HUHU!!! Ja, ich bin wieder hier... mit einem neuen kapitel (bin ich nicht schnell? °sich selbst auf die Schulter klopf°... )

Also, es geht also weiter im Chaos und damit verbunden möchte ich dann auch die Liste fortführen, welche Pairings uns noch so übern Weg laufen. (Wer irgendwelche Abkürzungen nicht einordnen kann, fragen! SO: RL/PP, FW/DG, GeoW/SL, CC/DT, NL/NM, HA/EM... ;-))))

Und nun viel Spaß! Read &Enjoy!!


Kapitel 02

Mein gellender Schrei war bestimmt noch drei Blocks weiter zu hören. Ich war nicht alleine in meinem Bett. Da lag noch jemand. Jemand, mit dem ich nie gerechnet hätte. Ich meine, Terence wäre ja okay gewesen, der lag oft in meinem Bett (obwohl er selbst eins hatte, nur eine Tür weiter), aber der Körper, auf den ich mich fallen gelassen hatte, fühlte sich so anders an. Und somit war mein Schrei sicherlich berechtigt.

Da wurde auch schon meine Tür aufgerissen und ein halbnackter Terence stand mit wirrem Haar im Rahmen und er sah ziemlich angriffslustig aus.

„Wer...!", wollte er schon anfangen zu meckern, als er mich sah, wie ich - davon ging ich zumindest aus - verschreckt auf meinem Bett lag. Immer noch unfähig herauszufinden, wer oder was das eigentlich war, auf dem oder das ich mich geworfen hatte.

„Mensch Gin..." Verzweifelt raufte Terence sich die Haare und veranlasste mich dann doch, mir mein „Opfer" mal genauer anzusehen. Und ich musste mich stark beherrschen, nicht einfach loszulachen. Das ging auch ganz gut, nur als mir dann unerwarteter Weise Tränen die Wangen runterkullerten, bemerkte ich, wie kurios die Situation eigentlich war. Ich habe die ganze Nachbarschaft geweckt, weil ein Teddy in meinem Bett lag.

Ein übergigantischer, rosaroter Plüschteddy.

„Scheiße, Terence, dieses Ding hat mir fast die Lebenslichter ausgepustet!", seufzte ich und zuckte erschrocken zusammen, als ich seine Hand an meiner Wange spürte. Doch dann breitete sich das Gefühl von Erleichterung und Geborgenheit aus und ich griff nach seiner Hand.

„Du hattest bestimmt einen beschissenen Abend und es tut mir leid, dass ich dich geweckt habe, obwohl du morgen um sechs Uhr aufstehen musst, aber bleibst du hier bei mir?", fragte ich leise nach und versuchte krampfhaft meinen Glücksseufzer zu unterdrücken, als er widerspruchslos den Teddy vom Bett schob und sich an seine Stelle legte. Demnächst sollte ich wohl mal nachfragen, woher er diesen Teddy herhatte. Konnte man sowas auf diesem Weihnachtsmarkt erstehen?

Geschwind schälte ich mich aus meinen Klamotten, warf noch ein notdürftiges Nachthemd über und löschte das Licht. Dann kroch ich zu ihm unter die Decke und kuschelte mich ganz eng an ihn. Und als er die Umarmung erwiderte wurde mir so warm ums Herz, dass ich fast augenblicklich einschlief.

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Merlin, es war so ein geiles Gefühl morgens aufzuwachen und sich im Arm eines Mannes zu wissen. Mir doch egal, ob ich mit dem zusammen bin oder nicht. Momentan liegt er doch bei mir, nicht wahr? Und er schenkt mir dieses Gefühl! Es war also eigentlich alles perfekt.

„Morgn", nuschelte es neben mir und ich öffnete meine verschlafenen Augen. Der Wecker auf meinem Nachtschrank zeigte erst fünf Uhr an. In einer Stunde war erst Aufstehzeit! Juhu!! Ich durfte noch eine Stunde hier liegen und...

„Tracey ist schwanger", seufzte er einleitungslos und raubte mir mit einem Schlag das unglaubliche Glücksgefühl.

Schwanger?

„Willst du mich vereimern? Schwanger? SCHWANGER? Ist dir klar, was das bedeutet? Du kennst die Einstellung der Generation unserer Eltern. Erst Heirat, dann Kinder. Ihre Eltern werden dich zwingen, sie zu ehelichen, ich hoffe, dessen bist du dir bewusst!

