°enthusiastisch wink° HUHUUUUU!! Schön, das ihr euch heute alle hier versammelt habt... es tut mir leid, dass die Updates alle so verflucht unregelmäßig sind, und die Kapitel immer mülliger werden... (aber es sagt mir ja auch keiner, wie ich es ändern soll:-P )

Naja... das hier ist keine Vorwurfsrunde... ihr sollt Spaß am Lesen haben und ich am Schreiben... und das ist alles wegen Tanya C. Silver möglich, meine geherzt geliebte Beta!! °knutscha°

Viel Vergnügen---!!


Kapitel 08

4.Dezember – Montag

„Und mit wem habe ich das Vergnügen?", erkundigte ich mich neugierig. Der Stuhl, auf dem ich nun saß war nicht wirklich gemütlich, aber auch nicht so unbequem, dass ich in einer halben Stunde Rückenschmerzen bekommen würde.

Allgemeines Lachen.

„Wissen Sie das wirklich nicht? Ich dachte SIE arbeiten für den Daily Prophet? Wir sind doch seit Wochen in diversen Artikeln, werden als Roadies und Rumtreiber bezeichnet", erklärte der Typ mit dem merkwürdigen Lächeln. Inzwischen saßen sie alle und musterten mich aufmerksam. Erwarteten sie etwa, dass ich sie erkannte?

„Es tut mir Leid, nur weil ich ein paar Zeilen dazu beitrage, heiß es nicht, dass ich den Rest lese. Außerdem bin ich mehr für den Kulturteil zuständig, als für die neusten Neuigkeiten."

„Nun gut. Wir sind eine organisierte Gruppe von elf Leuten. Wir versuchen uns für die Menschen stark zu machen, die aufgrund ihrer Herkunft oder ihres nicht vorhandenen Reichtums in ihren Berufen benachteiligt werden. Doch seit ein paar Monaten müssen wir auf härteren Methoden zurückgreifen, als rechtliche Schritte einzuleiten oder den Arbeitgebern zu zusetzten. Wir haben es schon mit Straßendemonstrationen und Aufständen versucht, doch uns hört einfach keiner zu…", fing die junge Frau mit der randlosen Brille an zu erzählen.

„Sagen Sie bloß, dass Sie wirklich nichts davon mitbekommen haben!", zweifelte einer der anderen jungen Herren noch einmal an und ich wurde rot.

„Nein, wirklich nicht. Ich habe momentan wirklich viel um die Ohren. Durch den Job, dann hat meine beste Freundin geheiratet, noch dazu meinen Bruder, und nun sind noch ein paar Familienprobleme dazu gekommen. Ich bin momentan einfach froh, wenn ich abends überhaupt in mein Bett komme."

„Sie können einem ja fast Leid tun", spottete die andere Frau und sah mich kalt an. Slytherin?

„Fangen Sie an, mich zu verspotten und Sie können mit einer Anzeige rechnen! Ich habe nämlich eigentlich wirklich Besseres zu tun, als mich von Ihnen zulabern zu lassen! Ich kann mit einer Kündigung rechnen, wenn ich nicht bald wieder im Büro auftauche, und dann hat sich wohl ihr Plan ganz in Luft aufgelöst, was immer Sie von mir wollen!" Ich wurde wirklich sauer. Und meine Nerven wurden dünner und dünner.

„Bleiben Sie cool. Wie wollen nicht viel. Nur, dass unsere Organisation und unsere Ideologie im Daily Prophet des Öfteren positiv aufgegriffen wird. Wir meinen damit nicht die Artikel, über unsere Ruhestörungen, die ja eh schon jeden Tag vorhanden sind, nein, kleine nette Bemerkungen, dass es auch Menschen gibt, die sich für sozial Schwächere einsetzten, und dass das eigentlich jeder Mensch kann… verstehen Sie, was ich meine?"

Die Frau mit der Brille hatte diese Worte an mich gerichtet und damit meine Nerven wieder beruhigt. Endlich mal ein paar Worte, die mir weiterhalfen.

