02.10.2007 15:35:00

Kapitel 5: Zweierlei Geheimgänge

Als Rose am nächsten Morgen in den Gemeinschaftsraum kam, sah sie die Ankündigung für das erste Hogsmeadwochenende an der Anschlagtafel hängen. Albus trat hinter sie.

Sie lächelte ihn an.

Er drehte sich um und kletterte durch das Portaitloch. Das Lächeln auf Roses Gesicht erlosch und sie folgte ihm seufzend.

Aus der Sicht ihrer Freunde musste sie sich in letzter Zeit wirklich etwas merkwürdig benommen haben. Oder auch etwas sehr merkwürdig.

Als sie die Große Halle betrat saß Al bereits bei Sara auf dem Ravenclaw Tisch.

Rose setzte sich neben Gloria, die sie mit tausenden Fragen zu dem Verwandlungsaufsatz, den sie bis heute aufgehabt hatten, bombardierte. Rose aß ihr Porridge so schnell sie konnte und floh aus der Halle Richtung Verwandlungsklassenzimmer.

In Verwandlung saß jeder neben seinem fixen Sitzpartner und so saß auch Rose neben Al, doch der ignorierte sie die gesamte Stunde, auch als sie Partnerarbeiten zu erledigen hatten sprach er kein Wort sondern nickte nur wenn nötig.

Rose wurde ärgerlich. Sie hatte sich gestern nicht ganz richtig verhalten und ja, vielleicht wirkte sie in letzter Zeit ein wenig seltsam, aber man konnte doch reden! Konnte man? Sie war sich nicht sicher.
Nach dem Läuten trottete sie missmutig aus dem Klassenraum.

In Zaubertränke saß Al neben Gloria. Roses Laune besserte sich nicht unbedingt, als sie bemerkte, dass sie wieder neben Malfoy sitzen musste.
Schlecht gelaunt ließ sie sich auf den Platz neben ihm fallen und schmiss ihre Bücher achtlos auf den Tisch. Malfoy fing ein Heft auf, bevor es auf den Boden fiel und zog eine Augenbraue fragend hoch.
Rose wunderte sich im Stillen, wie man seine gesamte Mimik auf zwei Augenbrauen konzentrieren konnte und ob Malfoy mit seinen Augenbrauchen auch lächeln konnte.
Er blickte zwischen Rose und Al, zwei Reihen vor ihnen, hin und her und fragte dann:

„Stimmt was nicht?"

„Hmpf", machte Rose, riss ihm ihr Heft aus der Hand und drehte sich um.

Slughorn trat vor die Klasse und begrüßte sie.

„Heute", verkündete er, „werden wir an dem Trank der Lebenden Toten arbeiten. Wer kann mir sagen, was das ist?"

Rose hob die Hand, ebenso Malfoy.

„Ja bitte, Mr Malfoy?"

„Der Trank der lebenden Toten ist ein besonders starker Schlaftrunk."

„Sehr gut! Fünf punkte für Slytherin! Auf Seite 136 findet ihr Zutaten und korrekte Zubereitung. Wer es schafft den Trank heute perfekt zu brauen bekommt eine Flasche Felix Felicis als Belohung!"

Und bei diesen Worten zog er ein Fläschchen in der Größe eines Schnapsglases aus seinem Umhang hervor, dessen goldener Inhalt im Kerzenschein glitzerte, und hielt es hoch, sodass jeder es deutlich sehen konnte.
Ungläubig starrte Rose den Trank in Slughorns Händen an. Er wollte Schülern Felix Felicis schenken?

„Und los!", rief dieser und Buchseiten raschelten, als alle die richtige Seite suchten.

Geistesabwesend begann Rose in ihrem Buch zu blättern.

