Ein Strolch zum Verlieben
Fanfiction von Slytherene
oooOOooo
Liebe Lesende!
Da ist es nun, das letzte, kurze Kapitel – ein Epilog - und an dieser Stelle müssen wir Abschied nehmen von Remus und Thalia, Gianni und Jimmy, Severus und Virginia, und natürlich auch von Strolch, der zum Abschied einen langen Spaziergang und einen ganzen Tag mit Remus bekommt.
Man soll mir bitte nicht mehr nachsagen, ich würde Remus immer unglücklich machen. Gar nicht wahr, ich verschaffe ihm ein Happy End der perfekten Sorte, und sogar an den Tränkemeister ist gedacht.
Besonderer Dank gilt hier „Am Ende des Wegs" meiner tollen Betaleserin TheVirginian, an der es bestimmt nicht lag, wenn die Updates mal ein bisschen länger gedauert haben. Ab und an hat auch Textehexe ein bisschen Erbsen gesucht und rosa Wölkchen hinter mein Geschreibsel gepinselt, vielen Dank.
Danke schön an alle Leserinnen und Leser, ganz besonders natürlich an die, die so nett waren, auch ein Feedback zu geben.
Und nun: Auf ein Letztes…
Gute Unterhaltung!
Musicus:
Louis Armstrong "What a wonderful world"
25. Am Ende des Weges
Als Remus erwacht, hört er das Meer unten an den Strand spülen, Welle für Welle. Auch die Möwen sind bereits auf und in der Luft und schreien dem Morgen ihren durchdringenden Gruß entgegen. Remus atmet die salzige Luft, blinzelt und muss lächeln. Einfach so, weil er glücklich ist – und das Leben so leicht. Mit einer sanften Geste streicht er Thalia eine lange rote Strähne aus der Stirn und küsst sie auf die Nasenspitze.
„Aufwachen, Schlafmütze."
Sie küsst ihn, ohne die Augen zu öffnen und vergräbt das Gesicht in seiner Halsbeuge.
„Wach auf, Schöne", lockt Remus. „Der Himmel ist blau, die Sonne scheint und die Touristen werden Deinen Laden leerkaufen wollen."
„Du bist ein elender Antreiber, weißt du das?" fragt eine männliche Stimme hinter seinem Rücken und schlanke Hände streicheln sanft von hinten über seinen Bauch. Remus dreht sich halb um und küsst Gianni die Müdigkeit vom Gesicht.
„Du hast auch jede Menge Arbeit in der Werkstatt, soweit ich weiß."
Gianni schiebt schmollend die Unterlippe vor, doch dann lacht er und es ist ansteckend, dieses volltönende Lachen, und seine grünen Augen strahlen dazu.
„Das ist wirklich wahr, Gianni ist in Verzug", sagt eine zweite Männerstimme gedämpft, und dann zieht Jimmy, der hinter Gianni liegt, den Kopf unter dem Kissen hervor. Seine blonden, kurzen Haare stehen in alle Richtung und ein jungenhaftes Grinsen erwacht auf seinem gebräunten Gesicht.
„Guten Morgen, die Heterofraktion da drüben", sagt er gut gelaunt, dann küsst er Gianni in den Nacken. „Lass uns noch liegen bleiben, wenn die Beiden aufgestanden sind, hm? Zwanzig Minuten, ich muss die Segelschule vor zehn nicht auf machen." Seine Augen sind dunkel vor Begehren und Gianni lässt sich nur zu gerne wieder in die Kissen fallen.
„Komm, Thalia, die beiden brauchen Privatsphäre", sagt Remus und klettert über ihre Füße. Irgendwo hier auf dem Boden muss er doch seine Unterhose...
„Entsetzlich, dieser Hort des Lasters", sagt eine kühle Stimme von der Tür her.
Remus blickt auf, und sieht das leicht amüsierte Lächeln, das die Lippen des Beschwerdeführers umspielt.
„Guten Morgen, Severus", erwidert er. „Wenn dich das Laster stört, warum kommst du dann an unsere Schlafzimmertür?"
„Um diese verlotterte Kommune aufzurütteln, natürlich." Der ehemalige Tränkemeister lehnt im Türrahmen, einen grauen Wollpullover über den gepflegten Jeans. Er ist immer noch eine Spur förmlicher als alle anderen, die hier in diesem großen Haus am Meer leben.
„Jimmy, eine Jugendgruppe hat angerufen, die kommen um neun mit elf nervigen, pubertierenden Teenagern zum ersten Kurs. Und den walisischen Landfrauen habe ich gesagt, dass die Theorie um halb zehn beginnt, Remus.
Gianni, Mr. Farnham hat angerufen und gefragt, ob seine Harley schon fertig sei. Ich war so frei ihm mitzuteilen, dass du dich bis Mittag darum bemühen würdest."
„Ich hasse, dich, Sev", grunzt Gianni vom Bett her.