„Und hören Sie, Miss, wenn wir länger als zwei Tage nichts von Ihnen, in Form solcher Bemerkungen, hören, wird Ihnen das Leid tun!", setzte der merkwürdige Lachtyp fort und die Spucke blieb mir nun gänzlich weg.

Merlin sei Dank, wurde ich auch darauf aus dem zwielichtigen Gebäude geschoben und stand nun alleine in der Gasse. Mit meinen Gedanken, den Anordnungen und der ziemlich eindeutigen Androhung.

Bevor ich mich damit weiter auseinander setzte, sollte ich mir wohl erst mal Informationen über die Bande einholen. Aber das musste bis heute Abend warten. Ich muss endlich zur Apotheke – inzwischen habe ich sogar einen Anlass, da meine Kopfschmerzen sich schon langsam ankündigten – und dann musste ich endlich ins Büro und meinem Chef die anstehende Arbeit vorweisen. Denn der Artikel von der Neueröffnung der Budenbrouks lag noch unbearbeitet in meiner Schublade… und damit sollte ich eigentlich schon längst angefangen haben!

Die Apotheke war wie immer mit einem undefinierbaren Geruch belegt, der oftmals schon einen gewissen Würgreiz bei mir ausübte. Unbemerkt fing ich also lieber an durch den Mund zu atmen und suchte schnell meine Orientierung, um das Geschäft nicht unnötig lange besuchen zu müssen.

Wenigstens kam mein Glück zu mir zurück: Su Li stand an der Kasse und strahlte mich freundlich an.

„Was kann ich für Sie tun?", fragte sie höflich und setzte eine geschäftige Miene auf.

„Ich brauche einen Satz Kopfschmerztränke. Und dann hätte ich eine Frage an Sie… Gibt es inzwischen so etwas wie einen Anti-Liebeskummer-Trank auf dem Markt?"

„Also, den Schmerztrank kann ich Ihnen holen… einen Moment", sie verschwand in einen Hinterraum und kam wenige Sekunden später wieder, „aber einen Trank gegen Liebeskummer… ist es so schlimm? Haben Sie keine andere Alternative in Sicht?"

„Wie bitte?", fragte ich verwirrt und bemerkte verärgert, dass ich wahrscheinlich mal wieder rot geworden bin. Aber diese unerwartete Anteilnahme hatte mich aus dem Konzept gebracht. Schließlich kannte ich die Frau gar nicht!

„Ähm, nein… es geht um meinen Bruder. Er ist ein ziemlicher Draufgänger müssen sie wissen… Hatte zwar schon hundert Frauen, aber dieses Gefühl ist ihm völlig neu. Er weiß nicht, wie er damit umgehen soll und ich bin ehrlich gesagt auch am Ende…", ich stoppte mich, ehe ich zu viel verriet und legte ihr sieben Silbersickel hin.

„Sei es drum… dann muss ich es halt noch mal mit Schokolade versuchen! Aber danke, für Ihre Teilnahme", verabschiedete ich mich von der perplexen Asiatin und verließ die Apotheke. Teil 1 von Plan A ist ja schon mal ganz gut gelaufen.

5.Dezember – Dienstag

Alles tat mir verdammt noch mal weh! Der Rücken. Die Arme. Die Beine kribbelten, weil sie eben noch eingeschlafen waren und mein Kopf brummte wie ein Hornissennest. Erst nach der Registrierung meiner körperlichen Verfassung, bemerkte ich, dass ich an unserem Küchentisch saß, vor mir ein Haufen alter Dokumente und unter meinen verschränkten Armen ein verflucht dicker Wälzer. Kein Wunder, dass mir alles weh tat!

Mein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich noch zwei Stunden schlafen konnte, also kroch ich halbtot in mein Bett und fiel sofort zurück in meinen Schlaf. Es war natürlich klar gewesen, dass ich im Büro länger als erwartet an diesem blöden Artikel saß, dann hatte es auch noch etliche Minuten (40 an der Zahl!) gedauert, bis ich die Nachrichten über die so genannten Sozi-Roadies rausgekramt hatte und noch eine weitere Stunde, um sie durch zu arbeiten. Es war schon unheimlich spät, als ich nach Hause kam. Terence war gerade aus dem Bad gekommen, um schlafen zu gehen.