Sie konnte Al einfach dazu zwingen ihr zuzuhören. Aber was sollte sie schon sagen?
Einen kurzen Moment dachte sie daran, ihm und Sara von dem Anhänger zu erzählen, doch den Gedanken verwarf sie schnell wieder. Sie schnippelte die Zutaten klein und dachte, dass sie einfach abwarten könnte. Die Beiden würden schließlich nicht ewig sauer sein. Andererseits war Al zwar selten beleidigt, aber wenn, dann sehr lange und ausdauernd. Sie nahm eine weitere Zutat und setzte das Messer an.

„AU!"

Rose schreckte auf. Sie sah Malfoy an, der sie höchst irritiert anstarrte, dann vor sich auf den Tisch. Malfoys kleiner Finger lag unter ihrem Messer und sie war drauf und dran gewesen, seine Fingerkuppe abzusäbeln.
Schnell ließ sie ihn los und lief leicht rosa an.

„Tschuldigung. War nicht ganz bei der Sache", murmelte sie.

„Das hab ich gemerkt", meinte Malfoy vorwurfsvoll und begutachtete seinen Finger.

„Was kann ich dafür, wenn du deine Finger so 'rumliegen lässt", fauchte Rose hitzig und im nächsten Moment fiel ihr die Lächerlichkeit dieser Aussage auf.

Malfoy sah sie einen Moment an - und dann begann er plötzlich zu lachen.

Fasziniert bemerkte sie, dass auch seine Augenbrauen zu lachen schienen. Er lachte sehr laut und herzlich, einige Schüler um sie herum begannen ebenfalls zu kichern, obwohl sie nicht wussten, worum es ging. Rose merkte, wie ihre Mundwinkel sich nach oben zogen und dann konnte sie sich nicht mehr zurückhalten und lachte mit.

Slughorn blickte auf. „Also wirklich! Miss Weasley, Mr Malfoy! Und sie auch Miss Andersson! Ich muss sie bitten sofort ruhig zu sein", rief er empört schnaufend.

Das Kichern verstummte und mühsam schluckte auch Rose das Lachen hinunter und wandte sich ihrem Kessel zu; ebenso Malfoy. Konzentriert arbeitete sie weiter an ihrem Trank.

Gegen Ende der Stunde rief Slughorn: „Nun denn! Ich werde mir jetzt eure Ergebnisse ansehen!"

Panisch begannen die Schüler letzte Zutaten in ihren Kessel zu werfen. Rose erwachte aus dieser Art Trance-Zustand, in den sie immer verfiel wenn sie konzentriert arbeitete und stellte fest, dass sie bereits fertig war. Sie verglich ihr Ergebnis mit dem beschriebenen im Buch und nickte zufrieden.
Ein Schatten fiel über ihren Kessel und als sie aufsah erblickte sie Slughorn, der mit verzückter Miene ihren Trank begutachtete.

„Oh! Miss Weasley, das sieht fantastisch aus!"

Er schöpfte ein wenig von dem Trank ab.

„Ohja! Wundervoll! Sehen Sie alle her, so sollte das bei jedem von ihnen aussehen!"

Finstere Blicke von Slytherins trafen sie und Elisa blickte unglücklich auf ihr neonpinkes, blubberndes Gebräu.

„Aber ja! Hier die versprochene Belohnung. Zwanzig Punkte für Gryffindor!", rief Slughorn und überreichte ihr die kleine Flasche. Rose nahm sie grinsend entgegen und verstaute sie in ihrer Tasche, als es auch schon läutete.

Wieder etwas fröhlicher beschloss sie, sich einfach bei Sara und Al zu entschuldigen.

Doch als sie Al bei der Kerkertüre einholen wollte, beschleunigte er seine Schritte und als sie um die Ecke bog, drängten sich lauter kleine Erstklässler zwischen sie. Lily war unter ihnen und sie winkte ihr fröhlich zu. Rose nickte freundlich und machte sich auf den Weg zu Alte Runen, ein Fach das weder Al noch Sara belegt hatten.

