So, hier bin ich wieder... und endlich mal wieder ein neues Kapitel von mir... ich weiß, ist reichlich spät, aber meine Muse ist auf Weltreise oder so... noch nicht mal eine Karte von ihr 'schnüff' ich hoffe sie kommt bald wieder!

Ich habe auch eine neue Beta: Schwertlilie, ich danke danke dir!

Jetzt wünsche ich euch allen viel Spaß!

PS: Gwen, wann können wir endlich wieder ins Kino, ich vermisse dich!


Kapitel 13 – Wahnsinn?!

Ron war sehr ruhig als sie den Klassenraum verließen, aber Harry konnte es ihm nicht verdenken. Etwas schien ihn zu beschäftigen und Harry hatte in der Nacht seine Unruhe im Schlaf bemerkt.

Hoffentlich geht es ihm bald wieder besser… Hoffentlich…

Malfoy sah genau so beschissen aus. Die Nächte schienen hier albtraumlastiger zu sein, doch Harry konnte sich eigentlich nicht beklagen. Er hatte keine Albträume. Weder von Voldemort, noch von Cedric, noch von Sirius. Im Gegenteil; seine Träume handelten oft von Sirius, aber in einer guten Weise. Es waren nur Bruchstücke und für Harry nicht verständlich, aber sie fühlten sich gut an. Er träumte auch von seiner Mutter und seinem Vater. Es schienen Erinnerungen zu sein, aber leider nicht sehr stark, sodass er am morgen im Bett lag und die Bilder aus seinem Gehirn rannen, wie Wasser aus geschlossenen Fäusten.

Es war nicht schlimm. Er musste sich nicht an die Bilder erinnern. Das er überhaupt von ihnen träumen konnte, wog das wieder auf und Harry fühlte sich wohler denn je. Heute Morgen hatte er auf Eulenpost von seinem Vater Ausschau gehalten. Sein rationaler Verstand lachte über seine kindliche Freude, endlich Post von seinem Vater zu bekommen und versicherte ihm, dass der Brief wahrscheinlich noch nicht mal auf dem Tisch seines Vaters lag.

Aber ein kleiner Teil von Harry dachte darüber nach, dass sein Vater das schaffen könnte. Sein Vater war mächtig und schnell und würde ihn nicht im Stich lassen. Aber es war nur ein kleiner Teil, der Teil, der noch Kind war, der Teil, der noch nie einen Vater hatte, der Teil, der immer noch dachte, dass Väter Superhelden waren. Harry musste über seine Selbstanalyse schmunzeln und stelle sich seinen Vater in einem hautengen quietschgrünen Latexanzug vor. Am besten mit rosa Umhang und einer obligatorischen schwarzen Maske, die nur seine Augen verdeckte…

Auf, auf und davon…

Schnell wurde er wieder aus seinen Gedanken gerissen, als er in dem großen Flur stand, der alle wichtigen Teile der Schule miteinander verband. Hier mussten alle Häuser irgendwann mal durch, wenn sie in die Große Halle oder in die Bibliothek mussten. Natürlich konnte man diesen direkten Weg umgehen, wenn man nicht unbedingt gesehen werden wollte, aber es war unbestreitbar der kürzeste Weg von allen.

Es musste wohl ein wenig komisch für alle ausgesehen haben, als Harry, Ron und Malfoy diesen Flur zusammen betraten und das im stillen Einvernehmen. Noch dazu sahen zwei von ihnen mehr als besch… eiden aus. Eigentlich wollte Harry die Halle umgesehen durchqueren, aber als dann diese Phina und ein Haufen ihrer Freunde vor ihm auftauchten, waren sie mehr als auffällig.

Er merkte wie Malfoy sich in den Hintergrund schob und Ron kurz in seinen Bewegungen einfror und irgendwie fühlte er sich mit dieser Situation allein gelassen.

„Hey Harry", rief sie sogleich aus und stellte sich erwartend vor ihn, nachdem sie Ron gegrüßt hatte. Die Erwartung in ihrem Blick, ließ ihn scharf nachdenken, was er als nächstes machen sollte. Harry machte sich innerlich bereit wieder auf rohen Eierschalen zu laufen und jedes Wort mit Bedacht zu wählen.

„Hey Phina", sagte er einfach nur ruhig und versuchte sie und seine Umgebung im Blick behalten. Ein kleiner Seitenblick zu Ron verriet ihm, dass Ron ihm wohl nicht hilfreich sein würde. Er schien in seine eigene kleine Welt abgetaucht zu sein. Malfoy hingegen schien sein Blick ausschließlich auf seine Umwelt zu konzentrieren.

„Was machst du so?", fragte Phina auch so gleich und er sah ihr Misstrauen, aber nicht nur wegen Malfoy, sondern etwas mischte sich mit darunter. Hatte er wieder etwas Falsches gesagt? Oder etwas Falsches gemacht?

