Hallo ihr Lieben... lange ist es her, aber ich lebe noch und jetzt endlich geht es auch flockig weiter. Die Wartezeiten werden sich rapide verkürzen, das verspreche ich (einschließlich Kapitel 10 ist schon fertig)! Doch bevor ich euch jetzt endlich weiter lesen lasse, noch eine Ankündigung! Ich habe jetzt endlich eine Beta, Tanya C. Silver. Ich danke dir vielmals Süße!! Ohne dich wäre das Kapitel nur halb so fehlerfrei ;-)

Reviews wären übrigens nett. Seht es nicht als Verpflichtung an, sondern als eine Freude, die ihr mir gerne machen wollt... °zwinker°


Kapitel 05

Sonntag 03. Dezember – 1. Advent

Kurzdiät, was ist das? Ich konnte mich nicht mal zwei Stunden nach dem Aufstehen vom Kühlschrank fernhalten. Der noch darin enthaltene Restpudding von Terence und der griechische Salat waren einfach zu verlockend für ein ausgiebiges Frühstück. Hatte mir also beides geschnappt, schnell noch einen Kaffee gekocht, mich zurück in mein Bett verschanzt und erst einmal genüsslich geschlemmt. Bis es an der Tür klopfte.

„Herein!", rief ich fröhlich. Die Tür öffnete sich und das erste, was ich ertragen musste, war ein unheimlich grelles Licht. Da es in meinem Zimmer recht schummrig war, war Tageslicht für mich natürlich eine Katastrophe.

Doch als ich mich endlich an das Licht gewöhnt hatte, festigten sich die Konturen der im Türrahmen stehenden Person.

Erstaunt hob ich eine Augenbraue, als ich Seamus erkannte. Was machte der denn hier? Freiwillig unter einem Dach mit einem ehemaligen Slytherin? Und war er nicht eigentlich im „Tropfenden Kessel" untergebracht?... Aber gut sah er ja aus, wie er so lässig im Türrahmen stand. Das sommersprossige Gesicht keck zu mir gewand und ein breites Grinsen auf den Lippen.

„Was machst du denn hier?", platzte ich heraus.

„Ich wohne hier zufällig", grinste der Herr mich amüsiert an und ich erkannte erschrocken, dass es sich um Terence handelte. Schon wieder so eine verwirrende Vision?!!?!

„Guten Morgen dir auch!", fuhr er fort und ließ sich schwungvoll neben mir nieder. „Du hast also den leckeren Pudding geklaut! Ich hab mir schon Sorgen wegen eventueller Einbrecher gemacht! Gib mir auch mal einen Löffel ab!"

Auffordernd öffnete er den Mund und drehte sich zu mir. Diesem Dackelblick konnte ich leider immer noch nicht widerstehen, sonst hätte er bestimmt nicht einen einzigen Löffel abbekommen! So, musste ich leider fast die Hälfte abtreten.

„Was sagt deine Verlobte eigentlich dazu, dass du hier in meinem Bett liegst, am ersten Advent noch dazu, und mit mir Pudding futterst, wo du doch eigentlich Zeit mit ihr verbringen solltest?", fragte ich scheinheilig, als mich mein Gewissen quälte, ob ich meinen geheimen Schokoladen- und Marzipanvorrat auch noch mit ihm teilen sollte.

„Gar nichts. Ich hab ihr gesagt, dass ich sie bis zur Hochzeit nicht mehr sehen möchte und sie hat widerstandslos zugestimmt. Offensichtlich gewährt sie mir meine letzte Austobzeit", grinste er mich frech an und hielt mir seine flache Hand entgegen. „Und jetzt rück den Marzipan rüber!"

Verdammter Mist, enttarnt.

„Woher weißt du, dass ich genau DEN eigentlich versteckt lassen wollte?"

„Dein Gesicht, es ist immer noch ein offenes Buch für mich! Du solltest endlich mal lernen, deine Gedanken für dich zu behalten, sonst gibst du Malfoy mehr oder weniger freiwillig Munition zum Abschießen!"

„Aber ich kann doch nichts dafür – es liegt in den Genen!", jammerte ich wehleidig, zwinkerte ihm aber belustigt zu, nachdem ich dann schweren Herzens doch das Marzipan rausrückte.

„Nachdem das dann geklärt wäre: was steht heute an?"

Gute Frage.

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Es endete auf einem kitschigen Muggelweihnachtsmarkt. Überall waren geschmückte Weihnachtsbäumchen, Karussells dudelten, leuchteten und lärmten vor sich hin, die Menschen waren mehr genervt als entspannt, und selbst der heiße Met erfüllte nicht, was er versprach.