In der Stunde saß sie neben Elisa, die einen Historiker zum Vater hatte, der darauf bestand, dass sie Alte Runen belegte. Nur leider war sie darin völlig unfähig und etwas entnervt von ihrer ständigen Fragerei und verzweifelten Seufzern ging Rose schließlich zum Mittagessen.

In einem Gang vor der Großen Halle fiel plötzlich etwas Schweres auf sie herab und mit einem erschrockenen Aufschrei fiel Rose auf den Boden und wurde unter dem Etwas begraben. Ein kleiner, drahtiger Junge sprang von ihr und half ihr auf.

„Sorry", meinte er strahlend, „ich üb' gerade für meinen Kurs!"

Rose sah ihn verwirrt an.

„Parcour durch Hogwarts!"

Er drückte ihr ihre Tasche in die Hand und kletterte auf eine alte Ritterrüstung an der Wand, die ungehalten mit ihren Scharnieren quietschte.

Durch ihre Verspätung beim Mittagessen hatte sie die Chance mit den beiden zu reden wieder verpasst und es ergab sich während des ganzen Tages keine Gelegenheit mehr dazu. Am Abend fiel sie erschöpft und traurig ins Bett.
Sie versuchte sich einzureden, dass sie keinen Grund hatte, traurig zu sein. Sie hatte Freunde, die zwar momentan sauer waren, aber das würde sich bestimmt bald legen. Sie durfte die beste Schule der Welt besuchen und hatte eine großartige Familie und genug zu Essen und ...

In dem Moment erwärmte sich der Anhänger um ihren Hals wieder und ihre Selbsthypnose wurde unterbrochen. Sie drückte ihre Hand auf den Anhänger und ihre Augen zu. ‚Bitte', dachte sie verzweifelt ‚Bitte jetzt nicht.'

Und wirklich – erstaunlicherweise, unglaublicherweise – kühlte er wieder ab und Rose schlief erleichtert ein.


In den nächsten Tagen war so viel zu tun, dass Rose nicht einmal Zeit für Al und Sara gehabt hätte, wenn die beiden sie nicht noch immer ignoriert hätten. Doch weil sie ständig abgelenkt war, fiel es ihr nicht wirklich auf. Nur abends dachte sie verzweifelt daran, wie sie sie endlich dazu bringen konnte, mit ihr zu reden.
Ella hatte begonnen, mit Rose eine unglaublich komplizierte Choreographie einzustudieren, und obwohl sie beteuerte, es sei nicht Roses Schuld, war sie unzufrieden und meinte etwas fehle.

Am Freitag Morgen, als Rose die Treppe in den Gemeinschaftsraum hinunter stieg, sah sie Al in einem Sessel vor dem Kamin sitzen, vertieft in ein Stück Pergament. Vielleicht ein Brief?
Rose dachte nicht viel nach und übersprang die letzten Stufen. Dann rannte sie auf Al zu, der sich inzwischen umgedreht hatte und warf ihre Arme um ihn.

„Jetzt hör mir zu!", rief sie, bevor er irgendetwas sagen konnte. Sie bezweifelte, dass er überhaupt etwas gesagt hätte, er wirkte ein wenig überrascht und geschockt.

Rose holte tief Luft und sagte dann schnell:

„Es tut mir leid. Wirklich. Ich weiß ich hab mich in letzter Zeit komisch benommen und war nicht ganz bei der Sache, einige Dinge ... haben mich beschäftigt, aber ich gebe mir wirklich Mühe, es wieder gut zu machen!"

Al schien noch immer ein wenig überrumpelt und sah sie einige Sekunden schweigend an. Rose löste schnell die Umarmung und trat einen Schritt zurück.

Dann lächelte er und sagte:

„Schon okay. Ich ... wollte eigentlich gar nicht mehr, weißt du ... Nur eine Entschuldigung..."

Sie schwiegen verlegen.

„Gehen wir zum Frühstück. Ich und Sara müssen dir was zeigen!", meinte Al schließlich und stand auf.

Rose lächelte glücklich und folgte ihm.