„Das ist mir nicht neu", antwortete Severus kühl, aber das vergnügte Lächeln weicht weder von seinen Lippen noch aus seinen Augen.
Er schüttelt eine imaginäre Robe zurecht und reckt das Kinn.
„Du bist der Beste, Severus", sagt Thalia, zieht einen Hauch eines seidenen Kimonos über ihren jetzt fast makellosen Körper und drückt ihm im Vorbeigehen einen Kuss auf die Wange.
„Meine Frau", sagt Remus warnend zu dem Slytherin.
„Schweig, Wolf, der du keiner mehr bist", erwidert Severus und rauscht davon. Strolch, der bis eben zufrieden in seinem Körbchen gelegen hat, folgt ihm mit begeistertem Bellen in die Küche.
Am Frühstückstisch ist das Geplapper wie immer lebhaft. Virginia versucht, ihr Müsli zu löffeln ohne zuviel auf Hermines Strampelanzug zu kleckern. Das Baby saugt zufrieden an ihrer Brust, und Severus stiehlt sich noch einen Kuss, bevor er geht, um die Apotheke zu öffnen.
„Ich liebe euch", hört Remus ihn in Virginias Ohr murmeln, und dann ist er verschwunden, bevor Remus sich über sein so wenig slytherinhaftes Verhalten mokieren und ihn aufziehen kann.
„Keiner bekommt die drei Worte so oft zu hören wie du", sagt Gianni zu Virginia, und sieht dabei vorwurfsvoll zu Jimmy hinüber.
„Welche drei Worte?" fragt Jimmy.
„Na, die, die das Leben eines Mannes vom einen Moment auf den anderen völlig verändern", erklärt Gianni ungeduldig.
„Du meinst ‚Ich bin schwanger'?", fragen Jimmy und Virginia unisono.
Gianni hechtet quer über den Tisch, um ersterem eine Kopfnuss zu verpassen. Jimmy weicht aus und grinst.
„Ich meinte die anderen drei Worte – ich liebe dich", schmollt Gianni.
„Gina hat es offenbar verdient", kontert Jimmy grinsend.
„Ich liebe dich, Gianni", sagt Remus schlicht.
„Ich auch", fügt Thalia hinzu. „Und ich spreche für Strolch mit."
Strolch wedelt zustimmend, als sein Name fällt.
„Und du?" fragte Gianni und sieht lauernd zu Jimmy hinüber.
„Ich habe es dir doch letzte Nacht zweimal gezeigt, oder nicht?" sagt Jimmy ruhig.
„Ich erinnere mich an einmal", sagt Gianni.
„Oh, dann muss ich Remus wohl in der Hitze des Augenblicks mit dir verwechselt haben", erwidert Jimmy augenzwinkernd.
„Remus!" ruft Thalia scheinbar entrüstet und Remus spürt, wie ihm eine zarte Röte in die Wangen steigt.
„Ähem…", sagt er. „Das wäre vermutlich nicht passiert, wenn du nicht so sehr damit beschäftigt gewesen wärest, mit Gianni zu knutschen."
„Das war rein platonisch!" protestieren Gianni und Thalia sofort gleichzeitig.
„Ihr wisst schon, dass diese Art der Konversation am Frühstückstisch aufhören muss, sobald die Kleine etwas davon mitbekommt", bemerkt Virginia trocken.
„Natürlich", sagt Thalia sofort.
„Mach dir keine Sorgen", meint Remus.
„Geht klar", grinst Jimmy.
„Ist sie fertig mit Trinken?" fragt Gianni.
Als Virginia nickt, nimmt er vorsichtig das Baby aus ihrem Arm und drückt es an sich.
„Ich könnte sie mit in die Werkstatt nehmen", bietet er an.
„Heute ist Donnerstag. Donnerstag ist Thalia-Tag", sagt Thalia. „Sie kommt mit in den Laden. Du bist erst morgen dran, Gianni."
„Rossini oder Greenpeace?" fragt Gianni das Baby und kitzelt zärtlich ihre winzigen Füße.
„Du bist eine privilegierte berufstätige Mutter", sagt Remus zu Virginia. „Die Betreuer schlagen sich geradezu darum, dir die Erwerbstätigkeit zu ermöglichen."
„Umso besser", lächelt sie. „Da ich diese Arbeit sehr liebe und sie mir zudem noch ermöglicht, den Tag mit dem wunderbarsten Mann der Welt zu verbringen". Sie zwinkert.
„Sag' ihm das nur nicht zu oft, sonst hebt er ab", grinst Remus.
„Und er war schon immer ein lausiger Flieger", gibt Gianni eine seiner wenigen bruchstückhaften Erinnerungen an ein früheres Leben preis. Dann wendet er sich wieder Hermine zu.