Aber ich musste ja auch langsam mit dem Reinblüterkram anfangen… Es wurde eine lange Nacht mit viel zu wenig Schlaf, so dass ich mir jetzt meine zwei Stunden Schlaf wirklich verdient hatte!

Natürlich wachte ich wieder viel zu spät auf. Der blöde Wecker hatte nicht geklingelt und Terence hatte Spätschicht und schlief deshalb noch. Hektisch wurde geduscht und Kaffee getrunken, ehe ich aus der Wohnung rannte und mein Büro betrat. Eher beflog, denn nur so konnte man mein Tempo wohl bezeichnen – aber zumindest kam ich pünktlich auf die Minute.

Der Vormittag verlief ereignislos und irgendwie langweilig, allerdings kam ich so recht schnell mit meiner Arbeit voran. Der spannende Teil rauschte dann ungefähr gegen 15 Uhr ins Büro, als eine junge Frau mit hellbraunen, langen Haaren und einem schwarzen Kaschmirmantel an meinem Schreibtisch vorbeistürmte. Das Ganze ging leider zu schnell, um ihr Gesicht zu sehen, aber es war schnell genug, um meine Aufmerksamkeit zu erlangen. Sie verschwand im Chefbüro – wohlgemerkt ohne vorher angeklopft zu haben!

Ich stand also auf und ging zum Kaffeeautomaten, der gleich neben Malfoys Büro stand. In aller Ruhe stand ich da und kochte mir mein schwarzes Gold während ich nur meine Ohren spitzte.

„… die ein! Das ist nun schon das dritte Mal, dass ich sehen kann, wo ich bleibe! Irgendwann ist auch Schluss, mein Lieber! Auch ich habe meinen Stolz!"

„Aber Mellie…!" Hörte sich Malfoy gerade tatsächlich flehend an??

„Nichts Mellie! Steckt dir dein Mellie sonst wo hin! Ich lasse mich nicht von dir unabgemeldet sitzen! Du hast schließlich Tausende von diesen zerrupften Käuzen… Da wird ja wohl einer für eine kurze Nachricht herhalten können!"

„Ich hatte einfach keine freie Minute gefunden!"

„Ja, genau da liegt dein Problem! Keine freie Minute. Draco, du arbeitest viel zu viel! Verflucht noch mal, du arbeitest nur! Weiß du, es gibt da zufällig auch noch ein, zwei Menschen, die dich vielleicht öfter als drei Minuten am Tag sehen wollen!!"

„Jetzt hör aber auf! Als ob du nicht ebenfalls bis zum Hals in deinem Chaos sitzen würdest!" „Und trotzdem habe ich Zeit für dich, verdammt noch mal!"

Ich hörte Malfoy tief durchatmen. Sicherlich bebten gerade seine Nasenflügel und er wurde hochrot… So würde ich ihn zumindest gerne einmal im Leben sehen… Bisher war er aber in meiner Gegenwart immer kühl und reserviert gewesen. In einer solchen Tonlage kannte ich ihn überhaupt nicht.

„Können wir das heute Abend besprechen?? Meine Angestellten müssen ja nicht unbedingt unsere Beziehungsprobleme mit anhören", seufzte er.

„Ginny! Dein Kaffee!", kam es dann plötzlich von Holly, meiner Schreibtischkollegin. Und sie hatte Recht. Mein Kaffee lief über. Heilige Scheiße! Und natürlich war „Mellie" schon zur Tür raus, ehe ich die Katastrophe behoben hatte. Dabei hätte ich doch zu gerne gewusst, wer sie war.

Frustriert setzte ich mich an den Schreibtisch zurück und nippte an dem Kaffee. Wenigstens schmeckte er!