Rose entschuldigte sich noch einmal bei Sara, und meinte, sie wäre in letzter Zeit ein wenig abgelenkt gewesen worauf hin Sara fest davon überzeugt war, dass Rose sich verliebt hatte und an nichts anderes mehr als ihre neue Liebe denken konnte.
Rose beteuerte es wäre nichts dergleichen gewesen, aber Sara hörte nicht auf zu nerven, bis sie schließlich dachte, dass es vielleicht gar nicht so schlecht wäre, wenn Sara an Verliebtheit glaubte und widersprach ihr nicht mehr.

„Also, Al meinte ihr müsst mir etwas zeigen?", wechselte Rose das Thema.

Al holte das Pergamentstück, das er vorhin im Gemeinschaftsraum studiert hatte, aus seiner Tasche und faltete es auf. Rose erkannte es als die Karte der Rumtreiber.

„Ohja!", rief Sara begeistert mit leuchtenden Augen.

Al flüsterte: „Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin", und die Karte erschien.

„Also", sagte er, „siehst du diesen Gang hier?" Al fuhr ihn mit seinem Finger nach. „Er führt nach Hogsmead!"

„Und wir haben uns gedacht", fuhr Sara fort, „weil morgen der erste Hogsmeadbesuch ist, könnten wir diesen Geheimgang testen und so nach Hogsmead kommen!"

Rose, erleichtert, dass Sara und Al wieder mit ihr redeten begeisterte sich sofort für die Idee und studierte die Karte genauer.


Sie standen in einer Mauernische und beobachteten die kleinen Punkte auf der Karte. Filch war gerade an ihnen vorbei geschlurft, auf dem Weg zum Schlosstor, um die Schüler die nach Hogsmead gingen auf seiner Liste abzuhaken. Dank seiner Blindheit hatte er sie nicht bemerkt. Rose fragte sich, wie alt er war, ganz zu schweigen von seiner Katze. Ihr Vater hatte ihr erzählt, dass sie schon zu seinen Zeiten gelebt hatte. Normal war das bestimmt nicht.
Ihre Gedanken wurden unterbrochen als Al flüsterte:

„Die Luft ist rein. Und los!"

Die drei schlichen zu der einäugigen, buckligen Hexe, Sara tippte den Buckel an und sagte:

„Dissendium!"

Fasziniert beobachteten sie, wie sich der Buckel öffnete, gerade so groß, dass ein schlanker Mensch hindurch schlüpfen konnte. Entschlossen sagte Rose:

„Gehen wir!", und zwängte sich durch das Loch. Al und Sara folgten.

Sie gingen, wie es Rose schien, eine Ewigkeit einen kleinen, schmalen Gang entlang und Rose fragte sich beunruhigt, ob und wo er endete.
Endlich gelangten sie zu Stufen und hintereinander stiegen sie Stufe um Stufe weiter aufwärts. Rose hatte den Blick auf den Boden gerichtet als Sara rief:

„Achtung!"

Roses Kopf schnellte nach oben und sie sah die Falltüre gerade noch rechtzeitig. Die drei kletterten hindurch und landeten in einer Art Lagerraum, der voller Fässer und Kisten war.

„Wo sind wir hier?", fragte Al unsicher.

Sie blickten sich um.

„In irgendeinem Laden jedenfalls", meinte Sara.

„Gehen wir rauf." Rose deutete auf die Treppe.

Und gemeinsam schlichen sie die Treppe hinauf, die Ohren gespitzt.
Sie öffneten die obere Türe einen Spalt und hörten lautes Stimmengewirr um sie herum. Vorsichtig sahen sie nach links und rechts. Sie schienen hinter einem Ladentresen zu stehen, neben ihnen standen Regale bis zur Decke, voll gestopft mit Süßigkeiten aller Art. Ein eigenes Regal war George's und Lee's Nascherein gewidmet.

„Wir sind im Honigtopf!", flüsterte Al überwältigt.