„Du wirst damit leben müssen, meine Kleine, dass du die merkwürdigste Großfamilie der Welt hast. Alle deine Onkel sind schwul oder bi, mindestens zwei haben in ihrer Jugend Hundekuchen gegessen, und dein Vater… na, lassen wir das. Wir man hört, war er der größte Kinderschreck, den ein gewisses schottisches Internat je gesehen hat. Aber als Ausgleich hast du eine wunderschöne Mutter und die klügste und freakigste Patentante bekommen; sie kann sogar auf einem Besen fliegen."
„Wann kommt Hermine eigentlich?" fragt Thalia.
„Am nächsten Wochenende", antwortet Remus. „Aber sie wird das Flugzeug nehmen, keinen Besen. Dafür ist Australien doch zu weit. Leider wird sie nur drei Tage bei uns bleiben, dann beginnt in London die Sitzung von Elfpeace, die Lucius einberufen hat."
„Es wird Zeit", bemerkt Jimmy und steckt sich noch ein Stück Sandwich in den Mund.
„Ich weiß", seufzt Remus. Er küsst Gianni auf die stoppelige Wange und dann Thalia auf die weichen Lippen. „Ich liebe dich", sagt er.
„Pfannkuchen um halb eins, hat Severus gesagt", antwortet sie und küsst ihn noch einmal.
Strolch ist bereits aufgesprungen und steht wedelnd und begeistert bellend an der Tür. Man kann nicht genau sagen, ob der Hund mit dem Schwanz wedelt oder umgekehrt, so sehr freut er sich.
Vor der Tür schlüpfen Remus und Jimmy in die Sandalen, und Jimmy nimmt das Surfbrett unter den Arm.
„Du wirst keine Zeit dafür haben", sagt Remus.
„Ich nicht, aber du vielleicht, nach den Landfrauen und vor den Pfannkuchen", antwortet der blonde Seemann.
„Jimmy's Segelschule", steht auf dem großen Schild, das an dem Holzhaus auf dem breiten Strand prangt. Der Kursplan in dem gläsernen Schaukasten neben den Bildern trägt die kleine Unterschrift: ‚Inhaber: Jimmy Mortensen, Remus Lupin.'
„Ich danke allen guten Mächten des Universums immer noch jeden einzelnen Morgen dafür", sagt Jimmy glücklich. „Ohne dich wäre es ein Traum geblieben, Remus."
„Ohne deinen Traum wären wir alle nicht hier, Jimmy."
Remus Blick wandert von der Holzhütte, die Jimmys Traum ist, über den Strand, hin zu Thalias Laden, in dem sie Andenken und immer noch fair gehandelten Tee und Schokolade verkauft, über das flache Gebäude, in dem „Giannis Biker-Schmiede" untergebracht ist, bis zum Deich, hinter dem die kleine Stadtapotheke liegt, in deren Labor innovative Medikamentenentwicklungen kreiert werden.
Der Wind pustet durch seine Haare und Remus spürt dieses wilde Glücksgefühl, das ihn immer befällt, wenn er hier am Ende des Weges steht.
Jimmy zieht ihn an sich, eine kurze Umarmung nur, und dann läuft er zum Steg, um die Boote fertig zu machen. Remus schließt die Schule auf und verteilt die Unterrichtsmaterialien auf den Tischen im Theorieraum. Als er das Fenster öffnet und mit den Augen dem Flug einer Silbermöwe folgt, sieht er den Mond, der blass und rund über dem Horizont steht: Ein Morgenmond, er wird erst in einer Stunde untergehen. Remus spürt ihn noch, sanfter Widerhall in seinem Blut, den Ruf, das Echo eines alten Lebens, doch beides bedeutet ihm nichts mehr.
Ende
So, ihr Lieben, das war's.
Hat es Euch gefallen? Dann hinterlaßt mir gerne ein Review.
Wie geht es bei meinen Fictions weiter?
Wir treffen Remus wieder in einer Nebenrolle in „Frühlingserwachen". Sirius, Selma, Charlie und May freuen sich schon darauf, wieder bei Euch zu sein.
Severus, der sich einfach in fast allen meinen Geschichte irgendwann dazu drängelt, tritt auf in seiner dramatischen Hauptrolle in den „Tagen des Raben", wo Sirius ihm zuverlässig den letzten Nerv stehlen wird.
Mit Thalia und Virginia, ebenso wie mit Strolch, wird es so bald wohl kein Wiedersehen geben.
Jimmy jedoch wird demnächst als russischer Spezialagent Nikita волк in einem packenden, erotischen Krimi wieder das Licht der literarischen Bühne erblicken, zusammen mit der schönen Natalie aus „Ein Winter in Stockholm", das jedoch vermutlich erst, wenn „Frühlingserwachen" und „Tage des Raben" fertig gestellt sind.
Bis es soweit ist, wünsche ich Euch allen einen sonnigen, wunderbaren Sommer!
Eure Slytherene
