankündigen, dass ihr im Laufe der nächsten Woche einige Überraschungen erleben werdet, also seid gespannt!

Und nun stelle ich euch eine neue Lehrerin vor:

Angelina Johnson, die die meisten hier nur als Jägerin der englischen Nationalmannschaft kennen, ist außerdem eine ausgezeichnete Aurorin und zusammen mit ihrer Tochter, die nun die erste Klasse besucht, ist sie nach Hogwarts gekommen um das Fach Verteidigung gegen die Dunklen Künste zu unterrichten!"

Rasender Applaus und Pfiffe ertönten als sich Angelina breit lächelnd erhob.

Nun erschienen köstliche Speisen auf den Tischen und Schüler wie Lehrer begannen sich große Portionen auf ihre Teller zu häufen.

„Was meint er mit ‚einigen Überraschungen', was glaubt ihr?", fragte Sara, als sie, Rose und Albus die große Halle verließen.

„ Hab auch schon drüber nachgedacht, aber keine Idee!", meinte Rose.

Sie wurde von hinten angerempelt und als sie sich umdrehte lächelte Lina Chang sie herablassend an, bevor sie an ihr vorbei rauschte. Rose seufzte. Seit ihrem letzten Schuljahr verabscheute Chang sie, ohne dass Rose wusste, wieso. Zuvor waren sie nicht gerade Freundinnen gewesen, aber sie hatten ab und zu ein freundliches Wort miteinander gewechselt und Rose hatte sie immer für die einzige anständige Slytherin gehalten.

„Tut mir Leid. Sie meint's nicht so", murmelte eine Stimme leise neben Roses linkem Ohr. Verwirrt blickte sie nach links, doch da stand niemand. Ein paar Schritte weiter ging Chang neben Malfoy.

„Rose? Rose!"

Sie schreckte auf.

„Ja, was gibt's?"

„Wollte nur gute Nacht sagen. Ich muss da rauf!", sagte Sara und deutete auf eine Treppe rechts von ihnen.

„Oh, ja. Gute Nacht, bis Morgen!"

Sara sah sie seltsam an und wandte sich ab, um die Treppe zu dem Ravenclaw Gemeinschaftsraum hochzusteigen.

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Erschöpft fiel Rose in ihr großes Himmelbett.

Nachdem sie einige Minuten gedankenverloren an die Decke gestarrt hatte, zog sie einen Anhänger an einer dünnen, goldenen Kette unter ihrem Nachthemd hervor. In den Anhänger war eine Rose eingraviert, um die sich eine Schlange wand. Rose sah den Anhänger lange an und drehte ihn zwischen ihren Fingern hin und her. Auf einmal schien es ihr, als bewegte sich die Schlange und sähe sie an.

Die Schlange blickte sie flehend an, als wollte sie etwas sagen. Doch dann erstarrte sie plötzlich wieder.

Wütend auf sich selbst ließ Rose den Anhänger los und schlug mit ihrer Faust auf die Bettdecke.

Sie legte ihre Hand über den Anhänger und ihre Finger umschlossen ihn.

Ihre Tante hatte ihr erzählt, wie damals Voldemort von ihr Besitz ergriffen hatte und Harry sie gerettet hatte.

War sie auch besessen?

Warum rettete sie niemand.

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Good Morning, good moooooorning, it's great to stay up late, goo-"

Stöhnend hielt Rose dem Kanarienwecker den Schnabel zu.

Sie stand auf, zog wahllos ein paar Kleidungsstücke aus ihrem Kasten und ging in den Mädchenwaschraum um sich kalt zu duschen.

Nachdem sie sich geduscht und angezogen hatte, warf sie sich ihre Schultasche über die Schulter und ging zum Frühstück in die große Halle.

Als sie sich ihrem Haustisch näherte, sah sie Sara und Al schon mit zusammengesteckten Köpfen angeregt flüstern.

Sara scherte sich nicht um die verschiedenen Häuser und kam bei jeder Gelegenheit zum Gryffindor Tisch.