Als es dann auch noch anfing zu regnen – mal ehrlich! Wir wollten mal langsam Schnee, und nicht mehr diesen öden Matschregen – ging auch der letzte Krümel Lust an Weihnachtsmärkten verloren und wir waren schon fast soweit, wieder nach Hause zu schlendern, als uns Neville und Nathalie entgegen kamen.

„Hey ihr zwei!", grüßte ich freundlich und meine natürliche Fröhlichkeit kam wieder zurück, auch trotz miserabler Umstände. Das Paar wurde also ausgiebig geherzt und gedrückt, mit Terence bekannt gemacht (denn meines Erachtens kannten sie sich nicht wirklich), und dann zu einem Tisch geschleift, an den wir uns erst einmal setzten.

„Und nun erzählt! Was führt euch ausgerechnet auf so einen kitschigen Weihnachtsmarkt?", begann ich die Konversation.

„Meine Eltern sind Muggel und baten mich, ihnen eine große Tüte gebrannter Mandeln mitzubringen. Und die Besten gibt es hier!", präsentierte uns Nathalie eine akzeptable Erklärung.

„Außerdem war uns ein bisschen nach Muggelweihnachtsstimmung!", fügte Neville hinzu und fing sich dadurch einen spitzen Kommentar seitens Terence ein.

„Seid ihr wirklich so scharf auf grenzenlose Hektik und sinnloses Herumgehetze? Die Muggel zerstören doch viel mehr den ganzen Sinn, der hinter Weihnachten steht."

„Oh, da spricht wohl der Ober-Weihnachts-Fan aus Slytherin, wie? Als ob ihr euch auch nur ein bisschen für die Harmonie und den Frieden interessieren würdet!", zischte Nathalie überraschend. Irgendwie entwickelte sich das nicht so, wie ich es mir gewünscht hatte.

„Ist ja klar! Jetzt werden wir wieder in eine einzige Schublade gesteckt. Wie blind seid ihr eigentlich, uns nicht individuell, sondern als Masse zu betrachten? Ich genieße sehr wohl die Weihnachtszeit! Nur nicht so, wie ihr vielleicht."

„Ah", stichelte Nathalie weiter, „wie denn dann? Viel Geld für Essen und Geschenke ausgeben und dann alleine daheim sitzen? Ohne Liebe und Geborgenheit– so etwas kennt ihr ja nicht!"

Eigentlich mochte ich Nathalie McDonald. Sie war immer genau das gewesen, was Neville nie war. Selbstbewusst, intelligent und auf eine gewisse Art und Weise ziemlich offenherzig.. Doch jetzt gerade, ging sie mir wirklich gegen den Strich. Aber ich hielt meine Klappe und beobachtete weiter stumm den Dialog.

„Pass bloß auf, was du sagst! Sonst verfluche ich deinen Pflanzenjunkie-Freund und dich bis nach Ostern, dann könnt ihre eure Weihnachtsharmonie auf nächstes Jahr verlegen!"

Okay, eigentlich mochte ich auch Terence, aber wie er sich gerade benahm, erinnerte er mich eher an einen pubertierenden Teenager, und nicht an den erwachsenen Mann, der er war.

„ – Komm Ginny, wir machen einen Abstecher in die Besen. Da bekommen wir wenigstens etwas vernünftiges zu trinken und in Hogsmeade liegt meines Erachtens auch Schnee." Damit packte er mich und schleifte mich in Richtung Ausgang. Ein letztes entschuldigendes Schulterzucken und anschließendes Angenommen-Nicken wurde ausgetauscht, weg war ich.

Als wir uns in Hogsmeade materialisierten, musste ich erfreut feststellen, dass hier tatsächlich Schnee lag, und zwar ziemlich viel. Durchschnittlich mindestens fünfzig Zentimeter. Trotzdem hemmte das eben Geschehende ein wenig meine Freude.

„Terence, was sollte das eben? Man kann sich auch ein wenig freundlicher benehmen..."

„Freundlicher? Diese Zicke hat mich gerade mit 25 Prozent der Zauberergesellschaft in einen Topf gesteckt. Das lass ich mir doch nicht bieten!!!"

„Ist dir vielleicht aufgefallen, dass diese „Beschuldigung" auf deinen, doch etwas fiesen Kommentar, aufbaute?"

„Ach komm, sag bloß, dass Nevilles Anmerkung irgendeinen Sinn oder Verstand gehabt hätte!"