Wie kommt ihr eigentlich dazu, einfach die Verhütung zu vergessen? Wir sind schon Zauberer, weißt du, magisch veranlagte Lebewesen, da wird es ja wohl nicht so schwer sein, einen kleinen Spruch zu sagen. Das dauert vielleicht zehn Sekunden. Hast du mal daran gedacht, was das für eine Last ist, ein Kind auszutragen? Ich habe das erst letztes Jahr bei Luna erlebt. Das ist für jede Frau die Hölle! Du..."

Ich hätte noch jahrelang so weiter machen können, doch sein abwesender Blick brachte mich zum Schweigen. Was zeterte ich ihm eigentlich all seine Nachteile vor? Ich ging davon aus, dass seine Intelligenz schon noch zuließ, sich zusammenzureimen, WAS das alles bedeutete. Doch ich konnte ja meine Klappe nicht halten.

„Entschuldigung...", versuchte ich noch stockend anzuhängen, doch seine Miene veränderte sich nicht einen Millimeter. Da war er wieder. Der Slytherin, wie ich ihn kennen gelernt hatte. Still, emotionslos und kühl distanziert. Eigentlich war ich ziemlich stolz auf mich gewesen, ihn wenigstens halbwegs gerade gebogen zu haben – warum wurde er denn jetzt rückfällig?

„Wir werden in drei Wochen heiraten, noch bevor wir es ihren Eltern sagen, dann können uns keine Vorwürfe gemacht werden", erklärte er tonlos und mir entglitten einfach nur alle Gesichtszüge.

„Du wirst sie heiraten?", wiederholte ich fassungslos und starrte ihn an. Das war nicht mein Terence. Nein, nein. Den mussten sie entführt und mit diesem Exemplar hier vertauscht haben. Das konnte er unmöglich ernst meinen! Er hatte sich doch auch sonst nicht in irgendwelche Erwartungen stopfen gelassen. Er wurde kein Todesser und wurde dadurch zwar enterbt, aber war dafür einer der wenigen Slytherins, die nicht irgendwelche dummen Ausreden erfinden musste, um ihre angebliche Unschuld zu beteuern, die notwendig war, als Voldemort vier Jahre zuvor endlich endgültig gestürzt wurde.

Er hatte sich auch nicht beeinflussen lassen, als man ihm sagte, dass er als magischer Koch auch genauso gut Putzmann hätte werden können. Er hat es trotzdem gemacht und war inzwischen der renommierte Chefkoch einer Luxusrestaurantkette.

Warum also jetzt?

„Da ist noch etwas, was du mir sagen willst", stellte ich sachlich fest und erhielt ein Nicken.

„Ihr Bruder, du kennst ihn bestimmt, Rodger Davis?"

„Ja? Der Jäger von Puddlemore United, der, der letztes Jahr auf mysteriöser Weise verschwand und aufgespießt in Neapel wieder auftauchte?"

„Genau. Das war das Werk seiner Eltern. Er hatte seine Freundin sitzen gelassen, die hochschwanger war."

„WAS? Aber, es war ihr einziger Sohn!"

„Ja. Das ist es, was mich etwas verstimmt. Wenn sie so was schon mit ihrem Sohn anstellen, nur weil er ein Mädchen, welches er geschwängert hatte, nicht heiraten wollte, was würden sie dann wohl mit jemanden machen, der nicht aus der Familie kommt, aber jemanden aus der Familie geschwängert hat?"

Auch wenn's gerade unpassend war, aber mir fiel ein Stein vom Herzen, als ich seine vollkommene Hilflosigkeit registrierte. Er war also doch nicht dem alten Slytherinschatten verfallen und hat nur kurz verlernt, wie man Gefühle auslebte.

Trotzdem änderte dies nichts an der Ausgangsituation. Terence musste wohl oder übel diese Tracey Davis heiraten. Ob es ihm passte oder nicht. Und das erste Mal in meinem Leben konnte ich tatsächlich nichts dagegen machen. Dem Tod wollte ich ihn nämlich nicht ausliefern. Und dies wäre die einzige Alternative. Verflixt noch eins!

Als Terence sich plötzlich an mich schmiegte und verzweifelt nach etwas in seiner Umarmung suchte, strich ich ihm versucht beruhigend über den Rücken und erwiderte die verzweifelte Liebkosung.

„Weshalb ich dir dies erzähle ist eigentlich nur folgender Punkt: ich möchte auch weiterhin mit dir befreundet sein! Und wenn das Tracey zwanzigmal gegen den Strich geht. Und ich möchte, dass du Patin unseres Kindes wirst", erklärte Terence ernsthaft und mir wurde erst Sekunden später bewusst, was diese Worte eigentlich bedeuteten.