Doch der restliche Arbeitstag verlief langweilig und weiterhin ereignislos. Was war denn bloß passiert? Gegen Gestern konnte man den heutigen Dienstag geradezu als „Urlaub" bezeichnen. Auch wenn ich sagen muss, dass Arbeit durchaus vorhanden war. Sie war nur keineswegs unterhaltend.

Zu meiner neuen Mission, die mir diese Rotzlöffel aufs Auge gedrückt haben, kam ich erst eine halbe Stunde vor Dienstschluss. Ich weiß nicht, was mich dazu bewegte, überhaupt Mühe darein zustecken, aber die Drohung von dem Kerl saß doch irgendwie.

Inzwischen hatte ich herausgefunden, wie die Typen hießen. Irgendein Artikel hatte über die „verdorbene" Kindheit geschrieben. Ich musste fast lachen, als ich zwei bekannte Namen herausfiltern konnte.

Eloise Midgeon – das die eine zerstörte Kindheit hatte, konnte ich mir vorstellen. Alleine wie oft mein Bruder über sie gelästert hatte…

Doch Dennis Creevey hatte nie zu solch gebrandmarkten Kindern gehört. Trotzdem wurde gerade er durch den Kakao gezogen und überdetailliert analysiert.

Nachdenklich ließ ich mich zurück in meinen Schreibtischstuhl fallen und biss in eine der zahlreich angehorteten Schokoladentafeln. Der Name „Dennis Creevey" störte mich sowieso etwas. Warum hatten sie so einen Aufstand gemacht, jemanden von der Zeitung zu bekommen, wenn doch der Bruder einer ihrer Mitglieder Fotograf genau DIESER Zeitung war. Was war hier faul??

Innerlich immer noch brütend schrieb ich noch meinen Kulturteil über die „gute alte Zeit" zu Ende, in den ich ein paar gute Worte über Menschen zurückließ, die sich für andere einsetzen. Mehr konnte ich für den Moment nicht tun.

6. Dezember – Mittwoch

Manchmal war das Schicksal doch auf meiner Seite. Malfoy hatte mir „dienstfrei" gegeben, damit ich an dem Reinblüterartikel arbeiten konnte. Alleine und zu Hause. Und das bedeutete, dass ich genüsslich ausschlafen konnte. Zwar war ich morgens mit Terence aufgestanden, weil mich die Lust auf eine Dusche zu zweit überkommen hatte, aber danach bin ich zurück ins Bett geschlüpft.

Nun schlenderte ich in meinem gammeligsten Wintermantel, dem ältesten Schal meines Kleiderschrankes und einer uralten Wollmütze – ein „Erbstück" meines Bruders Ron – durch die Winkelgasse. Luna hatte mir panisch eine Nachricht zukommen lassen, dass ihr gewisse Pflaster und Salben gegen Schürfwunden ausgegangen waren und sie keine Zeit hatte diesen Tag noch welche zu holen. Da Simon immer sehr gerne auf seine Knie fiel, habe ich es als meine Pflicht gesehen, in der Apotheke Besorgungen zu machen.

„Guten Tag! Wieder ein Satz Kopfschmerztränke?", begrüßte mich Su Li freundlich und sah mich auffordernd an.

„Nein, ich brauche für meinen Neffen ein Päckchen Pflaster und eine Salbe gegen Schürfwunden. Mein Bruder und seine Frau kommen nicht dazu, welche zu besorgen", erklärte ich lächelnd. Ich hatte gute Laune, natürlich lächelte ich!

„Ich dachte ihr Bruder hätte Liebeskummer? Und jetzt schon verheiratet mit Kind?", erkundigte sich die junge Frau irritiert, lachte jedoch dabei erfrischend. Auch sie schien gute Laune zu haben.

„Ach, das war ein anderer Bruder. Ich habe insgesamt sechs. Drei sind verheiratet, zwei in einer glücklichen Beziehung. Nur der eine, der hat natürlich Liebeskummer. Na ja – ich muss dann auch wieder, auf Wiedersehen!" Dieser plötzlich wissende Blick in ihren Augen hatte mich nervös werden lassen. Also schnappte ich mir schnell die bestellten Sachen, bezahlte und verschwand. Es wäre unpraktisch, wenn sie zu früh bemerkte, was ich vorhatte.