Die Frau an der Kasse schien sie noch nicht bemerkt zu haben. Rose blickte zu den zahlreichen Schülern, sie entdeckte Gloria und Elisa. Plötzlich hatte sie das Gefühl zwei Augen beobachteten sie und sie blickte sich um. Malfoy stand ihnen am nächsten, sein Blick auf das Glas mit den Blutlutschern gerichtet. Hatte er sie gesehen?

Sara stupste Rose leicht an, sie huschten geduckt an der Kassiererin vorbei und mischten sich unter die Schülermenge.

Erleichtert richteten sie sich auf. Al eilte sofort interessiert zu dem Regal mit Produkten aus George's und Lee's und Sara folgte. Rose vertraute den Produkten der beiden nicht so recht, die Kanariencreme war inzwischen ein Klassiker, aber Georges und Lees Ideen schienen unerschöpflich. Sie näherte sich dem Behälter mit Zahnweißkaugummi. Die waren bestimmt nützlich. Ihr Blick wanderte zu den Blutlutschern. Sie hatte noch nie Blut gekostet. Sollte sie vielleicht einen kaufen?
Jemand trat neben sie.

„Wo seid ihr hergekommen?", fragte eine Stimme leise neben ihrem Ohr. Sie drehte sich abrupt um.

Malfoy.

Also hatte er sie doch gesehen!
Etwas überrumpelt stammelte Rose:

„Äh, also...", sie versuchte sich hastig eine Antwort einfallen zu lassen. „Das war so, wir ..."

Aber was ging ihn das überhaupt an?
Sie beschloss ihn genau das zu fragen und sah ärgerlich zu ihm auf.
Er starrte sie an. Seine Augen waren seltsam ausdruckslos, oder vielleicht konnte Rose den Ausdruck nur nicht lesen. Der Blick wirkte entwaffnend, sie sah in seine Augen und vergaß, was sie sagen wollte. Seine Augen waren dunkelblau. Dunkelblau wie ein dunkler Nachthimmel, und man konnte sich genauso darin verlieren. Einen Moment verschwamm alles um sie herum, bis sie von jemandem angerempelt wurde. Verwirrt blinzelte sie.

„Rose!"

Al und Sara quetschten sich durch das Gedränge zu ihr, mit Süßigkeiten gefüllte Tüten in ihren Händen. Sara sah von Rose zu Malfoy und wieder zurück, dann sagte sie:

„Komm Rose, wir gehen in die Drei Besen."

„Ja, okay ... gehen wir"

Und mit einem letzten kurzen Blick auf Malfoy folgte Rose ihren Freunden aus dem Laden.


Die Drei Besen waren wie an jedem Hogsmead Wochenende voll von Schülern und die drei konnten keinen Platz mehr finden. In einer Ecke entdeckte Al seinen Bruder James und dessen besten Freund Andy Lee.

„Wir setzen uns zu ihnen", schlug Al vor. Sara sah zu dem Tisch und meinte dann seltsam nervös:

„Ja, klar ... Soll ich was zu trinken holen?"

„Lass nur, ich mach schon", sagte Al und ging zu der alten Rosmerta um zu bestellen.

Rose und Sara ließen sich neben James und Andy auf zwei Stühle fallen. Die beiden unterbrachen ihr Gespräch und sahen auf.

„Oh hi, Sara, Rose", meinte James fröhlich. „Ich sehe ihr habt schon eingekauft?"

Er deutete auf Saras Honigtopf-Tüte.

Sara lief leicht rosa an und sagte: „Hi, ja, ja ... hab ich. Und was habt ihr bis jetzt gemacht?"

„Tss, neugierig, wie?", lachte James. Saras Gesichtsfarbe wechselte von rosa zu rot.

„Nichts Besonderes. Haben uns Zonko's angesehen. Ein Scherzartikel Antiquariat, sag ich dir! Kein Wunder, dass sie kein Geschäft mehr machen. Dad hat gesagt, sie werden's vielleicht aufkaufen", antwortete Andy für James.