„Gerne", brachte ich dann noch mühsam heraus, ehe wir uns entschlossen aufzustehen und den Tag wie gewöhnlich zu beginnen.

Mit einer Tasse heißen Kaffee.

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Der Arbeitstag zog sich mal wieder endlos in die Länge. Erst drückte Malfoy mir die Auswertung des Wetterberichts auf die Nase, dann sollte ich schnell zum Kongress für innerpolitische Diskrepanzen unter Muggelgeborenen und Reinblütern ins Ministerium rasen – ein Wunder, dass Malfoy so einen Bericht überhaupt in seiner Zeitung haben wollte - und zu guter letzt, sollte ich ein paar Berichte Korrektur lesen, weil er zu einer Besprechung musste.

Und trotzdem hatten wir es erst halb drei, was bedeutete, dass ich hier noch zwei Stunden rum sitzen musste. Also kramte ich seufzend die Immobilienunterlagen heraus und fing an, die Anzeigen für leer stehende Wohnungen zu schreiben. Die würden zwar erst morgen fällig werden, aber wenn ich die schon mal fertig hatte, konnte ich mich anderen Dingen widmen, die dann vielleicht anfielen.

Als sich auch die nächsten beiden Stunden quälend herum gezeitet hatten, packte ich schnaufend meine sieben Sachen zusammen und apparierte nach Hause. Terence war noch nicht da, was mich auf eine Idee brachte: ich verlegte kurzerhand mein Abendessen in seine Luxusküche in Soho, wo ich inzwischen so bekannt war, wie der Weihnachtsmann.

Schon im Eingang zur Küche werde ich überschwänglich von Francesco begrüßt. Spanier und ein Herz von Seele. Ich ließ die Umarmung gerne über mich ergehen, ehe ich mich neben Terence stellte und genießerisch den Dampf einatmete, der aus dem Topf emporstieg. Es duftete himmlisch!

„Na Kleines, verlangt dein Feinschmeckermagen mal wieder nach unserer Gourmetküche? Du solltest endlich kochen lernen, sonst endest du am Ende auf der Straße, weil du dein ganzes Geld für das Essen hier ausgegeben hast", begrüßte er mich mit gewohnter Scherzhaftigkeit und ganze Gebirgsketten polterten von meinem Herzen – ich hatte schon Angst gehabt, er könnte noch seine Art vom Morgen gehabt haben. Das wäre nicht nur eine Katastrophe, es hätte mir ernsthaft zu denken gegeben.

Ich meine, so hängen meine Gedanken schon jede Minute einem Plan nach, wie ich diese Misere verhindern konnte – mein Kopf könnte unter noch größeren Stressbedingungen gar nicht arbeiten!

„Das, mein Herz, ist der Grund, weshalb ich in die Küche komme, hier kostet es mich nur ein Lächeln und ein wenig Trinkgeld", erwiderte ich charmant und ließ mich an meinen gewöhnlichen Platz nieder – einen kleinen Tisch, der eigentlich nur zur Ablage gedacht war.

„Du kannst froh sein, dass mein Chef nichts von dir weiß", schmunzelte Terence und Francesco, der unser Gespräch grinsend verfolgt hatte, ließ Teller und Besteck vor meine Nase schweben.

„Ich würde eher behaupten, dass du Glück hast, dass MEIN Chef, so einen Narren an dir gefressen hat", flüsterte er mir noch ins Ohr, und ich musste unwillkürlich auflachen, was mir natürlich nur wieder einen skeptischen Blick Terences einbrachte.

Mit vielen weiteren Lachtränen, Kicheranfällen und verwirrten Blicken nahm ich dann mein wohlverdientes Abendessen zu mir – eine neue Kreation meines Lieblingskoches – und verabschiedete mich dann strahlend von allen, nachdem ich jedem ein paar Münzen zusteckte... musste ja keiner so direkt sehen.

Terence, der jetzt auch Feierabend hatte, nach einem Zwölf-Stunden-Tag, folgte mir.

„Ist dir was eingefallen?", fragte er mich leise, als wir nebeneinander in der Dunkelheit nach Hause spazierten. Wir hätten natürlich auch apparieren können, aber die kalte Luft und der klare Himmel hatten uns zu einem nächtlichen Spaziergang überredet.