„Nur in die Bibliothek. Ich muss für meine Hausaufgaben in… Zaubertränke etwas nachschlagen", entgegnete er daraufhin kurz angebunden und hoffte, auch wenn es mehr als unhöflich war, ihr zu zeigen wie unpassend ihm diese Unterhaltung war.

„Hör zu, ich will dich wirklich nicht weiter stören, aber ich habe mich gefragt, ob du mir und ein paar Freundinnen nicht helfen könntest."

„Ich habe zurzeit wirklich…"

„Och Harry, bitte. Es geht nur um einen Aufsatz in Verwandlung. Dieser Petlack hat uns das auf's Auge gedrückt. Du bist doch so gut in Verwandlung und…"

Ich gut in Verwandlung? Seit wann das denn?

„Phina… bitte. Das geht jetzt nicht… Ich muss wirklich in die Bibliothek. Das ist wirklich…"

Sie trat einen Schritt näher und legte ihre Hand auf seinen Unterarm. Ihr Blick wurde weicher, irgendwie trauriger und schon spürte Harry, wie er im Kopf versuchte die Pläne von ihnen umzustrukturieren, damit er ihr doch helfen konnte. Sein Blick senkte sich auf den Boden und er seufzte, als er gerade antworten wollte.

Ein Räuspern hinter sich, das etwas genervt klang, ließ ihn kurz abwarten und zur Seite blicken. Malfoy (oder Hermine) schaute ihn ungeduldig und streng in die Augen, als wollte er ihm die Dringlichkeit ihrer Situation noch mal vor Augen führen. Und genau das war es, das Harry brauchte um sein Rückgrat wieder zu finden.

Er schaute ihr wieder ins Gesicht und wollte ihr schon klar machen, dass er wirklich keine Zeit hatte, als er ihren Blick sah. Er war so verändert, so hasserfüllt, als ihre Augen auf die von Malfoy trafen, dass Harry fast Angst bekam. Fast.

Dieser Blick kam ihm mit einem Mal so bekannt vor. Er hatte ihn schon mal gesehen, wenn auch nicht in diesem unbekannten Gesicht.

„Ich dachte wir mögen Malfoy nicht", schnarrte sie, ließ ihren Blick aber bei Malfoy.

Schnell betrachtete er den Blonden und sah wie dieser gerade zu einer Antwort ansetzen wollte, als ihn irgendetwas abhielt. Ein Gedanke. Oder eine Stimme in seinem Kopf. Hermine.

„Phina… wir sind zusammen… bei… einem Referat für… Zaubertränke", stotterte Harry mehr schlecht als recht zu einer Ausrede zusammen. „Du kennst doch Snape…"

Ihre Augen wanderten wieder argwöhnisch zu Harry rüber und ihr Gesicht entspannte sich wieder ein wenig. In ihrem Blick stand Verständnis und Harry hatte gedacht, dass die Situation erstmal gerettet sei. Aber die Schicksalsmächte meinten es wohl anders.

Hinter Phina und ihrem Trupp Freundinnen tauchte noch ein weiterer Trupp von Leuten auf. Slytherins.

Das war ja klar. Slytherins müssen ja immer in unmöglichsten Momenten auftauchen und alles verschlimmern. Warum sollte das hier auch anders sein? Mist!

An der Spitze der Slytherins stand Pansy Parkinson. Harry musste feststellen, dass sie hier in dieser Welt fast genauso aussah, wie in seiner. Sie war eine hübsche Frau, keinen Zweifel, aber sie hatte nichts Besonderes an sich, außer dass sie verdammt böse und gehässig drein schauen konnte. Und das war eine Eigenschaft auf die Harry getrost verzichten konnte.

Phina schien seinen Blick richtig zu deuten und drehte sich um, um die Slytherins nicht im Rücken zu haben. Die Slytherins traten näher bis nur noch eine kleine Schneise die beiden Gruppen voneinander trennten und vor dieser standen Harry, Ron und Malfoy. Die Atmosphäre war geladen und Harry versuchte kurz zu ergründen, ob es bei ihren Streitigkeiten mit den Slytherins in ihrer Welt genauso prickelnd war wie hier. Er konnte sich kaum daran erinnern, aber hier schien mehr Emotionen im Spiel zu sein, die Harry nicht sehr gut nachvollziehen konnte.

Er drehte sich wieder zu Ron um, der einen verbissenen Ausdruck auf dem Gesicht hatte, aber Harry konnte beim besten Willen nicht erkennen, ob der Blick aus der Situation resultierte. Dann schweiften seine Augen kurz zu Malfoy, der mit unergründlicher Maske die beiden Gruppen beobachtete.

Kühle Berechnung lag in seinem Blick, als wollte er noch ergründen welche Gruppe wohl gewinnen würde und welche er dann unterstützen konnte. Harry war sich sicher, dass Malfoy nur auf seiner eigenen Seite stehen würde und das Beste für sich zu gewinnen versuchte. Aber Harry wusste auch, dass sie alle aufeinander angewiesen waren. Einerseits beunruhigte ihn das, weil Malfoy nun mal nicht gerade der netteste Mensch von allen war. Andererseits fand er es besser Malfoy auf seiner Seite zu wissen, als in dieser Lage auf der gegnerischen.

