Ein eingespieltes Team Ein eingespieltes Team

Severus schlief in dieser Nacht sehr schlecht.

Ständig erschienen in seinen Träumen Bilder von ihm und Hermine, während sie versuchten den Trank für Albus zu brauen.

Er hatte gerade den Entschluss gefasst und wollte es ihr sagen.

Doch als er geendet hatte sah sie ihn nur angewidert an und stürmte aus seinem Büro. Er schreckte hoch.

„Beruhige dich, Severus! Es war nur ein Alptraum." sagte er sich selbst.

Doch was wenn es wirklich so passieren würde? Er glaubte fast daran, dass so etwas Ähnliches passieren würde.Würde er das aushalten?

Beinahe hatte er sich vorgenommen vom Astronomieturm zu springen, wenn sie ihn abweisen würde. Doch dann hielt er sich selbst für lächerlich.

Ha! Wegen dieser Gryffindor werde ich mich doch nicht umbringen.'

Und doch gab es so einiges, was er für sie tun würde.

6:30 Uhr war die Nacht für Severus entgültig zu Ende.

Da er nicht wusste, was er sonst machen sollte, ging er erst ins Bad, zog sich dann an und ging in die Große Halle um zu frühstücken.

Er hatte erwartet dort alleine zu sein, doch als er die Flügeltür der Halle öffnete sah er jemanden alleine am Gryffindortisch sitzen.

Er ging auf sie zu.

Ohne zu überlegen nahm er kurzer Hand neben ihr Platz. Als sie ihn sah war sie überrascht.

„Guten Morgen, Miss Granger!"

„Professor! Sie sitzen am GRYFFINDORTISCH"

„Ja. Und ich fürchte ich muss mich danach auch umbringen. Diese Schmach werde ich wohl kaum aushalten. Da sehen Sie mal, was Sie mir wert sind.

Aber Gott sei Dank sieht es ja keiner weiter. Und ich bin mir sicher, Sie werden mich nicht verraten."

„Versprochen." sagte sie und grinste.

„Wieso sind Sie überhaupt schon wach?" fuhr Severus fort.

„Ach. ich konnte einfach nicht mehr schlafen."

Sie konnte ihm ja schlecht sagen, dass sie sich, genau wie er, die ganze Nacht im Bett herumgewälzt hatte und von ihm geträumt hatte.

„Und Sie, Sir?"

„Ich wüsste nicht, was Sie das angeht."

Jetzt war er wieder fies geworden. Er wollte sich ohrfeigen.

Haltung bewahren, Severus.'

„Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass ich Sie heute Abend 20:00 Uhr einem Büro erwarte.

Und seien Sie pünktlich!"

„Natürlich, Professor. Bis heute Abend dann."

Die Tür wurde geöffnet und Severus sprang sofort vom Gryffindortisch auf.

Hermine musste lachen.

Es sah einfach ulkig aus, wie er, wie von der Tarantel gestochen, aufgesprungen war und nun unschuldig in Richtung Lehrertisch schlenderte.

Am Abend setzte sich Severus schon um 19:00 Uhr in sein Büro und wartete.

Er war furchtbar nervös.

Zwar wusste er, dass er es ihr heute sicher noch nicht sagen würde, aber man weiß ja nie was noch kommt.

So saß er da und starrte auf die Tür. Alle 5 Minuten sah er auf die Uhr.

Die Zeit schien fast still zu stehen.

Die Uhr im Gryffindorturm zeigte 19:45 Uhr. Hermine wollte sich gerade auf den Weg machen.

Sie brauchte nur etwa 5 Minuten bis zu Severus´ Büro, aber sie konnte nicht mehr warten.

„Bis nachher dann, Jungs." trällerte sie Harry und Ron entgegen.

„Wo willst du denn jetzt noch hin?" fragte Ron.

„Na, zu Professor Snape. Wir..."

„Zu SNAPE!!" riefen Harry und Ron im Chor.

„Kannst du uns auch erklären, warum du unbedingt sterben willst?" fragte Harry.

„Ihr seit wirklich unmöglich! Was hat er euch getan?"

„Hermine er ist ein fieser und schmieriger Bastard! Das reicht ja wohl." sagte Ron.

„Ach, ja. Und das kannst du beurteilen!?" entgegnete Hermine.

„Aber du kannst beurteilen, dass es nicht so ist oder was? Hermine sieh es endlich ein!"

„Das hättest du wohl gerne! HÄ?

Da kannst du lange warten.

Ich werde dir beweisen, dass es nicht so ist."

„Na, viel Spaß bei dem Versuch!

Aber wenn es dann soweit ist, dass er dich enttäuscht und sich mal wieder bewiesen hat, dass er ein Arsch ist, bitte heule dich dann nicht bei MIR aus!"

„Keine Sorge. Diese Situation wird es nicht geben."

Und sie stürmte aus dem Gemeinschaftsraum.

19:58 Uhr sah Severus auf die Uhr.

Sie würde sich doch nicht verspäten? Wo er ihr doch ausdrücklich gesagt hatte, dass...

Es klopfte.

„Kommen Sie rein!" sagte er.

„Guten Abend, Sir."

Hermine sah noch sehr aufgewühlt aus von dem Streit und der Tatsache, dass sie sich so sehr beeilen musste um nicht zu spät zu kommen.

Severus bemerkte ihre Atemnot.