„Noch nicht", gab ich traurig zurück. Warum ist mir auch nichts eingefallen? Ich war doch sonst immer so kreativ! Hat sich dieser Teil des Gehirns einfach abgeschaltet? Die Hochzeit sollte fünf Tage vor Weihnachten stattfinden, was bedeutete, dass ich noch 19 Tage hatte – der Dezember hatte angefangen.

„Na ja, wir haben ja noch Zeit", spottete Terence sarkastisch und seufzte theatralisch auf.

„Wir haben tatsächlich noch Zeit! 19 Tage sind nicht allzu wenig – sieh es einfach positiv", versuchte ich ihn aufzumuntern, doch irgendwie schlug mein Plan in die falsche Richtung.

„Oh, es gibt wirklich einen positiven Punkt in diesem ganzen Theater", fing Terence nachdenklich an, „du wirst in deinem Leben nie mehr soviel Sex in so kurzer Zeit haben!"

Konnte man sich an Luft verschlucken? Muss ja, sonst konnte ich mir meinen krampfenden Hustenanfall nicht erklären, wo ich doch nichts anderes tat, als normal zu atmen. Nur wenn dies tatsächlich anatomisch möglich ist, also sich an Luft zu verschlucken, dann habe ich eine Neuentdeckung gemacht, da ich persönlich niemanden kannte, der dieses Phänomen schon erlebt hatte. Bekam man für so was nicht den Nobelpreis?

„Na, na, du wirst mir jetzt doch hoffentlich nicht ersticken? Kannst du damit bitte bis nächstes Jahr warten? Die nächsten paar Wochen muss ich dich noch einmal ganz genießen – immerhin wird es die letzte gemeinsame Zeit in unserem Leben sein. Sind wir uns da einig?!"

„Deine Nerven will ich haben", krächzte ich noch röchelnd hervor, ehe ich in einen plötzlichen, unerwarteten, spontanen, frappanten, überraschenden, na – ihr – wisst – schon Kuss versank. Es war so unglaublich! Kälte und undurchdringliche Dunkelheit umgab uns und wir hatten nichts Besseres zu tun, als rumzuknutschen und uns Stunden später (leider muss ich anmerken, dass ich ein miserables Zeitgefühl habe und es auch nur Sekunden hätten sein können) schwer atmend voneinander lösten.

„Tee?"

Frage seinerseits, Nicken meinerseits, apparieren unsererseits. Der anschließende Tee und die darauf folgende, lange Nacht sollte mir noch viel Stoff zum Nachdenken geben. Doch dazu später – jetzt gerade versuchten sich meine Gehirnwindungen eher zu entspannen, als Überstunden zu leisten.

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Gebt mir ein G!

Gebt mir ein I!

Gebt mir ein N!

Gebt mir noch ein N!

Gebt mir ein Y!

Was macht das? Genau: Mädchen – für – alles. Zumindest würde es rauskommen, wenn die Gesetze der Rechtschreibung und Buchstabenzusammenführung nicht was anderes behaupten würden. Also kommt da eigentlich Ginny bei raus, aber da dies mit oben genannter Lösung gleichzusetzen war, war es eh Hacke wie Strumpf. Eigentlich ging es hier auch nur darum, dass ausgerechnet ich, Tochter meiner Mutter und technisch unbegabt, vor unseren magischen Druckmaschinen hockte und nach dem Tod bringenden Fehler suchte. Sollte mir dies nicht gelingen... ihr wisst wo der Friedhof ist, oder?

„Braucht meine Kleine etwa Hilfe?", kam es listig von hinten, als ich gerade unter der Hauptzentralmaschine herumkroch und schlecht schnell nachschauen konnte, wer mich da dumm von der Seite anquatschte. Ich drehte also in seliger Ruhe die Schrauben wieder an und krabbelte dann unter dem Metallmonstrum hervor. Meine Hände waren ölig schwarz, so dass ich wohl oder übel davon ausgehen musste, dass mein Gesicht eine ähnliche Färbung angenommen hatte. Aber wer mich kannte, wusste eh, dass ich 50 Prozent meines Lebens so rum lief, als war es nur ein Schulterzucken wert.

Nun wandte ich mich endlich meinem dreisten Besucher zu und griff mir zu meinem kurzzeitig nicht schlagenden Herz.

Was machte der denn hier? Nicht, dass ich sonderlich aufgewühlt über seinen Besuch war, oder in emotionale Schluchten zu stürzen drohte, aber ihn hätte ich nun wirklich zu aller letzt erwartet; wo er doch eigentlich hinter dem Chefschreibtisch einer amerikanischen Zaubererzeitung sitzen sollte. Was machte er also hier in London?