„Parkinson. Was für eine Freude dich zu sehen. Kannst du nicht wieder in das Loch kriechen, wo du her kommst?"

„Wann wirst du merken, dass deine kleinen Beleidigungen einfach nur dumm und grobschlächtig sind? Mein kleiner Bruder könnte mich besser beleidigen."

„Ich werde es am gleichen Tag merken, wenn du endlich geschnallt hast, dass du hässlicher bist, als jeder Troll."

„Das hat mich jetzt wirklich verletzt", sie wand ihren Blick kurz zu ihren Slytherinfreunden, „Hab ich ja gesagt, schlechter als mein kleiner Bruder." Natürlich lachten die anderen und Harry konnte sehen, wie Phinas Wut aus den Augen fast schon leuchtete.

„Du bist so was von Drachenfutter, Parkinson!", rief diese Phina wütend aus und zog ihren Zauberstab. Wie auf Kommando zogen auch alle hinter ihr die Zauberstäbe und machten sich kampfbereit.

Parkinsons Gesicht wurde wieder hart und ihre Augen verengten sich ein wenig, als sie ihren Zauberstab zog. Auch hinter ihr machten sich die Leute bereit, um sich mit den Gryffindores zu duellieren.

Auch Harry zog langsam seinen Zauberstab aus seinem Umhang. Er wusste, dass er nicht viel damit anfangen konnte, aber es war besser als nichts. Wenn es hier gleich so richtig haarig wurde, dann hatte er wenigstens den Glauben zaubern zu können. Und manchmal beeindruckte auch nur der Zauberstab.

„Das werden wir ja sehen, Black!" spie Parkinson und starrte weiterhin böse zu den Gryffindors. Zweifellos wartete sie auf den ersten Spruch, dann konnte sie nachher behaupten, dass die anderen angefangen haben und würde nicht ganz so schlecht da stehen.

Aber das interessierte Harry jetzt herzlich wenig, denn nur ein einziges Wort hallte in seinen Gedanken.

Black.

Sein Kopf war wie ein tiefes Bergtal, in dem der Ruf echote und verzerrt wie ein Pendel einer durchgedrehten Uhr hin und her schlug.

Black.

Um ihn herum versank die Welt in Stille.

Black.

Und als hätte jemand den Lautstärkeregler an einer Musikanlage wieder hochgedreht, rauschte die Gegenwart wieder an ihren angestammten Platz. Er merkte wie seine Augen sich langsam vor Trockenheit zusammen zogen und sein Mund weit offen stand. Als seine Gedanken langsam wieder in die richtigen Bahnen kreisten, merkte er, dass nichts weiter passiert war.

Die beiden unterschiedlichen Gruppen standen sich noch immer gegenüber, als wenn sie auf einen Startschuss warteten. Er spürte die Anwesenheit von Ron und Malfoy und die Schüler um hin herum, die einerseits Schaulustige spielten, andererseits weiter durch die kleine Halle liefen, als wenn es nichts weiter besonders wäre, dass sich große Gruppen von Gryffindores und Slytherins gegenüberstanden.

Aber auf all das achtete Harry eigentlich gar nicht mehr. Der Mittelpunkt seiner Gedanken war auf den Namen Black gerichtet, genau wie seine Augen. Am liebsten wäre er um sie herum gegangen und hätte sie von oben bis unten genau betrachtet. Wenn sie wirklich mit Sirius verwandt wäre, hätte er das dann nicht merken müssen? Hätte er Sirius in ihr nicht wieder entdecken müssen? In ihrem Aussehen? In ihrem Verhalten? In ihren Augen?

Er erinnerte sich an die Male, als er sie getroffen hatte. Waren da keine Merkmale, die ihm bekannt vorkamen und von denen er nicht wusste, wo und wie er sie einordneten konnte? Doch. Solche De ja vues hatte er bereits öfters bei ihr gehabt, aber ausgerechnet…

Er war zur Salzsäule erstarrt und als dann der erste Spruch geflüstert wurde, der erste Zauberblitz erstrahlte und der erste Schrei ertönte, packte ihn etwas am Kragen. Er wurde zügig weggeführt. Von wem war ihm egal.

Seine loyale Gryffindorseite schrie vor Entsetzen auf und hätte sich am liebsten in den Kampf gestürzt um den Slytherins das Fürchten zu lehren. Aber sein gesunder Menschenverstand warnte ihn, dass er nicht nur sich, sondern auch seine unmittelbaren Freunde, gefährden würde. Schließlich hatten sie erstmal nicht nur etwas Wichtigeres zu tun, sondern würden sich womöglich noch in etwas stürzen, was ihre gesamte „Mission" in Gefahr bringen würde und es sah ganz so aus, als wenn sich diese beiden Gruppen öfters gegenüber standen.