„Ja, ich weiß, aber er hängt viel mit Luna rum, seit sie das Geschäft zusammen führen. Das könnte durchaus ein Grund für seine gelegentlich aufkommenden Merkwürdigkeiten sein. Nimm das doch nicht immer alles so krumm und toleriere einfach andere Meinungen, ohne deinen Senf dazuzugeben", versuchte ich ihn zu besänftigen, doch offensichtlich hatte ich genau das Falsche gesagt.

„Das muss natürlich gerade DIE sagen, die NIE ihre Klappe halten kann, und wirklich zu ALLEM einen Kommentar abgeben muss", fauchte er mich an und stampfte dann aggressiv durch den Schnee, geradewegs in die Drei Besen.

Jetzt war auch ich in Fahrt, packte ihn am Umhang und hinderte ihn so daran, weiterzugehen. Der würde mir jetzt erst einmal zuhören müssen! Wäre ja noch schöner, wenn er sich jetzt wie ein Weib benahm, und einfach abhaute!

„Bisher hatte es dich auch nicht gestört, dass ich sage, was ich denke. Was fällt dir ein mir das jetzt vorzuwerfen? Nur weil dein Leben gerade aus den Fugen gerät, musst du nicht gleich deine Frustration an deinen Mitmenschen auslassen! Du bist nicht der König von England, und solltest mal ein bisschen auf die Gefühle der Wenigen achten, die noch an dich glauben!", fauchte ich ihn kalt an und setzte dem Ganzen die Krone auf, indem ich ihm eine halbwegs gelungene Ohrfeige verpasste.

Der überraschte Blick, der mich nun fassungslos fixierte, brachte mich mehr ins Straucheln, als es jeder Schubser geschafft hätte, aber wir fingen uns beide recht schnell wieder und setzten den Austausch der Gemeinheiten fort.

„Du kannst dich wirklich glücklich schätzen, dass ich bisher an DICH geglaubt habe. ICH habe durchaus genügend Leute, die an mich glauben!"

„Ach ja, und wer wäre das? Lass mich überlegen... da wäre Tracy Davis... Hmm, ja das wäre auch die Einzige, und die benutzt dich nur, um ihr noch nicht vorhandenes Kind schon einmal gut versorgt zu sehen!"

„Bitte was?"

„Die Schlampe ist nicht schwanger! Die gaukelt dir nur was vor!"

Schallendes, kaltes Gelächter drang bis zu meinen Ohren und ließ mir einen unangenehmen Schauer über den Rücken jagen. Er lachte wirklich. Nahm er mich nicht ernst?

„Du bist echt nicht mehr zu retten! DAS ist also dein Problem: Du bist eifersüchtig auf Tracy! Wie kannst du dich nur auf so ein Niveau herablassen? Eifersüchtig, du?"

Bitte was? Ich und eifersüchtig? Hatte der Kerl Tomaten auf den Ohren? Die Tussi verarscht ihn nach Strich und Faden und er überhört das, weil er gerne in dem Glauben badete, dass mein Interesse an ihm so hoch wäre, dass ich vor Eifersucht platze? Hallo?

„Wie kommst du auf diesen Schwachsinn? Hast du mir überhaupt zugehört? Davis verarscht dich! Sie zwingt dich zu einer Ehe, weil sie dir was vorgaukelt!"

„Ach ja, und was ist das hier?" Er warf mir ein kleines Bild vor die Füße und stapfe nun tatsächlich ins Pub, während ich mit zittrigen Fingern das Bild aufhob.

Es war ein magisches Ultraschallbild, welches eindeutig ein sich bewegendes Etwas zeigte. Und auf der Rückseite stand in klarer Schrift:

Tracy Olive Davis

Voraussichtlich männlicher Embryo

2. Schwangerschaftswoche

Fragen überschwemmten mich und ließen die viel zu unmännliche Flucht Terences vergessen. Wieso wissen die jetzt schon, dass das Baby ein Junge wird? Wie können die das wissen, wenn es doch erst die zweite Woche ist? Und wie kann es die zweite Woche sein? Angeblich hatte sie zu dem Zeitpunkt doch ihre Tage? Und was verdammt, haben die beiden bei ihrem ersten Date genommen, dass sie nicht an Verhütung gedacht hatten?

Frustriert zerriss ich das bewegliche Bild und warf die Schnipsel in den Schnee. Dann raffte ich mich zu einer ausgiebigen Shoppingtour auf. Am besten konnte man Ärger mit Einkäufen bekämpfen! In zwei Stunden würde mir der Streit dann vielleicht Leid tun und dann konnte alles wieder gut werden.

Also: auf, auf zu dringend notwendigen Weihnachtseinkäufen!!