Als Al Rose erblickte, winkte er sie zu sich.

„Morgen", begann Rose.

„Jaja, Morgen. Hör mal, ich muss dir etwas zeigen", sagte Al hastig.

„Er hat nämlich -", redete Sara weiter.

„Ich hab in einer Schublade von einem alten Kasten in unserem Keller etwas gefunden", unterbrach Al Sara, „Mein Vater hat uns doch immer von dieser Hogwarts Karte erzählt? Auf der alle Geheimgänge eingezeichnet sind? Ich glaube – ich glaube ich habe sie gefunden!"

„Das Problem ist nur", sagte Sara.

„Jetzt seid doch mal ruhig!", rief Rose, die immer noch vor dem Tisch stand.

Sie setzte sich neben Sara und nahm sich einen Toast.

„Also. Du hast diese Karte gefunden. Und, sieht man wirklich alle Geheimgänge?"

„Das wollten wir dir doch gerade erklären! Wir wissen nicht, wie die Karte funktioniert. Wir haben schon alles versucht, aber immer wenn wir sie mit dem Zauberstab antippen kommen irgendwelche blöden Sprüche", meinte Al.

„Was denn für Sprüche?", fragte Rose.

„Probier's doch selbst."

Al griff in die Innentasche seines Umhangs und holte eine Pergamentrolle hervor. Rose griff nach ihrem Zauberstab und tippte vorsichtig auf die Karte.

Gespannt starrte sie das Stück Pergament an, als sich, wie schwarze Spinnweben, Wörter auf dem Pergament ausbreiteten:

Das hättest du wohl gerne, Miss Naseweiß! Steck deine Nase lieber wieder in Bücher, das bekommt dir besser...

Perplex starrte Rose das Stückchen Pergament an.

„Siehst du, das haben wir gemeint!", sagte Sara.

Verärgert biss Rose in ihren Toast.

Na und?

Sie las eben gerne. Auf diese blöden Geheimgänge konnte sie gerne verzichten.

Aber es musste doch einen Weg geben ...?

„Sagt mal, hat Harry die Karte nicht von George und seinem Bruder bekommen?", fragte Rose.

„Ja, schon ...?"

„Denkst du nicht, George würde uns verraten, wie man damit umgeht?"

„Und was wenn er's Dad sagt?", fragte Al skeptisch.

„Das würde er nie tun, das weißt du genau! Entweder wir haben eine Karte, die wir nicht lesen können, oder wir riskieren es und fragen George nach dem Passwort, oder was immer man braucht. Im schlimmsten Fall müssen wir die Karte wieder zurückgeben!"

„Ich finde, Rose hat Recht ... Wieder einmal", konnte sich Sara nicht verkneifen.

„Also gut. Wir ... können ihm ja einen Brief schreiben. Ich mach das", sagte Al.

„Wunderbar!", meinte Rose und widmete ihre Aufmerksamkeit dem Stundenplan.

Rose ging, in ihrem Alte Runen Buch blätternd, in Richtung große Halle.

McGonnagal, Slughorn und Professor Babbling hatten ihnen in der ersten Stunde des Schuljahres alle klar gemacht, wie wichtig dieses Jahr für ihre Zukunft wäre und um die ZAGs unter keinen Umständen zu unterschätzen hatten sie ihnen einen ganzen Haufen Hausübung aufgegeben.

„Hey, Rose, warte!", rief ihr jemand zu.

Sie drehte sich um. Al kam auf sie zu getrabt.

„Hab den Brief an George gerade abgeschickt", schnaufte er.

Gemeinsam gingen sie zum Gryffindor Tisch. Sara erblickte sie und kam mit ihrem Teller vom Ravenclaw Tisch zu ihnen.

„Schon gesehen?", fragte sie fröhlich.

„Was gesehen?", fragte Al zurück.

„Nächste Stunde haben wir gemeinsam Verteidigung gegen die Dunklen Künste mit Johnson!"