Al kam mit drei Butterbier und setzte sich neben Rose. Sie tratschten noch ein wenig, wobei James mit Sara über das kommende Quidditch Spiel zwischen Gryffindor und Slytherin redete, bis ein hübsches Mädchen, Rose wusste, dass sie aus dem sechsten Jahr war, an ihren Tisch trat. Sie wandte sich James zu, ohne die anderen zu beachten.

„Hi James!", trällerte sie mit hoher Stimme. „Willst du mit uns vielleicht zum Eberkopf gehen. Wir haben dort eine kleine Party organisiert", sie klimperte mit den Augen und deutete auf eine Gruppe von Schülern bei der Eingangstüre.

Sie sah Andy abschätzend an und meinte dann: „Du kannst natürlich auch kommen."

„Oh, ähm", sagte James. „Ja, also ..."

„Biiiittee!", rief das Mädchen.

„Eh ... Also gut", sagte James unsicher. „Kommst du mit, Andy?"

„Nein, Mann, ehrlich gesagt bleib ich lieber hier", sagte Andy mit einem Kopfschütteln und einem missbilligendem Blick zu dem Mädchen.

James drehte sich um und lächelte das Mädchen mit seinem charmantesten Potter-Lächeln an dann erhob er sich.

„Man sieht sich", sagte er in die Runde, und fort war er.

Sara sah ihm traurig nach und seufzte.
Rose wusste, dass sie schon lange für James schwärmte, und der schien sie zwar auch zu mögen aber hatte noch kein besonderes Interesse gezeigt. Sie lenkte das Thema auf den magischen Vergnügungspark, der bald in Hogsmead eröffnet werden sollte und bemerkte erleichtert dass Sara während der Diskussion wieder ein bisschen fröhlicher aussah.

Sie beschlossen, auf die eher ungemütliche Wanderung durch den Tunnel zu verzichten und auf normalem Wege zurückzukehren und gingen mit Andy durch einen Oktoberregen, der sie unterwegs überrascht hatte, zum Schloss zurück.


Rose lag glücklich im Bett. Sie war erschöpft, aber konnte nicht einschlafen. Sie blickte zur Decke und durchdachte den ganzen Tag noch einmal. Irgendwann ebbten ihre Gedanken einfach ab und sie fühlte sich wie eine Hülle die prall mit Zufriedenheit gefüllt war. Kein Platz für Gedanken. Sie starrte weiter nach oben. Die Decke war grau. Graue Steine, wie alle Schlossmauern. Sie könnte sich mit den Steinen in den Schlaf zählen. Ein Stein, zwei Steine, drei, vier ... Ihre Augen fielen zu und das Bild der steinernen Decke erschien vor ihrem geistigen Auge. Sie blickte sich um. Eine steinerne Wand, eine hohe Wand. Wie ein Verließ, keine Fenster. Sie hörte ein Rauschen. Woher kam dieses Geräusch?
Plötzlich riss sie die Augen auf. Sie wusste jetzt, was sie tun musste.

Sie schlug die Decke zurück und stieg bloßfüßig aus dem Bett.

Sie kletterte durch das Portraitloch und ging Gänge entlang. Treppe hinunter, Gang entlang, noch eine Treppe. Stufe, Stufe, eine überspringen. Und schließlich war sie da.
Sie öffnete die Türe. Blasses Mondlicht fiel durch das große Fenster und erleuchtete einen Streifen bis zur Türe. Rose ging zu dem Waschbecken.

Öffne dich"


Anm.: Tja, das ist das fünfte Kapitel. Manche hat es gestört, dass alles irgendwie zu schnell ging, mich selbst auch. Also habe ich versucht alles ein bisschen langsamer anzugehen und rundherum um Rose mehr passieren zu lassen. Langsam fällt es mir auch leichter zu schreiben, aber ich weiß nicht ob es deshalb besser zu lesen ist. Ich würd mich echt über Reviews freuen!!