Einmal davon abgesehen, konnte er immer noch nicht mit diesem „neuen" Zauberstab umgehen, vielleicht brachte er damit eher jemanden um, als ihm nur Broccoli aus den Ohren sprießen zu lassen. Das war viel zu riskant, um überhaupt drüber nachzudenken.

Malfoy war leider mit einem seiner besten Freunde vorerst unwiderruflich verschmolzen, er musste Malfoy also kurzzeitig in die recht kurze Liste seiner Freunde aufnehmen. Außerdem waren sie alle hier zusammen gefangen, das war sogar Malfoy klar. Er hatte es mit Malfoy noch nie so lange ausgehalten, ohne sich mit ihm zu streiten. Einerseits war es gut, schließlich würden Streitereien sie in ihrem Vorhaben nur lähmen. Andererseits vermisste er diese kleinen miesen Auseinandersetzungen, sie waren immer so… ablenkend von dem ganzen Alltag und erheiterten ihn auf eine, zugegebenermaßen, sehr bizarre Art und Weise.

Als er und Ron um die nächste Ecke gezogen wurden, klärten sich seine Gedanken langsam wieder auf und sein Verstand rutschte an die richtige Stelle.

Black…

Der Name huschte wie ein Gänsehautversprechender Geist durch seinen Kopf, fühlte sich an, als ob ein Geist wirklich durch ihn hindurch geschlichen wäre und nur die Kälte von Dementoren in seinen Adern hinterlassen hätte.

„Hat sie gerade wirklich…", ertönte die schwache Stimme von Malfoy und Harry erkannte sofort Hermine in diesen Worten. Es war dieses verwunderliche Flüstern, das oft von ihr zu hören war, wenn sie mal wieder etwas neues entdeckten. Als wollte sie verhindern, das es durch laute Geräusche verschwand.

„Ja, verdammt. Lasst uns einfach weitergehen, wenn wir hier so dumm rum stehen, dann ist es noch auffälliger als sonst", war sogleich die scharfe Antwort von Malfoy. „Wir haben jetzt wichtigeres zu tun, als zu rätseln, ob sie wirklich mit Black verwandt ist oder nicht."

Ich hasse es, wenn ich Malfoy recht geben muss.

Sie waren schon eine ganze Weile durch die Gänge geschritten und hatten es erfolgreich vermieden miteinander auch nur ein Wort zu wechseln. Alle waren tief in ihren Gedanken und wollten nicht über belanglose Dinge reden.

Wie war das möglich?

Black…

Er konnte es kaum fassen! Der Weg zur Bibliothek war verschwommen und lief wie ein Stummfilm an seinen Augen vorbei. Plötzlich schien ihm alles so unwichtig, so unnütz. Warum sollte er das Tor noch suchen? Warum? Seine Familie bestand noch, nur aus wenigen fast mickrigen Teilen, aber sie war noch vorhanden! Warum also von hier weggehen?

Die Bibliothek war wie ausgestorben, nur Madam Pince, so runzelig wie eh und je, schlurfte mit vor sich her schwebenden Büchern zu ihrem angestammten Platz neben der großen doppelflügeligen Tür. Sein Blick war ins Nichts gerichtet. Trotzdem nahm er wahr, dass er in einen großen Gang gezogen wurde.

Der Gang war gesäumt von zwei hohen Regalen mit verschiedenen großen und alten Büchern. Manche wirkten sehr alt und der Staub auf ihnen schien schon ein Bestandteil von den schweren Einbänden zu sein. Andere waren wiederum sehr neu und leuchteten fast mit der frischen Farbe zwischen den dumpfen Büchern. Der schwere Geruch von Leder, vergilbtem Papier und Staub, mischten sich zu einem Gemisch, das Harry immer an Weisheit erinnerte.

Am Ende des Korridors fiel Sonnenlicht aus einer langen Fensterwand auf den Boden und die Tischreihe, die genau davor stand. Viele kleine Staubpartikel wirbelten durch das Sonnenlicht und kitzelten Harrys Nasenwurzel. Er wurde auf einen Stuhl gedrückt, hörte wie sich Ron vor ihm setzte und ihm dann in die Augen sah. Zuckend wachte Harry aus dieser staunenden Trance auf und sah sich kurz um.

Malfoy lehnte an einem Regal, das mit schwebenden Pfeilen auf verschiedene Sparten, wie „Geschichte der Neuzeit" und „Was tun Muggellehrer in ihrer Freizeit?" hinwies.

Er konnte sehen wie Malfoy Schwierigkeiten hatte dort so lässig und unbekümmert stehen zu bleiben. Seine Muskeln zuckten immer wieder mal, so dass er vermutete das Hermine nicht ganz so cool bleiben konnte.

Und auf einmal stürzte sich Malfoy auf ihn.