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Zwanzig Minuten später ließ ich frustriert die Wolle fallen, die ich gerade noch in der Hand gehabt hatte und verließ das Geschäft. So ging das nicht. Ich konnte mich doch nicht mit Terence streiten! Niemals! Er und ich, das war wie... Ja, ich wusste es auch nicht so genau. Es war wohl keine wirklich Liebe, aber ich wollte ihn auch nicht wegen so einem beschissenen Streit verlieren.

Die Sache mit Tracy war eine Geschichte, die ich später klären würde – wozu hatte man Kontakte im St. Mungos? – dies hier hatte definitiv Vorrang!

Also stakte ich in die Richtung, in die Terence verschwunden war (an alle mit schlechten Kurzzeitgedächtnis: „Drei Besen").

Doch schon nach kurzem Suchen musste ich einsehen, dass ich ihn hier wohl nicht mehr antreffen würde. Sturer Bock! Jetzt müsste ich halb England auf den Kopf stellen, nur damit ich mich mit ihm versöhnen konnte!

Noch mal ein kurzer Blick in die Runde, ehe ich mich dazu entschloss Hogwarts aufzusuchen. Ich verfolgte damit sogar zwei Ziele! Zum einen unterrichtete mein Bruder Charlie momentan dort, (und wo er ist, ist oft auch Hermine - und die musste ich ja noch mal wegen der Schwangerschaftsgeschichte durchlöchern) und zum anderen unterrichtete Blaise Zabini dort. Der sollte nicht nur in naher Zukunft mein Patenkollege für Terences Kind sein, sondern er war auch ein recht guter Freund von Terence. Vielleicht hatte ich ja Glück und würde ihn dort antreffen?

Mit bemüht schnellen Schritten, was bei recht hoch liegendem Schnee nicht allzu einfach war, ging ich in Richtung Hogwarts und erreichte das Schlossportal nach zwanzig Minuten.

Durchgefroren und mehr als bereit für eine Tasse Kaffee.

Doch sobald ich das Schloss betreten hatte, waren Kälte und Kaffeesucht vergessen. Der imposante Eindruck und die immerzu andauernde Geborgenheit, welche diese Schule ausstrahle durchfluteten mich und auf einmal war ich wieder die 11-jährige Ginny, die schüchtern hoffte, nicht nach Slytherin zu kommen.

Wenn ich das heute von meiner objektiven Seite betrachte, wäre Slytherin wahrscheinlich nicht mal allzu schlimm gewesen. Die Idioten aus dem Haus waren zwar alle etwas bekloppt, aber wer war das nicht? Außerdem hatte ich inzwischen zu viele Freunde aus der Ecke, als das ich etwas dagegen würde sagen könnte.

Verträumt ging ich die Gänge entlang und bekam nur nebenbei mit, dass mich die Schüler alle anstarrten, als wäre ich eine seltene Spezies vom Planeten xy.

„Miss Weasley!!! MISS WEASLEY!"

Aus der Trance gerissen drehte ich mich zu dem Schreihals um, ein etwa 13-jähriger Junge mit einem Gryffindorabzeichen auf der Brust.

„Ja?", fragte ich ungeduldig und bemerkte lächelnd, dass er etwas errötete.

„Entschuldigen Sie, Ma'am. Ich wollte sie nur fragen, ob sie wirklich DIE Miss Weasley sind. Professor Weasley erzählt immer so lustige Dinge über sie und ihre Artikel... Die sind übrigens wirklich sehr gut!", haspelte der Junge etwas vor sich hin und bekam mit jeder Sekunde eine rötlichere Gesichtsfarbe. Ihm schien langsam bewusst zu werden, dass er sich gerade in eine peinliche Situation manövriert hatte.

„Ja die bin ich! Schön, dass ich gleich so einen extrovertierten, netten, jungen Mann gefunden habe. Du wirst mir doch sicherlich verraten können, wo sich dein Hauslehrer aufhält?"

„Oh ja, er ist im verbotenen Wald und bereitet dort irgendetwas für unsere nächste Stunde vor. Es wird aber in etwa einer Stunde wieder da sein", informierte mich der Schüler freundlich, verschwand dann aber sofort mit hastigen Schritten um die nächste Ecke.

Draußen? Ne, dann musste Charlie halt warten. Ich hatte jetzt absolut keine Lust, mich nach wieder draußen zu begeben. Hier war es wirklich angenehm warm, zumindest im Gegensatz zu den Außentemperaturen.

Nun denn, dann musste Mr. Zabini als Erstes daran glauben.


tbc


So, nicht das ich euch Allzheimer unterstelle... aber hier noch eine kleine Erinnerung/Wiederholung: Es wäre furchtbar lieb, wenn ihr mir einen kleinen Kommentar dalasst! °knutsch° Danke im voraus!