„Ist etwas passiert?" fragte er.

„Ach, ich hatte nur einen Streit mit Harry und Ron. Aber egal."

Potter und Weasley. Bei Gelegenheit würde er es ihnen heim zahlen.

„Na schön. Also beginnen wir mit der Arbeit!?" sagte Severus.

„Mein Auftrag lautet einfach irgendetwas auszuprobieren, was den Orden von Nutzen sein könnte. Das heißt, ich mixe einfach immer neue Tränke und wenn einer vielleicht nützlich sein könnte, zeige ich ihn Albus. Sie sind mit Abstand die beste Tränkebrauerin, die ich seit meiner eigenen Schulzeit gesehen habe. Und da man sagt: „Geteiltes Leid ist halbes Leid" dachte ich, Sie könnten mir vielleicht helfen."

Hermine war bei dem Lob, dass sie die beste Tränkebrauerin seit ihm selbst sei, rot geworden.

„Vorausgesetzt, Sie wollen noch." fuhr Severus fort.

„Oh. Natürlich will ich noch." Antwortete sie.

„Ausgezeichnet!" er lächelte wieder sein wunderbares Lächeln. Ihr fiel auf, dass er in letzter Zeit häufig in ihrer Gegenwart lächelte.

„Nun, Miss Granger. Folgen Sie mir!"

Sie gingen in seinen speziellen „Brauraum".

Er hatte schon alles bereit gestellt. Zu ihrer Überraschung waren es zwei Kessel. Er vertraute ihr sogar so sehr, dass sie allein brauen darf?

„Also, Miss Granger. Wie Ihnen aufgefallen sein dürfte, haben Sie Ihren eigenen Kessel. Ich habe keine Bedenken, dass Sie diese Arbeit allein bewältigen können. Ich muss Sie jedoch warnen. Was wir hier tun ist äußerst gefährlich. Und denken Sie daran, Sie haben mir erst vor zwei Tagen versprochen, sich nie wieder in eine lebensgefährliche Situation zu begeben."

Er sah ihr mit seinen wunderbaren schwarzen Augen tief in die Ihren.

Sie verlor sich mal wieder in diesem Blick. Einen Moment glaubte sie, er hätte sich zu ihr herüber gebeugt. Es sah tatsächlich so aus, als wollte er sie küssen.

Doch dann sagte er nur:

„Sie dürfen anfangen!"

Etwa eine halbe Stunde tüftelte jeder der beiden über seinem Kessel, bis Hermine plötzlich die Stille durchbrach.

„Haben Sie schon einmal versucht einen Unsichtbarkeitstrank herzustellen, Professor?"

„Nein. Und ich wüsste auch nicht, dass so etwas möglich wäre." antwortete Snape.

„Hm. Aber der Vielsafttrank verändert die Gestalt doch schon. Meinen Sie nicht , wenn man an ihm weiter arbeitet, dass man es schaffen könnte?"

Snape überlegte eine Weile.

Dann sagte er:

„Ich habe es noch nie ausprobiert. Aber warum sollten wir nicht einen Versuch wagen?" und wieder dieses Lächeln.

„Kommen Sie mit zu mir! Wir werden es gemeinsam ausprobieren." sagte er weiter. Hermine ging um den Tisch herum und stellte sich neben Severus.

„Also. Wollen wir?" Hermine nickte eifrig.

Sie begannen gemeinsam den Trank zu brauen und diskutierten dabei über die Zutaten oder die Rührtechnik.

Es machte beiden unglaublich großen Spaß zusammen zu brauen. Sie waren in ihrem Element.

„Gut, Miss Granger. Das reicht für heute." Sagte Snape schließlich, als das Stundenglas bereits viertel vor zehn anzeigte. Sie nickte und dann gingen sie wieder in sein Büro.

„Worum ging es in ihrem Streit mit Mr Potter und Mr Weasley?", fragte Snape, als sie wieder dort waren.

Was? Ahnte er etwas?

„Ach. Etwas eher Belangloses."

„Nun sagen Sie schon. Ich beiße nicht."

„Also gut. Es ging um Sie."

Snape zog wie üblich eine Augenbraue hoch.

„Um MICH?"

„Ja. Harry und Ron wollten mich davon abhalten zu Ihnen zu gehen.Nun ja. Sie wissen ja, was die beiden über Sie denken."

„Ich glaube ich habe so in etwa eine Ahnung. Ja." gab er zu. Sie nickte und lächelte freundlich. Dann ging sie zur Tür.

„Miss Granger!" Sie blieb ruckartig stehen und drehte sich um.

„50 Punkte für Gryffindor, für ihre großartige Idee beim Brauen."

Sie glaubte es nicht.

Er gab ihr Punkte!?

GRYFFINDOR!!

Und dann auch noch 50 Stück!

„Und, Miss Granger. Sie müssen sich nicht mit Ihren Freunden streiten, weil Sie mich in Schutz nehmen wollen."

„Sie würden das Gleiche für mich tun. Und es ist das Mindeste, was ich tun kann nachdem was Sie für mich getan haben. Guten Nacht, Professor-„

Er sah sie nur an. Er konnte nicht einmal ein „Gute Nacht" zurückgeben.

Das was sie gesagt hatte, was sie getan hatte machte ihn sprachlos.

Aber überglücklich.

Sie lächelte ihn noch einmal an und verließ sein Büro.