Rein instinktiv hob Harry zur Verteidigung seine Arme, um vor allem seien Kopf und Hals vor diesem Angriff zu schützen und erstarrte erschrocken. Doch der erwartete Schmerz, das dumpfe Schlagen und der wutentbrannte Schrei trafen nicht ein. Blinzelnd öffnete Harry wieder seine Augen und fragte sich kurz, warum er sie überhaupt geschlossen hatte. Kurz ärgerte er sich über sich selbst, dass er auf Malfoy so defensiv reagiert hatte…

aber ich ja auch verdammt geschockt! Wer rechnet schon mit so was, in so einer Situation? Aber wenn es kein Angriff ist, was ist es dann?

Er sah das helle blonde Haar direkt vor seinen Augen und spürte wie ein starker Arm um seine Schultern geschlungen war. Bevor er irgendetwas sagen konnte, bemerkte er wie der Körper von Malfoy anfing zu zittern und beben. Er konnte hören wie Malfoy seine Zähne zusammen biss und das knirschende Geräusch ließ ihn innerlich erschauern. Dann packte ihn eine kräftige Hand an der Schulter und versuchte ihn von Malfoy zu trennen.

Es brauchte ein bisschen Zeit bis Harry bemerkte, dass es Malfoy selber war der versuchte sich von Harry zu trennen.

„Oh, Harry…", es war die Stimme von Malfoy, aber sie war so verzerrt, dass Harry geschockt zurück weichen wollte. „Black… ich weiß nicht, was ich sagen soll!"

Wäre Harry nicht so überrascht gewesen, hätte er gelacht, aber er saß einfach nur mit weit aufgerissenen Augen da und wartete bis es endlich vorbei war.

Mit einem Knurren riss sich Malfoy von ihm los und stürzte in die gegenüberliegende Richtung. Schwer atmend krallte er sich an einen der hohen Bücherregale und murmelte zischend etwas, was sich nach: „Mach das nie wieder!" anhörte.

Harrys aufgerissenen Augen suchten die von Rons, der neben ihn saß und seinen geschockten Blick von Malfoy abwandte und nun auch in Harrys Augen sah.

Einen Moment war es still…

Zu still…

Dann brach es aus Malfoy raus. Oder aus Hermine? Zuerst ein leises Husten, dann ein lauter werdendes Glucksen und plötzlich schüttelte sich der Slytherin vor Lachen. Wieder traf Harrys Blick auf Rons, der ein wenig rot im Gesicht war und als ihr Blick dann wieder Malfoy traf, konnten auch sie nicht mehr an sich halten.

Gut, das Ms. Pince an ihrem Tisch beim Eingang der Bibliothek war und sich dort mit einer jungen Ravenclaw stritt, die ihr nicht glauben wollte, dass die neue Auflage von „Liebende der Nacht – Ein Vampirroman für Frauen" noch nicht erschienen war. Denn wenn sie in der Nähe dieses bestimmten Ganges gewesen wäre, dann stünde sie schon längst vor dem lachenden, ungewöhnlichen Trio, welches gar nicht mehr aufhören konnte.

Nach dem sich alle wieder beruhigt hatten und ihre Lachtränen aus den Augen wischten, lag zuerst ein schweres Schweigen in der Luft. Jeder blickte ein wenig verlegen auf den Boden oder einen Buchrücken, denn niemand wusste was er jetzt sagen oder machen sollte.

„Granger und ich übernehmen den Keller, die Gewölbe, die Räume, die Geheimgänge, die Nischen und alles was sich sonst noch finden lässt. Ich kenne mich bestens aus, also wird das nicht das Problem."

„Gut, dann übernehmen Ron und ich erstmal die Türme hier. Wir fangen mit dem Nordturm an und arbeiten uns von dort aus weiter. Wir könnten ja versuchen auch die Türme zu durchsuchen, die für Schüler verboten sind. Wahrscheinlich ist so ein Tor eher dort, wo es schwer ist hinzukommen. Oder wo es verboten ist. Schließlich ist es ja nicht ganz ungefährlich", sagte Harry.

Wieder trat ein Moment der Stille ein, als sich alle im Geiste die Routen vorstellten, die sie abgehen mussten. Die Räume und Nischen, die sie erkunden mussten, schon mal im Geiste abgingen und sich fragten, ob in dieser Welt etwas anders war.

„Ich schlage vor, dass wir uns danach wieder hier treffen, damit wir besprechen können wo wir waren und was wir gefunden haben. Gibt es wohl eine Karte von Hogwarts, die wir benutzen können? So können wir sehen, wo wir schon waren und wo wir noch hin müssen." Das war Rons Vorschlag und Hermine antwortete ihm:

„Gute Idee! Ich denke in „Die Geschichte von Hogwarts" müsste es eine Karte geben. Wartet kurz!"

Sie wollte enthusiastisch aufstehen, aber die andere Hälfte ihres Körpers machte da irgendwie nicht mit. „Granger! Das ist mein Körper! Geh gefälligst besser mit ihm um!", konnten Harry und Ron noch von Malfoy hören, als er zischelnd und grummelnd von der andere Hälfte seines Körpers schon fast weggezerrt wurde.

Harry konnte das Kichern nicht aufhalten, welches sich langsam seinen Weg bahnte und auch Ron schnaubte vor Lachen.