Leider hatte ich die dumme Angewohnheit irgendwie mein Sinnesorgan „Sehen" abzustellen, wenn ich hastig von irgendetwas wegrannte. Also musste das Vorhersehbare passieren: Ich rannte einen armen, ahnungslosen Menschen um.

„Immer mit der Ruhe mit den jungen Hippogreifen! Ist hinter Ihnen….", der junge Mann stoppte seine Frage plötzlich und veranlasste mich, ihn genauer zu betrachten. Lange, schwarze Haare, Dreads, und eine schokobraune Haut.

„LEE!", rief ich enthusiastisch und rannte ihn mehr oder weniger noch ein zweites Mal um. Weil ich ETWAS zu viel Schwung mitbrachte, verlor er das Gleichgewicht und wir fielen krachend mit auf die Straße. Menschen sprangen erschrocken beiseite und ich hörte ein paar empörte Ausrufe von den Seiten. Aber es war mir egal. Lee hatte ich eine Ewigkeit nicht mehr gesehen.

„Wie geht's dir? Gut siehst du aus! Wie war es in Singapur? Hat…", meine Fragen fielen auf ihn ein wie Gewitterfliegen und er hob abwehrend die Hand, nachdem wir uns aufgerappelt hatten.

„Ganz ruhig Ginnylein. Ich habe kein so gutes Gehirn wie Hermione. Eine Frage zurzeit, bitte!"

„Also gut… wie geht's dir? Wie lange bist du schon hier?...", ich biss mir auf die Lippe. Das waren ja schon wieder zwei Fragen. Aber Lee lachte nur und legte seinen Arm um meine Schulter. Langsam schlenderten wie die Gasse runter.

„Mir geht's wunderbar und ich bin seit exakt zwei Stunden wieder im Lande. Doch lass uns das beim Mittagessen besprechen. Ich könnte drei Niffler gleichzeitig verdrücken", er zog mich in eine bestimmte Richtung. Wir landeten in einem kleinen, südländischen Restaurant und suchten uns zwei etwas abseits gelegene Plätze.

„Und welcher Grund trieb dich in DIESEM Zustand aus dem Haus??", fragte Lee skeptisch zwischen zwei Nudeln und betrachtete mich wie einen Alien. Ich selbst brauchte erst mal ein paar Minuten, ehe ich begriff, dass er auf meine Klamotten anspielte. Ich hatte ein graues Sweatshirt mit Kapuze, schwarze fingerlose Handschuhe und eine verblichene Jeans an. Zudem war ich ungeschminkt, unfrisiert und der Mantel über der Lehne sah auch nicht direkt hübsch aus, geschweige denn die Mütze und der Schal. Wer die normalerweise aufgestylte Ginny kannte, für den musste dies fürwahr ein Schock sein.

„Ich muss heute nicht ins Büro, sondern habe die Erlaubnis zu Hause zu arbeiten. Als mich Luna dann bat ihr etwas von der Apotheke zu holen, hatte ich es für unnötig gehalten, mich für einen kurzen Einkauf ordentlich anzuziehen. Ich konnte ja nicht ahnen, dir über den Weg zu laufen", begründete ich mein Aussehen lächelnd. Bei jedem anderen Mann hätte ich mich bis zum Grund des Bodens und noch weiter geschämt, aber Lee gehörte schon fast zum Inventar meiner Umgebung und so war es irgendwie etwas anderes.

„So so. Ich wollte schon immer wissen, wie du zu Hause herumläufst. Aber das hätte ich mir jetzt nicht ausgemalt."

„Was genau schwebte dir denn vor?"

„Nichts!"

Es dauerte, bis der Sinn der Antwort mein Gehirn verarbeitet hatte. Kein Wunder also, dass ich geringfügig verspätet knallrot anlief und verlegen seinem Blick auswich.