„Seamus?...SEAMUS!!" Überrascht von mir selbst glitt dieser Name wie von alleine über meine Lippen und auch meine Beine setzten sich eigenständig in Bewegung, damit ich ihm in den Arm springen konnte. Wie Kinder wirbelten wir herum und ich verpasste ihn einige schwarze Flecken ins Gesicht und auf den Mantel.

Ich muss dazu sagen, dass er der erste - und hoffentlich auch letzte - Mann war, der mit mir Schluss gemacht hat und nicht andersherum. Dafür war er aber auch der erste, der die Gnade zuteil bekam, sich noch als ein guter Freund betiteln zu dürfen. Wenn ich so an Dean, Michael, Harry, Frank und all die anderen dachte... da war höchstens noch eine freundliche Bekanntschaft – von tieferem Vertrauen oder sorgenloser Freundschaft konnte kaum die Rede sein.

Aber mit Seamus war eh alles anders abgelaufen. Von Anfang, bis Ende und somit hatte ich aufgehört mir darüber den Kopf zu zerbrechen, sondern freute mich einfach, dass er da war, auch wenn es keinen Sinn ergab.

„Was machst du denn hier?", fragte ich dann endlich, als ich nach einem leichten Anflug von Schwindel endlich wieder auf den Boden gestellt wurde.

„Urlaub! Ich werde jetzt bis Weihnachten hier in London bleiben. Und da ich gerade nichts Besseres zu tun hatte, wollte ich mal bei meinem alten Arbeitsplatz vorbeischauen, da sagte man mir auch schon, dass du eventuell hier unten Hilfe gebrauchen könntest. Was ist es denn diesmal?" Er schlängelte sich an mir vorbei und ging in die Hocke, um unser Schätzchen genauer betrachten zu können.

„Ah, dahinten ist ein Draht verdreht und falsch angeschlossen", erklärte er mir und kroch auch gleich zur defekten Stelle, um den Schaden zu beheben. Als das gewohnte Brummen anfing zu ertönen und die Funktionalität unseres Druckers ankündigte, fiel ich Seamus gleich noch einmal um den Hals.

„Oh danke, danke, danke! Du hast mir soeben meinen Feierabend herbeigezaubert. Ohne dich hätte ich jetzt solange Überstunden schieben müssen, bis ich den Fehler gefunden hätte."

Lachend erwiderte er meine stürmische Umarmung, löste sich dann aber doch recht bald von mir und schaute mir tief in die Augen.

Ich war über ihn hinweg, wirklich, aber mit dieser Art von Blick konnte er mir immer noch einen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagen.

„Dann lass uns was essen gehen, kennst du ein gutes Restaurant?", fragte er und mir kam die erleuchtende Idee. Wozu hatte man einen Mitbewohner, der in einer Luxusküche zu kochen pflegte? Seamus konnte sich das leisten, darüber musste ich mir also keine Gedanken machen.

„Sicher kenn ich da eins. Ich müsste nur kurz bei mir zu Hause vorbeischauen und mich duschen, du siehst..."

Ich zeigte ihm meine Hände und bekam das gewünschte Zustimmungsnicken. Wie er es geschafft hatte, mit sauberen Händen davon zu kommen und auch noch die zwei Flecken im Gesicht zu haben, die ich ihm verpasste, war mir ein Rätsel.

„Dann beende ich mal meine Begrüßungsrunde und wir sehen uns in zwanzig Minuten am Eingang?"

„Dreißig."

„Oder doch vierzig? Bei dir weiß man ja nie... du kannst ja auch zwei Stunden am Stück duschen..."

Mehr als zu einem Zunge herausstrecken ließ ich mich nicht motivieren. Sollte er doch Lästern, bis er grün wurde! Duschen war nun mal eine heimliche Leidenschaft von mir und das würde sich auch nicht so schnell ändern – und wegen den zwei Stunden sollte er mal ganz ruhig sein! Die waren am Ende nur so ausgedehnt, weil er nach einer Stunde der Meinung war, mir unter der Dusche Gesellschaft leisten zu müssen, dabei war ich fast fertig gewesen... selbst schuld, würde ich da mal behaupten.


Ähm, hmm, ja REVIEW? Ihr habt schon so einen schönen Start hingelegt, würde mich freuen, wenn es so weiter geht!!