„Geht es dir auch wirklich gut, Harry?", fragte Ron mit besorgtem Unterton. Doch Harry konnte nur mit einem Schnauben und einem Schulterzucken antworten. Was sollte er auch schon großartig sagen?

Ich bin gerade einer überlebenden Black begegnet, die Sirius so ähnlich sieht, dass sie seine Tochter sein könnte. Mein Vater lebt. Voldemort lebt. Deine… unsere Familie ist halb ausgelöscht. Hermine steckt in Malfoys Körper. Dumbledore ist nicht hier. Und Snape ist immer noch ein Krampf im Arsch. Natürlich geht es mir gut, wie soll es mir denn sonst gehen, Ron?

Harry schnaubte erneut, als er diese Antwort in seinem Kopf abspielte und fühlte sich im selben Moment schuldig. Schließlich war es für Ron auch nicht leicht, vielleicht ging es ihm sogar schlechter als Harry in anbetracht der Tatsachen. Doch Ron hatte immer noch den Anstand zu fragen wie es ihm ging.

Er legte seine Hand auf die Schulter seines besten Freundes und drückte kurz zu, um ihm zu zeigen, dass es ihm gut ging und ihm zu zeigen, dass Ron auf ihn zählen konnte. Immer.

Malfoy kam zurück. Mit einem großen Wälzer in der Hand, den er so oft schon in den Armen von Hermine gesehen hatten, dass ihm schon fast nach einem Augenrollen zu mute war.

Schnell gingen sie die möglichen Orte durch, die für ein Weltentor vielleicht genau die richtigen waren und kurze Zeit später trennten sich ihre Wege.

Harry fragte sich, ob er so ein Tor wohl erkennen könnte, wenn er es denn wirklich finden würde. Der Schrank war groß, unheimlich und hatte diese komische Ausstrahlung. Als er davor stand, fühlte er dieses leichte Prickeln im Nacken, welches Magie manchmal in ihm auslöste. Aber er konnte beim besten Willen nicht sagen, ob es daran lag das der Schrank so aussah wie er aussah oder ob es die magische Ausstrahlung dieses Tores war. Er hoffte letzteres war richtig, dann könnte er es bestimmt auch „wieder erkennen". Dieses Gefühl würde er bestimmt nicht so schnell vergessen.

Aber was war, wenn dieses Tor nicht hier in Hogwarts war? Die Welt war groß, zu groß. Sie waren schließlich auch in Hogwarts durch dieses Tor gegangen, also war es ja wohl nahe liegend, dass es auch in dieser Welt in der Schule war. Oder?

Hoffentlich…

Der Nordturm gab nichts her. Es war weder außergewöhnlich, noch beherbergte er etwas was außergewöhnlich war. Außer ein paar lästige Portraits, die wahrscheinlich hier hangen, weil sie sonst im anderen Teilen des Schlosses ungewollt waren, und der Wahrsagenklassenraum. Ron und Harry schlichen sich kurz rein, um zu sehen, ob irgendwas anders war. Aber sie wurden enttäuscht.

Das Zimmer sah wie immer aus. Überall hangen Tücher, schwere Vorhänge vor den Fenstern verlieh dem Raum eine diesige Schwere, die durch Duftkerzen buchstäblich versüßt wurde. Allerhand Krimskrams verzierte die vielen hohen Regale, den Kamin und die Wände, dieses kreisrunden Zimmers.

Als sie Trewlaney im hinteren Teil der Räume summen hörten, ergriffen sie die Flucht. Sie wollten keine Vorträge über das innere Auge, verkorkste Träume und klebrige Teeblätter hören.

Als nächstes war ein kleiner Turm im Nord-Osten der Schule dran. Dieser Turm durfte von Schülern eigentlich nicht betreten werden, da er angeblich einsturzgefährdet war. Aber wer wusste das schon so genau? Schließlich wurde das von den Lehrern behauptet, vielleicht versuchten sie das Artefakt nur vor neugierigen Schülern zu schützen. Oder sie versuchten die Schüler vor diesem Artefakt zu schützen. Wer konnte das schon genau sagen?

Sie schritten leise die Treppen hoch, nachdem sie die magische Barriere davor umgangen hatten. Harry wusste nicht so genau, warum sie ausgerechnet leise gingen, schließlich war hier oben schließlich keiner der sie hören konnte. Aber sie versuchten trotzdem leise zu sein, vielleicht um den Turm nicht durch laute Geräusche einstürzen zu lassen.

Man konnte deutlich erkennen, dass dieser Turm alt und schon lange nicht mehr von Menschen betreten worden war. Aber durchaus von anderen Lebewesen, wie Spinnen und Mäuse. Harry hörte leise wimmernde Geräusche von Ron, der neben ihm weiterhin tapfer die Stufen erklomm. Allerdings machten ihn die vielen Spinnenweben ganz zappelig.