„Na hör mal! Ich laufe doch nicht nackt zu Hause rum. Da lebt immer noch ein Slytherin… dem kann ich unmöglich so eine psychische Belastung zutrauen", erwiderte ich gespielt entsetzt und bekam zur Belohnung ein raues Lachen.

Ach ja, mit Lee habe ich mich schon immer gerne unterhalten. Er lachte immer mit mir und hatte mir noch nie das Gefühl gegeben, mein Leben unnötig komplizierter zu machen, also eine sehr angenehme Gesellschaft.

Nach dem Essen verabschiedeten wir uns mit einer Umarmung und dem Versprechen, uns bald wieder zu sehen. Lee sprach von irgendeiner „Überraschung" und die wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Doch leider hatte Arbeit Vorrang, und so machte ich mich mit meinen Unterlagen auf den Weg zur Bibliothek der Winkelgasse, um dort an ein paar Quellen zu kommen, die in Sirius angesammelten Dokumenten nur erwähnt wurden. Außerdem brauchte ich schnellstens einen Alte Runen Duden, da eine Urkunde in der alten Sprache übersetzt war, ich aber keinen professionellen Übersetzer kannte und somit meine eigenen Sprachkenntnisse auffrischen wollte. Immerhin hatte ich das Fach drei Jahre lang belegt.

Das alte Archiv wurde, seit ich denken kann, von einem alten, hutzeligen, kleinwüchsigen Mann organisiert. Der Herr war gewiss schon über Hundert, als ich ihn das erste Mal gesehen hatte. Er ging an einem ziemlich abgenutzten, dunklen Stock, in den merkwürdige Symbole geschnitzt waren. Aber Mr. Lington war immer zuvorkommend und hilfsbereit, egal in welcher Ecke ein Buch vor sich hinstaubte oder wie hoch er an den Regalen klettern musste, erfüllte er doch seinen Kunden jeden Wunsch und tat sein Bestes, damit jeder schnell seinen Aufgaben nachgehen konnte.

„Ah, Miss Weasley. Wie schön Sie mal wieder in meinen alten Hallen willkommen zu heißen. Wie kann ich Ihnen behilflich sein?", fragte Lington mit heiserer Stimme und lächelte mich an. Ich konnte mir nicht helfen, aber dieser Mann erweckte immer gewisse Großvatergefühle in mir.

„Guten Tag, Mr. Lington. Schön auch Sie mal wieder zu sehen. Ich suche einen Alte Runen Duden und folgende Quellen", damit gab ich ihm eine Liste der Textnachweise, die mir in meinen Dokumenten über den Weg gelaufen sind. Es waren nur vier, aber sie klangen äußerst geheimnisvoll und mysteriös. Eine von ihnen hatte meine ganz besondere Neugier geweckt. In einer der alten Urkunden wurde ein Bündnis unterzeichnet zwischen der Familie Malfoy und einer muggelstämmigen Familie. Weiteres war nicht zu entnehmen, da sie sehr vergilbt und kaum noch zu lesen war, doch zwei Worte waren noch recht gut zu erkennen gewesen: Deutschland und Untergrundarbeit.

„Sie haben Glück, Miss Weasley. Ich habe erst letzte Woche von einem alten Bücher Flohmarkt eine Tagebuchsammlung erstanden, in der „Deutschland" und auch die Familie Malfoy erwähnt werden. Suchen Sie so etwas in der Art?"

„Oh ja, das klingt nach genau dem, was ich suche!", erklärte ich erfreut und konnte mein Glück gar nicht fassen. Dass es so leicht werden würde, hätte ich mir nicht im Traum ausmalen können.

Auch die anderen Quellen waren schnell zusammen gesucht und letztendlich hatte ich drei verschiedene Duden gefunden. Sicher verstaute ich alle Bücher in meiner Tasche und verließ mit freundlichen Abschiedsworten Mr. Lingtons altes Archiv.


Schön, dass ihr es bis hierhin geschafft habt :-)... wenns jetzt auch noch eine Review gäbe, würdet ihr mich sehr sehr glücklich machen °knutscha°