Al und Sara begannen über Quidditch zu diskutieren und Rose versank wieder in ihr Alte Runen Buch.

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Die erste Stunde Verteidigung gegen die Dunklen Künste war noch nie mit so großer Freude erwartet worden. Sobald Professor Johnson den Klassenraum betreten hatte, hatten die Schüler sie mit Fragen bombardiert und um Autogramme gebeten. Nach einigen Minuten hatte Johnson nachgegeben und verkündet, dass sie erst nächste Stunde mit dem Stoff beginnen würden.

Rose, die nicht so Quidditch begeistert war, saß in der letzten Reihe und las das fünfte Kapitel in ihrem Lehrbuch, Verteidigungszauber und ihr Gebrauch gegen die dunklen Künste in der Praxis, zum wiederholten Male.

Plötzlich spürte sie, dass der Anhänger unter ihrer Schuluniform Wärme ausstrahlte, und bei jeder Berührung mit ihrer Haut darauf brannte.

Nervös zog sie ihn an der Kette hervor und sah ihn an.

Die Augen der Schlange leuchteten rot und sie wand sich um das Rosenblatt.

Panik stieg in Rose auf. Das war nicht normal und ganz bestimmt nicht gut. Sie musste diesen Anhänger loswerden. Doch irgendwie zogen die Augen der Schlange sie in ihren Bann und sie konnte nicht mehr wegsehen.

Hilf mir!"

Rose starrte den Anhänger an und versuchte sich dazu zu überwinden, ihn einfach von ihrem Hals zu reißen.

Hilf mir! Du musst es tun. Hilf mir, komm zu mir -"

„Rose!"

Sie schrie auf und ließ die Kette los.

„Rose, was hast du? Komm, die Stunde ist aus!", sagte Sara während sie Pergament und Feder in die Schultasche steckte.

Leicht zitternd erhob sich Rose und packte ebenfalls ihre Sachen zusammen.

Als Rose und Al nach der letzten Stunde den Gemeinschaftsraum betraten, sahen sie eine Menschentraube vor dem Anschlagbrett.

Neugierig drängelte sich Al vor.

Dann rief er:

„Rose, komm, das musst du dir ansehen!"

Sie quetschte sich durch die Menge und las den Zettel am Anschlagbrett:

Liebe Schüler und Schülerinnen,

Viele von euch betreiben außerschulisch verschiedenste Aktivitäten.

Um euch die Möglichkeit zu geben, diese auch in Hogwarts zu praktizieren, hat sich das Lehrerkollegium einstimmig dazu entschieden, einige Klubs und Kurse hier einzuführen.

Ab morgen können sich alle für höchstens 3 dieser Kurse anmelden:

Musikkurse:

Querflöte
Geige

Gitarre

Schlagzeug

Saxophon

Violoncello

Und Orgel

Sportkurse:

Fußball (beliebte Muggelsportart. Nähere Informationen bei eurem Hauslehrer einzuholen.)

Quidditch für Anfänger

Quidditch für Fortgeschrittene

Tanzen

Parcour durch Hogwarts

Anmeldeformulare sind ab sofort bei jedem Lehrer erhältlich.

Schöne Grüße und viel Spaß mit den Kursen,

Dean Lovegood, Schulleiter

Fassungslos starrte Rose die Pergamentrolle an. Das war genau das, was sie sich jahrelang gewünscht hatte und genau jetzt brauchte.

Endlich wieder tanzen.

Anm.: Ich wollte eigentlich noch mehr schreiben, aber dann hätte es noch bis nach meinem Urlaub gedauert … Die Geschichte nimmt jetzt ihre Anläufe, ich hoffe es ist nicht zu langweilig geworden. (Ich kann das selbst nicht beurteilen)

Ich wusste auch nicht, wie ich die Mitteilung von Dean formulieren sollte, weil er sich nicht so gewählt ausdrückt wie Dumbledore … aber es klingt jetzt vielleicht etwas linkisch. Das Ende ist auch blöd sfz

Verzeiht mir! XD