Auf der Plattform schließlich angekommen, empfang sie nichts weiter als gähnende Leere und viel zu laut knarrende Dielenboden. Das alte Holz ächzte und stöhnte unter ihren Füßen und Harry musste feststellen, dass die Lehrer wohl Recht behielten. Der Turm war wirklich nicht sehr gut in Schuss. Sie überprüften noch schnell die Fenster und die Wände dieses kleinen Zimmers und stolperten vorsichtig und wieder sehr leise die Treppen runter.

Unten angekommen, atmeten beide erstmal tief ein und freuten sich ihres Lebens.

Ihre weitere Suche blieb genauso erfolglos, wie ereignislos. Sie fanden nichts in den Türmen und auf dem Weg dort hin. Nichts. Es war entmutigend. Mehr als das. Harrys Hoffnung in diesem großen Schloss dieses Tor zu finden, schwand mit jedem Schritt. Sein Herz wurde immer schwerer und sein Geist missmutiger. Da konnte nicht einmal der Humor von Ron helfen, der mal wieder beeindruckend Professor Snape und McGonagall nachäffte.

Wie konnte Ron noch immer versuchen Harry so bei Laune zu halten? Wie konnte er das, wenn er doch selbst so viele Verluste erlebt hatte? Wenn er doch selbst verzweifelt dieses Tor suchte?

Harry seufzte. Er beneidete Ron wirklich.

Mittlerweile war es dunkel geworden und diese leicht mysteriöse Stille hatte sich über das Schloss gelegt. Sie waren, so schien es ihnen, meilenweit von jedem Gemeinschaftsraum entfernt. Das bunte und vibrierende Leben hatte der Dunkelheit platz gemacht und diese breitete sich schneller aus, als es ihnen lieb war.

Sie gingen ein wenig schneller. Sie wollte hier nicht länger verweilen als notwendig.

Als sie in einen Gang einbogen, hörten sie wie eine Tür aufgerissen wurde und der warme Lichtschein eines Kaminfeuers sich auf den kalten Flur ergoss, pressten sie sich in den Schatten. Harry drückte Ron mit dem Arm näher an die Wand, um sicher zu gehen, dass er auch nicht zu sehen war. Da nur alle fünf Meter eine Pechfackel an der kalten Steinmauer angebracht war, hoffte Harry, dass sie niemand sehen konnte.

Heraus gestürmt kam Snape, der sich mitten im Gang zur Tür umdrehte, um seinen Gegenüber böse anzufunkeln. In der Tür stand die Person, die sich scheinbar Snapes Missgunst redlich verdient hatte. Professor Petlack.

„Sie machen einen Fehler, Petlack!", knurrte Snape.

„Lassen Sie das mal meine Sorge sein, Severus", antwortete Petlack in einem überheblichen Ton.

„Ich mache einen Fehler?", bei den Worten stürmte Petlack nach vorne und packte dem Zaubertranklehrer am Kragen. „Ich mache einen Fehler, Severus? Sie haben ja keine Ahnung…"

„Keine Ahnung? Ich weiß, Sie machen einen großen Fehler. Wenn Sie den Krieg überleben und im Alter auf Ihr Leben zurück blicken, dann werden Sie sich nicht nur schämen, sondern sich immer wieder den Moment zurück wünschen, als Sie diese Entscheidung trafen. Und Sie werden sich wünschen, sich anders entschieden zu haben, Luther. Vertrauen Sie mir."

Petlack ließ Snape los und schaute ihn mit verstörter Überraschung in die Augen.

„Das glauben Sie doch nicht wirklich? Ich bin auf der Gewinnerseite, Severus, und Sie sollten sich genau überlegen, ob Sie uns nicht helfen sollten", flüsterte Petlack.

„Sie sind nicht nur dumm, sondern auch verrückt", stellte Snape überrascht fest. Mit diesen letzten Worten, drehte sich Snape um und ging den Gang runter, der gegenüber von Ron und Harry war. Petlack sah ihm lange nach, guckte sich dann argwöhnisch um und ging zurück in den Raum.

Nach dem er die Tür hinter sich geschlossen hatte, sackte Harrys Körper vor Erleichterung ein wenig in sich zusammen. Er holte tief Luft, denn während dieser Enthüllung hatte er sich kaum getraut richtig zu atmen. Auch Ron atmete etwas zittrig tief ein und dann machten sie sich schnellstmöglich aus dem Staub.

Als sie im Gemeinschaftsraum ankamen, ließen sie sich in alte, rote Chintzsessel fallen und hingen ihren Gedanken nach. Der Raum war fest leer, obwohl es noch recht früh am Abend war. Ein paar Schüler aus dem Dritten saßen in einer Ecke und machten Hausaufgaben, nur zwei Tische weiter saßen ein paar Erstklässler und spielten vergnügt Koboldstein. Hier und da saßen verschieden kleine Gruppen, die sich leise unterhielten. Die Stimmung war insgesamt sehr bedrückend und Harry fragte sich unwillkürlich, ob das immer hier so war oder ob vor kurzem erst etwas passiert ist, von dem er nichts wusste.

Seine Gedanken schweiften zu der Szene im Gang ab.

Was hat das alles zu bedeutet? Es hörte sich fast so an…

„Was denkst du, Harry?", fragte Ron nach kurzer Zeit.

„Ich denke, Professor Petlack ist nicht der für den wir ihn halten. Wir müssen es morgen den anderen erzählen. Petlack können wir nicht vertrauen."

„Denkst du das wirklich Harry? Ich meine Snape…"

„Ach hör doch auf, Ron", antwortete Harry ohne viel Gefühl. „Du hast doch Petlack gehört. Außerdem gehört Snape zum Phönixorden und jedes Mal, wenn du Snape verdächtigst, ist es jemand anderes."

Ron seufzte. „Du hast ja Recht. Aber ich mochte den Kerl irgendwie und ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass er wirklich mit Du Weißt Schon Wen unter einer Decke steckt. Aber das haben wir bei Quirrel damals auch nicht vermutet, nicht wahr?"

Sie blieben noch ein Moment schweigend in dem großen Raum und machten sich, wie auf ein lautloses Signal hörend, gemeinsam auf in den Schlafsaal. Neville lag schon im Bett und war am Schlafen.

Ein leichtes Scharren an dem Fenster ließ Harry beim Umziehen inne halten. Mit großen Schritten ging er zum Fenster und sah auf dem Sims eine etwas zersaust wirkende Eule, die um ihren Knöchel einen Brief trug. Harry öffnete mit gerunzelter Stirn das Fenster und ließ den unbekannten Uhu reinhüpfen.

Schmollend krächzend stolzierte der große Vogel auf dem Bett herum und als er Harry sein Beinchen mit dem Brief anbot, wirkte er fast mürrisch, dass Harry wohl keine Belohnung für ihn hatte.

„Ich muss dich enttäuschen, aber ich habe leider nichts für dich. Schließlich sitze ich nicht beim Frühstück, wo ich normalerweise erst diesen Brief bekommen würde, oder?"

Der Vogel legte seinen Kopf zur Seite, als wenn er ihn fragen würde, ob er wirklich glaubte, dass er ihm diese Frage jetzt wirklich beantworten würde. Harry verdrehte die Augen, öffnete das Fenster erneut einen Spalt und ließ dieses Federvieh in die Nacht rausflattern.

Tz… Vögel… Füttern ihren Nachwuchs mit ihrem Erbrochenen, aber meinten sie wären die Könige der Welt… tz…

Er setzte sich auf sein Bett, während er den Brief öffnete und zu lesen begann. Zurückblickend war es wohl eine sehr gute Entscheidung.

Sehr geehrter Mr. Harry Potter.

Ich habe mich sehr über Ihren Brief gefreut und habe ihn gleich, Ihren Vater vorgelesen.

Leider kann ich Ihnen von keiner Verbesserung des Zustandes Ihres Vaters berichten. Aber ich bin sicher, dass solche Briefe weiterhin eine gute Wirkung auf ihn haben. Auch weiterhin kann ich Ihnen von einem Besuch nur abraten, da Ihr Vater noch nicht weitgehend stabil genug ist.

Ich verspreche Ihnen Sie weiterhin zu informieren, wenn mir etwas dazu Anlass bietet. Schreiben Sie ruhig weiter diese netten Briefe, ich bin davon überzeugt, dass sie Ihren Vater auf irgendeine Art und Weise erreichen.

Mit besten wünschen verbleibe ich,

Rubina Attkins

Heilerin

Abteilung für Fluchschäden

Harrys Herz wurde schwerer als je zuvor. Es sackte mit einer Wucht in sein Mageninneres, dass er das Gefühl hatte, dass es im nächsten Moment durch seine Magenwand schoss und auf dem Boden sein jähes Ende finden würde.

Erinnerungen an diese Station blitzten vor seinem inneren Auge auf, wie Störungen im TV. Alice und Frank Longbottom. Gilderoy Lockhart. Wie verwirrt sie waren. Wie allein sie in ihrer Welt waren. Wie er damals darüber nachdachte, dass dieses Schicksal schwerer zu ertragen war, als der Tod.

Ist mein Vater jetzt einer vor ihnen? Sitzt er jetzt genau so da und würde mich nicht mehr erkennen, wenn ich vor ihm stehen würde? Oder ist er vielleicht entstellt? Oder liegt er im Koma? Vielleicht würde es ihm ja wirklich bald wieder besser gehen… Hoffentlich…

Harry hatte zwar keine Bindung zu seinem Vater, aber er dachte an den Harry dieser Welt, der mit seinen Eltern aufgewachsen war. Dessen Mutter tot war und dessen Vater in St. Mungos lag.

Er konnte sich nicht entscheiden. War es schlimmer, seine Eltern als Baby zu verlieren und sie niemals gekannt zu haben oder sie sich durch einen Verrückten nehmen lassen?

Hoffentlich…


Fertig! Ich hoffe es hat gefallen und ihr schreibt mir eine kleine oder auch große Review! Würde mich sehr freuen...